Live-Blog Norwegen: Finale Norsk Melodi Grand Prix 2020

Nach mehreren Wochen aufregender Halbfinale steigt heute in Trondheim das Finale des Norsk Melodi Grand Prix 2020. In diesem besonderen Jubiliäumsjahr der norwegischen Vorentscheidung hat sich der norwegische Rundfunk NRK ein besonderes nationales Auswahlverfahren überlegt. Nun findet der Vorentscheid sein Ende und damit auch den norwegischen Act, der das Land in Rotterdam vertreten wird.

Hier noch einmal ein Überblick über die in folgender Reihenfolge am Finale teilnehmenden Künstler:

  1. Raylee – „Wild“
  2. Didrik & Emil – „Out of Air“
  3. Magnus Bokn – „Over the Sea“
  4. Akuvi – „Som du er“
  5. Kristin Husøy – „Pray For Me“
  6. Rein Alexander – „One Last Time“
  7. Tone Damli – „Hurts Sometimes“
  8. Sondrey – „Take My Time“
  9. Ulrikke Brandstorp – „Attention“
  10. Liza Vassilieva – „I Am Gay“

Die Songs der zehn Acts, die heute Abend antreten, könnt ihr über diesen Link hier anhören. Vorab haben wir Euch bereits gefragt, welcher der Songs Euch am meisten gefällt. Gewinnerin der Umfrage ist Ulrikke Brandstorp (Aufmacherfoto) mit ihrem Beitrag „Attention“, gefolgt von Rein Alexander und Raylee. Tone Damli, Liza Vassilieva und Sondrey kommen bei Euch anscheinend nicht so gut an – die drei belegen in dem Umfrageergebnis die letzten drei Plätze.

Norsk Melodi Grand Prix 2020: Welcher Final-Beitrag gefällt Dir am besten?

  • Ulrikke Brandstorp - Attention (31%, 136 Votes)
  • Rein Alexander - One Last Time (19%, 81 Votes)
  • Raylee - Wild (15%, 67 Votes)
  • Magnus Bokn - Over the See (11%, 49 Votes)
  • Didrik & Emil Solli-Tangen - Out of Air (6%, 25 Votes)
  • Kristin Husøy - Pray For Me (6%, 24 Votes)
  • Akuvi - Som du er (4%, 18 Votes)
  • Tone Damli - Hurts Sometime (4%, 18 Votes)
  • Liza Vassilieva - I Am Gay (3%, 13 Votes)
  • Sondrey - Take My Time (1%, 5 Votes)

Total Voters: 436

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Die vier Beiträge, die vom Publikum die meisten Stimmen erhalten, ziehen in das Gold Final ein. Über diese verbleibenden Songs wird dann erneut abgestimmt. Zwei Lieder ziehen schließlich in die letzte Abstimmungsrunde ein. Der Gewinner dieser Runde wird Norwegen beim ESC in Rotterdam vertreten. Dort wird Norwegen im ersten Halbfinale in der zweiten Hälfte starten.

Die Show heute beginnt um 19:50 Uhr. Das Finale des Norsk Melodi Grand Prix könnt Ihr über diesen Link live verfolgen. Wir sind natürlich auch ständig mit dabei und dokumentieren für Euch das Geschehen. Außerdem freuen wir uns auf Eure Kommentare unter diesem Beitrag.

Euch allen einen schönen guten Abend! In wenigen Augenblicken ist es soweit und das Finale von Norsk Melodi Grand Prix beginnt. Uns erwartet natürlich eine spannende Show mit offenem Ausgang. Was meint Ihr, wer am Ende nach Rotterdam fahren wird?

Ich werde mit Euch gemeinsam die zehn Songs des Abends bewerten, dabei geht es von null Punkten für ganz furchtbar bis zehn für eine ausgezeichnete Performance.

Raylee – „Wild“

Und es geht los! Den Auftakt macht Raylee mit „Wild“. Ihr Auftritt sieht im großen und ganzen ähnlich wie bereits in der ersten Vorrunde aus – ein schwingungsvoller Auftakt in Trondheim! Das sah doch insgesamt sehr rund und gelungen aus… reicht das für Rotterdam? Von mir gibt es 6,5/10 Punkten.

Didrik & Emil – „Out of Air“

Und nun weiter mit Didrik & Emil. Von ihnen gibt es einen Auftritt, der ebenfalls dem der Vorrunde ähnelt. Die beiden harmonieren gut zusammen. Über den Song kann man aber (meiner Meinung nach) streiten… aber ihre Anhängerschaft könnte sie mit Sicherheit unter die letzten vier tragen. Von mir gibt es (nur) 5/10 Punkten.

Magnus Bokn – „Over the Sea“

Als Nächstes steht Magnus Bokn mit „Over the Sea“ an der Reihe. Davor Schalte in den Greenroom, zu sehen ist eine sichtlich erfreute Raylee. Auch Didrik & Emil bekommen von den Hosts extra Sendezeit aus dem Greenroom.

Magnus liefert ein stimmiges Bühnenbild. Da fühlt man sich doch direkt am Meer! Seine Tänzer sind auch wieder dabei, fröhliche Stimmung auf der Bühne. Für Rotterdam ist die Darbietung wohl aber zu gewöhnlich und der Song könnte am heutigen Abend untergehen… 4,5/10 Punkten.

Akuvi – „Som du er“

Als Nächstes steht Akuvi an der Reihe mit „Som du er“. Ob es ihr helfen wird, dass sie als Erste am Abend auf Norwegisch singt? Mit ihren Tänzern kreiert sie eine leichte und mitnehmende Atmosphäre. In einer größeren Halle würde das sicher noch besser rüber kommen. Auch das Feuerwerk ist am Start. Mir gefällt’s – dafür 7 Punkte.

Kristin Husøy – „Pray For Me“

Jetzt geht es weiter mit Kristin. Ihren Song bringt sie sicher und solide rüber. Ihr Auftritt könnte aber möglicherweise etwas statisch rüberkommen – bis auf das Händeklatschen kam da doch nicht so viel. Für den starken Song gibt es aber trotzdem noch 6 Punkte von mir.

Rein Alexander – „One Last Time“

Weiter mit Rein Alexander. Könnte er es heute nach Rotterdam schaffen? Wie auch in der Vorrunde bringt er den Song sehr authentisch und im typischen skandinavischen Flair rüber. Das hat ja schon in der Vorrunde gut geklappt. Auf der Bühne wirkt er erneut sehr sicher, stimmlich scheint es auch zu funktionieren. Dafür von mir – aufgrund des Songs, der mir wirklich nicht gefällt – 4 Punkte.

Tone Damli – „Hurts Sometimes“

Weiter geht es mit Tone Damli. Das Publikum macht die Taschenlampen an – super! Stimmlich wirkt das solide, aber auch nicht überragend. Den Song bringt sie gut rüber, als erfahrene Performerin hat sie das natürlich auch drauf. Von mir gibt es für die solid Performance 6 Punkte.

Sondrey – „Take My Time“

Es geht los mit einem sehr gut inszenierten Aufmacherbild. Sondrey wird durch die Lichteffekte und das übergroße Leuchtschwert (oder was ist das?) gut in Szene gesetzt. Dem Publik scheint das ebenfalls zu gefallen. Im Gegensatz zur Performance fällt der Song dann fast etwas ab. Für den Sound, der auch von The Weeknd kommen könnte, gibt es 6 Punkte.

Ulrikke Brandstorp – „Attention“

Jetzt die vermeintliche Favoritin. Die in Norwegen immer vertretene Geige ist direkt am Start. Die Bühne ist sehr gut in Szene gesetzt. Aber wo kommt dieses Kleid her? Das passt ja irgendwie nicht wirklich. Stimmlich wie immer sehr sicher. Und jetzt die Extraeffekte… die Halle tobt! Standing Ovations und von mir gibt es 9 Punkte.

Liza Vassilieva – „I Am Gay“

Bunte Farben auf der Bühne.. Zeit für „I Am Gay“! Liza wirkt sicher auf der Bühne, das Outfit könnte aber auch ein Regenmantel sein.. aber zum Auftritt passt es. Stimmlich scheint es aber zu passen. Von mir für einen soliden Auftritt 5,5 Punkte.

Damit haben wir bereits alle zwölf Auftritte gesehen und es geht in den Schnelldurchlauf. Wer hat Euch am meisten überzeugt? Und was glaubt Ihr, wer es unter die ersten Vier schaffen wird?

Weil Flos Computer gerade den Geist aufgegeben hat, übernehme ich, Benny, jetzt hier mal kurz. Riesen Skandal in Norwegen – das Online-Voting, auf das man so stolz war und das man in den letzten Wochen immer wieder kommunikativ in den Vordergrund gestellt hat, hat nicht funktioniert, deshalb wurden die vier Goldfinalisten nun von einer Back-Up-Jury bestimmt.

Das hier sind die vier Goldfinalisten:

Liza Vassilieva – „I Am Gay“

Ulrikke Brandstorp – „Attention“

Kristin Husøy – „Pray For Me“

Raylee – „Wild“

Wir sehen also in Rotterdam auf jeden Fall eine Frau für Norwegen. Was für eine verrückte Situation…

…und ich frage mich gerade, ob die IT-Probleme in Norwegen und bei Flo im hohen Norden zusammenhängen? Ich wittere da eine Verschwörung.

Guten Abend zusammen, hier meldet sich spontan Peter aus dem Office, der für Flo einspringt und für den fantastischen MGP mit den Jobs, die ich heute noch erledigen muss, pausiert.

Ganz aktuell schreibt Douze Points aus der Halle, dass das Abstimmungstool jetzt wieder funktioniert.

Wirklich schade, dass die technischen Probleme eine großartige, top inszenierte Show (die ich während der Arbeit auf einem Zweit-Laptop verfolgt habe) etwas überschatten. Was war das z.B. für ein beschwingter sympathischen Voting-Pausenact! Es ist eine gute Idee, Schulklassen, Vereine usw. (wenn ich das richtig verstanden habe) die MGP Klassiker vortragen zu lassen, denn so schlägt man eine riesige Identifikationsbrücke vom Publikum zur norwegischen ESC Geschichte.

Es wird spannend! Das nächste Ergebnis steht an!

Kristin ist die Erste im Superfinale!

Mein Favorit: Attention!

Mein Wunsch: I am gay! (Soooo camp.)

Ulrikke macht´s! Da hatte Douze Points den richtigen Riecher, der Ulrikke bereits für ESC kompakt interviewt hatte.

Der norwegische ESC Beitrag 2020 wird in englischer Sprache sein, so viel steht jetzt fest.

Kristin bringt jetzt „Pray for me“ noch einmal zu Gehör. Mich erinnert die erste Minute ein wenig an Lena. Kristin sieht super aus in dem gestreiften Anzug mit tief geschnittenem Blazer, sehr cool. Das Finale in der dritten mit den vier männlichen Background-Boys, die auch als Tänzer rüberkommen, macht die Inszenierung rund, das könnte so auch in Rotterdam dargeboten werden.

Douze Point textet in unsere WhatsApp-Gruppe aus der Halle: „Es ist wie GER 2014 und 2015, die Profis werden verbrannt.“ Und: „Unter den letzten vier waren drei aus den Semis und Ulrikke als einzige gesetzte.“

Dieses Statement aus dem hohen Norden (um nicht zu sagen, aus einem Ort unweit der Nebel von Norwegen) gibt mir die Chance, ein paar schluchzende Tränen über das Ausscheiden von Didrik und supersmart und supersexy Emil zu vergießen.

Jetzt singt Ulrikke noch mal. Glamourös, stimmlich kraftvoll, sympathisch, aber nicht so großes Kino wie bei Kristin. Sie hat allerdings den besseren Song. Irgendwie erinnern mich dieses goldene Kleid und die Pyro und z.T. auch die Schnitte an Makedas Auftritt beim letzten deutschen Finale (aus der Zeit, als es sowas noch gab). Allerdings ist das, was in Trondheim passiert erste Bundesliga statt der dritten. Und „Attention“ hat Top Ten Potential.

Es folgt ein kurzer Schnelldurchlauf, dann betritt Jon Ola Sand die Bühne und spricht fließend norwegisch. Im Vergleich zu den Moderatoren ist er etwas underdressed mit dem offenen weißen Hemd und dem blauen Blazer, der farblich leider nicht zur schlecht sitzenden Hose passt. Aber Jon Ola ist im Heimatland viel entspannter, fast ausgelassen, viel überzeugender als bei seinen offiziellen, tendenziell stocksteifen (no pun intended) Auftritten.

Die nächste Voting-Pausen-MAZ reiht bits and pieces aus der norwegischen ESC Geschichte hintereinander, diesmal kann man die Originale noch einmal bewundern. Elisabeth Andreassens „I evighet“ ist auch dabei und ich bin richtiggehend touched. Mit ihr und Hanne Krogh (zusammen „Bobbysocks“) haben Janni und ich nach einem EiC-Abend in Amsterdam mal drei Gin Tonics getrunken, einer der besten Momente meines ESC Lebens. Das beste Selfie so far ist dabei auch entstanden.

Douze Points schickt einen Screenshot, aus dem hervorgeht, dass er dreimal für Ulrikke abgestimmt hat. „Ich habe gemacht, was ich kann.“

Das Voting wird verlesen von vier prominenten Jurysprechern, darunter Margret Berger, getrennt nach fünf Regionen.

Kristin wird´s wohl schaffen…

Nein, doch nicht.

Kristin lag bis zur fünften Region vorne, aber am Ende gewinnt Ulrikke mit 5T Anrufen Vorsprung, 200.345 Anrufer statt 194.667 für Kristin.

MGP 2020 Ergebnistableau

Ulrikke singt ihren norwegischen ESC Beitrag 2020 „Attention“ ein weiteres Mal und muß mehrfach vor Rührung und Begeisterung unterbrechen.

Das war´s für mich heute, die Pflicht ruft wieder. Ich grüße Euch alle herzlich, es war mir eine Ehre, hier kurz einzuspringen. Ganz besonders herzlich grüße ich den armen Flo (Laptop außer Gefecht) und in Trondheim Douze Points und Norman und Sven. Feiert schön und gratuliert Ulrikke herzlich von ESC kompakt. Hier das superlesenswerte Interview von Douze Points: „Ich traue meinem Song den ESC Sieg zu.“ Well, Mission 1/3 accomplished.


302 Kommentare

  1. Schön, dass es Ulrikke geschafft hat. 🙂 Aber interessant, dass sich die Stimmverhältnisse je nach Region so krass unterscheiden.

  2. Na ja. Gewinnen wird Norwegen in Rotterdam mit Ulrikke nicht, aber es wird sich auch nicht mit ihr blamieren. Für die Blamagen sorgen dann wieder wir und unsere britischen Freunde.

  3. Meine Güte war das spannend! Nach den Stimmen aus dem Süden und der Mitte Norwegens schlug das Pendel auf einmal zu Gunsten von Kristin aus! Am Ende hat der Osten Norwegens Ulrikke noch den Sieg beschert!

  4. Der norwegische Melodi Grand Prix war dieses Jahr wirklich ein Meisterwerk! Hat echt Spaß gemacht. Ulrikke als Siegerin…. naja. Bislang steht noch kein einziger Beitrag für Rotterdam fest, mit dem ich was anfangen kann.

  5. Okay. Altmodische ESC-Nummer, die außerhalb eines ESC niemals niemals niemals irgendwo funktioniere würde, siegt. Meinetwegen.Ich weine mich deswegen nun nicht in den Schlaf. Aber es ist so furchtbar belanglos und extrem kalkuliert. Schade. Norwegen hatte moderne(re) Sachen im Angebot heute abend. Aber es ist halt ESC, da gewinnt dann so eine Schnarch-Nummer im güldenen Kleid.

    • Ist wohl in Norwegen auch nicht anderst als z.B. bei uns – da sind geile Acts im Rennen und die Schnarchnummer hat die Nase vorn….laaaaaaaaaaannnnnnnnggggweillliiigggggggg!!

  6. Tolle Show. Die Norweger können es einfach. Und alles nicht ganz so überdreht wie in Schweden.
    Lied und Auftritt sind so la la. Da gefällt mir der parallel gewählte Litauische Sieger deutlich besser.

  7. ich halte fest,ein song,der sich fast 1:1 an arcade entlanghangelt gewinnt den vorentscheid – das hat einen sehr faden beigeschmack – wenn jetzt noch beautiful lie bei den esten gewinnt haben wir ein gerangel (stand jetzt) um den besten arcade wiedergänger. 😀
    die jubelperserei über solchergleichen bringt den ESC im sinne der musik bestimmt nicht weiter.

    • Das stimmt schon, aber weiter „im sinne der musik“ bringt der MGP den ESC nach meinem Empfinden sowieso nicht, jedenfalls nicht dieses Jahr!

      • ach ich bin halt ein optimist – zumindest in sachen musik. 😀
        ich habe die ESC-90er ertragen – von daher bin ich sehr zufrieden was im letzten jahrzehnt musikalisch so dargeboten wurde.

  8. Ein Voting-Krimi! Schade um Kristin, aber Ulrikke geht klar, wenn sie die schöne goldene Pyro auch in Rotterdam behalten ❤ War ein schöner Abend 🙂

  9. ENDLICH! ENDLICH! ENDLICH! hat mal der richtige Act gewonnen!
    Ulrikke hat es mehr als verdient!
    Und ich finde überhaupt nicht das der Song wie „Arcade“ klingt. Ich finde „Attention“ sogar noch um einiges besser.

    Also in Rotterdam wird Norwegen bestimmt nicht letzter werden. Ich schätze sie werden gerechtfertigter weise wieder in den Top 10 landen.

  10. Sie könnte ähnlich abschneiden wie Tamara Todevska, bei den Jurys top und beim Publikum so im Mittelfeld – insgesamt dann etwa so um Platz 10.

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