
Das nächste deutschsprachige Land ist dran: Nur zwei Tage nach Luxemburgs Song für den Eurovision Song Contest 2026 nehmen wir heute die Schweiz unter die Lupe. Genauer gesagt werfen wir im heutigen Songcheck einen Blick auf die Künstlerin Veronica Fusaro, die mit „Alice“ in Wien ins Rennen geht. Sie startet dabei im zweiten Halbfinale an siebter Stelle.
Veronica Fusaro wird in wenigen Tagen 29 Jahre alt, stammt aus Thun und ist schweizerisch-italienischer Herkunft. Sie ist Pop/Rock- und Soul-Sängerin sowie Songwriterin. Schon im Jahr 2014 nahm Veronica an der zweiten Staffel von The Voice of Switzerland teil und erreichte die Knockouts im Team von Stefanie Heinzmann. 2016 wurde sie beim „Demo of the Year“ der Demotape Clinic entdeckt und vom Radiosender SRF 3 als „Best Talent“ ausgezeichnet.
Inzwischen konnte die Musikerin europaweit Bühnenerfahrung sammeln. Zu ihren bisherigen Karrierehighlights zählen Auftritte beim Glastonbury Festival 2019, als Support von Mark Knopfler im Amphitheater von Nîmes und bei den Swiss Music Awards, bei denen sie auch in diesem Jahr erneut eingeladen war (siehe Aufmacherbild). Im Zuge ihrer ESC-Promo war Veronica vergangenes Wochenende zudem in der TV-Show Happy Day auf SRF 1 zu sehen. Dabei präsentierte sie ihren Beitrag „Alice“ zum ersten Mal live im Fernsehen.
Der Schweizer Beitrag für Wien wurde aus 493 Einreichungen ausgewählt. Die SRG SSR geht seit nunmehr acht Jahren den Weg der internen Auswahl – also einer ohne öffentliche Vorentscheidung. An der diesjährigen Wahl waren erneut internationale Zuschauer*innen sowie eine Fachjury beteiligt. Die Entscheidung wurde zu gleichen Teilen von beiden Jurygruppen getroffen.
Das Lied
Im vergangenen Jahr veröffentlichte Veronica Fusaro bereits ihr zweites Studioalbum mit dem Titel „Looking For Connection“. Auf diesem befindet sich unter anderem die Blues-/Poprock-Nummer „Alice“. Für ihre ESC-Bewerbung hat Veronica den Song jedoch überarbeitet und wurde mit dieser Version im internen Prozess ausgewählt, um die Schweiz in Wien zu vertreten. Geschrieben wurde „Alice“ von Charlotte McClean und Veronica selbst.
Im Schweizer Beitrag geht es um eine Obsession, die zwar leise, aber intensiv ist. Es wird die Anziehung zu einer gewissen „Alice“ besungen. Alice erwidert diese Gefühle jedoch nicht, was der Person, die von ihr besessen ist, jedoch egal zu sein scheint. Diese Person könnte ein Mann sein, der Alice am Ende sogar heiratet – diese Geschichte erzählt zumindest das offizielle Musikvideo. Hier ist Veronica Fusaro stille Beobachterin auf der Hochzeitsfeier.
Veronica hat in Interviews bereits bestätigt, mit der Nummer Tabuthemen wie emotionale Gewalt und Stalking eine Bühne geben zu wollen. Der Text beruht zwar nicht auf einer wahren Begebenheit, doch die Problematik habe Veronica schon mehrfach im Bekanntenkreis mitbekommen. Auf der Bühne wird die Musikerin vermutlich ihre E-Gitarre dabei haben. Sie möchte zudem das Thema mit Hilfe des Stage Directors Fredrik „Benke“ Rydman visuell verdeutlichen. Rydman war schon für Nemos ESC-Performance zu „The Code“ verantwortlich.
Veronica Fusaro tritt mit „Alice“ für die Schweiz im zweiten ESC-Halbfinale am 14. Mai auf Startplatz 7 an.
Der Check
Song: 3,5/5 Punkten
Stimme: 4/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 2/5 Punkten
Douze Points: Veronica Fusaro besetzt beim Wettbewerb in Wien eine weitgehend leere Genre-Nische. Ich mag tatsächlich ihre Stimme. E-Gitrarren-Solos sind hingegen nicht so meins. Ich habe große Zweifel, dass das außer ein paar Juroren viele Zuschauer*innen überzeugen wird. 5 Punkte
Laureen: Ich grüße eine meiner engsten Freundinnen: Alice. Eine Italienerin, die ich in Litauen kennengerlernt habe. Das ist Europa! Anyways, erst war ich leider etwas enttäsuscht, auch wenn Veronicas Stimme für mich durchaus eine innere Umarmung ist. Musikalisch mag ich die Stilwechsel: Von Walzer zu Gitarre – das fetzt. Pluspunkte gibt es thematisch. „Alice“ thematisiert Gewalt an Frauen (physisch, psychisch, Kontrolle) und das anhand von Protagonistin Alice. Das packt mich. 7 Punkte
Manu: Ich merke, wie ich immer wieder versuche, dass mir das Lied „Alice“ besser gefällt, als es das wirklich tut. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich Veronica als Person saucool finde. Bluesiger Rock gehört aber wahrlich nicht zu meinem liebsten Musikgenre und „Alice“ klingt für mich nach einem Albumtitel, der eigentlich nie als Single veröffentlicht werden sollte. Momentan fehlt mir leider auch die Fantasie, wie Veronica damit ins Finale kommen sollte, aber ich lass mich gern überraschen. 2 Punkte
Marcel: Die Schnittmenge an Songs, die sowohl Stefan Raab als auch mir gefallen dürften, ist wahrscheinlich gering. Sie besteht aus „Alice“ von Veronica Fusaro – einem Song, der auch in jedem „Chefsache ESC“-Finale hätte aufgeführt werden können. Für den ESC ist der Albumtitel sehr untypisch, was möglicherweise auch nicht so viel Erfolg verspricht. Aber ich finde sowohl Thema und Melodie des Songs als auch das Charisma der Sängerin sehr ansprechend. 6 Punkte
Rick: Es ist vollkommen klar, dass „Alice“ in der ESC-Community wenig Anklang findet. Der Song schreit kein bisschen „ESC“ und ist alles andere als Mainstream. Aber genau DAS mag ich daran! Es ist eine authentische Nummer, die für Vielfalt in Wien sorgen wird. Ich finde Veronicas Ausstrahlung weltklasse und die Nummer hat Ecken und Kanten, ist aber dennoch eingängig. Auch wenn die Schweiz bei mir damit nicht gaaanz vorne mitspielt, ist das ein super Beitrag mit wichtiger Thematik! 8 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Bennet: 4 Punkte
- Benny: 4 Punkte
- Berenike: 8 Punkte
- Giulia: 2 Punkte
- Max: 3 Punkte
- Peter: 1 Punkt
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 50/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Alice“ auf Platz 30.
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
Zweites Halbfinale
- Armenien: „Paloma Rumba“ von SIMÓN
- Aserbaidschan: „Just Go“ von JIVA
- Bulgarien: „Bangaranga“ von DARA
- Luxemburg: „Mother Nature“ von Eva Marija
- Rumänien: „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu
Bereits gesetzt für das Finale
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Ich finde den Song schon sehr stark, kann aber verstehen, dass es nicht jedermanns Geschmack ist. Das Thema finde ich wichtig, aber kommt in Kombination mit dem Video irgendwie nicht richtig rüber. Ich hoffe auf ein deutlich besseres Staging!
🇷🇸: 1
🇲🇩: 2
🇭🇷: 6
🇲🇪: 7
🇹🇩: 8
🇨🇭: 10
🇱🇺: 11
🇸🇪: 12
🇬🇪: 15
🇮🇹: 16
🇧🇪: 18
🇩🇪: 19
🇵🇹: 20
🇫🇮: 23
🇵🇱: 24
🇱🇹: 25
🇧🇬: 26
🇬🇷: 29
🇦🇲: 30
🇪🇪: 32
🇸🇲: 33
🇮🇱: 34
🇦🇿: 35
Peter :O
Wunderbare, ehrlich Musik. tolle Stimme, starke Frau. Bewertung gewisser ESC Kompakt Blogger ist nicht ganz nachvollziehbar. Warum nur 1Punkt?Der ESC soll sich doch auch weiterentwickeln. Ich liebe dieses Lied ❤️🇨🇭
Auffälligkeit Nr. 1:
Die Teilnehmerin 2025 Zoë Më ist mit dem Song angetreten, mit dem sie 2024 in der internen Selektion Nemo unterlegen war. Die Teilnehmerin 2026 Veronica Fusaro war ihrerseits 2025 Zoë Më unterlegen. Damals war sie mit dem Song „Slot Machine“ im Rennen, der meines Erachtens eher ESC-geignet gewesen wäre. Dass zum zweiten Mal hintereinander der Plan B des Vorjahres gewählt wird, zeigt deutlich, dass in der Schweiz nicht genügend ESC-geeignete Musik nachkommt. Da kann der Auswahlprozess noch so gut sein. Man sollte den Inhalt halt auch mit Brauchbarem anreichern.
Auffälligkeit Nr 2.:
Veronica Fusaro hat selbst gesagt, dass sie sämtliche Songs aus dem Album für die Auswahl eingereicht hat, die nach dem 1. September veröffentlicht wurden. Dies zeigt noch deutlicher, dass sich die Lust am ESC in der Schweizer Musikstene offenbar arg in Grenzen hält, da niemand explizit für diesen Wettbewerb etwas komponieren möchte. Da läuft etwas in eine verkehrte Richtung.
Nun zum Song: Veronica braucht eine Top5-Platzierung bei den Jurys, um eine Chance aufs Finale zu haben. Schwierig aber nicht unmöglich.
🤔 Interessant – ich hatte ja vor geraumer Zeit schon einmal geschrieben, daß das Schweizer Auswahlprozedere auf mich eher den Eindruck macht, als würde eine Interpretenliste abgearbeitet …
Und genau diese Liste wird immer mehr durch die unteren Ligen der Schweizer Musikszene gefüllt. Man kann es ihnen auch nicht verübeln, wer will schon mit einem Sender zusammenarbeiten, der nun mindestens für 5 Jahre nicht mehr gewinnen möchte.
Da waren knapp 500 Songs zur Auswahl. Ich beneide die Verantwortlichen nicht, die sich durch diese Musik hören mussten. Denn wenn alles mit rechten Dingen zu und herging müssten ja alle anderen Songs schlechter als „Alice“ gewesen sein. Ich will nicht wissen, was da noch für ein Gejodel dabei war.
🎈 🎈 🎈 🧺 🎈 🎈 🎈
Die Schweiz bringt dieses Jahr eine herrlich unaufgeregte Atempause. Das gehört eigentlich belohnt, allerdings sehe ich nicht wo die Punkte herkommen sollten. Mein Platz 24.
Wie atmest du denn bei den anderen Beiträgen? 😅
Ich und die Schweiz finden wohl nicht mehr zusammen. Seit Gjon’s Tears fand ich keinen Beitrag wirklich gut. Dann muss ich wohl auf 2027 hoffen.
Mir hat sogar seit Luca keiner gefallen
Schweiz letztes Jahr mag ich sehr – ist für mich der beste Beitrag seit 1993
Ich fand’s beim ESC ganz nett, ist mir aber nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben.
Prügelt sich bei mir mit 1972 um den ersten Platz auf meiner Schweiz-Liste …
Wo ist da Gunvor?
😱
Finde ich ziemlich belanglos
Haha, lass sie Letzte sein.
Luca find ich wiederum auch nur mittelmäßig. Sebalter find ich gut, sonst fällt mir spontan keiner ein
Ich liebe den Song, ich mag die ruhige Melodie, dann die Gitarre und der Text ist super. Durfte Veronica letzte Woche live sehen, eine gute Sängerin und sie war so lieb im Gespräch 🥰
Mein Platz 3 des Jahres!
hm … trotz herrlichem Gitarrensolo, nicht meins. Sperriger, altbackener Song. Keine Finalqualifikation. Die Schweiz will wohl nicht schon wieder gewinnen, was solls?