
Wir blicken wieder in die „ESC-2024-Glaskugel“ und sehen… sehr spannende Auftritte in der Malmö Arena diesen Mai. Denn schon jetzt teasen viele Delegationen und Künstler:innen an, welche Staging-Konzepte sie planen – ohne dabei zu viel zu verraten. Das macht das Ganze nicht nur interessant, sondern lässt uns auch darüber spekulieren, was genau wir im Endeffekt auf der ESC-Bühne erwarten könnten. Hinweise geben dabei übrigens auch die beauftragten Stage Directors…
Griechenland
Da wären wir auch direkt bei einem Mann, dessen Name so ziemlich jedem ESC-Fan schon einmal begegnet sein dürfte: Fokas Evangelinos. Er bringt einiges an Erfahrung mit und hat schon zahlreiche (sehr erfolgreiche) Performances für osteuropäische Nationen und Griechenland im Wettbewerb konzipiert. Fokas soll laut griechischen Medien jetzt berichtet haben, dass er für die diesjährige Performance von Marina Zatti etwas plant, das es noch nie beim ESC gab.
Es wird berichtet, dass die gesamte Performance zu „Zari“ mit nur einer einzigen Kamera gefilmt werden soll. Eine One-Shot-Performance habe es laut der Delegation aus Griechenland noch nie zuvor beim ESC gegeben. Und tatsächlich fallen auch mir keine Auftritte dieser Art ein, die es tatsächlich zum ESC geschafft haben. Falls Ihr uns und dem griechischen Team eines Besseren belehren könnt: gerne immer her mit Euren Hinweisen!
Um besser zu verdeutlichen, was genau mit einer solchen „One-Shot-Performance“ gemeint ist, habe ich drei Vorentscheid-Performances der letzten Jahre herausgesucht, auf die diese Staging-Stilistik tatsächlich zutreffen – auch wenn diese Beispiele super unterschiedlich sind. Während Leona zu „Undream You“ bei „Das deutsche Finale 2024“ und Søren Torpegaard Lund im vergangenen Jahr mit „Lige her“ im dänischen Vorentscheid sehr ruhige One-Shot-Performances boten, zeigte Feli aus Rumänien bereits 2018, dass ein 3-Minuten-Auftitt, der nur mit einer Kamera gefilmt wird, durchaus dynamisch sein kann:
Update: In den Kommentaren wurden wir darauf hingewiesen, dass es tatsächlich bereits beim ESC zu einer „One-Shot-Performance“ kam. Trijntje Oosterhuis hat eine solche nämlich 2015 im ESC-Halbfinale präsentiert. Mit „Walk Along“ schaffte sie es allerdings nicht ins Finale, wodurch es sein könnte, dass Griechenland dieses Jahr die erste One-Shot-Performance in einem ESC-Finale(!) vorweisen kann, sollten sich die Pläne bewahrheiten.
San Marino & Albanien
Zumindest ein kleines Update gibt es auch aus dem kleinen San Marino. Hier hat die Band Megara den Spanier Javier Pageo als Stage Director benannt. Er war beispielsweise schon für Auftritte beim Benidorm Fest zuständig und inszenierte hier die Performance von Sänger Rayden. Megara wollen Elemente aus der Performance des san-marinesischen Vorentscheids beibehalten, aber alles an die große ESC-Bühne anpassen.
Viele haben sicher gar nicht direkt bemerkt (inklusive mir!), dass die Band einige Textzeilen der Nummer „11:11“ im Vorentscheid sogar auf Italienisch performt haben – die Amtssprache in San Marino. Angeblich werden Megara daran auch beim ESC in Malmö festhalten. Zudem hat sich die gesamte Band kürzlich anlässlich ihrer Teilnahme ein Gruppentattoo mit dem Songtitel stechen lassen:
Besa aus Albanien hat erst kürzlich den Revamp ihres Beitrags „TiTAN“ veröffentlicht. Nach der deutlich moderneren Produktion des Songs, wird sich sicher auch inszenierungstechnisch einiges verändern. Zuständig wird dafür Fredrik Rydman sein, den auch Nemo aus der Schweiz als zuständigen Creative Director für Malmö bekannt gegeben hat. Rydman ist, wie berichtet, unter anderem für die Inszenierung des Televoting-Siegers beim ESC letztes Jahr, „Cha Cha Cha“, verantwortlich gewesen. Unterstützung beim albanischen Staging bekommt er von Melissa Thompson und Reija Ware.
Kroatien
Dass sich am kroatischen Auftritt besonders viel verändert im Vergleich zur Performance beim Vorentscheid Dora 2024, dürfte eher unwahrscheinlich sein. Baby Lasagna wurde vom Sender HRT jetzt bei den Proben für seinen ESC-Auftritt gezeigt (Aufmacherbild). Hier wirkt erstmal alles vertraut: weiterhin sind eine Tänzerin und ein Tänzer zu sehen, sowie zwei Personen an Instrumenten. Dass es Outfit-technisch eine Veränderung geben soll (etwa wie im Musikvideo) und beim ESC mehr Katzen auf den LEDs zu sehen sein werden, sind bislang reine Fan-Wünsche und -Vermutungen.
Polen
Zu guter Letzt reisen wir mit der Glaskugel noch nach Polen. Hier wurde von der diesjährigen Vertreterin LUNA selbst bekannt gegeben, dass Jerry Reeve „The Tower“ in der Malmö Arena inszenieren wird. Derzeit ist sie mit ihm und zwei Choreograf:innen für die Proben in London (siehe unten). Auch Jerry Reeve ist kein unbekannter Name, denn er hat nicht nur mit Stars wie Justin Timberlake und den Jonas Brothers zusammen gearbeitet, sondern ist auch für eine eher unrühmliche Performance (mit-)verantwortlich: die von James Newman beim ESC 2021. Richtig: der Trompeten-Fail-Auftritt.
Das muss natürlich nichts heißen und bislang ist auch nicht bekannt, was genau Jerry Reeve für Polen auf die Bühne zaubern will. Wenn er seinem ESC-Stil treu bleibt, überdimenionale Requisiten in seine Inszenierungen einzubauen, könnte es aber sein, dass wir einen großen Turm beim polnischen Auftritt sehen werden. Viele Fans vermuten jedoch, dass das Thema Schach eher eine Rolle spielen wird. Im Musikvideo ist LUNA nämlich beim Schachspielen zu sehen. In wenigen Wochen wissen wir, welche Theorie stimmt.
Welche Staging-Idee macht Dich am neugierigsten? Welchem Stage Director traust Du beim ESC 2024 am meisten zu? Lass uns gerne Deine Meinung da.
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Gerade wieder auf YouTube geschaut, Wiwibloggs regt mich auf wisst ihr warum sie kein reaction Video zu Israel machen finde das unprofessionell
Ich finde es auch komplett lächerlich, wie viele ESC-YouTuber und Content Creator einfach so tun, als ob Israel gar nicht dabei wäre…als ob sich dadurch irgendwas verändern würde
das kann z.B. daran liegen, dass sie sich keine ‚Daumen runter‘ und Ähnliches einhandeln wollen. Das fliesst alles in den Algo, aber auch in das Channelstanding mit ein.
Nein, ich weiß nichts, aber sie sind ja noch dabei, die Reactions zu veröffentlichen (Aserbaidschan kam vor 2 Stunden)….insofern muss das gar nichts heißen.
Naja Karsten, ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch etwas veröffentlichen, viele Fanmedien weigern sich dieses Jahr wegen der Kriegsverbrechen Israels über sie zu berichten, sie unterstützen ihre Teilnahme am ESC dieses Jahr einfach nicht und ich finde das ist wegen der humanitären Lage in Gaza auch nachvollziehbar. Ob wiwibloggs dazu gehört, weiß ich nicht, würde mich aber nicht wundern.
Dann soll man bitte so konsequent sein und Aserbaidschan auch boykottieren.
Die WiWi-Nervensägen unprofessional? Ist irgendjemand überrascht?
Nee, tatsächlich nicht 🤣
Schau mir eh nichts von denen an, da ich die sehr überheblich und nervtötend finde.
Ja, ganz furchtbar
Griechenland klingt ja mal sehr vielversprechend. Bin gespannt, wie das auf der Bühne aussehen wird
One shot performance bei Griechenland, na ich weiß nicht. So was wird ja immer mal wieder in Film und TV gemacht und wirkt auf mich meistens sehr statisch – was nicht zum Song passt, es geht eher noch bei einer ruhigen Ballade.
Danke für den Überblick. Sehr interessant, dass mit Albanien jetzt schon der zweite Sender von Sacha Jean-Baptiste zu Benke Rydman wechselt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die griechische Performance am Ende aussieht und was Polen uns präsentieren wird.
Thema One-Shot: das hätten wir auch 2020 vermutlich mit Montaigne gesehen. Aber da kam ja was dazwischen.
San Marino wird einen typischen Bandauftritt hinlegen was ja zum Song auch am besten passt.
Vielleicht können wir ihnen unser Gerüst vom letzten Jahr andrehen.
glaube Luna könnte mit einer guten Bühnendarstellung noch gut was wettmachen. Grad was die Klippe Finalqualifizierung betrifft.
Bleibt der Haken, dass ’niemand‘ verstehen wird, um was in dem Song eigentlich geht, ausser dass sich Tower auf Power reimt. Der Song als Tonaufnahme gefällt mir aber weiterhin ganz gut.
Bei Baby Lasagna könnte eine stimmlich schwache Performance hart bestraft werden. Da werden die besten Grafiken und sonstigen visuellen Eindrücke nicht helfen. Ist aber nicht immer so. Ab und zu wird auch über Mängel hinweggeschaut.
Griechenland mit One-Shot? Marinas Song ist eigentlich ja viel zu hektisch dafür. Mal schauen wie es dann umgesetzt wird. Schnitte fände ich bei dem Song passender da der Song zwischen schnelleren und langsameren Passagen halt eben auch hin- und herwechselt.
Kann aber sein, dass ich durch vieles MV schauen auf schnelle Schnittfolgen so halb schon geeicht bin.
Ich seh das genauso bei Griechenland. Der Song – so nervig ich ihn auch finde – ist dynamisch mit den vielen Stilwechseln. One Shot passt da nicht. Kannst Du bei Slimane machen, die Kamera dreht sich um ihn. Aber hier? Klingt offengestanden bizarr.
Bei Kroatien mache ich mir schon Sorgen, wenn das Staging sich nicht massiv ändert, wird das mit einem Sieg nichts.
Viel wichtiger als die Inszenierungen sind die Ticketverkäufe und in Malmö sollen ESC-Fans aus rund 80 Ländern anreisen:
https://eurovoix.com/2024/03/20/eurovision-2024-80-countries-attending/
Die weiteste Anreise haben die Fans aus Australien und Neuseeland.
alles doch längst ausverkauft bis auf hier und da mal Rückläufer.
Warum ist das wichtiger? 🤔
Interessiert mich Null. Stagings schon eher, aber das lese ich nicht mit, da ich mir die Überraschung nicht verderben lassen will. Aber interessanter als die Ticketverkäufe ist es definitiv
War „Calm after the Storm“ von den Common Linnets nicht eine One Shot Performance?
Nein. Auch Belarus 2018 war close dran, ist aber so wie CATS beim letzten Refrain gewechselt
I’ll add that israel is going to have the „unicorn“ and eurovision 2019 staging directors which is promising (at least for me)
Haha, Griechenland wieder.
Auch bei Stefanias Auftritt hoben sie die Ansprüche mit der Ankündigung von einem außergewöhnlichem Auftritt, etwas das es noch nie beim ESC gab, Stefania wird fliegen,…
Und dann steht/liegt sie auf einer Klappleiter vor einem GreenScreen- wow, wie revolutionär.
Ich glaube mit dem OneShot wird es ähnlich sein, große Ankündigung- wenig Wirkung.
Außterdem stellt man sich doch nur unnötig hohe Hürden, wenn man von Vornherein ohne Kamerawechsel auskommen will.
Was, wenn die Bühne dadurch zu klein/groß wirkt oder die Abstände Bühne- Publikum komisch aussehen?
One Shot unter anderem von Trijntje Oosterhuis – Walk along.
https://www.youtube.com/watch?v=O_fs4SPGyF0
Vielleicht sollten die Verantwortlichen dazu schreiben, dass es sowas noch nie in einem Esc-Finale(!) gab. 🙂
Vielen Dank für den Hinweis. Wusste ich doch, dass es soetwas schon einmal gab 🙂
Eben wurde die überarbeitete Version des tschechischen ESC-Wettbewerbstitels „Pedestal“ (Pferdestall) veröffentlicht:
https://eurovoix.com/2024/03/21/czechia-aiko-releases-revamp-pedestal/
Hoffentlich wird das auch gesanglich einwandfrei auf der ESC-Bühne von Aiko zu hören sein.
So One-Shot-Performances können schon gut wirken. Ich weiß, der Auftritt ist es zwar nicht, aber ich fand zB gerade die letzte Minute von „Voila“ hat das 2021 sehr gut genutzt.
Off-Topic: Es gibt zB auch einen prämierten deutschen Film aus 2015, der eben auf genau dem Prinzip beruht („Victoria“).
Ich hoffe trotzdem, dass „Zari“ eine dynamischere Performance als „ Voila“ bekommt. Bin da eher kritisch. Aber der Mann wird wissen was er macht.
Es wird also ein riesiger Turm anstatt riesige Trompeten.
Aber irgendwas neues wird von Kroatien auch kommen❤️🇭🇷