Auf dem Weg in die Niederlande: Bewerbungsprozess für die Gastgeberstadt 2020 gestartet

Foto: Andres Putting

In welcher Stadt findet der ESC 2020 statt? Diese Frage wird wohl nicht vor Ende Juli/Anfang August beantwortet. Aber immerhin werden wir demnächst Klarheit darüber haben, welche niederländischen Städte sich überhaupt als Austragungsort für den Eurovision Song Contest im kommenden Jahr bewerben. Potenzielle Gastgeberstädte sind ab sofort aufgerufen, sich bei den drei verantwortlichen Rundfunkanstalten NPO, AVROTROS und NOS zu melden.

Alle interessierten Städte bekommen Anfang Juni einen Kriterienkatalog, auf dessen Basis, sie dann ihre offizielle Bewerbung, das so genannte „bid book“, einreichen können. Dazu haben sie vier Wochen Zeit, Bewerbungsschluss ist also in der ersten Juli-Hälfte. Im Juli werden die Bewerber dann gegebenenfalls bei Vor-Ort-Terminen unter die Lupe genommen, bevor NPO, AVROTROS und NOS zusammen mit der EBU eine endgültige Entscheidung darüber fällen, in welcher Gastgeberstadt der ESC 2020 stattfinden wird.

Wir hatten bereits darüber berichtet, dass Amsterdam nicht unbedingt die wahrscheinlichste Wahl ist und außerdem Maastricht hochmotiviert scheint, den nächsten ESC auszurichten. Mittlerweile hat auch NBTC, die niederländische Tourismusbehörde, gefordert, den Contest nicht in Amsterdam abzuhalten. Neben der Bewerbung von Maastricht scheinen auch die Vorstöße aus Rotterdam und Enschede langsam Formen anzunehmen. Daneben haben Arnhem, Den Haag, Leeuwarden, ’s-Hertogenbosch und Utrecht angekündigt, sich als Gastgeberstadt bewerben zu wollen. Zwolle hingegen ist wohl aus dem Rennen.

Nun können wir also erstmal gespannt sein, welche Städte sich überhaupt offiziell bewerben – wir halten Euch hier natürlich weiter über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.



28 Kommentare

  1. Arnhem hat vieles nicht, nur das Gelredome mit ausziehbarem Fußballplatz und Schiebedach, das hat man.

    Den Haag will auch so etwas haben, aber so schnell kann man ein Fußballstadion nicht umbauen.

    Enschede erscheint mir Tagträumerei. Da bewirbt sich ein Unternehmer, keine Gemeinde. Es gibt viele, meist kleinere Hotels in der Umgebung, Region Twente. Die Location braucht eine Großinvestestion und wo ist ein Flughafen in der Nähe? Ähm … das ist Münster/Osnabrück, da der ehemaliger Militärflugplatz selbst nicht wiederbelebt werden darf. (Lärmschutz)
    Dennoch hat Enschede eine Verbindung zum ESC. Am 13.5.2000 fand der ESC statt und in Enschede explodierte um etwa halb Vier am Mittag eine Pyrotechnikfabrik. Erst am Abend wurde das Ausmaß klar, dank ein WDR-Team. Die ESC-Übertragung wurde abgebrochen, es gab Jurypunkte aus den Niederlanden und in Enschede fehlte ein ganzes Stadtviertel.

    Leeuwarden, Provinz Fryslân. Flughafen ist mindestens 50 km. weiter in Groningen.

    ’s-Hertogenbosch, Provinz Noord-Brabant. (Die andere Hälfte liegt in Belgien) Flughafen ist in Eindhoven, etwa 25 km entfernt. Hotelkapazität wird eine Herausforderung. Die Brabanthallen brauchen auch eine Renovierung.

    Vorherige Kommentare kurz wiederholt: Utrecht (Stadt und Provinz) erfüllt nicht die EBU-Bedingungen, zu wenig Hotelbetten in der Nähe.
    Amsterdam sehe ich nur wegen ZiggoDome + AfasLive im Rennen. Nicht wegen das RAI-Komplex.
    Maastricht ist für mich die wahrscheinlichste Kandidat, wegen der Lage, Bekanntheitsgrad und die Unterstutzung der Provinz Limburg so wie die der Einwohner.
    Rotterdam hat mittlerweile aufgeholt, genießt ebenfalls Unterstutzung der Provinz Zuid-Holland. Es gibt keine Äußerungen mit Bezug auf das Randprogramm aus dieser Stadt und deswegen behalte ich meine Zweifel bei.

    Die Provinzen habe ich extra erwähnt, weil die über Reserven verfügen und offenbar die jeweilige Gemeinde finanzielle Rückendeckung bzw Garantien geben wollen. (Limburg: mindestens die Hälfte der Kosten tragen)

    Das NBTC mischt sich ein. Neben dem verlinkte Artikel gab es gestern in der Zeitung Algemeen Dagblad (ad.nl) noch ein Kurzinterview mit dem Chef. Online nur für zahlende Leser zu lesen. Zwischen den Zeilen spürt man klar Maastricht als erster Wahl, Rotterdam als zweiter.
    Man spielt dort Schach auf drei Bretten zugleich. Die Regierung wird so unter Druck gesetzt um über das NBTC den ESC zu sponsoren. Die Meinungsmacher – meistens wohnhaft in Amsterdammer Stadtmitte – werden gezwungen auf anderen Städten zu schauen. Und die Anstalten bekommen Hilfe bei der Organisation.

    Sag noch einmal, dass der ESC frei von Politik ist. 😉

    • AFAS-Live die grosse Halle hat doch nur eine Kapazitaet von 6000 . Oder meinst Du das AFAS zustaetzlich zum ZiggoDome ?

      • AfasLive und ZiggoDome zusammen. Benjamin und DouzePoints waren länger in Tel Aviv dabei, die wissen was man neben eine Halle braucht. Pressezentrum. Bis zu 26 Räume für die SängerInnen, wo normalerweise nur einige Räume zur Verfugung stehen. Technik und was weiß ich noch mehr.

    • Huch, das letzte sollte ein Smiley werden und kein gefährlicher Hybrid aus Doppelpunkt und „Die“ 😀 Ladies and Gentlemen, wenn meine Autokorrektur bereits damit überfordert ist, wird das erst recht ein Spaß in s‘-Hertogenbosch 😀 Ich bin jetzt schon voll dabei! Bitte! 😀

    • Das geht besser *lach* Apostroph ‚ und dan einen S, Brindestrich und Namen. Gleich zwei Mal
      Den Haag = ’s-Gravenhage = des Grafen Hage = der Sommerresidenz des Grafen
      ’s-Hertogenbosch = Den Bosch = das Wald des Herzogs

      • Ah richtig, danke! Ich liefere direkt das Beispiel für meine eigene These, dass der Name etwas ungelenk ist 😂😂 ’s-Hertogenbosch, das feiere ich jetzt schon. Ich brauche das 2020 😀

  2. Es führt kein Weg an Amsterdam vorbei! Ich finde die Stadt viel schöner und weltoffener als Rotterdam und Maastricht und außerdem hat sich die niederländische Hauptstadt nach 50 Jahren die Ausrichtung des ESC zum zweiten Mal nach 1970 redlich verdient. Die Stadt verfügt über einen Flughafen und auch über die notwendige Bettenkapazität für das Ereignis.

    • Amsterdam wird es ganz sicher nicht. Von offizieller Seite hieß es schon, dass die Stadt sowieso schon mehr als genug mit Touristen ausgelastet ist. Vermutlich werden es Rotterdam oder Maastricht.

  3. Ich bin mir derzeit nicht sicher, würde auch keine Wetten auf eine Stadt abschließen. Die Bedenken der Tourismusbehörde sind nicht von der Hand zu weisen. Mal sehen….

  4. Ist das witzig, wenn wir ende Sommer wissen , dass ist der Austragungsort, haben wir alle Stadte in den Niederlanden abgeklopft und koennen sofort bei jedem Fremdenverkehrsamt einen Job finden.

  5. Enschede wäre ein Traum! Da war ich sogar letztes Jahr für einen Tag und es fährt ein Direktzug von Dortmund in 2 Stunden dahin mit einer deutschen Fahrkarte. Aber die Stadt selbst ist klein und hat nur 150.000 Einwohner. Dazu noch die Geschichte mit der Unternehmer-Bewerbung. Das wird nichts.

  6. Ich hätte natürlich auch am liebsten amsterdam. Aber wenn man es mal näher anschaut ist es für uns fans die wahrscheinlich schlechteste lösung. Amsterdam ist jetzt schon dermassen vollgestopft und überteuert. Dann doch lieber arnhem, maastricht oder auch rotterdam

  7. Gestern in der Zeitung (ad.nl) ein Unternehmer aus dem Rotterdammer Nachtleben. Seine Kritik: anders als in Maastricht stutzt die Bewerbung von Rotterdam auf wenige Pfeiler: Ahoy, Gemeinde, CityMarketing. Ihn fehlen die Einwohner und Unternehmervereine. Über Maastricht meint er: Andre Rieu wird den Pausenact.
    Das sehe ich anders. Falls Andre Rieu mitmacht, wird er die Eröffnung oder den Pausenact versorgen, vielleicht beides. Dazu in der gleichen Woche noch einen Konzert auf den zentralen Platz in Maastricht, wie er das jedes Jahr macht.

  8. Ich stehe gerade auf dem Schlauch, klärt mich bitte mal auf: Klar, die Städte beweben sich, aber wer trifft dann die endgültige Entscheidung – der zuständige Fernsehsender oder die Verantworltichen der EBU ?

    • Steht oben im Beitrag: „Im Juli werden die Bewerber dann gegebenenfalls bei Vor-Ort-Terminen unter die Lupe genommen, bevor NPO, AVROTROS und NOS zusammen mit der EBU eine endgültige Entscheidung darüber fällen, in welcher Gastgeberstadt der ESC 2020 stattfinden wird.“

  9. Die Entscheidung trafen in diesem Jahr die EBU und der federführende Sender KAN und ich denke, daß es bei den Niederlanden genauso ist. Hier sind die federführenden Sender AVROTROS, NPO und NOS (hatte bei den ESCs 1958, 1970, 1976 und 1980 die Verantwortung). Vielleicht bringen die drei ja in diesem Jahr wieder den ESC-Vorentscheid Nationaal Songfestival ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurück, den es zuletzt vor sieben Jahren gab.

  10. Der Satz muß richtig heißen: Hier sind es die federführenden Sender AVROTROS, NPO und NOS (hatte bei den ESCs 1958, 1970, 1976 und 1980 die Verantwortung) und die EBU, welche die Entscheidung über den Austragungsort treffen (Stichwort: EBU Reference Group).

  11. Fast alles wird diskutiert in NL, aber ein öffentliches Vorentscheid steht nicht zur Debatte. Eher fragt man sich welche SängerIn NL vertreten wird und was man machen könnte um zumindest in den Top 20, hoffentlich Top 10 zu landen.

  12. Heute Morgen hat die Gemeinde Den Haag (’s-Gravenhage) bekannt gegeben sich anzumelden. Weil man erst dann das Gesamtpaket mit Forderungen und Bedingungen bekommt. Ob man sich ernstahft bewirbt, ist noch offen. Wäre auch möglich, dass man sich zurückzieht.

    Zwei Stunden zuvor war die Anmeldung der Gemeinden Amsterdam, Utrecht, Leeuwarden, ’s-Hertogenbosch (Den Bosch), Arnhem, Maastricht und Rotterdam schon ein Fakt. Dort haben sie es sofort verstanden – man musste tatsächlich einen Mail schicken.

  13. Und gestern Nachmittag war es offiziell: auch Breda hat sich angemeldet. Aus der Provinz Noord-Brabant wird es dennoch nur einen Angebot geben. Breda oder ’s-Hertogenbosch (Den Bosch).

  14. Es ist immer die Rede von drei Rundfunkanstalten, aber das ist nicht ganz korrekt. NPO ist der Oberbegriff für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Innerhalb dessen ist NOS für Nachrichten zuständig und AVROTROS überwiegend für Unterhaltung.

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