Advent der besten DACH-ESC-Beiträge (7): „Feel alive“ – Fühl dich lebendig!

Wir haben Euch im letzten Monat nach Euren liebsten ESC- und Vorentscheidungs-Beiträgen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland gefragt – einen lieben Dank an dieser Stelle an alle, die dabei so fleißig mitgemacht und so insgesamt 154 unterschiedliche Beiträge in die Auswahl gebracht haben. Diese haben wir ausgewertet und präsentieren Euch nun Eure liebsten 24 Beiträge der sogenannten DACH-Länder – jeden Tag einen neuen. Bis Heiligabend!

 

Platz 18: DAWA – Feel alive (Österreich 2015 (Vorentscheidung))

Ja, Österreich gehört nicht wirklich zu den erfolgsverwöhnten Ländern beim Eurovision Song Contest. Zwischen dem Jahr 2000 und 2013 steht nur eine Platzierung unter den besten Zehn zu Buche – Alf Poiers überraschender 6. Platz mit der lustigen Nummer „Weil der Mensch zählt“ im Jahr 2003 wirkt schon fast ein wenig verwunderlich. Viermal schied Österreich schon im Halbfinale aus, erreichte – von Alf Poier abgesehen – als beste Platzierung den 18. Platz. Zwischen 2008 und 2010 nahm man nicht einmal mehr am ESC teil. Und plötzlich gewann Österreich nach interner Auswahl wie aus heiterem Himmel 2014 mit Conchita Wurst den Contest.

Da wollten sich die Verantwortlichen natürlich nicht lumpen lassen und stampften erneut einen Vorentscheid aus dem Boden und zwar mit einem neuem Konzept. In der ersten Runde traten 16 sehr unterschiedliche Musiker und Bands meist mit einem eigenen Lied an, aus denen eine Fachjury sechs auswählte. Unter den sechs Auserwählten befanden sich The Makemakes, Zoë mit dem wunderbaren „Adieu“, Sängerin Celina Ann, folkshilfe (deren Video zu „Seit a poa Tog“ bis heute 4 Millionen Aufrufe auf Youtube erreicht hat), die schillernde Band Johann Sebastian Bass und die akustisch aufspielende Folkband DAWA, benannt nach dem Nachnamen des Frontsängers John Dawa. Den so Ausgewählten wurden dann Coaches zur Betreuung an die Seite gestellt: The Boss Hoss, die Musikerin Anna F. und der Rapper Nazar.

In der zweiten Runde spielten die Teilnehmer einen Coversong und brachten zudem noch gemeinsam mit ihren Coaches ein zweites Lied auf die Bühne. DAWA entschied sich für „Bittersweet Symphony“ der britischen Gruppe The Verve und spielten danach mit The Boss Hoss den Titel „Saloon“. Auswirkungen hatte diese Show allerdings nicht, alle sechs Talente kamen in die 3. Show.

In dieser 3. Runde traten alle Acts mit zwei neuen Songs auf, die in Zusammenarbeit mit den Komponisten Julie Frost („Satellite“) und Jimmy Harry entstanden waren. Die Coaches suchten aus diesen Songs jeweils den Beitrag aus, der ins Finale gelangte.

Im Finale wurde der Sieger durch eine internationale Fachjury und durch Televoting ermittelt. Die Jury entschied sich dort mit knappen 4 Punkten Vorsprung für The Makemakes und ihr Lied „I Am Yours“ vor Zoës „Quel Fileu“ (siehe unten). Dritte wurden mit 79 Punkten DAWA. Die Zuschauer entschieden sich im Televoting mit klaren 51,15 % ebenfalls für The Makemakes. Auf dem zweiten Platz im Televoting gelangten jedoch weder Zoë (Platz 3) noch die bekannte Band folkshilfe (Platz 4) oder die auffälligen Johann Sebastian Bass (Platz 5) – die recht unscheinbaren DAWA wurden von den Zuschauern mit ihrem schönen „Feel Alive“ auf den zweiten Platz gesetzt.

Damit gelangten The Makemakes und DAWA ins Superfinale, das The Makemakes mit 78 % im Televoting aber klar für sich entscheiden konnten. „I Am Yours“ wurde ein Hit in Österreich und gelangte bis auf Platz 2 der Verkaufscharts. Leider legten The Makemakes beim Contest in Wien aber eine Bruchlandung mit ihrem brennenden Klavier hin und erhielten zusammen mit Ann Sophie bittere 0 Punkte im Finale.

Aber auch DAWA konnten mit Platz 9 die österreichischen Top 10 erreichen, ebenso gelangte ihr Album „Psithurisma“ in die Verkaufscharts.

2016 folgte das Album „Reach“ mit den Singles „Open Up“, „Speed of Light“ und „Put It Away“, über denen immer die prägnante und entfernt an Tracy Chapman erinnernde Stimme von John Dawa schwebte. Seitdem ist es leider etwas ruhiger geworden um DAWA. Sänger John ließ im letzten Jahr mit dem Soloprojekt „Munimuni“ nochmal von sich hören und veröffentlichte die elektronischeren Lieder „What Makes The World Go Around“ und „Masters of Our Time“.

Man darf gespannt sein, was es in Zukunft noch von DAWA oder John Dawa zu hören geben wird.

Und da ja gestern die mangelhafte Bebilderung angesprochen wurde – hier noch ein kleines Bilder der einzelnen Bandmitglieder mit Conchita Wurst:

Habt einen schönen Start in die Woche!

 

Die bisherigen Adventstürchen findet Ihr hier:
Platz 24: Timebelle „Apollo“ + Cesár Sampson „Nobody But You“
Platz 23: Ben Dolic „Violent Thing“
Platz 22: Mary Roos „Nur die Liebe lässt uns leben“
Platz 21: Max Mutzke „Can’t wait until tonight“
Platz 20: Katja Ebstein „Diese Welt“
Platz 19: Roman Lob „Standing Still“


17 Kommentare

  1. Wow, super, dass es einmal ein Song aus der österreichischen in den Adventskalender geschafft hat.😊
    „Feel alive“ gefällt mir besser als „I Am Yours“. Aber „Quel Filou“ ist ja mal zauberhaft.😍

    P. S. 2006 hat Österreich auch pausiert.

  2. Bitte zehnmal an die Tafel schreiben:

    Johann Sebastian Bass
    Johann Sebastian Bass
    Johann Sebastian Bass
    Johann Sebastian Bass
    Johann Sebastian Bass

  3. Interessant… die hatte ich überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Hätte hier aus Österreich eher Nadine Beiler mit ihrer Powerballade von 2011 erwartet.

  4. „Quel Filou“ ist wirklich ein toller Titel und besser als „Loin D’ici“ 😀 Es gibt übrigens auf YouTube eine rein französische und eine englische Audio und sie sind beide sehr gut! Dazu könnte ich euch jetzt wieder ein Staging-Konzept präsentieren, aber ich habe ja noch mit dem „Hurricane“-Staging für Eden Alene zu tun ^^ Aber dieses Lebensgefühl des Schlenderns durch französische Gassen, verwinkelt, Leichtigkeit…. Trés bien!

    (Eigentlich ging es ja um „Feel Alive“, aber Zoeeee ^^)

  5. Das ist aber wirklich eine Überraschung. Ich hätte damals auch lieber Dawa als österreichische Vertreter gesehen. John Dawa hat eine sehr angenehme Stimme und eine starke Bühnenpräsenz.

  6. folkshilfe ist noch immer stark vertreten in der österreichischen Musikwelt
    Dawa war wirklich bezaubernd ich glaube es würde zur jetzigen Zeit und Situation besser funktionieren als vor 5 Jahren

  7. Ein zauberhafter Song in einer hochkarätigen VE! Österreich konnte sich damals nur richtig entscheiden meiner Meinung nach. Schade, dass Sie das Konzept nicht beibehalten haben.

    • Wenn man das Ergebnis beim ESC bedenkt, haben die Österreicher allerdings zielsicher das ausgewählt was unter den nur Richtigen das Falsche war. 😛

      • In dem Jahr wäre nur Zoe viel weiter vorne gelandet. (auch wenn Sie nur das Telefonbuch von Paris vorgesungen hätte).
        Ich fand die Makemakes damals sowohl als Sieger im VE als auch als Nilpointer im Finale voll OK 😛

      • Ich denke, all das zeigt, dass man eine Platzierung beim ESC nicht überbewerten sollte (womit ich nun aber auch nicht einer Überbewertung der Charts das Wort reden will, es gibt so viele schöne Titel, die in keinem von beiden vorne landen).

  8. Zur Verteidigung von The Makemakes: ihnen ist mit ihrem Song wenigstens ein Hit in Österreich gelungen, der auch heute noch in den Radios zu hören ist. Das passiert bei anderen österreichischen ESC-Beiträgen so gut wie nie. Rise like a Phoenix und Nobody but you waren jeweils erst nach dem ESC erfolgreich.

  9. Österreichs Beiträge kamen und kommen mir manchmal wie Lieder von einem anderen Sternsystem vor. Die Punkte-Sternschnuppen sind frühzeitig verglüht noch ehe sie das Ziel erreicht haben. 😉

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