Delegationsleiterin Tina Sikorski: Deutscher ESC-Beitrag wird auch 2027 per Vorentscheid gewählt

Barbara Schöneberger, Sarah Engels, Hazel Brugger – Foto: ARD / Claudius Pflug

Das traditionelle Siegerfoto mit dem Act, der Deutschland beim Eurovision Song Contest vertritt, wird wohl auch in den kommenden Jahren auf einer Vorentscheid-Bühne entstehen. Oder klarer ausgedrückt: Der deutsche Beitrag soll weiterhin per öffentlicher Vorentscheidung bestimmt werden. Im exklusiven Interview mit ESC kompakt hat die neue deutsche Delegationsleiterin dies bestätigt.

Tina Sikorski hat letztes Jahr offiziell die Rolle der deutschen Delegationsleiterin (kurz HoD für Head Of Delegation) für den ESC übernommen. Bislang hielt sie sich eher im Hintergrund, doch am letzten Wochenende bei Eurovision in Concert in Amsterdam haben wir die HoD endlich kennenlernen dürfen. Im Kurzinterview hat sie uns Einblicke in ihre ersten Monate als ESC-Verantwortliche gegeben und einen Blick in die Zukunft geworfen.

Zunächst ließ uns die deutsche HoD wissen, dass für sie natürlich alles noch völlig neu sei. Tina Sikorski ist, wie der gesamte SWR, dieses Jahr zum ersten Mal verantwortlich für die deutsche ESC-Teilnahme. Dies sei eine Aufgabe, in die man zunächst reinwachsen müsse, was jedoch bisher gut geklappt habe. Übrigens: Tinas Vorgängerin, Alexandra Wolfslast vom NDR, ist Teil unserer diesjährigen ESC kompakt Reactions, die ihr auf YouTube verfolgen könnt.

In der Summe soll aktuell alles sehr gut laufen im deutschen ESC-Team, auch wenn so eine Teilnahme natürlich mit sehr viel Arbeit verbunden sei, sagte Tina uns. Das wichtigste sei, dass alle große Lust haben und mit Leidenschaft dabei sind. Interessante Einblicke gab uns Tina Sikorski dann, als wir sie zu den Vorbereitungen des Vorentscheids Das deutsche Finale 2026 befragten:

„Wir sind ganz zufrieden damit, wie wir es gemacht haben – also dass wir ja den Aufruf in der professionellen Musikbranche gestartet haben und wir sind da schon ziemlich happy, mit dem, was zurück gekommen ist.

Aber wir merken natürlich schon, dass gerade etablierte Artists Bedenken haben, am ESC teilzunehmen, weil man sich eben […] dem Wettbewerb nicht stellen will, weil man vielleicht das Thema an sich nicht geil findet oder vielleicht auch aus politischen Gründen […] sich da nicht irgendwie in ein Fadenkreuz begeben möchte. Deswegen versuchen wir schon auch, sehr viel Vertrauensarbeit in den musikalischen Szenen zu leisten.“

Tina Sikorski verriet uns zudem, dass man weiter an der Musikauswahl der kommenden Vorentscheidungen arbeiten möchte, jedoch nicht komplett anders vorgehen werde als in diesem Jahr (siehe oben). Anschließend hat uns die deutsche HoD bestätigt, dass sich Fans auch in den nächsten Jahren jeweils auf einen öffentlichen deutschen Vorentscheid freuen dürfen. Zumindest sei dies „sehr, sehr wahrscheinlich“. Wenn es nach Tina selbst ginge, wäre sie jedoch auch für andere Wege offen:

„Ich muss sagen, ich persönlich hätte jetzt mit einem internen Vorentscheid keine Probleme, weil wir dann einfach […] mehr Artists überzeugen könnten, dabei zu sein – vielleicht eben auch etabliertere, größere Namen.“

In den kommenden Jahren werde man aber bei öffentlichen TV-Vorentscheidungen bleiben, so Tina Sikorski. Sollten diese eher aus Newcomer*innen bestehen, sei dies auch kein Problem. Laut der HoD habe man gute Erfahrungen damit gemacht, auch mit eher unerfahrenen Musiker*innen zusammen zu arbeiten.

Natürlich haben wir mit Tina Sikorski auch noch einen Blick auf den Mai in Wien geworfen. Die große Frage bleibt weiterhin, wie genau Sarah Engels ihre Nummer „Fire“ auf die Bühne bringt. Gibt es eine überarbeitete Version der Nummer? Was werden die Hauptelemente auf der ESC-Bühne in Wien sein? Zumindest einen kleinen Vorgschmack konnte uns Tina Sikorski schon einmal geben. Wir wollten wissen, ob die Performance genau so sein wird, wie bei Das deutsche Finale 2026

„Also natürlich wird der [Auftritt] jetzt nicht völlig anders sein, […] aber wir wollen das schon nochmal auf ein anderes Level hieven und jetzt vielleicht auch nicht NUR das Feuer in den Vordergrund stellen. (…) Wir haben vielleicht in die Inszenierung auch ein paar andere Sachen eingebaut. Ich glaub, es wird geil. Es wird emotionalisierend, es wird packend – aber man kann sich auch freuen, dass es ein paar Überraschungen geben wird. (…) Ich hoffe, allen wird es gefallen.“

Wie klingen die Aussagen von Tina Sikorski für dich? Welche Art von Staging erwartest du beim ESC 2026 von Sarah Engels und dem deutschen Team? Lass uns gerne deine Ideen da.



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7 Comments
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Bernd
Bernd
3 Stunden zuvor

Ich weiß es…spoiler…fire on ice

Malge1985
Malge1985
3 Stunden zuvor

https://www.kuriose-feiertage.de/mecker-tag/

Passt doch. 😉😜🫣🙈

doredo
doredo
3 Stunden zuvor
Reply to  Malge1985

Du hast den Kalender damit an der Wand hängen, oder? 😃

Malge1985
Malge1985
3 Stunden zuvor
Reply to  doredo

😇

Jorge
Jorge
3 Stunden zuvor

Dem Aufmacherfoto nach, könnte also das Duo Schöneberger/Brugger mit Backgroundtänzerin Sarah in Wien auftreten. 😉

Nils
Nils
3 Stunden zuvor
Reply to  Jorge

Nach letztem Jahr könnte Hazel womöglich ein paar Televoting-Punkte bringen. 😛

Gaby L
Gaby L
2 Stunden zuvor

Vielen Dank für das Statement, Frau Sikorski. Bin sehr gespannt, was uns im Mai erwartet.😊

Um noch mal kurz auf die VE einzugehen: Finde es grundsätzlich gut, dass es im nächsten Jahr wieder eine Vorentscheidung geben wird. Es wäre schön, wenn man künftig noch etwas mehr den Fokus auf die Songs legen könnte. Die drei besten Acts sind ins Finale gekommen, von daher war ich schon froh, dass es die Jury gab. Aber es waren auch Acts dabei, wo ich mich wirklich gefragt habe, ob sich aus den ganzen Anmeldungen nichts besseres gefunden hat. Einige der Namen, die dort aufgetreten sind, habe ich schon wieder vergessen, was wohl schon einiges über die Nachhaltigkeit aussagt. Es war z. B. ganz am Anfang ein junger Mann am Start, den ich wirklich charmant fand, der Song war auch wirklich nicht schlecht. Aber für die große Bühne war er einfach nicht geeignet (meiner Meinung nach). Das hatte eher war von einer Schulaufführung. Nun hätte man sicherlich an dem Auftritt noch arbeiten können, wäre er für Wien gewählt worden. Aber es wäre wirklich viel, viel Arbeit gewesen. Möglicherweise wäre der Song auch international nicht wettbewerbsfähig gewesen. War jetzt nur ein Beispiel. Was ich damit sagen will: Im Idealfall schickt man acht bis zehn Acts in die Vorentscheidung, die alle international wettbewerbsfähig sind. Das müssen ja auch nicht die ganz großen Namen sein. Es kommt ja primär auf die Songs an. Einfach ist so eine Auswahl natürlich nicht, zumal ich ja nicht weiss, was sonst noch im Angebot war.🤔 Ist schon eine verantwortungsvolle Aufgabe. Ich wünsche auf jeden Fall Ihnen und ihren Kolleg:innen schon jetzt ein glückliches Händchen.

Sarah macht ihre Sache bis jetzt sehr, sehr gut. Sie ist sehr professionell, das hat man schon bei der Vorentscheidung gemerkt. Nach allem, was ich so über diesen ESC in Concert gehört habe, möchte sie auch mit den anderen Künstler:innen „connecten“. Das finde ich total schön. Wünsche Ihr viel Glück und auch Spaß in Wien.🍀