Kroatien: Interview mit DORA-Teilnehmer Eric Vidović (2021 und 2022)

Bild: Instagram @eric.music.official

Eric Vidović – als Künstlername meist nur Eric – nahm schon im letzten Jahr am DORA-Vorentscheid teil. Mit seinem Gute-Laune-Popsong „Reci Mi“ erreichte er zwar nur einen respektablen zehnten Platz, sein nachfolgend erschienenes Debütalbum „I Am Eric“ schaffte aber den Sprung bis ganz an die Spitze der kroatischen Charts.

Mit diesem Erfolg im Rücken erstaunt es auch nicht, dass Eric seinem musikalischem Stil einerseits treu bleibt und sich zudem nochmal in den kroatischen Vorentscheid wagt: Mit „I Found You“ ist ihm ein funkig-moderner Popsong gelungen, der gerade auch im Televoting punkten könnte. Auf der Bühne wird er von einigen Tänzern und – nach einer Verletzung von Tina Walme – nun auch von der Choreographin Andrea Garnic begleitet, die eigentlich zum Team rund um Teilnehmer Roko Vušković gehört. Trotz der derzeitigen Vorbereitungen fand Eric aber noch die Zeit, ESC-kompakt-Leserin Anke Jonschker im schriftlich geführten Interview einige interessante Fragen zu beantworten.

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ESC kompakt: Hallo Eric, vielen Dank, dass Du Zeit für uns hast. Wie weit bist Du mit Deinen Vorbereitungen für die Dora?

Hallo und ebenfalls vielen Dank! Alles ist vorbereitet und ich kann es nicht erwarten, endlich auf der Dora-Bühne zu stehen!

Dieses Jahr nimmst Du zum 2. Mal nacheinander teil. Fühlt es sich anders an als letztes Jahr? Bist Du aufgeregter oder entspannter?

Es ist ein zweischneidiges Schwert, ganz ehrlich! Ich bin ein wenig entspannter, weil ich das alles letztes Jahr schon einmal mitgemacht habe und weiß, was ich von den Proben und dem Umfeld erwarten kann. Aber gleichzeitig bin ich auch ein wenig mehr aufgeregt, denn ich habe meine Gitarre durch eine Choreografie und Tänzern ersetzt und ich hoffe, dass alles gut läuft oder sogar noch besser. 

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Was glaubst Du, wer Dein stärkster Mitbewerber ist? Und wie sehr würdest Du Dir selbst wünschen, Dein Land in Turin zu vertreten?

Es gibt eine ganze Reihe guter Songs dieses Jahr, also bin ich nicht so sicher. Nach dem Auftritt wird alles etwas klarer sein und hoffentlich schickt Kroatien wirklich den besten Auftritt und den besten Song nach Turin. 

Die letzten Beiträge Kroatiens waren nicht sonderlich erfolgreich. Was denkst du, woran das liegt?

Ich glaube einfach, dass wir ein zu kleines Land sind und die Leute rufen oft für ihre Nachbarländer an, ohne auf den Song zu achten. Unübersehbar sind die Länder um Kroatien herum ebenfalls sehr klein, deswegen verlieren wir hier viele Stimmen. Weiterhin waren wir recht unglücklich in der Auslosung der Semifinals, weil wir immer die dabei hatten, die als sichere Finalkandidaten gelten. Wir schauen mal, was dieses Jahr passiert.

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Wenn Du Dir einen kroatischen Künstler aussuchen dürftest um ihn oder sie zum ESC zu schicken, wer wäre das und mit welcher Art Song?

Ich bin nicht sicher. Beim ESC weißt du nie. Letztes Jahr haben Måneskin mit einem Song gewonnen, der erstmal gar nicht auf Platz 1 der Wetten lag. Offensichtlich ist es nicht so wichtig, ob es ein langsamer Song ist oder ein schnellerer, eine moderne Produktion oder ein Volkslied… es kommt einfach auf den Moment an. 

Du hast Deine Karriere Ende 2019 begonnen, gerade als Covid sich zu verbreiten begann. Denkst du, dass Deine Karriere ohne die Pandemie auf einem anderen Level wäre, egal ob besser oder schlechter?

Ich denke, es wäre etwas besser in Sachen Live-Auftritte, andererseits wäre ich nicht in der Lage soviel Zeit im Studio zu verbringen und Songs zu schreiben. Meine Karriere ist also so erfolgreich wie nur möglich in diesen Zeiten. 

Wie viele andere Künstler heutzutage hast Du Deine Karriere im Format „The Voice of Croatia“ gestartet, wo die kroatische Legende Massimo sich leider als einziger für Dich umgedreht hat. Erinnerst Du Dich an die Momente auf der Bühne? Und wie war es mit Massimo zu arbeiten? War er Dein favorisierter Juror? 

Ich erinnere mich daran, während meiner Audition haben die Juroren sich gegenseitig überredet, sich für mich umzudrehen. Massimo war der Einzige, der es gemacht hat und das tut mir überhaupt nicht leid, denn ich hätte sowieso ihn gewählt. Es war toll mit ihm zu arbeiten, denn er ist sehr bescheiden und ein am Boden gebliebener Gentleman mit einem riesigen musikalischen Erfahrungsschatz. Ich habe versucht, alle seine Ratschläge in mich aufzusaugen und am Ende hat er mich zu einem besseren Sänger gemacht, was eine tolle Erfahrung war. 

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Sehr bald nach “The Voice” hast Du einen Plattenvertrag bei Universal unterschrieben. Ungeachtet der Tatsache, dass kroatische Künstler ihre Songs meist auf Kroatisch veröffentlichen, sind Deine auf Englisch. Was ist der Grund für Deine Wahl?

Ich habe von Kindesbeinen an englische Songs gehört, also ist das in meinem Ohr so hängengeblieben, denn auch meine Eltern haben viel englische Songs gehört. Es ist für mich auch einfacher, mich auf Englisch auszudrücken, denn Kroatisch ist umständlicher und hört sich ein wenig harsch an. Aber die Kroaten sind auch ein Stück liberaler geworden, wenn ein kroatischer Künstler Englisch singt, also bin ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Volksmusik ist in Kroatien sehr populär. Festivals wie das Splitski Festival oder Krapinski Festival werden von Jung und Alt gesehen. Wir wissen, dass Du ein Singer/Songwriter bist, aber kannst Du Dich auch mit dieser Art von Musik identifizieren?

Eigentlich kaum. In der Grundschule war die einzige Zeit, in der ich Volksmusik gespielt und gesungen habe. Das ist außerhalb meiner Komfortzone, obwohl ich viele dieser Songs mag und die Leute bewundere, die sie singen können.

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Kommen wir mit der letzten Frage noch einmal zum ESC zurück. Hast Du den Wettbewerb verfolgt? Und welches sind Deine Lieblingsbeiträge? 

Oh ja, ich bin großer ESC-Fan! Ich finde immer Beiträge, die ich mag. Ich war sehr zufrieden mit Måneskin und ihrem Sieg, aber es waren viele gute Songs dabei letztes Jahr. Mein Lieblingsbeitrag aller Zeiten ist Dadi Freyr’s Song „Think About Things“. Ich habe ihren Vibe geliebt und den groovy Song, aber leider wurde der ESC 2020 ja aufgrund von Covid 19 abgesagt. Mein Lieblingsgewinner ist Måns Zelmerlöw 2015 mit „Heroes“. Schweden hat immer sehr gute Songs und ich bewundere sie dafür.

Eric, noch einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und viel Erfolg für die Dora!

Eric Vidović startet am Samstag von Startplatz 9 beim kroatischen Vorentscheid DORA 2022 in Opatija. Wie findet Ihr „I Found You“ und was glaubt Ihr, kann er nach seinem Erfolg mit seinem Debütalbum das Ticket nach Turin lösen?

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Ein Kommentar

  1. Eric Vidović hat äußerlich Ähnlichkeit mit der Schweizer Schrei-Heulboje. Nur Erics Musik und seine Stimme gefällt mir um Längen besser.

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