Heute Abend startet „Queen of Drags“ mit Conchita Wurst auf ProSieben

Jury Queen of Drags ProSieben Conchita Wurst Olivia Jones Heidi Klum Bill Kaulitz
Bild: ProSieben / Martin Ehleben

Wann gab es das eigentlich zum letzten Mal, dass eine deutschsprachige ESC-Teilnehmerin für eine große Primetime-Show im Fernsehen engagiert wurde? Conchita Wurst, die aktuell sowieso sehr umtriebig ist, ist das jedenfalls gelungen. Ab heute Abend ist die ESC-Siegerin donnerstags um 20:15 Uhr in der ProSieben-Sendung „Queen of Drags“ zu sehen.

Conchita Wurst hat 2014 als erste Dragqueen den Eurovision Song Contest gewonnen und Österreich mit „Rise Like A Phoenix“ den zweiten ESC-Sieg beschert. Seitdem hat sie sich weiter als wandelbare Künstlerin etabliert und hat gerade unter dem Pseudonym WURST ihr erstes Elekropop-Album „Truth Over Magnitude“ veröffentlicht.

Bei „Queen of Drags“ sitzt Conchita zusammen mit Ex-Topmodel und Germany’s Next Topmodel“-Moderatorin Heidi Klum sowie Tokio-Hotel-Sänger Bill Kaulitz in der Jury. In der Auftaktfolge ist außerdem Drag-Queen-Ikone Olivia Jones als Stargast dabei. Die Jury stellt den zehn teilnehmenden Drag Queens jede Woche eine neue Aufgabe, die diese bestmöglich lösen und das entsprechende Motto umsetzen müssen. Am Ende kann es natürlich nur eine Siegerin geben, so dass die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach und nach die Villa in Los Angeles verlassen müssen.

Zum Start von „Queen of Drags“ hat die ZEIT in dieser Woche ein großes Interview mit Conchita gebracht. Das Stück ist wirklich absolut empfehlenswert, weil die ESC-Siegerin darin sehr persönlich von ihrem eigenen Werdegang – auch in der Dragszene – erzählt, das Konzept von Drag ausführlich erklärt und auch über den aktuellen Stand von Akzeptanz und Gleichstellung spricht. Conchita geht außerdem auf die Kritik ein, die es an der Benennung von Heidi Klum als Moderatorin und Jury-Mitglied für „Queen of Drags“ gab:

„Ich nehme diese Chance wahr, um die Drag-Thematik in den Mainstream zu bringen und finde, dass Heidi, auch wenn sie nicht aus dieser Szene kommt, eine absolute Berechtigung hat, eine Performance zu beurteilen. Sie kommt aus dem Entertainment und ist wahrscheinlich einer der berühmtesten deutschsprachigen Menschen. Wäre dieses Format ohne sie zustande gekommen? Jetzt vielleicht nicht, oder vielleicht auch nie. Oder vielleicht auf einem Sendeplatz, wo es niemanden interessiert hätte.“

„Man sagte mir, dass die finanzielle Bereicherung das Hauptproblem sei. Und das kann ich ein Stück weit verstehen. Ich hoffe, aber auch, dass unsere Queens nach diesem Format Karrieren haben und das, was sie am liebsten tun, jeden Tag machen können. Darauf konzentriere ich mich.“

Tatsächlich war die Berichterstattung zur Sendung vor dem Hype, der aktuell um die erste Folge kreiert werden soll, eher negativ. Vor allem aus der queeren Community gab es sehr viel Kritik an der prominenten Stellung von Heidi Klum im Rahmen von „Queen of Drags“. Das liegt wohl vor allem daran, dass viele Fans das Originalformat „RuPaul’s Drag Race“ vor Augen haben, bei dem das Gesicht und sogar Namensgeberin der Sendung eben eine Drag Queen ist. Außerdem steht Heidi Klums andere Sendung „Germany’s Next Topmodel“ nicht gerade für Feminismus und ein modernes Frauenbild. Wie und ob sich das auch auf „Queen of Drags“ auswirkt, wird sich ab heute Abend zeigen.

Queen of Drags ProSieben Gruppenfoto Conchita Wurst
Bild: Instagram @conchitawurst

Im Mittelpunkt sollte aber sowieso nicht die Jury stehen, sondern die Drag Queens, die ab heute Abend Königin werden wollen. Und das hier sind sie, die zehn Teilnehmerinnen an der ersten Staffel von „Queen of Drags“:

  • Aria Addams
  • Bambi Mercury
  • Candy Crash
  • Catherrine Leclery
  • Hayden Kryze
  • Janisha Jones
  • Katy Baehm
  • Samantha Gold
  • Vava Vilde
  • Yoncé Banks

Lassen wir uns überraschen, was die zehn ab heute Abend für uns zu bieten haben.

Interessant ist jedenfalls, wie die Verbindung zwischen dem ESC und ProSieben auch knapp acht Jahre nach Stefan Raabs letztem Einsatz in Sachen deutsche Vorentscheidung aufrecht erhalten bleibt. Gerade noch hat mit Max Mutzke ein ehemaliger ESC-Teilnehmer „The Masked Singer“ gewonnen, die Schweizer Vorentscheidungsteilnehmerin Freschta hat an „The Voice of Germany“ teilgenommen und jetzt sitzt Conchita Wurst in der Jury von „Queen of Drags“. Umgekehrt nehmen regelmäßig Ex-Teilnehmer der ProSieben-Sendung „The Voice of Germany“ an der deutschen ESC-Vorentscheidung teil (zuletzt Linus Bruhn, Gregor Hägele und BB Thomaz). Building Bridges!



4 Kommentare

  1. Ich bin großer Fan von Conchita Wurst und Tokio Hotel, auch wenn deren neuen Musikstile mich weniger ansprechen als vorher. Ich werde mir die Sendung heute Abend mal anschauen. Conchita hatte viele Ohrwürmer (Firestorm ist und bleibt mein Favorit) und von den neuen Lieder ist nur „Hit Me“ klasse. Die anderen neuen Lieder empfinde ich als eher anstrengend. Tokio Hotel hatte bis 2009 großartige und zu dieser Zeit außergewöhnliche Hits herausgebracht, aber die beiden Alben aus 2015 und 2017 haben nur wenige gute Lieder und auch sie schwimmen auf der Mainstreamwelle. Ich bin gespannt auf das kommene neue TH-Album.

    Generell verfolge ich weniger Dragqueen-Sachen, aber zur Abwechselung wird das bestimmt ganz interessant.

    Kleiner Off-Topic um kurz vor der Saison noch etwas aufzudecken:
    Ben Zucker hat bei sich seinem Song „Die Welt wartet auf dich“ gleich von zwei deutschen ESC-Songs bedient. Die Strophen hören sich an wie der Refrain von „Perfect Life“ (Levina 2017) und der Refrain hört sich an wie der Refrain von „Disappear“ (No Angels 2008). Sehr ihr das auch so?

  2. Hello helllo hello, and don’t fuck it up.
    Ich werd mir das mal anschauen und hoffe, das sich die klum und hans und franz und die kaulizens nicht allzu fest in den vordergrund schieben.

  3. Wann gab es das eigentlich zum letzten Mal, dass eine deutschsprachige ESC-Teilnehmerin für eine große Primetime-Show im Fernsehen engagiert wurde? ………….

    Lena (5 Jahre The Voice Kids)

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.