Erste Probe Russland: Sergey Lazarev -Scream

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Foto: Thomas Hanses

Noch beginnt die erste Probe von Sergey nicht, aber wir sehen schon einiges auf dem Bildschirm. Russland hat acht große LED-Wände mitgebracht – auf denen Klone von Sergey zu sehen sind, so wie damals bei Blue. Der Unterschied ist, dass Sergey tatsächlich live abgefilmt wird und dieses Bild auf die Wände gespielt wird.

Sergey ist komplett weiß angezogen: Weiße Tunschuhe, weiße Hose, weißes Hemd. Im Hintergrund sehen wir schon Gewitterstimmung auf dem Backdrop. Gleich geht es wohl los, lassen wir uns überraschen, was passiert…

Zu Beginn ist Sergey in Großaufnahme zu sehen, das wirkt sehr intim und passt zu der ersten, ruhigen Strophe. Er singt die Zuschauer direkt an. Dann geht Sergey an der ersten Wand vorbei, die sein Spiegelbild zeigt.

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Foto: Thomas Hanses

Für den ersten Refrain stellt er sich in die Mitte der Bühne und durch helle, sich bewegende Streifen auf dem Backdrop wird ein 3D-Effekt erzeugt, als würde das Weltall an Sergey vorbeirauschen. Das sieht beeindruckend aus und unterstützt die Steigerung zwischen Strophe und Refrain.

In der zweiten Strophe steht Sergey dann hinter einer Scheibe, an der Wasser herunterläuft, es sieht also so aus, als würde er hinter einer Fensterscheibe stehen, an der Regenwasser herunterläuft. Hier scheint mit der Kameraeinstellung etwas noch nicht zu stimmen, denn wir sehen größtenteils die Bühne in der Totalen, was den Effekt kaputt macht – das wird später sicher anders.

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Im Refrain sieht man dann, dass die Spiegel gar keine Spiegel sind, sondern LED-Wände, denn nun ist Sergey darauf in unterschiedlichen Positionen zu sehen. Im Backdrop wird nun ein Gewitter eingespielt, um die Dramatik nochmal zu erhöhen. Am Ende der Performance zerspringt die gesamte Szenerie in Scherben.

Das Pressezentrum ist begeistert, hier gibt es den größten Applaus der vergangenen Probentage und alle sind in heller Aufregung. Da dürften wir wohl bald Bewegung in den Wettquoten sehen. Auch ich finde die Inszenierung insgesamt gelungen, denn im Gegensatz zu seinem Auftritt vor drei Jahren, hat man hier nicht das Gefühl überfrachtet zu werden, obwohl tatsächlich sehr viel passiert. Das ganze wirkt aber nicht mehr so künstlich.

Einzige Schwachstelle im ersten Durchlauf: Die hohen Töne waren noch sehr wacklig, aber vielleicht gibt Sergey auch noch nicht alles.

Beim zweiten Durchlauf klingt der Gesang nun schon sehr viel besser. Generell muss man sagen, dass diese Performance sich schon so anhört und so aussieht, dass jegliche Kritik Jammern auf sehr hohem Niveau ist. Mir persönlich dauert die Einstellung hinter der Glasscheibe etwas zu lang, da passiert in der zweiten Strophe dann nichts mehr. Und man sieht eben sehr deutlich, dass er hinter einer einzigen Scheibe steht, das wird auch im zweiten Durchlauf wieder sehr seltsam eingefangen.

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Foto: Thomas Hanses

Bemerkenswert ich, dass es überhaupt keine Pyroeffekte zu geben scheint. Hier scheint die russische Delegation wirklich (im positiven Sinne) downgesized zu haben.

Auch der dritte Durchlauf ist problemlos verlaufen, auch wenn Sergey sich direkt nach dem Ende auf Russisch zu Wort meldet und es klang nicht so, als wäre er mit allem zufrieden. Trotzdem: Das können nur noch Kleinigkeiten sein.

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Foto: Thomas Hanses

Sergey hat also vorgelegt, lassen wir uns überraschen, ob Duncan später nachlegen kann.


99 Kommentare

  1. Fein! Ich würde es Sergey so sehr gönnen, und ich gehöre auch zu den drei Leuten, die seinen Song echt mögen.

      • Ich bin Nummer 2. Ich würd mich wahnsinnig für ihn freuen. Für mich ist Scream der beste Song in diesem Jahr.

      • jeg und ich mögen den Song auch (wenn auch (noch?) nicht als Jahressieger). So wenige sind wir also gar nicht.

    • Beeindruckend!!! Ich gönne ihm so sehr den Sieg, er hat es verdient. Er arbeitet sehr hart (was er alles kann, was er leistet….unglaublich!!!)
      Scream ist gänsehaut pur, ich habe es an die 100 mal bereits gehört😊

      Sergey wir drücken die Daumen!!!!!!!

      PS: Finde es traurig, dass dieser Wettbewerb zu politischen Diskussionen führt und dass manche den Künstler angreifen, weil er aus nem bestimmten Land kommt. Politik hat hier nichts zu suchen!!!

  2. Hier scheint ja mal wieder alles aus der Mottenkiste geholt zu werden – natürlich in Overload und teurer. Hoffen wir, dass die Siegeshoffnungen hier auch in Scherben zerspringen.

  3. Aus einem lahmen Gaul machst du halt mit Unsummen an Geld auch kein Rennpferd.
    Das ist niemals der Gewinner 2019!!

  4. Bin mir nicht sicher, ob da viel Bewegung in die Wettquoten kommt.
    Realistisch betrachtet waren die Quoten bisher schon mit der Erwartung gesetzt, dass Sergej mit einer sehr starken Bühnenshow daherkommt.
    Vom Song alleine wäre er ja nicht auf Platz 2, sondern irgendwo um Platz 15.

    • Stell Dir vor, ich möchte Russland auch nicht als Gewinner. Aber nur, weil ich es musikalisch eher Durchschnitt finde. Das hat mit Putin oder sonstwen gar nichts zu tun.

  5. Ich habe Sergey ja live mit „Scream“ bei seiner N-Tour erlebt. Das war schon sehr beindruckend, Gesang und Inzenierung. Na klar wird beim ESC eine Schippe draufgelegt und Sergey spielt nicht unverdient in der obersten Liga mit. Ich mag ihn als Mensch und Künstler.

    • Sehr opulente Inszenierung und klar, daß da noch nachjustiert werden muß. Ansonsten sieht mein Engel woeder top aus und ich freue mich schon auf seinen Auftritt om Finale.

  6. Ich hoffe ja, das sollte der Supergau passieren und Russland gewinnen, die ARD schnell erklärt, das sie den ESC boykottiert.

      • Im Gegenteil, da waren sie alle mit Begeisterung dabei und mit Putin hatte es sogar herzlich wenig zu tun……

  7. Wenn wir schon beim Thema Favoriten sind:
    Von Duncan gibts ein Video, in dem er sein Bühnenoutfit präsentiert.
    Er spricht von „hinter dem Piano“, ob das schon ein Hinweis auf die Bühnenshow ist?

    • Ist es.
      Dieses Video wurde beim Kleidunghersteller gedreht, der Stoff ist über 100 Jahre alt, wird nur eingefarbt und Duncan hat zwei Jacken, ein kurzeres für hinter dem Piano und ein längeres für das ‚Green Room‘.

    • Ich finde den Auftritt, unabhängig davon, dass es Russland ist, recht durchschnittlich. Der Song ist es ohnehin schon.
      Das Homosexuelle hier wollen, dass dieser Song gewinnt, ist mir ein Rätsel. Was wäre, wenn der ESC nächstes Jahr dann in Russland stattfinden würde? Das wäre doch der schwule Supergau nach Tel Aviv in diesem Jahr!
      Man denke nur an die Lage vieler Schwuler in Tschetschenien. Ach nee, der ESC ist ja nicht politisch, stimmt….

  8. Die Russen lieben halt Märchen!
    Ich finde es nicht schlecht. Aber vergesse ständig das Lied.
    Sein jetziger, ihm zugewiesener Platz 2 ist etwas übertrieben.
    Er wird Schwierigkeiten haben seinen ehemaligen 3 Platz zu verteidigen. Ich sehe ihn zwischen Platz 6-8.

    Mein Tipp für 2020 ein Duett mit Zlata Ohnewitsch „fairytale in love“ – Das gibt Punkte!

    • Ups … ich bin extrem unsicher ob so eine egomane Darstellung überall auf fruchtbaren Boden fällt. Da hätte ich eher den Sänger mit seinen Hintergrundtruppe auf der Bühne gesehen.

  9. Das die russen grosses kaliber auffahren, war vorhersehbar. Sergey mag ich einen sieg gönnen aber ein russischer sieg wäre für den esc der worst case…

  10. Ein schlimmes Lied mit einer egozentrischen Inszenierung, das wird von den Juries abgestraft werden. Und der Zuschauer ruft auch für Russland an, wenn sie „love, peace and fuck everybody“ singen wie in Wien oder siamesische Zwillinge auf die kopenhagener Bühne lassen wie nach ihrem Einmarsch auf der Krim oder wenn sie das sprichwörtliche pfeifende Pferd auf die Bühne stellen. Die drei Minuten im Semi mache ich etwas anderes.

  11. Diese Performance ist wie Russland unter Putin. Größenwahnsinnig, protzig, angeberisch und abstoßend. Ja viele schreien wegen Russland vor Verzweiflung, Wut und Trauer. Aber darüber singt Putinboy natürlich nicht.

    Und außerdem warum sollte die ARD einen möglichen ESC in Russland nicht boykottieren wollen, da gebe es viel mehr Gründe als ein von vielen geforderten Boykott in Israel.

    • Es ist nunmal kein politisches Lied, insofern kann man da hineininterpretieren, wie es einem in den Kram paßt… Meine Güte, wäre für mich reine Zeitverschwendung.

      Apropos Israel: Viele Anhänger der politischen Rechten dort (die mitregiert) sind große Russlandverehrer.
      Paßt nur anscheinend nicht in dein Weltbild….

  12. Manchmal hat man hier das Gefühl, Putin hätte die Show produziert. Dabei wissen wir doch genau, wer dahinter steckt und dass er es eben möglichst groß mag. Zuviel Nationalismus kann ich bei ihm auch nicht erkennen, da er problemlos auch für andere Länder produziert, wie wir letztes Jahr gesehen haben.

    • Natürlich ist das ein Propagandlied von Putins Gnaden. Wer das anzweifelt, der lebt wirklich hinterm Mond. Glaubst du ihm ernst die Russen hätten den Lazarev dafür ausgewählt, wenn er nicht auf der Linie des Regimes wäre? Alles an diesem Auftritt ist absolut ekelhaft und abstoßend. Besonders der Sänger.

      • Und jetzt Ruhe! Du hast jetzt vier Mal deine Meinung kundgetan und hier gibt es dazu zwei Gedanken: 1. Der Typ lebt in Deutschland, nicht in Russland, also wie will er wissen wie der russischen Alltag aussieht? 2. Lass der Typ erstmal Russisch lernen, die Sprache verstehen.

  13. Och, das wird schon wirklich weit kommen. Um es um den Sieg mitspielt…mal sehen. Die Ani-Lorak-Gedächtnisshow finde ich jetzt nicht so schlecht, das könnte landen.

  14. … seine Waschkraft macht ihn so ergiebig. Füllen sie einen Sergey ein und erzielen sie die neunfache Strahlkraft vom Unschuldsweiss.

    Positiv, dass keine kullernden Kinderaugen, keine rührseligen Trennungsszenen oder symbolhafte Scheingefechte aufgeführt werden.

    • *lach* Auf einmal frage ich mich wer der erste sein wird, die diese neunfache Strahlkraft mit dem Video von Israels Teilnehmer vermischen wird. Immerhin haben wir auch sieben Kobis.

    • Man wundert sich fast schon, dass das rent-a-kid nicht auch noch irgendwohin projeziert wird.,

  15. Das ist für meinen Geschmack viel zu viel, da fand ich das 2016er-Staging besser, obwohl das auch schon übertrieben war. Ich hoffe wirklich, dass Russland nicht gewinnt, und zwar nicht primär aus politischen Gründen (die es ja zu genüge gibt), sondern einfach weil „Scream“ den Sieg musikalisch nicht verdient hätte. Als weißrussischer Beitrag wäre das Ganze jedenfalls nicht auf Platz zwei in den Wetten.

  16. Den Song mag ich sehr gerne und auch die Inszenierung gefällt mir, besser als 2016. Russland wird damit ins Finale kommen, aber an einen Sieg glaube ich nicht. Und könnte ich auch gut drauf verzichten, aus politischer Sicht. Aber meine Güte, aus meiner Sicht ist das immer noch ein Musikwettbewerb, und wenn mir ein Song gefällt, stehe ich auch dazu. Anrufen würde ich jetzt für Sergej aber trotzdem nicht, dafür gibt es genug Alternativen.

  17. @Marko: Ich kann auch 5 bis 200mal meine Meinung über Russland sagen. Da wir hier in Deutschland in einem Freien Land leben, darf ich das. Ob dir das gefällt oder nicht, ist mir egal. Abartig das es hier in Deutschland noch Leute gibt, die dieses Land und ihre Vertreter noch verteidigen. Obwohl Russland extrem homophob ist. Dann wählt mal schön Russland als Sieger. Wie heißt es so schön: Die Dümmsten Lämmer wählen ihren eigenen Schlachter.

    • Manchmal möchte man eben „dumm“ sein, einfach mal alles ausschalten, von allem abschalten und sich von dem Moment namens ESC gefangen nehmen lassen. Sich freuen, dass musikalisch etwas funktioniert, das politisch nicht funktioniert. Trotz allen möglichen Kalküls im Hintergrund eines solchen Events.

    • Wenn ich die Wahl zwischen Russland und gewissen Commonwealth-Ländern hätte (als dessen Verteter wir ja das UK und Australien im ESC haben), würde ich mich gewiss für Russland entscheiden; immerhin auch ein Land, in dem Männer als Balletttänzer und Eiskunstläufer eine große Tradition haben, während das bei uns lange als „weibisch“ galt.

      Und vor gar nicht so langer Zeit war dieses freie Land, in dem wir leben, auch noch recht homophob (und homophobe Milieus gibt es heute natürlich immer noch), man muss gar nicht mal 70 Jahre zurückgehen.

      Aber es macht natürlich vieles leichter, wenn man so ein einfaches Freund-Feind-Weltbild hat wie Du.

      • Ich beziehe mich natürlich nicht auf den Vorgängerkommentar von porsteinn, sondern auf den von escfan05.

      • Ach Gott, am besten kramst Du noch die Kreuzzüge aus der Mottenkiste, um zu zeigen, dass zB B, D, F und NL ja auch sehr intolerant sind und dass Russland darum allers erlaubt sein sollte. Ganz im Ernst, wo kommt diese Russland-LIebe einiger Leute hier her? Kriegt Ihr Eure Nachrichten nur von Russia Today und Facebook?

      • Sorry, nochmal ein Nachtrag.

        Die Commonwealth-Länder, in denen ich nicht leben wollte, sind natürlich nicht Großbritannien oder Australien, sondern Länder wie Brunei, Pakistan, Uganda, Tansania, Pakistan, Barbados, …

        Und ja, in Russland würde ich ganz gewiss Tschetschenien oder andere nordkaukasische Republiken, in denen Islamisten eine große Rolle spielen, meiden. Übrigens war es 1996, als sich Tschetschenien erstmals einen homophoben Namen machte und die Scharia eingeführt wurde, also in den 90ern, als die Republik als „de facto“ unabhängig von Russland angesehen wurde. 2000 galt wieder russisches Gesetz und Homosexualität war wieder legal (aber die Situation ist in dieser russischen Republik mit autonomem Status natürlich immer noch furchtbar).

        Und zu Homophobie in Deutschland: Im Satz „muss man gar nicht mal xx Jahre zurückgehen“ hätte natürlich die Zahl 80 (oder 75) mehr Sinn gemacht als die Zahl 70.

    • Ich finde du machst es dir hier zu einfach. Ich kenne viele Russen die überhaupt nicht homophob sind, und einige, mit denen ich sehr gute ernsthafte Gespräche über das Thema führen konnte und die danach ihre Meinung überdacht haben. Gleichzeitig gibt es auch in Deutschland homophobe Menschen. Dass man nicht zum ESC in ein Land fahren möchte in dem sich Homosexuelle nicht frei zeigen können kann ich ja verstehen, aber hier pauschal alle Russen über einen Kamm zu schweren ist auch nicht ok. Sergey selbst ist das beste Gegenbeispiel in Sachen Homophobie. Also noch mal, den Song bitte musikalisch bewerten und den Staat gerne kritisieren, aber bitte nicht alle Russen über einen Kamm scheren.

      • Die gleiche Erfahrung habe ich auch schon gemacht, ich kenne eine russische Künstlerin, die ist sehr westeuropäisch und auch schwulenfreundlich eingestellt und sieht Putin sehr kritisch (und andere Politiker bisweilen auch…).ich finde es echt schade, daß hier manche in einer Tour nur schlechte Laune verbreiten, nur weil sie ein Feindbild haben.

        Sorry, das widerspricht meines Erachtens dem Geist des ESC.

      • Sergey ist mir ja durchaus sympathisch (etwa im Gegensatz zu Dima BIlan). Aber musikalisch spricht er mich eben nicht so an.

  18. Wie erwartet ein pompöses Theater. Sicherlich solide, mich läßt es leider relativ kalt. So etwas hat man schon zu oft auf der ESC-Bühne gesehen. Aber die Finalteilnahme wäre sicherlich nicht unverdient.

  19. @escfan05: Deine Meinung darfst du äußern. Aber Leben in einen freies Land fragt auch Respekt anderen gegenüber. Wenn du deine Meinung bis zu 5 Mal in den Kommentarraum unter einen Eintrag über Sergej Lazarevs erste Probe wiederholst, ist der Respekt für deine Mitleser auf diesem Seite Null und das ist meine Meinung, die ich ebenso gerne frei äußere.

      • Nun gut, da finde ich escfan05 mit seinen bisweilen merkwürdigen Thesen viel unertäglicher als vermeintliche „Russlandverteidiger“. Er hat ja schon Stunk gemacht, als es „Scream“ noch gar nicht zu hören gab und jedes Jahr die gleiche Leier.

        Falls Deutschland scheitern sollte, dann ist natürlich Angela Merkel am Debakel schuld. Ich kann mich noch an sein Geschreibsel 2016 und 2017 erinnern, das war alles total substanzlos. Man darf sich wohl auch diesmal darauf einstellen…..

      • Die Briten können’s ja dieses mal auf das Brexit-Chaos schieben; immerhin haben sie dann endlich eine andere Ausrede als „Europe doesn’t like us because of the Iraq war“… und klar, Merkel hat schuld am s!stärZ-Debakel. Kevin Kühnert wahrscheinlich auch. Schreiber aber auf keinen Fall!

      • Ich verteidige niemanden, ich möchte nur nicht bis zu 5 Mal ein Kommentar mit mehr oder weniger gleichem Inhalt lesen. Zum Mitschreiben: heute um 11:42, 11:43, 11:48, 12:47 und 13:09 – Fünf Mal nichts zu der Probe, sondern nur Ablehnung. Dieses Verhalten nennt sich ‚Trollen‘.

        Zu politischer Situation in Russland und eine Reihe von anderen Ländern äußere ich mich sonstwo und hier nur wenn es einen wirklichen Anlass dazu gäbe.

        Wie heute.

        Wir sind jetzt in Kroatien und in den vergangen Nacht sind wir von streitenden Wölfen aufgewacht, also heute Morgen mal nachgeschaut. Im Wald hinter unserem Ferienhaus lagen menschlichen Überreste herum und deshalb hatte ich den ganzen Tag hier die Polizei und einige andere Behörden im Haus. Vermutlich ist er oder sie über drei Monaten her verstorben, vermutlich war er oder sie einen Flüchtling aus Irak oder Syrien oder Afghanistan.
        Nun das politische: auch diesen Fall wird nicht in der Presse gelangen, weil es erneut ein Beweis wäre vom Versagen der Flüchtlingspolitik in Europa.
        Kroatien kann sich solche Nachrichten nicht leisten – in 2015 hat man genau gesehen wie schädlich solche Nachrichten sich auf den Tourismus auswirken – und der Europawahlen stehen an.
        Ich schweige nicht, mache auch keine genaue Ortsangaben machen, da das Haus bis auf wenige Wochen komplett ausgebucht ist und diese Einnahmen werden gebraucht – vier Familien leben davon.
        Ich freue mich nur, dass mein Sohn auf mich gehört hat und nicht selbst nachgeschaut hat.

        So, bitteschön, ausreichend Politik für heute oder?

      • Ich stimme Dir zu, dass die sich ständig wiederholenden Kommentare nerven, zumal sie sich nie im Entferntesten auf den Song beziehen (den ich persönlich zu musicalhaft und narzisstisch inzszeniert finde). Sorry, daß Ihr diese Horrorerfahrung in der Nacht hattet… die Flüchtlingskrise ist leider auch deshalb ein Problem, mit dem Europa kämpft, weil es Russland sie immer wieder durch gezielte Bombardements in Syrien verschärft hat und gleichzeitig die rechtspopulistischen/faschistoiden Parteien in Europa unterstützt. Es führen zur Zeit leider viele Wege nach Moskau, wenn es um das Erzeugen von instabilität geht; von daher kann ich es schon verstehen, wenn es jemanden ankotzt, dass RUS den ESC – wie zB auch die WM letztes Jahr – als Propaganda-Bühne nutzt. Anyway – trotz des bitteren Beigeschmacks der letzten Nacht wünsche ich Euch noch einen guten Urlaub!

      • Die Flüchtlinge in der Region unseres Ferienhauses sind an erster Stelle ein humanes, menschliches Drama, trotz politische Grunde warum Menschen versuchen irgendwo anderes eine halbwegs sichere Existenz aufzubauen oder vorzufinden.

        Zum Weltpolitik: es ist nicht nur Russland, es sind auch andere Länder – die VS agieren genau so. Isreal und Kurdistan verdanken wir die ehemaligen Kolonisten VK und Frankreich. Irak? Familie Bush. Afghanistan? Alle Weltmachten. Syrien? Erneut sind da mehrere Parteien involviert. Jemen? Saudi-Arabien? Und immer stecken hinter den offiziellen Ausreden wirtschaftlichen Gründe – Kontrolle über Wasser, Öl, Gas, Transportwege. Seit etwa 10-15 Jahre ist Klimawandel auch eine Ursache von Migration.

        Über Sergejs Song habe ich meine Meinung schon geäußert. Einmal bei der Songchecks und hieroben schwirrt meine erste Gedanke zu den Bildern herum.

  20. @4porcelli – gettin‘ rowdy rowdy:

    Ich lese überhaupt kein Facebook, und Russia Today (den englischsprachigen Sender) schaue ich eher selten, aber es ist sicher nicht schlecht, ab und zu auch mal eine andere Sichtweise auf bestimmte Sachverhalte zu sehen. Natürlich sind die oft „biased“, aber deswegen ist nicht alles erstunken und erlogen, was da zu sehen ist (ich rede wohlgemerkt nicht von RT Deutsch, das schaue ich gar nicht).

    Ich frage mich: Woher kommt dieser Russland-Hass einiger Leute hier? Wie konnte es kommen, dass sich ein einseitiges Bild von Russland als „dem Bösen“ schlechthin in solch einem Maße durchsetzen konnte, dass man von manchen hier als kompletter Alien angesehen wird, wenn man versucht, diesem Schwarz-Weiß-Bild etwas entgegenzusetzen? Ich finde die Entwicklung in Russland hin zum Autoritären, die in der Tat leider in den letzten Jahren stattgefunden hat, auch bedenklich, aber diese Entwicklung ist kein russisches Alleinstellungsmerkmal.

    Trotz dieser Bedenken weigere ich mich, bei dieser Dämonisierung mitzumachen, zumal es leider eine sehr lange Tradition der Russland-Feindschaft hier in Deutschland gibt, das zieht sich vom Dritten Reich über die Zeit des Kalten Kriegs bis heute durch.

    Natürlich gab es andererseits hier auch immer eine Strömung, die dieses Land mit seinen großartigen Komponisten, Schriftstellern, mit seiner Ballettradition und vielem mehr sehr schätzte. Und es gab die große Gorbatschow-Begeisterung Ende der 80er.

    Zum Abschluss nochmal kurz zu Deutschland: Es war erst 1994, als in Deutschland der Paragraf 175 abgeschafft wurde (auch wenn das in Deinem historischen Horizont womöglich nicht allzu weit von den Kreuzzügen entfernt sein mag), und als ich in den 80ern Teenager war, war das gesellschaftliche Klima alles andere als Coming-Out-freundlich, zumindest außerhalb der Großstädte.

    So, und jetzt mache ich für heute wirklich den Computer aus.

    • Ähm -Ukraine, Syrien, Georgien, Tschtschenien, abgeschossenes Passagierflugzeug – das ist nur die Spitze des Eisberges der russischen Untaten der letzten Jahre. Von daher finde ich es schon gerechtfertigt, hier von einem Schurkenstaat zu reden.

      • Ich weiß aber nicht, ob eben dieses Forum dafür geeignet ist. Es sollte schlichtweg nur über den ESC diskutiert und gestritten werden.

      • Ja ist auch nur meine Reaktion auf das in diesen Foren immer wiederkehrende whitewashing von RUS. Glücklicherweise ist deren Song dieses Jahr eine lahme Musical-Nummer, quasi big budget s!ster, so dass ich nicht glaube, dass wir uns um einen ESC in Sotschi Gedanken machen müssen. Wobei ich dieses Jahr total im Unklaren bin, wer gewinnt – spannend!

      • @4porcelli – gettin‘ rowdy rowdy: „Ukraine, Syrien, Georgien, …“, überall ist der russische Schurkenstaat zu 100% allein schuld an allem Unheil, ganz klar.

        Und Dir ist schon bewusst, dass dieses von Dir beklagt „whitewashing“ in diesem Thread nicht zuerst da war, es war lediglich eine Reaktion auf escfan05s wiederholte Schimpfkanonade auf „Putinboy“ Lazarev und dessen anscheinend für alles Böse auf der Welt verantwortliche Land.

  21. Mag ja sein, das der Lazarev vielleicht nicht homophob ist. Aber hinter ihm steckt nun mal ein Land, ein Regime, das keinerlei moralische Skrupel kennt. Egal ob Doping im Sport, Massenmord in Syrien, Ukraine oder die Situation in Venezuela, in allem Schlechten was gerade läuft auf der Welt, hat Russland seine dreckigen Finger drin. Dazu kommt noch das die Bevölkerung und der Staat tatsächlich homophob ist. Das es einzelne Russen geben mag, die nicht homophob sind, will ich gar nicht abstreiten. Aber die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung und das Regime ist homophob. Deutschland hat sich deutlich gebessert und nie hat eine Deutsche Bundesregierung, und das ist der Unterschied zu Russland, Gesetze gegen eine Minderheit erlassen. Ich finde diese Nonchalante Haltung gegenüber Russland die hier manche haben, einfach nur erschreckend. Wie kann man so das normale Leben ausblenden?

    • Ach escfan05, Du kennst natürlich das normale Leben in Russland und weißt, dass fast alle Russen homophob sind. Genauso wie Du die minderheitenfreundlichen Einstellungen etlicher deutscher Bundesregierungen kennst, die den Paragrafen 175 nach dem Dritten Reich doch noch recht lange bestehen ließen.

      • Lieber Thomas M. (mit Punkt), lass die beiden Herrschaften 4porcelli – gettin‘ rowdy rowdy und Escfan05 mal. Du, viele andere Leser hier und ich wissen, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist. Diese Zwei brauchen noch einiges bevor sie soweit sind – wenn das schon passieren wird.
        Das nächste Mal wird nur ein ‚TrollAlert‘ von mir kommen und fertig.

      • @Marko: Ich hatte mir auch ganz fest vorgenommen, dass das meine beiden letzten Beiträge in diesem Thread gewesen sein sollten. Nun ja, jetzt ist’s eben dieser hier, ich hoffe ich halte jetzt wenigstens diesen soeben frisch reformierten Vorsatz durch 😉

    • Ich musste lange überlegen, aber ich hatte noch einen russischen Beitrag in Erinnerung, wo zwei junge Frauen auf der Bühne eine lesbische Beziehung inszeniert hatten. Ob sie es tatsächlich sind, weiß ich allerdings nicht. Die nannten sich t.A.T.u.(2003). Damit sind sie der erste osteuropäische Staat, die Gleichgeschlechtigkeit auf die Bühne gebracht haben. Der Begriff „Homophobie“ wird ohnehin in eine falsche Richtung verwendet. Normalerweise bezeichnet Phobie ein Angstzustand. Kennt man ja von Spinnen-Phobien usw.

    • @escfan05 – Es hat keinen Zweck; wir versuchen hier mit Leuten zu diskutieren, die entweder naiv-verblendet sind, weil sie ihre Weltnachrichten nur von iIstagram beziehen und Laserboy geil finden oder wie „Thomas M Punkt“ oder „Marko“ dafür bezahlt werden mit immer denselben Taktiken („In x ist auch nicht alles gut, nicht nur Russland ist schlecht etc etc.) ihren Auftraggeber in Moskau zu verteidigen. Ich rutsch auch immer wieder in die Falle, mit solchen Figuren zu diskutueren. Der bizarren Unterhaltsamkeit halber scrolle mal hoch zum Post von „Marko“ wo seine Argumentation ist, dass hinter seiner Urlaubswohnung Wölfe über Flüchtlingsleichen hergefallen wären und das sei die Schuld „Europas“. Das ist wirklich der Gipfel der bizarren Argumentationsversuche – krank solche Leute.

      • @4Porcelli: Du hast Recht. Es macht keinen Sinn mit bezahlten Bots und Propagandisten wie Torsten M. zu diskutieren. Einfach nur krank solche Leute, die so ein Verbrecherregime verteidigen. Das ist halt unsere Zeit. Einfach nur zum kotzen. Sollte Russland gewinnen, zeigt das nur, wie dumm, unempathisch und krank Europa doch geworden ist.

      • Gottseidank ist der Propagandasong von Putins Bitch Boy so musicalhaft und lahm, dass ich ausnahmsweise entspannt bin, dass die Russkis nicht gewinnen werden!

      • Ich habe es grade schon unter dem anderen Beitrag geschrieben und bitte Euch auch hier, egal wie emotional das Thema ist, ein bisschen auf Eure Sprache zu achten. Glaubt ihr wirklich, dass es Eure Argumente gegen Putin stärkt, wenn ihr Andersdenkende als „krank“ bezeichnet?

      • Ich will den Punkt jetzt nicht weiter strapazieren, aber krank ist es meiner Ansicht nach, so zu tun, als ob Trump ein normaler Präsident oder Putins Russland ein normaler Staat sei. Wie weit wir damit kommen, wenn wir argumentieren, dass alle irgendwie Recht haben, sehen wir ja bei Hillary Clinton oder der SPD…
        Now back to the show – leider gehts morgen mit dem Schreckens-Semi weiter.

  22. Oder wollt ihr wirklich im nächsten Jahr nach Russland reisen? Einer der homophobsten Länder in Europa überhaupt? Wollt ihr das wirklich? Daran solltet ihr denken, wenn ihr dem Putinboy den Sieg wünscht.

  23. Nein, ich möchte nicht nach Russland. Aber nur deswegen, weil „Scream“ musikalisch nicht so mein Ding ist.
    Deine merkwürdigen Verschwörungstheorien sind für mich irrelevant.

    ES NERVT !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  24. Russland gewinnt sowieso nicht! Letztes Jahr sind sie sogar im Semi gescheitert! Den besten Beitrag den sie geschickt haben war 2015 Poli Gagarina. Aber sonst fand ich die russischen Beiträge bisher nie sonderlich prickelnd.

    • Was Russland bisher beim ESC so gebracht hat, ist für mich insgesamt recht durchwachsen. Zuletzt haben mir die Tolmachevy-Sisters und die Babuschkys richtig gut gefallen (Polina Gagarina war aber auch ok, Sergej Lazarev ebenso). Ich bedauere es sehr, dass man beim ESC fast nie die russische Sprache zu hören bekommt.

      • Interessant, wo liegt denn ausser der Phonetik der Unterschied zwischen Polovina und Shine?

        Für mich anbiedernde ESC-Grütze – in beiden Sprachen. Ein Teil der dafür votenden Zuschauer dürfte inzwischen dahingeschieden sein.

      • Reicht die Phonetik nicht? Und dass Kirkorov-Kompositionen eigentlich immer ESC-Kitsch sind, ist auch nichts Neues. 😉

      • @Jorge: Das zeigt, dass für den ESC ein älteres Publikum dringend vonnöten ist, um eine gewisse Qualität zu sichern. Es braucht einfach eine langjährige Musikhörerfahrung, um zu wissen, was hochwertige Musik ist. Wenn nur noch diese jungen Hüpfer mit abstimmen, dann geht der ESC den Bach runter. Daher bin ich auch absolut gegen eine Abstimmungs-App (sorry, Floppy!). 😉

        @Marco (falls Du diesen Kommentar hier entdecken solltest): Ich habe meinen Vorsatz von weiter oben, in diesem Thread nichts mehr zu schreiben, nur halb gebrochen, denn das hier ist ja eigentlich ein völlig anderes Thema 🙂

      • Langjährige Musikhörererfahrung ist nur ein Euphemismus für festgefahrene Hörgewohnheiten und Tinnitus mit reduzierten Hörfrequenzen. Und das ist leider kein Witz.

      • Wenn ich meinen letzten Beitrag um 22:03 so durchlese, frage ich mich, ob ich mein Zwinker-Smiley nicht schon etwas früher setzen sollen hätte, womöglich nehmen manche das doch 100%ig ernst, was ich gerade zu langjähriger Musikerfahrung geschrieben habe (ich meine damit nicht Dich, Jorge). Aber im Kern denke ich schon: Warum soll ein 14-29-Jähriger als Hörer soviel wertvoller sein als ein 50-119-Jähriger? Und festgefahrene Hörgewohnheiten oder besser eine gewisse Skepsis gegenüber dem allerneuesten hippen Trend (der dann oft von denselben Leuten wenig später schon wieder für völlig uncool gehalten wird, weil es längst wieder was neues Angesagtes gibt) finde ich gar nicht so schlecht.

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