
Schaut Slowenien dem Eurovision Song Contest bald tatsächlich wieder so verliebt in die Augen, wie Klemen seiner Frau beim Wettbewerb in Basel 2025 (Aufmacherbild)? Nachdem wir kürzlich bereits die Lage in Spanien, Island und Belgien gecheckt haben, gibt es heute das zweite Update zu den Ländern, die sich vom diesjährigen ESC zurückgezogen haben. Wie stehen die Chancen, dass diese Boykott-Nationen 2027 wieder zurückkehren?
Wie bereits angedeutet, starten wir mit einem Nachbarland des diesjährigen Gastgebers Österreich: Slowenien fehlte dieses Jahr beim ESC in Wien, weil sich der Rundfunk RTVSlo unzufrieden mit dem Verbleib Israels zeigte. Ziemlich genau vor einem halben Jahr, genauer gesagt am 4. Dezember 2025, ließ der Sender nach der EBU-Generalversammlung verlauten, in Wien nicht dabei zu sein. Als eines von insgesamt fünf Ländern.
Mehrfach hat RTVSlo in Form von Vorstand Natalija Gorščak immer wieder beteuert, dass man die Teilnahme Israels nicht mehr tolerieren könne. Vor allem aus Solidarität mit den Opfern in Gaza sei es für Slowenien undenkbar, weiterhin am ESC teilzunehmen. Statt dem Wettbewerb aus Wien hat RTVSlo Mitte Mai über eine Woche lang (!) Dokumentationen und Filme mit Palästina-Bezug ausgestrahlt. Darunter am 14. Mai auch einen solchen Bericht mit ESC-Bezug.
Es wirkte also, als blieben die Fronten zwischen Slowenien und dem ESC erst einmal verhärtet. Allerdings deutet nun tatsächlich einiges auf ein mögliches Comeback hin. Noch ist es zwar absolut unklar, ob Slowenien 2027 beim Wettbewerb in Bulgarien wirklich wieder an den Start geht, doch die kritische Einstellung des Senders RTVSlo könnte sich noch in diesem Jahr ändern.
Natürlich spielt im (potenziellen!) „Sinneswandel“ des slowenischen TV-Senders die Politik wieder einmal eine große Rolle. Ende März wurde in Slowenien ein neues Parlament gewählt, welches den rechts-orientierten Janez Janša zum Ministerpräsidenten wählte. Er gilt als Israel-Unterstützer und hat jetzt sogar veranlasst, dass in Ljubljana die erste israelische Botschaft eröffnet wird, die es in Sloweniens Hauptstadt jemals gab (siehe oben).
Im Endeffekt kann diese politische Kursführung sogar bedeuten, dass der Sender RTVSlo eine ESC-Teilnahme Sloweniens, trotz Anwesenheit von Israel, wieder befürworten wird. Dies könnte gelingen, indem die Regierung wieder mehr Einfluss auf den TV-Sender bekäme, was Janša bereits plant. Er kündigte an, dass bestehende Gesetze so abgeändert werden sollen, dass die Finanzierung und Ernennung von Führungspersonal im slowenischen Fernsehen bald wieder reine Regierungssache sind. Auch wenn dieses Vorhaben sicherlich auf einigen Widerspruch stoßen dürfte: Es könnte Sloweniens ESC-Comeback bedeuten.
Deutlich unwahrscheinlicher ist hingegen eine Rückkehr von Irland zum ESC. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt sieht es eher danach aus, dass auch der Wettbewreb in Bulgarien ohne irische Teilnahme über die Bühne gehen wird. Der Generaldirektor des zuständigen Senders RTÉ, Kevin Bakhurst, erklärte in einem Radiointerview vor kurzem, dass es für Irland aktuell „keinen Grund“ gäbe, zum ESC zurückzukehren. Er sagt allerdings auch, dass eine endgültige Entscheidung erst in den kommenden Monaten getroffen werde.
Wie berichtet, gibt es in den Niederlanden zumindest etwas mehr Hoffnung. Hier könnte der Sender Omroep Max die Verantwortlichkeit einer Teilnahme 2027 übernehmen, sollte die öffentlich-rechtliche Dachorganisation NPO eine finanzielle Unterstützung garantieren. Schon in diesem Jahr wurde zudem sehr viel über Portugal diskutiert. Zwar nahm der Sender RTP am Ende am ESC teil, doch viele Bürger*innen und auch Künstler*innen im Land sind äußerst Israel-kritisch. Die Teilnahme des Landes in Bulgarien ist bislang noch nicht bestätigt.
Was hältst du von den neuesten Entwicklungen? Wie viel Einfluss sollte die politische Lage eines Landes auf die ESC-Teilnahme haben? Lass uns gerne deine Meinung da.
Entdecke mehr von ESC kompakt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



Wäre gut, wenn Slowenien zurückkehren würde. Klemen ist einer der Teilnehmer am Eurovision Weekend in München, das im Juli diesen Jahres stattfindet.
Eine rechte Regierung als Garant für die Rückkehr Sloweniens – ich würde andere Vorzeichen mehr begrüßen….
Dem kann ich nur zustimmen.
Das mag sein, aber in diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel.
Oh ja! 1000% Zustimmung
OT:
Die Band Mamabua wird also auch am Samstag, den 20. Juni auf der Sound am Markt Stage beim Altstadtsommer 2026 bei uns in Kaufbeuren auftreten:
https://www.instagram.com/p/DZRhoTkDEIx/?igsh=MWl2bTkwYnlwcXdvNQ==
Diese Bühne ist ja etwas abgekoppelt, wie schon mehrfach erwähnt.
Null. Und die angestrebte Gesetztesänderung in Slowenien wird von der EU sehr kritisch gesehen – heißt dass da Gelder eingefroren werden können.
Einfach abwarten.
Müsste Slowenien dann nicht ausgeschlossen werden, wenn die Politik derart großen EInfluß auf den Sender nimmt? Das ist doch zumindest die Begründung, warum Russland und Belarus ausgeschlossen, Israel aber teilnahmeberechtigt ist.
Dann müßte Spanien natürlich ebenso ausgeschlossen werden. Die Führung des Senders RTVE ist von ihrer Einstellung eine Marionette des Antisemiten Sanchez
Auch in Spanien könnte wieder zurückkommen, wenn die durch mehrere Korruptionsskandale geschädigte sozialistische Minderheitsregierung abgewählt werden würde. Noch ist es zu früh, das zu vermuten, aber Neuwahlen in nächster Zukunft sind nicht ausgeschlossen.
Man sollte sich das natürlich nicht wünschen, nur damit Spanen zum ESC zurückkehrt
Nun, der Ire und die Irin haben je traditionell ihre berechtigten Freiheitsdrang von der britischen Besatzung mit einer unterschwelligen Sympathie für die Hinkels und Das Dritte Reich verwechselt, warum sollten sie plötzlich differenzierter denken können?
Also wenn die Teilnahme aller Länder nur noch davon abhängt, welche Regierung gerade an der Macht ist, dann wird die Idee des ESC nur noch ad absurdum geführt… dann können sie den Bums auch gleich ganz zumachen. Eine „schnöde“ Unterhaltungssendung als Spielball der Außenpolitik zu benutzen ist geradezu lächerlich.
👍
Würde mich sehr über eine Rückkehr von Slowenien freuen.🙂
Also Sloweniens Weg zum ESC ist mehr als bitter: Ein Ministerpräsident, der die Unabhängigkeit der Medien anprangert, veranlasst die Rückkehr zum ESC. Wer das als gut bezeichnet…