Eurovisions-Jury gesucht: Auch die Schweiz verzichtet wohl 2022 weiterhin auf eine öffentliche Vorentscheidung

Bild: Instagram @lucahaenni1

Deutschland hat vorgelegt, nun zieht die Schweiz nach: Auch die Eidgenossen werden in der ESC-Saison 2022 an dem von der Beratungsfirme Simon Kucher & Partners und dem Televoting-Anbieter Digame organisierten Auswahlprozess festhalten. Deshalb sind nun auch die Sender SRF, RTS, RSI und RTR auf der Suche nach neuen Mitgliedern für die 100-köpfige Eurovisions-Jury, die gemeinsam mit einer 20-köpfigen internationalen Fachjury den Schweizer Act für den Eurovision Song Contest 2022 auswählen soll.

Dabei setzen die Beteiligten durchaus auf Synergieeffekte: So wird zum Beispiel für die Juroren-Suche in beiden Ländern dieselbe Umfragen-Infrastruktur verwendet und auch die Jury heißt nun auch in der Schweiz nicht mehr Zuschauer-Panel, sondern ebenfalls Eurovisions-Jury (wie in Deutschland schon seit zwei Jahren, nachdem sie dort als Eurovisions-Panel gestartet war).

Im Gegensatz zu Deutschland, wo der diesjährige ESC-Vertreter Jendrik zur Bewerbung um einen Platz in der Eurovisions-Jury aufgerufen hat, setzt die Schweiz auf einen Künstler, der sich beim ESC bereits einen der vorderen Plätze erkämpft hat: Luca Hänni (Aufmacherfoto), der 2019 beim Wettbewerb in der Schweiz mit „She Got Me“ den 4. Platz belegt hat. Alle Interessierten können sich hier bewerben.

Mit der Entscheidung für die Neubesetzung der Eurovisions-Jury dürfte auch feststehen, dass die Schweiz im kommenden Jahr an der internen Auswahl festhält und es keine öffentliche Vorentscheidung geben wird. Sollte auch Österreich im kommenden Jahr an seinem aktuellen Auswahlprozess festhalten, würde es 2022 bereits das dritte Jahr in Folge in keinem der deutschsprachigen Länder eine richtige Vorentscheidung geben.

Bevor es aber soweit ist, ist jetzt erstmal Gjon’s Tears gefragt: Der Sänger wurde im vergangenen Jahr von den Schweizer Jurys ausgewählt, ebenso wie in diesem Jahr sein neuer Beitrag „Tout l’univers“. Aktuell liegt der Song in den Wettquoten auf dem 2. Platz. Ob die Schweiz beim ESC 2021 wirklich eine Top-Platzierung erreichen kann, erfahren wir im Mai – und das wäre natürlich auch eine Bestätigung für die bisherige Arbeit der Eurovisions-Juroren.


10 Kommentare

  1. Man spürt richtig den Willen wie „heiß“ die Schweiz ist, den dritten Sieg (nach 1956 & 1988) davon zu tragen. Ihre Bemühungen zahlen sich aus. Es hat lange gebraucht bis die Schweizer den „Dreh“ gefunden haben.

    • Ich denke außer Aserbaidschan war kein Land in den letzten zehn Jahren „heiß“ zu gewinnen. Die Schweiz wäre froh, wenn sie eine Methode gefunden hätte, einen recht sichere Finalplatz zu erreichen.

      • Die schweiz möchte gewinnen ist vielleicht zuviel gesagt. Aber ich weiss definitiv dass der ch-hod, reto peritz, den pokal unbedingt nach hause holen will. Dazu hat er heuer mit gjon die letzt und wahrscheinlich beste chance.

  2. Schon traurig, dass Deutschland und die Schweiz das gleiche Verfahren habe, es bei einem Land aber irgendwie viel besser läuft.

  3. Warum verzichtet? Die Schweiz war doch mit einem Vorentscheid nie so erfolgreich wie ohne. Dieses Jahr könnte es wirklich klappen mit dem Sieg. Was dagegen spricht, ist dass der Song dem letzten Siegerlied doch recht ähnlich ist. Das macht sich meistens nicht bezahlt. Ich denke, Finnland könnte auch gewinnen, einen richtigen Überraschungssieger könnte ich mir heuer auch gut vorstellen.

  4. Ich sag es mal so. Die Hardcore Fans werden um ihre VE gebracht aber dafür mit guten Plätzen im Finale belohnt. So zumindest scheint der Plan in der Schweiz Früchte zu tragen. Dasselbige ist in Deutschland noch auszutesten. Ein Problem was Deutschland haben könnte ist das man kein Halbfinale bestehen muss.
    Fazit: als Otto Normalbürger würde ich sagen ist okay wenn es im Endeffekt gute Plätze bringt. Als ESC Fan jammere ich natürlich weil ich eine VE möchte am besten noch eine richtig gute mit mehren Shows das meine ich für alle DACH Länder

    • Ich glaube, wenn Deutschland regulär durch ein Semi müsste, käme es so gut wie nie ins Finale. Wie sagt, käme!

    • Ich vermute echt, es liegt am HoD. Seit bei uns reto peritz am ruder ist, läufts deutlich besser. Seit timebelle hat man einen deutlichen aufschwung bemerkt. Eventuell liegt es daran, das er selber musiker ist(war)

      • Ein Song-Problem hatte die Schweiz meiner Ansicht nach im Gegensatz zu D und A ohnehin nie wirklich (außer vielleicht ’09 und ’10, aber das mag Geschmackssache sein), gehakt hat es meistens eher an Staging und / oder Gesang.

  5. Mir ist egal was die Schweiz macht, ich möchte allerdings das Deutschland wieder eine VE macht. Wenn ich zynisch wäre, helfen würde dabei ein Totaldebakel beim ESC dieses Jahr. Aber das wünsche ich Jendrik nicht. Von mir aus kann die Schweiz machen was sie will, Deutschland allerdings sollte ob kurz oder lang zum Vorentscheid zurückkehren.

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