
Luxemburg bleibt sich seit dem ESC-Neustart im Jahr 2024 treu: Auch der diesjährige Beitrag wurde über den Luxembourg Song Contest ausgewählt. Der nationale Vorentscheid etabliert sich seit dem Comeback des Landes und wurde auch dieses Jahr wieder als große TV-Show in Szene gesetzt. Bereits im Sommer 2025 konnten Künstler*innen ihre Songs einreichen, dabei gingen insgesamt 83 Beiträge von 58 Acts ein, aus denen schließlich acht Finalist*innen ausgewählt wurden.
Das Finale fand am 24. Januar 2026 in der Rockhal in Esch-sur-Alzette statt und folgte dem klassischen ESC-System: 50% Jury-Wertung, 50% Publikumsvoting. Schon seit der Veröffentlichung der Songs zeichnete sich ab, dass ein Beitrag besonders heraussticht: „Mother Nature“ von Eva Marija. Am Ende setzte sie sich deutlich durch und überzeugte sowohl die internationalen Jurys als auch das Televoting mit großem Vorsprung.
Eva Marija hat slowenische Wurzeln, ist jedoch in Luxemburg aufgewachsen. Der vollständige Name der Newcomerin lautet Eva Marija Kavaš Puc. Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch Violinistin – was sich natürlich auch in ihrer ESC-Performance widerspiegelt. Eva Marija hat bereits mehrere Singles herausgebracht, vor dem ESC jedoch noch keinen größeren Hit gelandet.
Das Lied
Die Geschichte des Songs „Mother Nature“ begann in einem internationalen Songwriting-Camp. Dort arbeitete Eva Marija gemeinsam mit bekannten ESC-Songwritern wie Julie Aagaard und Thomas Stengaard an dem Titel. Diese internationale Handschrift merkt man dem Song auch deutlich an: Er ist auf den Wettbewerb zugeschnitten, radiotauglich und international verständlich. Übrigens ist „Mother Nature“ der erste luxemburgische ESC-Beitrag überhaupt, der komplett auf Englisch gesungen wird.
„Mother Nature“ bewegt sich im Pop-Bereich, kombiniert aber spirituelle Elemente mit einem klaren sich wiederholenden Refrain. Inhaltlich geht es um Selbstfindung, Heilung und die Verbindung zur Natur – eine Art innerer Reset, der durch Naturbilder erzählt wird. Zeilen wie das „Wurzeln schlagen im Schlamm“ oder das „Heilen durch die Natur“ ziehen sich durch den Song. Der Song hat einen ruhigen, atmosphärischen Aufbau, der sich dann in den mantraartigen Refrain steigert.
Kurz nach Eva Marijas Sieg beim Luxembourg Song Contest gab es Diskussionen über mögliche Ähnlichkeiten zu dem Lied „Keeping Your Head Up“ von Birdy. Diese wurden von der EBU jedoch geprüft und letztlich als unproblematisch eingestuft.
Eva Marija startet mit „Mother Nature“ von Startplatz 4 im 2. ESC-Halbfinale am 14. Mai.
Der Check
Song: 4/5 Punkten
Stimme: 3/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten
Laureen: Zu Beginn: Ich mag Emmelie de Forest und bin ihren Songwritern auf Ewig dankbar. Trotzdem kann ich anerkennend feststellen: Die Geschichte ist auserzählt. Leider kramt Luxemburg aber genau diese Emmelie-de-Forest-Story in diesem Jahr erneut aus. Inklusive Songwriter Thomas Steengard (der dieses Jahr auch andere nicht so prickelnde Lieder im Rennen hat). Normalerweise bin ich SEHR gut darin, mir Beiträge schönzuhören. Bei „Mother Nature“ ist es leider genau umgekehrt. 4 Punkte
Manu: Ein Lied, das niemandem weh tun dürfte (sieht man einmal von den stimmlichen Qualitäten im Vorentscheid ab). Dazu noch eine gute Aussage, ein schönes Staging – und eine weitere unnötige Geige. Insgesamt kommt „Mother Nature“ so brav und glatt rüber, dass es mir ohne wirklichen Halt durch die Hände und Ohren flutscht. 3 Punkte
Marcel: Wie. Schade. Ich saß selbst im Publikum bei Luxemburgs ESC-Vorentscheid und es hätte zumindest lustigere Optionen gegeben als „Mother Nature“. Der Song von Birdy de Forest ist leider viel zu langweilig, als dass er irgendwelche Emotionen hervorrufen könnte. Doppelt bitter für Eva Marija: Erstens kann sie ihr großes Vorbild Alexander Rybak nicht beim ESC treffen und zweitens wird sie Luxemburgs 100-Prozent-Quote an Finaleinzügen crashen. 2 Punkte
Max: Es ist sehr, sehr schwierig für mich hier nicht dauernd den Song von Birdy zu hören. Abgesehen von diesem Vergleich ist das ein sehr guter Radio-Song, der auch ziemlich im Ohr bleibt. Dann ist Eva auch noch eine sehr sympathische Performerin, das scheint wohl ein Trend in Luxemburg zu sein. Als Gesamtpaket kommt es bei mir nicht über „Mittelmaß“ hinaus. 6 Punkte
Peter: Ein Track, der früh nominiert wurde, den ich mir also längst schöngehört habe. Eva Marija ist cute und sympathisch und der Refrain lädt ein zum Mitsingen und Mitwippen. Das vorausgeschickt hat dieser unaufgeregte Midtempo-Song aber keine Gewinnervibes. Rund um den eingängigen Chorus strahlt „Mother Nature“ eine unaufdringliche Müdigkeit aus, so als würde man beim Yoga ungewollt einschlummern. 4 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Bennet: 5 Punkte
- Benny: 7 Punkte
- Berenike: 7 Punkte
- Douze Points: 4 Punkte
- Giulia: 5 Punkte
- Rick: 3 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 50/132 Punkten
Beim ESC-kompakt-Index landet „Mother Nature“ auf Platz 18.
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
Zweites Halbfinale
- Armenien: „Paloma Rumba“ von SIMÓN
- Aserbaidschan: „Just Go“ von JIVA
- Bulgarien: „Bangaranga“ von DARA
Bereits gesetzt für das Finale
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Luxemburg scheint seit ihrem Comeback immer das Kunststück zu vollbringen, jedes Jahr aufs Neue ein nettes Poplied von einer sympathischen Sängerin zu schicken, mal mehr, mal weniger mit französischem Anschlag. Und ich muss sagen, dass ich ihre Beiträge auch jedes Jahr ganz gut finde, zumindest nach einiger Zeit. So war es auch bei Mother Nature, dem „internationalsten“ aus der Reihe.
Der LSC konnte dieses Jahr vor allem mit Unterhaltung als mit Qualität begeistern, wobei uns ikonische Werke wie Sweet Tooth oder I’m the Martian „geschenkt“ wurden.
Dazu hatten sie meiner Meinung nach eine richtige Perle im Angebot, die dann aber vom Publikum verschmäht wurde… Mehr dazu dann beim SCC.
Mother Nature war wohl am Abend das beste Gesamtpaket und Eva Marija schafft es durch ihre sympathische Art, sofort mit dem Publikum zu connecten. Dabei hilft zudem der simple und eingängige Aufbau des Liedes, das wir in verschiedenen Variationen auch alle schon mal irgendwo gehört haben.
Das stört mich nicht unbedingt, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass das Lied etwas weniger Scandi-Pop beinhalten und mehr auf die Schiene setzen würde, auf der Eva Marija davor unterwegs war.
Denn an einer interessanten und ausdrucksvollen Stimme mangelt es ja nicht. Andere Lieder aus ihrer Diskografie laufen sogar recht oft bei ihr, wahrscheinlich sogar öfter als der richtige ESC-Song. Die ALBM-Version von Mother Nature im Folk-Style zeigt jedenfalls, was hätte sein können. Wenn das Lied schon von der Natur handelt, dann hätte ich mir da auch ein etwas mehr entsprechendes Feeling gewünscht, wenn ihr wisst, was ich meine.
Wäre das zweite Semi nicht so unberechenbar, würde ich ihr gar nicht so schlechte Chancen ausrechnen, da genau so ein einfaches, nettes Poplied zwischen vielen ausgefallen Beiträgen auffallen kann. Mit Startnummer 4 wird das aber nicht ganz einfach und es könnte für viele auch einfach zu inoffensiv sein.
Nach einer Schönhörphase kommt der Song mittlerweile auf Platz 17 mit 5,5/10 Punkten.
Für alle die interessiert sind, verlinke ich hier noch ein anderes Lied von Eva Marija, das weniger nach ESC und mehr „handgemacht“ klingt ( Song ab 1: 25) :
Ich finde es sehr schade, dass ein Teil der Blogger mit der Birdy-Plagiats-Keule schwingen, zuvor aber bei FELICIA offenbar sehr wohlwollend drüber hinweg geschaut haben. Hier wird in meinen Augen definitiv mit zweierlei Maß gemessen, auch wenn man immer konstatieren muss, dass Geschmäcker verschieden sind und der eine Song gefällt und der andere nicht. Ich mag an „Mother Nature“ die melancholisch-positive Stimmung und vor allem Eva Marijas Ausstrahlung. Die Nummer an sich mag generisch sein, aber ich kaufe ihr den Song ab. Bei mir kommen so 7,6/10 Punkte zusammen.
Mein Ranking
Semi 2:
7. Eva Marija – Mother nature 🇱🇺
—————————————
11. SIMÓN – Paloma Rumba 🇦🇲
14. DARA – Bangaranga 🇧🇬
15. JIVA – Just Go 🇦🇿
Finale (Gesamtranking):
3. Linda Lampenius x Pete Parkkonen – Liekinheitin 🇫🇮
6. Noam Bettan – Michelle 🇮🇱
8. Tamara Živković – Nova zora 🇲🇪
10. Lion Ceccah – Sólo quiero más 🇱🇹
11. LELEK – Andromeda 🇭🇷
13. Eva Marija – Mother nature 🇱🇺
14. FELICIA – My System 🇸🇪
15. Bandidos do Cante – Rosa 🇵🇹
18. Sal Da Vinci – Per sempre sì 🇮🇹
19. Bzikebi – On Replay 🇬🇪
20. ESSYLA – Dancing On The Ice 🇧🇪
23. Sarah Engels – Fire 🇩🇪 (insgesamt Platz 25)
24. Akylas – Ferto 🇬🇷 (insgesamt Platz 26)
—————————————
26. SIMÓN – Paloma Rumba 🇦🇲 (eigentlich Platz 23)
28. Alicja – Pray 🇵🇱
30. Senhit feat. Boy George – Superstar 🇸🇲
31. DARA – Bangaranga 🇧🇬
32. JIVA – Just Go 🇦🇿
33. Satoshi – Viva, Moldova! 🇲🇩
34. Vanilla Ninja – Too Epic To Be True 🇪🇪
35. LAVINA – Kraj mene 🇷🇸
Mein Tipp: insgesamt finde ich das zweite Semi etwas schwerer einzuschätzen und gehe bei dem luxemburgischen Beitrag von einem Borderliner aus. Wenn sie es schafft, dann wird so eher im hinteren Mittelfeld landen.
in der kategorie „song“ kriegt dieser titel dopelt so viele punkte wie „per sempre si“?! was wird hier geraucht?! 🙂
Naja, einige Blogger sind in Amsterdam gewesen …
keine Schuhe, keine Punkte!
JoBi und sein Gehirn: Folge 21 – Luxemburg
Erster Eindruck:
🧑🦱 Das Lied ist so lala.
Zweiter Eindruck:
🧑🦱 Das Lied klingt wie eine ganz normale Radiopop Nummer
🧠 Könnte der Jury gefallen.
🧑🦱 Ob man die ganze Zeit beim Auftritt die Geige sieht, da man am Anfang ein Saitenzupfen hört?
Beim Auftritt:
🧑🦱 Ist ok. Und schade das man die Geige nicht die ganze Zeit sieht.
🧠 Hauptsache beim Solo.
Fazit:
🧑🦱 Platz 21 – 25 im Finale
🧑🦱 Platz 21 in meinem Ranking.
Wird schwer mit dem Finale! Der Song befindet sich bei mir auf platz 30.
Peter kann ja richtig böse sein 🙂
Wo er recht hat, hat er recht.
Wenigstens kann man bei diesem Beitrag eindeutig sagen, dass selbst Deutschland noch besser ist.
Ein nettes Lied, nicht mehr und nicht weniger. Finale könnte möglich sein wird aber diesmal schwierig für Luxemburg.
klares semiaus für luxemburg außer der gott der kopierkatzen läßt milde gnade walten.😼
der refrain ist catchy aber eben auch geklaut.
der rest vom song finde ich nicht gut.