Weniger ist mehr: Tschechien verändert Vorentscheid-Modus für 2023

Where are you now? haben We are Domi beim ESC in Turin für Tschechien im vergangenen Mai gesungen. Genau diese Frage hat man sich allerdings auch lange Zeit bezüglich der ESC-Teilnehmerliste für kommendes Jahr gestellt, wenn man an Tschechien dachte. Im Endeffekt haben unsere östlichen Nachbarn dann doch zugesagt und sind in Liverpool mit dabei. Seit heute wissen wir auch, wie der tschechische Beitrag 2023 gewählt wird.

Česká Televize hat jetzt auf den sozialen Netzwerken bekannt gegeben, dass man heute die Bewerbungsphase für potenzielle ESC-Songs offiziell eingeleitet hat. Bis zum 8. Dezember können sich interessierte Acts beim tschechischen Fernsehen bewerben, die das Land in Liverpool vertreten wollen. Allerdings wird der anschließend stattfindende Vorentscheid etwas kleiner ausfallen, als noch im vergangenen Jahr:

„Drei Finalist:innen werden für die nationale Auswahl ausgewählt und werden ihre Songs live vortragen. Der Gewinner der nationalen Auswahl wird von tschechischen und ausländischen Fans (durch Abstimmung in der offiziellen ESC-App) und einer Fachjury bestimmt. Weitere Informationen werden in den nächsten Tagen veröffentlicht.“

 

Warum genau man sich für nur drei Finalacts entschieden hat, ist nicht bekannt. In den vergangenen tschechischen Vorentscheidungen standen deutlich mehr Beiträge zur Auswahl, die – genau wie 2023 – durch einen Mix aus Jury- und Zuschauervotes bewertet wurden. We are Domi konnten in Turin das Finale für Tschechien erreichen, mussten sich jedoch mit Platz 22 zufrieden geben.

Česká Televize gibt zudem bekannt, dass man sich das Recht vorbehält, sowohl die nationale Auswahl, als auch die ESC-Teilnahme abzusagen, egal aus welchem Grund. Ob auch hier die Energiekrise als Grund angesehen werden kann und man daher nicht sicher weiß, ob finanziell wirklich alles hinhaut, ist nicht bekannt. Tschechien müsste der EBU im Falle einer verspäteten Absage laut den offiziellen Regeln jedenfalls eine gewisse Strafsumme bezahlen.

An der tschechischen Auswahl für den kommenden ESC dürfen alle Acts teilnehmen, die die tschechische Staatsbürgerschaft besitzen. Im Falle einer Band muss deren Leadsänger:in aus Tschechien stammen. Demoversionen der Titel dürfen ausdrücklich eingereicht werden und potenzielle Künstler:innen werden dazu aufgerufen, gleich mehrere Songs einzuschicken.

Wann die drei finalen Beiträge bekannt gegeben werden, steht noch nicht fest. Vergangenes Jahr wurde der Online-Vorentscheid von Tschechien bereits im Dezember ausgetragen. In der internationalen Jury waren bereits ESC-Acts wie Gjon’s Tears, Blind Channel oder auch 1994-ESC-Gewinner Paul Harrington. Seit Tschechiens Rückkehr zum ESC konnte das Land mehrmals das Finale erreichen und schaffte es dank Mikolas Josef 2018 sogar auf den sechsten Platz.

Was wünschst du dir für kommendes Jahr aus Tschechien? Magst du kleine ESC-Vorentscheide oder sind drei Songs zu wenig? Lass uns deine Meinung gerne da.


22 Kommentare

  1. Ich glaube in der Tat, dass finanzielle Gründe ausschlaggebend für die abgespeckte Version des tschechischen Vorentscheides sind.

    Da drei zur Auswahl stehende Songs tatsächlich sehr wenig sind, aber aufgrund enger finanzieller Spielräume keine andere Wahl blieb, glaube ich, dass bei jenen drei Songs das Qualitätsmerkmal einen sehr hohen Stellenwert erhalten wird.

    Die letzten Jahre haben die Tschechen (m/w/d) wie etwa mit Mikolas Josef oder Lake Malawi gezeigt, dass sie für coole und tanzbare Trends ein wirklich sensibles Gespür haben.

    Das wird auch beim jetzigen VE so sein. Und werden die Zeiten finanziell wieder besser, dann wird Tschechien bestimmt auch seinen VE wieder etwas umfangreicher ausrichten.

  2. Offenbar wird es einen Vorentscheid im TV geben. Da reduziert man natürlich kostspielige Sendezeit mit einem kleinen Starterfeld.

  3. Wenn wieder so schöne Sachen herauskommen wie Mikolas, We Are Domi oder Lake Malawi, soll mir die Sparversion recht sein. Immerhin informiert das tschechische Fernsehen, wenn auch unter Vorbehalt, während es hierzulande heißt: Frag‘ nicht so viel, zahl‘ deinen Beitrag und warte ab.

  4. Bei 3 Songs sollte man einfach den Televoting-Sieger gewinnen lassen. Für was braucht man dann noch eine Jury ? Kann man auch noch mal Kosten sparen.
    Sollte ein Song zwei Mal Zweiter werden kann er nicht gewinnen.
    Ich gehe mal davon aus, dass bei Punktegleichstand der Televoting-Sieger den Vorzug bekommt. Bei 6 verschiedenen Möglichkeiten des Punkteendstandes wäre dann in 5 Fällen der Televoting-Favorit der Gewinner. Der Jury-Favorit hätte noch eine gleiche Chance, wenn er von den Zuschauern an 2.Stelle gesetzt wird und die Juries den Televoting-Gewinner an letzte Stelle setzen. Aber wenn dann vielleicht 5 Jury-Leute den Zuschauerfavoriten noch verhindern kommt auch nicht gut. Bei 4 Songs gebe es noch die Möglichkeit eines Kompromiss-Siegers. Aber bei 3 geht es halt nicht.

      • Ja stimmt, und da haben wirklich die besten Songs gewonnen, was sich leider nicht beim ESC widergespiegelt hat.

      • Sehe ich nur teilweise so Gaby. 2006 Texas Lightning war klar der beste Song aber 2007 war Carolin Fortenbacher mit Hinterm Ozean für mich besser und hätte sicherlich besser abschneiden können beim ESC aber okay das ist spekulativ und Ansichtssache

      • @Thilo

        Carolin Fortenbacher war in der VE 2008, ja sie fand ich damals auch klar am besten. War echt sehr traurig, dass sie die VE nicht gewonnen hat.

      • Das war irgendwie das Dilemma des damaligen Wertungssystems. Es gab, so weit ich mich erinnern kann, 2008 ein „Superfinale“, in dem sich Caroline Fortenbacher und die No Angels gegenüberstanden.
        Und ich könnte mir vorstellen, dass vielen Leuten „Hinterm Ozean“ zu schlageresk klang, weshalb die Wertung eigentlich nicht „pro“ No Angels ausging, sondern eher „contra“ Caroline Fortenbacher.

        Dasselbe Problem gab es ja auch 2014, als sich Unheilig und Elaiza gegenüberstanden (wobei ich Elaiza auch klar besser fand). Aber die Stimmung war so eindeutig gegen Unheilig, dass man scheinbar für das „kleinere Übel“ gestimmt hat.

  5. Schade, ESCZ war im vergangenen Jahr mein Lieblingsvorentscheid. GIUDI fand ich absolut genial; We Are Domi, Annabelle und Elis Mraz waren auch toll. Hätte mir gewünscht, dass das Format in dieser Form bestehen bleibt.

  6. Bisher hat mich Tschechein beim ESC noch nicht so richtig überzeugt. Da waren zwar einige Beiträge dabei, die man gut hören kann, aber noch nichts, was es in meine Playlist geschafft hat. Allerdings habe ich ein paar Beiträge aus den Vorentscheiden der 00er-Jahre in meiner Playlist. Viel Glück!

  7. @Gaby: Ich glaube das war damals zwischen der Fortenbacher und den No Angels ganz knapp. Habe mich damals aber gefreut, das die No Angels gewonnen haben. Weil ich ihren Song besser fand. Singt Frau Fortenbacher wieder in Musicals? Seit dem habe ich nix mehr von ihr gehört.

    • Man muss auch fairerweise sagen, dass der Auftritt der No Angels bei der VE wesentlich ansprechender dargeboten wurde, als beim ESC.

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