Frankreichs Barbara Pravi veröffentlicht ihr neues Album „On n’enferme pas les oiseaux“

Heute ist es soweit und das lang erwartete Album „On n’enferme pas les oiseaux“ (Man sperrt die Vögel nicht ein) der ESC-Zweitplatzierten Barbara Pravi ist erschienen. Neben ihrem ESC-Titel „Voilà“ sind zehn weitere Titel auf der Platte, darunter die schon veröffentlichten Singles „Le jour se lève“ und „L’homme et l’oiseau“. Wir durften schon vor dem offiziellen Release in das Album reinhören und geben euch einen Überblick über die Songs auf Barbara Pravis neuem Album.

Zum Opening-Track „Voilà“ gibt es nicht mehr viel zu sagen: Der Song, mit dem Barbara das beste französische ESC-Ergebnis seit Jahrzehnten und fast den Sieg nach Frankreich holte, muss natürlich auf die Platte und gibt damit auch einen würdigen Einstieg in das Album. Auch mit „Le jour se lève“, welches wir bereits auf dem Blog vorgestellt haben, schlägt sie eher ruhigere Töne an. Da die Musikvideos der ersten drei Titel – als drittes nämlich „L’homme et l’oiseau“ – eine zusammenhängende Geschichte erzählen, erschließt sich wohl auch, warum diese drei Songs hintereinander auf dem Album folgen. Zwischen Track 2 und 3 befindet sich noch ein Interlude, welches knapp 90 Sekunden lang ist und eine atmosphärische und sehr angenehme Überleitung schafft. Im Gegensatz zu den ersten beiden Titel entfacht Barbara Pravi in diesem Song einen längeren Spannungsbogen, weil sie stimmlich im Verlauf des Songs deutlich kräftiger wird und eine Art Momentum schafft, um dann am Ende wieder ganz ruhig zu werden.

Ganz andere Klänge liefert der Titel „Saute“. Der Songtitel ist hierbei sehr treffend gewählt, lässt sich das Wort doch etwa als einen plötzlichen Umschwung übersetzen. In den Song sind ganz andere instrumentale Klänge eingebaut, die eine beschwingte und fröhliche Stimmung kreieren. Damit zeigt Barbara Pravi, dass sie nicht nur (äußert gute) Balladen schreiben und darbieten kann, sondern sich auch nicht vor anderen Arrangements scheut.

Gleichzeitig ist „Saute“ auch eine Wende im Album, welches sich nun deutlich anderen Klängen zuwendet als noch die ersten drei Songs vermuten ließen. Auch der Titel „Je l’aime, je l’aime, je l’aime“ ist eine eher positiv getragene Nummer, in der Barbara ihre Liebe für das Leben und die Genügsamkeit für die kleinen Dinge ausdrückt. Im Song „La vague“ findet sich ein längerer gesprochener Teil, in dem die Sängerin der Unklarheit des Lebens und der Liebe nachgeht.

Der Song „La femme“ (Die Frau) ist ebenso ein Uptempo-Titel, der sich mit der Geschichte der Frauen beschäftigt und fragt, wer eigentlich bestimmt hat, was eine Frau ausmacht. Auch hier zeigt Barbara Pravi sich sehr textsicher und stellt deutlich klar, dass sie auch gesellschaftliche Themen aufgreifen und ansprechend sowie hinterfragend thematisieren kann. Mit „Mes maladroits“ leitet sie gegen Ende in einen instrumentalen Part über, der in das wieder etwas reduziertere „La ritournelle“ (Die Leier) überleitet. Den Abschluss des Albums bildet „Prière pour rester belle“ (Gebet um schön zu bleiben), das ein wenig an die bereits erschienene EP „Les prières“ erinnert.

Mit dem neuen Album liefert Barbara Pravi einen mehr als gelungenen Rundumschlag, der Fans der ersten Stunde begeistern wird. Aber auch diejenigen, die nur ab und zu in französische Chansons reinhören oder keinen so direkten Zugang haben, werden in dem Album – welches sich durch seine Vielseitigkeit auszeichnet – auf ihre Kosten kommen.

Aktuell reist Barbara durch Frankreich und nimmt verschiedene Promoevents wahr, bei denen sie auch auftritt und für ihr neues Album wirbt. Ihre große Tournee hat ebenfalls in Frankreich begonnen. Ende März 2022 geht es dann auch für die ersten Konzerte in die Niederlande und nach Belgien, weitere Konzerte finden unter anderem in London und Dublin statt. Im September spielt Barbara ein Konzert in Deutschland.

Das neue Album „On n’enferme pas les oiseaux“ ist ab sofort auf allen Download- und Streamingplattformen erhältlich. Auch auf unserer Spotify-Playlist mit zahlreichen ESC-Neuveröffentlichungen könnt ihr in die Songs von Barbara Pravi reinhören. Im offiziellen Shop von Barbara Pravi könnt ihr das Album auch als CD bestellen. Zudem soll am 18. Oktober eine Vinyl erscheinen.

Wie gefällt Euch das neue Album „On n’enferme pas les oiseaux“ von Barbara Pravi? Haben Euch einige der Songs auf dem Album überrascht? Schreibt uns Eure Meinungen zum Album gerne in die Kommentare!



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15 Comments
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Gaby
Gaby
4 Jahre zuvor

Barbara ist einfach großartig!😍😍

Nilsilaus
Nilsilaus
4 Jahre zuvor

Das Interesse an diesem Piaf-Dublikat ist eher mäßig. Ich verstehe diesen Hype nicht.

Meikel
Meikel
4 Jahre zuvor
Reply to  Nilsilaus

…und ich verstehe den Hype um Maniskin nicht. Ist eben alles Geschmacksache.

italojeck
italojeck
4 Jahre zuvor
Reply to  Meikel

Komisch… ich kann beide „Hypes“ verstehen… 🙂

Benjamin Hertlein
Admin
4 Jahre zuvor
Reply to  Nilsilaus

*Mein

Meikel
Meikel
4 Jahre zuvor

Am besten gefällt mir „Saute“. Aber auch die anderen Chansons sind sehr schön. Wer französische Chansons mag kommt voll auf seine Kosten.

Alki Bernd
Alki Bernd
4 Jahre zuvor
Reply to  Meikel

Die Pravi-Sülze hat mit französischem Chanson etwa so viel Ähnlichkeit wie Heino mit Bob Dylan

Carl Christian (Carl mit C)
Carl Christian (Carl mit C)
4 Jahre zuvor
Reply to  Alki Bernd

Ich hab ins Album noch nicht reingehört und kann den Wahrheitsgehalt von Alki Bernds Aussage nicht beurteilen. Aber der Vergleich ist toll! 😂

italojeck
italojeck
4 Jahre zuvor

Ich finde die „Trilogie“ am besten.
Aber vor allem mag ich die Tatsache, dass sie ein starkes Profil hat und pflegt! (die Buecher……)

AlexESC
AlexESC
4 Jahre zuvor

Ich bin ja gespannt ob Barbara Pravi zusammen mit Igit, nach 2019 und 2020, dieses Jahr auch wieder den französischen Song für den JESC beisteuern wird.
Wenn man mal alle Eurovisions-Wettbewerbe zusammen nimmt, dann ist sie doch aktuell die erfolgreichste Teilnehmerin bei den Eurovisions-Wettbewerben, oder? Als Songwriterin beim JESC 2019 den 5. Platz, beim JESC 2020 den 1. Platz und beim ESC 2021 -zusätzlich natürlich auch noch als Sängerin- den 2. Platz.
Außerdem ist Barbara auch noch total vielseitig was ihre Songs an geht. Alle drei Songs (JESC 19 & 20, ESC 21) haben was eigenes und sind nicht miteinander vergleichbar. Man kommt überhaupt nicht auf den Gedanken, dass diese vom selben Songwriter-Team stammen könnten. Für mich macht genau diese Vielseitigkeit einen guten Songwriter aus.

Matty
Matty
4 Jahre zuvor

Barbara Pravi spielt heute auch eine Hauptrolle im Neue-Musik-Freitag! Die Künstlerin hat nämlich einen neuen Song mit dazugehörigem Video veröffentlicht und der trägt den Titel „Saute“ (Hochspringen):

https://www.youtube.com/watch?v=BmBId4R1PhE

Von La France geht es nun nach Rumänien! Die diesjährige ESC-Teilnehmerin Roxen, die es leider nicht ins Finale schaffte, hat sich mit den Produzenten DMNDS und Strange Fruits Music zusammengetan und der neue Song mit dazu passendem Video inklusiver lesbischer Kußszene heißt „Money, Money“:

https://www.youtube.com/watch?v=hpxXgF00waI

Die Sieger des ESC von 2006 in Athen, Lordi, melden sich auch nach einiger Zeit wieder mit neuer Musik zurück. Der neue Song der rockenden Finnen trägt den Titel „Believe me“:

https://www.youtube.com/watch?v=0i9DZeiF2CM

Frauenpower made in Estland kommt von der Gruppe Vanilla Ninja, die auch mit einem neuen Song am Start sind und der heißt „The reason is you“:

https://www.youtube.com/watch?v=8zWGCSL94lE

Die Zusammenarbeit des Tages kommt aber aus dem Osten Europas, und zwar von der Ani Lorak, die für die Ukraine am ESC 2008 in Belgrad teilnahm und meiner Zaubermaus Sergey Lazarew, der für Rußland zweimal beim ESC antrat! Die beiden haben eine Ballade mit dem Titel „Не отпускай“ (Nicht loslassen) eingesungen:

https://www.youtube.com/watch?v=Rmqn6xYeH1Y

Vor drei Jahren vertrat der ukrainische Künstler Mykyta Wolodymyrowytsch Aljeksjejew – besser bekannt unter dem Künstlernamen ALEKSEEV – Weißrußland beim ESC in Lissabon und schied im Halbfinale aus. Sein neuer Song trägt den Titel der Ballade ist „Свідомо Залежний“ (Bewußt abhängig):

https://www.youtube.com/watch?v=BY5LtQo5hIg

An diesem Wochenende findet der CSD in Köln statt und es gibt einen Song, der perfekt dazu passen würde. Er kommt von Tom Hugo, einer der drei von KEIINO und trägt den Titel „Stolt“ (Stolz):

https://www.youtube.com/watch?v=vZ9kpbOK61Q

Die diesjährige ESC-Teilnehmerin aus Israel Eden Alene präsentiert zum ersten Mal in diesem Jahr einen Song auf Hebräisch und der Titel ist „לקום“ (Aufstehen):

https://www.youtube.com/watch?v=VwoHB1uQcLk

Zum guten Schluß gibt es noch eine weitere Zusammenarbeit, und zwar zwischen dem norwegischen DJ und Produzenten Kygo und Zoe Wees. Die beiden haben sich zusammengetan und das Resultat heißt „Love me now“:

https://www.youtube.com/watch?v=fkfs8yhuMvQ

Viel Spaß beim Anhören!

Gaby
Gaby
4 Jahre zuvor
Reply to  Matty

Hallo Matty,

danke für die Vorstellung der Songs.😊

Ich fasse mich kurz:

Sehr gut: Saute, Believe me, „Не отпускай“

Gut: „Свідомо Залежний“,

Okay: „לקום“

Enttäuschend: „The reason is you“

Langweilig: „Stolt“

Nicht mein Geschmack: „Money, Money“, „Love me now“

rudolf.sabo
rudolf.sabo
4 Jahre zuvor
Reply to  Matty

Es gibt übrigens auch neue Musik von der ungarischen Band AWS. In Erinnerung an Sänger Örs, der das Lied noch vor seinem Tod schrieb. Die Band geht im Video zurück an Orte aus ihrer Kindheit und Jugend, zudem sind auch die Familien der Bandmitglieder im Video zu sehen und natürlich Örs.

Matty
Matty
4 Jahre zuvor

Die frühere Sängerin der Gruppe Hooverphonic, LukaCruysberghs hat ihre neue Single „Not Too Late“ mit passendem Video offiziell vorgestellt:

https://www.youtube.com/watch?v=F_sepELq1bI

Morgen gibt es im ZDF-Fernsehgarten ein Wiedersehen mit dem ehemaligen ESC-Vorentscheidteilnehmer Andre Stade sowie Cassandra Steen und Ross Antony, die in der vierten Staffel von The Masked Singer als Leopard bzw. Flamingo antraten.

Benjamin Hertlein
Admin
4 Jahre zuvor

Habe das Album jetzt schon ein paar Mal gehört und obwohl ich nicht der große Fan von französischer Musik bin, gefällt es mir richtig gut.