„Germany 12 Points“ 2022: Jury-Mitglieder werden am 10. Februar bekanntgegeben – voraussichtlich sechs Songs in der Show

Bild: EBU / Andres Putting

Wer wird der Nachfolger bzw. die Nachfolgerin von Jendrik (Aufmacherbild) beim Eurovision Song Contest? Voraussichtlich werden am 4. März sechs Acts in Berlin in der deutschen Vorentscheidung „Germany 12 points“ gegeneinander antreten. Wer diese sind, wird am 10. Februar bekanntgegeben. An diesem Tag werden wir auch erfahren, wer die fünf Juror/innen sind, die zusammen mit der deutschen Head of Delegation Alexandra Wolfslast die Finalist/innen aus knapp 1.000 Bewerbungen ausgewählt haben. Das erfuhr ESC kompakt vom NDR.

Die deutsche Radio-Jury hat auch die Shortlist von etwa 25 Acts ausgesucht, die sich der Jury am 14. und 15. Januar 2022 in Berlin noch einmal live präsentiert haben. Etwa ein Viertel davon wird beim deutschen Finale dabei sein. Alina Stiegler von Eurovision.de hat diese Pre-Selection-Show bekanntlich vor Ort redaktionell begleitet.

Im Nachgang zu den Informationen über die deutsche ESC-Vorentscheidung, die der NDR am Dienstag, den 18. Januar, kurzfristig veröffentlicht hatte, haben wir acht der neun beteiligten ARD-Popwellen angeschrieben und um Informationen zur Auswahl-Jury, dem Einsatz der Vorentscheidungstitel im Radio, der Online-Abstimmung und den jeweiligen Planungen zum ARD ESC-Tag gebeten. Daraufhin hat sich lediglich der Hessische Rundfunk zurückgemeldet (Dank und Respekt an dieser Stelle in die ESC-Gastgeberstadt von 1957). Darüber hinaus erhielten wir eine konsolidierte Rückmeldung von Iris Bents, der Pressesprecherin des NDR in ESC-Fragen.

Demnach haben sich „die Popwellen der ARD für die deutsche ESC Fachjury auf Chef*innen ihrer Musikprogramme geeinigt. Die Namen derer, die der Fachjury angehören, wird der NDR gemeinsam mit den für den Vorentscheid ausgewählten Künster*innen erst am 10.02. bekanntgegeben – vorher nicht, um Einflussnahmen zu verhindern.“

Vom Hessischen Rundfunk wissen wir, dass aus diesem Sender der h3-Musikchef Christian Brost (Foto unten) in den Auswahlprozess eingebunden war. „Er hat gemeinsam mit den Musikverantwortlichen aller beteiligten Programme eine Jury nominiert.“ In der Jury selbst sei Christian Brost jedoch nicht vertreten. Außerdem heißt es vom Sender weiter: „Das Gremium wählt die (vermutlich) sechs Kandidaten (für die Vorentscheidung, Anm. d. Red.) aus.“

Foto: hr3

Bezüglich der Integration der Vorentscheidungsbeiträge in die Radioprogramme heißt es vom NDR: „Die ausgewählten Songs werden von allen ARD Popwellen in ihr Programm aufgenommen. Wie und in welcher Form die Songs in die entsprechenden Rotationen eingebunden werden, entscheiden die Popwellen im Wochentakt.“ Das ist bei Radiosendern so üblich. Die Programmverantwortlichen arbeiten mit Musiktests und reagieren im Zweifel schnell, um Lieder, die sich negativ auf die Nutzung des Senders auswirken, auf Randzeiten zu verschieben oder ganz aus dem Programm zu entfernen (im positiven Sinne gilt das natürlich auch, nur dann umgekehrt).

Auch der Hessische Rundfunk bleibt hier vage: „Wie die Titel im hr3-Programm eingebunden werden, kann die hr3-Musikredaktion erst sagen, wenn sie weiß, welche die Songs sind.“ Das entspricht der von uns mehrfach diskutierten Vorbehalte, ob Antenne Brandenburg seinen im Durchschnitt 54-jährigen Hörer/innen wirklich zum Frühstückskaffee „Pump It“ von den Eskimo Callboys zumuten würde.

Sowohl beim Online-Abstimmungsverfahren, als auch bei der Planung des ARD ESC-Tags am 4. März scheint das meiste noch in der Planung zu sein. „Die Mechanik für das Voting ist derzeit noch in der Ausarbeitungsphase, ebenso wie der Tag des Vorentscheids und die TV-Sendung“, so der Hessische Rundfunk. Für Details zum ARD ESC-Tag, der letztlich von den regionalen Radio- und TV-Stationen ausgestaltet wird, wird auf den NDR verwiesen. Dieser kündigt hierzu ebenfalls für den 10. Februar weitere Informationen an.

Noch etwas mehr zeitlichen Puffer verschafft sich der NDR mit weiteren Angaben zum Radio-Voting. Die entsprechenden Details „werden vor dem Start bekanntgeben.“ Das wäre dann spätestens am 28. Februar der Fall.


46 Kommentare

  1. Natürlich freue ich mich auf die VE, und bin dankbar, dass es wieder eine geben wird.
    Aber ich finde es schade, dass nicht alle 25 Kandidat*innen in die VE eingeladen werden, aufgeteilt in zwei Halbfinales. Vielleicht war es zu kurzfristig, vielleicht wurde auch aus Kostengründen darauf verzichtet. Ich fände, es wäre für künftige Jahrgänge mal bedenkenswert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sender aus Estland, Litauen oder Lettland (nur als Beispiel) mehr Geld zu verfügen haben. Eher im Gegenteil.😉

    Warum sollte sich die Rotation der VE-Titel negativ auf die Sender auswirken? Immerhin wurden diese Titel ja von den Rundfunkanstalten ausgewählt. Vielleicht ist ja die Zuhörerschaft dankbar für ein bißchen Abwechslung? Verstehe ich wirklich nicht, diese Aussage.

    • Die Macher der Sender haben hoffentlich die Beiträge nach der ESC-Tauglichkeit ausgewählt und nicht ob sie in die Rotation der Popwellen passen. Daher ist es natürlich ein Risiko für die Sender diesen einen besonderen Platz im Programm zu geben. Man muss immer berücksichtigen, die ARD legimitiert sich auch durch die Reichweiter ihrer Sender, es gibt genügend Angriffe aus eine politischen Richtung, (übrigens auch hier im Forum) auf den gebührenfinanzierten Rundfunk.
      Dummerweise ist der gemeine Hörer nicht wirklich an Abwechslung interessiert, sondern will hören, was ihm schon immer gut gefallen hat.
      Andererseits zeigen bestimmte Events – ok ich kenne sie nur von SWR – dass man auch kurzzeitig ganz anderes spielen kann, bei SWR3 gibt es beispielsweise Tage, wo die Hörer sich alles wünschen können und es wird auch gespielt, oder einen ganzen Tag gibt es nur deutschsprachige Titel (meist am 3. Okt.) oder die Musikredakteure dürfen einen Tag lang die Musik spielen, die ihnen persönlich gefällt.
      Vielleicht wagen sich die Sender wirklich mal einen ESC-Tag zu machen, eben nur mit neuer und alter ESC-Songs.

      • Ein großer Teil der Hörerschaft ist flexibler als die Sender annehmen, denke ich.
        Höre bzw. lese ich immer wieder mal, wie sich über die enge Rotation der Radiosender beschwert wird. Ich glaube nicht, dass die Hörer*innen direkt den Sender wechseln, nur weil ein etwas ungewöhnlicherer Titel läuft. Zumal es sich ja nur um sechs Songs handelt.😉
        Ein bißchen mehr Mut, auch zu den eigenen Entscheidungen zu stehen, würde ich mir wünschen.

      • +Ich glaube nicht, dass die Hörer*innen direkt den Sender wechseln,+

        ich mache das noch heute, sobald Phil Collins oder Tina Turner kommt. Ist eben nicht mehr so häufig wie in den 80ern+90ern. Wobei ich die Popwellen eh nur noch im Autoradio höre. Wobei es immer schwerer wird ein Alternativprogramm zu finden. Vor 10 Jahren habe ich noch zwischen SWR und das Ding gewechselt also der Jugendwelle, aber da kommt heute so viel Jugendpop aus Deutschland, den ich nicht mehr aushalte, man wird eben doch älter.

      • Diese Wunschtage gibt es bei hr3 auch. Meistens an Ostern und Pfingsten. Dort wird auch mal was härteres gespielt (Rammstein und nur 1 Lied das dann aber 10 mal am Tag). Auch gab es bei hr3 in der Vergangenheit immer ab 22 Uhr Themenabende. Unter anderem ich glaube 2013 einen zum ESC. Da wurde dann 25 lang nur ESC-Lieder gespielt.

  2. Ich kann nicht nachvollziehen wie man bei 944 Bewerbungen und 25 songs im Juryfinale ganze 6 Songs ins VE-Finale lässt. Auch stimme ich Gaby zu, warum sollen 6 Songs die Einschaltquoten der Sender beeinflussen? Da sucht man sich wieder ausreden, warum die Songs nicht gespielt werden. Auf den Dudelsendern läuft doch sowieso immer nur die gleiche Mainstreamscheiße. Da ich beruflich viel Radio höre, weiß ich das. Ein bisserl Abwechslung ist doch gut. Warum kann man die VE nicht mindestens 10 Songs bestücken? Verstehe ich nicht. Ja ich bin auch froh, das es wieder eine VE gibt. Aber wenn ich sowas lesen muss, vergeht einem die Vorfreude fast vollständig. Es ist fast alles noch in „der Planung“ obwohl man fast ein ganzes Jahr Zeit hatte.

    • Jeder Song beeinflusst die Einschaltquoten, ein Radiosender wird schneller abgeschaltet oder gewechselt als das Fernsehprogramm. Bei allen professionellen Radiosendern wird das so gemacht, jeder Song wird abgecheckt, wie viele Hörer wegschalten.

  3. Eine sendung, die sicher grösstenteils von der esc-bubble geguckt wird, darum dürfte der sieger jetzt schon feststehen. Wäre ich einer der anderen teilnehmer, würds mich ganz schön angurken wenn der fokus eigentlich nur auf einem anderen teilnehmer ist.

  4. Acht der neun Poppwellen der ARD wurden also von Euch angeschrieben und die entscheidende Frage: wen habt lhr vergessen? Ich tippe mal auf Antenne Brandenburg?

    • Nein, den NDR haben wir nicht angeschrieben. Von denen kam ja die initiale Pressemeldung. Daher sind wir nicht davon ausgegangen, da direkt weitere Informationen zu bekommen.

  5. „Es ist in der Ausarbeitung“. Wie lange hatten die eigentlich nach dem letzten Desaster eigentlich Zeit?

    Wann werden diese agilen Persönlichkeiten vom NDR endlich ihrer Aufgabe entbunden, die sie jedes Jahr wieder vermasseln?

  6. Es ist schon dreist und enttäuschend, dass fast keiner der öffentlich rechtlichen Radiosender auf die ESC- Kompakt Anfrage reagiert hat. Entweder stinkt es dort vor Arroganz oder der ESC ist bei denen eine Randnotiz und ferner liefen. Beides wäre nicht in Ordnung.

  7. Bei programm.ard.de ist die Sendung auch schon zu finden. Bislang nur beim SWR (und beim SR), aber immerhin. Bei den Sendern selbst habe ich auch nachgeschaut, außer beim SWR findet sich die Sendung auch beim NDR – bei den Anderen geht die Vorschau noch nicht bis zum 4. März. Da muss man sich noch gedulden. Aber immerhin, diesmal läuft es nicht so holprig ab wie vor zwei Jahren, als eine Sendung namens „Unser Lied für Rotterdam“ bei ONE auftauchte, doch der NDR gab sich zugeknöpft und vergeigte die eigene Kommunikationsdeadline Ende Januar. Hoffen wir, dass sich der Rest auch bessern wird…

  8. Also ich finde die Idee mit den Radioprogrammen immer noch eigenartig und sehr retro. Sowas hat man in den 80ern gemacht. In den heutigen Zeiten sollte man mehr aufs Internet setzen oder zumindest auf Sender mit jüngerem Publikum.

    • Sehe ich ähnlich. Von mir aus hätte die ganze Veranstaltung auch à la Tschechien komplett im Internet stattfinden können. Alexandra Wolfslast mag da als jahrelange Radio-Frau vielleicht ein wenig betriebsblind sein. Allerdings ginge dann auch direkt der Shitstorm los, dass man den ESC ja ins Internet „abschieben“ würde
      Vor allem hätte man aber die „jungen“ Sender (1Live, N-Joy etc.) ins Boot holen sollen, da hätte man zumindest die theoretische Chance, dass man das deutsche ESC-Publikum auch erreicht.

  9. Der Ansatz ist doch erstmal gut – und spannend ist es allemal …. bin damit sehr zufrieden …. Ach Alina – wir lieben Dich einfach auch für die unkapriziöse Art und Weise im besten Sinn

  10. zu viele köche verderben den brei!
    der obige text ist mal wieder sehr anstrengend zu lesen.
    für teilnehmer nr.7 hat es dann wohl ganz knapp nicht gereicht? 🤡
    es gibt nur einen vernünftigen ansatz siehe oben „gaby 11:28“ – damit hätte man ein großes musikspektrum abbilden können,um auch die zuschauer wieder mehr für den ESC interessieren zu können aber stattdessen gibt es zum wiederholten mal geheimniskrämerei bzw. wichtigtuerei von leuten,die es nachweislich nicht können usw.
    die einzige frage ist doch nur,für welchen act man nach 2018+2019 dieses jahr den roten teppich auslegen wird – alles andere ist nur show. 😉

    • Wenn der NDR einen Titel haben sollte, den er sich als Gewinner wünscht, dann könnte er ihn doch direkt nominieren. Wozu der Umweg über eine VE?

      • wozu der umweg über ein NF?
        na,damit es nicht so auffällt und außerdem bekommen EC selbstverständlich die nummero uno. 🤡

      • „Damit es nicht so auffällt“.

        Nun ja, in den letzten beiden Jahren schien mir die Empörung hier über die Direktnominierungen des NDR weitaus geringer zu sein als 2019 über die Startnummer Sieben eines weiblichen Duos.

  11. Ich bin vom neuen Video von Go_A schon wieder dermaßen angeturnt. Ich frage mich, hätten die bei den deutschen Popp-Radiowellen eine Chance gehabt? Vor allem die Performance… die kann man im Radio einfach nicht rüberbringen, Manno

  12. Ich hättedas gerne wieder so wie es mal war…das Publikum ist mit eingebunden und es entscheidet wer für Deutschland antreten wird.
    Für mich ist da der Spaß und die Spannung total weg…da steht plötzlich ein/e Sänger/in auf der Bühne den keiner kennt und Punkt…Ich vermisse dieses teilhaben…

    • Das wäre ein super Kontrastprogramm zu EC!
      Ich mag das Lied sehr.
      Werden viele Balladen beim ESC 2022 sein?
      Das könnte hervorstechen.

  13. Ich hoffe inständig, das mehr als 6 Songs im Finale sind. Je mehr Songs, desto weniger Zeit hat die Schöneberger für ihr unqualifiziertes Gesabber.

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