ESC-Barometer 2026 (6): Trotz Hilfe von Boy George übernimmt Senhit die rote Laterne – nur knapp davor liegt Polen

Senhit – Foto: Eurovision.com

Schon 2021 war die ESC-Kooperation von Senhit mit Flo Rida weniger eine „Secret Combination“ als eine wacklige Nummer. Mit Ach und Krach konnte sich die Sängerin mithilfe des Rappers beim ESC 2021 ins Finale und dort auf Platz 22 retten. Ihre neue Koop mit Boy George brachte der 46-Jährigen zwar den Sieg beim San Marino Song Contest. Bei unserem ESC-Barometer hilft ihr das allerdings gar nicht: Hier landet sie bei den wichtigsten Kategorien auf dem 30. und damit aktuell letzten Platz.

In dieser ESC-Saison kommen die Lieder gefühlt sehr spät und meist auf einen Schlag. Aktuell haben wir für die letzten fünf Titel noch die Befragung für unser ESC-Barometer offen. Trotzdem sind seit dem letzten Barometer vor einer Woche acht Songs dazugekommen: Frankreich, Großbritannien, Israel, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino und Schweden. Diesen Beiträgen wollen wir uns heute vorrangig widmen und schauen, wie sie sich im Vergleich zu den anderen, schon länger feststehenden Songs für den ESC in Wien machen.

Wir schauen uns für das ESC-Barometer jeweils drei Auswertungskategorien gesondert an: die durchschnittliche Bewertung, den Anteil der Höchstwertungen und das Polarimeter. Letzteres fasst die besten und die schlechtesten Wertungen zusammen. Und dann ist da noch unser Blog-eigener ESC-kompakt-Index, der EKI. Hier werden die Wertungen gewichtet, geschüttelt und gerührt und anschließend neu ausgewiesen. Damit konnten wir schon manche ESC-Platzierung besser vorhersagen als die Buchmacher. Andere hingegen weniger gut.

Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Bewertung der neuen Titel schneidet Felicia aus Schweden mit ihrem Song „My System“ am besten ab. Sie steigt auf Platz 7 ein. Alle Beiträge davor können also entspannt ausatmen. Auch Monroe aus Frankreich sichert sich einen Platz in der Top 10. LOOK MUM NO COMPUTER aus Großbritannien schafft es bei den 30 Songs gerade noch so auf die linke Tabellenhälfte – hat dort allerdings auch den höchsten Anteil von „ist ganz furchtbar“-Wertungen (12%).

Direkt hinter Großbritannien folgt Noam Bettan aus Israel. Knapp dahinter platzieren sich die portugiesischen Bandidos do Cante. Deutlich weiter nach hinten schauen muss man schon, um den rumänischen Beitrag auf Platz 24 zu finden. Alicija aus Polen kommt nicht über den viertletzten Platz hinaus. Ganz hinten mit mickrigen 7% Höchstwertungen folgt dann Senhit mit ihrem „Superstar“.

Das finnische Duo aus Linda Lampenius und Pete Parkkonen bleibt bei den meisten Höchstwertungen ganz klar an der Spitze (49,6%). Dahinter bleibt die Reihenfolge mit Kroatien, Australien und Griechenland unverändert. Felicia aus Schweden sichert sich mit 32,7% Höchstwertungen allerdings Platz 5 und schneidet somit besser ab als nach dem Durchschnittswert. Auch Frankreich und Großbritannien kommen hier auf ein besseres Resultat als vorher. Einen richtigen Schub nach vorn gibt es darüber hinaus für Portugal. Die Bandidos do Cante verpassen zwar die Top 10, aber ein 13. Platz ist auch nicht verkehrt. 

Israel verliert zwei Ränge und kommt mit 18,5% Höchstwertungen hier nur auf Platzt 18. Direkt dahinter folgt Alexandra Căpitănescu aus Rumänien, die mit ihrem Beitrag offenbar Rockfans erfolgreich anspricht. Alicija aus Polen und Senhit aus San Marino gelingt das hingegen gar nicht: Sie werden beide ganz nach hinten durchgereicht, wobei es für Senhit noch übler aussieht. Glückwunsch zur roten Laterne.

Beim Polarimeter, für das wir die Höchst- und Tiefstwertungen zusammenzählen, kann sich Akylas aus Griechenland weiter an der Spitze halten. Auf Rang 5 gibt es mit Felicia aus Schweden den ersten Neueinsteiger. Der Beitrag liegt direkt zwischen Lavina aus Serbien und Delta Goodrem aus Australien. Erwartungsgemäß kann LOOK MUM NO COMPUTER mit seinen Syntheziser-Klängen erfolgreich polarisieren: Rang 10. Die Portugiesen liegen hier sogar ganz knapp vor Frankreich.

Noam Bettan aus Israel schafft es auch beim Polarimeter nicht in die obere Hälfte des Klassements, sondern sortiert sich mit seinem Beitrag „Michelle“ direkt hinter der Deutschen Sarah Engels ein. Hinter ihm folgt dann auch gleich Rumänien. Senhit liegt beim Polarimeter nicht ganz am Ende – das überlässt sie lieber Alicija aus Polen, deren ESC-Beitrag den meisten scheinbar sehr egal ist.

Die verschiedenen Auswertungsansätze führen wir nun in unserem ESC-kompakt-Index zusammen. Der EKI (ESC-kompakt-Index) ist die durchschnittliche Platzierung eines Beitrags nach fünf Kriterien, die jeweils für sich gerankt werden: Einzelbetrachtung „ist ganz ausgezeichnet“, Top2-Betrachtung „ist ganz ausgezeichnet“ und „gefällt mir gut“ zusammen, Durchschnittsbewertung, Polarimeter-Index und umgedrehter Couldn’t-Care-Less-Index (Rangreihung von der niedrigsten „so la la“-Wertung (Platz 1) bis zur höchsten (letzter Platz).

Wird in dieser Saison noch irgendwer den Finnen die Führung bei unserem EKI streitig machen können? Linda Lampenius und Pete Parkkonen liegen klar an der Spitze vor Kroatien und Australien, die sich jetzt den zweiten Platz teilen. Albanien und Dänemark vervollständigen die Top 5. Felicia aus Schweden schiebt sich vor Akylas aus Griechenland. Direkt hinter ihm folgt dann schon Monroe aus Frankreich. Sie könnte der Grande Nation eine weitere Top-Platzierung beim ESC in Wien bescheren. LOOK MUM NO COMPUTER verpasst knapp unsere Top 10 und auch Portugal ist nicht so weit von ihr entfernt (Rang12).

Der israelische Beitrag scheint in diesem Jahr wirklich nicht überzeugend zu sein. Das mag im Televoting im Mai anders aussehen. Aber wenn es nach unserem EKI geht, muss man sich keine Sorgen machen, dass der ESC nächstes Jahr in Israel stattfinden wird. Noch unwahrscheinlicher ist dies für Rumänien, das aktuell auf dem EKI-Platz 23 liegt. Auf den letzten Rängen folgen dann Alicija aus Polen und Senhit aus San Marino. Diese hat also bei vier unserer fünf Kategorien den letzten Platz belegt und einmal den Drittletzten. Ob Boy George da noch was reißen kann?!

Deckt sich unsere Auswertung mit Deiner Meinung über die Beiträge? Bist Du für die Beiträge aus San Marino und Polen auch so skeptisch, wie es der EKI andeutet? Diskutiere gern unter diesem Artikel.



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282 Comments
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Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
1 Monat zuvor

Für längere Zeit meine letzte komplette Rangliste mit allen Beiträgen für Wien.

Jury Offenbach wertet wie folgt:

1.Israel 10,5/12
2.Albanien 10/12
3.Dänemark 9,5/12
4.Vereinigtes Königreich 9,5/12
5.Portugal 9/12
6.Tschechien 9/12
7.Griechenland 8,5/12
8.Norwegen 8,5/12
9.Lettland 8/12
10.Moldau 8/12
11.Australien 7,5/12
12.Zypern 7,5/12
13.Frankreich 7,5/12
14.Finnland 7/12
15.Österreich 7/12
16.Georgien 7/12
17.Malta 6,5/12
18.Kroatien 6,5/12
19.Litauen 6/12
20.Schweiz 6/12
21.Aserbaidschan 6/12
22.Ukraine 5,5/12
23.Schweden 5/12
24.Bulgarien 5/12
25.Luxemburg 5/12
26.Italien 4,5/12
27.Armenien 4,5/12
28.Montenegro 4/12
29.Deutschland 3,5/12
30.Belgien 3,5/12
31.San Marino 3/12
32.Serbien 2,5/12
33.Rumänien 2/12
34.Estland 2/12
35.Polen 1,5/12

Zum musikalischen Niveau hatte ich mich schon geäußert: Knapp überdurchschnittlich, der absolute Topsong fehlt leider.
Immerhin fällt positiv auf, daß es bislang keinen Act gibt, der mit Livegesang Probleme hat.

Last edited 1 Monat zuvor by Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
1 Monat zuvor

Weil wir vorhin die Diskussion um den „innovativsten“ Act hatten: Den Preis dafür würde ich definitiv Akylas geben. Konsumkritik gab es beim ESC noch nicht allzu oft.

Last edited 1 Monat zuvor by Schlippschlapp71
lasse braun 🏴‍☠️
lasse braun 🏴‍☠️
1 Monat zuvor

aber griechenland ist doch ein spaßact,so zumindest die bubbleüberzeugung. 👻

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
1 Monat zuvor

Nur, wenn man sich nicht genau damit beschäftigt. Aber ein hoher Unterhaltungswert ist ja auch nicht verkehrt.

Last edited 1 Monat zuvor by Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
lasse braun 🏴‍☠️
lasse braun 🏴‍☠️
1 Monat zuvor

also mir ist das piepsende mäuschen jetzt nicht unbedingt positiv aufgefallen.😺

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
1 Monat zuvor

Wen meinst Du jetzt ?

Dennis_Duesseldorf
Dennis_Duesseldorf
1 Monat zuvor

So, nach der ganzen ESC Musik der letzten Tage, freue ich mich, dass es für mich gleich wieder ins Konzert geht in die Tonhalle 🤗🎶🎻 Wobei es heute für ein klassisches Konzert recht populär wird: Die Neue Philharmonie Westfalen gastiert bei uns mit: „The Sound of James Bond“ 😎🍸🤵🏻

Momo
Momo
1 Monat zuvor

Bond-Musik? Vielleicht darf Conchita ja mitmachen. 🤭
Viel Spaß!

Dennis_Duesseldorf
Dennis_Duesseldorf
1 Monat zuvor
Reply to  Momo

Es soll jedenfalls auch 1,2 SängerInnen geben heute Abend 😁

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
1 Monat zuvor

Es wird Frühling und auch die ersten Tipps bezüglich der Qualifikation treiben Blüten.

In Semi 1 sehe ich derzeit Belgien, Estland, Montenegro, Polen und San Marino draußen.

In Semi 2 ist es deutlich schwieriger: Keine Chancen würde ich lediglich Aserbaidschan und Luxemburg zutrauen, der Rest ist ziemlich offen..

Last edited 1 Monat zuvor by Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
dunefan5002
dunefan5002
1 Monat zuvor

Ich finde es komisch das das nicht weiter thematisiert ist. Wenn ich den Act Senhit Featuring Boy George nenne, dann aber Boy George weder auf der Bühne in San Marino, sondern nur als Bild im Hintergrund steht. Dabei nur ein Minimum des Songs singt, da muss man sich nicht wundern wenn die Zuschauer diese Mogelpackung ganz weit hinten setzen. Der Song Superstar ist dazu noch sehr schwach. Schwächer als Adrenalina. Ich finde das ist ein größere Skandal, als diese Posse um „Choke me, Choke me“.

Last edited 1 Monat zuvor by dunefan5002
lori@esc
lori@esc
1 Monat zuvor

wie alt ist die bitte