Schweiz: Beiträge für den ESC 2022 können vom 1. bis 15. September eingereicht werden

Bild: EBU / Andres Putting

Welcher Beitrag folgt auf „Tout l’univers“ (Aufmacherbild mit Gjon’s Tears)? Die Schweiz befindet sich bereits voll im Auswahlmodus für den Eurovision Song Contest 2022 in Italien. Ab dem 1. September ist es möglich, Lieder für die Schweizer Teilnahme am ESC 2022 einzureichen. Die Anmeldefrist endet am 15. September 2021 um 12 Uhr (!).

Das Schweizer Fernsehen SRF ruft „Songwriterinnen, Produzenten, Künstlerinnen und Texter“ (sic!) auf, sich mit ihren Songs am Auswahlprozess zu beteiligen. Wie in den letzten Jahren bestimmen ein 100-köpfiges Zuschauer-Panel und eine internationale Fachjury, wer am Ende mit welchem Titel nach Italien reisen und die Schweiz vertreten darf. Es wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Bewerbungen nicht öffentlich zugänglich sind. Auch hier wird also weiter darauf geachtet, dass sich niemand durch eine nicht erfolgreiche Teilnahme am Auswahlprozess „verbrennt“.

Der neue Schweizer Head of Delegation Yves Schifferle sagt dazu: „Der ‘ESC’ ist die größte und spektakulärste Musikshow der Welt und bietet jungen Schweizer Künstlerinnen, Künstlern und Songwritern die Möglichkeit ihr Können und ihre Kunst vor mehreren Hundertmillionen Zuschauern und Zuschauerinnen auf einer internationalen Bühne zu präsentieren. Das kann der Anfang einer ganz grossen Karriere sein und ist in jedem Fall ein unvergessliches, lehrreiches Abenteuer.“

Schweizer Beitrag 2021: Gjon’s Tears – Tout l’univers

Am Auswahlprozess sind die diversen Schweizer Regional-Organisationen SRF, RTS, RSI und RTR beteiligt. Die SRG hat gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner Digame im Frühling ein neues 100-köpfiges Zuschauer-Panel rekrutiert. Diese ausgewählten Zuschauerinnen und Zuschauer werden in einem mehrstufigen Selektionsprozess mitbestimmen, wer die Schweiz mit welchem Song am ESC 2022 vertreten wird. Das Zuschauerpanel wird – wie in den letzten Jahren auch in Deutschland – ergänzt durch eine 20-köpfige internationale Fachjury, die ihre Expertise als Mitglied der jeweiligen Länderjurys schon unter Beweis gestellt haben. Die letztendliche Entscheidung über den Schweizer Auftritt treffen am Ende des Prozesses das Zuschauer-Panel und die internationale Fachjury. Den Siegersong und die Künstlerin (oder den Künstler) geben SRF, RTS, RSI und RTR Anfang 2022 bekannt.


42 Kommentare

  1. Zwei Wochen Einreichzeit sind ziemlich eng, da gibt es Länder, die einen längeren Zeitraum den interessierten Autorenteams gewähren.

  2. Welche Länder haben den bis jetzt zugesagt. Laut Wikipedia soll die Türkei zurückkommen und in Kasachstan soll eine Petition im Umlauf sein.

    Die Frist für die Länder läuft doch auch bald ab ?

    • Eine richtige Frist gibt es im Grunde nicht mehr. Die Regeln sind so weich, da wird gebogen und geschoben, gedreht und gemacht…bis es passt. Eigentlich können Länder mit ihren Liedern kurz vor Beginn des ESC-Events sich immernoch anmelden. Passt schon 😉

  3. Auf die Türkei kann ich gut und gerne verzichten. Die Schweizer haben sich unser Auswahlverfahren abgeschaut, dafür setzen sie es viel besser um als der NDR. Wieso hatten die zwei Volltreffer (2019 und 2021) und wir zwei Nieten?

    • Das Problem scheint in der Auswahl der Panel-Teilnehmer zu liegen. Bei uns scheinen da sehr viele U12 zu sein, was die hohe Bewertung für Jendrik erklärt. Die Schweizer wählen wohl hingegen Leute aus, die auch über den eigenen Tellerrand schauen.

      • Es liegt vielleicht daran, das die Schweizer nicht so musikalisch beschränkt agieren, wie hierzu Lande. Und einfach die besseren Juroren haben, als wir. Vielleicht liegts aber auch daran, das in der Schweiz die Juroren frei entscheiden können, wenn sie denn nun wählen, und von Sender keine Vorgaben bekommen, wie hier bei uns. So jemand wie Gjon Tears wäre doch in Deutschland nicht ausgewählt worden.

    • Was die Türkei betriff muss ich Dir zustimmen. So sehr ich auch die Musik vermisse, unter den jetzigen Gegebenheiten mag ich die Türkei auch nicht beim ESC sehen.

  4. Da die Schweiz aktuell ja fast das gleiche Vorentscheidkonzept wie Deutschland hat, würde ich sagen, dass Deutschland bzw. der NDR ein Teil davon von der Schweiz übernehmen sollte! Bei der Schweiz ist nämlich die Bewerbung öffentlich, während in Deutschland ja die Songwriter (und Sänger) erst angefragt werden, damit sie sich dann erst „bewerben“ können. Vielleicht ist dieser eine Punkt das entscheidenen Detail für den NDR?

    • Super, schön das Albanien, nach der Coronapause im letzten Jahr, wieder beim JuniorESC am Start ist! Die Teilnahme von Kasachstan sollte eigentlich auch nur noch eine Formalität sein.
      Bei Australien bin ich da ein wenig skeptischer was die Teilnahme am JuniorESC betrifft. In Australien gibt es, genau wie in Deutschland mit ARD und ZDF, zwei öffentliche Rundfunkanstalten. Einmal SBS und einmal ABC. Für die Eurovisionswettbewerbe ist eigentlich SBS zuständig, aber ABC betreibt den öffentlichen Kinderkanal (ABC Kids). Dieser wird nämlich nur von einer öffentlichen Rundfunkanstalt (ABC) betrieben, während der öffentlich-rechtliche Kinderkanal in Deutschland, der KiKA, von ARD und ZDF zusammen betrieben wird. Nachdem sich SBS um den JESC in den Jahren 2015 und 2016 gekümmert hat fanden sie, dass dieser bei einem Kinderkanal besser aufgehoben ist und haben diesen Wettbewerb an ABC bzw. „ABC Kids“ abgegeben, welche sich bis 2019 um den JESC gekümmert haben. Letztes Jahr allerdings hat ABC den JESC wieder an SBS zurück gegeben. Mal sehen ob SBS jetzt weiterhin am JuniorESC festhält…

  5. Der diesjährige britische ESC-Teilnehmer James Newman hat einen Rechtsstreit gewonnen. Es ging darum, daß der von ihm geschriebene Song „Waiting all night“ ein Plagiat des Songs „Can you tell me“ von Kelly-Marie Smith, die an der zweiten Staffel zusammen mit ihrer Freundin Elesha Moses als Duo Nu-Tarna an der Castingshow The Voice UK teilnahm, gewesen sein soll. Nachdem sich Musikexperten die beiden Lieder anhörten und miteinander verglichen, wurde die Klage von Smith abgewiesen:

    https://escxtra.com/2021/08/17/james-newman-wins-copyright-case-over-waiting-all-night/

    Herzlichen Glückwunsch!

  6. Zitat: „Am Auswahlprozess sind die diversen Schweizer Regional-Organisationen SRF, RTS, RSI und RTR beteiligt.“
    Dazu fällt mir wieder mal ein: in der Schweiz sind also alle Landesteile involviert, während in Deutschland nur der NDR involviert ist, im Prinzip also „nur“ Norddeutschland involviert ist, weil man sich im Rest der Republik einen schlanken Fuss beim WDR, SWR, BR, MDR, SFB oder gar dem ZDF macht. Das müsste auch mal stärker in den Fokus, aber vermutlich ist es so, dass alle Verantwortlichen beim deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk froh sind, dass sie sich keine Gedanken um den ESC machen müssen. Ob der NDR den ESC an die Wand fährt oder längst gefahren hat (was die Auswahl der deutschen Beiträge angeht), ist dabei anscheinend vollkommen egal. Man könnte sich aufregen, aber am Ende muss man es doch auch mit Humor aufnehmen, dass in Deutschland einiges schief läuft und ja auch noch nicht mal klar ist, wie die Entscheidungsstrukuren beim NDR nach dem Weggang von Thomas Schreiber nun sind.

  7. Es gibt Neuigkeiten aus Norwegen. Dort wurde die Bewerbungsphase für den nationalen ESC-Vorentscheid Norsk Melodi Grand Prix verlängert. Ursprünglich sollte 15. August 2021 Einsendeschluß zum Einreichen der Wettbewerbsbeiträge sein, doch nun ist es 15. September 2021:

    https://eurovoix.com/2021/08/22/melodi-grand-prix-2022-submissions-window-extended/

    Damit ist Norwegen das Gegenteil zur Schweiz, die den Autorenteams leider nur einen kurzen Zeitraum von zwei Wochen für die Einreichung von Wettbewerbsbeiträgen gewährt hat.

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