ESC 2020: Viel Bewegung bei den Streaming-Zahlen auf Spotify und YouTube

Wer macht in diesem Jahr das Rennen bei den Streams? Und welcher Act kann die meisten Aufrufe auf das zugehörige Musikvideo vereinen? Nachdem Mahmood mit „Soldi“ im vergangenen Jahr einen riesigen Erfolg landete und mittlerweile sogar der am häufigsten gestreamte ESC-Song auf Spotify überhaupt ist, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, wer hier zur Zeit vorne liegt. Und vorab: Ben Dolic kann durchaus gut mithalten.

Die dem Artikel zugrunde liegenden Zahlen sind für Spotify sowie YouTube mit Stand vom 15. März. In den kommenden Wochen werden sich die Zahlen weiter entwickeln und somit sind Veränderungen natürlich möglich – dazu werden wir dann an späterer Stelle nochmals berichten.

Spotify

In der folgenden Tabelle sind die aktuellen Streamingzahlen aller auf Spotify veröffentlichten Beiträge aufgeführt (Stand: 15. März). Die Songs von Albanien, Slowenien, Kroatien, Nordmazedonien, Georgien, Aserbaidschan sowie Malta sind derzeit noch nicht auf Spotify verfügbar.

Mit klarem Vorsprung vorne liegt Italien mit Diodato. Sein Song „Fai rumore“ kann bereits über 14 Millionen Streams verzeichnen – ein Großteil davon aus seiner Heimat, wo der Sanremo-Gewinner traditionell viel Aufmerksamkeit erlangt, wie bereits zuletzt Mahmood im vergangenen Jahr. Dahinter folgen die nordischen Länder Schweden, Norwegen und Island. Spanien und Litauen folgen mit etwas Abstand dahinter.

Derzeit auf Platz sieben liegt Deutschland mit Ben Dolic. Seit der Veröffentlichung am 27. Februar hat „Violent Thing“ nun fast eine Millionen Streams auf Spotify erlangt. Im Vergleich zur Vorwoche liegt Ben mit 331.327 Streams nur etwa um 7.000 unter den Zahlen der Vorwoche. „Violent Thing“ scheint somit bereits eine Hörerschaft gefunden zu haben, die den Song konstant abspielt. Verglichen mit den restlichen Songs sind das gute Zahlen, die bereits bewirken, dass Ben sich in den Top 10 festsetzen kann.

Zu erwähnen sind zudem die beiden anderen DACH-Länder: Die Schweiz auf Platz 24 mit knapp 300.000 Streams sowie Österreich auf Platz 31. Je früher ein Song veröffentlicht wurde, desto länger hatte dieser bereits Zeit, Streams zu generieren. Somit erklären sich die teilweise noch niedrigen Abrufzahlen. Der irische Beitrag wurde beispielsweise vor zwei Tagen auf Spotify veröffentlicht – genauso wie Russland mit „Uno“ von Little Big.

YouTube

Gezählt für die Statistik wurden lediglich die offiziellen Musikvideos (sowohl vom Eurovision-Kanal als auch die über die jeweiligen Künstler veröffentlichten Videos). Liveauftritte von den Vorentscheiden oder sonstige Auftritte zählen für die Auflistung nicht. Auch die YouTube-Zahlen sind mit Stand vom 15. März (22 Uhr).

Da Liveauftritte nicht hinzugerechnet werden, ergeben sich teilweise Unterschiede verglichen mit dem Spotify-Ranking. Dänemark fällt hier beispielsweise ab, da es nur noch einen weiteren Liveauftritt vom dänischen Vorentscheid gibt. Andere Länder profitieren hingegen davon, dass YouTube in allen am ESC teilnehmenden Ländern verfügbar ist (dies ist bei Spotify nicht der Fall): Serbien und Griechenland sind beispielsweise deutlich besser platziert als beim Spotify-Ranking.

Knapp vorne nach gerade einmal drei Tagen ist Russland. Little Big konnte mit „Uno“ bereits über 22 Millionen Aufrufe verzeichnen und ist gerade auf dem Wege, eines der meistaufgerufenen Videos auf dem offiziellen ESC-Kanal zu werden. Dicht dahinter liegt Italien. Nach Serbien und Griechenland schließt Island die Top 5 ab. Auf Platz 6 folgt Spanien und dann auch schon Ben Dolic. Wie beim Spotify-Ranking ist Deutschland auf einem guten siebten Platz zu finden.

Die zuletzt veröffentlichten Beiträge aus Aserbaidschan und Malta können sich ebenfalls über große Popularität freuen und bereits gute Zahlen aufweisen. Die Schweiz befindet sich mit etwas über einer Millionen Aufrufe auf Platz 16, Österreich mit Vincent Bueno auf Platz 33. Am Ende des Rankings befinden sich Portugal, Moldau sowie Slowenien.

Was sagt Ihr zu den aktuellen Abrufzahlen auf Spotify und YouTube? Hat Ben Dolic gute Chancen, mit „Violent Thing“ einen internationalen Hit zu erlangen? Und werden Little Big ihren sensationellen Erfolg mit dem Musikvideo auch beim ESC in Punkte ummünzen können?

 


22 Kommentare

  1. Kann es sein das ‚ Fai Rumore“ durch die Coronakrise einen neuen Hype erfährt? Für mich ist es seit ich das Video aus Italien gesehen habe irgendwie mein CoronaLied. Es ist bewegend wie so ein Lied in der Not verbinden kann. In dem Sinne bleibt gesund. Insieme 2020 United Europe

  2. Die Frage scheint dieses Jahr wieder zu sein, wer die Jury hinter sich vereinen kann, ohne gleichzeitig als Blindgänger beim Publikum durchzufallen. Dass Russland die Publikumschoice sein wird, dürfte klar sein.

    Die aktuelle Studioversion von „Fai Rumore“ gefällt mir jedenfalls besser als die Fassung à la SanRemo-Sinfonieschmonzette.

  3. Coronavirus auf Grönland! Anscheinend ist nur die Antarktis verschont – ENDLICH kommt die Weltherrschaft der Pinguine.

  4. Also, ich bin ja auch so ein freak was zahlen betrifft. 🙈

    Was mir aufgefallen ist, dass wenn man die Kommentare unter Russlands YouTube Video anschaut, dann sind das zu 95% russische.

    D.h.für mich, das ist die Zielgruppe, also Russland, Ukraine, das Baltikum, Weißrusland, vielleicht noch Bulgarien und Moldawien. Andere Länder juckt das Lied wohl nicht so, wie man denkt.

    Bei Italien ist das so ähnlich. Italien steht bei diesen Rankings im Vorfeld schon immer so hoch und gewinnt trotzdem nie…🙈

    Ich denke, dass Russland weder da Juryvoting noch das Televoting gewinnen wird. Der Act ist lustig und das wars auch schon. Musikalisch ist das eine Katastrophe…. Wie die Bubuschkas 2012 wird es eventuell für den 2. Platz reichen und gewinnen wird ein musikalisch hochwertigeres Lied.

    • Würd ich nicht unbedingt sagen. Ich würd mal behaupten, dass songs wie zbsp. Island oder russland, die beim televoting sicher sehr gut abschneiden, dafür bei der jury ziemlich abschmieren. Gjons tears kommt garantiert bei der jury excellent an und, wenn man bei youtube und fb und insta stöbert, auch beim televoting nicht ganz chancenlos ist.

  5. Nun gut,null Punkte werden natürlich nicht.Aber wenn ich mir die Ausschnitte von“The Voice“ und so ansehe,die allerbeste Austrahlung hat er nicht.Glaube nicht,das er das Publikum vollends mitreißen kann.Da fehlt mir Phantasie Momentan würde ich auf Platz 6-12 tippen.

  6. Ich bin immer noch sauer auf die Italiener, weil sie nicht Francesco Gabbani geschickt haben. Viceversa war Nr.1 in den Charts und nicht Fai Rumore. Aus meinem engsten Umfeld wird mir berichtet, das ich unbewusst bei Fai Rumore immer leiser drehe…

  7. So sehr ich den Schweizer Beitrag mag, bin ich noch nicht ganz sicher, ob er das wirklich so wie in der Studio so schmettern kann. Ich habe von ihm Videos geschaut, er kann live gut singen. Aber bei manchen Stellen im Lied bin ich da wirklich kritisch, dass ist ziemlich auf Kante gebaut. Das Lied lebt quasi „nur“ von der Stimme…

  8. Um mal wieder vom Fussball zu borgen: die Wahrheit liegt auf der Bühne!
    D.h. ein Song kann noch so sehr die Spotify-, Youtube- oder auch die Ballermann-Charts anführen, aber beim ESC ist das alles nur ein guter Bonus und gewinnen wird der Act, der das richtige Timing und den überzeugendsten Auftritt hinlegt.
    Da der genaue Ablauf des Contests aber weiterhin ziemlich in der Luft hängt, erscheinen mir Prognosen weitgehend sinnfrei.

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