„Der NDR hat die Lust vor 30 Jahren abgegeben“ – Olli Schulz und Jan Böhmermann mit deutlicher Kritik an Urban, Schöneberger und Co.

Bild: Instagram @therealjanboehmermann

2022 ist mal wieder alles beim Alten im ESC-Land Deutschland. Obwohl in den vergangenen Jahren das komplette ARD-ESC-Team einmal ausgetauscht wurde – Alexandra Wolfslast ist seit 2020 Head of Delegation, Andreas Gerling erst seit diesem Jahr ARD-Teamchef für den ESC – hält die Ergebnis-Flaute weiter an. Fast noch erschreckender ist, dass die vom NDR verantworteten Shows – von der deutschen Vorentscheidung bis hin zum Countdown und zur Aftershow – weiterhin wenig Innovationskraft versprühen: Moderation, Kommentar, Regie, Stargäste – alles wie immer. Es ist wohl nicht sonderlich gewagt, wenn man behauptet, dass das eine mit dem anderen zusammenhängen könnte. Entsprechend fiel auch das Presseecho nach dem ESC-Finale in diesem Jahr wieder verheerend aus.

Bestens auf den Punkt bringen das alles nochmal Jan Böhmermann und Olli Schulz in der Folge „BOOMERCRINGE 20“ ihres Podcasts „Fest & Flauschig“ vom Dienstag. In fünf Minuten fassen die beiden Profis das zusammen, wofür wir Blogger gerne auch mal zwei Stunden brauchen. Die Kritik wird dadurch besonders glaubwürdig, dass sich Jan und Olli zwischendurch immer wieder sehr wertschätzend gegenüber dem Eurovision Song Contest an sich äußern (was man nicht von jedem Kommentator in den großen Medien behaupten kann).

Die Folge könnt Ihr in ihrer Gesamtheit hier auf Spotify anhören; der Abschnitt über den ESC startet etwa bei Minute 12:00. Wir dokumentieren im Folgenden die wichtigsten und markantesten Passagen. Der transkribierte Text ist nicht vollständig und teilweise wegen des thematischen Zusammenhangs umsortiert.

Zunächst greifen die beiden ein Thema auf, das auch hier bei uns in den Kommentaren sowie in den sozialen Medien während der ESC-Woche intensiv diskutiert wurde: Die Kommentare von Peter Urban. Was früher noch witzig und kultig gewesen sein mag, ist heute leider vollkommen aus der Zeit gefallen. Das gilt nicht nur für die vorgeschrieben Kommentare selbst, auch die handwerkliche Ausführung selbst lässt immer mehr zu wünschen übrig.

Olli Schulz:

„MIKA hat moderiert. Was für ein unglaublicher Typ. Der eine unglaubliche Show… […] Wir haben immer noch Peter Urban, der das mit 74 Jahren so träge moderiert. […] Wenn wir mal die Chance haben wollen, diverse Personen oder jemanden, der queer ist, ins Fernsehen zu holen, dann ist das zum Beispiel eine Veranstaltung, die unbedingt jemand, der vom Fach ist moderieren sollte. Und nichts gegen Peter Urban, aber das ist so eine diverse, schöne, bunte, coole Show mit allem drum und dran. Viele Leute aus vielen Communitys, die das cool finden, würden sich freuen und alle andere auch. Das wäre ein perfektes Bindemittel, jemanden einzusetzen, der vielleicht ein bisschen mehr das Ganze mit Elan, Leidenschaft für diese gesamte Show moderieren würde. Und das würde ich ganz cool finden, denn da ist wirklich perfekt dafür gemacht. Da könnte man mal anfangen, finde ich. Peter Urban macht das seit Mitte der 90er-Jahre und das ist ein lieber, netter Kerl, den kenne ich schon aus meiner Kindheit von NDR 2, aber das ist so rotztrocken moderiert, während MIKA da die derbe Show macht und das auch alles ne geile Show ist. Das muss jemand anders machen.“

Jan Böhmermann:

„Ich muss auch sagen, als dieser eine komische Trick da war, der eine Moderator vor dem Green Screen und Peter Urban nichts anderes eingefallen ist als einfach: ‚Da sieht man jetzt einen schwebenden Kopf, aber erschrecken Sie sich nicht, das ist mit dem Green Screen gemacht, der hat einen grünen Anzug an, das ist alles gar nicht echt.‘ Und Du denkst: ‚Ey sag mal, ganz ehrlich, was willst Du eigentlich?'“

Oli Schulz:

„Der entmystifiziert die Show […]“

Etwas später kommen die beiden dann nochmal auf das Thema zurück.

Olli Schulz:

„Wir leben im öffentlich-rechtlichen […] oft in so veralteten Strukturen und Peter Urban, der soll auch im Fernsehen auftreten, aber dann soll er die Vorberichterstattung machen, aber nicht den Kommentar mehr. […] Eigentlich soll er’s nicht mehr.“

Jan Böhmermann:

„Ich frag‘ mich beim NDR, das wird wahrscheinlich gar nicht gehen. Wenn Du zu Peter Urban gehst und sagst ‚Peter, das war’s jetzt. Ehrlich gesagt, Du bist uninspiriert. Du hast die besten Jahre hinter Dir. Es reicht irgendwann.‘ Dann kommt wahrscheinlich der Betriebsrat und sagt ‚Nee nee, Peter macht das aber weiter.‘ Aber warum? Der macht das doch immer, aber offensichtlich nicht gerechtfertigt durch Qualität. Wenn Du Dir die BBC anschaust, dann hast Du da ’nen geilen, süffisanten, sarkastischen Kommentar, der das ganze noch auf ein anderes Level hebt. Wenigstens mal den Blick erweitern, was es eigentlich bedeutet für Minderheiten, die Queer-Community.“

Kurze Anmerkung dazu: Peter Urban ist schon länger nicht mehr fest beim NDR angestellt, Probleme mit dem „Betriebsrat“ dürfte es deshalb eher nicht geben, die Passage dürfte aber wohl ohnehin eher sinnbildlich als wörtlich gemeint gewesen sein.

Olli Schulz:

„Das wäre wirklich die Chance, da mal jemanden einzusetzen und dann natürlich auch zu erweitern. Aber diese Sendung ist so prädestiniert dafür, dass das nicht so rotztrocken kommentiert wird.“

Bereits vorher arbeiten sich die beiden an der deutschen Inszenierung von Marvin Dietmann ab, die in diesem Jahr wieder ganz schön, aber relativ unauffällig war – übrigens mit Ansage (nachzulesen hier und nachzuhören hier).

Olli Schulz:

„Vor allem diese unglaubliche Bühne, die wirklich bei jedem Künstler in einem anderen Licht war.“

Jan Böhmermann:

„Unfassbar! Vor allem die Bühnentechnik, das habe ich auch gedacht. Wie bescheuert von Malik Harris. Also bestimmt ein lieber, netter Kerl und so. […]“

Olli Schulz:

„Aber dann alles alleine mit der Loop-Station…“

Jan Böhmermann:

„Das war ja nicht mal alles alleine. Beim Eurovision Song Contest, da musst Du ne Perlengardine vorm Gesicht haben, da musst Du auf ’ner Treppe stehen, da musst Du lange Fingernägel haben, […]“

Olli Schulz:

„Du musst einfach ’ne geile Show machen!“

Jan Böhmermann:

„Ich versteh‘ es nicht! Und Du musst ja nicht mal ’nen geilen Song abliefern. Mach‘ ne exaltierte Performance und wenn Dein Song scheiße ist, gib auf der Bühne Gas, meine Güte. Dass das keiner schnallt!

In diesem Zusammenhang müssen die beiden dann natürlich auch auf den deutschen Auswahlprozess kommen sowie auf die Expertise der Radio-Jury (Reminder: „Die Entscheidung haben wir nach bestem Wissen und Gewissen und sorgfältiger Abwägung getroffen und uns auf Songs verständigt, denen wir allen eine große Chance einräumen, in Turin gut abzuschneiden. Wissen wir das – nein, wissen wir nicht. Glauben wir das – klar, sonst hätten wir uns nicht so entschieden.“)

Olli Schulz:

„Der Song war auch schön, aber es war halt NDR-2-Radiomucke. Und dann sagen die ‚Das würde auch bei uns auf NDR 2 laufen, dann sollten wir…‘

Jan Böhmermann:

„…uns vielleicht mal Gedanken zu machen, dass das ein Grund ist, dass das nicht zum ESC darf.“

Olli Schulz:

„Warum hat man Electric Callboy… […] Ey, hast Du das gesehen von denen? Die reißen die Bühne ab. Und das war nicht radiotauglich.“

Jan Böhmermann:

„Dieser komische Konsensgedanke, dass man irgendeinen Song finden muss, der irgendwie ist. Macht doch einen einen Song, wo der Funke überspringt. Dann musst Du den nicht unbedingt geil finden, das muss ja nicht Deine Musik sein. Also Electric Callboy, muss ich ehrlich sagen, ist auch nicht so meine Band. […] Die hätten ne gute Show gemacht, die irgendwie spektakulär ist und darauf kommt es am Ende dann an.“

Die stärkste Passage dieses Gesprächs liefert dann Jan Böhmermann, der nochmal in wenigen Sätzen auf den Punkt bringt, woran deutsche ESC-Fans Jahr um Jahr verzweifeln.

Jan Böhmermann:

„Es bricht einem irgendwie echt das Herz. Also wenn Du ’ne Liebe zur Musik hast, dann denkst Du, warum machen das ausgerechnet die Leute, die wirklich absolut keinen Bezug offensichtlich nicht mal zu ihrer eigenen Veranstaltung haben? Der NDR hat die Verantwortung, aber offensichtlich hat er die Lust vor 30 Jahren schon abgegeben. Aber da sitzen immer noch Leute hierarchisch in irgendwelchen Sesseln ‚Wir müssen das nächstes Jahr wieder machen“ und keiner sagt mal ‚Kann man das vielleicht mal irgendwie Leute machen lassen, die echte Liebe zum ESC haben?‘ Und ehrlich gesagt auch Barbara Schöneberger, liebe Grüße und sowas, aber da die siebte Show runterreißen zwischen der OBI-Eröffnung und der Moderation von „Verstehen Sie Spaß?“. Diese Typen, die dann an diesen kleinen Bistro-Tischchen gesessen haben mit halbherzigem Applaus – das sollte die Warm-Up-Show sein. Warum sitzt da fucking Johnny Logan und Thomas Hermanns? Ist das wirklich der einzige Mensch in Deutschland, der einem einfällt, wenn man ein queeres Spektakel hat, weil das war er ehrlich gesagt Ende der 90er auch schon.“

Olli Schulz:

„Man könnte auf alle Fälle, das ist unsere Message, man könnte da so viel draus bauen, auch für die deutsche Fernsehkultur. Ich hab‘ mich bestens unterhalten gefühlt bei der Show. Ich fand das gut. Es gibt auch Momente, wo mich das alles nicht interessiert, aber diese Sendung hat mich voll mitgenommen.“

Ja und Amen! Man könnte so viel aus dem ESC machen, auch und gerade im großen TV-Markt Deutschland. Im letzten Jahr wurde das Auswahlverfahren vom NDR „selbstkritisch auf den Prüfstand“ gestellt. In diesem Jahr wird das schlechte Ergebnis „sehr ernst“ genommen und „das Auswahlverfahren für den ESC 2023 wird anders aussehen als das für den diesjährigen ESC“. Hoffentlich dann nicht nur das Auswahlverfahren, sondern auch wirklich mal das komplette Programm rund um den ESC.


154 Kommentare

  1. Das was Herr Böhmermann sagt, kann ich unterschreiben. Peter Urban sollte ersetzt werden. Der Mann ist 74, ich glaube er hat seine Rente verdient. Es wundert mich, das Herr Böhmermann so positiv über den ESC spricht. Hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Er hat mit allem was er über den NDR gesagt hat, recht.

    • Aus welchem Grund haben sich ARD und ZDF bei der Verantwortung für den ESC nie abgewechselt? Auch das ZDF ist Mitglied der EBU.

      • Der erste ESC fand 1956 statt. Das ZDF wurde erst 1963 gegründet. Ich kann mir vorstellen, dass der Wettbewerb da schon in der ARD etabliert war und die ARD-Anstalten ja auch selbst interessiert waren, den auszutragen, so dass das ZDF (lange) keine Option war

      • Es gab mal in den 1990ern-Jahren das Gerücht, dass das ZDF bereit wäre die ESC-Verantwortung zu übernehmen. Zu Konkretierung kam es bekanntlichermaßen nicht.

    • Tolle deutsche Musiker, wie zum Beispiel Will Church, werden zwar vom NDR eingeladen, bekommen aber irgendwann ohne jegliche Begründung eine Absage.
      Die leben dort in ihren uralten Strukturen hinter dem Mond und wollen nur ihren eigenen Musikgeschmack durchsetzen. Hinterher wird sich dann gewundert, warum der Song so schlecht beim internationalen Publikum angekommen ist. Die Deutschen stehen ja nicht einmal selbst hinter ihrem Beitrag.
      In Turin hat die Halle beim spanischen Beitrag gebebt, weil gefühlt halb Spanien den eigenen, mitreißenden Song geliebt und unterstützt hat. Bitte lasst in Zukunft Leute mit großer Leidenschaft zur Musik entscheiden!!!

      • Die spanischen Fans neigen seit jeher zur Übertreibung beim Fan sein. Direkt nach Benidorm war Chanel in Spanien alles andere als unumstritten.

      • Kenne den Herren gar nicht, habe jetzt auf YouTube aber auch nur Cover-Versionen gefunden. Ist er denn auch tatsächlich ein Künstler oder singt er nur gerne Karaoke? In der x-ten beliebigen Casting-Stimme sähe ich jedenfalls nicht unbedingt die Lösung …

      • Ja, er schreibt seine Songs selber und wir haben ihn auch schon u. a. mit seinem Song für den Auswahlprozess beim NDR live erlebt. Ich wollte mich auch nicht unbedingt auf einen bestimmten Künstler festlegen. Ich frage mich nur, wen der NDR noch alles eingeladen hatte, um einen Song für den ESC einzureichen. Diesen Teil des Auswahlverfahrens bekommen wir ja überhaupt nicht mit. Vielleicht sind wirklich tolle Beiträge dabei gewesen, die aber aufgrund des Tunnelblicks der Verantwortlichen nicht in die nächste Runde gekommen sind. Schade!
        Auf jeden Fall sind beim NDR immer noch dieselben Leute, die dort schon seit vielen Jahren die Entscheidungen treffen. Ob die für den ESC brennen, bezweifle ich sehr.

  2. Danke für die Zusammenfassung.
    Ist schön, wenn das Thema auch außerhalb der engen Fan-Bubble diskutiert wird und zu den gleichen Ergebnissen kommt.

    Ich schätzte Peter Urban sehr und auch Barbara hat ihre Qualitäten. Aber die beiden zusammen stehen auch für die Verweigerungshaltung des NDR gegenüber Innovation.

      • @escfan05 – ich fand Schöneberger auch immer schon furchtbar nervig. Ich nehme an, wie wird als originell gesehen, weil sie nicht so roboterhaft wie Kerner, Pilawa, Pflaume wirkt.

      • Als Stärke sehe ich ihre Spontanität. Sie hat z.B. aus meiner Sicht das Showende bei Kümmert-Gate gerettet (soweit das überhaupt möglich war). Jeder andere Moderator hätte einfach nur 5 Sekunden hilfesuchend Richtung Bühnenrand geschaut und die Stimmung in der Halle wäre endgültig gekippt. Im Rahmen der Möglichkeiten aus meiner Sicht die beste Lösung.
        Vielleicht noch als Pluspunkt: Sie ist sich für Gags auf die eigenen Kosten nicht zu schade (auch wenn sie das natürlich viel zu sehr ausbaut).

        Der riesige Fan von ihr bin ich auch nicht. Aber das Jahr mit Elton und Linda hat mir schon gezeigt, dass Barbara mit einer ganzen anderen Selbstsicherheit auf der Bühne steht.

        Wie dem auch sei: Veränderungen würden gut tun.

    • @4porcelli: Sie ist doch das Sinnbild dafür, das der NDR keine Lust mehr hat. Sie moderiert ja nicht den Vorentscheid oder den Countdown, weil sie ein großer ESC-Fan ist, sondern damit sie die Gage dafür kassiert. Und das merkt man ihr immer an. Alles an ihr wirkt aufgesetzt. Ich nehme ihre Dauerfröhlichkeit nicht ab. Ihre ganze Art wirkt auf mich unsympathisch und manchmal regelrecht abstoßend. Da ist mir die Anke Engelke viel lieber und vor allen Dingen sympathischer.

      • @escfrust05 – Anke ist super. Schöneberger hatte ich mal als Moderatorin auf der Cebit am Hals, schon damals fake und unsympathisch.

      • Sie ist nicht nur das Sinnbild des NDR, @escfrust05 sondern sogar die Galionsfigur des untergegangenen NDR ESC Schiffs.
        Dafür brauchten wir nicht mal eine Explosion während einer Aftershow-Party ( siehe Island 😉)
        sondern sind selbstverliebt und ohne Kurs, aller Vorzeichen und Warnungen zum Trotz, schön auf die seit langen bekannten europäischen Musik Klippen aufgefahren und untergegangen.
        Da hilft jetzt nur sich eine eventuelle private Reederei zu suchen und dann die komplette Mannschaft auszutauschen. ALLE!

  3. Peter Urban ist halt mittlerweile für viele ESC-Fans Kult, deswegen wird der NDR hier am Kommentator wohl nicht rumschrauben wollen! Natürlich gibt es zu ihm auch viele kritische Stimmen -so wie dass übrigens bei Sportkommentatoren auch ist- aber im großen und ganzen ist Peter Urban für die meisten Kult!

    Falls es aber einen neuen Kommentator geben sollte, so hätte ich da auch schon einen Vorschlag! Nein, es ist nicht Consi, sondern Olli Dittrich! Natürlich auch vor allem deswegen, da er als Schlagzeuger von „Texas Lightning“ bereits auch selbst am ESC teilgenommen hat!
    Das einzige Problem hier ist, dass Olli Dittrich jetzt im TV oder so noch nie etwas „moderiert“ hat, oder? Olli hat schon sehr vieles gemacht. Er ist Schauspieler, Komiker, Komponist, aber jetzt so richtig etwas moderiert hat er bisher wohl noch nicht! Vielleicht ja dann eine Kombination aus Olli und Consi? Also ein Doppel im Kommentar, so wie das ja auch schon mal mit Peter Urban und Michael Schulte geplant war! Gab es ja dann aber leider nur bei der „ESC 2020“-Ersatzshow!

    • Das ist doch das Hauptproblem, dass der ESC vom NDR immer noch als Kult behandelt wird und nicht als topmoderne Fernsehshow mit einem State of the Art Bühnenkonzept. Wie will man denn einen innovativen Beitrag finden, wenn man gedanklich immer 10-50 Jahre in der Vergangenheit ist?

      • Naja. Ich würde das doch etwas relativieren. Das Set vom ESC in Düsseldorf war state of teh art. Das hat der NDR immerhin nicht verhindert. Vermutlich war damals auch nicht alles schlecht, was der NDR anfasste. Ich sehe es aber auch so, dass endlich mal eine konsequente Änderung her muss.

      • @Jens S. Der ESC 2011 sowie die Vorentscheide 2010-2012 wurden auch von Brainpool produziert. Die Zusammenarbeit hat der NDR ja ab 2013 beendet.

    • Olli Dittrich ist im Grunde keine schlechte Idee. Nur ist er auch schon 66 Jahre alt. Hier sollte dann doch ein jüngerer das machen. Und warum nicht mal eine Frau

      • Ja gerne klar, aber welche Frau dann? Hier kann ich mir dann nur Anke Engelke (war ja bereits im Kinderalter als Sängerin aktiv) oder Ina Müller vorstellen! Beide allerdings auch bereits 56! Gut immerhin 10 Jahre jünger als Olli Dittrich!

        Aber welche jüngere Person käme denn in Frage den ESC zu kommentieren? Michael Schulte oder vielleicht Lina Larissa Strahl? Bei Lina könnte ich mir eher vorstellen, dass man sie zumindest einmal beim JuniorESC -von mir aus auch zusammen mit Consi oder Bürger Lars Dietrich- heran lässt um Erfahrung zu sammeln und dann vielleicht beim ESC? Lina wäre insofern gut, da sie natürlich bei den ganz jungen Leuten sehr bekannt ist!

        Was ich nicht so gut finden würde ist, wenn nach Peter Urban erneut jemand vom Radio komme! Consi ist da eine Ausnahme, da er sich ja bereits schon lange für den ESC interessiert! Und die beiden Podcaster Olli Schulz und Jan Böhmermann sehe ich auch weniger beim ESC!

      • Sabine Heinrich von WDR zum Beispiel. Hat auch schon mal den VE moderiert

      • Ich könnte mir auch eine Carolin Kebekus gut vorstellen, sofern sie denn die Vorgabe bekommt, ein gewisses Niveau nicht zu unterschreiten. Grundsätzlich glaube ich aber schon, dass sie den ESC respektvoll genug behandeln würde. Ob sie allerdings auch nur irgendeine Affinität dazu hat, weiß ich nicht.

      • Torge Oelrich könnte auch sehr gut funktionieren, gerade bei der neuen Hauptzielgruppe des ESC (14–29). Dürfte nur nicht infantil werden.

  4. Also die beiden haben das perfekt zusammengefasst! Finde es auch super, dass Sie anscheinend auch Fans des ESC sind. Bin dafür, dass Sie mal zu ESC Kompakt LIVE Ei geladen werden 😀

    • Das ist zwar nicht unzutreffend, aber wenn es aus dieser Kommentarspalte kommt (noch dazu von einem fleißigen Kommentartor), auch nur bedingt ein Vorwurf. 😉

      • Du hast schon recht: Jemand der im Glashaus sitzt, sollte nicht … (wobei ich das jetzt nur auf den „Senf zu allem“ bezogen haben möchte 😉 ).

        Man sollte halt auch nicht einfach drauflosschreiben, wenn man sich eh gerade schon über etwas anderes geärgert hat (Computerprobleme), sondern lieber nochmal tief durchatmen. Ich hatte auch die gesamte Zeitspanne dazwischen (in der ich an keinen Computer konnte) ein recht schlechtes Gewissen wegen meiner doch etwas übertriebenen Reaktion und der nicht gerade feinen Ausdrucksweise.

  5. ich bin so froh, dass die beiden Peter Urban besprechen – in meinem Freundeskreis mag den niemand, das Finale wurde auch ohne Kommentar geschaut…aber irgendwie hat er so einen Kultstatus, dass sich niemand traut ihn zu ersetzen…

  6. da musst Du ne Perlengardine vorm Gesicht haben, da musst Du auf ’ner Treppe stehen, da musst Du lange Fingernägel haben

    …. kann kritisiert (vielleicht zu Recht) die altbackenen Show (Urban, Schoeneberger & Co) und dann kommt man mit so eine Darstellung vom ESC? Ich meine, der Australier war doch nicht soooo erfolgreich, und der Azerbajaner (? schreibt man so?) … und Ronela….
    Okay, vielleicht hier und da ist der alte ESC wieder aufgetaucht, aber….

      • Azeri kling wie Ösi lol
        Aserbaidschaner sollte es sein auf deutsch, Aserbaidschan heißt das Land ja

      • Hierzu Wiki:
        „Aserbaidschaner oder Aseris (Eigenbezeichnungen Azərbaycanlılar und Azərilər) sind eine turksprachige Ethnie Westasiens.“

    • Geschrieben sieht es natürlich so aus, als wenn der Kommentar nur auf Australien bezogen war, ja. Der Satz war aber halt auch nicht als überlegter verschriftlichter Text formuliert, sondern aus dem Bauch heraus in einem Podcast. War vielleicht einfach Zufall, dass er Australien im Kopf hatte. Hätte er gerade den Auftritt von Serbien, Spanien oder Moldau im Kopf gehabt, wären bestimmt andere Begriffe gefallen.

      Und mit jedem Beispiel hätte er Recht gehabt.

    • Ich bin ja durchaus Fan vom „alten“ ESC (verwende auch viel lieber die französische Bezeichnung), aber Urban geht mir tierisch auf die Nerven.

  7. Ich finde es ja irgendwie schade, dass da am Ende nicht das Fazit kommt:“Komm Olli, schreib mir ein Lied, wir fahren nächstes Jahr nach XXX und stellen den Bums auf dem Kopf.“ Man macht es sich trotz der eigenen Position im Showbusiness einfach zu bequem. Der NDR würde doch nicht nein sagen, wenn Böhmermann anklopft, oder?

    • kann der überhaupt singen? Das wäre ja mal die Grundvorrausetzung. Ich habe ihn nur als Satiriker gesehen, nicht als professionellen Musiker.

      • Naja, so ein ganz großer Sänger ist an ihm aber nicht verloren gegangen. Und sein Humor ist schon recht speziell. Habe mal ein paar Minuten seines Auftritts in dieser einen schwedisch-norwegischen Late-Night-Show gesehen. Da konnte man die Grillen zirpen hören. Ganz unangenehm mit anzuschauen.

    • Die coole Aktion wäre gewesen: „Komm olli, wir gehen mal bei denen vorbei und übernehmen einfach selber den Bumms und machen den Stefan Raab“

      • Das ist halt schon der Punkt, den ich machen wollte, ja. Und der NDR braucht den Einfluss von außen.

    • Böhmi kann zwar gut singen, aber das „Problem“ ist ja, dass er Satiriker ist. Ich glaube ernsthaft für den ESC antreten würde nicht so richtig in sein Konzept passen.

      Olli Schulz könnte ich mir schon eher vorstellen, aber ist dem vermutlich nicht indie/rockig genug.

  8. Der ESC lebt doch von dem Mix, da braucht es eine Chanel genauso wie eine S10, eine Konstrakta und einen Sheldon Riley und The Rasmus.
    Ihn jetzt nur auf die Paradiesvögel zu reduzieren wie bei Fest und Flauschig macht auch keinen Sinn.
    Der Rest der Analyse passt

  9. Ich finds aber auch irgendwie nicht richtig den ESC eine Queere Veranstaltung zu nennen. Klar, hat viele LGBTQ Fans aber das macht ihn ja noch lange nicht zu einer Queeren Veranstaltung

    • Bin ich vollkommen bei dir. Ich finde es sollte bei der Auswahl vom Personal nicht im Vordergrund stehen, ob die Person queer oder hetero ist. Böhmermann betont daß queere hier schon sehr vordergründig.

  10. Ich glaube auch das die Länder uns schon allein aus Prinzip schlechte Punkte geben da man den deutschen Auftritten ansieht das sie möglich einfach produziert und nicht anecken sollen.

    Alleine dieses Jahr hat jeder Act versucht etwas besonderes auf die Bühne zu zaubern und wenn es nur ein unterhaltsamer Tanz wie von Modavien war.

    Und Deutschland stellt ein paar Instrumente auf die Bühne die nichts mit den Lied zu tun haben und nennen es eine Show. Sorry das ist so eingebildet und billig. Mit so einer show wäre auch Lena letztet geworden oder „Ein Bischen Frieden“

  11. Gebt den ESC in die Hände von Jan Böhmermann oder der bildundtonfabrik. Die würden nen Vorentscheid produzieren, der keine Wünsche offen lässt und ihre eigenen Haus- und Hofkomponisten (Alex Werth, Niko Faust) könnten direkt noch ESC-taugliche Songs mitliefern, wie sie es für Böhmermann, Kroymann, Kebekus schon oft bewiesen haben.

  12. Ich finde auch, dass der Show-Aspekt von den beiden überbetont wird. Man braucht keine „geile Show“, um gut abzuschneiden. Man braucht eine stimmige Performance, die die Menschen abholt. Salvador Sobral hatte auch keine „geile Show“.

    Und war der NDR vor 30 Jahren eigentlich schon zuständig?

    Ansonsten haben sie natürlich mit vielem Recht. Ich fand zum Beispiel das Jahr mit Tim Frühling als Kommentator zwischendurch auch mal sehr erfrischend. Irgendwann ist für jeden die Zeit des Ruhestands gekommen. Aber der NDR denkt derzeit hauptsächlich in Tradition (Urban, Schöneberger, Käseigel, etc.) und nicht in Innovation. Leider.

  13. 30 Jahre sind’s zwar nicht… der NDR ist seit 1996 zuständig. Aber gut, fast.

    Ich bin positiv überrascht, dass die beiden doch eine recht fundierte Kritik in ihrem Umfeld abliefern, ich hätte eher mit einem Verriss gerechnet. Gut, ich selbst sehe den ESC auch nicht als zwingend queere Veranstaltung. Das ist natürlich alles völlig okay, aber eben nicht ausschließlich. Genauso wie man nicht ausschließlich Paradiesvögel auf der Bühne braucht.

    Aber ansonsten kann ich das alles einfach nur unterstreichen: Schöneberger, Urban, Käseigel, Thomas Hermanns, Michelle (die zwar mal beim ESC war und auch gut abgeschnitten hat, aber ansonsten offenkundig wenig Interesse hat) – das ist alles NDR-Mief wie vor – äh – fast 30 Jahren 😉

    Wobei: Johnny Logan in der „Aufwärmshow“ *hüstel* fand ich nun gar nicht so schlecht. Es darf in den Sendungen vorher und danach doch bitte auch ESC-Bezug geben und nicht die ganzen deutschen Künstler, die sich dort zwar darstellen dürfen, aber nicht bereit sind selbst anzutreten. Wobei wir mit dem ganzen genuschelten Singer-Songwriter-Gedönse ja eh auch nix reißen würden.

  14. Wenn ich diesen Kommentar lese, ist mir der NDR dann doch lieber. Schrecklich klischeebehaftete Sichtweise. Deuten die wirklich an, dass Mika ein guter Host war, weil er queer ist? Oh jeh.

  15. Sollte der NDR die Show behalten vermute ich man geht dann auf Nummer sicher und schickt nochmals die Kessler Zwillinge. Ob diese dann “Heute abend woll’n wir tanzen geh’n“ bezweifle ich zwar etwas aber man wird sicherlich für einen geeigneten Titel bei Ralph Siegel anklopfen. Mit Lys Assia hätte es ja auch fast geklappt 😉

    • Lys Assia war ja damals voll cool, hip und crazy als sie damals mit den schweizer Antwort der Beasty Boys versucht hat die schweizer VE zu gewinnen. Der Song kam vom voll coolen und hippen DJ Ralphi himself. Total groovie war das. Die tolle Frage, „Hello, where is the Flow“, würde ich beantworten mit:“Hoffentlich ist der nicht auf der Bühne.“

  16. Ich wiederhole meine Meinung, die ich bereits an anderen Stellen hier auf ESC kompakt mehrfach gesagt habe:

    Dem NDR gehört die Verantwortung für den ESC zu entzogen und irgendeiner kleinen und finanziell klammen Rundfunkanstalt wie Radio Bremen 4, dem Hessischen oder Mitteldeutschen Rundfunk damit beauftragen ein Konzept für den ESC und den deutschen Vorentscheid zu entwerfen.

    Finanzielle Not macht erfinderisch und fördert die Kreativität sowie den Mut bezugnehmend auf die Künstler- und Songauswahl auch mal ein Risiko einzugehen bzw. gegen den Strom zu schwimmen.

    Wenn man bedenkt, dass ein Jan Böhmermann von Radio Bremen 4 und ein Tim Frühling vom Hessischen Rundfunk kommt oder eine Kim Fisher beim Mitteldeutschen Rundfunk freiberuflich tätig ist, dann sehe ich bei jenen genannten Rundfunkanstalten durchaus reizvolle Persönlichkeiten, die jahrelange Berufserfahrung haben, die zu angesagten Künstler (m/w/d) und Promis (m/w/d) einen guten Draht haben und für die der ESC vielleicht auch ein Herzensanliegen sein könnte.

    Zu Peter Urban selbst folgendes:
    Ja, seit Turin bin auch ich zu der Einsicht gekommen, dass nun nach einem Nachfolger (m/w/d) für ihn gesucht werden soll. Und zwar so schnell wie möglich.

    Allerdings sagt mir mein Bauchgefühl, dass es jetzt nicht zwangsläufig auf Consi hinauslaufen wird. Insbesondere dann nicht, wenn die ESC-Verantwortung weiterhin beim NDR bleibt und nicht auf eine oder mehrere kleine und finanziell um‘ s Überleben kämpfende Rundfunkanstalten wie Radio Bremen, dem HR oder dem MDR übertragen wird.

    Denn zumindest zwischen den großen Rundfunkanstalten NDR, WDR und SWR muss angeblich ein sehr ausgeprägtes Konkurrenzdenken herrschen und genau diese drei großen Sender gönnen sich nach meiner Wahrnehmung alles aber keine Erfolge. Wenn der NDR weiterhin den ESC ausrichten dürfte, wird der NDR als Peter-Urban-Nachfolger jemand aus eigenem NDR-Hause nehmen. Denn wären die zukünftigen ESC-Organisationen des NDR auch weiterhin schlecht, am ESC-Finale selbst aber der Kommentar eines SWR-3-Mannes namens Consi laut Medien und Fans aber herausragend und toll, dann wäre wirklich der letzten Person klar wie schlecht der NDR beim Thema ESC ist, weil der NDR nicht mal einen coolen Kommentator aus dem Hut zaubern könnte. Diese Blöße – der NDR wird beim ESC als Totalversager wahrgenommen und der SWR 3 wird beim Thema ESC als witzig, bissig, ironisch und kompetent wahrgenommen – wird der NDR nicht eingehen wollen.

    Meine favorisierten Rundfunkanstalten Radio Bremen, HR und MDR hätten nach meiner Ansicht hingegen bestimmt kein Problem damit, wenn sie Consi vom SWR 3 – also eine Persönlichkeit aus einer vierten Rundfunkanstalt – den Posten des ESC-Kommentators übergeben würden. Denn finanzielle Not macht ja nicht nur erfinderisch, sondern auch einsichtig.

    • „Dem NDR gehört die Verantwortung für den ESC zu entzogen und irgendeiner kleinen und finanziell klammen Rundfunkanstalt wie Radio Bremen 4, dem Hessischen oder Mitteldeutschen Rundfunk damit beauftragen ein Konzept für den ESC und den deutschen Vorentscheid zu entwerfen.“

      Was dabei heraus kommt, kannst du erahnen an den Beiträgen aus Länder wie Belgien, Niederlande, Kroatien, Österreich.

      Besser wäre es, das gesamte Budget für 2023 nicht an externe Firmen zu vergeben, sondern das Auswahlverfahren zu billig wie möglich zu gestalten, damit mehr Geld übrig bleibt für der eigentliche Auftritt.

      Oder andersherum: das Budget in eine Reihe von Festival-Sendungen zu investieren (Öffentliche Vorauswahl) und am Ende ist das Gesamtpaket fertig: Künstler, Auftritt, Song.

      Bemerkenswert: Avrotros/Niederlande sucht Künstler und Song als Gesamtpaket. Das wird in den Aufruf nochmals betont. Es gibt kein Camp. Kein Künstler bekommt einen Lied aufgezwungen. Das spart eine Menge Aufwand, Zeit, Geld und hält die Personen draußen, die in mehrere Länder versuchen ihre ESC-Wahre zu verkaufen.

      • Wegen dem letzten Aspekt bin ich mittlerweile auch großer Oranje-Fan beim ESC ! Da wird in der Regel das Land würdevoll vertreten und der Ausrichter hat eine ganz Beziehung zum Teilnehmer. Platz 11 von S10 geht zudem auch meines Erachtens vollkommen in Ordnung, da muß ich mal ausnahmsweise der Jury danken.

  17. Danke für die Zusammenfassung. Hm … schon bitter, aber sie haben vollkommen recht. Scheint nur die Verantwortlichen vom NDR nicht im mindesten zu interessieren.☹️
    Peter Urban ist mir auch wirklich sympathisch, aber ich denke, allmählich sollte echt mal jemand anders kommentieren. Wie wär’s zum Beispiel mal mit Michael Schulte.
    Und Frau Schöneberger mag ich im Zusammenhang mit dem ESC überhaupt nicht mehr sehen. Wenn ich schon lese, dass sie wieder involviert ist, weiss ich schon: Das wird wieder ein Absturz mit Ansage. Scheint irgendwie ein schlechtes Ohmen zu sein, wenn sie die VE moderiert.😉

    P. S. Der Mika war klasse. Er hat sehr sympathisch und natürlich moderiert. Hat mir sehr gut gefallen.😊

    • In einem muss ich aber widersprechen: Vor 30 Jahren hat der NDR die Lust am ESC nicht abgegeben. Sie haben wirklich ambitioniert angefangen. Das hat sich ja auch an den Ergebnissen gesehen. Jetzt werden einige sagen: „Ja, als der Stefan Raab involviert war“. Aber der NDR hat ihn ja engagiert. Also war der NDR sehr ja sehr wohl dran beteiligt. Selbst in den Jahren 2010 bis 2012. Okay, in Kooperation mit Pro sieben. Trotzdem ist der NDR dieses Wagnis eingegangen. Das „Drama“ begann erst, als Stefan Raab sich verabschiedet hat, und selbst da waren die VEs eigentlich recht divers bestückt. mMn hatten sie, musikalisch gesehen, schon einen gewissen Unterhaltungswert. Dass am Ende ein recht mittelmässiger Titel gewonnen hat, kann man dem NDR wohl kaum anlasten. (Ausnahme war 2017, war schon ein Tiefpunkt). Probleme gab es dann meistens vor allem bei der Inszenierung vor Ort (Ich sage nur: Elaiza, mit den Luftschlangen.
      Aber allerspätestens seit letztem Jahr merkt man, dass die Lust auf dem ESC wirklich nicht mehr vorhanden ist. Man hält halt weiter an den ESC fest, weil es halt Tradition ist und er auch Quote bringt.
      Aber an einer möglichst erfolgreichen Präsentation ist man nicht mehr interessiert. Das hat man ja schon mehr oder weniger verlauten lassen, so nach dem Motto: Hauptsache nicht gewinnen. Auch, wenn das wohl mit einem Augenzwinkern gemeint war, steckt schon ein Körnchen Wahrheit drin. Und so verfolgen sie wohl andere Ziele als die Fans.

      • Naja. Der NDR mag das Wagnis auf sich genommen haben, aber erst als Stefan Raab öffentlich den Verantwortlichen das automatische Gewehr auf die Brust gesetzt hat, weil sie nicht in die Puschen gekommen sind.

      • @Gaby: Bezüglich Tiefpunkt. Für mich ist der Tiefpunkt der Vorentscheid 2022. 2017 war jetzt auch nicht dolle, doch da haben die Künstler wenigstens ihren Text nicht vergessen.

  18. Als langjähriger ESC- und Fest&Flauschig-Fan habe ich mich sehr darüber gefreut, dass Jan und Olli den ESC in ihrer letzten Sendung angesprochen haben. Jan scheint das Thema durchaus einigermaßen aktiv zu verfolgen, er folgt eurovision.de auf Twitter und hat 2020 Dadi Freyrs „Think about things“ lobend in einem Tweet erwähnt.

    Mit ihrer Analyse des Contest gehe ich aber nur bedingt konform. Die Kritik von Jan und Olli an der Künstlerauswahl und der Präsentation im TV (Peter Orban und die Schöneberger jahrein, jahraus etc.) unterschreibe ich sofort. Über die unpassende Songauswahl nach dem Kriterium „Radiotauglich“ brauchen wir gar nicht erst zu sprechen. Und bei der ESC-Präsentation im TV fehlt den Verantwortlichen der Mut zu neuem Personal und neuen Wegen. Es wird auf „Kult“ und „Tradition“ gesetzt, was aber schon seit langem nur noch langweilig und bieder wirkt. Es wird noch nicht mal ansatzweise versucht, einen neuen Kult und neue Traditionen für die breite Masse zu schaffen. Meiner Meinung nach haben Alina, Stefan, Consi & Co. diese Lücke längst geschlossen, doch sie werden in der ESC-Bubble im Internet versteckt und nicht dem breiten Publikum präsentiert. Tragisch.

    Wo ich Jan und Olli nicht zustimme ist, dass es auf der ESC-Bühne immer möglichst laut und bunt zugehen muss. Ja, das gehört zum ESC dazu und solch Beiträge will ich da unbedingt sehen. Aber gerade die letzten Jahre wurde doch eher ein Trend zu mehr Authentizität deutlich – weniger in Schweden eingekaufte Kompositionen, mehr Eigenkompositionen, mehr Landessprache, weniger Bombast und Windmaschine bei der Präsentation etc. Das besondere wurde in letzter Zeit eher durch ausdrucksstarke Künstler und zeitgemäße, tolle Songs hergestellt als durch buntes Beiwerk, Tänzer, Windmaschine und Federschmuck…

    Auch, dass Olli Mika so in den Himmel lobt, kann ich nicht nachvollziehen. Ja, seine Moderation war gut, aber die Selbstpromo mit dem Medley war – genauso wie bei Laura Pausini – unerträglich. Hier hätte ich mir was Originelleres gewünscht, was entweder die italienische Musikszene oder den ESC in den Mittelpunkt gestellt hätte.

    Dass hier jetzt einige rufen, dass Jan und Olli sich in den ESC einbringen sollen, kann ich auch nicht unterschreiben. Dafür sind sie mir dann doch zu weit von Thema weg und zu ironisch. Ich sehe die Zukunft des ESC wirklich – wie schon oben erwähnt – bei Alina, Stefan, Consi & Co. Die treffen für mich den richtigen Ton mit einer Mischung aus ESC-Expertise, Fantum und ironischer Distanz.

    • die Selbstpromo mit dem Medley war – genauso wie bei Laura Pausini – unerträglich

      …ich kann die Kritik nachvollziehen, aber…. ich glaube nicht, dass es nur Selbstpromo war.
      Meine Theorie: da haben die ESC-Verantwortliche in Italien nach etwas gesucht, dass sowohl Italien als auch Europa (oder sogar die Welt) ansprechen konnte.
      Sie haben im Prinzip eine Show fuer das italienische Publikum gemacht. Das italienische Publikum hat(te) gar keine Ahnung vom ESC, und nicht nur von Loreen oder Ribak oder Jonny Logan (das sind alle voellig unbekannt in Italien) sondern auch von den italienischen ESC-Acts: Wer weiss in Italien, dass irgendwann Cutugno den ESC gewonnen hat? Keine Sau.
      Also, mit Pausini und Mika hat man einfach versucht in diesem Sinne, auch eine Show fuer Europa zu veranstalten, aber mit „italienischen“ Kraefte (fuer uns ist Mika schon Italiener…).
      Vielleicht ist ein bisschen Arroganz mit dabei, aber aus italienischer Sicht hat das zumindest funktioniert, wir hatten tolle TV-Quoten und die Leute haben sich auch fuer die anderen Beitraege interessiert (was auch in den Streaming-Zahlen Nachklang gefunden hat).

    • Also wenn ich mir die Musik- und Künstlerauswahl beim ZDF-Magazin ansehe, dass sehe ich da eher weniger Ironie, sondern durchaus authentischen Musikgeschmack.

  19. Das meiste unterschreibe ich unbesehen, nachdem ich mir die Podcastfolge jetzt angehört habe. Das Einzige, wo ich nicht d’accord gehe, ist die Sache mit Gesichtsvorhang und Treppe. Das macht noch keinen guten Beitrag. Es muss als rundes, exzellentes (!) Gesamtpaket rüberkommen. That’s it. Mit allem anderen haben die beiden absolut recht.

    Ich bin inzwischen so, so müde, jedes Jahr dasselbe zu bekritteln, um dann im Jahr drauf direkt wieder so eine Klatsche zu bekommen.

  20. Eins noch: Es heißt ja seit Samstag Nacht von verschiedenen Stellen: „Nehmt dem NDR endlich die Verantwortung für den ESC weg!“

    Ganz blöde Frage: Wer bitte kann oder soll denn da wegnehmen, wenn der NDR die Verantwortung nicht freiwillig abgibt? Was könnte ihn dazu bewegen, die Verantwortung abzugeben? Und wer soll sie übernehmen?

    • Die wichtigste Frage: „Wer WILL sie übernehmen?“ Bis jetzt ist mir kein Sender bekannt, der sich drum reißt. leider.

  21. Das ist wieder so ein Beitrag, der viel Beifall bekommt, weil er sich am bekannten Problemen abarbeitet.
    Von Böhmermann verlange ich aber mehr.
    Er soll mal sein Team auf den NDR ansetzten, das ist gut vernetzt und würde die vielleicht einige Internas offen legen. Oberflächlichkeiten mag seinem Potcast gut tun, uns bringen die nicht weiter.
    Aber immerhin könnte das den Druck auf den NDR erhöhen, das wäre dann positiv.

  22. Ja, die kritisieren den NDR, wie wir alle hier. Trotzdem finde ich ihre Statements fatal.

    Zu Urban: ja, ich ärgere mich seit Jahren über ihn. Aber nicht weil er nicht queer ist. Auch nicht, weil er zu wenig ironisch ist. Ich will gerade keinen bissigen BBC-Verschnitt, der allen zufälligen Zuschauern erklärt, dass der ESC trashiger Mist ist. Ich wünsche mir wertschätzende Kommentare für alle Künstler, da war Urban in diesem Jahr für mich viel angenehmer, als in den Vorjahren.

    Ich möchte niemanden verletzten und ich weiß natürlich, dass die Szene den ESC gerettet und auf ein neues Level gehoben hat. Trotzdem: Eine ausschließlich queere Veranstaltung darf der ESC nicht werden, das wäre das Ende. In meiner Familie ist der ESC seit Jahrzehnten das große generationenverbindende Lagerfeuer (in diesem Jahr von 3 bis 80). Das möchte ich auch künftig haben. In diesem Sinne tut der ESC unendlich viel für die Toleranz in Europa aber auch bei uns im Land. Schon in den letzten Jahren habe ich immer wieder gehört, dass die Künstler unattraktiv für Frauen sind, weil es auf der Bühne nur schwule Männer und nackte Frauen gibt. Herr Lauro hat sich bei den Frauen in meiner Familie mit seinem Auftritt zwei Stimmen verscherzt, die er nach der CD eigentlich schon fast sicher hatte. Das sollte nicht auch noch durch einen betont queeren deutschen Kommentar verstärkt werden. Ich bin auch für eine weibliche Kommentatorin, gerne Alina.

    • Die Befürchtung verstehe ich jetzt nicht. Der ESC ist jetzt keine Veranstaltung nur für Heteros, weil Peter Urban kommentiert, und wäre auch keine Veranstaltung nur für Queers, wenn jemand aus der Community kommentieren würde. Die Aussage ist meiner Meinung viel mehr, dass die Vielfalt des ESC im deutschen Rahmenprogramm/Kommentar/etc. nicht abgebildet wird bzw. nur so, wie es schon seit vielen Jahren gemacht wird.

      • Mir geht es ja gerade darum, dass die Vielfalt des Lebens beim ESC abgebildet wird. Ich verstehe Böhmermann so, dass er das ganze queerer haben will, höre aber in meinem Hetero-Umfeld eher, dass der ESC eine zu starke Schlagseite Richtung Szene hat. Wie hoch ist der Frauenanteil im Medienzentrum? Du hast glaube ich was von 10 Prozent gesagt, wenn ich mich richtig erinnere. Dürfte bei den Fans ähnlich sein.

      • Wobei ich es immer gut fand, dass Urban eben nicht aus der Bubble kam, und deswegen auch nicht die FF besonders berücksichtigt hat. Würde Consi beispielsweise den ESC moderieren, könnte ich mir vorstellen, dass das schon viel bubbliger werden würde. Für uns vielleicht ganz nett, aber für Außenstehende eher die Wahrnehmung, dass der ESC noch weiter in die queere Ecke gedrückt wird.

    • Bissige Kommentare die die BBC-Übertragung zu einer Trash verkommen lassen, gab es in meinen Augen schon lange nicht. Dies wurde dem 2016 verstorbenen Terry Wogan nachgesagt, eine BBC Radiolegende. Seine evigwirkende Kommentarorenzeit von knapp 40 Jahren (mit zweimaliger Unterbrechung) hat anscheinend einen bleibenden Eindruck vom ESC in der Britischen Gesellschaft gelassen, von der sie sich wohl nun langsam erholt hatten. Graham Norton macht seine Sache gut, und der ein oder andrere sarkastische Einwurf ist auch recht unterhaltsam, ohne es gleich als Trash abzutun.

      Ich hoffe wirklich Urban wird durch jemand wie Consi ersetzt. Der ist halt deutlich mehr am Puls der Zeit dran und glaube würde nen super Job machen. Da ist mir sogar recht egal ob er nun hetero ist oder nicht. Offiziell wurde das anscheinend noch nie irgendwo erwähnt, auch wenn er eine CSD-Veranstaltung im SWR moderiert hat.

      • Consi erwähnt es doch selbst oft genug! Schau Dir mal die Songchecks an, da lässt er öfter mal fallen, dass er schwul ist. Aber Du hast insofern recht, dass das überhaupt keine Rolle spielt. Ich glaub, er würde das toll machen. Lasst den noch ein oder zwei JESCs kommentieren, dann ist er so weit, dass er den ESC kommentieren kann.

      • Wobei ich sagen muss, dass mir das bei Consi in den Songchecks größtenteils als etwas Selbstverständliches erschienen ist, ohne großen, bunten Queer-Stempel. So als würde es tatsächlich keine Rolle irgendeiner Art spielen, sondern halt einfach so sein. Hat mir sehr gefallen.

  23. Ach ja, zum Thema „mehr queer“ würde mich die Meinung von Berenike sehr interessieren. Ich finde super, dass Ihr sie im Team habt und sie ihre Perspektive mit einbringt. Sie steht damit auch für mehr Vielfalt hier auf dem Blog.

  24. „In fünf Minuten fassen die beiden Profis das zusammen, wofür wir Blogger gerne auch mal zwei Stunden brauchen. “

    Ist halt auch ne Frage der Qualität

      • Ich denke das das ein Kompliment für die Blogger*in ist die immer Qualität liefern

      • War ein nicht ernstgemeinter Seitenhieb.
        Der bot sich geradezu an.
        Konnte ich nicht liegenlassen.
        Ihr macht eure Sache schon ganz toll !!

    • Nach meinem Dafürhalten tatsächlich die beste naheliegende Lösung (allerdings müssten sich die beiden vermutlich das Salär Urbans teilen;). Gute Schnittstelle zwischen Bubble und Funkhaus, fachlich einigermaßen kompetent, fähig zu (Selbst-)Ironie und – was mir besonders wichtig ist – verhältnismäßig wenig herablassend. Gerade bei letzterem Punkt würde der Herr Zöller das Problem, das ich teilweise schon mit Urban habe, noch verstärken.

    • @Andy: Alina als Moderatorin: Immer gerne, Stefan kann ich mir im Live-TV zwar noch nicht so ganz vorstellen, aber auf einen Versuch käme es an.

      Als Kommentatoren bräuchte ich die beiden aber nicht. Einerseits, weil ich einen einzelnen Kommentator für völlig ausreichend halte, andererseits weil ich Radioerfahrung für einen Kommentator doch sehr relevant finde (volle Konzentration auf Sprechtechnik, Betonungen etc anstatt auf Kamerawirksamkeit). Es gäbe neben Consi bestimmt noch andere Optionen, aber persönlich würde ich mich auch auf ihn freuen.

      Um Peter Urban aber einen würdevollen Abgang zu ermöglichen (denn hat er sich auf jeden Fall verdient nach den langen Jahren) wäre ich dann aber noch für eine angekündigte Abschiedsvorstellung – vielleicht auch noch zusammen mit dem späteren Kommentator, um eine quasi offizielle Staffelstabübergabe hinzubekommen. (Wie oben geschrieben: 2 Kommentatoren wären nicht nötig, aber das wäre doch eine schöne Lösung, um den Übergang gut hinzubekommen).

    • Blioss nicht Alina!!! Wenn ich sie schon sehe, könnte ich k***n. Sie hat außerdem Null Geschmack für ihr eigenes Äußeres.

  25. Ich stimme zum sehr großen Teil zu, nur bei einer Sache bin ich etwas anderer Meinung. So wenig ich Peter Urban als Kommentator mag , so schätze ich dennoch dass er die Künstler nie persönlich angreift und niedermacht. Da ist der britische Kommentator viel schlimmer, geht schnell unter die Gürtellinie und ist oft beleidigend. Sowas will ich hier in Deutschland wirklich nicht haben.👎

    Dass Urban ausgetauscht gehört bleibt davon allerdings unberührt.

    • Bezieht sich das nicht in erster Linie auf Terry Wogan? Mein Eindruck ist, dass die Kommentare von Graham Norton doch wesentlich eleganter ausfallen.

      • @Frédéric

        Graham Norton ist auch kein Unschuldslamm, er ist nur nicht ganz so offen xenophob eingestellt wie der Berufszyniker Wogan. 2010 hat er z.B. Ciara aus als „hässlichen Frosch“ bezeichnet nachdem sie die Punkte aus Malta verkündet hatte und es keine fürs UK gab, und Lena 2013 nach ihrem Versprecher als „Idiotin“.

        Sorry, aber besonders der erste Kommentar geht absolut gar nicht und deshalb kann uns so ein Kommentator a la UK gerne gestohlen bleiben!!

      • Hmm, vielleicht hab ich da zu wenig Einblick.
        So nebenher kann das durchaus lustig sein (vgl. auch Aufrechtgeh’n), aber bei Contest selbst sollte es schon im Rahmen bleiben. Urban hat mir zuweilen auch ein bisschen zu viel kommentiert, z.B. während der Moderationen.

  26. Da sind ein paar Treffer dabei, aber eben auch viel Unsinn, der Vorurteile über den ESC fortschreibt.

  27. Und auch hier nochmal eine Stimme für das Team vom Magazin Royale, das durchaus ein Händchen für spannende deutsche Künstler und entsprechende Signalwirkung hätte. Würde das ZDF den Vorentscheid bekommen und diesen z.B. Freitags ab 23h senden, hätte man womöglich auch das sog. Publikums-Problem gelöst …

  28. Olli Schulz‘ Begründung für eine Ablösung Peter Urbans kann ich nicht ganz nachvollziehen. Hatte jedenfalls bislang noch nie den Eindruck, dass der ESC zwingend schwuler werden müsse.

    Außerdem hat Peter Urban bei mir dieses Jahr noch mal Pluspunkte gesammelt – nicht unbedingt durch seine Kommentare, aber dadurch, dass er zwischen den Zeilen endlich mal Kritik am Ist-Zustand aufblitzen ließ. Und auch, wenn er seinen Zenit schon vor drei, vier Jahren überschritten hat: Ohne ihn würde mir man doch was fehlen. Von Babsi kann ich das nicht wirklich behaupten – für sie ist der ESC auch weiterhin spürbar nur „irgendein Job“.

  29. Ich weiß schon , warum ich inj vielerlei HInsicht Böhmermann gut finde. Er bringt die deutsche ESC-Misere knallhart und schonungslos auf den Punkt, Danke !

  30. Ich hab mir grad die 8 Minuten angehört und brauch jetzt erst mal ’nen Tee zum Runterkommen. Reden die beiden immer so hektisch? Nee, das ist kein Podcast für mich und wirklich Neues haben sie auch nicht erzählt. Da hör ich lieber Peters „Urban Pop“. In der aktuellen Folge geht es auch um den ESC.

    25 Jahre ESC: Triumphe, Tragödien, Tonprobleme
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4976.html#items

    • @inga… es ist bei den Podcasts und TikTok so üblich, dass in aller Hektik gesprochen wird. Zudem wird die Tonspur auch noch schneller abgespielt. Alles an Versprecher oder Räuspern oder ähnliches wird herausgeschnitten. Kein Wunder, dass gerade junge Leute so durchdrehen. Das ist unsere digitale Welt.

      • Aber nur, wenn ihr mal redet. „Moin Moin“ ist doch schon sabbelig. 😉

  31. Ich finde Elton könnte ein guter Kommentator sein. Schließlich ist er beliebt und hat ja auch ein bisschen ESC Erfahrung durch die Moderation des Vorentscheids und seiner Tätigkeit bei Pro 7.Ich denke, er würde das liebevoll machen.

  32. Jan & Olli haben den Finger in die offene Wunde gedrückt. Das schmerzt. Nur ob der Schmerz beim NDR, bei Babsi, bei Urban… angekommen ist, bleibt abzuwarten.
    Das sich etwas oder gewaltiges tun wird, halte ich für Gewiss. Mit den Jahren 2015, 2016, 2017, 2019, 2021 & 2022 stets den vorletzten oder letzten Platz- das kann es nicht sein. 2018 war echt das berühmte Korn des Huhn und 2020 die Absage.

    Im übrigen warte ich noch immer auf meine Antwortbriefe, die ich dem NDR hab zukommen lassen. Nicht. Renitentes Schweigen. Dafür zahle ich allmonatlich Gebühren. Wenn ich sie verweigern würde zu zahlen, meldet sich die Staatsanwaltschaft.

    • Auf eine Mail an den NDR-Rundfunkrat bekam ich eine persönliche Antwort von Alexandra Wolfslast. Da die sich inhaltlich aber auch nicht wirklich gelohnt hat, würde ich eher davon abraten, die Verantwortlichen woanders als hier oder in den sozialen Netzwerken zu behelligen. Die Kritik wird ja ohnehin durchaus vom NDR wahrgenommen – sie wurde bislang halt bloß auch konsequent ignoriert.

  33. Urban war schon im Radio, als ich in der Grundschule war – bitte in Rente. Gilt für viele Boomer, die sich an Jobs festklammern. Böhmermann gerne als ESC-Orga, der ist kreativ.

    • Der ist ja schon fast zu alt, um Boomer genannt zu werden, aber inzwischen gehören er genau wie ich einfach nur noch in die Schublade der „alten weissen Männer“ (und das obwohl er mein Vater sein könnte) …

  34. Na ja,also inhaltlich haben die belden ja nichts neues beigetragen.
    Unterscheidet sich nicht vom Katzengejammer,wie er derzeit in sämtlichen Kommentarspalten zu finden ist.

    Bei der Schöneberger sehe ich am dringendsten Handlungsbedarf.
    Jede ESC-Sendeminute ohne sie,ist wertvolle Zeit.
    Urban sollte man zumindest eine ehrenvollen Abschied ermöglichen.
    (ggf mit seinen Nachfolger 2023 moderieren)..
    Dafür steht er zulange mit dem ESC in Verbindung.

    Ne geile Show meines Erachtens nicht zwingend alleine erfolgversprechend.
    Portugal 2017,Niederlande 2014,Frankreich 2022 sind da gute Beispiele.

    Entscheidend bleibt halt immer noch ein klasse Song,und den gab es nicht.
    Weder bei den VE-Teilnehmern 2022,noch bei den bekannten Bewerberacts.

    Es gibt hat keinen goldenen Weg aus der Krise.

    • Dass die Perlenkette und verschobene Treppen beim Zuschauer sogar schlechter wegkamen als Maliks heimeliges Musik-Studio, ist ja bekannt. Das Rockstars für den ESC unzureichend ist, aber auch. Und ja, Zweifel, dass Pump It oder We Got The Moves mehr Punkte bekommen hätten, sind durchaus erlaubt, aber wenn die bekannten Songs wirklich die besten ihres Jahrgangs waren, dann erachte ich es als umso dringender, dass jemand anderes die Verantwortung übernimmt.

      Es müsste halt eine Institution sein, die für musikalische Neugierde steht und nicht nach Amtsschimmel müffelt. Gleichwohl darf sie keine Berührungsängste mit dem Contest haben. Wenn all das gegeben ist, bin ich sicher, dass auch wieder bessere Bewerbungen reinkommen bzw. vorselektiert werden.

      Fraglich bleibt, ob Böhmermann und Kollegen bereit dazu wären und natürlich viel mehr noch, ob der NDR bereit wäre, die Brücke zu teilen (oder gar zu verlassen).

      • Dass Böhmermann Pop kann, hat er schon bewiesen und es ist auch von Vorteil, dass er im deutschen Mainstream-Pop wohl nicht geliebt wird. Aber das reicht natürlich nicht, auch er müsste einen passenden Künstler finden. Andererseits könnte eine Zusammenarbeit mit Magazin Royal ein Zeichen für die Künstler sein, die sich bisher noch nicht vom ESC angesprochen gefühlt haben.
        Und da der NDR schon mal erfolgreich so eine Zusammenarbeit mit einem anderen Sender hatte, dürfte diesemal die Überwindung nicht mehr ganz so hoch sein.

        Also neue Parole: Böhmermann übernehmen Sie.

    • „Ne geile Show“ ist landläufig ja gleichbedeutend mit TänzerInnen, Top-Choreo, Feuerfontänen, nonstop crazy Lightshow und Hamsterrad-Gimmicks. In diesem Sinne hatten P 2017, NL 2014 und F 2021 natürlich keine „geile Show“, aber sie waren eben fantastisch in Szene gesetzt. Vielleicht sollte man (auch Bömermann & Schultz) „geile Show“ durch „geile Inszenierung“ ersetzen. 🙂

  35. Um den VE in Deutschland interessanter zu machen sollte weniger zurück geschaut werden ( Thema unsere Erfolge ) sondern eher das behandelt werden was aktuell in den Charts / streaming Diensten gut geht.
    Die ganze Show sollte sich an der aktuellen Zeit orientieren, auch junge Moderator sollten drin sein da diese bestimmt billiger sind als Barbera.

  36. Naja, auf bestehende Kritik aufzuspringen ist einfach als Kritik zu äußern wenn dies niemand tut.

    Und ich muss einmal eine Lanze brechen – ich finde dass Urban seinen Job prima macht ! Und ich gehöre noch zur Generation U30. Dass er die Kommentare vorschreibt ist doch nicht schlimm – alle möglichen Moderationen im Fernsehen sind gecripted. Außerdem muss er ja innerhalb von einer bestimmten Zeitspanne Informationen rüberbringen – wenn man einmal sich groß verhaspelt haut es nicht hin. kann ja jeder gerne einmal selber probieren- Zudem hat er bei einigen Texten dieses Jahr den Text nach den Semis wieder geändert. Also ihn nur wegen seines Alter absäbeln zu wollen – sorry es gibt bestimmt einiges was verbessert gehört, aber der Kommentar ist dabei nicht das primäre Ziel, auch wenn natürlich an der Nachfolge gearbeitet werden sollte. Sehr angenehm finde ich insbesondere, dass Urban sich während der Beiträge und auch während der Show größtenteils zurückhält – guckt mal in andere Länder, da ist das nicht so…
    Als damals das HF – ich glaube es war Steven Gätjen – mitmorderiert hat, fande ich das auch angenehm.

  37. Schon Special Hetero wie Urban „Brividi“ als Drama zwischen großem und kleinem Bruder interpretiert hat. Und bei Lithauen: „Das war ein Nachtclubsong gesungen von der Enkelin von Mireille Mathieu“ Hey, wer issn dat? Wie heisst der ihre Omma?

    • Jüngere Menschen müssen halt auch mal damit leben, wenn es popkulturelle Referenzen gibt, die sie nicht verstehen. Wenn in meiner Gegenwart über irgendwelche erfolgreichen Rapper gesprochen wird, fange ich ja auch nicht an die Erzählenden zu kritisieren.

      Zugegeben: Der Spruch zu Brividi geht schon extremst am Thema vorbei. Da jetzt aber Homophobie zu unterstellen wäre mir zu gewagt. Kann auch einfach eine Pointe gewesen sein, weil er dachte, dass ja eh jeder verstanden hat, was die Sache war. Am Wissen kann es nicht gelegen haben – alleine schon weil er ja zusammen mit Lukas Heinser sitzt und der ihn im Vorfeld auf so etwas hinweisen dürfte.

  38. Hach, mein Lieblingspodcast wird auf ESC kompakt erwähnt. Wie toll! <3
    Es ist glaub ich schon genug gesagt worden. So ziemlich alles was die beiden sagen ist richtig und ich hoffe einfach dass da draußen irgendein Verantwortlicher zuhört und sich ernsthaft mal Gedanken über eine Neustrukturierung des Ganzen macht. Das könnte man alles so toll aufziehen! Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  39. Ich find die beiden haben recht. Der NDR hat wohl keine Lust mehr. Ein NDR 2 taugliches Radiolied zum ESC zu schicken, ist das Schlechteste was man tun konnte 😅😅😅 Menschen, die ein bisschen Ahnung von Musik haben, wissen das aber auch. Ich find Peter Urban und Barbara Schöneberger echt cool, aber es ist vielleicht Zeit für was neues. Ein bisschen mehr Queer würde mir auch gefallen. Und außerdem darf der Vorentscheid und die Warm Up Shows wirklich festlicher und qualitativer sein. Das war sooo ein schlechter Vorentscheid und so langweilig.

  40. Momentan ist doch Florian Silbereisen DIE Allzweckwaffe des deutschen Fernsehens. Überall auf allen Sendern vertreten u.a. seine eigene Schlager-Bumm-Bumm-Show auf ARD, Traumschiff-Kapitän im ZDF, DSDS-Jury auf RTL. Aber wenn der „Boy“, die Community weiß was ich meine 😉, in Sachen ESC auch noch mitmischt, geht es gänzlich den Bach runter. Selbst meine alte Eltern schalten um, wenn sie ihn sehen und hören.

    • Um Himmels Willen….. Sorry, spätestens dann gucke ich keinen ESC mehr

      Böhmermann dagegen klämnge durchaus vielversprechend.

  41. Eigentlich müsste es heissen: Die ARD hat die Lust vor 30 Jahren abgegeben. Der NDR ist nur aktuell ausführend.
    Mit jedem Jahr wird der ESC von der ARD tiefer in diversen Sparten- und Regionalsendern versenkt. Es gab doch in diesem Jahr sogar schon Überlegungen auch das Finale in die 3.Programme zu verbannen.

    Bis jetzt haben der HR, der BR, der MDR und der NDR die Verantwortung für den ESC gehabt. Der HR gab das der Zeit geschuldete perfekte Beamtentum, der BR bescherte uns die (in der Rückschau nicht so unerfolgreiche, am Ende aber eben auch totlaufende) Siegel-Dominanz in der sich durchaus das damalige Who is Who deutschen Schlagers tummelte, der MDR machte es zum absoluten Giftpokal den keiner mehr anpacken wollte und uns neben anderen Peinlichkeiten den absoluten Tiefpunkt Stone&Stone bescherte. Der NDR schlussendlich ist nach durchaus engagierten Anfängen, Erfolgen und dem Mut auch mal (wenn auch nicht immer ganz freiwillig) andere Wege zu gehen jetzt eine Mischung aus Einbahnstrasse, Selbstgefälligkeit und Ignoranz.

    Es drängt sich kein einzelner Sender des ARD-Verbundes danach die Verantwortung zu übernehmen.
    Die ARD sollte daher auch mal als Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (das verbirgt sich hinter der Abkürzung ARD) Verantwortung übernehmen und ein senderübergreifendes ARD-Team einführen. Denn schliesslich ist die ARD als gesamtes EBU-Mitglied und nicht die einzelnen Sendeanstalten.
    Alternativ böte sich auch noch ein Rotationssystem (ähnlich dem belgischen Prinzip) an, um ein Verharren in der ewig gleichen Struktur zu verhindern.

    Möglichkeiten gibt es mit Sicherheit, nur ist die ARD überhaupt gewillt, nicht wie in den letzten Jahren den Eindruck zu vermitteln, was können wir dieses Jahr noch alles falsch machen und wen verheizen wir….

    Es geht ja nicht darum, jedes Jahr den Pott zu holen. Das kann auch keiner leisten, weder organisatorisch noch finanziell. Aber es sollte doch irgendwie möglich sein, Beiträge zu schicken, die es auf die linke Seite des Tableaus schaffen und damit auch das Voting (aus deutscher Sicht) wieder zu einem guten Teil der Sendung zu machen.

    • Toller, profunder Kommentar! Gerade das simple Rotationsprinzip könnte schon genügen, um zumindest einen gewissen Mindestehrgeiz anzustacheln.

    • Neben dem HR, BR,MDR und NDR gab es noch vier Sender die die Federführung innehatten. 1956 NWDR, 1958 WDR, 1962 und 1978 SWF und 1972 und 1991 SFB

  42. Da kann auch ich Böhmermann und Schulze nur beipflichten!

    Peter Urban mochte (mag) ich (noch) immer sehr (stammte von ihm nicht jener legendäre Kommentar, ich glaube zu einer Sängerin aus Malta, „sie ist mehr der Typ Pia Zadora: klein, laut und immer auf dem Weg nach oben!“ *priceless*)
    In diesem Jahr war Herr Urban auffällig verhaltener und bescheidener (gerade mal „Spanischer Abend im rumänischen Ferien Club“ lies noch mal laut aufschmunzeln), und später auch fahrig. Vermutlich wird er selber (bald) merken, dass auch dort eine „Zeitenwende“ für ihn ansteht.

    Bereits an anderer Stelle kommentierte ich:
    <>

  43. -> Man braucht ja nur den deutschen Vorententscheid in diesem Jahr zu betrachten, dieser war wieder derart provinziell inszeniert, dass wohl selbst die albanische Sendung zur Vorauswahl im Vergleich wie ‚Las Vegas‘ erscheinen mochte.
    Da verweise ich gerne mal auf die Auswahlverfahren in Schweden und Italien: „Melodiefestivalen“ und „Sanremo“! Diese beiden Länder, zB., meinen es ERNST und verzeichnen deswegen am Ende auch fast immer Platzierungen in der Top 10.
    Doch solange man die Suche nach einem deutschen Beitrag schon im Vorfeld wie einen Treppenwitz behandelt, darf man nicht erwarten, dass stets dieses irgendwie ‚kleinste Übel‘, was sich dann bequem automatisch für’s Finale qualifiziert, vom Rest der Eurovisionsfamilie beklatscht und bepunktet wird.
    Und ja, wann gehen endlich, und vor allem, Thomas Hermanns und Jane Cromerford „in ESC-Rente“? Auch da fehlt es an Mut, vielleicht jedes Jahr mal andere ‚Spezialist*innen‘ auf die Couch zu bitten, derer gibt es da viele (ich springe gerne ein! 😉 ). Vom alljährlich verlässlich piefigen Rahmenprogramm (vor und nach dem Großen Finale) will ich hier erst gar nicht reden. Am vergangenen Samstagabend war dieses mal wieder unterirdisch – der einzige ‚Aufreger‘, Michelles elektrifiziertes Haar, kein Wunder, sie wirkte eh wie ein ausgedientes Stepford-Wife, dass man noch mal rebootet hat… ok, ich bin schon still… 🤐🥴

    • Schön formuliert, aber ich weiss nicht, wie der Vergleich des altehrwürdigen FiKs mit Las Vegas gemeint ist – allein das Wörtchen „selbst“ würdigt diesen wundervollen Vorentscheid mMn ungebührend herab.

      • Frédéric, nein „selbst“ war gar nicht ‚abwertend‘ gemeint, eher so im Vergleich, dort, wo man hier landläufig eher keinen besser inszenierten Vorentscheid erwarten würde.

  44. Ich hoffe nur, Dass die Wut und Empörung nicht in einer Woche schon wieder Geschichte sind. Dann hätten wir nämlich wirklich nächstes Jahr wieder genau dasselbe wie dieses Jahr. Die Bubble regt sich ganzjährig auf, dem Rest ist es egal, also muss man nix ändern. Ab hier ad infinitum wiederholen 🙁 Wie kommen wir da raus?

  45. Wenn Deutschland schon beim ESC und JESC keinen Erfolg hat, dann freut man sich umso mehr, wenn es bald die OGAE-Wettbewerbe gibt (OGAE Second Chance Contest, OGAE Song Contest und OGAE Video Contest). Vor allem bei mittlerem und letzterem war Deutschland in den vergangenen Jahren wesentlich erfolgreicher.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.