Russland: Auch Kreml-treue ESC-Künstler werden jetzt verfolgt – und müssen sich nach „Almost Naked“-Party entschuldigen

Die Verfolgung von nicht 100%-ig systemkonformen Personen hat in Russland nun auch die Kreml-treue Künstlerelite erreicht. Betroffen sind davon aktuell u.a. Philipp Kirkorov (Aufmacherbild), der russische ESC-Teilnehmer von 1995 und Songwriter diverser ESC-Beiträge, sowie der ESC Sieger von 2008, Dima Bilan. Wie Die Presse meldet, waren sie Besucher einer Party in Moskau unter dem Motto „Almost Naked“ und mussten sich nun in Videos öffentlich dafür entschuldigen.

Während Russland seit bald zwei Jahren einen blutigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit zehntausenden Toten auf beiden Seiten führt, ging das gesellschaftliche Leben in Moskau bisher offenbar weitgehend seinen üblichen Gang. So veranstaltete die Influencerin und Ex-Playboy-Chefredakteurin Anastasia Iwlejewa unlängst in einem Moskauer Club eine Party unter dem Motto „Almost Naked“ – mit dem entsprechenden Dresscode. Dieser war von den Gästen ernst genommen worden, so dass neben Netz- und halbdurchsichtigen Stoffen auch Strapse und die ein oder andere Brustwarze zu sehen gewesen sein sollen. ESC-Sieger Dima Bilan soll laut Die Presse bei der Party ein halbtransparentes, schwarzes Oberteil getragen haben. Der Rapper Vacio hatte es offenbar auf die Spitze getrieben: neben seinen Sneakern trug er nur eine Socke über seinem Gemächt.

Russischer TV-Bericht zur Party und entschuldigende Statements von Besucher/innen: „Gerichte, Durchsuchungen, Entschuldigungen, Annullierungen. Die ’nackte‘ Party von Ivleeva und ihre Folgen“, so der Titel des Videos auf YouTube

Bilder und Videos von der Party sind nun ultrapatriotischen Anklägern aufgestoßen, die daraus einen Skandal geformt haben. Der Vorwurf: moralische Verfehlungen und Förderung von Nacktheit, Hedonismus und Homosexualität. Gegen die Veranstalterin Iwlejewa ermittelt offenbar ein Gericht wegen Propaganda von „nicht traditionellen sexuellen Beziehungen“, also Homosexualität. Ihr Haus soll von der Steuerfahndung durchsucht worden sein. Rapper Vacio soll zu „15 Tagen Administrativhaft und einer Geldstrafe“ verurteilt worden sein.

Die anderen prominenten Besucher/innen müssen sich scheinbar davor nicht fürchten, allerdings mussten sie öffentlich Abbitte leisten. Dima Bilan soll laut Die Presse entsprechend in seinem Video gesagt haben: „Ich verstehe die Empörung unserer Leute und unserer Burschen, die uns an der Front verteidigen.“ Anschließend versuchte er offenbar seinen Besuch bei der Veranstaltung zu relativieren, da dieser zu seinem Job gehöre. Im Post zum Video schreibt er auf Instagram:

„Alles, was ich sagen wollte, ist in dem Video. Das Ereignis, das stattgefunden hat, ist kein Spiegelbild von mir. Das Spiegelbild von mir sind meine Erziehung und meine Handlungen, die ich auf meinem Weg mache. Es ist meine Einstellung und mein Respekt für die Menschen um mich herum und ihre Probleme. Ich habe nie jemandem etwas zuleide getan, außer mir selbst. Ich habe nie jemandem die Schuld für meine Probleme gegeben und werde es auch nie tun. Ich habe geholfen und werde weiterhin helfen, ich war ein freundlicher Mensch und werde es auch bleiben. Egal was passiert.“

Selbst der für seine schillernden Auftritte bekannte Philipp Kirkorov musste sich öffentlich entschuldigen. Sein Video findet sich auf der russischen Plattform VK, aber auch auf YouTube. Dort wurde es unter dem Titel „Philip Kirkorov entschuldigte sich öffentlich für seine Teilnahme an der Party von Ivleeva“ veröffentlicht. Anders als sonst trägt er nicht Glitzer oder einen kunterbunten Onesie (Ganzkörperanzug), sondern einen schwarzen Rollkragenpullover.

Die Presse zitiert aus dem Video folgendes Statement:

„Ich bin Künstler allein meines Landes, Patriot allein meines Landes, ich bin nie auf zwei Stühlen gesessen, bin nie ausgereist und habe mein Land nicht verraten.“

Der Vorfall mache deutlich, so Die Presse, dass es auch für die Kreml-treue Kulturelite nicht mehr ausreicht, vor Soldaten aufzutreten, Wahlhilfe für Putin zu machen und ansonsten zu schweigen. Die Zeiten, in denen unbeschwert und unbehelligt gefeiert werden konnte, seien vorbei. Jetzt muss auch im privaten Leben jeder nach dem generellen konservativen Idealbild leben. Abweichler werden nicht mehr toleriert, sondern bestraft.

Russland nahm das erste Mal 1994 am Eurovision Song Contest teil. 2008 gewann das Land zum ersten und bisher einzigen Mal den Wettbewerb mit dem Song „Believe“ von Dima Bilan. Drei Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde das Land vom ESC 2022 ausgeschlossen. Am Tag darauf trat Russland aus der EBU aus und kann nunmehr auch nicht zum ESC zurückkehren. Bereits in der letzten Zeit hatte das russische Regime die Verfolgung von (ESC-)Künstlerinnen vorangetrieben: Ende November wurde die ukrainische ESC-Siegerin Jamala zur Fahndung ausgeschrieben; Anfang Dezember wurde ein russischer TV-Musiksender zu einer Strafzahlung verurteilt, weil er das Video „Так Красиво“ des zweifachen ESC-Teilnehmers Sergey Lazarev ausgestrahlt hatte, das angeblich „Propaganda für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen“ macht.



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ESC1994
ESC1994
2 Jahre zuvor

Joa, was soll man dazu noch sagen?? Eigentlich nichts, massives Kopfschütteln reicht völlig aus.

Schorschiborsch
Schorschiborsch
2 Jahre zuvor

Er sei nie ausgereist und habe sein Land nicht verraten, sagt Kirkorov. Wen er wohl damit meint? Vielleicht ein Seitenhieb auf seine Ex-Frau und Nationalikone Alla Pugachova, die nach Kriegsbeginn Russland mit ihrem Mann unter Protest in Richtung Israel verlassen hatte?

usain1
usain1
2 Jahre zuvor

Was für ein durch und durch widerliches System, besonders wenn man bedenkt, wie unglaublich sexistisch die russische Gesellschaft ist. Bilan und Kirkorov sind in meinen Augen allerdings beide sehr abstoßende Figuren, die jahrzehntelang beim Speichellecken mitgewirkt haben.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor

Kirkorov war schon immer ein *insert most offensive epithet*, und Bilan ist ganz einfach ein jämmerliches Würstchen.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor

Es ist furchterregend und abscheulich, wie sich das gesellschaftliche Klima in Russland immer weiter negativ entwickelt. Was moralische Urteile über Künstler(innen) angeht, die dort nicht den Mut zum großen Widerstand zeigen, sollte man aus einem Land heraus, in dem es ein Leichtes ist, Kritik an der Regierung zu üben ohne deswegen Auftrittsverbote oder Schlimmeres zu riskieren, nicht gar so rigoros sein.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor

Ich schätze Dich ja sehr dafür, dass Du stets eine sehr ausgleichende Perspektive einnimmst, die sich immer bemüht, alle Lebenssituationen und Standpunkte einzubeziehen, aber wenn man es mit dem schlichtweg Bösen zu tun hat, wie Herrn Putin und seinem Regime in diesem Falle, gibt es mMn eine Grenze, deren Überschreitung in sehr gefährliches Terrain führt. Es gibt ja genügend russische Künstler, die beweisen, dass es Alternativen zur höfischen Speichelleckerei gibt.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Er nimmt bei diesem Thema allgemein keine ausgleichende Perspektive ein, sondern macht meistens Entschuldigunegn für das arme missverstandene Russland.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
2 Jahre zuvor

Bilan und Kirkorov (und vor kurzem die Tolmachevy Sisters) sind also das „arme, missverstandene Russland“?

Timo1986
Timo1986
2 Jahre zuvor

Es ist abscheulich wie viele – wahrscheinlich die ganz große Mehrheit – der Künstler (m/w/d) aus Russland nicht den Mut haben dem menschenverachtenden und größenwahnsinnigen Kreml-Regime etwas entgegen zu setzen.

Aber kann man ihnen auch einen Vorwurf machen ?

Da wird es schon sehr viel schwieriger sich eine ehrliche Antwort einzugestehen. Denn gegen das Nazi-Regime im Nazi-Deutschland der 30er und 40er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es auch nur eine Marlene Dietrich, die den Mut hatte ihre künstlerische Existenz sowie ihr Leben regelrecht zu opfern. Sie war meines Wissens die einzige, die glasklar und ausdrücklich Stellung gegen die NSDAP bezog. Dies sogar kontinuierlich.

Aber ein Heinz Rühmann oder eine Magda Schneider hingegen schon nicht mehr. Auch wenn beide keine glühende Verehrer (m/w/d) der NSDAP waren, so waren diese beiden und auch andere (m/w/d) zwar kleine, aber trotzdem gut funktionierende Rädchen, die es billigend in Kauf nahmen, dass mit dem Judentum eine Weltreligion vernichtet werden und die Welt kriegerisch erobert werden sollte.

Übel genommen hat es den beiden jedoch auch im Nachkriegsdeutschland – und zwar bis heute – nahezu kein Mensch.

Das sollte man immer bedenken. Ich konzentriere mich daher lieber darauf meinen Ekel gegen das politische, machtstaatliche – ich weigere mich bei Russland den Begriff rechtstaatlich zu verwenden – und militärische Kreml-Regime zum Ausdruck zu bringen.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Timo1986

„gab es auch nur eine Marlene Dietrich, die den Mut hatte ihre künstlerische Existenz sowie ihr Leben regelrecht zu opfern.“

??? Und was ist mit den ganzen Schriftstellern?

Timo1986
Timo1986
2 Jahre zuvor

Ich kenne mich in der Literatur bzw. die Lebenseinstellungen der Schriftsteller (m/w/d) bezugnehmend zur Politik in der NSDAP-Zeit nicht aus.

Daher kann und werde ich es nicht abstreiten, dass es gerade in der Literatur eine nicht unbeachtliche Anzahl gegeben hat, welche die NSDAP aktiv bekämpft haben.

Aber unter’m Strich waren aktive Widerstandskämpfer (m/w/d) in der Kunst insgesamt gesehen – also Theater, Film, Malerei, Musik und Literatur – ganz klar in der Minderheit. Oder anders formuliert: eben keine Mehrheit. Leider.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Ich hab jetzt den Kommentar, auf den Du Dich beziehst, nicht gelesen, aber Marlene Dietrich hat weder ihre Karriere noch ihr Leben geopfert, sie wurde Weltstar. Es ist fast schon seltsam, dass sie in Berlin begraben ist, ich war an ihrem Grab.

Timo1986
Timo1986
2 Jahre zuvor

@4porcelli – keep the 🦦 warm United24:

I.
„Ich hab jetzt den Kommentar, auf den Du Dich beziehst, nicht gelesen“

Solltest du zukünftig machen, ehe du dich zu etwas äußerst.

II.
„Marlene Dietrich hat weder ihre Karriere noch ihr Leben geopfert, sie wurde Weltstar.“

In meinem Statement schrieb ich, dass Marlene Dietrich den MUT HATTE, ihre Karriere und ihr Leben zu opfern. Und daran ist nichts falsch. Marlene Dietrich war im Nazi-Deutschland ein sehr großer Star. Deswegen wollte die Nazi-Propaganda sie ja auch vor ihren Karren spannen, was sie ausdrücklich ablehnte. Am Schluss blieb ihr daher nichts anderes mehr übrig als in die USA auszuwandern.

Und das war in der Tat sehr mutig von ihr. Denn es war nicht absehbar, dass sie von dort aus ein Weltstar werden würde, weil dies nur die wenigsten schaffen. Dessen war sich Marlene Dietrich bewusst. Es gibt genügend Interviews von ihr in denen sie sagte, dass sie sich bei ihrer Auswanderung aus Deutcshland darauf eingestellt und wirklich Angst hatte, in der US-Provinz oder den Slums von New York von Bar zu Bar tingeln zu müssen. Das Geld, welches sie in einem solchen Fall verdient hätte wäre wahrscheinlich zu Leben zu wenig und zum Sterben zu viel gewesen.

Insofern war ihr Verhalten sehr, sehr mutig von ihr. Sie hätte es sich auch einfach machen und ihn Nazi-Deutschland bleiben können. Finanziell hätte sie da noch viel „Kohle scheffeln“ können. Sie hat sich aber dagegen entschieden. Gott sei Dank.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor

Na, das wird die „Burschen“ an der Front aber motivieren, wenn sie dran erinnert werden, dass sie sich für ein System abschlachten lassen, das inzwischen sogar in den Dresscode ihrer Privatpartys eingreift …

Übrigens plant Russland wohl eine Wiederbelebung der Intervision. Die irrelevante Witzveranstaltung Türkvizyon war offenbar nicht Mahnung genug.

Alki Bernd
Alki Bernd
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Ein Teilnehmer der Intervision ist schon bekannt. Sachsen

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Alki Bernd

🤣😢

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Will Putin nicht auch eine Konkurrenzveranstaltung zu den Olympischen Spielen aufziehen? Das habe ich vor ein paar Wochen irgendwo gelesen; können eigentlich nur Tagesschau.de, die Süddeutsche oder Die Welt gewesen sein … was Seriöses also …

Luomubanaani
Luomubanaani
2 Jahre zuvor

Springer ist seriös?

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
2 Jahre zuvor

Tippfehler: Ich meinte Die Zeit. Die Welt fasse ich nicht mal mit der Kneifzange an … Multitasking war noch nie meine starke Seite.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor

Ja, kommt mir vor, als hätte ich die Meldung auch schon mehrfach gehört. Wobei IOC-Präsident Bach ja dem Vernehmen nach gerade zusehends Sportverbände unter Druck setzt, um eine Rückkehr russischer Sportler (ich glaube, sogar unter russischer Flagge) zu ermöglichen. Aber dass der Kerl eine einzige Schande ist, ist ja leider auch keine Neuigkeit.

NonNon
NonNon
2 Jahre zuvor

Mich überrascht gar nicht, dass so etwas passiert. Mich überrascht, dass es in Russland immer noch Personen gibt, die denken sie würde dieses System der Unterdrückung nicht betreffen.

So naiv kann doch keiner sein?

Nils
Nils
2 Jahre zuvor
Reply to  NonNon

Mich erinnert’s an das Gedicht von Martin Niemöller:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; Ich war ja kein Kommunist.“

etc. p.p.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Na ja gut, sehen Kirkorov und Bilan vielleicht endlich, was das Régime ist. Kirkorov lügt, wenn er sagt, er habe das Land nicht verlassen: Er war im Sommer in Griechenland, der bulgarische Pass macht’s möglich.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor
Reply to  Douze Points

Das kann sein. Ist aber tatsächlich eine Lüge. Ein griechischer Kumpel auf ET hatte was dazu gepostet – Kirkorov war in einem Hotel, das Kontopoulus gehört, der hat wohl mehrere.

eurovision-berlin
eurovision-berlin
2 Jahre zuvor

Russische Medien sind ja bei uns – räusper – wegen Zensur verboten. Ich könnte euch einen deutschsprachigen Text aus Russland dazu anbieten. Interessanterweise beschönigt der Text nichts, im Gegenteil. Aber er erklärt Einiges. Interesse?

Alki Bernd
Alki Bernd
2 Jahre zuvor

Behalts für Dich

usain1
usain1
2 Jahre zuvor

Bitte einfach direkt an Frau Wagenknecht schicken…

usain1
usain1
2 Jahre zuvor

Tja, unser lieber Sergej Lazarov tut mir tatsächlich wirklich leid. An seiner Stelle würde ich meine beiden Kinder nehmen und schnellstmöglich nach Miami flüchten. Seine Karriere wäre dann natürlich vorbei. Oder er kommt nach Deutschland und Matty nimmt ihn bei sich auf?!?

Andreas Klumpp
2 Jahre zuvor

Terrorstaat ruZZland!

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor

Sehe ja regelmäßig Videos zum russischen Krieg, da geisterte die Geschichte schon durch das Netz. Ich dachte nicht, dass sich die Geschichte doch noch ausweiten würde. Weil Moskau & St.Petersburg ja ohnehin einen Sonderstatus haben und von dort auch kaum Männer dort zum Krieg „mobilisiert“ werden.

Mir persönlich sind deren Freizeitaktivitäten völlig schnuppe – jeder hat das Recht auf Zerstreuung seinen Wünschen entsprechend. Dass Kirkorov und Dima Bilan das Leben auf die Art geniessen, wundert mich kein Stück. Nur ist die Geschichte einfach ein Beleg dafür, dass die Verfolgung der Schwulen in Russland eben nur die Vorboten zu Restriktionen ALLEN gegenüber sind. Stichwort: Traditionelle russische Lebensweise. Putin fordert ja auch von russischen Frauen inzwischen, (möglichst früh) viele Kinder in die Welt zu setzen …

Russen, die sich einen EU-Pass in Malta oder Zypern erkauft haben, sind ja ohnehin fein raus. Also mein Mitgefühl geht da natürlich an die russischen Künstler, die nicht Z sind – die zahlen einen höheren Preis als so lapidare öffentliche Abbitten leisten zu müssen.

Jorge
Jorge
2 Jahre zuvor

„Der Rapper Vacio hatte es offenbar auf die Spitze getrieben: neben seinen Sneakern trug er nur eine Socke über seinem Gemächt.“

Der Anfang eine großen Karriere: Das war doch nur eine intellektuell-künstlerische Reminiszenz an die Red Hot Chilli Peppers, die exakt so in frühen Tagen auftraten.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
2 Jahre zuvor
Reply to  Jorge

Böse, böse Westband! 😛

Der Thoddy
Der Thoddy
2 Jahre zuvor

Hier könnte Ihr Kommentar stehen – tut er aber nicht 🤪🤪

Tim S.
Tim S.
2 Jahre zuvor

Jetzt eskaliert’s in Russland langsam.

Tobiz
Mitglied
2 Jahre zuvor

Ach? Die Gesetze, die angeblich nur LGBT treffen sollen und mit denen alle die letzten 10 Jahre fein waren, treffen in Wahrheit auch alle anderen? Wer könnte damit nur rechnen?

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murzel2003
Mitglied
murzel2003
2 Jahre zuvor

Ich fürchte, Russland und seine Bevölkerung (jedenfalls der größte Teil) sind für mehrere Generationen für die Werte, für die wir in Europa einstehen, verloren. Es dürfte eine Herkulesaufgabe sein, die Menschen in Russland davon zu überzeugen, dass sie einem skrupellosen Demagogen auf den Leim gegangen sind. Ganz schlimm ist die Verstrickung der orthodoxen Kirche in diese Verbrechen, die dadurch noch (un)moralisch legitimiert werden. Ich ertappe mich oft bei dem Gedanke, glücklicherweise schon relativ alt zu sein, um das schlimme Ende dieser Tragödie nicht mehr miterleben zu müssen.

disneyfan5000
disneyfan5000
2 Jahre zuvor

Mein Mitleid mit diesen Leuten hält sich in sehr, sehr, engen Grenzen.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor