
Eine Teilnahme Spaniens am kommenden Eurovision Song Contest 2026 in Wien wird zunehmend unwahrscheinlich. In den vergangenen Tagen hatten mehrere spanische Medien berichtet, der ORF – also die österreichische Rundfunkanstalt und Gastgeber des ESC 2026 – bemühe sich hinter den Kulissen darum, Spanien und weitere Länder zum Mitmachen zu bewegen. Ziel dieser Gespräche sei es angeblich, die Länder zu überzeugen, auch dann am Wettbewerb teilzunehmen, falls Israel ebenfalls beim ESC vertreten ist. Diese Berichte hat nun jedoch der Präsident des spanischen Senders RTVE auf der Plattform X öffentlich dementiert.
Doch José Pablo López (Aufmacherfoto) hat nicht nur abgestritten, dass man in Kontakt zum ORF stehe, sondern auch gegen den österreichischen Sender ausgeteilt: In seinem kurzen Statement auf X betont López, dass sich der ORF-Präsident viel lieber mit dem israelischen Präsidenten treffe und damit die Politisierung des ESC bestätigt habe. Er schließt mit einer rhetorischen Frage und spricht damit einem entsprechenden Statement der Europäischen Rundfunkunion (EBU) die Subastanz ab: „War das nicht ein Festival, an dem nicht die Länder, sondern die Fernsehsender teilnahmen?“
Aquí no han llamado. El Presidente de la tv austriaca ORF sí ha estado reunido con el Presidente de Israel para que quede clara la politización del concurso.
¿Esto no era un festival en el que no participaban los países sino las televisiones? Eso decía UER.
Sin complejos. https://t.co/jdHobozEAS
— José Pablo López (@Josepablo_ls) November 19, 2025
Die sonst ESC-verrückten „Eurofans“ in Spanien stehen nahezu geschlossen hinter dem RTVE-Präsidenten und einem möglichen – und mittlerweile wahrscheinlichen – Rückzug Spaniens vom ESC 2026. Dies bestätigen auch die zahlreichen Kommentare, Retweets und Zitate auf X. Die soziale Stimmung in Spanien gerade im politisch linken Spektrum und damit auch die Regierung, sind für den Kurs von RTVE. Die Opposition teilt diese Meinung nicht – die Israel-beim-ESC-Frage geht in Spanien längst über den Wettbewerb hinaus.
Spanische Juroren geben irreguläres Verhalten zu
Erst vor einigen Tagen besuchte die Benidorm-Fest-Teilnehmerin Mel Ömana den spanischen Video-Podcast „Europov“, in dem sie zugab, in ihrer Funktion als spanische Jurorin beim ESC in Basel Israel von vornherein auf den letzten Platz gesetzt zu haben. „Ich hatte den Auftritt noch nicht gesehen, da habe ich das Mädel schon auf den letzten Platz gesetzt. Sie kann vielleicht nichts dafür, aber ihr Land schon“, so die kanarische Künstlerin. Zudem gab Mel Ömana zu, dass ein weiterer Juror ebenfalls so gehandelt habe.
Spanien gehört zu den kritischen Ländern, die angekündigt haben, nicht am ESC 2026 teilzunehmen, sollte Israel mitmachen dürfen. Dies steht konträr zu den Bestrebungen des ORF und der EBU aus dem Jubiläums-Contest den Wettbewerb mit den bisher meisten Teilnehmern zu machen. In einer offenen Diskussion der EBU-Mitglieder im Dezember soll die Frage um Israels Teilnahme geklärt werden.
Unabhängig von Spaniens ESC-Teilnahme wird der Vorentscheid Benidorm Fest 2026 weiterhin seinen Weg gehen: Bereits Anfang Dezember sollen Schnipsel der teilnehmenden Songs veröffentlicht werden, bis sie dann vor Weihnachten in voller Länge zu hören sein werden. Der Sieger-Act von Benidorm wird jedoch höchstwahrscheinlich dann nicht in Wien antreten.
Wie ist Eure Meinung zum Verhalten des spanischen Senders RTVE? Lasst es uns in den Kommentaren wissen! Bitte haltet euch jedoch bei jeglicher Debatte an die Netiquette.
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