KEiiNO live auf der Christmas Avenue in Berlin: „Unser Album kommt am 14. Februar“

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Ihr letztes Konzert in dem für sie so erfolgreichen Jahr 2019 haben die diesjährigen ESC-Televotingsieger KEiiNO aus Norwegen in Berlin gegeben. Dort traten sie auf der Christmas Avenue am Nollendorfplatz auf.

Die Christmas Avenue ist ein LSBTIQ*-Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr zum ersten Mal in Berlin stattgefunden hat. Vor dem Auftritt von Alexandra, Fred und Tom hatten wir die Gelegenheit, die drei zu treffen und ein kurzes Interview mit ihnen zu führen.

Christmas Avenue Berlin 2019

ESC kompakt: Im April habt Ihr schon mit meinem Kollegen Douze Points gesprochen. Damals wart Ihr die Fanfavoriten. Wie habt Ihr die Zeit damals erlebt?

Alexandra: Beim ESC haben wir alles erreicht, was wir erreichen wollten. Die Leute schauen jetzt zu uns auf und glauben an uns. Mehr wollten wir gar nicht: Dass die Leute die Botschaft unseres Songs hören und sehen, wen wir aufgrund unseres Hintergrunds repräsentieren. Dass wir einer der Fanfavoriten waren, war wirklich, als würde ein Traum wahr werden.

Tom: Wir waren vielleicht Favoriten, aber wir waren auch diejenigen, die am meisten mit den Fans zusammengekommen sind, mit ihnen gefeiert und Fotos gemacht haben. Wir fühlen uns also, als wären wir Teil der Familie. Es hat so viel Spaß gemacht! Wir haben schon vor dem ESC viele Shows gespielt und dann auch wieder danach. Dadurch haben wir eine ziemliche Fanbase in vielen europäischen Ländern. Und das ist erst der Beginn, KEiiNO hat grade erst angefangen. (überlegt) Stimmt, es ist grade mal ein Jahr her, jetzt ist unser Jubiläum (lacht).

Wenn Ihr auf die Zeit in Tel Aviv zurückschaut, was waren Eure beeindruckendsten Erlebnisse?

Fred: Eigentlich jedes Mal, wenn wir auf der Bühne waren. All die Leute zu treffen und vor dieser jubelnden Menschenmasse zu stehen. Einfach diese Liebe zu spüren.

Alexandra: Alles war toll! Wir hatten nur tolle Erlebnisse und haben eine Menge toller Künstler kennengelernt, die wir jetzt auch besuchen, wenn wir in den verschiedenen Ländern auftreten. Es ist wie eine große Blase. Das war der Start für KEiiNO und daran werden wir uns unser Leben lang erinnern.

Und Ihr habt das Televoting gewonnen…

Alexandra: Stimmt, das haben wir! (lacht)

…aber am Ende trotzdem nicht gewonnen. Wie geht es Euch damit?

Tom: Wir haben die Jurys einfach ausgeblendet (lacht). Nein, im Ernst, Duncan Laurence hatte ein tolles Lied und einen großartigen Auftritt. Er ist der verdiente Sieger.

Alexandra: Und er ist ein toller Musiker!

Wie geht es jetzt weiter? Plant Ihr ein Album?

Tom: Ja, es wird ein Album geben und das kommt am 14. Februar raus. Die letzten Songs dafür werden gerade abgemischt. Wir sind also jetzt in der Schlussphase nach einem sehr langen Weg. Wir haben viele Sachen in Alta aufgenommen, aber auch viel Zeit in Berlin verbracht. Aber wir sind auch nach Australien und haben dort mit anderen indigenen Künstlern gearbeitet, genauso wie in Neuseeland, und in New York haben wir mit einem kanadischen Inuit gearbeitet. Ungefähr die Hälfte des Albums besteht aus Zusammenarbeiten mit anderen indigenen Künstlern aus der ganzen Welt. Das ist unsere Mission, den Menschen indigene Sprachen und Kulturen durch Popmusik zugänglich zu machen. Wir hoffen, dass das den Leuten gefällt.

Gibt es auch Pläne für eine Tour, gerade im deutschsprachigen Raum?

Alexandra: Wir haben seit dem ESC schon viel gespielt, haben viele Prides und CSDs besucht, haben Konzerte in Norwegen und Australien gegeben, und natürlich wollen wir noch überall spielen.

Tom: Die Sache ist, KEiiNO ist ein sehr kleines Unternehmen. Ehrlich gesagt, gibt es da nur uns drei und wir machen alles selbst. Deshalb war unser Fokus jetzt erstmal, das Album zu Ende zu bringen. Aber wenn das jetzt abgeschlossen ist, haben wir endlich Zeit, uns über eine Tour Gedanken zu machen. Wir wollen das Album natürlich auch in ganz Europa vorstellen! Und klar, dann kommen wir natürlich auch nach Deutschland.

Alexandra: Wir lieben Deutschland!

Tom, Du wohnst doch sogar in Deutschland, oder?

Ich habe in Deutschland gewohnt, aber bin jetzt von Berlin nach Kopenhagen gezogen, weil mein Ehemann dorthin musste. Aber wir fühlen uns Deutschland sehr verbunden.

Und sprichst Du auch Deutsch?

Tom (auf Deutsch): Ja, ich verstehe Deutsch.

Alexandra (auf Deutsch): Ich auch, ein bisschen.

Fred (auf Englisch): Und ich habe es auch in der Schule gelernt.

Könnt Ihr Euch vorstellen, irgendwann nochmal am ESC teilzunehmen?

Fred: In Norwegen sagen wir niemals „nie“.

Alexandra: Wollen uns die Leute da denn nochmal sehen?

Da bin ich mir ziemlich sicher…

Tom: Jetzt ist es erstmal gut, wenn sich auch neue Talente dort beweisen können. Denn das ist das Schöne am ESC, dass man dort neue Künstler entdecken kann. Und dass man dort seine Botschaft mit dem Rest von Europa teilen kann.

Alexandra: Ich habe noch einen Traum: Den ESC zu gewinnen.

Tom: Genau, wir haben den ESC noch nicht gewonnen. Aber es wäre für uns leichter zurückzukommen, wenn es Änderungen am Votingsystem geben würde. Wir haben nicht das Gefühl, dass es richtig ist, dass die Stimmen von Millionen von Menschen genauso viel zählen wie die von fünf Personen pro Land. Also wenn es nach mir ginge, würden sie das ändern und das wäre dann ein guter Grund, es nochmal zu probieren.

Das ist ein schönes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch!

KEiiNO Christmas Avenue Berlin Eurovision ESC Norwegen

Bei ihrem Auftritt eine knappe Stunde später, geben KEiiNO dann wirklich alles und es ist tatsächlich auch eine kleine Fangemeinde aus (nicht nur) ESC-Fans gekommen. Der Platz vor der Bühne ist gut gefüllt und Alexandra, Fred und Tom haben sichtlich Spaß. Sie spielen zwei Sets aus jeweils sechs Songs:

  1. Spirit in the Sky (Intro)
  2. Praying
  3. I Like I Like I Like
  4. Last Christmas
  5. Only Teardrops
  6. Shallow
  7. Spirit in the Sky

Pause

  1. Dancing in the Smoke
  2. Can’t Get You Out Of My Head
  3. Joik (Fred Solo)
  4. You Got Me
  5. Spirit in the Sky
  6. Gimme! Gimme! Gimme! (Zugabe)

Der Auftritt der drei Norweger hat wirklich viel Spaß gemacht. Das Set der Original-KEiiNO-Songs war mit einem Weihnachtsklassiker, Alexandras Vorentscheidungs-Hit, zwei Gay-Hymnen und einem unveröffentlichten neuen Lied sehr liebevoll und zielgruppengerecht angereichert. Tom begleitete ab und zu auf der Gitarre und zeigte sich so von seiner musikalischen Seite. Alles in allem ein gelungener Abend, der viel Lust auf das KEiiNO-Album und ein abendfüllendes Konzert gemacht hat.

Hier zum Schluss noch einige Fotos und Videos von KEiiNOs Auftritt in Berlin. Enjoy!

KEiiNO Live Christmas Avenue Berlin 2019

KEiiNO Live Christmas Avenue Berlin 2019

KEiiNO Live Christmas Avenue Berlin 2019 Tom Hugo Gitarre

KEiiNO Live Christmas Avenue Berlin 2019


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