
Zypern bleibt sich auch zum Eurovision Song Contest 2026 in Wien treu und setzt erneut auf eine interne Auswahl – ein Weg, den der zyprische Sender CyBC in den letzten Jahren etabliert hat. Bereits im Herbst 2025 begannen Gespräche mit verschiedenen Künstler*innen und Produzent*innen, wobei Gerüchten zufolge klar war, dass man weiterhin auf international anschlussfähigen Pop setzen möchte. Die Entscheidung fiel schließlich auf Antigoni.
Antigoni Buxton, wie die Sängerin mit vollem Namen heißt, ist alles andere als eine Unbekannte. Sie wurde in London geboren, hat aber zyprische Wurzeln und bewegt sich seit Jahren zwischen britischer Popkultur und der Heimat ihrer Eltern. Einem breiteren Publikum wurde sie durch ihre Teilnahme an der TV-Show Love Island bekannt, was ihr eine gewisse Aufmerksamkeit verschafft hat. Musikalisch ist sie jedoch schon länger aktiv und hat sich mit mehreren Singles im Pop- und Dance-Bereich etabliert. Ihr Performance-Stil lebt von ihrer offenen, lebensfrohen Art, die sie auch im Reality-TV beliebt gemacht hat.
Das Lied
Der Song „JALLA“ wurde Anfang 2026 offiziell präsentiert und stammt von Antigoni selbst und einem internationalen Songwriting-Team bestehend aus Charalambous Kallona, Claydee Lupa, Connor Mullally-Knight, Demetris Nikolaou, Paris Kalpos und Trey Qua. Antigoni soll bereits eineinhalb Jahre zuvor angefangen haben, an dem Lied zu schreiben, und später Hilfe bei der Produktion bekommen haben. Der Titel selbst greift mit „JALLA“ einen Begriff aus dem zyprischen Dialekt des Griechischen auf, der mit „mehr“ zu übersetzen ist.
Der Song selbst ist ein klassischer zyprischer ESC-Beitrag im besten Sinne: „JALLA“ kombiniert Dance-Pop mit orientalischen und mediterranen Einflüssen und setzt stark auf Rhythmus und Wiedererkennungswert. Schon die ersten Sekunden machen klar, in welche Richtung es geht: ein eingängiger Beat und eine eingängige Hook. Inhaltlich dreht sich der Song um Loslassen, Lebensfreude und das Gefühl, im Moment zu leben und dennoch „mehr“ zu fordern.
Der Song ist ein sogenannter „Crowd-Pleaser“. Die Stärken liegen klar in der Eingängigkeit, der internationalen Verständlichkeit und der starken visuellen Umsetzbarkeit. Zypern setzt zudem meist auf eine aufwendigere Inszenierung beim ESC. Man darf gespannt sein, wie „JALLA“ hier umgesetzt wird.
Antigoni tritt mit „JALLA“ für Zypern im zweiten ESC-Halbfinale am 14. Mai 2026 auf Startplatz 8 an.
Der Check
Song: 4/5 Punkten
Stimme: 3/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 4/5 Punkten
Douze Points: Zypern liefert. „JALLA“ spielt wunderbar mit folkloristischen Elementen des Landes und verbreitet eine positive Stimmung. Der Song ist mir dabei fast zu abwechslungsreich und schafft es leider nicht, bei mir die Energie und Begeisterung durchgängig hochzuhalten, so wie man es von früheren Bangern in diesem Genre auch von Zypern gewohnt ist. Daher leider Abzüge in der B-Note. 8 Punkte
Giulia: Gute Laune pur. Urlaubsfeeling trifft Partyfeeling. Immer wenn der Refrain Fahrt aufnimmt, kann ich nicht anders als mitzutanzen und mitzusingen. Schade, dass das Lied sich hinten raus nicht noch einmal steigert. Ansonsten ein Top-Beitrag, der weit oben landen wird. 8 Punkte
Marcel: Beim Auf-dem-Tisch-tanzen bitte aufpassen, nicht auf einer Orange auszurutschen! Das Musikvideo ist schön und zeigt Zypern von seiner traditionellen Seite. Der Song selbst ist austauschbar und hinterlässt bei mir kein ausgeprägtes Sommer-Gefühl. Wenn „JALLA“ tatsächlich „mehr“ bedeutet, hätte ich mir leider etwas mehr Wumms gewünscht. 4 Punkte
Max: Ein Beitrag, wie ihn auch nur Zypern bringen kann – und dafür liebe ich ihn. Fusion zwischen ethnischen Elementen und klassischem ESC-Pop, dennoch klingt der Mix irgendwie frisch. Ich habe kurz gebraucht um ihn lieben zu lernen, aber es hat geklappt. Wird es der große Wurf für Zypern? Vermutlich nicht. Werden wir Fans Spaß hiermit haben? Auf jeden Fall! 10 Punkte
Rick: Ein absolut perfekter Beitrag. „JALLA“ ist eingängig, mitreißend und klingt sowohl zeitgemäß als auch landestypisch. Ich liebe zudem Antigonis Ausstrahlung und die sommerliche Grundstimmung der Nummer. Da passt alles für mich! Ich bin Fan. 12 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Bennet: 8 Punkte
- Benny: 8 Punkte
- Berenike: 8 Punkte
- Laureen: 8 Punkte
- Manu: 8 Punkte
- Peter: 12 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 94/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Jalla“ auf Platz 9.
Bisher erschienene Songchecks
Erstes Halbfinale
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
Zweites Halbfinale
- Armenien: „Paloma Rumba“ von SIMÓN
- Aserbaidschan: „Just Go“ von JIVA
- Bulgarien: „Bangaranga“ von DARA
- Luxemburg: „Mother Nature“ von Eva Marija
- Rumänien: „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu
- Schweiz: „Alice“ von Veronica Fusaro
- Tschechien: „Crossroads“ von Daniel Žižka
- Albanien: „Nân“ von Alis
- Australien: „Eclipse“ von Delta Goodrem
- Dänemark: „Før vi går hjem“ von Søren Torpegaard Lund
- Lettland: „Ēnā“ von Atvara
- Malta: „Bella“ von AIDAN
- Norwegen: „YA YA YA“ von JONAS LOVV
- Ukraine: „Rydnim“ von LELÉKA
Bereits gesetzt für das Finale
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