Kommentar: Spanien zeigt dem NDR mit dem Benidorm Fest wie ein Vorentscheid-Neustart gelingt

Sicher war der Erfolg nicht. Und allem Euro-Drama zum Trotz, das aktuell noch im Nachgang zur neuen spanischen Vorentscheidung Benidorm Fest läuft: der Vorentscheid-Neustart ist gelungen. Da Deutschland und Spanien in den letzten Jahren beim ESC vor ähnlichen Problemen standen, wird sich „Germany 12 Points“ auch am Erfolg des Benidorm Fest messen lassen müssen – unabhängig davon, wie sich die spanische Siegerin Chanel am Ende beim ESC in Turin schlagen wird.

Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien hatten in den letzten Jahren beim ESC zu kämpfen. Der Big5-Status war mehr Fluch als Segen. Frankreich hat seit 2018 mit öffentlichen Vorentscheidungen (sehr) gute Erfahrungen gemacht (erst Destination Eurovision 2018 und 2019, dann Eurovision France, c’est vous qui décidez). Großbritannien war mit seinem Eurovision: You Decide weniger Erfolg beschieden.

In diesem Jahr nun hat Spanien einen Neustart der Vorentscheidung gewagt. Und auch ohne das Ergebnis in Turin zu kennen und abgesehen von dem typischen spanischen Euro-Drama vorher, währenddessen und nachher kann man sagen, dass es kaum besser hätte laufen können. Vierzehn wirklich sehr vielfältige Acts, von denen wir immerhin zwölf auf der Bühne haben erleben können (es gab einen Rückzug und einen Corona-bedingten Ausfall). Alle mit ihrer eigenen (mitunter speziellen) Bühnenshow (wie z.B. der „Globrust“ auf dem Aufmacherbild).

Vor dem Finale gab es drei große Favoritinnen und zwei potenzielle männliche Mitläufer. Trotz der ungünstigen, ausgelosten Startreihenfolge war ein unterhaltsamer, aber auch spannender Abend garantiert, der die Menschen im Land elektrisierte. Vor allem aber: Mehrere der Songs sind Hits und dominieren die nationalen Charts.

All das ging mit (erstaunlich) klarem Zeitplan, ohne Geheimniskrämerei, ohne dritte TV-Programme und ohne das Commitment von regionalen Popwellen sowie ohne Angst, jemand könnte seine Reputation verlieren, wenn die Teilnahme bekannt würde (diese Angst hatte nicht einmal das Duo Azúcar Moreno). Dafür gab es eine TV-Anstalt mit einer klaren Zielsetzung, einen engagierten Austragungsort Benidorm, vierzehn Acts mit durchdachten und langfristig erprobten Auftritten sowie drei TV-Shows. Dass sich das verkopfte Votingsystem mit zu viel Macht bei den Juror/innen als ungünstig herausstellen würde, war im Vorfeld diskutiert worden. Aber hey, jedem passieren beim ersten Mal Fehler.

Wir haben im ESC kompakt Live diskutiert, ob eine Vorentscheidung nur erfolgreich ist, wenn beim ESC auch ein guter Platz herausspringt. Wir waren uns schnell einig, dass auch ein (oder gar mehrere) Hit(s) im eigenen Land im Nachgang zur Vorentscheidung ein mindestens genauso wichtiger Indikator für den Erfolg ist bzw. sind. Aber auch die anderen Fakten sprechen für sich: mit jeder Show stieg die Einschaltquote. Für so einen Effekt braucht es aber auch mehrere Sendungen und nicht nur eine.

Wir wissen noch nicht, welche sechs Beiträge uns am 10. Februar vom NDR für die deutsche Vorentscheidung präsentiert werden. Mit Emily Roberts kennen wir zumindest eine sehr wahrscheinliche Kandidatin. Wir wissen auch nicht, wie die Songs am 4. März in Berlin auf die Bühne gebracht werden. Zu viel Bühnenshow können wir da wohl (noch) nicht erwarten. Vielleicht ist der/die nächste ESC-Sieger/in dabei. Vielleicht haben wir bereits zur Vorentscheidung zwei, drei Radiohits.

Wir wissen aber dank dem neuen Benidorm Fest, dass man mit Hingabe sowie Stolz für die eigene Show-Marke eine Vorentscheidung aus dem Boden stampfen kann, die sowohl in der ESC-Bubble als auch im eigenen Land (Be-)Achtung und Anerkennung erzeugt. Das ist dann auch die begründete Erwartungshaltung, die an das teuerste öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt, nämlich das deutsche, von dem die ARD und der NDR ein Teil sind, gestellt werden darf.

Findet Ihr, dass man die Vorentscheide der Big5-Länder miteinander vergleichen und Erwartungen an die deutsche Vorentscheidung daraus ableiten kann? Wäre eine Vorenscheidung wie die in Benidorm für Deutschland eine gute Idee oder sollte man lieber seinen ganz eigenen Ansatz entwickeln?


50 Kommentare

  1. Schaut man sich die deutschen Vorentscheide von beispielsweise 2013/2014 an und vergleicht diese mit den letzten von 2017-2019 sieht man ja schon wie extrem diese bei uns zusammengeschrumpft sind. Sowohl was Anzahl der Teilnehmer, Aufmache als auch Interesse bei der Bevölkerung angeht. Damals wollten auch noch Acts wie Unheilig für Deutschland zum ESC. Wenn wir wieder mehr dahin kommen oder eben wie Spanien ein wirklich neues Event hätten wäre das denke ich ein schöner Weg. Stimmen allerdings die Beiträge wie 2018 oder auch zum Großteil 2019, dann finde ich auch die kleine Show ausreichend, nur geht es dann gefühlt wieder etwas unter und das finde ich bei einer Big 5 Nation doch eher traurig.

  2. .Ja! Ja! Ja!

    Ich finde das Benidorm-System einfach super fuer einen „Neustart“ (ueber moegliche Verbesserungen in der Jury usw… wurde schon diskutiert).

    Mal sehen, was aus Deutschland kommt (wobei… dass man noch nichts ueber die Acts weiss, das finde ich schon mal schlecht; und 6 Acts sind auch zu wenige)

  3. Na ja, trotz der ganzen Diskussion um die spätere Siegerin, war das Benidorm Fest eine gute, kurzweilige Show. Vor allem, was ich persönlich sehr angenehm fand (zumindest während der beiden Semis, das Finale habe ich nicht gesehen): Es wurde nicht so viel zwischendurch geredet, so zog es sich nicht unnütz in die Länge. Hat mir sehr gut gefallen.🙂

    Ich weiss nicht, ob man die Situation in Spanien auf Deutschland übertragen kann, aber ich fände es schon gut, wenn man sich ein paar Scheibchen von ihnen abschauen könnte. Nur die Jury würde ich weglassen. Gibt nur unnötige Diskussionen, wenn sie anders wie die Zuschauer voten. Diese demoskopische Befragung finde ich wiederum gar nicht schlecht. Gab es, soweit ich mich erinnern kann, in den 1980er Jahren, als der Bayerische Rundfunk noch die Verantwortung hatte, auch. Hat uns, nebenbei bemerkt, sehr gute Ergebnisse eingebracht.

    Nun, ich bin froh darüber, dass wir dieses Jahr überhaupt wieder eine Auswahl treffen können, und hoffe auf sechs gute Acts. Für nächstes Jahr würde ich mir aber eine etwas umfangreichere Show wünschen. Zum Beispiel könnte man die 25 Acts, die es in die engere Auswahl geschafft haben, ja auch dem Publikum vorstellen. Wenn man, vielleicht aus Kostengründen, keine Halbfinales organisieren möchte, dann evtl. in Form einer Internetabstimmung.

  4. Muss auch sagen – Spanien hat es echt super gemacht. Die Shows waren sehr straff und auf die Acts und ihre Songs fokussiert, keine ewigen Rückblenden oder ellenlange Vorstellungsfilme, kein überflüssiger Talk und keine unnützen Gaststars wie bei uns (mit Grauen sei an Udo Lindenberg erinnert)… Und dazu wirklich starke Songs und eine gute Vielfalt (gut, Rock oder HipHop fehlten)… Damit hat man wirklich einen guten neuen Weg eingeschlagen. Bleibt zu hoffen, dass sie nächstes Jahr nicht wieder alles über den Haufen werfen…

  5. War es nicht 2010 bei Lena nicht so, dass hier mehrere Sendungen zum Vorentscheid durchgeführt wurden? Nur wenn sich das ganze öffentlich durchgeführt wird, kann man die Songs und auch die Teilnehmer bekannt machen. Die werden dann automatisch bei Youtube und auch Spotify häufiger aufgerufen. So bekommt man dann auch ein Gefühl, was bei den Leuten in Deutschland und auch in Europa gut ankommt. Die Radiostationen müssen dann auch zwangsläufig die Lieder spielen. Aber so hören die Menschen die Lieder zum ersten mal, müssen dann entscheiden. Meistens sind sie dann kurz danach wieder vergessen.

  6. A propos Aufmacherbild… ich moechte nur darauf aufmerksam machen, wie genial die Geste ist, einfach das T-Shirt ueber das Gesicht und den Brusthalter fuer Maenner und fuer Frauen zu zeigen.
    Vielleicht es ist schon eine bekannte politische Geste, die ich aber vorher nicht kannte.
    Falls sie Rigoberta & Co. erfunden haben…. alle Achtung!!

  7. Insgesamt muss es der NDR schaffen, eine Euphorie für den ESC auszulösen. Insbesondere unter den Künstler*innen scheinen insbesondere die großen Künstler Vorbehalte gegen eine Teilnahme zu haben.
    Dies hängt leider mit der schlechten Arbeit des NDR zusammen. Kein anständiger Künstler tut sich das an.
    Da muss sich was ändern, wenn man langfristig gute Künstler anlocken will. Ich finde es ebenso merkwürdig, dass der NDR die Tatsache kommuniziert, dass einige Künstler unerkannt bleiben möchten. Ich finde das sehr schade. Eine Teilnahme am Vorentscheid sollte keine Schande sein, doch der NDR scheint nichts gegen diese Ängste und Vorbehalte zu tun, um diese Ängste zu nehmen. Im Gegenteil.
    In Schweden nehmen jährlich große Namen Teil und das mehrmals und dennoch ist die Karriere dadurch nicht im Eimer.
    Wenn man es hinbekommen sollte, dass Acts mit einer großen Fanbase beim Vorentscheid teilnehmen, so würde sich der Hype um den Vorentscheid immerhin etwas erhöhen. Der erste Schritt wäre zum Beispiel Eskimo Callboy- die haben immerhin eine ordentlich Fanbase. Sollten sie erfolgreich sein, trauen sich in Zukunft wohl auch weitere große Acts. Sollten sie negative Erfahrungen mit dem NDR gesammelt haben, werden die Jungs sich wohl dazu äußern, was wiederum alles schlimmer macht.

  8. Man könnte doch aus dem mittlerweile sehr ausgelutschten DSDS das DSDGPS machen. Deutschland sucht den grand prix star. Der aufwand wäre doch bestimmt nicht viel grösser

  9. Ja, wieder so eine Pseudo-Diskussion. Natürlich werden alle sagen, ja sowas wollen wir auch. Es dürfte aber nicht daran liegen, dass der NDR Show nicht kann, sondern dass man in D. immer nur die B und C-Liga der Künstler für die Vorentscheide (der letzten 10 Jahre) gewinnen konnte, auch wenn Peter und nun auch 12P das immer wieder ignorieren. Ob Spanien mit dem Sieger dieses Jahr wirklich viel besser abschneiden wird, wird man sehen.
    Es ist wie eine unendliche Diskussion hier. Haben wir einen Vorentscheid sind alle sauer, weil nicht die Fan-Favoriten gewonnen haben (siehe S!sters) und man überlegt, ob nicht eine interne Auswahl besser wäre. Bringt auch die nix, dann wird dem Vorentscheid nachgetrauert.
    Ich persönlich hätte nichts gegen einen Vorentscheid, möglichst nur auf One mit interessanten Künstlern die ihre eigenen Produktionen vorstellen. Da kann sich was entwickeln wie bei Schulte oder auch Lilly Among Clouds/Aly Ryan. Auf die Stars kann ich verzichten, ich will auch nicht die Hochglanz-Shows aus Skandinavien, weil deren Ergebnis (für mich) meist nicht wirklich interessant sind.
    Ich bin auch nicht traurig, wenn es wieder mal nur einen letzten Platz gibt, ich wiederhole mich, lieber schlechtes Ergebnis mit gutem Künstler, irgendwann setzt sich dann doch Niveau durch, auch beim ESC.

  10. Als ich die Überschrift von diesem Artikel gelesen habe dachte ich mir: Lasst doch erst mal den diesjährigen deutschen Vorentscheid -wenn nicht sogar auch den ESC selbst im Mai- zu Ende gehen. Dann kann man nämlich immer noch ein Fazit ziehen, sogar ein besseres als jetzt mittendrin in der Vorentscheidsaison.

    Trotzdem hier meine Meinung:
    Es ist ja kein Geheimnis und ich habe es in den letzten Monaten oft erwähnt, dass ich dieses Jahr dem internen Vorentscheid noch eine weitere Chance gegeben hätte. Natürlich freue ich mich auf die Vorentscheidshow und habe auch Spaß am Rätselraten wer denn wohl alles am Vorentscheid teilnehmen wird. Trotzdem hätte ich wenn dann schon eine mehrteilige Vorentscheidshow, wie z.B. 2010 oder 2012 bevorzugt. Dies habe ich ebenfalls bereits schon in den letzten Monaten geschrieben und nicht nur jetzt wo ich sehe, dass Benidorm so gut angekommen ist.
    Vielleicht „fehlt“ (mal wieder ) das Geld für eine mehrteilige Vorentscheidshow, so dass dies nur funktioniert wenn man mit einem Privatsender, wie eben vor rund 10 Jahren mit ProSieben, zusammenarbeitet.

    Man muss das Geldthema hier leider ansprechen, wenn man die ARD mit RTVE vergleichen möchte! Deutschland hat glaube ich den höchsten Rundfunkbeitrag, weil wir wohl auch viele Einrichtungen haben welche RTVE oder andere EBU-Sender nicht haben. Zum Beispiel hat fast jede Landesrundfunkanstalt mehrere Radiosender, Orchester.und Chöre.
    Was ich damit sagen möchte ist: Nein man kann die EBU-Sender nicht miteinander vergleichen! Sowohl was das Programm betrifft als auch was das finanzielle betrifft!

  11. Auch wenn mir nicht alles an der aktuellen VE gefällt, so ist der Zeitpunkt dieses Artikel einfach zu früh. Man hätte zumindest noch bis zum 10.02. abwarten können, bis die Kandidaten bekanntgegeben werden. Danach kann man noch so viel nörgeln. Und woher ist ihr jetzt schon überhaupt, das Spanien in Turin besser abschneidet als Deutschland? So überragend waren die Songs beim Benidorm jetzt auch nicht. Wartet doch jetzt erst mal ab was die ARD uns nächste Woche präsentiert.

    • Es geht ja grad nicht wirklich um das Abschneiden beim ESC, sondern darum, eine Begeisterung im Land zu schaffen, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und so vielleicht auch für Musiker*innen interessant zu werden, die eigentlich nicht an den ESC als Möglichkeit denken.

      Ein breites Interesse am Vorentscheid wurde in den letzten 30-40 Jahren doch nur mit externer Hilfe oder Interpreten geschaffen, die sich von der Presse zu einem Skandal hochschrieben ließen.

      • Gute Ergebnisse wären wichtig, um mehr interesse für den Vorentscheid zu generieren. Und zwar nicht nur ein gutes Ergebniss in 5 bis 6 Jahren, sondern wie es die Schweden und Italiener fast jedes Jahr schaffen. Man kann nicht immer gewinnen, das ist klar, aber für ein Top 10 Ergebniss sollte man schon Ehrgeiz entwickeln. Und das scheint mir beim NDR und der ARD nicht unbedingt vorhanden zu sein. Stefan Raab hatte diesen Ehrgeiz, deshalb ist Deutschland, wenn er involviert war, immer in den Top 10 gelandet. Das schlechteste Ergebniss, wenn er dabei war, war Platz 10. Und das ist für ein Hostcountry immer noch ein sehr gutes Ergebniss.

    • Hoffentlich nicht.
      Zwischen den Zeilen im kompletten Artikel lese ich pure arrogante und selbsternannte ESC-Gottheit !!!

  12. „Dafür gab es *eine* TV-Anstalt…“ ist, glaube ich, der zentrale Satz, der begründet, warum sich das spanische und das deutsche Fernsehen nicht miteinander vergleichen lassen. Denn die ARD ist föderal organisiert und kann deswegen nicht mal so eben so ein Format wie das Benidorm Fest aus dem Boden stampfen. Denn hierzulande haben immer neun Regionalfürsten mitzureden – man denke nur an die Bemerkung von Thomas Mohr zu der zögerlichen Informationspolitik des deutschen ESC-Teams, die eben auch damit zu tun hat, dass jede Verlautbarung vorher über mindestens neun Schreibtische laufen muss, was die Prozesse unendlich langwierig und unproduktiv macht. Kein Wunder, dass die besten Vorentscheide der letzten zwei Jahrzehnte in Zusammenarbeit mit Viva oder ProSieben organisiert wurden – da konnten zähe ARD-interne Entscheidungswege durch Auslagerung umgangen werden, sonst hätte das mit der „nationalen Aufgabe“ gar nicht funktionieren können.
    RTVE ist dagegen meines Wissen zentral organisiert, da gehen Entscheidungen sehr viel schneller und auch die Budgetfragen sind schneller geklärt. Wollen wir so was wie das Benidorm Fest auch bei uns, müsste man den ESC ans ZDF geben. Die wollen den aber, glaube ich, nicht.
    Ich blicke natürlich auch gerade mit Neid nach Spanien und lamentiere auf meinen Blog ja in die selbe Richtung, was die Erwartungshaltung an den NDR angeht. Realistischerweise werden wir das aber hierzulande niemals bekommen. Und weil mich der Gedanke viel zu sehr deprimiert, schreib ich ihn lieber bei Euch in die Kommentare als in meinen Blog. 😉

    • Die Silbereisen Shows laufen doch auch in der ARD. Läuft da auch alles über 9 Schreibtische? Ich denke nicht. Warum können die sowas organisieren, aber eine ESC Show nicht? Das leuchtet mir nicht ein.

    • @Chris: Ich vermute mal, weil die Silbereisen-Shows die Hauptzielgruppe der ARD, also die Silberfüchse, ansprechen und eine sichere Quotenbank sind. Und weil es hinterher weniger kritische Berichterstattung in der Presse gibt. Anders als beim deutschen Vorentscheid.

      • Da schauen durchaus auch junge Menschen zu und nicht nur Silberfüchse. Auch wenn ich seine Shows total schrecklich gekünstelt fröhlich finde. Ich habe mir mal eine Show von ihm angesehen weil Jendrik dort aufgetreten ist. Einfach nur furchtbar dieses gekünstelte Getue. Grausam.

  13. Warum nicht mal das ZDF rumdoktern lassen?

    Die sind Teil der EBU und ESC Reference Group.

    Dann wäre es nur noch die EINE Anstalt und die föderalen Abstimmungsprozesse könnten wegfallen

  14. Hmm, wir hätten also eigentlich alle gerne ein Musikfestival, am besten werbewirksam aus der Mottenkiste gehievt, aber die Deutschen Schlager-Festspiele riechen schon nicht mehr gut und allein kriegt die ARD sowas auch nicht (mehr) gestemmt …

    Da geht doch eigentlich gar kein Weg mehr vorbei an einer erneuten Kooperation mit Raab und dessen Bundesvision SC! Sicher, die Motivation mag da auf beiden Seiten nicht besonders hoch sein, aber falls der Quotensturz des Free ESC sich dieses Jahr fortsetzt (wenn er denn überhaupt nochmal stattfindet) wäre so ein Projekt vielleicht nicht ganz undenkbar, zumal die Synergie-mäßig eingesparten Kosten eventuell sogar mehrere Runden möglich machen würden. Win-Win für alle?

  15. Diese Show ist einfach zu groß für den NDR. Dieser kann nicht „groß“ denken, sondern nur kleiner als klein.
    „Man“ müsste sich an Italien und Schweden orientieren und endlich das Potenzial des ESC erkennen.

    • Die ewigen Vergleiche mit dem Melodifestivalen und Sanremo hinken und sind gegenüber dem NDR nicht wirklich fair. Diese Festivals funktionieren vor allem über den heimischen Markt und das schon seit Jahrzehnten (das Sanremo gilt ja sogar als Inspiration zum ESC). Das stampft man nicht einfach so aus dem Boden und braucht Zeit – wenn es überhaupt noch möglich ist, ein Festival solch heimischer Tragweite heutzutage noch beginnen zu können. Die teilnehmenden Künstler*innen beim Mello und Sanremo wissen, dass wenn Sie daran teilnehmen können, sie definitiv in der breiten Öffentlichkeit bekannt werden, bzw. einen Charthit landen werden. Das befruchtet sich sozusagen selbst, da die Verantwortlichen so aus dem Vollen schöpfen können und nicht wie der NDR sich erstmal auf die Suche nach interessanten Musiker*innen machen müssen.

  16. Sehr guter Kommentar, der auch meine Gedanken nach dem sehr abwechslungsreichen Geschehen in Benidorm widerspiegelt. Glaube das Festival hat ja einen 4-Jahres-Vertrag (vorerst) unterzeichtet, ich bin mir sicher, dass Spanien mittelfristig wieder in die Top10 gelangen kann – vielleicht ja auch schon mit Chanel. Es bleibt zu wünschen, dass der NDR sich vom Geschehen in anderen Ländern – speziell den Big5 – nicht verschliesst und für 2023 ein paar Schlüsse zieht (unabhängig vom diesjährigen Ergebnis).

  17. Man sollte bedenken die Raab Casting Shows in 2010 waren quotenmäßig kein Erfolg (2011 und 2012 sogar ein Flop). Solche Sendungen bringen nix mehr.

    Ich finde es sehr gut, wenn sich ARD und ZDF jährlich abwechseln müssen. Diese Konkurrenz würde die Ideen ankurbeln. Weil jede Anstalt möchte es besser machen.

  18. Noch ist Deutschland in den Wettquoten in den top 10 genießen wir diesen Anblick bevor der 10.02 kommt. Okay Spaß beiseite. Bleiben wir optimistisch.

  19. Eine Show, die sich gewaschen hat muss nicht teuer sein. Man muss nur Ideen haben und die auch umsetzen wollen/können. Dazu müsste es dann auch noch die passenden Songs mit erstklassigen Bühnenshows geben, kein Einerlei. Ich sehe hier als gewissen Maßstab die WSMDS Openings von Bastian Pastweka und Anke Engelke. Allein das Show-Opening macht sehr viel aus, hält die Zuschauer dran. Glaube aber die NDR Leute haben ziemlich konkrete Vorstellungen, wie so eine VE Show aussehen soll/muss, ohne aber selber Entertainer zu sein. Die sehen das eher aus einem technokratischen, denn aus dem künstlerischen Blickwinkel. Die sind eher subdued, als Over-the-top. Über- nicht untertreiben müsste die Devise sein. Ist sie aber nicht…

  20. Meine Idee: Bastian Pastewka ist der Moderator. 6 Comediens/Comediennes (3 männlich 3 weiblich) sind die Paten der 6 VE Teilnehmer. In einem witzig-verrückten Quiz muss dann derjenige Act als erster auf die Bühne dessen Pate als erster aus dem Quiz ausscheidet. Usw. Tanee, Engelke und die Frier, dazu Teddy, Böhmermann und Chris Tall. Ich würds gucken 🙂

  21. Klar, der spanische Sender hat beim Benidorm Fest in diesem Jahr vieles richtig gemacht – was schon bei den launigen Filmen direkt vor dem Vorentscheid anfing. Irgendwie hatte man das Gefühl, dass sich der ausrichtende Sender endlich mal wieder mit stolzer Brust in den Lichtkegel der Öffentlichkeit stellte und die musikalische Vielfalt des Landes zeigen und feiern wollte. Und da scheint unser NDR grad ja eher einen gegenteiligen Weg für sich auserkoren zu haben.

    Schlussendlich steht und fällt aber ein Vorentscheid, egal wie das Format ausschauen mag, mit der dargebotenen Musik – und da haben haben die Verantwortlichen des Benidorm Fest dieses Jahr ganze Arbeit geleistet. Der große Hype kam über die Musik, was sich schlussendlich und großartigerweise auch in den heimischen Charts niederschlägt.

    Da habe ich leider doch einige Bedenken in Richtung NDR. Zum einen ist unsere kommerzielle Musikszene zumeist recht – ich nenne es mal nett „eindimensional, unkreativ und ideenlos“ (Böhmermann lässt grüßen). Radiomusik eben. Zum anderen habe ich leider grad nicht das Gefühl, dass die Verantwortlichen kein gutes Händchen für interessante Lieder und Acts haben und auch nicht merken, was ein Lied braucht um das beste rauszuholen.

    Aber ich lasse mich natürlich mehr als gern vom Gegenteil überzeugen.

    • aber kam denn der eigentlich Hype wirklich über die Musik? Da zweifele ich ein wenig. Spielten nicht eher regionale Befindlichkeiten eine nicht zu unterschätzende Rolle? In Deutschland ist es halt Wurscht, ob da wer aus Bayern, Sachsen, oder dem Saarland aufläuft.

  22. Die Eskimo Callboys sind live auf Instagram und verhalten sich tatsächlich sehr unreif mit Aussagen unter der Gürtellinie inklusive Rülpsen vor der Kamera.
    War kein Vergnügen

      • Nee, darüber haben sie nicht geredet.
        Kevin hat allerdings von seinem teil geschwärmt. Es soll sehr groß sein. Hat zwar niemand gefragt aber okay.

  23. Ich will mir eigentlich von den öffentlich-rechtlichen Tröten nicht den Spass verderben lassen. Leider verhindern die Sessel-Unterhaltungs-Furzer Dinge, die in Schweden, Frankreich und jetzt Spanien geschehen, obwohl die Fan-Base da wäre. Und das alles, indem man möglichst viel Geld unnütz zum Fenster rausschmeißt.

    Wenn ich schon nicht auf dem offiziellen Weg auf meine Kosten komme: ich gelobe, noch bösartiger über Schreibers Gurkentruppe herzuziehen, so wahr mir Raab helfe.

  24. Warum sollte ein mehrteiliges Verfahren in Deutschland nicht möglich sein? Möglich ist vieles, aber es fehlt halt der Wille bei den Verantwortlichen. Die Musikszene in Deutschland gäbe es durchaus her, eine mehrteilige VE ohne Genregrenzen zu veranstalten. Da spreche ich noch nicht mal von bekannten Künstlern. Es fehlt ganz einfach der Wille sowas zu veranstalten oder zu etablieren. Dafür braucht es nämlich so was wie Leidenschaft und nicht so ne Beamtenmentalität wie beim NDR. Dabei haben doch die Mehrteilige Vorentscheide von 2010 und 2012 am Ende großartige und wunderbare Ergebnisse eingebracht. Ich hoffe, auch wenn diese VE nicht optimal sein sollte, das dies nur der Anfang ist.

  25. @Mo: Was sind das denn für Prolls? Tut mir leid, vom Song her, hätte ich sie gerne in der VE gesehen. Aber wer sich so in der Öffentlichkeit benimmt, nee. Die sollen ja auch unser Land repräsentieren, wenn sie in Turin sind, und dann wenn die sich so verhalten. Nee, dann bitte nicht.

  26. Portugal hat doch gezeigt, wie man behutsam ein gutes Format aufbaut: Durch Verlässlichkeit gegenüber den Künstler, ein kontinuierliches Konzept und den Mut zu qualitativ hochwertigen, teils auch ungewöhnlichen Titeln jenseits des Mainstreams. Als Lohn nehmen in diesem Jahr einige der bekanntesten Acts des Landes teil.

  27. Ein erster Schritt wäre schon einmal die Abschaffung von uralten Veröffentlichungsmethoden. Eine oder mehrere Shows im linearen Fernsehen? Songs, die im Radio abgespielt werden sollen? Sind wir in 1997? Schon einmal davon gehört, dass man aufgezeichnete Auftritte digital auf so neuartigen Internetplattformen sehen kann und auch Songs jederzeit auf Abruf und überall hören kann? Und wie erfolgt die Abstimmung? Per Fax?
    .
    Naja egal, diese Geheimniskrämerei ist schon nervig, aber wer sich beim ESC bewirbt, sollte auch dazu stehen. Ich hätte es so gemacht, dass alle 25 Acts, die da in Köln waren, als aufgezeichneter Auftritt online veröffentlicht werden und über jede IP-Adresse eine Stimme abgegeben werden kann – ohne irgendwelche Radioexperten.

    • Finde die Idee gut, die 26 Finalisten des Vorentscheids online zu veröffentlichen und die Zuschauer abstimmen zu lassen, wer in den Vorentscheid kommt.
      Wer weiß vielleicht sind bereits gute Beiträge von den juroren aussortiert worden, die eigentlich gut genug für den vorentscheid waren

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