Live-Blog Island: Finale Söngvakeppnin 2024

Collage: RÚV / Ómar Örn Hauksson

Nach zwei spannenden Halbfinalen am letzten und vorletzten Wochenende entscheidet sich heute Abend, wer das diesjährige Söngvakeppnin gewinnen wird und damit Island beim Eurovision Song Contest 2024 in Malmö repräsentieren darf. Es gehen insgesamt fünf Beiträge ins Rennen. Wir begleiten die Show aus Reykjavik ab 20:45 Uhr mit diesem Live-Blog.

In den beiden Söngvakeppnin-Halbfinalen am vorletzten und letzten Samstag haben sich jeweils zwei Beiträge direkt für das Finale qualifiziert. Im ersten Halbfinale waren das ANITA und VÆB. Im zweiten Halbfinale waren es Hera Björk und Bashar Murad. Außerdem konnte das isländische Fernsehen aus allen ausgeschiedenen Songs noch einen weiteren für das Finale benennen. Hier fiel die Wahl auf Sigga Ózk.

So sind nun also fünf Beiträge im Finale, von denen einer dann der Song für Malmö wird. Im Moment wird Island von den Wettenden mit der dritthöchsten Siegchance beim ESC gehandelt. Ein Grund dafür dürfte die Teilnahme des palästinensischen Künstlers Bashar Murad sein. Möglicherweise seinetwegen hat der Fernsehsender RÚV die Verbindung zwischen dem Sieg bei Söngvakeppnin und der automatischen Teilnahme am ESC aufgehoben. Bisher hat nur Hera Björk gesagt, dass sie im Falle eines Sieger am ESC teilnehmen wird.

Während die Beiträge in den Halbfinalen auf Isländisch vorgetragen werden mussten, haben die Interpret/innen im Finale die freie Wahl. Demnach werden am Samstagabend nur VÆB bei der isländischen Version ihres Beitrags bleiben, die anderen wechseln zur englischen.

Die Beiträge werden in dieser Reihenfolge an den Start gehen:

  1. VÆB – Bíómynd
  2. Hera Björk – Scared of Heights
  3. ANITA – Downfall
  4. Bashar Murad – Wild West
  5. Sigga Ózk – Into The Atmosphere

Bei unserer Umfrage über die fünf Finalist/innen liegen bei euch Sigga Ózk und Bashar Murad Kopf-an-Kopf an der Spitze.

Das Finale von „Söngvakeppnin 2024“ startet am Samstagabend zur besten Sendezeit um 20:45 Uhr. Die Sendung kann hier im Live-Stream gesehen werden. Wir werden die Show in diesem Live-Blog mitverfolgen. Vor, während und nach der Sendung könnt Ihr die Geschehnisse unter diesem Beitrag kommentieren.

Guten Abend aus Hamburg! Gleich geht’s in Island los. Ich hoffe, Ihr seid vorbereitet und gut gelaunt. Es hat ja super gepasst, eben noch die sechs Mello-Beiträge zu sehen. I love „Banne mej“!

Ist das jetzt schon der Show-Auftakt oder noch die Promo. Im Hintergrund läuft in Reykjavik noch das Warm-Up. Aber jetzt geht’s los mit einem Rückblick bis Dadi. Nein, immer noch nicht. Das war nur ein Ausschnitt von „Think about things“. Ok, weiterhin Warum-Up-Programm. Also doch erst um 9 der richtige Show-Start? Jetzt offenbar nochmal Werbung. Dann aber.

Genau: Der Vorspann für Söngvakeppnin! Es geht los!! Wir steigen ein mit der ESC-Reise von Selma 1999. Sie wurde ja zweite beim ESC und ist heute Stargast in Reykjavik. Kommt sie jetzt als Opener? So ist es! Sie träge ein Lack-Teil mit Musterstrumpfhosen und hat m/w/d Hupfdohlen um sich. Seiht super aus. Sie ist wahrlich in shape und sieht phantastisch aus. Und das 25 Jahre nach ihrem Erfolg. Warum waren Sürpriz eigentlich nicht bei der deutschen VE in Berlin? Sie waren doch damals Dritte?! Toll, ein Dance Break. Und Pryro! Der NDR so: Wie, kein Solarium?

Die Moderatorin und die beiden Moderatoren betreten die Bühne. Sehr stylisch. Und sieh haben noch nichts zu ihrem Outfit gesagt und sich dafür gelobt. Die heutigen Acts werden vorgestellt. Sie halten Einzug in die Halle. Die Moderator/innen gehen durch die Songs und die Bühne zeigt, was sie an 3D-Effekten kann. Ich habe gerade mal geschaut: Island hat nur unbedeutend mehr Einwohner als der Berlin Stadtteil Treptow-Köpenick, wo die deutsche Vorentscheidung produziert wurde.

Die Abstimmungsmöglichkeiten werden erklärt. Und dann geht’s auch schon los. Der Einspieler für VÆB, die wie „vibe“ gesprochen werden. Der Einspieler ist schon länger…

1. VÆB – Bíómynd

Kino-Stimmung zum Einstieg. Die beiden tragen wieder ihre silberfarbenen Astronautenanzüge und haben einen Gorilla, die Prinzessin und einen „richtigen“ Astronauten auf der Bühne. Der Rap war noch gut, wenn auch überdreht. Der Gesang danach aber sehr schwach. Die Produktion des Songs klingt ziemlich dünn. Sie sind ja die einzigen, die auch heute auf Isländisch singen. Vielleicht besser so. Netter Gag mit der Verleihungssituation. Das wird sicher seine Fans bei den sehr jungen Zuschauer/innen finden, mich eher nicht. Wobei der der instrumentale Partyteil schon gut war.

4 von 10 Punkten

2. Hera Björk – Scared of Heights

Bodennebel! Und dann gleich eine Ansage. Guter Discobeat. Und Hera strahlt. Über die Stimme müssen wir uns bei ihr ja sowieso keine Gedanken machen. Oh, habe ich eine Bild-Ton-Schere? Aber es klingt gut. Der Refrain ist leider nicht so super stark. Das ist eine gute Disconummer – from the past. Schon sehr oft gehört, aber trotzdem uplifting. Und schöne graphische Effekte. Beim ESC haben vermutlich chancenlos. Ach, die Marie-Reim-Treppe. Love it!

7 von 10 Punkten

Nachdem das Publikum, also vor allem die Kinder Publikum „Cha-Cha-Cha“ gesungen haben, gab es eine Werbepause. Und aus der sind wir wieder zurück. Ich wechsle jetzt mal zur englischen Kommentierung. Da kriegt man ja gleich mehr von dem mit, was im Einspiel gesagt wird.

3. ANITA – Downfall

Toller Auftakt mit den Schatten der Sängerin und den Tänzer/innen. Gutes Farbenspiel. Das Lied ist ja ein Guilty Pleasure. ich mag den positiven Beat. Aber natürlich ist das auch ein Schlager. Herrlich, diese silberglänzenden Fächer. Der Gesang sitzt nicht in jedem Moment, oder ist das schlecht ausgesteuert? Die Pyro zum Finale ist etwas mager. Und ANITA ist scheinbar außer Atem – und zum Schluss auch out of tune. Ich lieb’s trotzdem.

8 von 10 Punkten

VÆB-Brüder werden interviewt. Sie zeigen die T-Shirts unter der Jacke und zeigen ihre mit Kuli gemalten Armtattoos von den Moderator/innen. Anschließend wird auch Hera interviewt – und ANITA gleich noch hinterher. Sie ist offenbar in ihrem anderen Leben auch noch Flugbegleiterin. Das sind multiple Begabungen.

Der Einspieler von Bashar ist natürlich auf Englisch.

4. Bashar Murad – Wild West

Bashar steht wieder mit vier Tänzer/innen auf der Bühne. Sie haben Jeans-Klamotten und die europäischen Sterne auf dem Rücken. Die Nummer ist ausgefeilt. Auch der LED-Boden werden voll eingebaut. Der Song hat natürlich eine Story. Der Effekt mit dem Hut, den Bashar auf die Kamera wirft, funktioniert auch jetzt gut. Der traditionelle Tanz aus dem Nahen Osten wirkt etwas komisch beim Wild Wild West. Zum Finale geht’s auch hier auf eine Treppe und der Sänger reißt sich seinen Umhang weg. Der Gesang ist insgesamt gut, aber nicht überwältigend.

7 von 10 Punkten

5. Sigga Ózk – Into The Atmosphere

Sigga sitzt allein in einem Sternenhimmel – und legt sich hin. Das lied baut sich super bis zum Refrain auf. Dann kommen auch die Tänzerinnen dazu. Das ist alles glänzende Eishöhle. Der Refrain ist leider extrem redundant. Ich freue mich auch immer, wenn der Song in meiner Playlist anfängt, aber der Hauptrefrain ist zu schwach. Aber Sigga hat eine tolle Ausstrahlung und der Gesang ist sicher! Sie wurde ja von RÚV für das Finale gesetzt. Vielleicht hoffen sie auf einen Sondereffekt durch die Jury?

9 von 10 Punkten

Die nationale Jury wird vorgestellt. Und dann kommt der erste Schnelldurchlauf. Der Gesang von VÆB ist wirklich schwach. Hera macht Spaß. Toll auch mit ihrer Windmaschine. ANITA hat einen Super-Beat, aber auch hier war der Gesang stellenweise problematisch. Offenbar müssen alle isländische Acts auf einem Podcast im Schnelldurchlauf stehen. Der Gesang von Bashar haut mich nicht um – im Gegensatz zu Sigga 🙂

Wir sind zurück aus der Werbung – und direkt wird Bashar interviewt. Er spricht geringfügig Isländisch. Und jetzt darf er noch auf Isländisch ein beliebtes Lied singen – und alle singen mit. Sigga darf jetzt immerhin so hoch singen, dass ein Glas kaputt geht. Kleiner Gag. Und sie darf auch noch singen und zwar ihren Vorjahresbeitrag – in Begleitung von einem der Moderatoren mit Akustik-Gitarre.

Weiterer Schnelldurchlauf. Anschließend präsentiert sich der neue Kameraarm von RÚV. Kann man machen. Die beiden männlichen Moderatoren schauen sich Ausschnitte aus früheren Söngvakeppnin-Beiträgen an. Schnelldurchlauf Nummer 3. Und dann ist das Voting vorbei.

Jetzt werden wir gleich erfahren, welche beiden Songs ins Superfinale kommen. Aber vorher nochmal Werbung. Natürlich. Aber jetzt ist es so weit. Im Superfinale sind

Hera Björk

Wow, das ist eine Überraschung. War sie das Kompromissangebot für den Mainstream? Aber ich freue mich für sie.

Bashar Murad

Ok, das war zu erwarten. Jetzt werden beide noch einmal auftreten. Ach, richtig. Das können Votes von der Jury gewesen sein. Jetzt im Superfinale gilt nur noch das Publikumsvoting. Also alle, die Bashar nicht wollen, müssten jetzt für Hera stimmen – und umgekehrt. Auch undankbar.

Jetzt gibt’s erstmal ein paar schöne Söngvakeppnin-Erinnerungen durch die Jahre. Und dann steht Hera schon auf der Bühne. Sie liefert wieder perfekt ab. Keine Einsprüche. Der Song wird aber nicht aufregender.

Gleich danach sit Bashar dran. Auch er präsentiert seinen Beitrag ohne Auffälligkeiten. Im Interview danach spricht er auch die Lage in Palästina und dass er Island in jedem Moment dankbar sein würde.

Dann ist Diljá da und berichtet unter anderem von ihren Erfahrungen beim ESC in Liverpool. Es gibt einen Einspieler über ihre Söngvakeppnin-ESC-Reise. Bevor sie ihren Vorjahres-Siegersong singen darf, kommt noch ein Schnelldurchlauf. Ok, das ist jetzt aber noch nicht „Power“, sondern ein anderer Titel. Der geht dann aber in „Power“ über. Das klingt ganz vertraut und immer noch passen.

Ich habe jetzt auch mal gecheckt: Tatsächlich haben sowohl Hera als auch Bashar gesagt, dass sie in jedem Fall am ESC in Malmö teilnehmen wollen. Also, wer immer von den beiden gewinnt – sie oder ihn sollten wir im Mai in Malmö wiedersehen.

Nochmal Zeit für einen Schnelldurchlauf. Danach dann direkt wieder ein Werbebreak. Ok, jetzt wird’s ja direkt spannend.

HERA BJÖRK GEWINNT

Ich sage mal so: Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich freue mich natürlich für sie, dass sie nach 14 Jahren wieder Island beim ESC vertreten darf. Aber meine Erwartungen waren schon anders.

Der Siegerartikel, bei dem Ihr voten könnt, verzögert sich dadurch etwas 🙂

Ich bin immer noch sprachlos. Währenddessen hat Hera die Trophäe von Diljá bekommen und darf ihren Siegertitel nochmal singen. Dann endet die Show in Reykjavik. Mittlerweile ist auch der Voting-Artikel raus. Ich bin auf Eure Meinung zum Song von Hera gespannt.

Vielen Dank an alle, die heute Abend dabei waren. Gute Nacht!



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328 Comments
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Aka Nichts
Aka Nichts
2 Jahre zuvor

Eigentlich fand ich Hera auch nicht so stark… andererseits habe ich mich gerade beim Mitsingen während ihrer Siegerperformance erwischt^^

AllMighty26
AllMighty26
2 Jahre zuvor

Ich lach mich gerade schlapp. Da haben sich die Isländer ja echt verzockt 😂😂

Tamara
Mitglied
2 Jahre zuvor
Reply to  AllMighty26

Ich auch.

Trevoristos
Trevoristos
2 Jahre zuvor
Reply to  AllMighty26

finde sie haben es sachlich entschieden. Hera war halt ‚besser‘ als Bashar aus ihrer Sicht. Vollkommen richtig, dass sie nicht auf die Odds geschielt haben wie die ESC Bubble es jede gefühlte halbe Stunde tut (ich schliesse mich da nicht aus ^^). Gut gab sicher auch welche dabei, die Hera ne Stimme gaben, weil ihnen die ganze ‚Politisierung‘ gegen den Strich ging. Kann man auch gewisses Verständnis für haben.
Wäre aber schon was klüger gewesen da jemand gehabt zu haben aus Palästina, der auch richtig gut singen kann und einen überzeugenderen Song gehabt hätte. Solche Leute gibt es da reichlich.

Kati97
Kati97
2 Jahre zuvor

Habe mir den Song von Bashar mittlerweile schöngehört und er wird in meine Playlist Einzug finden, dennoch Glückwunsch an Hera! Hatte von dem Song ganz random einen Ohrwurm heute mittag aber die isländische Version.

Lenya
Lenya
2 Jahre zuvor

Noch nie so glücklich gewesen dass ein Künstler zum Glück verhindert wurde

rainer1
rainer1
2 Jahre zuvor

Gut so und damit wäre der spuk beendet. Ich hoffe das nie mehr ein sender auf die idee kommt, mit so einem heiklen thema auf punktejagd zu gehen. Gratulation an hera.

mauve
mauve
2 Jahre zuvor

Da wird Island bald in den Odds runterpurzeln. Und im Semi wird wohl dann auch noch ein Platz frei. 😉

marcomunetti
Mitglied
marcomunetti
2 Jahre zuvor

Tja, Island bzw. RUV hat sich selbst ins Abseits gestellt mit den Aktionen rund um Bashar und allfälligen Boykotts. Dass das Islandäische Volk ihnen dafür die Quittung präsentiert überrascht zwar, aber ich mag es RUV richtig gönnen, dass die nun betröppelt dastehen. Bashar tut mir leid, er wurde da unnötig ins Kreuzfeuer gestellt und sehr viele Leute freuen sich, dass er verloren hat, was eigentlich unfair ist. ABER es wird dadurch keine Diskusionen/Politikums, etc. geben in Malmö, und DAS ist für mich das Wichtigste.

Festivalknüller
Festivalknüller
2 Jahre zuvor

Super gewählt ! Und die Bubble ist geplatzt ! Ein schönes Ergebnis !

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Lass mich raten, Du magst auch Melfest?

Micha
Micha
2 Jahre zuvor

Ich mochte Hera 2010 wirklich sehr und fand sie viel zu schlecht bewertet!
In diesem Jahr ist aber wahrscheinlich im Halbfinale AUS!

4porcelli - keep the 🦦 warm United24
4porcelli - keep the 🦦 warm United24
2 Jahre zuvor

Manche Kommentare zum Ergebnis sind unter aller Sau.