Schweiz: Das sagt die internationale Fan-Presse zur ersten Probe von Gjon’s Tears

Am Dienstagnachmittag hat der Schweizer ESC-Vertreter Gjon’s Tears seine erste Probe in Rotterdam absolviert. Nachdem wir gestern schon wissen wollten, was die internationale Presse zur Probe des Österreichers Vincent Bueno sagt, haben wir uns heute erneut im Pressezentrum umgehört – natürlich zum Schweizer Beitrag.

Oben gibt’s die Befragung als Video, nachfolgend die Statements zum Lesen – und mitkommentieren!

Jordy Franken (Niederlande, ESC Nation): Ich finde den Bühnenaufbau recht interessant, aber ich denke, dass der Beitrag zu diesem Zeitpunkt nicht die Erwartungen an ihn als Favoriten auf den ESC-Sieg erfüllt hat. Ich glaube, dass wenn sie die Kamerawinkel hinbekommen, wissen was sie damit erreichen wollen und mit seinen eher komischen Bewegungen, dann kann er tatsächlich als Favorit betrachtet werden. Aber da ist noch einiges an Arbeit zu erledigen. Er ist weiter im Kampf um den Sieg dabei, aber es ist kein eindeutig klarer Sieger für mich.

Clara Cabrera Miquel (Spanien, Eurovoxx): Gjon´s Stimme bei der Schweizer Probe war tadellos. Das wusste ich, denn ich hatte ihn in der spanischen TV-Show „Rocío“ gesehen. Und ich bin glücklich, das bestätigt zu erleben. Ich bin verwundert über das neue Staging. Ich dachte, dass er Elemente aus dem Videoclip zitiert, denn diesen empfand ich optisch als sehr überzeugend. Das ist die eine Sache, die ich ein wenig vermisse. Die Bilder des Universums im Video empfand ich ich als visuell opulent ausladend. Beim Staging wirkte dieses Bild eingeengt auf ein Haus oder sogar eine Baustelle, vielleicht ein Element aufgrund der Pandemie? Auch wenn die direkte Anlehnung an das Video fehlte, wurden meine Erwartung erfüllte. Ich hatte überall Gänsehaut.

Frank Albers (Deutschland, OGAE Germany): Der Schweizer Beitrag ist stark, ein starkes Lied. Die Inszenierung, wie wir sie gesehen haben, (ist) schwierig. Ausbaufähig. Es ist vom Licht gut. Das Setting ist gut. Leider kann er sich nicht so bewegen, wie er sich das selbst möglicherweise erhofft. Die Kamerafahrten waren zum Teil noch unglücklich, so wie er eingefangen wird von den Positionen her. Es ist noch etwas Luft nach oben in der Inszenierung selbst. Das Lied ist weiterhin eines der stärksten im Wettbewerb. Er kann ganz oben landen, wenn an der Inszenierung noch ein bisschen gebastelt wird.

Suzanne Adams (Großbritannien/USA, wiwibloggs): Wir haben nun gerade die Probe von Gjon´s Tears gesehen; ich versuche erst gar nicht, den Songtitel auszusprechen. So ein wunderbarer Titel. Das Staging war sehr Avantgarde in schwarz-weiß wie man es auch vermuten konnte, wenn man das Video gesehen hat. An einer Stelle ist das Universum (auf dem Backdrop) im Hintergrund, dann kommt es im gegen den Uhrzeigersinn direkt auf ihn zu. Gjon interpretiert das Bild tänzerisch, für mich sieht er dabei wie ein Eiskunstläufer aus, der die Bühne wie eine Eisfläche betritt. Es war insgesamt tatsächlich relativ schön mit den Nebeleffekten und der Schwarz-Weiß-Inszenierung.

Erik Bolks (Niederlande, ESCFanzone.TV): Ich hatte sehr hohe Erwartungen an die Schweiz. Diese wurden für mich nicht ganz erfüllt, weil versucht wurde, moderne Tanzelemente in dem Staging unterzubringen. Dann gab es viel Stroboskopblitze, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie dem Song gerecht werden. Stimmlich war das eindrucksvoll, es war gut, aber ich habe keine richtige Verbindung zum Sänger gefunden. Das ist jetzt nicht länger mein Siegtipp, wie es das vor den Proben war.

Martin Schmidtner (Morgenpost, EuroVisionen): Eine sehr spannende Inszenierung, die die Schweiz uns da bietet. Etwa genauso artifiziell wie der ganze Chanson. Es erschließt sich nicht wirklich, warum da ein Gerüst steht, und ich weiß auch nicht, warum sie ihn in diese Gewänder gewickelt haben. Aber trotzdem ist es packend und catchy bis zum Gehtnichtmehr. Es stockt einem der Atem. Und es reißt einen mit. Ich gehöre nicht zu denen, die es vorher als Favorit gesehen haben. Es ist auch kein Song, den ich auf meiner Playlist gerne höre. Aber das ist genau der Song, der inmitten von allem möglichen Müll die Leute total packen kann, für den sie anrufen, auch wenn sie ihn danach vielleicht nicht wieder hören. Also, ich denke, die Schweiz hat sich nach oben gespielt und es bleibt da auf jeden Fall sehr spannend.

Cynthia van Zwol (Niederlande, WWF): Mir gefällt der Song wirklich gut, er ist ruhig und etwas anderes. Mir gefallen die geruhsamen Lieder im Wettbewerb wie Portugal vor drei Jahren. Ich denke, er hat eine große Chance ein Gewinner zu sein. Ich hoffe, dass er die Aufmerksamkeit aufrechterhalten kann, auch am Ende des Songs. Das hängt natürlich auch vom letztendlichen Auftritt ab. Ja, ich denke er ist ein Sieger.

Gjon’s eigene Einschätzung zu seiner Probe und unseren vollständigen Bericht zu seinem Meet & Greet, findet Ihr hier.


36 Kommentare

    • Bei Netta war der erste Live-Eindruck ja auch underwhelming, weil man die Power des Videos kannte. Ich würde das nicht überbewerten und niemals den „Normalo“ vergessen, der die Auftritte an dem Abend sieht und votet. Und der sich möglicherweise nichtmal mehr an Arcade erinnert, so blöd das klingen mag… 😀

  1. Es war ja auch die erste Probe und ich bin mir da ziemlich sicher, daß da nachjustiert wird, was bei den anderen Halbfinalisten nicht anders ist. Bei Deutschland wird das Urteil der Fan-Presse auf jeden Fall vernichtend sein.

  2. Die Schweiz wird ins Finale kommen und dort auch gut abschneiden, meiner Meinung nach. Und es freut mich total, dass er den Song auch live gut rübergebracht hat. Aber als Sieger sehe ich ihn nicht. Ich finde, der Song orientiert sich doch ein bißchen zu sehr an „Arcade“. Selten haben zwei Titel ähnlicher Machart hintereinander gewonnen.

  3. Ach Matty – lass doch einfach Deine Kommentare zu Deutschland – wir wissen es langsam …. by the way …. auch für die Schweiz würde ich mich sehr freuen …… aber bisher sehe ich ganz klar Bulgarien als Gewinner …. das war einfach WUNDERSCHÖN und wirklich gut gesunden – RESPEKT 😉

  4. Je höher die Erwartungen desto weniger Luft für große Lobeshymnen. Das haben die Reaktionen auf ACH nun wohl eindeutig bewiesen.

  5. Da ist aber viel Meckern auf hohem Niveau dabei. Das wichtigste ist, seine Gesangsleistung hat gestimmt. Er bleibt im Rennen. Danke für das schnelle Hochladen des Videos und die gesamte Berichterstattung aus Rotterdam und dem Home Office.

  6. Ich finde mit sphärischer dunkler Atmosphäre und einem ruhigen Interpreten ohne Tanz und Bewegung, auch gerne am Klavier, würde der Schweizer mehr Menschen erreichen. Ein cooler Flug durchs Universum im Hintergrund wäre auch cool. Naja, mir ist es eigentlich egal, da der Song mich eh nicht catcht. Aber es spiegelt sich jetzt auch in den Kommentaren das es nicht so optimal rüber kommt…

  7. Hallo zusammen. Ich wollte mich nur mal melden. Mir geht es gut. Ich poste im Moment nur so wenig weil mich die ganzen Artikel in der Fülle der Zahl einfach überfordern. Ich lese die Artikel gerne gründlich durch und wenn dann soviel kommen schaffe ich das nicht alle zu lesen wenn ich noch arbeiten muss. Morgen hab ich nochmal Nachtschicht und dann hab ich 4 Tage frei und mehr Zeit zum lesen und schreiben.
    Ich muss aber mal sagen das das ESC Komoakt Team hier gute Arbeit leistet

  8. Gjons Kostüm sieht aber eher aus wie das eines noch im Schrank befindlichen tschechoslowakischen Eiskunstläufers der frühen 80er , der bislang noch nie einen Dreifachsprung sauber gestanden hat und deshalb auf die B-Note setzen muss,

    • kriegste ein imaginäres like für – die bollerbuchse ist besonders krass.
      samanta kriegt übrigens auch richtig lack wegen dem eigentlich ganz schicken kleid – wurde hier ja auch schon von höchster stelle mit „joy flemming grün“ ge(t)adelt. 😀

  9. Höre gerade die ESCK-Nachbesprechung des heutigen Tages. Wenn ich Benny über die Schweiz so zuhöre, wird mir ganz dystopisch ums Herz …

      • Viele halten mich ja für einen Balladenfan, aber momentan mag ich „Popular“ tatsächlich lieber als „Tout l’univers“ … aber das kann sich ja noch ändern.

      • Die Anspielung war eigentlich auf „Every Minute“ gedacht^^
        Ach bald kommst du bestimmt an die Stelle in der Besprechung, wo Douze Points einen meiner Kommentare zitiert^^

      • Ach so, stimmt, das war ja dieses jahr im MF. War mein 2. Platz. 🙂
        Wir sind schon bei Dänemark. Habe ich den Kommentar verpasst?

      • Mit den wenigen Vorentscheiden dieses Jahr wird es beim SCC ein Hauen und Stechen geben.

      • Ich habe bisher erst 2 x an Contests hier teilgenommen und bin beide Male mit Liedern, die ich wirklich mag bzw. liebe, in der ersten Runde rausgeflogen. Discodamen aus Estland könnten meine Statistik demnach nur verbessern …

      • Ich hab zweimal teilgenommen mit Liedern aus Schweden, einmal hat es fürs Finale gereicht und einmal war es ein Erstrundenaus.
        Aber ob diese Diskodamen, deren Namen ich aufgrund der vielen Ü nicht traue zu schreiben, deine Statistik aufbessern würden, wage ich zu bezweifeln.

      • Eric Saades Song wurde in meinen Gruppen gehasst von vielen, lediglich ich und jemand anderes hatten den Song als Gewinner. Wird definitiv auf meiner SCC-Auswahlliste landen! 🙂

  10. @ Flo, jetzt kommt wieder der nervige Maltaexperte: Valletta 2022 wäre auch nicht möglich, wenn Destiny gewinnt. Dort gibt es nur das wunderbare Teatru Manoel aus dem Jahr 1732 und die kleinen Veranstaltungsräume im Kulturzentrum Saint James Cavalier. Ein ESC auf Malta könnte nur, wie schon der JESC 2014, in dem Hafenstädtchen Marsa (Malta Shipbuilding) oder unter freiem Himmel im Stadion von Ta‘ Qali ausgetragen werden.

    • So, du Superschlaumeier, dann schau doch mal nach, wo genau der JESC 2016 und diverse maltesische Vorentscheide stattfanden: in VALLETTA!

      • Ja, für den JESC hat das gereicht. Das Mediterranean Conference Centre, wo der JESC 2016 stattfand, ist das ehemalige Krankenhaus der Johanniter aus dem 16.-17. Jh. Da passen höchstens 500-1000 Menschen rein, und es darf dort auch nichts umgebaut werden, weil das Gebäude zum UNESCO Welterbe gehört. Wenn es um Malta geht, kannst Du mir schon glauben, weil ich dort gelebt habe und den Inselstaat jedes Jahr besuche, außer 2020 wegen Corona.

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