ESC 2027: Mehr Vielfalt statt Mainstream-Pop? Deutsche Delegationsleiterin Tina Sikorski äußert sich zu ESC-Zukunftsplänen

Das deutsche ESC-Team 2026 – Bild: Sarah Louise Bennett / EBU

Deutschlands Beitrag „Fire“ von Sarah Engels hat beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien einen 23. Platz belegt. Das ist erst einmal der Ist-Zustand in der deutschen ESC-Welt. Was den Soll-Zustand angeht, gab es seit dem ESC-Finale eher wenig offizielle Kommunikation seitens des zuständigen Senders SWR. In einem Pressestatement hieß es lediglich: „Trotzdem sind wir natürlich enttäuscht über die Platzierung, auch wenn für uns diese eine Zahl nicht im Fokus stand. Viel wichtiger: Sarah ist eine großartige Botschafterin für Deutschland und die Werte des ESC … .“

Enttäuscht über die Platzierung? Ein anderes Abschneiden beim ESC soll also sicherlich das Ziel für den ESC 2027 sein. Mut, Kampfeswillen und Zukunftsideen sind nun auch bitter nötig, denn die Presse hierzulande stürzte sich einmal mehr auf das „deutsche Eurovision-Elend.“

Auf der Plattform LinkedIn blickt die deutsche Delegationsleiterin Tina Sikorski nun auf den ESC 2026 zurück und äußert sich auch zum kommenden Jahr – dem Eurovision Song Contest 2027. Zunächst zeigt sich die HoD wohlwollend:

„Eurovision Song Contest 2026 – was für eine Reise das gewesen ist! Danke, Sarah Engels, für deine fantastische Performance und deinen unermüdlichen Einsatz auf der Bühne, hinter der Bühne und abseits davon. Und danke an das unglaubliche SWR-Team, unsere Kolleginnen und Kollegen im gesamten ARD-Netzwerk sowie unsere Produktionspartner für ihren leidenschaftlichen Einsatz während dieses gesamten Projekts.

Auch wenn wir uns für Sarah ein besseres ESC-Ergebnis erhofft hatten, gibt es viele positive Entwicklungen hervorzuheben. Allen voran ihre konstant starken Auftritte auf der Bühne, die Anerkennung, die sie vom deutschen Publikum für ihre Leistungen erhalten hat, die überwältigende Begeisterung der Fans in Wien – und außerdem einen Platz in den Top 10 der meistgestreamten ESC-Songs 2026 auf Spotify.

Auch bei TV-Quoten und der Reichweite bei jüngeren Zielgruppen konnten wir große Erfolge erzielen. Der Marktanteil insgesamt lag bei knapp 47 Prozent, bei den 14- bis 29-Jährigen sogar bei über 78 Prozent. Die Livestreams in der Mediathek stiegen um 20 Prozent. Selbst das deutsche ESC-Finale Ende Februar erreichte die höchsten Einschaltquoten seit 24 Jahren.

Insgesamt können SWR und ARD den ESC 2026 als großen Erfolg betrachten. Gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass wir uns nicht weiter verbessern wollen.“

Ein großer Erfolg also? Na gut, verbessern möchte man sich ja. Aber was genau ist geplant? Dazu schreibt Tina Sikorski weiter:

„Für 2027 wollen wir unsere Formate und Prozesse weiter optimieren. Wir möchten herausragende Inhalte liefern, die noch mehr Menschen erreichen. Und natürlich streben wir ein besseres Ergebnis für den deutschen Act im ESC-Finale an.

Um das zu erreichen, werden wir unseren Weg der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Musikindustrie fortsetzen und gleichzeitig verlässliche sowie nachhaltige Möglichkeiten und Plattformen für Künstlerinnen und Künstler anbieten. Unsere Ziele für die Auswahl des ESC-Acts und Songs 2027 sind es, noch mehr hochkarätige Acts für den deutschen Vorentscheid zu gewinnen, größere stilistische Vielfalt jenseits des Mainstream-Pops zu fördern und mehr Songs einzubeziehen, die ‚irgendwie anders‘ sind und wirklich herausstechen.“

Quelle: Tina Sikorski am 20. Mai 2026 auf LinkedIn

Jenseits des Mainstream-Pops nach Acts zu suchen, ist eine Idee, die eigentlich nicht neu ist, aber trotzdem eine gute Erkenntnis aus dem Abschneiden in Wien. Eine Erkenntnis, die wir auf diesem Blog ebenfalls bereits mehrfach angesprochen haben.

Ein Satz macht dabei allerdings stutzig: „Um das zu erreichen, werden wir unseren Weg der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Musikindustrie fortsetzen.“

Wer ist hier gemeint? Wieder eine ins Leere führende Marktforschung? Jurys? Eine engere Zusammenarbeit mit großen Labels? Einladungen zum deutschen Vorentscheid, die ausschließlich über den GEMA-Verteiler rausgehen und damit nur Acts erreichen, die dort überhaupt erfasst sind? Was wir bereits wissen: Der deutsche Beitrag soll weiterhin per öffentlicher Vorentscheidung bestimmt werden. Das hatte Tina Sikorski im April gegenüber ESC Kompakt bereits verraten, obwohl sie persönlich auch eine interne Auswahl nicht grundsätzlich verkehrt findet.

Oder deutet die Formulierung der „engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Musikindustrie“ doch darauf hin, dass eine interne Auswahl nun wieder wahrscheinlicher wird? Bislang ist dieser LinkedIn-Post jedenfalls der einzige größere „SWR-Blick“ auf den ESC 2027. Wir bleiben also weiter gespannt.

Was wünschst Du Dir für die deutsche ESC-Auswahl 2027? Präferierst Du einen Vorentscheid oder eine interne Auswahl? Lass uns Deine Meinung gerne in den Kommentaren wissen!



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311 Comments
SanomiKedvesem
SanomiKedvesem
18 Tage zuvor

Zunächst macht die Aussage Hoffnung, aber auf den zweiten Blick klingt sie dann doch wieder sehr schwammig. Klar würde ich es begrüßen, wenn man die Fehler der letzten Jahre – also vor allem: Die Fehler dieses Jahres nicht wiederholt! Nur, wie man es besser machen möchte, da verliert sich noch vieles in den Nebeln von Norwegen…

X-Racer
X-Racer
18 Tage zuvor

Helene hat einen längeren Snippet von ihrer neuen Single hochgeladen. „Heute Nacht“ heißt der Song und auch „Blitz“ hätten meiner Meinung nach perfekt zum ESC gepasst. Ich hoffe, dass nächstes Jahr so etwas im Vorentscheid zu finden sein wird.

Christian W
Christian W
18 Tage zuvor
Reply to  X-Racer

Die Zeiten, in denen Songs, die „gut zum ESC passen“ auch gut abschneiden, sind seit Samstag ein wenig vorbei. Und bei dem „Heute Nacht“-Snippet sind mir die Füße eingeschlafen, sorry.

dunefan5000
dunefan5000
12 Tage zuvor
Reply to  Christian W

Man weiß nie, was im nächsten Jahr beim ESC angesagt ist.

Ajuleila
Ajuleila
17 Tage zuvor
Reply to  X-Racer

Sie sind auch Teil das Problems, mit einem solchen Vorschlag!

Nichts gegen Helene Fischer, aber: Ist das modern? Ist das anders? Genau diese Art von Musik hat doch so gar nichts, was überraschen kann. Aus wie vielen Ländern haben wir in den letzten Jahren diese Art von Beiträgen gesehen?

In diesem Jahr kann man das, was ich kritisiere, ja hervorragend am australischen Beitrag festmachen. Eine sehr gute Sängerin, mit einer sehr guten Stage-Apearance bekommt vom Publikum 85 Punkte. Auch, oder insbesondere, weil die Nummer nichts spannendes hatte. Da kann das Piano noch so groß sein, die Windmaschine blasen und die unnatürliche Hüftknickung das spätere Leiden der Sängerin vorprogrammieren. (mein Kopf schreit: laaangweilig!)

Diese Zeiten sind einfach vorbei und werden lediglich durch die Jurys noch teilweise am Leben gehalten. Zum Glück wurden die Jurys nämlich verjüngt, so dass sich dieser Jury-Effekt nun endlich abschwächt, und Songs wie Bangaranga nun auch das Juryvoting gewinnen können. (Dieses Glück hatte Cha Cha Cha leider nicht). Die Luft für generische Popmusik wird also dünner…

Wir haben in Deutschland sehr kreative und gute Künstler, die genau dieses andersartige, spannende haben. Hier liegt die Aufgabe! Sorry, da gehört Helene Fischer leider nicht dazu!

ESC1994
ESC1994
17 Tage zuvor
Reply to  Ajuleila

Australien hat 122 Punkte im Televoting bekommen, bitte keine falschen Infos verbreiten.

Ajuleila
Ajuleila
16 Tage zuvor
Reply to  ESC1994

Ach du meine Güte…
Da habe ich ja schlimm daneben gegriffen! Das war das Ergebnis des Semifinals.
Ändert aber trotzdem nichts an meiner Aussage. Auch mit 122 Televote-Punkten gewinnt man den ESC nicht.

Last edited 16 Tage zuvor by Ajuleila
dunefan5000
dunefan5000
12 Tage zuvor
Reply to  Ajuleila

Es war Platz 4. Und Delta Godrem wäre eine viel würdigere Siegerin gewesen als Bulgarien. Das hat nix mit modern oder unmodern zu tun, sondern einfach mit gut oder schlecht. Der Italiener mit seinem altbackenen Diskoschlager hat Platz 5 erreicht, das würde die Fischer auch hinkriegen, wenn sie denn jemals für Deutschland starten wollen würde.

Donnatella
Donnatella
18 Tage zuvor

Seufz. Ich würde es ja schon begrüssen, wenn es nicht wieder einen Retorten-Kommentar geben würde. Wie wollen wir „irgendwie anders“ werden oder irgendwas Echtes und Frisches zum ESC schicken, wenn es die deutsche HoD noch nicht mal schafft, irgendetwas zum Besten zu geben, das nach mehr als bürokratischer Abwicklung klingt?

Ich verstehe durchaus, dass es formale Zwänge gibt, auch bei der öffentlichen Selbstreflexion. Aber ein bisschen Ehrlichkeit hätte auch nicht geschadet.

Ja, der Abschnitt mit der „Musikindustrie“ macht stutzig. Welche Musikindustrie? Die ARD-nahe? Radio-nahe? Schlager-nahe? Grosse Labels jenseits des mittleren bürgerlichen Mainstreams werden ja wohl kaum ihren besseren Artists im Stall empfehlen, sich in die Nähe des deutschen öffentlich-rechtlich verstaubten ESC zu begeben…und ansonsten bleiben die hoffnungsvollen Newcomer, die man wie üblich mit konkurrenz-unfähigen radiodurchgespülten Songs wieder gegen irgendeinen Quoten-B-C-D-Promi verheizt?

Wie mans dreht und sich wendet, das Ergebnis werden wir wahrscheinlich im kommenden Februar sehen und ich habe keine grossen Hoffnungen, dass sich da viel verändert.

„Irgendwie anders“ – besser kann man nicht formulieren, dass man zwar ein bisschen ins Fan,- und Medienecho reingeschmeckt hat, aber eben keinen Plan hat, wie das eigentlich aussehen könnte – oder sollte. „Irgendwie anders“ hört beim ÖRR bei „Ragazzki“ auf, ein endlos milder Aufguss bekannter und lauwarm abgekupferter Pseudo-Witzigkeit. Is doch lustig, ging doch letztes Jahr auch ganz gut, können wir doch auch…Maggi-Fix-ESC!?!

Wenn ich einen Wunsch frei hab: bitte, bitte, bitte keinen Neuaufguss von schlecht kopiertem „Bangaranga“ oder Pseudo-Erika oder Ähnliches nächstes Jahr. Das ist doch ein kleiner, bescheidener Wunsch, oder?

Rainer Knuth
Rainer Knuth
18 Tage zuvor
Reply to  Donnatella

Also der ESC ist nicht „verstaubt“ zumindest außerhalb Deutschlands und das zählt ja.

Man sollte den ESC nicht aus der deutschen Brille betrachten, sondern aus der europäischen Sicht heraus und da hat sich dieses Jahr besonders gezeigt, das mitreißende Musik auch in die top 10 kommen kann und solch eine Musik gibt’s auch in Deutschland.

Donnatella
Donnatella
18 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

Wenn ich darf, würde ich um Leseverständnis bitte, ich sprach vom „deutschen öffentlichrechtlich angestaubten ESC“.

Der ESC selbst ist keinesfalls angestaubt.
Ich habe keine deutsche Brille auf, schwenke jährlich meine Europaflagge in der Halle und stimme ansonsten zu. 🙂

Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor
Reply to  Donnatella

Sorry, war schon sehr spät, habe den Text also mehr überflogen. Deswegen hast du vollkommen Recht und meine Kritik ging dann etwas in die falsche Richtung.

florado86
Mitglied
florado86
18 Tage zuvor

So lange es einen Vorentscheid mit ca. fünf Beiträgen gibt, von denen alle schlecht sind und man somit keine Chance hat, etwas Anständiges zu wählen, wird D auch kein erfolgreiches Land beim ESC werden. Das Interesse an dem Wettbewerb ist hierzulande leider auch zu gering. Sonst würde man sich mit so einem Modus nicht begnügen.

Chris
Chris
18 Tage zuvor

Fühle mich wie nach 2022 wo es auch hieß „nächstes Jahr mehr Vielfalt“ und dann kam Lord of the last

dunefan5000
dunefan5000
12 Tage zuvor
Reply to  Chris

Und? Es gab ja auch in der VE damals, deutlich mehr Vielfalt. Das Publikum hatte den Mut Lord of The Lost zum ESC zu schicken. Nur wurde dieser Mut halt nicht belohnt. Selbst Schuld, Europa.

Rainer Knuth
Rainer Knuth
18 Tage zuvor

Ot:

Wer gegen KI Songs ist bitte hier nicht klicken, alle anderen können mal rein hören. Sowas frisches wie das hier wäre mal ein Anfang.

https://youtu.be/u-eHNcJ8T38?is=wAjBWlUo2OOgb7n1

Tamara
Mitglied
Tamara
18 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

WOTZEFACK?!?

Malge1985
Malge1985
18 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

Oh weh, das taucht jetzt bestimmt bei mir tage/wochen/monatelang immer bei Youtube als Vorschlag auf. 🙈🙈🙈 Da kommen Erinnerungen an Gerda irgendwas hoch. 😱😱😱

Marko +++
Marko +++
17 Tage zuvor
Reply to  Malge1985

Du meinst Gerda Himmelblau …

Und ich lache über Songs wie ‚Ich hasse alle Menschen‘. Sollte irgendeiner neu aufzeichnen mit einer realen Sängerin.

Marko +++
Marko +++
17 Tage zuvor
Reply to  Marko +++

Nachtrag: beim 2. Mal hören dachte ich, dass ‚ich hasse alle Menschen‘ den perfekten Song ist um Alice Weidel auf AfD-Veranstaltungen auf der Bühne zu holen.

Holgivision
Mitglied
Holgivision
17 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

der einzige KI-Song den ich befürworte ist „The Last Polar Bear“ von Dana Gillespie

Matty
Matty
18 Tage zuvor

Madeline Juno nahm vor 12 Jahren am deutschen ESC-Vorentscheid teil und ihr neuer Song heißt „Funkstille“:

Bernd
Bernd
17 Tage zuvor

Interne Auswahl immer besser, siehe Sieger 2024,2025

bellamarcella
bellamarcella
17 Tage zuvor
Reply to  Bernd

Oder VE, siehe 2023, 2026

J-129
J-129
17 Tage zuvor

Mir macht vor allem die Aussage „ Songs […], die ‚irgendwie anders‘ sind“ Sorgen: Als wenn ‚Andersartigkeit‘ ein Wert an und für sich wäre. Man denke nur an den Jendrik-Versuch. Man braucht m.E. keinen ‚andersartigen‘ Song, sondern einfach einen guten. Wenn der dann konventioneller Radio-Pop ist: Why not? Als wenn beim ESC nur unkonventionelle Songs reüssieren konnten.

4porcelli - give The 🦦 what he needs
4porcelli - give The 🦦 what he needs
17 Tage zuvor

Dara’s Sieg wird ja – nicht inkorrekterweise – auf „was anderes“ zurückgeführt. Ich glaube eher dass (abgesehen vom ikonischen Staging) der Sieg stark daran lag, dass der Song happy und bunt war. Was lag den den letzten Siegen zugrunde?
JJ – schwaches Jahr, sah hochwertig aus, das Kreisch 🐷 hatte eine super Stimme, erinnert in gewisser Weise an Bilans Sieg
The code – wird mir immer ein Rätsel bleiben zumal es ja mit Marko und Slimane würdige Alternativen gab
Tattoo – schwaches Jahr, Loreen-Mythos und der Hauptkonkurrent konnte so gut singen wie Antigone
Stefania – Welle der Solidarität und meiner Ansicht nach auch der beste und modernste Song
Måneskin. – Aufschrei gegen COVID, sexy und sehr gut ohne zu „bedrohlich“ zu wirken.
Fazit: Gibt nicht wirklich ein zuverlässiges Rezept, aber 08/-5 wird abgestraft.

Prometheus
Prometheus
17 Tage zuvor

Stimmt. Die müssen jetzt nicht anfangen, die seltsamsten und nischigsten Genre-Vertreter einzuladen, nur damit man sagen hinterher sagen „Wir hatten ja so eine vielfältige Auswahl“.

Schlimm ist, wenn andere Genres zwar vertreten sind, die Songs aber innerhalb dieses Genres total generisch und medioker ist, z.B. „Blood and Glitter“ im Dark-Rock-Bereich. Das ist leider das, was ich für nächstes Jahr befürchte, dass man von den Leuten verlangt, dass sie mit angezogener Handbremse fahren und sich verbiegen müssen, weil man das ARD-Publikum nicht verschrecken will.

Einfach hochwertiger, eingängiger und gut gesungener Pop, der den Leuten Eskapismus oder Katharsis spendiert. Am Ende des Tages ist es immer noch ein Popwettbewerb und guter Pop wird am meisten belohnt

Das wird nächstes Jahr sowieso nichts, solange da nicht jemand von oben das Thema ernster nimmt und aufräumt

4porcelli - give The 🦦 what he needs
4porcelli - give The 🦦 what he needs
17 Tage zuvor
Reply to  Prometheus

Nein, nein, es ist doch ein Schlagerwettbewerb 😜!
Was ist eigentlich Sikorski‘s Background? Ich nehme mal an, mehr Bürokratin, die sich hochgearbeitet hat, als Musik-Entertainment-Expertin.

Prometheus
Prometheus
17 Tage zuvor

Bürokratin oder stille Organisatorin in der deutschen Musikindustrie, die eher im Hintergrund agiert. So in die Richtung Joe Chialo, glaube ich. Sonderlich viel weiß man aber nicht über sie.

Aber anscheinend niemand, der weiß, dass es beim ESC auch Juries gibt und dass die Running-Order-Platzierung vielleicht nicht ganz so unwichtig ist und man da im Hintergrund vielleicht Lobbyarbeit betreiben sollte. Oder sonst etwas von den kleinen Gesetzmäßigkeiten versteht, die zwar nicht jedes Jahr immer 1:1 eintreten, aber an denen man sich dennoch orientieren sollte, wenn man sich die Songs für den Vorentscheid aussucht

Donnatella
Donnatella
17 Tage zuvor
Reply to  Prometheus

„…dass man von den Leuten verlangt, dass sie mit angezogener Handbremse fahren und sich verbiegen müssen,…“ 

Das war ja das Drama mit LotL: Glitter in den Titel quetschen, flamboyante LGBTQIA+ Kostümierung und Völkerverständigungslyrics.

Von den echten LotL war am Ende nur noch wenig übrig. Hätten die einen ihrer ganz „normalen“ Songs gespielt, in ihren üblichen gothy Bühnenoutfits etc. hätte das insofern besser funktioniert, als das man ansonsten regelmässig das Gefühl hat, jeder Artist aus D wird nochmals einer ESC-Tauglichkeits-Pulverbeschichtung nach Hausfrauenart unterzogen, sprich: so, wie sich die ARD (und leider ein grosser Teil des zivilen Publikums 😉 ) eben so ESC vorstellen, also mit Erfüllung aller veralteten Klischees und Schemata.

Das wirkt am Ende leider fürchterlich aufgesetzt und eben bemüht (genau wie man jetzt die Sarah-Engels-Ehrenrettung betreibt: sie war doch stets bemüht!), als ob die deutschen Acts ständig drum betteln, liebgehabt werden zu wollen. Da schwingt dann sehr oft ein wahrnehmbarer Subtext mit: guck mal, wir sind jetzt die netten, die liebenswerten Deutschen, wir haben ESC verstanden, könnt ihr uns jetzt bitteschön mal dafür belohnen, wie richtig wir alles machen?

Das ESC Publikum hat da aber recht sensible Antennen für. Meint der Artist das wirklich? Steht der/die/dey da auch dahinter, ist das aufrichtig? Du kannst mit dem abgedrehtesten Wahnsinn auf die ESC-Bühne kommen, solange völlig klar ist, dass das 100% künstlerisch aufrichtig ist. Isaak konnte das – es war kein zwingender Gewinnersong, aber er hatte Stimme, Bühnenpräsenz und meinte alles an seinem Auftritt genau so.

dirtsa
dirtsa
16 Tage zuvor
Reply to  Donnatella

Blood and Glitter wurde nicht explizid für den ESC geschrieben, sondern war Teil des zum Jahreswechsel erschienenen Albums „Blood and Glitter“.
Also nicht einfach mal „Glitter“ eingefügt, damit es zum ESC passt.
Das Konzept für das Album stand schon 2021 nachdem das Album „Judas“ erschienen war, und war mal ein Ausflug in die Glamrock-Aera der 70er und 80er Jahre. Das Video dazu wurde mit diesen Kostümen, die dann auch beim ESC getragen wurden im Mai 2022 gedreht, lange bevor sie sich beworben hatten.
Ich persönlich hätte sie auch lieber mit einem „Thornstar“- oder „Judas“- Titel mit der dazu gehörenden Esthetik gesehen, aber das war nun mal die Glam-Phase, und die anderen Titel zu alt.
LOTL probiert eben ständig was Neues aus und ist nicht in eine Schublade zu stecken.
Trotzdem für mich die besten und authentischsten Vertreter Deutschlands seit langem.

Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor

Ich finde es schlecht generell nur auf den Sieger zu schauen. Gerade Deutschland sollte sich erstmal auf die top 10 konzentrieren. Sicher gibt’s in jeden Jahrgang auch Songs die ähnlich dem Sieger aufgebaut sind, aber halt auch Songs die das gegenteilige machen.

Was alle Songs allerdings haben, sie sind nicht massenkompatibel und reiben sich an gewissen Stellen weil natürlich nicht jeder alles mag, auch haben wahrscheinlich fast alle Songs eine sehr hohe Qualität des gesamten Auftritts ( Song , Künstler, Staging ) um so selbst bei Gegnern des Musikgenre Respekt zu erhalten und somit vielleicht einen der letzten Plätze ihrer top 10 Liste zu bekommen.

Das schlechteste was man beim ESC von der Jury / Fans erhalten kann wäre ein „egal“ Stempel, für sowas votet dann niemand.

Tamara
Mitglied
Tamara
17 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

Das schlechteste was man beim ESC von der Jury / Fans erhalten kann wäre ein „egal“ Stempel, für sowas votet dann niemand.“ Also letztlich genau das, was wir in den letzten Jahren des öfteren hatten, insbesondere auch dieses Jahr.

Donnatella
Donnatella
17 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

Da stimme ich vollauf zu: keine Gewinnsucht-Verkrampfung! Die hatte wir in paradox-absurder Weise ja irgendwie die letzten Jahre immer dabei, mit der (siehe mein vorheriger Kommentar) gefallsüchtigen ESC-Klischee-Pulverbeschichtung.

Es wäre angebracht, mal ganz genau alle anderen im Voraus positiv aufgenommenen Beiträge (ESC-Fans lieben ihre dark horses, auch wenn sie letztlich nicht überragend scoren!) und gut platzierte Beiträge der letzten Jahre unter die Lupe zu nehmen. Warum haben die funktioniert, Genre, Arrangement, Staging, Aussenwirkung etc.

Am Allerbesten holt man sich direkt Rat aus der Eurofan-Community. Mal konzentriert die einschlägigen Foren (Hier, Reddit, Discord..) mitlesen und vorallem nachlesen, um mal zu verstehen, wann und wie beliebte und/oder erfolgreiche Beiträge ihr Momentum bekommen haben. Und wie der ESC von innen tickt.

Das ideale Ziel wäre Top Ten oder knapp darunter. Ein Beitrag, der immer mal wieder 5 Punkte hier und da, mal eine 10, mal eine 7 einsammelt und positiv im Mittelfeld mitschwingt, weil er unfällig immer wieder scort.

Und Mut! Mut bitte aus Tonnen saufen.

Tamara
Mitglied
Tamara
17 Tage zuvor

Wenn Nische, dann bitte exzellent in dieser Nische. Ist ja nicht so, dass Thomas Mohr das nicht seit Jahren predigt … könnten die Sender einfach auch mal auf die Eurovisionistas in ihren eigenen Reihen hören? Das wäre so toll.

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
17 Tage zuvor

Guter Kommentar !

Wenngleich ich 2025 nicht als schwach empfinde, nur der Sieger war halt nix für mich

Last edited 17 Tage zuvor by Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Malge1985
Malge1985
17 Tage zuvor

🔥 🔥 🔥 wurde anscheinend mal eine Woche lang öfters im Radio gespielt. Sarah Engels ist mit 🔥🔥🔥 auf Platz 59 der Air Play Charts

Bonus:

Moss Kena – Rhythm Unknown > Platz 66

Malik Harris – Lie To Me > Platz 92 (neu)

Michael Schulte – Lovesick > Platz 97 (neu)

Michael Schulte – 5AM > Platz 18 (18 Wochen)

radiocharts.com/html/charts_de_main.htm

MyLovelyHorse
MyLovelyHorse
17 Tage zuvor

Erfolg beim ESC ist nur bedingt planbar und man sollte die Konkurrenz jetzt auch nicht als wahnsinnig innovativ darstellen. Wenn man sich viele besser platzierte Songs dieses Jahr anschaut, dann sind die auch keine Offenbarungen: Australien – eine von Celine Dion bereits in den 90ern abgelehnte Ergänzung zu irgendeinem Balladenalbum, Italien – irgendwo auf einer alten LP zur Beschallung einer mittlerweile geschlossenen Pizzeria entdeckt, Malta – Haare schön, aber sonst doch auch völlig aus der Zeit gesäuselt, Zypern – keine Stimme und der Song von der KI aus den Beiträgen der letzten 15 Jahre kompiliert, etc. etc.
Das macht „Fire“ nicht besser, aber relativiert das Wehklagen, wie furchtbar der deutsche Beitrag war.
Dazu kommt, dass anders als z. B. bei den Skandinaviern, im Baltikum, auf dem Balkan oder bei der Griechenland-Zypern-Combo dem deutschen Beitrag eine nachbarschaftlich sichere Sockelpunktzahl fehlt, die schon mal dafür sorgt, dass man wenigstens nicht gegen den letzten Platz kämpfen muss. Schweden wäre z. B. ohne Nachbarschaftshilfe völlig abgeschmiert, aber ein 20. Platz liest sich immerhin noch besser als Platz 23, 24 oder 25.
Wahrscheinlich wird man sich beim SWR überlegen müssen, ob man eher auf die Spaßsong-Schiene setzt (was aber für UK dieses Jahr schief gegangen ist, obwohl die Bühnenshow zumindest nicht langweilig inszeniert war) oder aber die Jury bespielt, indem man irgendeine tolle Stimme möglichst komplizierte Tonfolgen trällern lässt. Man kann am Modus des Vorentscheids auf jeden Fall Dinge verbessern, indem man Expertise besser einbindet und ein angemessenes Gewicht verleiht. Vielleicht ist, wenn es zu wenig „Kadertiefe“ gibt, ein Vorentscheid auch nicht das Mittel der Wahl, um überschaubar konkurrenzfähige Acts besser nicht dilettieren zu lassen.

Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor
Reply to  MyLovelyHorse

Wenn eine sehr gute Auswahl zum Vorentscheid antritt, dann wäre egal welcher Song gewinnt. Aber wenn man sich Sorgen macht, das der falsche Song gewählt wird, dann hat man seine Aufgabe nicht ordentlich erledigt.

Das krankt doch schon seit Jahren, das die Songs/Künstler die uns angeboten werden nicht besonders Konkurrenzfähig sind zum restlichen ESC Feld, da ist meiner Meinung nach mit einer kleinen Veränderung ein sehr großer Fortschritt zu erzielen.

Was nutzt ein die beste Show, die meisten Künstler zur Auswahl oder die größte Genrevielfalt in einer Show, wenn kein Song wirklich das Potenzial hat die Top 10 zu erreichen?

elkracho
Mitglied
elkracho
17 Tage zuvor
Reply to  MyLovelyHorse

Erfolg beim ESC ist nur bedingt planbar und man sollte die Konkurrenz jetzt auch nicht als wahnsinnig innovativ darstellen.

Dass Erfolg nicht planbar ist, ist eigentlich eine alte ESC-Weisheit. 
Die aber gerne mal in Vergessenheit gerät. Frankreich und Finnland
haben das wieder erfahren müssen.
Und auch der letzte Satz verdient volle Zustimmung.

Dazu kommt, dass anders als z. B. bei den Skandinaviern, im Baltikum, auf dem Balkan oder bei der Griechenland-Zypern-Combo dem deutschen Beitrag eine nachbarschaftlich sichere Sockelpunktzahl fehlt, die schon mal dafür sorgt, dass man wenigstens nicht gegen den letzten Platz kämpfen muss. Schweden wäre z. B. ohne Nachbarschaftshilfe völlig abgeschmiert, aber ein 20. Platz liest sich immerhin noch besser als Platz 23, 24 oder 25.

Gerade bei Schweden kann ich mir ein leichtes Lachen nicht verkneifen.
Schweden wird ja gerne als innovatives Vorbild dargestellt, an dem es sich
zwingend zu orientieren gilt.
Man mag dort in der Vergangheit vieles richtig gemacht haben.
Aber auch dort bleibt die Zeit nicht stehen.

Wahrscheinlich wird man sich beim SWR überlegen müssen, ob man eher auf die Spaßsong-Schiene setzt (

Man wird jünger und moderner werden müssen.
Wie auch immer.

Donnatella
Donnatella
17 Tage zuvor
Reply to  MyLovelyHorse

Sehr guter Kommentar! Wobei dieses Jahr (und hier kann jeder auch gegenteiliger Meinung sein, aber das Echo aus allen Socials war da dieses Jahr schon eindeutig!) auch qualitativ um Einiges schwächer war, als die Knallerjahre davor, wo ich jedes Jahr mindestens 10 – 12 Songs direkt in meine Playlist aufgenommen habe.

Und insofern sollte man dann trotzdem immer damit rechnen, dass es immer wieder ein Knallerjahr geben kann. Wenn man von vornherein mit starker Konkurrenz rechnet, muss man einfach mehr reingeben. Wenn es dann ein schwächerer Jahrgang wird – umso besser, wenn man seine Hausaufgaben vorher gut gemacht hat!

Ich bin fest davon überzeugt, dass Sarah, der SWR und die Delegation erst überrissen haben, was wirklich Phase ist, als sie die ersten anderen Beiträge so richtig wahrgenommen haben. So a la: „Ach du Lottchen, die hauen auf die Zwölf und sind uns in Siebenmeilenstiefeln voraus“. Deswegen brach ja dann die hektische Aufbohrung von „Fire“ los…Trickkleid, Stagedive, nochmal drüber ge-revampt… weil man erst da gemerkt hat, selbst in einem für den Eurofan evtl. schwächeren Jahrgang, schiessen so viele Beiträge so viel schärfer.

Aufrechtgehn
17 Tage zuvor

Ich bin so ein bisschen hin- und hergerissen: mein ESC-Fanherz wünscht sich einen Vorentscheid mit mindestens 10 Beiträgen aus mindestens 10 verschiedenen Genres und finnischem Abstimmungsverfahren (ein Drittel Juryvoting [mit einer ausschließlich ausländisch besetzten Jury] und zwei Drittel Televoting), ohne Talksofa und mit Hazel Brugger.
Mein Verstand sagt: eine Direktnominierung würde vermutlich die Chance erhöhen, einen wirklich guten Act mit einem wirklich guten Song zu kriegen.

Letzten Endes glaube ich aber, am entscheidendsten ist es, den Fokus auf die Songauswahl zu legen. Und zwar mit dem kompromisslos klaren Fokus auf die von Thomas Mohr beschriebene „Exzellenz in der Nische“. Das Ziel muss es sein, einen oder im besten Fall mehrere außergewöhnliche Songs zu finden. Also Songs, die anecken. Die polarisieren. Songs, die etliche Menschen ganz ganz schrecklich finden und andere Menschen feiern. Songs, welche die ARD-Radioverantwortlichen *niemals* im eigenen Programm spielen würden.

Was mich auf die Idee bringt, die ARD-Formatradiochefs als Kontrollinstanz doch wieder mit ins Boot zu holen – und für den Vorentscheid dann nur diejenigen Songs zu nehmen, welche dieses Gremium abgelehnt hat. 😉

Mit etwas mehr Ernsthaftigkeit: da ja deutsche Konsenskost international nicht ankommt, würde es vielleicht im Hinblick auf unsere Chancen Sinn machen, den bei uns vorhandenen Schatz der Multikulturalität noch stärker anzuzapfen. Wir haben so viele Menschen und so viele Künstler:innen mit internationalen Wurzeln. Das hat sich ja letztes Jahr schon mit Abor & Tynna gezeigt, „Baller“ klang ja durch deren Balkan- und Wien-Wurzeln deutlich internationaler als jetzt z.B. ein Ikke Hüftgold. Und hat ja auch ganz gut abgeschnitten.

Und zu guter Letzt: eine enge Zusammenarbeit mit den Plattenfirmen ist genau der falsche Weg. Deren Interesse ist es in erster Linie, den deutschen Markt und deutsche Hörerbefindlichkeiten zu bedienen. Das hilft uns beim ESC nicht weiter.

Aufrechtgehn
17 Tage zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Oh, das hatte ich noch ganz vergessen: wenn es einen Vorentscheid gibt, dann bitte in einem ARD-Spartenprogramm mit einer jüngeren Zielgruppe als im Ersten. Wir haben uns so ein bisschen angewöhnt, dass als „Abschieben“ zu sehen, aber tatsächlich ist ja auch das Durchschnittsalter der ARD-Zuschauenden ein Problem bzw. die Tatsache, dass man dort die junge Zielgruppe erst gar nicht erreicht. Ganz verrückter Vorschlag: vielleicht noch nicht mal mehr im linearen Fernsehen, sondern auf einem Social-Media-Kanal?

dunefan5000
dunefan5000
17 Tage zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Die Jüngeren können wenn sie wollen auch das Erste einschalten. Und was soll immer dieses Aufhetzen gegen die Älteren? Als wenn nur die Meinung der Jüngeren einen wert hätte. Und ja es ist auch Abschieben wenn die VE auf irgendeinem Spartenkanal versendet wird. Die VE zum größten Musikevent des Jahres gehört ins Erste Programm zur Primetime und nicht versteckt auf einem Spartenkanal oder im Internet. Das Erste Programm ist für jeden jederzeit verfügbar. Wer bei der VE nicht einschalten will, der soll sich auch dann nicht beschweren, wenn das Lied das gewonnen hat, ihm nicht gefällt. Es sollte eine VE mit verschiedenen Musikstilen sein, mit Musik die die jüngeren und auch die älteren Zuschauer anspricht. Was mir bei der ARD immer wieder auffällt, es wird so gut wie gar keine Werbung für den Vorentscheid gemacht. Vielleicht mal kurz davor. Man macht gar nix, damit die Leute einschalten, man könnte so viel mehr machen. Zum Beispiel ein Gewinnspiel, der als Hauptpreis eine Reise zum ESC beinhaltet.

Last edited 17 Tage zuvor by dunefan5000
Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor
Reply to  dunefan5000

Ganz verrückte Idee, warum den ESC bzw den deutschen Vorentscheid nicht auf der ARD und zusätzlich auf den Spartenkanälen laufen lassen? Ging doch dieses Jahr schon und beim Tatort funktioniert das doch auch.

Aufrechtgehn
12 Tage zuvor
Reply to  dunefan5000

Um das klarzustellen: ich bin selbst 58 Jahre alt, zähle also auch nicht mehr zu den Jüngeren. Und ich weiß von mir selbst, dass mein Musikgeschmack mit zunehmenden Alter immer konservativer wird und ich mit aktueller Popmusik kaum noch etwas anfangen kann.
Wenn der ESC musikalisch relevant bleiben will, muss er sich aber tendenziell an ein jüngeres Publikum richten und aktuelle Trends aufgreifen. Das ist gar nicht als Abwertung gemeint – ich hab halt noch die grauenvollen frühen Neunziger in Erinnerung, als die Jurys noch alleinverantwortlich waren, das Musikprogramm beim ESC Lichtjahre vom aktuellen Musikgeschehen entfernt und der Contest entsprechend verstaubt und irrelevant war. Da will ich nicht wieder hin, selbst wenn das heißt, dass mein Musikgeschmack nicht mehr bedient wird.
Insofern ist das jüngere Publikum relevanter. Aber das schaut überwiegend gar kein lineares Fernsehen mehr, und wenn, dann nicht das Erste. Und wenn Du – zu Recht – sagst, die Jüngeren können ja auch das Erste einschalten, wenn sie wollen, lässt sich das auch umdrehen: die Älteren können auch einen Spartensender einschalten, wenn sie wollen, oder einen Youtube-Livestream finden. 🙂
Wo ich Dir zustimme: die ARD wirbt zu wenig für den ESC und den deutschen Vorentscheid. Da ginge deutlich mehr.

ESC Jul
ESC Jul
17 Tage zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Deinen Online-Vorschlag finde ich ganz spannend. Man könnte auch erst eine Art Halbfinalshow online veranstalten mit zB 15 Teilnehmern, in der man natürlich bereits die fertigen Liveauftritte zu sehen bekommt. Von den 15 kommen dann 7 oder 8 ins Finale, das dann im ersten läuft.
So könnte man möglicherweise sicherstellen, dass die „richtigen“ Kandidaten ins Finale kommen und hätte trotzdem eine Primetimeshow im Ersten.

Biobanane
Biobanane
17 Tage zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Wenn wir ehrlich sind, dann bieten viele Länder (leider) Konsenskost an. Schweden, Frankreich und Italien (um mal die Großen zu nennen) haben jedes Jahr etwas klar Erkennbares und wenig Überaschendes. Kommt eben nur besser in Europa an, ist aber nicht wirklich innovativ oder gar frisch. Das kam in den letzten Jahren eher aus dem Osten, aber hier gibt es auch schon Abnutzungserscheinungen, wie der VE in der Ukraine gezeigt hat.
Vielleicht sollten wir einfach dazu stehen, dass deutsche Einheitskost eben nicht gut ankommt, oder besser gesagt, dass es wirklich gute Kost sein muss, die dann doch ankommt. Und da sind wir schon wieder bei den Mohrschen Gedanken zum ESC.

Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor
Reply to  Biobanane

Eigentlich sollten wir auf dem Erfolg von Baller aufbauen, heißt modernen Song , passendes Staging dazu und was bei Baller etwas gefehlt hat , ein Künstler der den Song auch präsentieren kann.

Prometheus
Prometheus
17 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

Bei dem Lied hat man schon gemerkt, dass es nie für den ESC geschrieben war, sondern als Albumtrack. Dadurch hat es sich zwar untypisch und damit interessant angehört, aber so ganz zur ESC-Bühne hat es doch nicht gepasst.

Sehr toller und antreibender Refrain, die Strophen vielleicht etwas belanglos. Das eigentliche Problem, noch viel mehr als Tynnas Stimme, war die langweilige und träge Inszenierung von Marvin Dietmann, die dennoch zu den besten deutschen Inszenierungen der letzten Jahre zählt (niedrige Messlatte). Wenn die Kamera und die Schnitte langsam sind, das Lied dafür aber schnell, dann hat man eben ein Problem.

Ich gehe stark davon aus, dass man mit Belas „Herz“ und Laura Nahrs „Wonderland“ auf „Baller“ aufbauen wollte. Leider wurden gerade diese beiden so sehr vom SWR im Stich gelassen.

Ein anderes Land hätte aus „Wonderland“ sicherlich eine tolle Show gezaubert, und die Sängerin hätte man vielleicht auch noch austauschen müssen. Das Lied hatte aber Potenzial. Ist nur schade, dass der NDR/SWR so spät mit seinen Vorbereitungen beginnt und man auf das Staging im Mai so wenig wert legt. Bei Laura Nahr war die Geschichte ja glaube ich, dass sie viele Vorschläge gemacht hat und Bilder/Skizzen an die Redaktion geschickt hat, die aber allesamt ignoriert wurden.

Ich hoffe, Frau Sikorski hat nun gelernt, dass das Staging die halbe Miete ist. Man sollte sich nicht nur mit einem Song bewerben, sondern mit einem Stagingkonzept gleich mit. Und vielleicht nicht nur Songwriting-Camps, sondern auch Staging-Workshops. Das Visuelle wird immer wichtiger.

Donnatella
Donnatella
17 Tage zuvor
Reply to  Prometheus

Mein Herz singt, wenn Marvin „Fantasielos“ Dietmann auch mal sein Fett weg kriegt. Ist schadenfreudig und schlechte Kinderstube, aber Herr Dietmann ist meine persönliche „Staging-Nemesis“ im ESC.

Bei Conchita hatte er einfach nur Glück, dass Conchita das Ding mit 120.000 Watt Persönlichkeit und Stimme getragen hat und auch nur mit einem einzigen Spot auf sie alleine gewonnen hätte. Sie hat fast trotz des Stagings gewonnen.

Prometheus
Prometheus
17 Tage zuvor
Reply to  Donnatella

Das Gleiche könnte man auch über Sam Ryders „Space Man“ sagen, wobei das ja eins der besseren Dietmann-Stagings ist. Aber auch hier war der 2. Platz eher trotz statt wegen Dietmann und die Persönlichkeit eines Sam Ryders hätte bei jeder noch so schlechten Inszenierung gestrahlt, genau wie bei Conchita.

Die Dietmann-Zeiten sind echt vorbei. Den engagiert man nur noch, wenn man wenig Geld hat, absolut Not am Mann ist oder alle Guten schon vergeben sind. Also wahrscheinlich wieder Deutschland nächstes Jahr

dunefan5000
dunefan5000
12 Tage zuvor
Reply to  Rainer Knuth

Welcher Erfolg? Platz 15? Das ist zwar ordentlich und deutlich besser als die Platzierung in diesem Jahr. Aber als Erfolg würde ich Platz 15 nicht bezeichnen. Da hätte es schon in die Top 10 gehen müssen.

Biobanane
Biobanane
17 Tage zuvor

Vielleicht passt die Songauswahl einfach nicht in das starre, bürokratische Gerüst der ARD. Was spricht dagegen, es einfach auszulagern und einem Externen die Aufgabe zu übertragen. Da hätte man dann kurze Wege und schnelle Entscheidungen anstatt dem scheinbar immer noch sehr schwerfälligen Apparat.
Muss ja nicht heißen dass es keinen VE gibt, das kann man dann ganz am Ende entscheiden, ob man wirklich gleichwertige Künstler gefunden hat und dann das Publikum die Auswahl überlässt oder man macht es intern, wenn wenn was Besonderes gefunden wurde.
Aber wie jedes Jahr wohl eine vergebliche Hoffnung.

Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor
Reply to  Biobanane

Externe Auswahl klingt super, wäre dafür gerne jedes Bundesland seinen eigenen Kandidaten aussuchen. Wäre lustig ein bayrischen Bierzeltpartysong gegen eine norddeutsche melancholisch Ballade antreten zu sehen.

Syndrom
Syndrom
17 Tage zuvor

Hier mal mekne Meinung + Tipps:
Ich denke der Vorentscheid selber war sehr gut, ich hab die Show sehr genossen, das Moderatorenduo muss auf jeden Fall bleiben und auch die Jury war sehr interessant gewählt, klug gewählt und hat meiner Meinung nach die beste Entscheidung getroffen die sie hätte treffen können. Vor allem wichtig dass die Juroren alle Ausländisch sind pusht das für mich nochmal. Man hätte in der Show etwas von dem ganzen Reden weg lassen können, zum Beispiel dieser kleine Green Room mit Michael Schulte oder die Künstler Interviews bevor die überhaupt aufgetreten sind, aber an sich war alles gut gestaltet. Auch die Bühnenshows waren für nen Vorentscheid schon sehr gut, natürlich nicht mit dem ESC selber vergleichbar, also definitiv zu verbessern, aber fürn Vorentscheid reicht das denke ich. Fand die meisten jedenfalls sehr gut und Staging können wir sowieso gut
Nun zu den Songs, offensichtlich muss sich da was bessern, vielleichg aucv eincach schon die Auswahl an Künstlern, da machen wir jedenfalls irgendetwas falsch
Daher mein Tipp, bitte nicht auf die Show konzentrieren, die war mega, sondern die Auswahl an Künstlern und Songs überarbeiten, bzw. generell das ganze Auswahlverfahren

Rainer Knuth
Rainer Knuth
17 Tage zuvor
Reply to  Syndrom

Einfach mehr wagen bei der Auswahl der Songs.

CriscoCris
CriscoCris
17 Tage zuvor

Hoffe mit „Anderartigkeit“ ist keine KI generiert klingende Kopie von Bangaranga gemeint…so wie Cascada meinten, mit einer Nachahmung des Vorjahres-Siegertitels punkten zu können und man mit Sarah Engels sogar meinte, man könnte einfach ein Lied der letzten Jahre abkupfern.

Deutschland ist der viertgrößte Musikmarkt der Welt, gebt auch mal endlich Mühe!

Letschi
Letschi
16 Tage zuvor

Ich finde ja unsere Auswahl gar nicht so eintönig, mainstreamig wie sie immer gemacht wird. Die letzten drei-vier Beiträge waren doch eigentlich alle unterschiedlich. In den 2010ern gab es sicher mal eine lange Phase der Belanglosigkeit. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das Anecken und Polarisieren uns wirklich so helfen würde. Ein ähnlicher Gedanke steckte wahrscheinlich auch beim UK-Beitrag dieses Jahr. Keine Ahnung ob man uns das abnehmen würde.
Witzigerweise waren unsere besten Ergebnisse dann auch oft …. Radiopop – aber gut gemacht, der authentisch und bodenständig rüber kam.

AsIFall
AsIFall
16 Tage zuvor

Wir hätten 2022 Electric Callboy als Vertreter haben können aber die waren ja nicht „radiotauglich“…

trackback

[…] in the competition was confirmed before the Contest even took place in Vienna in May. Speaking to ESCkompakt, new German Head of Delegation Tina Sikorski confirmed that a national final would be taking place […]

Jakob
Jakob
15 Tage zuvor

Euer Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht — und letztlich zu einem eigenen Blogbeitrag. Als Songwriter, Podcaster und Schreiberling der unveröffentlichte Songs in der Schublade hat und irgendwann auf einer ESC-Bühne stehen will, habe ich eine Entscheidung getroffen: nicht mehr auf den deutschen Vorentscheid zu warten. Warum, habe ich hier aufgeschrieben: Warum ich nicht mehr auf Deutschland warte

dunefan5000
dunefan5000
12 Tage zuvor
Reply to  Jakob

Klingt sehr nach mimimmimi. Und ich glaube auch nicht das irgendjemand in Deutschland auf dich wartet.

Jakob
Jakob
12 Tage zuvor
Reply to  dunefan5000

Ich habe das Gefühl, das du meinen Text nicht verstanden hast. ☺️ Du schreibst über mich und ich über das System.

dunefan5000
dunefan5000
10 Tage zuvor
Reply to  Jakob

Du kannst ja gerne für andere Länder starten. Wünsch dir viel Glück damit. Aber die warten bestimmt nicht auf jemanden der aus Deutschland kommt. Das System ist so wie es halt ist. Und es hat auch seine Gründe warum das so ist.

dunefan5000
dunefan5000
12 Tage zuvor

Wäre es ein zu großes Risiko, wenn man die Gruppe Seeed zur VE zulassen würde? Finde die Musik von denen nachwievor mega.

trackback

[…] ESC kompaktŹródło zdjęcia: SWR (autor: Claudius […]

Lordhelm
Lordhelm
8 Tage zuvor

Warum nicht mal ein Vorentscheid mit allem Schlager , Mainstream Pop, Rap usw. ? Wir suchen einen Song der die Welt bewegt..und nicht nur Deutschland. Ein Song auf Englisch heißt nicht gleich International erfolgreich.

Bundesvision – Song Contest war mal ein Guter Ansatz…👍

Mutig sein in Schweren Zeiten..🤔