ESC-Barometer 2021 (5): Etwas Laserlicht und reichlich Schatten

Die Veröffentlichung von „Adrenalina“ als diesjährigem Beitrag aus San Marino ist in der ESC-Bubble und bei den Leser*innen von ESC kompakt eingeschlagen wie eine Bombe. Das grelle (Laser)Licht von Senhit überstrahlt alle anderen Neuzugänge der letzten Tage. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. In diesem Fall sogar reichlich Schatten. In zwei Auswertungskategorien haben zwei neue Beiträge die rote Laterne übernommen.

Aber der Reihe nach. Wir steigen wieder ein mit der durchschnittlichen Bewertung der Beiträge. Hier kann sich Senhit senhit-tionel auf den zweiten Rang singen. Der nächste Neuzugang kommt erst auf Platz 10: Natalia Gordienkas „Sugar“ aus Moldawien. Knapp dahinter folgt ihre rumänische Nachbarin Roxen auf Platz 12.

Die meisten neugekürten Beiträge folgen dann in der zweiten Hälfte des Klassements – und gleich sechs davon setzen sich direkt ans Ende. Fly & Flamme aus Dänemark können sich nur mit minimalen Abstand vor Manizha aus Russland auf den vorletzten Rang retten. Aber auch für Italien, die Gastgeber Niederlande, Estland und Portugal sieht es nach dieser Auswertungslogik nicht gut aus.

Wichtiger als die durchschnittliche Bewertung ist beim ESC die Anzahl der Höchstwertungen „ist ganz ausgezeichnet“. Denn hier liegt das Potenzial von Personen, die auch für einen Beitrag stimmen würden. Hier halten sich The Roop aus Litauen ebenfalls an der Spitze – mit deutlichem Elf-Prozentpunkte-Abstand vor Senhit für San Marino. Spannend ist hier der Fakt, dass Måneskine aus Italien auf einem recht guten zehnten Platz liegen.

Auch bei den Höchstwertungen finden sich die meisten Neuzugänge in der zweiten Hälfte. Allerdings können sie sich etwas vom Ende absetzen, so dass Eden Alene aus Israel weiter ganz am Ende des Starterfelds liegt. Australien, Rumänien, Dänemark und Russland bilden das hintere Mittelfeld.

Wir haben in der Vergangenheit beobachtet, dass polarisierende Beiträge etwas besser abschneiden als es die durchschnittliche Bewertung erwarten lassen würde. Hierfür zählen wir immer die Extremwerte „ist ganz ausgezeichnet“ und „ist ganz furchtbar“ zusammen. Natürlich liegen auch hier weiter The Roop an der Spitze. Das Video des Deutschen Jendrik kann sich mit sehr geringem Abstand aber sogar noch vor Senhit halten. Beeindruckend ist hier auch der Wert, auf den die Italiener kommen: sie polarisieren sich auf den fünften Platz. Und auch für Dänemark und Russland sieht es hier gar nicht so übel aus.

Das zeigt sich so auch ähnlich bei der hinteren Hälfte, so dass drei alte Weggefährten ein ESC-Barometer ziemlich nach hinten durchgereicht werden. Ob Blas Cantó aus Spanien, die erste Version von Anxhela Peristeri aus Albanien oder Eden Alene aus Israel – sie versingen (sic!) in der Unauffälligkeit.

Die verschiedenen Auswertungsansätze führen wir nun in unserem ESC-kompakt-Index zusammen. Der EKI (ESC-kompakt-Index) ist die durchschnittliche Platzierung eines Beitrags nach fünf Kriterien, die jeweils für sich gerankt werden: Einzelbetrachtung „ist ganz ausgezeichnet“, Top2-Betrachtung „ist ganz ausgezeichnet“ und „gefällt mir gut“ zusammen, Durchschnittsbewertung, Polarimeter-Index und umgedrehter Couldn’t-Care-Less-Index (Rangreihung von der niedrigsten „so la la“-Wertung (Platz 1) bis zur höchsten (letzter Platz).

Wenig überraschend halten sich beim EKI The Roop an der Spitze des bisher feststehenden Feldes. Auf Platz 2 folgt Senhit, dahinter Jendrik (denkbar knapp vor der Französin Barbara Pravi. Natalia Gordienko erreicht mit Platz 8 einen Achtungserfolg und auch für Måneskine ist der ESC-Zug noch nicht abgefahren.

Ganz anders sieht es für Ukulele Suviste aus, der den allerletzten Platz belegt. Hier hilft im Zweifel nur noch ein Revamp oder ein nackter Oberkörper auf der Bühne. Auch Blas Cantó sollte sich einen Notfallplan überlegen. Letzterer könnte die niederländischen Gastgeber allerdings vor der Schmach eines letzten Platzes retten. Denn auch deren Jeangu Macrooy liegt verdächtig weit hinten. Ob es Dänemark, Russland und Rumänien auf den Plätzen 18 bis 20 ins Finale schaffen werden, liegt natürlich auch an den Songs, die in den nächsten Tagen noch veröffentlicht werden.

Die nächste Ausgabe des ESC-kompakt-Barometers kommt am nächsten Mittwoch. Dann natürlich auch mit allen neuen Beiträgen, die bis dahin veröffentlicht werden.

Deckt sich unsere Auswertung mit Deiner Meinung über die Beiträge? Diskutiere gern unter diesem Artikel.

ESC-Barometer 2021 (4): Verstärkung fürs Mittelfeld
ESC-Barometer 2021 (3): Deutscher Vertreter Jendrik punktet mit Polarisierung
ESC-Barometer 2021 (2): Blind Channel aus Finnland starten durch
ESC-Barometer 2021 (1): THE ROOP sind wieder das Maß aller Dinge
Rückblick: So sah das komplette ESC-Barometer 2020 aus
Rückblick: So sah das komplette ESC-Barometer 2019 aus

Mit dem deutschen Beitrag zum ESC 2021 haben wir uns auch ausführlich in unserem ESC kompakt LIVE am Donnerstagabend auseinandergesetzt. Das Video könnt Ihr Euch hier noch einmal anschauen.


68 Kommentare

  1. Das Barometer ist eine spannende Sache. Danke für die Idee und die Arbeit die da rein gesteckt wird. Man darf jetzt aber nicht zu viel da rein interpretieren. Es ist nur eine erste Einschätzung der User aus der Bubble. Zu dem haben wir einige Songs nur auf Video gesehen während andere einen Liveauftritt hatten. Aber in Rotterdam auf der Bühne wird nochmal alles anders sein. Es bleibt also Spannend. Wir können aber jetzt schon mal erkennen wo die Tendenzen liegen.
    Ich bin auch der Meinung das wir durchaus noch richtig gute Songs bekommen werden. Vielleicht kennen wir den Sieger schon aber gut Möglich das er noch kommt.

    • moin!
      tja wer kann noch qualität liefern?
      lettland vielleicht?
      würde mich sehr freuen.
      aserbaidschan wird sicher auch brauchbaren ethnopop schicken und island hat nun schon einen gewissen lieferdruck also hinsichtlich der qualität – schweden kann zumindest mit eric saade oder mamas definitiv nicht gewinnen – tusse wird auch eher schwierig.
      die clara vielleicht – ganz abstrakt gesehen,ist da ja ein bißchen lena mit drin also unbeschwertheit usw.
      mein gefühl ist eher,wenn von island jetzt nicht der übersong kommt,ist die kuh vom eis.
      dotterdam halte ich auch für ziemlich unwahrscheinlich.
      malta ok keine ahnung – schweiz dito – wer noch?
      österreich? noch überhaupt nicht mit beschäftigt.

      • Wenn Schweden gewinnen kann, dann mit Eric Saade. Malta, Schweiz und Island könnten noch was großes liefern. Ansonsten wird das wohl ein schwierig zu berechnender Contest

      • Mal schauen, ob Victoria einen ähnlichen Hype wie letztes Jahr auslösen kann.
        Ich bin eher skeptisch. 🤔

    • Wir haben das für 2019 mal ausgewertet: „Das ESC-Barometer gibt einen ersten Fingerzeig, wie gut ein Beitrag beim ESC abschneiden kann. Der EKI hat seine erste Feuerprobe überstanden, indem er ein noch etwas besseres Ergebnis geliefert hat … Und natürlich ist die Vorhersagekraft der Wettquoten nach den Proben die beste – aber immer noch vergleichsweise fehleranfällig.
      https://esc-kompakt.de/ergebnisvergleich-so-gut-stimmten-2019-esc-barometer-und-eki-mit-esc-ergebnis-ueberein/

  2. Also ich sag ja, Litauen hat nur deshalb so viel „ganz Ausgezeichnet“ weil sie den Bonus von letzten Jahr hatten und weil man da noch kaum vergleiche zu anderen Songs hatte.

    • Volle Zustimmung! Würde Dicoteque jetzt veröffentlicht werden, würde es sich bestenfalls auf Platz 5 einreihen. Hab damals „Ausgezeichnet“ gewählt, jetzt würde ich nur noch ein „Gefällt mir gut“ geben.

    • Da stimme ich Dir auch zu. „Discoteque“ wird sich gut platzieren, da bin ich auch recht zuversichtlich. Aber sie profitieren sicher von dem Bonus vom letzten Jahr, wobei „On Fire“ sicher um den Sieg gesungen hätte. Das sehe ich im Moment bei „Discoteque“ nicht.

  3. Fühle mich jetzt schon schlecht für Dadi. Die Erwartungen sind aktuell viel zu hoch, die hohen Wettquoten tun ihm absolut keinen Gefallen. „Set up to fail“ würde man im Englischen sagen. Da könnte jetzt egal was kommen und es wird eine gespaltene Rezeption erhalten. Generell ist der Status als „Favorit“ einfach blöd.

    Im Bestfall überholen Italien und Frankreich Island noch kurz vor Veröffentlichung in den Wetten, dann ist der Fall nicht sooooo tief, dann gibt es auch wieder Luft nach oben.

  4. Ich glaube, dass man dieses jahr mit einer wirklich guten, modernen ballade die besten chancen hat zu gewinnen. Bei sovielen dance-songs, rock-songs und lärm-songs.

    • Die Schweiz als meine grösste Hoffnung auf eine schöne Ballade, neben dem UK, da vllt. aber eine grosse Hymne🙂

    • Absolut, eine richtig starke Ballade fehlt noch.
      Wenn Destiny, James Newman oder Gjon´s Tears mit ihren super Stimmen eine ruhige emotionale Atmosphäre schaffen ist das der perfekte Konterpart zur Konkurrenz, die häufig aus der Norm fällt.

  5. Bevor ich mein persönliches Ranking aufstelle, warte ich auf alle 40 Beiträge. Dann wird gehört, gesichtet, geordnet, gesetzt.

    Die Änderungen werden erst nach den Auftritten der beiden Semis und Finale folgen.

    Kann das sein, dass die „gezwungene ESC-Pause“, so möchte ich es mal nennen, der Veranstaltung und den Liedern gut getan hat? Hm…vielleicht täusche ich mich auch.

  6. Vor zwei Jahren hat das Barometer bei vielen Songs gut funktioniert, zumindest wenn mir meine Erinnerung keinen Streich spielt, auch letztes Jahr erschien es zumindest mir sehr schlüssig dahingehend was uns hätte erwarten können.
    Dieses Jahr sehe ich aber jetzt schon einige deutliche Abweichler, denn das ist der Blick der deutschen Bubble und damit nur einer von vielen. Interessant, aber wie einige Songs schlechter wegkommen als gedacht.
    Litauen erscheint auch mir am ehesten als Favorit der feststehenden Beiträge, was aber schon Morgen, Samstag Abend oder Montag anders aussehen kann.

  7. San Marino mit seiner bisher besten Position im Barometer auf einem verdienten zweiten Platz und 14 Nationen kommen bis Sonntag noch.

  8. Uk scheint diesesmal auch auf eine schnelle Nummer zu setzen. Auf YouTube gibt es einen Kurzclip vom Video, aber ohne dem Originalton. Was man sieht lässt darauf schließen, dass es flott zugeht.

    • Ansonsten glaube ich ist bisher Litauen der klare Favorit auf Sieg. Wobei Frankreich auch überraschen kann. Wenn der Auftritt so genial wie beim VE eingefangen wird.
      Mal schauen was die ausstehenden Beiträgen noch liefern werden.

  9. Also ein absolut Siegfavorit fehlt für mich noch. Ich habe zwar meine Favoriten, aber da von den Künstlern meist nur die Videos vorhanden sind, statt Live-Auftritte, ist es schwer vorherzusehen, wer am Tag X wirklich live am besten performt. Also abwarten. Deswegen sind die sogenannten Wettquoten absolut ohne Aussagekraft.

  10. Bisher ein Jahrgang der musikalischen Zumutungen und Belanglosigkeiten. Ausgezeichnet ist für mich nur Litauen und Zypern (denke, dass das auch optisch auf der Bühne sehr gut funktionieren wird). Der Rest ist teilweise zum Fremdschämen. Auch Deutschlands Kinderlied ist doch ganz einfach und ohne Anspruch komponiert. Zu den besseren Beiträgen zählen noch Irland, Finnland, San Marino, Albanien und vielleicht noch mit Abstrichen Moldawien und Slowenien.

  11. Litauen ist für mich auch nur durch den frühen Zeitpunkt plus den 2020-Bonus zu erklären. Ich glaube nicht, dass „Discoteque“ einen ESC gewinnen kann, aber ich war auch 2020 schon kein The-Roop-Fan.
    Wenn man sich die Gewinner seit 2012 anschaut, haben eigentlich alle einen gewissen „epischen Moment“. Loreen, Emelie, Conchita, Mans, Jamala, Salvador (hier sehr ruhig), Netta und Duncan.
    Mir fehlt 2021 noch dieser große epische Moment. Uptempo käme San Marino am ehesten dran, Ballade Frankreich, Sonstige Australien.
    Island und die Schweiz könnten mir den noch liefern.

    • Ich glaube sehr wohl, dass Discotheque einen ESC gewinnen kann. Von den feststehenden Liedern traue ich das sonst noch Voila zu. Was alle Siegersongs vereint ist eine abgestimmte Performance, die die Stärken des Songs hervorhebt. Australien wird nie einen ESC gewinnen, 2016 war die beste Chance und da haben sie es aufgrund des Televotings nicht geschafft. San Marino ist die typische Hypenummer, wird aber unter dem ähnlichen Angebot zu leiden haben. Island, Schweiz und Schweden habe ich noch als potenzielle Siegkandidaten und als Geheimfavoritin sehe ich dieses Jahr Rumänien

  12. „Adrenalina“ ist ein guter, solider Dance-Pop-Song, aber für mich nicht mehr. Natürlich ist der Song eine erhebliche Steigerung zu „Freaky“. Aber da hier schon öfters der Vergleich zu „Cleopatra“ gezogen wurde: Aserbaidschan 2020 gefällt mir besser, und der kam gar nicht mal sooo gut an, also, jedenfalls hat der Song nicht so einen Hype ausgelöst.😉
    Ich denke, Senhit profitiert schon ein bißchen vom „Bekanntheitsbonus“, und natürlich davon, dass Flo Rida involviert ist.
    Aber klar, das könnte in der Tat die beste Platzierung San Marinos ever werden.🙂

    • Ich mag „Adrenalina“ bekanntlichz gerne, kann aber den übermäßigen Hype nicht so ganz nachvollziehen (wenn man einige Wertungen beispielsweise auf Youtube zusammenzählt, liegt es mitunter mehr als 100 Punkte vor der Konkurrenz). Ich habe aber auch nichts gegen eine gute Platzierung.

      • Natürlich gönne ich San Marino auch einen Erfolg, zumal sie ja vorher oft esc-technisch kaum wahrgenommen wurden.🙂❤️

        Ich habe ja sowieso ein Herz für Zwergstaaten beim ESC. Ich würde mich sehr, sehr, sehr über die Rückkehr Andorras, Monacos und Luxemburgs freuen. Auf Liechtenstein warte ich auch schon sehnsüchtig.❤️❤️❤️❤️

  13. Meiner Meinung nach liegt ganz klar Rumänien vorne. Der Text spricht viele Menschen insbesondere Jugendliche an und die Musik natürlich auch. Zudem denke ich dass eine Performance wie im Musikvideo den Auftritt nochmal aufwerten würde. Ich kann mir sogar vorstellen wie am Ende des Auftritts im Hintergrund ganz groß „for every shout that went unheard“ steht, alleine diese Message ist sehr aussagekräftig und gibt mir Gänsehaut. Gesanglich gehört Roxen ebenfalls zu den besseren. Ich kann nur positiv reden über den Beitrag Rumäniens und freu mich auf den ESC.

    • Ja ich kann dir nur zustimmen.
      Das Video ist grandios, ihre Stimme ist toll, der Text hat eine Botschaft und für mich ist das Lied ein absoluter Grower!
      Das wird mit jedem hören besser und besser. 😍😍
      Aber vermutlich wird es nach ganz vorne dennoch nicht reichen – leider. 😔😔☹️

  14. Rumänien finde ich ziemlich öde. Nur weil es professionell gemacht, landet es bei mir noch so im Mittelfeld. Fällt unter die Kategorie „Einheitsbrei“, unter Songs, die ich schon hundertmal irgendwo gehört habe,

  15. Was ist das denn für eine Aussage. Fast alle Lieder klingen so als hätte man diese schon 100 mal gehört. Zum bsp. Zypern, Serbien etc. dieses Jahr und trotzdem sind diese Lieder sehr begehrt. Außerdem muss man wirklich sagen dass Rumänien ein Lied mit sinnvollem Text hat, im Gegensatz zu diesen ganzen Trash-Pop Beiträgen der anderen Länder wo es am sinnvollen Text mangelt. Für mich ist Rumänien aufjedenfall ein Top5-Kanditat. Ich denke vorallem dass die bei den Jurys sehr gut ankommen werden.

    • Eben meine Rede: (Anglophoner) Einheitsbrei. Auch wenn manche Fans dieses Wort nicht mögen. War aber vor einigen Jahren noch weitaus schlimmer, wie beispielsweise 2016.

  16. Beim Thema „sinnvoller Text“ stimme ich Dir absolut zu. Nur leider erreicht mich „Amnesia“ (bislang) eben nicht so.

  17. Ich bleibe vorerst bei meiner Meinung – in Zeiten von Covid19 und all seinen hässlichen Folgen braucht es einen verdammt guten Dancefloorfuck’n filler damit die Leute endlich schreien können „wir leben noch und wir wollen zusammen feiern“ …..und genau dieses Lied liefert ausgerechnet das kleine San Marino dieses Jahr. Wenn Senhit ein perfektes Staging abliefert (von mir aus auch ohne Flo Rida), dann ist das meine NR. 1.
    Eine Ballade hatten wir schon 2019 – die wird sicher 2021 nicht gewinnen.

  18. Mich überzeugt das Feier-Argument nicht so richtig. Meiner Meinung nach geht es auch weniger darum welche Mood bedient wird, sondern wie überzeugend sie bedient wird.

    Amnesia hat mich beim ersten Hören auch nur mäßig angesprochen, doch als es neulich bei den Kindern lief ohne, dass ich wusste was es ist, hat es mich dann doch erwischt. Dazu ein Text, der im Vergleich zu anderen englischen Ergüssen etwas zu sagen hat, gerade auch aktuell ‚relatable‘ ist.
    Ein schöner Beitrag – den ESC auszurechnen ist mir eigentlich zuwider, aber es würde mich schon wundern, wenn Roxen damit untergeht.

  19. Ein verrücktes Jahr….
    San Marino auf 2
    Russland ganz hinten
    Ganz so krass wird es sicher nicht im Mai ausfallen, aber es freut mich wirklich für San Marino, dass die einen derartigen Hype auslösen konnten.
    Ich fands nur schade, dass der Song vor der offiziellen Veröffentlichung schon geleakt wurde, ich hätte die Explosion im Chat der YouTube Premiere zu gerne gesehen, wenn sich Adrenalina zuerst als klasse Song herausstellt und dann plötzlich auch noch Flo Rida auftaucht

  20. Bei den Wettanbietern nähert sich San Marino den Top Ten und Italien dem ersten Platz. Es gibt noch einen weiteren Grund zum Feiern: Deutschland ist jetzt auf dem 30. Platz und unterstreicht damit die falsche Song- und Interpretenauswahl!

  21. Also mein Tipp wäre momentan Frankreich. Das sticht aus dem ganzen Zirkus doch heraus wie ein Leuchtturm von Qualität und Stil, ganz so wie Salvador 2017.

    • Ich glaub Frankreich und Litauen haben bis jetzt die größte Chance auf den Sieg in Rotterdam.
      Finnland und Italien haben meines Erachtens auch ein Mitspracherecht auf die vorderen Plätzen.

      Belgien, Rumänien und vorallen Kroatien könnten sehr überraschen.

      Zudem bin ich noch sehr auf Malta, Lettland, Island und die Schweiz gespannt.

      • Genau. Die beiden haben auch den Vorteil, dass wir schon jetzt wissen, dass sie live liefern können. The Roop machen einfach Spaß, ohne dass die stimmliche Ausführung leidet, und Barbara hat im Vorentscheid bewiesen, welch großartige Präsenz, Atmosphäre und Intensität sie schaffen kann. 🙂

    • Bei deiner Leuchtturmmetapher muss ich gerade an eine Armada aus Tante Gertruds denken, die im besten Sonntagskleid mit Teetasse im Publikum sitzen und ganz entzückt ob des französischen Beitrages sind 😀
      Und plädiere mal wieder dafür, dass auch Uptempo-Banger hochwertig produziert sein können und ich (als studierter Mensch) nicht einsehe, wieso sich Qualität oder Intellekt einerseits und Zirkus andererseits immer „batteln“ müssen, anstatt auch mal Hand in Hand zu gehen 😀

      • Da hast Du mich falsch verstanden. Ich mag dieses Jahr ja auch Finnland, Italien, San Marino und die Ukraine. Es gibt halt einen Unterschied zwischen dem, was mir persönlich gefällt, und jenem, dem ich ein gutes Ergebnis zutraue.
        Und wir dürfen niemals die Tante Gertrud-Armada unterschätzen. Die sitzen beim ESC-Finale zu Tausenden vor dem Fernseher. Weshalb sonst hätten wohl KEiiNO das Televoting gewonnen?

      • Ah gut. Stimmt, unterschätzen tue ich sie nicht. Aber spätestens seit Toy und Fuego auf 1 und 2 denke ich auch, dass man das jüngere Publikum ebenso wenig unterschätzen darf ^^
        KEiiNO hätte ich mit meinen 24 Jahren aber auch gewählt 😉
        Ich kann mir keinen Sieg Frankreichs vorstellen und irgendwie würde das für mich nicht zum aktuellen Weg des ESC passen, gerade durch die Ergebnisse 2018 und die Klatsche als Mister „feeling, no fireworks“ die Trophäe an Netta übergeben musste (sensationeller Moment für mich, ich finde dieses ‚entweder-oder“ nicht besonders sympathisch) ^^

      • Fast jeder, der nur den ESC am Abend damals gesehen hat und mit dem ich Kontakt hatte, hatte Norwegen in seinen Top Drei. Die Bubble hier hatte den ja größtenteils verpönt. Ich hab mit damals 21 auch mehrmals für Keiino gevotet.
        Wenn Gjon keine starke Konkurrenz in dem Genre bietet, kommen wir aber an Top Fünf Frankreich sicher nicht vorbei, was ich gut finden würde.

    • vielleicht ein bißchen viel voila für ungeübte hörer?
      ich weiß noch,daß erste wort im französischunterricht bzw. dem zugehörigen buch war „voila!“
      das sind monique und pascal…
      ende der siebten konnte ich dann französisch abwählen denn sonst wäre ich irgendwann auf’s schafott gekommen. 😀

      • Gibt es Monique und Pascal noch immer oder bist Du auch schon ein älteres Semester?
        Und ist Monique noch immer auf dem Balkon?

      • erstkontakt war im spätsommer 1973 😀
        an den balkon kann ich mich nicht mehr erinnern.
        ich mußte damals mehrmals die schule wechseln und überall gab es zu meinen erstaunen „monique und pascal“. 😀

      • On sonne. – Madame Leroc ouvre la porte. – „Est-ce que Monique est là? – „Oui elle est là. Elle est sur le balcon.“

        Hattest Du die Geschichte nicht?

      • junge!
        woher soll ich das denn noch wissen?
        ich stand mit 2 fächern auf kriegsfuß – französisch und chemie,hier insbesondere die anorganische. 😀

      • Ich weiß, ich weiß … Ich treibe Freunde und Familie regelmäßig in den Wahnsinn, weil mein Hirn sich einfach weigert, irgendwas zu vergessen …

  22. Deutschland nur noch auf 30 bei den Quoten. Da hat Matty recht. Aber man darf diese Zahlen zu diesem Zeitpunkt nicht überbewerten. Richtig interessant sind die Quoten in den Probewochen. Dann kann man gut ablesen, wohin die Reise gehen kann. Aber auch dann gibt es immer noch Überraschungen.
    Was mir sehr zu denken gibt ist, unser Lied ist bisher ein kommerzieller Totalflop. Auf gut deutsch, keine Sau interessiert sich dafür. Obwohl unser Beitrag vor über 5 Mio Zuschauern bei Silbereisen gezeigt wurde. Ich sage mir immer, wenn der eigene Beitrag in der Heimat nicht ankommt, warum sollen dann die Europäer darüber Happy sein.

    • Mir gibt besonders die Reaktion auf Eurovision Times zu denken. ET unterscheidet sich von den meisten anderen Fanseiten dadurch, dass sich dort vor allem Menschen aus verschiedenen Ländern tummeln, die den ESC seit 20 oder 30 Jahren intensiv verfolgen, alle Beiträge seit 1956 kennen und Statistiken zu allem und jedem haben. Die dortige Community liegt mit ihren Vorhersagen eigentlich immer richtig, und die Reaktionen dort sind kein gutes Zeichen für den deutschen Beitrag. Man liest immer wieder, dass Jendrik süß sei, aber das war es dann auch schon mit den positiven Anmerkungen zu „I Don’t Feel Hate“.

    • wollen wir ehrlich sein: der deutsche Beitrag ist bis jetzt kommerziell gesehen in Deutschland ein furchtbarer und sehr ärgerlicher Fehlschlag. Noch schlechter lief es tatsächlich sogar noch nie in der neueren Vergangenheit. für einen deutschen Vorentscheidtitel. Da läuft aber auch rein gar nichts rund. Universal wird nen Teufel tun für diesen Song auch nur noch einen Euro extra als Promo aus dem Fenster zu werfen. Die ‚100 Personen‘, die Jendrik und seinen Song angeblich mit Höchstwerten ausgewählt haben, haben sich meiner Meinung nach ‚forever‘ disqualifiziert. Schon erstaunlich, dass man so daneben liegen kann, oder war die vorhandene Auswahl wirklich so himmelschreiend drissig, dass Jendrik ‚gewählt werden musste‘? Ihr müsst noch wirklich sehr, sehr viel beten, dass das im Finale noch irgendwie halbwegs gut geht.

    • In den offiziellen dt. Single-Download Charts (kostenpflichtige Downloads ohne Streaming) der Wertungswoche vom 26.02.-04.03.2021 (also nach dem Silbereisen-Auftritt) ist Jendrik immerhin auf Platz 15 (Daylight in your eyes von den No Angles auf #18). Der Song wird aber nicht gestreamt, also gab’s keine Chance für die Gesamtcharts.

      BTW in der Vorwoche war „I don’t feel hate“ auf Platz 66, nur allein durch die Downloads am Veröffentlichungstag (25.02.), hätte man die VÖ auf den Freitag geschoben, wäre also sogar noch mehr als Platz 15 drinnen gewesen.

      Die Frage ist natürlich in welchem Umfang aktuell überhaupt noch bezahlte Downloads stattfinden, dürfte wahrscheinlich verschwindend gering sein. Und da auch die bei Jendrik nur am Anfang stattgefunden haben, wird er in den nächsten Downloads Charts sicher auch aus den Top100 raus sein.

      http://www.mtv.de/charts/pcbqpc/downloads-charts-single

      • Downloads spielen ab spätestens Platz 5 keine auch nur halbwegs nennenswerte Rolle mehr was Top 100 Gesamt betrifft. Download Platz 15 in der Woche bedeutet eine Verkaufszahl, die bei nur um die 1000 Stück liegt. Das entspricht ca 1290 € Umsatz. Umgerechnet in Streams sind das dem Wert nach ca 135.000 ‚virtuelle‘ Streams. Reicht für sich genommen nur für Platz 800, abzüglich von für die Single Charts nicht qualifizierten Songs (Albumtitel) ca Rang 700. So wie ich das gecheckt hab landete Jendrik bei Streams only nur auf etwa Rang 900 der Woche. Addiert man beides zusammen kommt Rang 482 abzüglich der davor platzierten Albumtitel, die sich nicht für die Singlechartermittlung qualifizieren können. Zuzüglich gibt es seit Neuestem Punkte für Radioabspielungen. Schätze daher dass die Top 400 entweder ganz knapp erreicht, oder knapp verfehlt wurden. Groß Radio gab es für Jendrik nicht. Für die laufende Woche geht es sehr wahrscheinlich sogar Richtung Exit aus den Top Tausend. Downloads: quasi nur noch null., d.h. weniger als 100 Downloads in der Woche.

    • Falls nochmal jemand glaubt, dass der ESC völlig unpolitisch wäre, einfach auf das Lied zeigen und dann auf den übersetzten Liedtext verweisen und dann kräftig Hände waschen!

      • Übersetze Dir mal den Liedtext. Nicht dass Du Dich nachher wunderst, wieso die Weissrussen selber das Lied nicht mögen…

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