Israel: Die Top Ten der ESC-Act-Suche „The Next Star 2024“ steht fest – Wer schafft es nach Malmö?

Bild: Instagram @jon_debito

Bei unserem letzten Update-Artikel vor guten zwei Wochen waren noch satte 35 Kandidat:innen des israelischen ESC-Vorentscheid für Malmö im Rennen. Mittlerweile steht die Top Ten fest! Es geht also schnell voran bei der Castingshow The Next Star 2024, die sich aktuell sogar schon in der Duell-Phase befindet.

Bei der letzten Folge im Jahr 2023, genauer gesagt am Silvestertag, kamen unter den ausgewählten 35 Acts nur diejenigen weiter, die bei einem weiteren Vorsingen mindestens vier Juroren überzeugten. Das sorgte dafür, dass nur noch 14 anschließend weiterhin die Chance auf den Sieg und das ESC-Ticket hatten. Doch seitdem ist schon wieder einiges passiert, was wir heute für Euch einmal zusammentragen. An dieser Stelle vorab einen speziellen Dank an meinen guten israelischen Freund Ifty, der mir regelmäßig übersetzt, was bei den Shows passiert.

Die Shows mit den 14 übrig gebliebenen Acts fanden – erstmals in dieser Staffel – vor Live-Publikum im TV-Studios statt. In den zwei Top 14-Folgen traten jeweils sieben Kandidat:innen an, von denen je einer eliminiert wurde. Hier ging es erneut um die Stimmen der Jury und des Studiopublikums. Zu wenige Stimmen und somit das Nachsehen hatten Gal Kafri und überraschenderweise der – relativ bekannte – Yehuda Sa’ado.

Während Yehuda für seine früheren Erfolge gelobt wurde, fühlte sich seine Performance in der Top 14-Show für die Jury „altmodisch“ an. Laut Jurorin Shiri Maimon, die selbst 2005 für Israel antrat, passe sein Stil eher weniger zum aktuellen Zeitgeist des ESC. Doch besonders bitter wurde es dann erst als Orel Ravid, der direkt nach Yehuda auftreten musste, mit einem Song von Yehuda (!) deutlich mehr Stimmen bekam als sein Vorgänger (siehe unten). Orel konnte sich am Ende mit unglaublichen 95% locker qualifizieren, während Yehuda eliminiert wurde.

@orelravid

כל כך הרבה שירים❤️ #הכוכבהבא

♬ original sound – OrelRavid

Mit den verbliebenen zwölf Acts ging es nun in die „Duell-Phase“. Hier traten – in zwei Folgen – jeweils zwei Acts gegeneinander an. Die Verlierer der Duelle mussten in einer anschließenden Runde um den Verbleib in der Show singen. Nicht weiter geschafft haben es Mika Kertis, die für ihre Unsicherheit auf der Bühne kritisiert wurde und Ido Bartal, der in Israel vor allem als Schauspieler erfolgreich ist. Ido hat in der Show gerne Mashups von mehreren Songs performt, was der Jury nicht besonders gefiel. Somit stehen jetzt die letzten zehn Acts fest.

Diese Zehn sind noch im Rennen bei „The Next Star 2024“:

  • Lian Biran
  • Eden Golan
  • Arik Sinai
  • Shai Tamino
  • Or Cohen
  • Jonathan Bitton
  • Mika Moshe
  • Dor Shimon
  • Moria Angel
  • Orel Ravid

Unter den finalen Zehn befindet sich auch der 74-jährige Arik Sinai, der von der Jury immer wieder wegen seiner unverkennbaren Stimme und Ausstrahlung gelobt wird. Mehrere Juror:innen sind der Meinung, zur aktuellen Situation würde eine nachdenkliche Nummer von ihm beim ESC gut passen. Eine weitere Favoritin auf den Sieg ist Eden Golan. Sie sammelte bei all ihren Performances bisher mindestens 85% und bewies ihr Talent sowohl in Balladen (siehe unten), als auch Uptempo-Nummern inkl. Choreografien. Arik und Eden haben wir hier bereits näher vorgestellt.

Kandidat Dor Shimon teaste bereits an, dass er ausschließlich Hebräisch beim ESC singen würde – er gilt allerdings eher als Wackelkandidat in den kommenden Ausgaben. Anders als Shai Tamino, die von der Jury bereits mit Ofra Haza verglichen wurde, die als eine der talentiertesten Sängerinnen Israels gilt. Ein besonders auffallender Kandidat ist Jonathan Bitton. Schon bei seinem ersten Casting trat er mit seiner ganzen Band an einem gedeckten Tisch auf.

Dieses Konzept scheint nicht nur die Jury überzeugt zu haben, sondern auch das Live-Publikum. Denn auch bei seinen weiteren Auftritten in der Show trat Jonathan mit Band-Begleitung sitzend an Tischen oder am Piano auf. In der gestrigen Folge konnte er so sogar die meisten Stimmen sammeln. Hier fügte er eigene Lyrics als Rap in den Song mit hinein, indem es darum geht, dass er als Israeli von einem Leben träumt, in dem er nicht mehr überall auf der Welt gehasst wird und sich stattdessen endlich frei bewegen kann:

Doch nicht nur Jonathans Auftritt spielte auf die aktuelle Situation an. Auch die Jury und Moderatoren sprachen in den vergangenen Folgen bereits darüber, dass sich mehrere TV-Sender negativ zur israelischen ESC-Teilnahme äußerten. Mittlerweile haben sich, nach Jesse Markin, der an der diesjährigen finnischen Vorauswahl teilnimmt, auch ehemalige ESC-Stars wie La Zarra und Montaigne öffentlich gegen eine Teilnahme Israels ausgesprochen. Zudem gab es bei der ersten Vorrunde des norwegischen Melodi Grand Prix am Samstag einen kurzen Zwischenfall mit einem Demonstranten in der Live-Show. Vor dem TV-Studio in Norwegen demonstrierten mehrere Personen gegen Israels Teilnahme beim ESC. Bislang deutet jedoch nichts darauf hin, dass die ESC-Teilnahme Israels in irgendeiner Form zur Debatte steht.

Wer überzeugt Dich in der aktuellen israelischen Auswahl am meisten? Lass uns Deine Meinung gerne in den Kommentaren da.

Über den israelische Vorentscheidung für den ESC 2024, das neue ESC-Barometer und viele weitere ESC-News reden wir auch am Mittwochabend um 19 Uhr bei ESC kompakt LIVE. Außerdem planen wir ein ESC kompakt LIVE am Freitag zu den Beiträgen für „Das deutsche Finale“.



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29 Comments
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rainer1
rainer1
2 Jahre zuvor

Ich würde mir einen sieg israels wünschen. Eden golan gefällt mir wirklich ganz ausgezeichnet

Amar pelos dois (Ex-Schlippschlapp)
Amar pelos dois (Ex-Schlippschlapp)
2 Jahre zuvor
Reply to  rainer1

Ich bin eher für Jonathan Bitten.

Anmey
Anmey
2 Jahre zuvor

Mich interessiert am meisten, wie sie den Song auswählen, das ist ja dann doch das Entscheidende.

Ifty
Ifty
2 Jahre zuvor
Reply to  Anmey

Sorry for the English. They will be asking around 30 known local song writers to provide them with songs that will be tailored for the finalists. The finalists can submit their own songs as well. The song writers have to be of Israeli citizenship and each writer can submit up to 2 songs.

The deadline for song submission is February 11th, and it will be voted on by a committee of 7 music professionals (the musical manager of KAN, two music radio editors, two TV executives by KAN and two TV executive by the private broadcaster airing the selection show).

The selection would involve multiple criteria and if a suitable song won’t be found then they will dig into unused submissions from past years as well as songs that were released within a time frame that is legal by the EBU rules.

The chose song/s will be aired in a special broadcast sometime between late February and early March.

Marc Stoeringer
Marc Stoeringer
2 Jahre zuvor

Für mich gehört Israel disqualifiziert! Und hoffe das passiert auch👍

drehmaamherd
drehmaamherd
2 Jahre zuvor

Träum weiter.

Marc Stoeringer
Marc Stoeringer
2 Jahre zuvor
Reply to  drehmaamherd

Kann man ja😉.
Richtigkeit hat es zumindest nicht das sie teilnehmen dürfen.

Hausmannskost
Hausmannskost
2 Jahre zuvor

warum? Weil sie sich, wie die Ukraine auch, verteidigen?

ESCFan2010
ESCFan2010
2 Jahre zuvor

Russland hat angegriffen.
Israel wurde angegriffen.

Marc
Marc
2 Jahre zuvor
Reply to  ESCFan2010

Ja gut. Dann gewinnt halt wieder so ein Solidaritäts-Land, also Israel oder Ukraine wieder🙃🙄. Dann wird 2025 wieder ganz woanders sein, weil austragen können sie ja nicht mal😂.

Lissi
Lissi
2 Jahre zuvor

Ich bin mir sicher, das Israel gewinnen wird, egal mit welchem Beitrag

drehmaamherd
drehmaamherd
2 Jahre zuvor
Reply to  Lissi

Troll, gemeldet

Marc Stoeringer
Marc Stoeringer
2 Jahre zuvor
Reply to  Lissi

Hoffe ich mal nicht. Sonst wir die Solidarität die Übermacht gewinnen!

Alkibernd
Alkibernd
2 Jahre zuvor

Ich wusste gar nicht, dass Antisemitismus in Solidarität umbenannt wurde. Ist das neu?

Marc Stoeringer
Marc Stoeringer
2 Jahre zuvor
Reply to  Alkibernd

Antisemitismus? Ne, das mein ich nicht und bin ich nicht😅. Das richtige Wort wäre Pazifismus. Und unfair gegenüber anderen Ländern, die sich bemühen und mehr verdient hätten als eben diese beiden Länder, die nur Punkten weil sie ja Krieg führen! Wie kann man sonst erklären das Ukraine 2022 gewonnen hat. Nur aus Solidarität😉. Und das hab ich gemeint…Danke.

Amar pelos dois (Ex-Schlippschlapp)
Amar pelos dois (Ex-Schlippschlapp)
2 Jahre zuvor
Reply to  Lissi

Ganz und gar nicht….

Matty
2 Jahre zuvor

Es gibt Neuigkeiten zum Sanremo:

https://eurovoix.com/2024/01/16/italy-sanremo-2024-guests-press-reaction/

Hört sich toll an

JoelESC
JoelESC
2 Jahre zuvor

Bin gespannt wer für Israel teilnehmen wird und ob der Artist auch live in Malmö (Aufgrund Sicherheit) sein wird.

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Israel wird natürlich teilnehmen; D, F, UK würden sich sonst zurückziehen. Netanyahu, Ben-Gwir, Smotrich müssen weg. Die Geiseln müssen – so weit sie noch leben – nach Hause. Katar muss hier mehr Druck machen.

Amar pelos dois (Ex-Schlippschlapp)
Amar pelos dois (Ex-Schlippschlapp)
2 Jahre zuvor

Dem ist zuzustimmen !

SanomiKedvesem
SanomiKedvesem
2 Jahre zuvor

Der Beitrag für Israel soll am 11. März vorgestellt werden – und auch hebräischen Text enthalten: https://eurovoix.com/2024/01/16/israel-song-reveal-to-take-place-on-march-11/

floppy1992
Mitglied
2 Jahre zuvor
Reply to  SanomiKedvesem

Das heißt, man reicht Songs ein, ohne zu wissen, wer den am Ende singen soll? Also nicht so wie bei anderen bewerbungsverfahren, wo Songs mit passenden Interpreten gematcht werden, sondern der oder die Glückiche befindet sich noch als Katze im Sack und mein Song muss dann auf gut Glück zu möglichst allen passen?
Finde ich eine merkwürdige Strategie.

Anmey
Anmey
2 Jahre zuvor
Reply to  floppy1992

Fände ich auch eine ziemlich seltsame Strategie, wenn man bedenkt, was für unterschiedliche Kandidaten da noch dabei sind. Wobei wir auch nicht wissen, wann das Finale von Rising Star ist, das könnte ja noch vor dem 11. Februar sein.

SanomiKedvesem
SanomiKedvesem
2 Jahre zuvor
Reply to  SanomiKedvesem

Mittlerweile wurde der Artikel geändert, vom 11. März ist nicht mehr die Rede, sehr wohl von der Deadline am 11. Februar

Alkibernd
Alkibernd
2 Jahre zuvor

Ist das Gerücht denn wahr, dass Eden nicht in Malmö antreten will, wenn Israel dabei ist?

nononon
nononon
2 Jahre zuvor

Ja, der ESC soll unpolitisch sein und ja Israel ist ein berechtiger und notwendiger Safespace.
Aber ich finds dennoch extrem unpassend, dass dieses Land, welches gerade wegen einer Völkermord-Klage vor Den Haag steht und im Namen der „Selbstverteidigung“ bald 25000 Zivilisten getötet hat (+ doppelt so viele verwundet) und auch nicht vor hat damit aufzuhören, aktuell teilnehmen darf.

In Dl wird das ja relativ unkritisch gesehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine Buh-Rufe bei dem Auftritt des israelischen Künstlers geben wird.

Trevoristos
Trevoristos
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Na und? Lasse buhen.

Marq
Marq
2 Jahre zuvor
Reply to  nononon

Entschuldige bitte, aber was hat sich denn die Hamas gedacht, als sie Israel faktisch den Krieg erklärt hat? Dass die israelischen Soldaten alle zu Fuß nacheinander in Gaza einmarschieren und blindlings in die Tunnel und Hinterhalte laufen würden, um Zivilisten zu schonen, unter die sich ungeniert Terroristen mischen? Die Hamas trägt als Angreifer und vormals regierende Macht die Hauptverantwortung für das Kriegsleid im Gazastreifen.

funtasticc
Mitglied
funtasticc
2 Jahre zuvor

Dass der ESC, der gegründet wurde, um Völkerverständigung zu fördern, jetzt als Spielball verschiedener Länder und Interpreten genutzt wird, um politische Interessen und Meinungen kundzutun und Kämpfe auszutragen, geht in meinen Augen gar nicht.

Die Vorgabe, dass der ESC nicht politisch sein soll, gibt es schon seit Beginn des Wettbewerbs nicht. Aber dass Länder aufgrund Ihrer politischen Einstellungen und Handlungen ausgeschlossen werden, sollte man zumindest mal hinterfragen.

Was verbindet denn alle Menschen auf dieser Erde (außer dass wir nur eine haben, auf der wir alle zusammen leben müssen)?
Das ist unter anderem und ganz stark die Musik. Und warum also soll dieses einzigartige, weltweite Mittel der Verständigung manchen Ländern verweigert werden? Politik hin oder her, letzten Endes geht es um die Menschen in diesen Ländern, deren Sprache, Kultur und Musik wir kennenlernen möchten, die wir verstehen wollen und denen wir uns vermitteln wollen.
Ich bitte mich nicht falsch zu verstehen: ich finde die Zustände im Nahen Osten fürchterlich und katastrophal für beide Seiten, der Einmarsch Russlands in die Ukraine ist ebenfalls unter aller Würde des Menschen und grauenvoll… aber Waffen schaffen keinen Frieden (sie mögen ihn halten… vielleicht) und Sprachlosigkeit schafft nur noch mehr Distanz. Warum also nicht wirklich ein Fest der internationalen Musik feiern, ganz losgelöst von politischer Einflussnahme?
Ich weiß, das klingt blauäugig und das mag ich auch sein. Aber diese geforderte Instrumentalisierung, wer beim ESC mitmachen darf und wer ausgeschlossen werden soll, ist absolut keine Lösung. Dann ist der Sinn des Ganzen verloren und man kann den Bums dann auch ganz dichtmachen.