Kommentar: NDR verfehlt wieder alle seine ESC-Ziele – Es muss sich etwas ändern

Bild: EBU / Thomas Hanses

Jahr für Jahr hoffe ich, dass der deutsche ESC-Beitrag möglichst gut beim Eurovision Song Contest abschneidet. Ganz unabhängig davon, ob der Song mein persönlicher Favorit ist oder ob er mir gefällt. Wenn nach der Songveröffentlichung der Erfolg in Deutschland ausbleibt, hoffe ich, dass er international besser ankommt. Wenn die Wettquoten den Beitrag ganz unten sehen, hoffe ich, dass die Performance die Wende bringt. Wenn bei der erste ersten Probe am Austragungsort nichts zusammenpasst, hoffe ich, dass es bis zur zweiten Probe besser wird. Wenn dann immer noch alle sagen, dass der Song schlecht abschneiden wird, hoffe ich, dass es wenigstens ein paar Punkte gibt und Deutschland nicht ganz hinten landet.

Jahr für Jahr werde ich enttäuscht und das (je nach Rechnung und mit Ausnahme von 2018) jetzt schon seit acht oder neun Jahren. Ich weiß, die Aufgabe des deutschen ESC-Beitrags ist es nicht, mich glücklich zu machen, aber der deutsche Beitrag erfüllt auch Jahr für Jahr die Ziele nicht, die die Verantwortlichen des NDR sich selbst setzen: Einen Hit am heimischen Markt zu landen, eine gute Platzierung beim ESC zu schaffen und hohe Zuschauerreichweiten zu erzielen. Denn selbst wenn die Quoten noch hervorragend sind, schöpfen sie bei weitem nicht das Potenzial aus, dass der ESC in Deutschland hat und das in den vergangenen Jahren schon erreicht wurde und wieder erreicht werden sollte.

Doch anstatt gegen diese Entwicklung anzuarbeiten, wird der ESC vom NDR und der ARD Stück für Stück weiter in die Nische getrieben. Nicht zuletzt auch die Abschaffung der öffentlichen Vorentscheidung hat entscheidend dafür gesorgt, dass der ESC für mehr und mehr Menschen nur noch in einer Woche, im Prinzip sogar nur noch an einem Tag des Jahres präsent ist. Ganz davon abgesehen, dass auch hier das Ziel verfehlt wurde: Die Abschaffung des Vorentscheides sollte ja zu mehr Erfolg des Auswahlverfahrens führen, da sich so bekanntere Künstler bewerben würden (eine Prämisse, über die man Abhandlungen schreiben könnte).

Die Realität sieht anders aus: Die allermeisten großen Namen, die in der ersten Auswahlrunde ohne deren Wissen der Eurovisions-Jury zur Bewertung vorgelegt werden, sagen im nächsten Schritt ab, wenn sie eine Runde weiterkommen und dann angesprochen werden. Übrig bleiben am Ende all diejenigen, die sich in der Mehrheit auch einem Vorentscheid stellen würden. Gleichzeitig schaffen es die Jurys parallel auf der „Songschiene“ zielsicher all jenes Liedgut auszusortieren, das auch nur ansatzweise internationales Erfolgspotenzial haben könnte (ein Beitrag aus dem deutschen Auswahlprozess hat sich bekanntlich immerhin auf Platz 16 beim diesjährigen ESC platziert, dem Vernehmen nach soll es ein weiterer in die Top 10 geschafft haben).

Letzte Chance: Die Inszenierung. Immerhin hier hat man aus dem vergangenen Jahr gelernt und die Beiträge in der finalen Auswahlrunde für eine Art interne Vorentscheidungsshow auf die Bühne gebracht. Allerdings wurde dabei vergessen, den Acts ausreichend professionelle Hilfestellung bei der Vorbereitung (Inszenierung, Choreografie, Backdrop) zu geben. Stattdessen wurden diese sich selbst überlassen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich am Ende der Act durchgesetzt hat, der von Berufs wegen das beste Verständnis für eine wirkungsvolle Bühneninszenierung mitbringt und – das muss man anerkennen – einfach auch im Vorfeld schon die meiste Arbeit in seinen Beitrag und die Präsentation gesteckt hatte. Anders als alle anderen, die die Songs erst wenige Wochen zuvor in einem Camp geschrieben und/oder ausgewählt hatten. Statt das zur Verfügung stehende Geld für den ESC-Auswahlprozess in teure Beratungs- und Dienstleistungsverträge zu investieren, wäre es für die Inszenierung der potenziellen Beiträge besser angelegt gewesen.

Es gibt letztendlich so viele Baustellen in diesem verkopften intransparenten deutschen Auswahlprozess, dass man ihn wortwörtlich vom Kopf auf die Füße stellen muss. Das bedeutet: Es braucht einen Neustart. Das aktuelle Verfahren, extern organisiert auf Basis wissenschaftlicher Kriterien, scheint zwar in der Schweiz zu funktionieren, in Deutschland aber ganz offensichtlich nicht. Zumal das diesjährige ESC-Ergebnis auch gezeigt hat, dass die zusammenhangslose Auswahl von Songs und Künstlern ins Gestern gehört. Stattdessen haben vor allem Acts mit selbstgeschrieben Liedern – häufig in Landessprache – beim ESC Erfolge eingefahren. Irgendwer muss sich bei den Öffentlich-Rechtlichen des Themas jetzt mit Herzblut annehmen. Vielleicht braucht der NDR hier auch Unterstützung von einem anderen Sender, von der ARD oder gar von einem privaten Wettbewerber.

Aktuellstes Beispiel dafür, dass der ESC vom NDR nicht verstanden wird: Statt das Potenzial des Wettbewerbs zu erkennen und den Neustart nach dem Weggang von Thomas Schreiber für einen motivierten Aufbruch zu nutzen, sind die zukünftigen Zuständigkeiten intern weiterhin vollkommen unklar. Anfragen unsererseits dazu sind weiterhin unbeanwortet. Wie eine heiße Kartoffel wird die größte Musikshow der Welt von Redaktion zu Redaktion und Arbeitsgruppe zu Arbeitsgruppe weitergereicht, ohne dass sich irgendjemand für dieses Projekt zuständig fühlen möchte. Ein Offenbarungseid, der am Ende eigentlich nur dazu führen kann, die Verantwortung für den ESC endlich neu zu organisieren.

Über dieses Thema haben wir auch in unserem aktuellen ESC kompakt LIVE gesprochen.



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307 Comments
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Liane
Liane
4 Jahre zuvor

Ach Benny… da sprichst du mir so aus der Seele

Rainer 1
Rainer 1
4 Jahre zuvor

Die zuständigkeiten sind immer noch unklar? Ich dachte, dass alexandra wolfslast hod ist?

Danadiva
Danadiva
4 Jahre zuvor
Reply to  Rainer 1

….und zwar bereits die vierte seit 2015, während andere Länder ihre HoD schon gefühlt ewig haben,u.a. Zypern und Israel.

Der Thorsten von der Küste
Der Thorsten von der Küste
4 Jahre zuvor

Gut auf den Punkt gebracht – es bedarf grundlegender Veränderungen. Vielleicht wirklich mal eine Zusammenarbeit mit einem privaten Sender.

Phon
Phon
4 Jahre zuvor

Deutschland bleibt beim ESC – wie in so vielen anderen Belangen auch – weit hinter seinen Möglichkeiten zurück und wird dadurch international immer weiter abgehängt… Grund hierfür sind überbürokratische und veraltete Strukturen, die von alteingesessenen Positionsträgern gelenkt werden, deren einzige Motivation es ist, ihre Posten zu behalten und die sich schon viel zu lange auf dem Erfolg vergangener Jahrzehnte ausgeruht haben.

Es braucht einen umfassenden Neuanfang in Deutschland, auch beim ESC. Es müssen (junge) Leute ran, die Ahnung davon haben, die (digitalen) Möglichkeiten der heutigen Zeit voll auszuschöpfen und die vor allem Bock haben, etwas langfristig zum Positiven zu verändern.

Nur, wenn sich sichtbar was verändert, wenn die Verantwortlichen Herzblut und Leidenschaft zeigen, werden auch wieder mehr Künstler Lust haben, sich ernsthaft beim ESC zu engagieren.

oppacher
Mitglied
oppacher
4 Jahre zuvor

Ich liebe ja diese Diskussionen jedes Jahr aufs Neue. Meint ihr wirklich der NDR oder die bbc wüssten nicht wie man bessere Ergebnisse einfahren könnte? Es wird belangloses Mittelmaß geschickt um ja nicht zu gewinnen. Insofern hat der NDR Recht, wenn er sagt es muss sich seitens der eurovision etwas ändern. Wo liegt der Anreiz wenn der Gewinner eines Wettbewerbs die nächste Party bezahlen darf?

Douze Points
Editor
4 Jahre zuvor
Reply to  oppacher

Die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen, liegt ja bestenfalls bei 1:25. Da muss man nicht Letzter werden, um bloß nicht zu gewinnen. Außerdem fragt man sich, warum Ländern wie Zypern oder Malta so verzweifelt versuchen zu gewinnen, wenn sie sich dann die Bürde der Kosten und Ausrichtung aufhalsen. Vielleicht gibt’s ja doch ein paar Vorteile dabei

oppacher
Mitglied
oppacher
4 Jahre zuvor
Reply to  Douze Points

Trugschluss, die Wahrscheinlichkeit liegt eben nicht bei 1:25. Die Wahrscheinlichkeit steigt rapide mit der Qualität des Acts. Natürlich ist das Mittelfeld anvisiert, aber selbst dafür benötigt es mehr als diesen stetigen, zielsicheren Griff ins Klo. Ein Sieg ist freilich nicht wirklich planbar, dafür spielen zu viele Kriterien eine Rolle, aber top 10 ist natürlich machbar wenn man es darauf anlegt. Es ist schlicht nicht gewünscht, anders ist es nicht zu erklären.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  oppacher

Dann sollen sie es laut ausposaunen, daß sie auf den ESC eigentlich gar keine Lust haben. Das wäre wenigstens ehrlich ! Letztendlich haben den Frust vor allem die treuesten Fans am Hals (wobei vielen Deutschland beim ESC piepegal ist, was ich sehr gut verstehen kann – ist bei mir genauso…)

Tamara
Mitglied
4 Jahre zuvor
Reply to  oppacher

Na, dafür haben sie Lenas Sieg aber ganz schön gefeiert. So doof kann es also nicht sein.

oppacher
Mitglied
oppacher
4 Jahre zuvor
Reply to  Tamara

Natürlich wurde es gefeiert, alle 25 Jahre kann man es ja auch verschmerzen. Schreiber ist ein absoluter Vollidiot der weder vom esc noch sonstwas eine Ahnung hat. Aber institutionen wie die bbc? Wenn derjenige der gewinnt, im folgenden Jahr gar nichts zu zahlen hätte, sähe das Teilnehmerfeld mit Sicherheit anders aus.

Der Thorsten von der Küste
Der Thorsten von der Küste
4 Jahre zuvor

Ich hoffe nur, dass der NDR jetzt nicht den D. Bohlen als „Macher“ holt. Der rückt sich gerade sehr in den Vordergrund „als ESC Experte“ ….aber seine Erfolgszeiten sind lange schon vorbei.

Obwohl ……schlimmer als jetzt kann es ja nicht mehr werden. Vielleicht sollte Deutschland auch mal über einen Austritt aus den TOP 5 nachdenken und an den Semi-Finalen teilnehmen ….das würde schon mal sehr positiv bei den anderen Ländern ankommen (und Deutschland würde sich evtl. die hohen Beiträge an die EBU sparen).

ItaloJeck
ItaloJeck
4 Jahre zuvor

Das Thema „Semifinale“ ist sehr wichtig!!

Der grosse Ukraine-Hype ist eigentlich nur nach dem Semi richtig explodiert

Und wenn du keinen hervorragenden Beitrag hast, es ist definitiv ein Nachteil, den Song „nur“ einmal dem grossen Publikum zu pràsentieren.

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  ItaloJeck

Der Ukraine Hype war auch schon vor dem Halbfinale, genauer gesagt nach der ersten Probe, seitdem die Wetten stiegen. Des Weiteren hat die Ukraine auch schon im Halbfinale das Televoting gewonnen.

Aber kann durchaus sein, dass es helfen würde. Aber warum sollte man freiwillig auf seine Privilegien verzichten?

escfan05
escfan05
4 Jahre zuvor
Reply to  ItaloJeck

Frankreich und Italien mussten auch nicht durch das Halbfinale und liegen auf Platz 1 und 2. Seien wir doch froh, das Deutschland das Privileg hat nicht durch das Semi zu müssen.

sam
sam
4 Jahre zuvor

Danke Herr Hertlein für den tollen Artikel. Außerdem gibt es eine weitere Stadt die den ESC nächstes Jahr gerne austragen möchte und zwar Verona.

https://eurovoix.com/2021/05/25/eurovision-2022-verona-arena/

escfan05
escfan05
4 Jahre zuvor
Reply to  sam

Ach deshalb will Dieter Bohlen jetzt plötzlich wieder mittmachen, weil er soviele gute Erinnerungen über seine Zeit in Verona hat?:)

Matty
Matty
4 Jahre zuvor
Reply to  escfan05

Mit und nicht in Verona!

ItaloJeck
ItaloJeck
4 Jahre zuvor
Reply to  escfan05

🙂 🙂 🙂

Der Thorsten von der Küste
Der Thorsten von der Küste
4 Jahre zuvor
Reply to  escfan05

Matty – bin mir sicher, dass der „Onkel Dieter“ am Anfang auch eine gute Zeit „in Verona“ hatte. Schon kurze Zeit danach war er aber „Lost in Verona“.

Nils
Nils
4 Jahre zuvor

Guter Artikel.
Ein paar Anmerkungen und Fragen:
Wieso legt man der Jury Songs und Kandidaten vor, die gar kein Interesse am ESC haben ?
Welches Lied, neben El Diablo ist gemeint ?

Für den Erfolg beim ESC ist es in Deutschland egal, ob es einen ESC Vorentscheid gibt oder nicht. Das deutsche Publikum hat in den Jahren so viele schlechte Lieder ausgewählt, dass es sich eigentlich disqualifiziert hat.
Und ob jetzt einmal oder zweimal im Jahr ESC Bezug für die Leute im Ersten ist, die dann wieder S!ister und Co. auswählen, ist letzten Endes auch total egal. Euphorie haben die Vorentscheide nie ausgelöst, sondern waren Startpunkt der Ernüchterung.
Die guten und erfolgsversprechenden Acts (Unheilig, Santiano, Alexa Feser, Fahrenheit, Avantasia, Aly Ryan, Lily Among Clouds) werden hier schon seit Jahren im Vorentscheid blamiert, von Acts und Newcomern, die aus irgendwelchen Gründen eine Wildcard bekommen.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Mit Ausnahme von Aly Ryan hätte ich alle Genannten gerne beim ESC gesehen und sie wären eine Bereicherung gewesen….

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  Mariposa

Vielleicht schafft man es ja einen Act von diesen einfach direkt auszuwählen und dann machen zu lassen. Im Prinzip wie Belgien dieses Jahr, die in den letzten Jahren auch eher unerfolgreich waren.

Brötchen
Brötchen
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Per Ausschlussverfahren kann es ja nur Je Me Casse gewesen sein, wenn es ein Top 10 Lied war. Oder habe ich den Satz im Artikel falsch interpretiert?

Sonst noch „Tout l’univers“, wenn es von Gjon übersetzt wurde und ursprünglich auf Englisch war. Die anderen Lieder wurden von den Künstlern komplett selbst geschrieben. Last Dance war vom Dream Team, die schreiben nicht für Schland. Also denke es wird die schwedische Stangenware, Je Me Casse, gewesen sein.

Frank D.
Frank D.
4 Jahre zuvor

Es muss sich was ändern? Ja, der NDR muss endlich den ESC abgeben. Das Blöde ist nur, dass wahrscheinlich kein anderer Sender der ARD ihn haben will.

escfan05
escfan05
4 Jahre zuvor

Ich stimme allen zu. Das kann aber nur zur Veränderungen beim NDR kommen, wenn die Medien Druck machen. Allerdings ist der ESC für die meisten deutschen Medien nur ein Randthema, selbst außerhalb von Coronazeiten. Und das Thema ebbt ganz schnell wieder ab, so dass sich die Verantwortlichen keine Angst haben müssen.

HHStephan
HHStephan
4 Jahre zuvor

Lieber Benny, da hast du ganz genau meine jährlichen Achterbahngefühle seit VÖ des deutschen Beitrags beschrieben. Wie du hoffe ich, dass sich der NDR wirklich mal bemüht, neue Wege einzuschlagen. Aber du schriebst, dass sogar über einen dritten Beitrag aus den Top 10 gemunkelt wird, dass der im deutschen Songwriting-Camp rausgewählt wurde. War es am Ende Malta? 🙄

escfan05
escfan05
4 Jahre zuvor
Reply to  HHStephan

Also mal ganz ehrlich El Diablo hat am Ende auch keine Bäume ausgerissen mit Platz 16. Das ist zwar besser als Jendrik, aber auch kein besonders gutes Ergebniss.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor

Ein Titel in den Top 10 soll also laut NDR in der engeren Auswahl gewesen sein. Es kann sich bei entweder nur um „Je me casse“ oder „The last dance“ gehandelt haben, ich vermute Erstgenanntes, Kontopoulos hatte bislang nichts mit Deutschland zu tun… Alles andere fällt wegen nichtenglischem Text aus oder weil es sich um eine Eigenkomposition der jeweiligen Teilnehmer (die zum Teil erneut nominiert wurden) handelt.

Nichtsdestotrotz muß sich vieles ändern. Ich befürchte aber, daß die Herrschaften wieder in den Auf-Nummer-sicher-gehen-Modus zurückkehren (also braver Mainstream, natürlich in Englisch). Daß es auch anders geht, haben die Ergebnisse vom Samstag deutlich gezeigt.

Schade, dabei mochte ich Jendrik (was auf sämtliche deutsche Beiträge seit 2013 außer Schulte nicht zutrifft)

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor
Reply to  Mariposa

Wobei Gjons Beitrag zunächst auch englisch gewesen sein soll („Ground Zero“). Allerdings wird er selbst als Songwriter genannt. Auch wenn man natürlich nicht weiß, ab wann er im Entstehungsprozess beteiligt war.

Ansonsten ja, alle anderen fallen heraus.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Daran habe ich auch schon gedacht, dann aber schnell verworfen….

sunny42
sunny42
4 Jahre zuvor

Was hilft das alles der NDR hat taube Ohren. Auch nächstes Jahr wird sich nichts ändern. Kein Vorentscheid ,1 Kandidat im März präsentiert das Lied Bottom 5 würdig und am Ende der letzte Platz. Ich habe das Theater mit der ARD/NDR satt und werde mich weniger mit dem Contest beschäftigen. Wer sich nur auf mögliche Top 10 Ware konzentriert sollte besser den Contest in andere Hände geben oder fern bleiben.

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor

Den Neustart gibt es doch alle 2 Jahre. Dem aktuellen System hast Du jetzt genau eine Chance gegeben. Wie viele Neustarts wollt Ihr denn noch? Du hast in dem Livestream selber gesagt, dass es eine gewisse Kontinuität geben soll. Die bekommst Du aber nicht, wenn das System immer wieder nach einem oder zwei Versuchen in den Boden gestampft wird, nur weil es nicht sofort Früchte trägt.

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor

Wenn Du das nur als Modifikation ansiehst, dann haben wir seither einen Erfolg und zwei Misserfolge. Bei der internen Auswahl haben wir bisher genau eine Probe.
Richtig?
Nur zur Präzisierung: Ich gehe mit Dir mit, dass sich was ändern muss. Du hast da sehr valide Punkte dazu geäussert. Aber warum kommt dann wirklich nach jedem Fehlschlag die Forderung das wieder alles umgeworfen werden müsse, besonders dann wenn Du selber sagst, dass Kontinuität entwickelt werden soll?

Fridtjof
Fridtjof
4 Jahre zuvor

Bin ja auch frustriert, aber wenn wir 2018 als Start nehmen, hätte es zwei Mal (mit Ben Dolic der sicher nicht gesiegt hätte aufgrund der Performance) ein gutes Ergebnis und zweimal ein schlechtes. Und 2019 hat der NDR beim Vorentscheid mit aller Macht die Sisters durchgedrückt, Babsis und Peters Moderationen waren total auf Frauenpower ausgelegt. Es war extrem subtil festlegend für den Zuschauer.

Ich finde der Beweis ist noch nicht erbracht. Die Jurys haben jetzt einmal nachweisbar komplett versagt

frank0141
4 Jahre zuvor

Berenike hat es gut auf den Punkt gebracht: wenn keine guten Songs in die Auswahl kommen, kann auch das Verfahren nichts reißen. Und wenn gute Songs dabei sind, richtet auch dieses Verfahren keinen weiteren Schaden an. „Shit in, shit out!“

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor

Zypern immerhin auf Platz 16… ziehen wir 24 griechische Punkte ab, die wir in dem Fall wahrscheinlich nicht bekommen hätten, ist es auch nur noch Platz 19. Aber der mutmaßliche Top Ten Beitrag würde mich interessieren.

Und das mit der zusammenhanglosen Auswahl von Song und Künstler mag zwar gesamt betrachtet stimmen, ist als deutsches Argument aber weniger geeignet, da wir zumindest dieses Jahr mit einem zusammenhängenden Paket auf die Schnauze gefallen sind.

Ansonsten aber volle Zustimmung!

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

@ Porsteinn

Ich habe es schon vor dem Finale gepostet, meine Meinung hat sich nicht geändert: Ich brauche „El diablo“ nicht und in der Tat – mit deutscher Flagge hätte es womöglich weniger Punkte dafür gegeben.

Beim mutmaßlichen Top 10-Beitrag könnte es lediglich „Je me casse“ sein, aber so richtig glaube ich auch nicht daran. Vielleicht ist es nur „Wichtigtuerei“ …

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Es wären zudem die 7 Punkte der deutschen Jury weggefallen (Ivi Quainoo war von dem Machwerk richtig begeistert…)

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor

Auch über die Songs oder dann über die kompletten angebotenen Pakete im Vorentscheid?

schorschiborsch
schorschiborsch
4 Jahre zuvor
Reply to  Porsteinn

Das stimmt. Und man muss nicht nur die 24 griechischen Punkte abrechnen, sondern auch noch bedenken, dass sich (wäre die deutsche Wahl auf El Diablo gefallen) ja auch nicht der zypriotische Sender, sondern der NDR der Interpretin und des Stagings angenommen hätte. Und da wäre (obwohl ich kein Fan von „El Diablo“ bin) garantiert nicht der Auftritt bei rausgekommen, den wir von Zypern gesehen haben, sondern ein viel schwächerer. Vermute ich mal…

floppy1992
Mitglied
floppy1992
4 Jahre zuvor

An sich ein guter und treffender Kommentar, aber für die jetzt schon mehrfach von einigen Leuten vorgebrachte These, dass ein Vorentscheid als Werbung für den ESC nützlich oder gar notwendig ist, fehlen mir ein bisschen die Belege. Wenn man mal die Fakten betrachtet, haben die VEs in der letzten Dekade eigentlich nur dann für größere Resonanz (die sich dann auch auf den ESC übertragen hat) gesorgt, wenn große oder gerade „gehypte“ Namen involviert waren (die sich dem Ganzen jetzt ja offenbar gar nicht mehr stellen wollen) oder wenn es Skandälchen gab; ansonsten fanden sie weder in der Presse noch in der breiteren Masse nennenswert statt. Ich habe da ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass sich in der Hinsicht (aber auch konzeptionell und visuell) ein jetzt wieder durchgeführter VE großartig anders darstellen würde als 2018 und ’19.
Und zum Thema „El Diablo“:
Man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass
a) ein von Oxa als Drag-Queen gesungenes „El Diablo“ eine völlig andere Wirkung gehabt hätte als das Paket, welches in Rotterdam präsentiert wurde,
b) man auch nicht genau weiß, inwieweit der Song noch überarbeitet und verbessert wurde und
c) ohne die obligatorischen 24 Punkte aus Griecheland (die D garantiert nicht bekommen hätte) auch „nur“ noch Platz 20 zu Buche steht. Es ist natürlich richtig, dass dieser Song und auch der andere (eigentlich gibt es da ja nur einen realistischen Kandidaten) wesentlich besser abgeschnitten haben als der deutsche Act, aber den 1-zu-1-Vergleich finde ich schwierig.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  floppy1992

Richtig, es gibt nur einen realistischen Kandidaten ! Ich habe es schon gepostet.
Was meinst Du ?

floppy1992
Mitglied
floppy1992
4 Jahre zuvor
Reply to  floppy1992

Ich denke auch an „Je me casse“, wollte das aber zunächst nicht so konkret schreiben, weil Benny sich ja auch so kryptisch ausgedrückt hat. Für den Song gilt auch das, was ich über „El Diablo“ geschrieben habe; wir wissen ja explizit von Dinah Nah, die mit dem Song in Schweden auch durchgefallen ist, dass er noch sehr stark auf Destiny zugeschnitten wurde und sich daher auch von der Version unterscheiden wird, die womöglich in Deutschland im Rennen war.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor
Reply to  floppy1992

Kann es sein, dass Mello-Rejects irgendwie ziemlich oft besser abschneiden als der eigentliche schwedische Beitrag des jeweiligen Jahres?

„Je me casse“ 7., „Voices“ 14.
„Higher Ground“ und „Dance you off“ zumindest gleichwertig, der eine hat hauptsächlich beim Televoting abgeräumt, der andere nur bei der Jury
„In a moment like this“ 4., „This is my life“ Semi-Aus

Könnte man sich in Schweden auch mal Gedanken drum machen…

Marina.
Marina.
4 Jahre zuvor

Sorry schonmal für meinen sehr langen Text! 😀

Hallo Benny,

danke für deinen Artikel, der mir aus der Seele spricht.
Nun ist schon Tag 3 nach dem ESC und ich ärgere mich immer noch über den NDR.

Jendrik und seinen Vorgängerinnen und Vorgängern kann man keine Vorwürfe machen, diese haben alle ihr Bestes gegeben und sind allesamt vom NDR im Stich und fallen gelassen worden. Der NDR gibt sich gar keine Mühe, die Künstlerim Vorfeld zu promoten und in den Stagings oder anderen Dinge zu investieren und schneidet man hinterher mit einer weniger erfreulichen Platzierung ab, werden die Künstler*innen einfach fallen und ihrem Schicksal überlassen. Dies ist auch mit einer Gründe, warum keiner der bekannten Musikschaffenden aus Deutschland daran teilnehmen möchte,

Ich bin schon seit Jahren der Meinung, dass der NDR als federführende Sendeanstalt in allen Bereichen versagt und das Zepter abgeben sollte – oder aber eben alles komplett neu umkrempeln. Wie zum Beispiel:

– Das komplette Team auswechseln, sprich Alex Wolfslast, Alina, Stefan, Barbara Schöneberger und wer da noch alles mitmischt.

– Einen privaten Sender mit in Kooperation nehmen. In den Jahren, in denen dies stattfand, hat der ESC immer mehr Reichweite gehabt, das Interesse war wesentlich größer und Deutschland hat gute Platzierungen erzielt. Außerdem waren die Lieder sowohl vorher, als auch nachher in den Radios zu hören und die Stars sind hinterher nicht fallen gelassen worden oder in der Versenkung verschwunden.

– Den Vorentscheid den kooperierenden Sender durchführen lassen, da so die Reichweite und auch das Budget höher sind und das Interesse in der allgemeinen Bevölkerung wächst.

– Man sollte Beobachter in die jeweiligen Länder schicken, die regelmäßig und auch überwiegend erfolgreich Vorentscheide durchführen, wie z. B. Schweden, Norwegen, Italien, Island. Daran kann man sich orientieren und sich bei den dortigen Verantwortlichen Tipps und Inspirationen holen.

– Man könnte wieder eine Art Bundesvision Song Contest als Vorentscheid anführen, wie in etwa so, dass aus jedem Bundesland ein Radiosender Teilnahmewillige sucht, eine Auswahl vorhanden ist, die Radiohörer sich dann einen aussuchen und, wenn dann aus allen Bundesländern jemand ausgesucht wurde, eine öfffentlicher nationaler Vorentscheid durchgeführt wird und jeder darf abstimmen (außer evtl. für sein eigenes Bundesland nicht, wenn man sich da an die ESC-Regeln hält).

– Wenn man unbedingt an der internen Auswahl festhalten möchte, so sollten die dafür geltenden Kriterien dringend überarbeitet werden. Unter anderem gibt es die Regel, dass keiner am internen Vorentscheid teilnehmen darf, der bereits beim ESC teilgenommen hat – wieso??? Wenn beispielweise eine Iveta Mukuchyan oder ein Luca Hänni, die beide jeweils recht erfolgreich für andere Länder teilgenommen haben, für Deutschland an den Start gehen möchten, so soll man diese doch berücksichtigen.

– Man schreibt die großen Plattenfirmen und Liederschreiber*innen an und bittet um Unterstützung.

Nun, in den Jahren, in denen Stefan Raab die Verantwortung hatte, hat es immer geklappt, wie bereits erwähnt. Etwas in der Art sollte man wieder einführen.
Man könnte ja sogar wie in Russland oder Belgien zwei Sender beauftragen, die sich turnusmäßig abwechseln, falls es keinen privaten kooperierenden Sender gibt.

Es ist schon echt traurig, dass ich, keine Musikexpertin (leidenschaftlcher ESC-Fan macht einem ja nicht gleich zum Profi), sondern nur Laiin viel mehr Ideen habe, als der NDR.

Endlich konnte ich mal alles rauslassen, was mich in Sachen ESC/NDR bedrückt. 😀

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  Marina.

Warum sollten Barbara Schöneberger und Alina ausgetauscht werden ? Nur damit mal etwas neues sieht ? Das ist sinnlos, da diese mit dem Ergebnis rein gar nichts zu tun haben, sondern es nur der eigene Geschmack ist, da mal neue Gesichter zu sehen. Andere Gesichter mobilisieren für den ESC weniger. Gerade die Schöneberger, wenn sie in ihrer Talk Show über den ESC spricht, könnte den einen oder anderen erreichen. Und auch Peter Urban ist jemand, wegen den viele überhaupt erst gucken. Vor allem Stefan und Alina sind außerhalb der Bubble im Bezug zum ESC niemanden ein Begriff und sie machen das eigentlich immer sympathisch.

Marina.
Marina.
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Die genannten Personen haben mit dem Ergebnis nichts zu tun, das ist korrekt, allerdings kenne ich genug Leute, die sich aus Prinzip nichts mit Barbara Schöneberger ansehen, da sie sie unsympathisch oder anstrengend finden und somit lieber was anderes ansehen, wo sie nicht dabei ist. Somit ist da schonmal das Interesse weniger, wenn man weiß, sie ist dabei (beim Vorentscheid z. B.).
Als kürzlich bekannt wurde, sie die Punktesprecherin wird, war die Resonanz darauf auch nicht durchweg positiv.
Alina und Stefan sind außerhalb der Bubble wenig bis gar bekannt, auch das ist richtig, die beiden waren lediglich ein Beispiel.
Und der Wunsch, das Peter Urban in Rente geht und seinen Platz für jemand Neues räumen soll, wird auch immer lauter.
Es ist somit nicht vollkommen verkehrt, ein komplett neues Team aufzubauen. Mein Kommentar waren auch nur reine Vorschläge, davon wird sicherlich nichts in die Tat umgesetzt. Aber nicht alles, was man seit Jahren hat, ist automatisch gut.

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  Marina.

Ja, dass Schöneberger polarisiert erfahre ich immer in der eigenen Familie, wo sie auch gespalten wahrgenommen wird und einer sie gar nicht mag.
Aber ich denke, dass sie im Deutschen Fernsehen relativ beliebt ist und Quoten bringt.

Bei Peter Urban sollte ja letztes Jahr der Schulte mit sitzen, also kann durchaus sein, dass dies nach Corona wieder angegangen wird.

frank0141
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Also in meinem Freundeskreis sind fast alle, die Frau Schöneberger früher sehr gut fanden, mittlerweile zunehmend genervt von ihr. Ihr Art ist altbacken, unlustig und vorhersehbar und schreckt Jüngere eher ab als das es sie anlockt. Und die für sie geschriebenen Texte/Gags sind auch inzwischen echt unlustig oder altbekannt.

Marina.
Marina.
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Sorry Leute, ich sehe erst jetzt, dass ich noch weitere Antworten auf meinen Kommentar bekommen habe und das möchte ich nicht unbeantwortet lassen. 🙂

@ Nils: Frau Schöneberger polarisiert und das ist nicht immer unbedingt was Gutes. Hier in den anderen Kommentaren kann man zum Teil auch deren Meinungen über sie lesen und das zeigt ja, dass ein Teamwechsel nicht vollkommen verkehrt wäre.

@ Frank: Ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis genau wie bei dir.

Aber wie wir den NDR ja bereits kennen, wird da nicht besonders viel passieren. Leider…

Gerd Geomax
Gerd Geomax
4 Jahre zuvor
Reply to  Marina.

Sehr schöne Ideen Marina,
wie aber auch schon Nils schrieb, gerade Barbara, Stefan und Alina sind für mich Personen, die dem ESC nach außen (fast) immer positiv verkauft haben. Ganz im Gegenteil hat der NDR in den vergangenen Jahren den Dreien immer mehr die Bühne entzogen, was ich als das eigentliche, aber auch von Dir beschriebene Problem ansehe. Der ESC ist für den NDR immer mehr zum Randereignis geworden, das im Vorentscheidungsprozess nicht genügend Quote holt.
Á propos Quote, hier liegt auch die Schwierigkeit in Deinem Vorschlag wieder eine Privatsender zu beteiligen. Meines Wissens hatte Pro 7 damals die Kooperation beendet, da Privatsender noch viel mehr als der ÖRR auf die Quote schauen muss und daher kein Interesse an der Beteiligung mehr hatte.
Ein Revival würde also schwierig.
Da könnte tatsächlich eher eine Staffelübergabe an einen anderen ARD-Sender oder die Kooperation zweier ARD-Sender eine gangbare Lösung sein. Wenn ich mir die Dritten Programme so anschaue ist der WDR tatsächlich der ÖR Sender, der am Ehestens immer wieder innovative Ideen hat und auch bereit ist diese zu testen. Klar funktioniert davon längst nicht alles, aber genügend Ideen scheinen in Köln vorhanden. Wieso also nicht mal der WDR, oder eine Kooperation des NWDR. Der beste Vorentscheid der 70er Jahre war ja auch eine Kooperation zweier Sender (HR und SFB).
Darüberhinaus liegst Du aber mit vielen Dingen und Ideen richtig, aber leider….die Verantwortlichen des NDR wird es nicht interessieren.

Marina.
Marina.
4 Jahre zuvor
Reply to  Gerd Geomax

Hallo Gerd,

danke für deine ausführliche Antwort, einiges wusste ich davon noch gar nicht (was genau, da gehe ich gleich noch näher drauf ein).

Der NDR hat den besagten Personen tatsächlich immer mehr Bühne und Präsenz geraubt, wie zum Beispiel das Ausfallen der beliebten Songchecks (mir persönlich waren sie immer zu lang, aber ich bin ja auch nicht die Allgemeinheit). Alina und Stefan repräsentieren den ESC nach außen hin wirklich positiv, aber Barbara Schöneberger sorgt mit ihrer speziellen Art bei vielen für Augenrollen oder Genervtsein. Mit dem ESC sollte man doch positives und Freude verbinden.

So und jetzt gehe ich näher auf das von mir in der Einleitung erwähnte ein, was ich noch nicht wusste: Du schriebst, dass es wohl an den Quoten hing, dass Pro 7 nicht mehr in Kooperation mit dem NDR am Vorentscheid arbeitet. Das war mir gar nicht so bewusst bzw. ist das damals gar nicht so kommuniziert worden. Ich dachte die ganze Zeit, dass dem NDR das zu viel wurde und die lieber wieder ihr eigenes Ding machen wollten, wo ihnen niemand reinredet.

Da ich in NRW wohne kann ich dir auch zustimmen, dass der WDR sich in vielen Dingen bemüht und viele Ideen hervorbringt. Eine Kooperation mit dem NDR oder eben die alleinige Verantwortung wären gar nicht schlecht. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass viele der anderen ARD-Sender vor der Organisation des ESC-Acts/-Liedes abgeschreckt sein könnten, da der NDR in den letzten Jahren, pardon Jahrzenten, nicht gerade die beste Arbeit geleistet hat und das dadurch einen bitteren Geschmack haben könnte.

Nun ja, ich fand meine Ideen auch nicht so schlecht, wie so viele andere Ideen, die unter diesem Beitrag verfasst sind.
Wie schon in meinem Urpsrungskommentar erwähnt, finde ich es sehr, sehr traurig, dass wir alle viel mehr Ideen hervorbringen können, als es der NDR tut.

Aber Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

Gaby
Gaby
4 Jahre zuvor
Reply to  Marina.

Hallo Marina,

danke für den Kommentar, es sind sehr gute Gedanken dabei, wie ich finde.🙂

Marina.
Marina.
4 Jahre zuvor
Reply to  Gaby

Hallo Gaby,

ich danke dir! 🙂 Ich habe einfach mal aufgeschrieben, was mir so in den Sinn gekommen ist. Das ein oder andere ist vielleicht gar nicht mal so unrealistisch, aber die Entscheidung liegt ja leider nicht bei mir.

Unter diesem Beitrag sind so viele gute Ideen dabei. Theoretisch könnten wir alleine mit denen eigene Vorentscheide veranstalten und wären sicherlich erfolgreicher als der NDR! 😀

Vielleicht kann man ja mal alles zusammenfassen, was hier so vorgeschlagen wurde und damit den ARD direkt konfrontieren.

Klaus
Klaus
4 Jahre zuvor

In Österreich ist der ESC schon längst in eine Nische gedrängt worden
bis auf Eberhard Forcher der sich wenigstens bemüht

roxy
roxy
4 Jahre zuvor
Reply to  Klaus

Das finde ich gar nicht. In Österreich werden alle Semis mit Vorprogramm im ersten Programm gesendet, über alle Semis und das Finale gibt es Beiträge in den Prime-Nachrichten und die Einschaltquoten waren die letzten Jahre immer sehr hoch, gerade bei den Jungen. Dieses Jahr ist es etwas rückläufig.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  Klaus

Gut, ohne Conchita stünde Österreich insgesamt weitaus schlechter da. In der Fünfjahresliste allerdings nur noch auf Platz 16, die beiden verfehlten Finalteilnahmen schlagen jetzt durch.

Deutschland ist allerdings auch von 20 auf 27 gefallen, weil einige Länder am Samstag gut aufgeholt haben. Italien hat Schweden vom Spitzenplatz verdrängt und Frankreich ist auf Platz 4.

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  Mariposa

Wo findet man eine solche Liste ?

roxy
roxy
4 Jahre zuvor

Mit einem wissenschaftlichen Ansatz wird man das nie nachhaltig in den Griff bekommen. Es braucht einfach Verantwortliche, die das richtige Gespür und die richtigen Kontakte haben. Man sollte die ganze Verantwortung wirklich in andere Hände geben. Vielleicht zuerst mal einen Call für neue Konzepte ausrufen und Personen finden, die vielleicht weniger mit Kopf an die Sache herangehen.

Mariposa
Mariposa
4 Jahre zuvor
Reply to  roxy

@ Nils

Nirgendwo, die ist ja völlig inoffiziell, das heißt von mir persönlich. Ich mache nach jedem ESC immer Mühe, die Platzierungen der einzelnen Länder in den letzten fünf Jahren (entsprechender Zeitraum ist jetzt 2016-2019 und 2021) zusammenzuzählen und zu dividieren, Scheitern im Semi wird mit Platz 27 berechnet.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sieht es seit Sonntag in den Top 10 folgendermaßen aus:

1. Italien 6
2. Schweden 7,2
3. Bulgarien 7,75
4. Frankreich 9,8
5. Russland 10,5
6. Ukraine 11,75
7. Niederlande 12,8
8. Australien 13,4
9. Zypern 14,6
10. Norwegen 15,2

Letzte drei Plätze sind Irland, Georgien und Montenegro.

Trakol
Trakol
4 Jahre zuvor

Für mich wäre ein Vorentscheid in Kooperation mit einem Privaten Sender wünschenswert, weil man dadurch auch eine jüngere Zielgrippe anspricht und auch ein größeres Medienecho erzeugt. Ob das aber auf dauer gut gehen würde wage ich zu bezweifeln, das letzte mal hats ja bekanntermaßen auch nur 3 Jahre gehalten.

Oder eben wir in eurem Livestream erwähnt, ein kleineres Melodifestivalen in Form von Unser Song für Malmö 2013. Das wären echt Klasse Songs damals.

Bonello
Bonello
4 Jahre zuvor

Sehr gut formuliert und auch den kritischen Äußerungen zum Auswahlverfahren und Jendriks Verhalten im livestream kann ich so nur zustimmen👏 Bravo!

Es hat sich gezeigt, dass Landessprache gut abschneiden KANN, wenn der Song gut ist. Ich möchte betonen, dass Deutschland 2007 im Juryvoting laut T. Schreiber auf den 1. Platz gevotet wurde, und das in deutscher Sprache 😉 Song und Künstler haben in diesem Fall zusammen gepasst, was ein wichtiges Kriterium für ein gutes Abschneiden ist.

Letschi
Letschi
4 Jahre zuvor

Man muss sich vor allem klar machen, dass es kein System gibt, dass schlechte Platzierungen 100%ig ausschließt. Gerade Deutschland ohne Diaspora- und Nachbarschaftsvoting wird mit einem durchschnittlichen Song immer weit hinten landen. Und durchschnittliche Songs können immer vorkommen.

Ich finde es immer amüsant, wie in Deutschland gefühlt jedes Jahr alles über den Haufen geworfen wird. Mit Michael Schulte war das 2018er System super, ein Jahr später war das System nix. Das aktuelle System hat jetzt dieses Jahr nix gebracht, die Schweiz wird mit dem gleichen System einmal Vierter und einmal Dritter. Den Zufallsfaktor sollte man echt nicht unterschätzen, gerade wenn ein Land keine italienischen Strukturen vorweisen kann. Das ist ja auch das was Berenike im Livestream angesprochen hat, es kommt drauf an, ob da auch Qualität im Pool drin steckt und da bin ich mir in Deutschland einfach nicht so sicher. Jedes Jahr greift man (bis auf Michael Schulte) auf absolute Newcomer zurück, die nie ein Album oder ähnliches rausgebracht haben.

Kontinuität wäre angebracht und natürlich würde ich mir auch wünschen, dass man kontiniuerlich auf einen Vorentscheid setzen würde und an dem auch bei schlechten Platzierungen festhalten würde. Aber ganz ehrlich: es kann auch wirklich genauso gut mit dem aktuellen System klappen.

Was ich einfach leid habe sind diese verlorenen Jahrgänge. Schlechte Platzierung kann immer mal passieren, wenn Europa das Lied nicht so annimmt oder die Proben nicht so gut laufen oder (wie bei Ben Dolic) vielleicht am Ende die Performance doch nicht so passt. Aber schon einen Tag nach der Veröffentlichung auf dem letzten Platz der Wetten zu stehen, das Lied kein Mal im Radio zu hören, den ESC gar nicht mehr wahrzunehmen – das ist einfach unbefriedigend.

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  Letschi

Wobei Ben Dolic ja eigentlich auch ein Erfolg war. Der Song war gut und war bei Wetten und in Voting Polls weit oben.
Wie die Performance aussah, wissen wir ja nicht genau, da die Elphi nicht mkt dem ESC vergleichbar ist.

Frederik
Frederik
4 Jahre zuvor

Es braucht einfach Leute, die Ahnung von der deutschen Musikszene haben und die die wenigen Acts herausfiltern, die a) Lust auf einen Vorentscheidung haben und b) ein Musikmuster jenseits der deutschsprachigen Radiosongs bedienen. Ich denke da an Acts wie Bukahara, Leslie Clio, Marija, Moglii, Hundreds oder Catt.

Und es braucht eine Sendeanstalt, die bereit ist, einen Vorentscheidung langsam aufzubauen. Starten wir halt mit einem 60-minütigen Format und 5 Beiträgen. Es muss sich in der Musikszene ja auch erstmal herumsprechen, dass der Vorentscheid eine Qualitätsoffensive gestartet hat und niemand mehr die Angst haben muss, gegen irgendwelche amerikanischen Schubladensongs zu verlieren. Vielleicht überlegt man auch, das nicht nur Gesang, sondern auch Musik live gespielt werden, um die Authentizität zu erhöhen. Ein Versuch wäre es auf jeden Fall wert.

Nils
Nils
4 Jahre zuvor
Reply to  Frederik

Ich glaube, es besteht keine Angst gegen amerikanische Schubladensongs zu verlieren, sondern gegen Wildcard-Leuten wie Sister, Ann Sophie und Elaiza oder gegen andere Newcomer.
Kann ja wohl nicht angehen, dass Santiano und Unheilig, die beide große Nummern sind in Deutschland gegen eine Truppe wie Elaiza zu verlieren, nur weil der deutsche Rentner David gegen Goliath liebt.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Es wäre aber auch nichts, wenn in einer VE unbekannte Acts von vornherein keine Chance gegen bekannte Stars oder gegen in den Medien besonders gehypte Kandidaten (z.B. 1998 und 2004) hätten.

Branko
Branko
4 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Unpopuläre Frage, aber: Was ist denn nun, wenn einer Mehrzahl der Deutschen der Song von Elaiza nun einfach besser gefallen hat als Songs von Unheilig? Sollte dann trotzdem Televoting abgeschafft werden? Nur, weil am Ende der falsche Act gewinnt? Egal, wer das Lied von Elaiza gesungen hätte, vielleicht hätte damit sogar ein großer Star gewinnen können?

Rike
Rike
4 Jahre zuvor

Vielen Dank für den tollen Artikel Benny. Mir sprichst du damit aus der Seele.

Ist vielleicht naiv, aber wurde schon einmal darüber nachgedacht oder auch schon ausprobiert, eine Petition zu starten? Für mehr Transparenz und Mitbeteiligung? Wir sind uns ja eigentlich alle einig, dass sich nichts ändern wird. Aber wenn es eine unterschriebene Petition von mehreren Tausend oder Zehntausend Rundfunkgebührenzahler gäbe, dann könnte man das nicht einfach ignorieren. Dann müsste man zumindest darauf eingehen und Stellung beziehen. Und wer weiß, vielleicht würden dann auch die NDR-Schaffenden, die sich intern für eine Veränderung einsetzen, damit unterstützt werden.

Was meint ihr?

Tamara
Mitglied
4 Jahre zuvor
Reply to  Rike

Sowas Ähnliches ging mir gestern und heute auch schon durch den Kopf, vor allem, nachdem ich das ESC kompakt Live gesehen habe. Ich bin immer noch komplett geflasht von dem LIVE, da ist insbesondere von Douze Points und Berenike alles auf den Punkt gebracht worden. Es gibt viele, viele Fans in Deutschland, die den ESC nicht nur hier seit vielen Jahren das ganze Jahr über intensiv begleiten und viel Herzblut und Zeit hineinstecken. Ich glaube, es wäre Zeit, dass wir uns da mal Gehör verschaffen und es nicht dazu kommt, dass sich, wie in einem anderen Kommentar unter einem anderen Beitrag geschrieben, Douze Points alle paar Wochen nach dem Stand der Dinge erkundigt und sich mit dürren Nicht-Statements abspeisen lassen muss. Welche Möglichkeiten hätten wir als Fans, da mal wirklich auf den Putz zu hauen? Ich weiß, dass Thomas Schreiber hier immer mitgelesen hat, aber keine Ahnung, wie es bei anderen ist.

Rike
Rike
4 Jahre zuvor
Reply to  Tamara

Herrje, müsste gerade wirklich viele Arbeitsmails abarbeiten, aber es ist gerade so spannend hier….

Ich fände so eine Petition sehr gut. Oder auch einen vorgefertigten Brief, den man sich herunterladen und dann old-school an den NDR schicken kann. Würde mich diebisch freuen, wenn da auf einmal säckeweise Briefe von uns ankämen. (Ich bin aber auch ein Kind der Zeit und natürlich sollte man dies auch per Mail machen können:))

Ich glaube, dass sich nur durch Druck von uns Fans etwas bewegen kann. Und damit meine ich, dass man erst einmal sagt: So geht es nicht weiter! Ein Neuanfang muss her – mit Transparenz und neuen Ideen! Ansonsten versickert der Frust bei uns allen wieder und dann stehen wir nächstes Jahr wieder vor einem Scherbenhaufen.

Benny, Douze Point, Peter, Berenike, Florian, Manu und Max – habt ihr darüber einmal nachgedacht? Oder gibt es Verbindungen mit den anderen Fan-Portalen? Frage nach, da eine Petition von Rike H aus K kläglich scheitern würde….

So, jetzt aber wirklich ran an die Arbeit, Rike H aus K

Andreas
Andreas
4 Jahre zuvor

Guten Morgen,
mehr ist diesem Kommentar wirklich nicht hinzuzufügen, vollkommen mir aus der Seele gesprochen. Danke dafür!

Frederik
Frederik
4 Jahre zuvor

Ach ja, und bittebittebitte, lasst endlich eine Produktionsfirma ran, die weiß, wie man eine zeitgemäße Unterhaltungsshow produziert. Diese furchtbaren Kameraeinstellung und den endlosen, umpointierten Brechdurchfall von Barbara Schöneberger kann doch kein Mensch ertragen. Dabei gibt es mit FloridaTV oder der BTF doch wirklich großartige Player auf dem deutschen Markt.

LW
LW
4 Jahre zuvor

Dieter Bohlen hat seit Jahren mit Erfolg die Sendung DSDS gemacht. Junge Talente hat er gefördert.
Beim ESC hat Dieter jedoch auch nicht immer den Favoriten getroffen.
1989 beim ESC in Lausanne kam das Lied von Nino de Angelo Flieger auch nur auf den 14. Platz.
2022 werden wir auch wieder das Lied für den ESC suchen, doch am Ende werden wir sehen, ob es erfolgreich wird oder nicht.

escfan05
escfan05
4 Jahre zuvor

Wie schon vorher erwähnt. Dem NDR ist das alles egal. Hauptsache sie bekommen an einem Samstag 3 Stunden Programm auf dem Silbertablett serviert. Und hey, was sind schon 400.000 Euro an Beiträgen die man bezahlen muß an die EBU. Das ist doch Pille Palle, ist doch nur das Geld der Gebührenzahler. Da muss man sich nicht sonderlich anstrengen. Läuft doch auch so, irgendwie. Die Quoten stimmen ja. (Noch),

AndiTR
AndiTR
4 Jahre zuvor
Reply to  escfan05

Ja noch. Man merkt ja deutlich den Quotenrückgang. Gerade dieses Jahr (langes Pfingstwochenende und keine Veranstaltungen, nicht wirklich Urlaub, sehr eingeschränkte Gastronomie und dabei furchtbares Wetter) da hätte die Quote doch im Vergleich zu Jahren ohne Corona steigen müssen.

roxy
roxy
4 Jahre zuvor
Reply to  AndiTR

Viele schauen den ESC nur in Gesellschaft und das war heuer erheblich erschwert. Deswegen wohl die schwächeren Quoten.

LW
LW
4 Jahre zuvor

gebe ich Dir recht escfan05
zumindest sieht es so aus, Einschaltquoten sind noch ok, doch wie wir gesehen haben, hat letzten Samstag das ZDF mit Wilsberg gewonnen.(20.15 Uhr – 21.45 Uhr)

AlexESC
AlexESC
4 Jahre zuvor

Ein sehr interessanter Artikel von der Benny, man darf allerdings nicht vergessen, dass das aktuelle Vorentscheidskonzept ja erst letztes Jahr eingeführt wurde. Pech für Deutschland war halt die Corona-Pandemie im letzten Jahr und somit kein ESC 2020. Die Quoten waren im letzten Jahr doch sehr gut für Deutschland und auch bei den ganzen „Ersatzrankings“ war Deutschland oben dabei.
Wir haben jetzt dieses Jahr ein schlechtes Ergebnis mit diesem Konzept bekommen, aber letztes Jahr hätten wir vielleicht im ersten Viertel der Ergebnistabelle mitgespielt.
Deswegen bin ich dafür dieses Vorentscheidkonzept noch eine LETZTE DRITTE CHANCE zu geben!

Wenn man EINE Vorentscheidsshow wieder haben möchte, dann darf es eben nicht nur bei EINER Show bleiben! Denn dieses Konzept war die letzten Jahre, mit Ausnahme von 2018, auch nicht gerade hilfreich ist!
Wenn es eine öffentliche Vorentscheidung im TV geben soll, dann bin ich für MEHRERE Shows, anstatt nur EINER. Also im Grunde so, wie man es mit „Unser Star für Oslo“ oder „Unser Star für Baku“ gemacht hat. Mit Künstler/Songs, welche durch MEHRERE Shows ausgewählt wurden, haben wir immer gut abgeschnitten: Unser Star für Oslo; Unser Song für Deutschland, Unser Star für Baku;

Flo
Flo
4 Jahre zuvor

Treffend anaylsiert. Aber man hätte auch vor letzten Samstag mal ein bisschen kritischer sein können, bis dahin habt ihr euch noch ziemlich zurückgehalten, obwohl die zweite Vollkatastrophe nach den schlimmen Sisters sich ja schon lange abzeichnete…

Schlimm ist auch, dass der NDR sein Auswahlverfahren ja immer konterkariert. Da werden teure Songwriting-Camps veranstaltet und viele Leute machen sich die Mühe etwas auf die Beine zu stellen und am Ende wird dann noch überraschend ein anderes Konstrukt in die Auswahl reingehievt, weil es in der Schublade lag (Sisters) oder weil man sich mit der ach so tollen TIk-Tok-Perfomance und diesem witzigen Videoclip billige PR erhoffte (Jendrik)… Und dann guckt man in die Röhre, weil andere Länder sich dann bei uns entstandene Songs picken und damit Erfolge feiern… Viel dreister noch: Man ist sogar stolz darauf, dass sie es tun…

peterschlueter
peterschlueter
4 Jahre zuvor

Na ich finde ALLE GUTEN DINGE sind DREI

Letztes Jahr – gutes Lied …. Performer eher blass und unsicher auf der Bühne
Dieses Jahr – lockerer Künstler …. Lied und Show auf der Bühne nicht professionell – leider auch in der Betreuung

Da muss es nächstes Jahr besser werden mit dem Konzept – denke mehr ist zur Zeit nicht durchsetzbar beim NDR – da die Agentur ja schon gebucht ist

Hoffen wir mal das Beste – bei erneutem Reinfall wird der Sender sicher aufgeben

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor

Vielleicht mal als Idee. Wie wäre es einen der deutschen Reaction-Twitcher/Youtubler dazu zu bringen einfach mal auf ESC-Kram reagieren zu lassen?
Ich könnte durchaus sein, dass dann die eine oder andere unbedachte Aussage nach dem Motto „Also gegen den Kram ist das Zeug von mir/XYZ direkt Gold dagegen!“ getätigt wird. Das könnte dann die genannten Künstler unter *hust*sanften*hust* Druck stellen, dass derjenige sich dann vielleicht doch mal Zeit für den ESC nimmt.

Gaby
Gaby
4 Jahre zuvor

Der Kritik am NDR kann ich vollumfänglich zustimmen.

stefanohh
stefanohh
4 Jahre zuvor

10 bzw 12 Hits von charismatischen Künstlern die singen können, mit besonderen Inszenierungen, die für die große ESC Bühne geeignet sind, sollten auch in Deutschland möglich sein. Dann zwei Halbfinale mit Medieninteresse und dann kann das nationale Finale ein Erfolg werden.

maburayu
maburayu
4 Jahre zuvor

Ach Benny… leider ist das kein Kommentar sondern das jährliche Gemotze, an das sich nun mehrere Seiten allgemeines Gemotze anschließen wird, mit solchen tollen Ideen wie Raab muss her oder zu mehr Schlager, der RTL soll es machen etc.
Du hast richtig analysiert, dass es noch nicht gelungen ist, erfolgereichere deutsche Künster (wobei es die Frage ist, ob die auch beim ESC erfolgreich wären) durch das anonyme Auswahlverfahren bis zum ESC zu halten. Leider war es das dann schon mit Analyse. Als nächstes kommt der Denkfehler dass du sagst, dass dieses Jahr Künstler mit eigenem Profil beim ESC erfolgreich waren um dann dies auf Deutschland zu beziehen, dass man doch ein Lied in der Auswahl hatte, dass immerhin 16. wurde. Leider war gerade dieses Lied ein gutes Beipiel, wie es mit dem ESC nicht weiter gehen darf. Zwar hat da eine deutsche Künstlerin mitgeschrieben, aber ansonsten waren es die Altbekannten, die Altbekanntes (hier Lady Gaga) in eine vermeindliche ESC-affine Fassung brachten. Das ist genau das Gegenteil von den Gewinnern aus Frankreich und Italien, die eben nicht auf einen ESC-Erfolg schauten, sondern die einfach mit ihrer Musik glaubhaft waren. Und in dieser Richtung sehe ich auch Jendrik und das haben die beiden Jurys im deutschen Auswahlverfahren wohl auch so gesehen. Lieber Null Punkte dafür aber etwas Besonderes, was vielleicht dann doch sich als Treffer erweist, als sich in die Warteschlange für Schwedensongs hinter Aserbaidschan, Zypern, San Marino etc. einzureihen.

Vielleicht sollten wir wirklich mal den deutschen Vorentscheid analysieren, wenngleich das schwierig ist, weil man einfach zu wenig davon weiß. Das geht aber nur, wenn man sich zurück nimmt und mit Gemotze oder Fundamentalkritik „Schreiber muss weg“ aufhört. Ich sehe in den letzten Jahren einige gute Ansätze, beispielsweise das Sisters-Jahr, das ja vor allem daran gescheitert ist, weil man nicht strigent genug bei den eigenen Talenten geblieben ist, sondern einen vermeindlichen Hit von den vermeindlich guten ESC-Autoren unter mischte. Wäre man damals schon ohne Zuschauerbeteiligung gewesen, wäre diese Panne vermutlich nicht passiert.

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor

Nur am Rande. Ich persönlich empfinde Eure Berichterstattung als sehr kompetent und dadurch sehr ausgewogen.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor

Schließe mich Vondenburg an.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
4 Jahre zuvor

Ich finde es toll, wie deutlich Deine Meinung immer wird, ohne dass Du Dich im Ton vergreifst. Das ist immer alles höflich, respektvoll und auf ein Ziel hin formuliert, und genau das ist für mich die perfekte Blogger-Herangehensweise. Wir kleine Nummern, die wir uns in den Kommentaren tummeln, können uns ja auch mal ein wenig gehen lassen, aber Blogger ist halt noch mal eine ganz andere Rolle, auch weil Ihr darauf angewiesen seid, dass der NDR (leider viel zu wenig) mit Euch zusammenarbeitet.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor
Reply to  maburayu

Keine Sorge, „Schreiber muss weg“ werden wir nicht mehr hören. 😉

Tamara
Mitglied
4 Jahre zuvor

Lieber Benny, Dein Kommentar spricht mir aus der Seele!

Ich möchte Euch allen mal eine kleine Geschichte erzählen. Ich kenn mich in der Musikbranche nicht gut aus, habe aber einen ganz guten Einblick in die Buchbranche, da ich in der deutschen Selfpublisher-Szene als Indie-Autorin sehr gut vernetzt bin, dadurch auch eine Menge Verlagsautoren kenne und einigermaßen weiß, was es braucht, um ein Buch rauszubringen. Die Geschichte geht so:

Da kommt ein junger aufstrebender Autor, nennen wir ihn Henrik Siegwald, der auf der Journalistenschule war und schon mal ab und zu für die Zeitung geschrieben hat, zum Verlag NurDasRichtige. Henrik Siegwald hat ein Manuskript geschrieben. Das liest sich frisch, frech und so ganz anders als alles, was der Verlag bisher bekommen hat. Außerdem hat Henrik, weil er für sein Projekt dermaßen brennt, für eine Menge Geld ein paar Testleser angekarrt, die ihn beim Projekt unterstützt und ein bisschen an der Story rumgebastelt haben, und er hat einen Entwurf für ein Cover gezeichnet. Seine Rechtschreibung ist so weit halbwegs okay, die Grundstruktur der Story könnte auch passen.

Jetzt sagt der Verlag NurDasRichtige: Oh, super, der hat ja schon ein Cover! Und kann Rechtschreibung! Und die Geschichte ist auch ganz nett! Das bringen wir direkt so raus! Unsere Lektoren, Korrektoren und Grafiker haben eh was anderes zu tun, ist doch super, wenn der das alles selber macht. Da müssen wir nichts mehr machen. Und er bewirbt das Buch selbst auf allen Kanälen, warum sollten wir dann dafür sorgen, dass es prominent bei den Buchhändlern ausliegt? Ist doch toll so!

Das Buch von Henrik Siegwald kommt also genau so raus, wie es eingereicht wurde. Der Jungautor freut sich, das Verlagspublikum weniger. Auf der Buchmesse beäugen die Leute das Buch. „Was ist DAS denn?“ Sie lesen den von Henrik selbst verfassten Klappentext, schauen auf das gezeichnete Cover – und legen das Buch wieder weg, denn es gibt bei anderen Verlagen andere Bücher mit professionellen Covern, gut ausgearbeiteten, sorgfältig lektorierten und korrekturgelesenen Geschichten, die sofort neugierig machen.

Bei der alljährlichen Buchmesseshow „Rotterdam sucht das Superbuch“, wo die Verlage und das Publikum über die beste Neuerscheinung des Jahres entscheiden, fällt das Buch des Jungautors Henrik Siegwald komplett durch. Lediglich drei Vertreter von anderen Verlagen kaufen es, der Rest lässt es komplett links liegen.

Henrik liebt die Buchmesse trotzdem. Er sitzt mit den anderen Jungautoren zusammen, freundet sich mit ihnen an, bechert mit ihnen und erzählt bei der Pressekonferenz nach der Show mit besoffenem Kopf den Leuten, dass das seiner Meinung nach nicht seine beste Geschichte ist, dass er aber bei dieser die Hoffnung hatte, dass der Verlag NurDasRichtige sie annimmt. Die Belletristik-Leiterin vom NurDasRichtige-Verlag steht mit betretener Miene daneben und sagt – nichts.

Das Buchmessepublikum fühlt sich veralbert und wirft Henrik Siegwald Versagen und unlauteres Verhalten vor. Dass aber jedes Buch ein ordentliches Lektorat, Korrektorat, Cover und Marketing braucht, hätte der Verlag wissen und beherzigen müssen.

Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind wie immer rein zufällig und nicht beabsichtigt.

pasi2805
4 Jahre zuvor
Reply to  Tamara

„Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind wie immer rein zufällig und nicht beabsichtigt.“

jajaja 😀 Ich habe den Text mit einem schmunzeln gelesen. Vielen Dank dafür.

Grundsätzlich gehört dann aber eben auch dazu, dass man alle potentielle Bewerber gleichwertig ausstattet sodass diese auch verglichen werden können. 🙂 In dem Fall wäre es notwendig, dass die Bücher optisch und Inhaltlich von professioneller Seite geprüft und ggf. überarbeitet werden, sodass dann auch diese untereinander nach verschiedenen Kriterien verglichen werden können und am Ende auch wirklich das beste Gesamtkonzept gewinnt und nicht nur deshalb, weil der eine vielleicht mehr selbst leisten konnte, weil er ein gewisse Grundmaß an Eigenwissen hatte und die anderen nicht. Es darf keine Pflicht sein Eigenwissen mit einzubringen. Sondern es darf nur pflicht sein, die Kernkompetenz des jeweiligen anzufordern. In dem Fall die Schreibskills. In gewissen anderen Fällen vielleicht die Stimme. 😛 Alles andere muss durch professionelle Unterstützung erfolgen. Sprich Cover, Marketing oder eben Performance, Styling usw.

Tamara
Mitglied
4 Jahre zuvor
Reply to  pasi2805

Genau so ist es. Ob das Buch der Jahresbestseller wird oder nicht, lässt sich dennoch auch mit der besten Vorbereitung nicht sagen. Aber ohne die Vorbereitung wird es ganz sicher keiner.

pasi2805
4 Jahre zuvor
Reply to  pasi2805

Ja da stimme ich dir vollkommen zu.

Kein Verfahren der Welt hat eine Sicherheit von 100%. Deswegen halte ich es auch nicht Klug, Verfahren nach 1 oder 2 Jahren komplett wieder zu verwerfen. Verfahren müssen optimiert werden. Bei neuen Auswahlsystem steckt immer die Gefahr von neuen Fehlern drin. Z. B. Das Wildcardsystem. Deshalb möchte ich gerne an der internen Auswahl festhalten, aber eben mit deutlichen Optimierungen.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
4 Jahre zuvor
Reply to  Tamara

Danke Tamara, ich habe Deine Geschichte mit großem Vergnügen gelesen. Sie passt wirklich sehr gut.

frank0141
4 Jahre zuvor

Bestimmt habe ich das schon häufiger gesagt und hier geschrieben (in einem der vielen aus deutscher Sicht katastrophalen Jahre):

Es wäre doch so einfach: legt es in die Hände des WDR und macht die Einslive Krone zu deutschen VE und dem Sieger der Kategorie Newcomer National wird das ESC-Ticket angeboten.

(Alternativ: nachdem es den Echo nicht mehr gibt, einen neuen Musikpreis ins Leben rufen, dessen Sieger in der Kategorie Pop National dann zum ESC fahren darf. Das wäre dann die nicht öffentlich-rechtliche Variante, des Vorentscheids.)

So oder so wäre (die Wiederkehr) eine(r) große(n) deutsche(n) Musikshow (gerne auch mit 2 Halbfinals) als Vorentscheid sehr sehr sehr wünschenswert.

Trakol
Trakol
4 Jahre zuvor
Reply to  frank0141

Nach diesem Schema grenzt man es aber, zum ersten, mit nur Newcomern ein und zum zweiten, nur dem Genre Pop. Künstler aus Rock, Rap und alles anderen Nummern schauen dann ins leere.

Andi
Andi
4 Jahre zuvor
Reply to  frank0141

Vielen Dank für den Kommentar und die Meinungen dazu.

Ich bin eigentlich schon müde wegen dem Dilemma Deutschland und ESC. Mein Optimismus hält sich in Grenzen. Die Geschichte wiederholt sich und es ändert sich trotzdem nichts. Mir kommt es so vor, dass sich die Verantwortlichen als Ziel eine sehr gute Quote setzen. Und das wurde wieder erreicht. Für den NDR ist der ESC eine Unterhaltungssendung von vielen Sendungen, die im Jahr organisiert werden. Die wollen oder können gar nicht eine enorme Aufmerksamkeit dem ESC schenken. Frau Wolfslast wird sicher sehr viele Aufgaben zu stemmen haben. Der ESC ist da nur ein kleiner Teil in ihrem Bereich. Sie wird sicher nicht dafür bezahlt, dass sie sich ein Jahr lang um unseren Beitrag kümmert. Das wird wahrscheinlich so nebenbei erledigt.
Man bräuchte jemanden, der wirklich für den ESC brennt und wohl auch viel ehrenamtlich Zeit investiert, um uns aus der Krise zu holen.
Unabhängig ob VE oder interne Entscheidung…..es müssen sehr gute Lieder und Interpreten gefunden werden. Egal ob deutsch oder englisch, die gute Musik würde es richten.

Mallemolen
Mallemolen
4 Jahre zuvor

Diese dämlichen Kommentare mal außen vor gelassen, das WIR es ja mit unseren Gemotze alles Schuld sind, scheinen die meisten hier ja die komplette Unzufriedenheit mit dem NDR zu teilen.

Und ja, es ist NUR der NDR Schuld. Nicht eine Jury, nicht das Televoting-Publikum in vorherigen VE’s. Wenn nur K*cke zur Auswahl steht, kann auch nur K*cke gewählt werden.

Allein der NDR ist verantwortlich WAS den Juroren da zur Abstimmung vorgesetzt wird. Und allein der NDR führt das Verfahren in ganz bestimmte Richtungen. Alleine schon dadurch, das z.B. wie 2019 Sisters „nachnominiert“ werden oder dieses Jahr noch „zufällig“ diese tolle Nummer von Jendrik entdeckt wurde.

Das es dann sogar 2 Songs geben soll, die dieses Jahr beim ESC wesentlich besser abgeschnitten haben als diese Haltungs-Peinlichkeit, die im deutschen Auswahlverfahren aber vorher abgelehnt worden sind…. tja, wen wundert das alles noch?

Klar kommen dann die, die sagen „Aber Jendrik war viel sympathischer als der Act aus Zypern oder Griechenland oder Malta“…. blablalba… echt am Arsch. Sorry.

Jendrik war gar nix. Weder sympathisch, noch authentisch, noch toll, noch flott, noch klasse und schon gar nicht hatte er eine „tolle Botschaft“.

Aber man kann sich hier schon zusammenreimen, wer in diesem tollen ESC-Panel gesessen und diesen Müll ausgesucht hat. Jede Wette, es waren auch einige hier aus dem Forum…. die sich das allerdings natürlich nie trauen würden zuzugeben. Kann ich verstehen, wäre mir auch zu peinlich.

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
4 Jahre zuvor
Reply to  Mallemolen

Ich habe das mit dem ESC-Panel immer schon kritisiert, war aber nach dem ESC 2019 hier doch in einer krassen Minderheitenposition, schließlich hatten sie ja Aly Ryan mit ihrem ach so tollen Song auf der 1 gehabt und die S!sters nur auf der 5.

Ich schließe mit einer dieser „NDR-hörigen“ Bemerkungen, die Du ja so sehr liebst: Jetzt hat der NDR hier voll auf die (scheinbare Mehrheit der) Fans reagiert, das „tolle“ ESC-Panel aufgewertet und das „vergreiste“ ARD-Publikum rausgenommen, und schon wieder ist’s nicht recht.

eccehomo42
eccehomo42
4 Jahre zuvor
Reply to  Mallemolen

Die Leute, die in diesem Panel saßen werden es je nach Vertragsinterpretation nicht sagen, da sie damit eine Vertragsstrafe riskieren würden. Deswegen habe ich auch die letzten Jahre abgelehnt

pasi2805
4 Jahre zuvor

Ich kann teils zustimmen, teils nicht. Grundsätzlich bin ich weiterhin für die interne Auswahl. Allerdings mit den von dir genannten Anpassungen wie z. B. die Performances. Da muss für die jeweiligen Acts professionelle Unterstützung erfolgen. Wie du sagst, hat Jendrik seine Idee und auch eben das notwendige Know How gehabt, um eine Performance hinzulegen. Wenn der Rest jetzt mal blöd gesagt, nur auf der Bühne gestanden hat (was ich nicht weiß, aber die bisherigen Aussagen dazu es so verlauten lassen) dann ist es kein Wunder, dass er am Ende auch gewonnen hat in einem System wo man dieses Jahr sehr auf die Performance geachtet hat. Wahrscheinlich dann mehr auf die Performance, als auf den Song.

Ich kann mir nämlich immer noch nicht vorstellen, dass da kein besserer Song zur Auswahl gestanden haben soll, als „I Don´t Feel Hate“.

Daher steht für mich erst einmal der Punkt auf der Karte, dass alle Teilnehmer eben eine ordentlich professionelle Performance erhalten, sodass am Ende auch eine gute Vergleichbarkeit gewährleistet ist.
Die Performances sollten auch nicht innerhalb von einer Woche über die Beine gebrochen werden, sondern man muss sich dafür Zeit nehmen. Was spricht denn gegen eine interne Auswahl im Februar, wenn Act + professionelle Performance gebildet sind? Dann hat man ebenfalls so gut wie ein fertiges Produkt was man auf die Bühne dann stellen könnte.

Mir hat sich nicht der Sinn ergeben, warum der Act bis Anfang Dezember gewählt sein muss? Großartig ist zwischen der Auswahl Anfang Dezember, bis Bekanntgabe des Acts Anfang Februar nichts passiert. Zumindest nicht öffentlich. Weshalb da auch definitiv eine Verschiebung des Auswahldatums zugunsten der Performancezeit durchaus eine Option ist.

Gibt es nicht für alle eine professionelle Performance, dann können die Auftritte auch nicht als Vergleichsmaßstab genutzt werden. Man kann ja schließlich auch keine Äpfel mit Buntstiften vergleichen.

***

Alternativ finde ich auch einen Vorentscheid gut, allerdings muss hier definitiv eine Votinganpassung erfolgen. Sprich ala Melodifestivalen dass die Zuschauer in verschiedene Altersgruppe eingestuft werden und diese jeweils ihre 1-12 Punkte verteilen. So kann ein Ergebnis am Ende durch alle Votinggruppen faktorisch aufgeteilt werden. Wenn die Zuschauer des Vorentscheids zu 60% ältere Damen und Herren sind (Zielgruppe der ARD), die eventuell nicht den Zeitgeist des ESCs betreffen, dann ist es klar, wenn die voten, eben natürlich auch für ihren Geschmack voten, aber der dann eben nicht zum ESC passend ist. Deswegen muss da ein Gleichgewicht gebildet werden, wie es das Melodifestivalen macht.

Wenn man da teilweise sieht, was dort das ältere Publikum wählt und auch dann ab und zu das jüngere Publikum, da kann man froh sein, dass da am Ende der gemeinsame Nenner gewinnt. So wie es theoretisch auch beim ESC der Fall ist. Der Erfolg gibt Schweden auf jeden Fall recht. Abgesehen von Anna Bergendahl, die hätte ich natürlich sehr gerne beim ESC gesehen. 😀

Grundsätzlich wäre es auch eine Überlegung wert, einen Vorentscheid öffentlich auszustrahlen. Das Publikum muss ja eigentlich nicht zwangsläufig deshalb mitstimmen können. Die Entscheidung könnte ja weiterhin beim Experten Jury und internationaler Jury (die dann aber bitte auch zu 100% aus internationalen Leuten besteht und nicht auch deutsche Menschen Bestandteil davon sind die am Ende auch noch Verbindungen zu den einzelnen Acts haben — Johannes Strate — Charlotta)

haary
haary
4 Jahre zuvor

Ich denke nicht, dass ein Privatsender oder Raab die Heilsbringer wären. Der FreeESC dieses Jahr auf Pro7 war einfach nur gruselig. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Privatsender heute noch für „Jugend“ stehen. Die jungen Leute schauen heute doch eher TikTok als RTL.

Ich habe (als Ü50er) keine Ahnung, wer es reißen könnte – dazu sind mir zu wenig Namen geläufig, die in der jungen Generation angesagt sind. Leute wie Raab oder Bohlen, die vor 20-30 Jahren ihre große Zeit hatten, sind es aber wohl eher nicht.

Winter
Winter
4 Jahre zuvor

Völlig richtig.

Man macht eine interne Auswahl ja nur, damit man beliebte Künstler mit „Songs ohne Erfolgspotenzial“ verhindert. Aber wenn intern etwas gewählt wird, was auch chancenlos ist, dann kann man auch das Publikum entscheiden lassen. Vorallem hat man dann den Vorteil, dass man selbst Schuld ist den Song mitbestimmt zu haben.

Also: Bitte NDR – alles neu. Vorentscheid mit Pro7 und den jungen Radiowellen. Künstler anfragen sich dem Wettbewerb zu stellen. Beim Free ESC werden auch Künstler auf dem letzten Platz landen. Beim Bundesvision Song Contest war das auch der Fall. Da haben trotzdem Namen mitgemacht.

Es reicht mir ja schon, wenn mal wieder 10 Millionen in Deutschland dem Event hinfiebern. Dafür reicht ein Künster, der polarisiert. Dann ist das Ergebnis auch egaler, wenn man wenigstens die Aufmerksamkeit zieht.

In meinen Augen sollte man auch mehr Nieschenstile bedienen. Jennifer Rostock würde sicher so ein Ergebnis wie Finnland einfahren. Metalbands haben wir viele in Deutschland. Aber warum nicht auch mal Raggae, Indie, Elektro…Nur halt kein Einheitspopsong (wie so oft die letzten Jahre).

Ich hoffe einfach, dass erstmal das aktuelle Vorgehen über Bord geschmissen wird, weil es da wirklich nur Nachteile (intransparent, niemand bekommt etwas mit etc.) gibt.

Mallemolen
Mallemolen
4 Jahre zuvor

Wegen dem Dolic und „letztes Jahr wäre es ja so erfolgreich gewesen“.

Nein, wäre es nicht. Also ja, der Song vom Dolic war gut, wenn er das allerdings beim ESC auch nur annähernd so katastrophal gemacht hätte wie in der Elphi, dann wären wir auch mit ihm einen Televoting-Nuller wesentlich näher gewesen als der Top 10.

Das Problem ist einfach es besteht beim NDR Null Gespür für das, was als Act beim ESC erfolgreich sein kann. Auch 2018 nicht. Da hatte es Schulte alles alleine gemacht und er hat sich vom NDR da auch nix auftragen lassen.

Das Schlimmste allerdings, dass der NDR immer wieder versucht sein eigenes Verfahren mit nachnominierten Konzeptsongs oder zufällig im Internet gefundenen Haltungs-Müll zu umgehen.

Wenn hier gesagt wird, das man dem jetzigen Verfahren erst mal eine Chance geben muss. Warum? Der NDR gibt ja seinem eigenen Verfahren keine Chance. Konsistenz und Transparenz sieht sicher anders aus.

Warum werden immer wieder Acts nachnominiert, die dem eigentlich Auswahlsystem entgegen stehen?

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor

Danke für die Antwort 🙂

Andi
4 Jahre zuvor

Sehr guter Beitrag!

frank0141
4 Jahre zuvor

Ja. Die Betonung liegt auf JETZT.

Letztes Jahr hat man (pandemiebedingt?) viel zu spät begonnen und daher kam dann vermutlich Jendrik mit fertigem Konzept gerade richtig. Song, Video, Team (Tänzerinnen/Backings), Choreo alles weitgehend fertig – wie praktisch, das nehmen wir… (stark verkürzt, ich weiß).

Allerdings bin ich überzeugt, dass es erst wirklich besser wird, wenn entweder eine ARD übergreifende Taskforce gebildet wird oder der WDR (mit enger Einbingung von Einslive oder der RBB (mit Radioeins) das in die Hand nimmt. Denn dort ist viel mehr Popmusik-Expertise als beim NDR und auch mehr „Herzblut für Turin“.

frank0141
4 Jahre zuvor
Reply to  frank0141

ich kaufe ein ) und setze es hinter Einslive

Tamara
Mitglied
4 Jahre zuvor

Vielleicht tröstet es Euch, dass wir in unserer Verzweiflung nicht allein sind:

https://oneurope.co.uk/2021/what-the-uk-press-had-to-say-about-2021-eurovision-defeat/

Und diesen Brief von vor zwei Jahren möchte ich Euch auch nochmal verlinken:

https://oneurope.co.uk/eurovision/an-open-letter-to-bbc-eurovision-2/

Vondenburg
Vondenburg
4 Jahre zuvor
Reply to  Tamara

Danke für die Links 🙂
Zum Thema UK und Eurovision habe ich da auch einen passenden Link dazu:
https://escinsight.com/2020/02/27/uk-bbc-eurovision-song-contest-fixed-political-james-newman-my-last-breath/

TG5
TG5
4 Jahre zuvor

Um jüngere und damit auch eine größere Bandbreite an Zielgruppen anzusprechen, könnte man doch z.B. mit funk zusammenarbeiten. Das ist öffentlich-rechtlich, hat eine sehr große Reichweite, v.a. unter jungen Menschen und würde bestimmt (in welcher Form das dann auch immer geschehen würde) frischen Wind in die deutsche Vorauswahl bringen. Außerdem gibt es doch da die Schnittstelle schon in der NDR-Redaktion, arbeiten da nicht welche sogar auch für funk?
Das würde bestimmt um einiges besser funktionieren, als wenn ein Pseudo-Jugendlicher-Act mit IDFH ausgewählt wird, wo es den Anschein macht, als ob der NDR den nur ausgewählt hätte, weil Jendrik auf TikTok, Instagram usw. sehr aktiv ist und denkt, so etwas hätte der „jüngeren Zielgruppe“ gefallen können. In der Realität sah das aber, wie man ja gesehen hat, komplett anders aus.
Ich würde mich selber (20) zur sogenannten „jungen Zielgruppe“ zählen und kann aus eigener Erfahrung sagen, dass durch das vielfältige Angebot von funk einige (auch sehr viele „junge“) Menschen erreicht werden könnten (kommt natürlich auf die Umsetzung an). Aber wenn es ein öffentlich-rechtliches Medium gibt, dem ich das zutraue, dann ist das funk. Viele andere (z.B. auch der NDR an sich) scheinen sich kompletter Realitätsverweigerung verschrieben zu haben, wenn sie dachten, dass so etwas wie IDFH eine „junge Zielgruppe“ bedienen könnte.

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
4 Jahre zuvor

Beim Thema NDR und ESC weiß man überhaupt nicht, wo man beginnen soll. Vielleicht mit Transparenz. Das fände ich schön. Eigentlich neige ich nicht zu skurrilen Spekulationen, aber inzwischen kann ich mir gut vorstellen, dass „I Don’t Feel Hate“ tatsächlich das stärkste Paket war, das dem NDR vorgeschlagen wurde. Die Art und Weise wie der Auswahlprozess derzeit kommunikativ begleitet (???) wird, erinnert stark an korrupte Bananenrepubliken und öffnet Spekulationen und Verschwörungstheorien Tür und Tor. Dagegen hilft nur eines: Die Rückkehr zum Vorentscheid, allerdings begleitet von einer proaktiven und innovativen Vermarktungsstrategie, die auch die junge Zielgruppe erreicht: Teaser auf allen medialen Kanälen, am besten bereits Wochen vor dem Vorentscheid. Ein Trailer, der am Tag vor der Veranstaltung in Tagesschaunähe auf der ARD ausgestrahlt wird, reicht auf jeden Fall nicht. Als Format könnte ich mir, wie ich bereits neulich geschrieben habe, gut eine Mischung aus MF und FdC vorstellen, allerdings in einer präzise auf den deutschen Markt zugeschnittenen Form und zunächst ohne Vorrunden. Außerdem sollte man bei der Auswahl der Teilnehmer darauf achten, dass alle teilnehmenden Acts entweder Potenzial für den deutschen Markt oder für den ESC haben. Deshalb sollten die Zuschauer bereits beim Vorentscheid einen Eindruck davon gewinnen, wie der deutsche Act beim ESC aussehen wird.

Neben Transparenz wünsche ich mir, dass man die Verantwortung für seine Entscheidungen übernimmt. Wenn man einen Vorentscheid organisiert, ist die Verantwortung des Senders auf die Auswahl der Künstler/Lieder, die Berwerbung des Events (Wer schaut zu? Wer stimmt mit ab?) und das Format begrenzt, aber in der derzeitigen Form des Auswahlverfahrens liegt die Verantwortung für Außenwirkung und Ergebnis komplett beim NDR. Auch dies ist ein Argument für die Rückkehr zum Vorentschied. Wenn man diesen intelligent organisiert und bewirbt, kann man tatsächlich sagen, dass der deutsche ESC-Act die Wahl der in Deutschland lebenden Menschen ist. Das würde vielleicht auch die eine oder andere Überreaktion vehindern: Was hat der NDR denn da wieder hinter verschlossenen Türen gemauschelt und uns vorgesetzt?

Und dann wünsche ich mir noch Aufrichtigkeit, vor allem falls der NDR beim derzeitigen Auswahlverfahren bleibt. Natürlich erwarte ich nicht, dass man gleich nach den ersten negativen Reaktionen sagt: „OK. Stimmt. Da haben wir Mist gebaut und das wird nichts.“ Aber man kann die Reaktionen ernst nehmen, Anregungen aufnehmen und versuchen, das deutsche ESC-Paket konkurrenzfähiger zu machen, eben sein Bestes zu geben. Es waren ja keine vereinzelte Stimmen, die Jendrik ein desaströses Ergebnis vorhergesagt haben (auf ET hatten fast alle internationalen Fans Deutschland auf den letzten Plätzen), und auch die internationalen Blogger waren ja im besten Falle höflich und haben im schlimmsten Falle nur mit dem Kopf geschüttelt. Was für mich überhaupt nicht geht, ist, sich nach dem Finale vor die Kamera zu stellen und zu sagen, dass der Auftritt perfekt war und dass Europa uns nicht verstanden habe, weil das Paket zu komplex gewesen sei. Da fühlt man sich dann für dumm verkauft. Der deutsche Beitrag wirkte, als ob er an einer anderen Veranstaltung teilnehmen würde als die 25 Mitstreiter im Finale, nämlich am JESC, einem Faschingsumzug oder einem Kindergeburtstag. Da hätte man auch sagen können: „Wir haben etwas anderes versucht und wir sind stolz, dass Jendrik seinen Beitrag mit so viel Enthusiasmus vorgetragen hat. Klar ist aber auch, dass wir den Zeitgeist des ESC komplett falsch eingeschätzt haben.“ Und wenn wir ganz ehrlich sind, waren kindliche Spaßbeiiträge beim ESC noch nie sonderlich erfolgreich. Deshalb bezieht sich das Missverständnis Namens Jendrik auch nicht spezifisch auf das Jahr 2021, sondern auf das Wesen des ESC. Und spätestens an diesem Punkt wird mir Angst und Bange: Keiner, der in Deutschland derzeit Verantwortung für den ESC trägt, scheint den ESC auch nur im Ansatz zu verstehen. Spätestens seit den Siegen von Jamala und Salvador sollte doch allen klar sein, dass musikalische Qualität (und nein, dass ist keine Frage des Geschmacks) und Authentizität (gibt es ontologisch nicht, kann aber effektiv inszeniert werden) derzeit Trumpf sind. In diesem Zusammenhang verweise ich noch einmal auf die TOP 12 dieses Jahrgangs.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor

Um Teile deines Beitrags subjektiv zu untermauern, nachfolgend meine Gedanken zum deutschen Beitrag 2021 während der Show.

Jendrik tritt auf = Hey, cool, sticht hervor, Top 5!
Blind Channels Auftritt direkt danach = Okay, unser amateurhaftes Machwerk ist Flop 5…

Daniel Z
Daniel Z
4 Jahre zuvor

Ich bin dafür, dass das ESC kompakt-Team als Beratungsteam engagiert wird!

meckienrw
4 Jahre zuvor

War alles so klar, was da passiert und auch was jetzt passiert. Viel Spass beim Scherben weg fegen #11,82

Sven
Sven
4 Jahre zuvor
Reply to  meckienrw

Das hat mich ja auch wieder genervt: Es wird diese Zahl 11,82 im Countdown von TS gephaselt und in einem anderen Interview sagt er, dass es nicht Mi der 12 Punkte Skala vergleichbar ist und er keine Ahnung hat wie genau diese Zahl zustande kommt, da soll man Kucher und Partner fragen. Sorry Bro, aber warum erzählst du etwas, von dem du offenbar keine Ahnung hast.
Sowas nervt und weckt falsche Hoffnungen. Das ist ein reines Versteckspiel nach dem Motto, alle anderen sind Schuld aber wir nicht.

schorschiborsch
schorschiborsch
4 Jahre zuvor

Den Verantwortlichen scheint es ja zu genügen, einen Platz zwischen Platz 2 und 10 zu erreichen. So weit, so gut. Dumm nur, dass man inzwischen auch für die Top 10 einen potenziellen Gewinnersong schicken muss. So auch dieses Jahr: F, CH, UKR, LIT, IS, MAL – das waren alles Songs, die genauso hätten siegen können.

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
4 Jahre zuvor

Was eindeutig für die Qualität des aktuellen ESCs spricht! Zumindest in der Spitze. Über die Breite lässt sich streiten.