Es wird eine der denkwürdigsten Vorentscheidungen, die es je für den Eurovision Song Contest gegeben hat: die ukrainische Auswahl Vidbir 2023 am Nachmittag des 17. Dezember. Aufgrund des russischen Angriffskriegs wird die Show live aus einem Bombenschutzbunker in der U-Bahn-Station Majdan Nesaleschnosti im Herzen von Kiew übertragen. Zehn Künstler/innen singen um das Ticket für den ESC in Liverpool, der aufgrund des Sieges von Kalush Orchestra in Turin eigentlich hätte in der Ukraine stattfinden sollen. Gegen 20 Uhr deutscher Zeit kennen wir dann den ersten ESC-Beitrag der Saison 2023. Wir begleiten die Vorentscheidung mit diesem Live-Blog.
Die Symbolik könnte nicht größer sein: Mitten im bereits zehn Monate währenden Krieg richtet die von Russland angegriffene und nicht nur in Bezug auf die Infrastruktur erheblich zerstörte Ukraine einen Musikwettbewerb aus – und das auch noch am Majdan Nesaleschnosti, dem Unabhängigkeitsplatz. Dort fanden 2004 die größten Demonstrationen der Orangen Revolution statt (u.a. wurde Wiktor Juschtschenko, dessen Farbe in der Wahlkampagne orange war, mit einem in Russland hergestellten Präparat vergiftet). Zehn Jahre später wurden dort bei den Demonstrationen gegen den pro-russischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch über 100 Menschen getötet und um die 1.000 verletzt.
Danach besetzte Russland die Krim und erhöhte den Druck auf den Donbass. Nach allen diesen ständigen Attacken und Einmischungen Russlands in die ukrainische Politik befinden sich die Länder nunmehr im offenen Krieg. Und genau an dem so bedeutenden Unabhängigkeitsplatz, genauer gesagt unter ihm in einer U-Bahn-Station, zeigt die Ukraine mit der Vorentscheidung für den ESC, dass sie sich von Russland nicht unterdrücken lässt, sondern ihren eigenen Weg geht.
Für die Moderation kommen bekannte ESC-Persönlichkeiten des Landes zum Einsatz: Timur Miroschnytschenko (ESC-Moderator 2017), Zlata Ohnjewitsch (ESC 2013) und Kateryna Pawlenko (ESC 2020 und 2021). Die Entscheidung über den bzw. die Siegerin fällen das Publikum und eine Jury mit jeweils 50% der Stimmen. Die Jury wurde per Online-Abstimmung ausgewählt und besteht aus der ESC 2016-Gewinnerin Jamala, Antytila–Leadsänger Taras Topolia und der Sängerin Julija Sanina.
Interessierte Künstlerinnen und Künstler konnten sich für die ukrainische Vorentscheidung bewerben. Eine interne Jury wählte zunächst 36 Acts für die Vidbir-Longlist aus. Am 17. November wurden dann die zehn Finalist/innen bekanntgegeben. Zwei Wochen später folgte die Veröffentlichung der Songs sowie die Auslosung der Startreihenfolge:
01: Moisei – I’m Not Alone
02: OY Sound System – Ой, тужу (Oj, tuschu)
03: DEMCHUK – Alive
04: Jerry Heil – When God Shut The Door
05: FIINKA – Довбуш (Dowbusch)
06: KRUTЬ – Колискова (Koliskowa (Schlaflied))
07: Tember Blanche – Я вдома (Ja wdoma (Ich bin zu Hause))
08: Angelina – Stronger
09: 2TONE – Квітка (Kwitka (Blume))
10: TVORCHI – Heart Of Steel
Nach Veröffentlichung der Beiträge haben wir Euch nach Euren Favoriten gefragt und so sieht das Ergebnis aktuell aus (bis zum Beginn der Show könnt Ihr noch an der Umfrage teilnehmen):
Vidbir 2023: Welche bis zu drei Songs sind eure Favoriten?
- Jerry Heil – „When God Shut The Door“ (27%, 186 Votes)
- KRUTЬ – „Колискова“ (16%, 114 Votes)
- FIINKA – „Довбуш“ (10%, 72 Votes)
- Moisei – „I’m Not Alone“ (9%, 62 Votes)
- Angelina – „Stronger“ (8%, 59 Votes)
- OY Sound System – „Ой, тужу“ (8%, 55 Votes)
- TVORCHI – „Heart Of Steel“ (8%, 55 Votes)
- 2TONE – „Квітка“ (5%, 36 Votes)
- DEMCHUK – „Alive“ (5%, 35 Votes)
- Tember Blanche – „Я вдома“ (3%, 21 Votes)
Total Voters: 357
Die Show am Samstagnachmittag wird über YouTube und Eurovision.ua gestreamt. Sie beginnt um 16 Uhr deutscher Zeit und endet um 20 Uhr. Von 18 bis 19 Uhr, also vermutlich in der Abstimmungspause, soll eine Dokumentation über den Sieg von Kalush Orchestra beim ESC 2022 in Turin gezeigt werden. Wir bloggen die Show an dieser Stelle live und Ihr könnt die Geschehnisse vor, während und nach der Sendung unter diesem Beitrag zu kommentieren.
Hallo und einen schönen Samstagnachmittag aus Berlin-Schöneberg. Von hier blogge ich heute mit Blogfreund Normi die ukrainische Vorentscheidung. Der Youtube-Link sagt, dass es in 7 Minuten losgeht und bereits 3.110 Personen warten. Ich freue mich auf eine außergewöhnliche Vorentscheidung zusammen mit Euch.
Die Show beginnt mit Erinnerungen an den Kriegsstart am 24. Februar und Statements der Künstler/innen. In emotionalen Bildern wird gezeigt, wie die Ukrainer auch mit Gesang durch die Angst der Angriffe kommen bzw. gekommen sind. Dazu immer wieder Bilder vom ESC. Obwohl ich nichts verstehe, was die Personen sagen, ist das ergreifend.
Die Sendung beginnt hinter der Bühne fast in schwarz-weiß. Ein Mann (ich glaube, der künstlerische Leiter) geht auf die Bühne und setzt sich an ein E-Piano und beginnt zu spielen. Aus dem Dunkeln kommen immer mehr der Teilnehmer/innen dazu und singen ein Lied. Ich verstehe Slava Ukraini. Egal, wer hier heute als Sieger/in vom Platz geht, sie alle sind ein Team und unterstützen das Land. Es ist auch Publikum zu sehen.
Die Bühne ist nicht sehr groß und rund. Im Hintergrund gibt es eine LED-Wand. Dazu kommen diverse Lichteffekte. Wenn man nicht wüsste, dass das in einer U-Bahn-Station stattfindet, würde man nicht draufkommen. Das Publikum ist nicht so groß. Die Reihen fassen jeweils ca. 15-20 Stühle. Es ist also auch recht schmal. Dynamisch geht die Eröffnungsnummer mit großem Jubel zu Ende. Dann betreten die drei Moderator/innen die Bühne: Timur, Zlata und Kateryna.
Die Jury wird vorgestellt. Die drei Juror/innen sitzen hinter dem Publikum.
Und schon wird der erste Künstler angekündigt. Moisei sitzt auf einem Sessel im Studio/dem Bunker und gibt Kommentare. Außerdem werden Videos von ihm eingespielt, viele aus dem Krieg bzw. den zerstörten Ortschaften. Er ist ja als Musiker/Geiger an der Front im Internet bekannt geworden.
01: Moisei – I’m Not Alone
Moisei hält seine Geige vor dem Oberkörper. Er träge ein braunes T-Shirt und darüber braune Strickjacken sowie eine schwarze Hose. Er steht recht statisch und singt in das Mikrofon auf dem Stativ. Nach dem ersten Refrain kommt dann schon der erste Geigenteil. Man merkt schon, dass Moisei wenig Bühnenerfahrung hat. Normi meint, dass er wohl nicht gewinnen wird. Das Lied ist durchaus melodisch und die Geige macht es speziell. Aber die gesungenen Passagen sind doch recht schwach.
Wir geben 8 Punkte (maximal 20 Punkte möglich)
Timur sagt: Bravo. Zlata sagt etwas zu Moisei und umarmt ihn. Es folgt noch ein kurzes Interview mit dem Künstler. Er wirkt sehr erleichtert. Moisei verlässt die Bühne und die Juroren werden gleich zu ihrer Meinung befragt. Taras fängt an und doziert ganz schön lange. Er innert mit „Slava Ukraini“.
02: OY Sound System – Ой, тужу (Oj, tuschu)
Wie schon bei der Vorstellung der Acts vor zwei Wochen ist der Mann mit mit silberner Maske zu sehen. Hier ist der Hintergrund bei der Vorstellung verändert: Es sind Schaufensterpuppen mit Plastikfolio dorthin gestellt.
Die Bühne ist sehr rot. Die Sängerin trägt ein schwarzes Kleid mit silberfarbenen Applikationen und sie schaut sehr direkt in die Kamera. Neben dem DJ mit der Maske ist ein weiterer Sänger mit einem Schnauzer im Hintergrund zu sehen. Das Lied hat durchaus moderne Klubsoundvibes und dann wieder traditionellen Gesang, beides durchaus herausfordernd. Alles sehr artsy. Das muss man nicht mögen, Ecken und Kanten hat der Beitrag.
Wir geben 5 Punkte.
Dieses mal führt Kateryna das kurze Gespräch. Von den Juror/innen darf sich Juija Sanina äußern. Auch sie sagt, dass es ein durchaus experimentelles Lied ist.
03: DEMCHUK – Alive
Bei DEMCHUK ist der Hintergrund bei der Vorstellung grün. Es werden Bilder von seiner Teilnahme bei The Voice gezeigt. Auch hier gibt es im Einspieler Bezüge zum aktuelle Krieg und zum Leben seitdem, u.a. mit Blackouts.
Der Sänger ist mit einer leuchtenden Gitarre auf der Bühne und trägt eine pink-schwarze-College-Jacke. Dazu eine hellblaue Karottenjeans mit weißen Sneakers. Im Vergleich zu den vorherigen Beiträgen ist das hier – sicher auch wegen der englischen Sprache – viel eingängiger. Normi sagt aber auch: „Das haben wir aber auch schon achtmal gehört.“ Das Lied ist angenehm ruhig und auch DEMCHUKs Kopfstimme nervt mich nicht, im Gegenteil. Zum zweiten Refrain fliegen von den gelben Lampen auf der Bühne virtuelle Pusteblumen weg. Zum Ende landet noch ein Schmetterling auf seiner Hand.
Wir geben 13 Punkte.
Jamala äußert sich als Jurorin und sagt: fantastischno. Wir glauben, dass sie auch die Harmonien lobt.
Im Hintergrund wird die Bühne umgebaut. Das Rollen auf dem Steinboden hört man dann doch immer sehr deutlich. Aber ansonsten hält die Sendung zumal unter diesen Umständen alle professionellen Standards. Respekt!
Kurze Unterbrechung. Läuft jetzt in der Ukraine wirklich Werbung oder habe ich was verpasst. Jetzt ist das Bild mit wackeliger Kamera wieder da. Zlata wird von einer anderen Frau interviewt. Im Hintergrund sieht man, wie die Bühne gereinigt wird. Die Personen, die das machen, tragen ihre Winterjacken. Es scheint frisch zu sein da unten.
Ich erfahre gerade von Blogger Rick, dass das Rollen im Hintergrund tatsächlich die U-Bahn ist. Wir sind ja in einer U-Bahn-Station. Und offenbar dürfen die Züge nur zwischen den Liedern fahren. Krass.
Jetzt läuft ein Einspieler von den Probenarbeiten. Die Künstler/innen tragen dabei alle dicke Jacken. Eigentlich ein Wunder, dass alle fit sind und heute auftreten können. Es folgen weitere Ausschnitte von TV-Auftritten im Vorfeld, aber auch Einspieler mit den Reaktionen von Youtubern auf die ukrainischen Vorentscheid-Songs.
Nach einer doch recht langen Pause geht es weiter. Es ist bereits eine Stunde rum und wir haben erst drei Lieder geschafft.
04: Jerry Heil – When God Shut The Door
Sie wurde nicht im Studio interviewt. Aber natürlich gibt es auch hier eine ausführliche Vorstellung.
Die Sängerin steht unter einem beleuchteten Stoff-Pavillon. Sie trägt eine buntes Konstrukt aus Wohlfäden und auf dem Kopf einen vermutlichen traditionellen Kranz. Sie hat auch noch Kopfhörer auf. Neben ihr sind vier Hintergrundsängerinnen auf der Bühne.
Das Lied ist auch ein Crossover aus moderner und traditioneller Musik, aber viel gefälliger als OY Sound System. Im hinteren Teil wird es recht repetitiv, fast wie weißer Gesang. Das Hohohoho ist durchaus ikonisch. Auch das Lied hat Ecken und Kanten, nimmt die Zuschauer/innen aber durchaus mit.
Wir geben 13 Punkte.
Kateryna und Timur interviewen Jerry. Aus der Jury hören wir die Meinung von Juija Sanina, die scheint begeistert zu sein. Auch Taras äußert sich.
Entschuldigt, ich hatte gerade ein kleines technisches Problem und habe den Live-Blog kurzzeitig in den Papierkorb gepackt. Ich hoffe, es ist jetzt alles wieder da.
05: FIINKA – Довбуш (Dowbusch)
FIINKA ist sehr farbenfroh und folkloristisch in ihrer Vorstellung. Sie scheint sehr viel Energie zu haben.
Was für ein bunter Auftakt. FIINKA ist mit zwei Tängerinnen auf der Bühne. Ihre Outfits wirken wie eine Mischung aus ukrainischer Tradition und der indigener Völker Nordamerikas. Der Song ist wirklich dynamisch, wirkt aber oft auch off-tune. Normi meint: „Wenn man es verstehen würde, wäre es vielleicht gut.“ Ich mag das, aber die letzte Minute ist doch etwas anstrengend. Aber natürlich gehört so ein Beitrag in eine osteuropäische Vorentscheidung. Viel Applaus.
Wir geben 8 Punkte.
Jamala spricht von mehreren „absoluten Plus“ des Auftritts.
06: KRUTЬ – Колискова (Koliskowa (Schlaflied))
Die Zitter steht gleich zu Anfang voll im Fokus. Die Bühne ist dunkel. Es sind Ringe auf dem Boden zu sehen. Die Frisur erinnert an die der Albanierin in Baku. Die Sängerin trügt ein schwarzes Outfit einschließlich schwarzer langer Handschuhe mit rotem Hakelüberhang. Im Hintergrund sind drei Sänger/innen zu sehen. Der Gesang ist sehr intensiv. Zum Sprechgesang steht sie auf und übergibt die Zitter an einen Jungen, der ganz in weiß gekleidet ist. Dann färbt sich die Bühne rot und sie tanzt dazu. Es ist alles schon sehr pathetisch, erreicht mich aber.
Wir geben 12 Punkte (ich davon sieben).
Kateryna bittet Taras um seine Meinung. Es fällt ihm offenbar schwer, sich zu äußern. Ich weiß nicht, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist.
07: Tember Blanche – Я вдома (Ja wdoma (Ich bin zu Hause))
Das Duo sitzt für die Vorstellung zum Teil wieder im Studio, auf einem kleinen Sofa.
Schöner Auftakt. Das Pärchen steht sich gegenüber und singt sich an. Die Bühne wirkt etwas unaufgeräumt mit Pflanzen, Lampen, Bildern und Büchern. Sie trägt eine weiße Bluse und eine organe-farbene Hose, er eine senffarbenes Hemd mit brauner Hose. Er spielt außerdem Akkustik-Gitarre. In der zweiten Strophe interagieren die beiden und singen teilweise Rücken an Rücken. Der Gesang wird von ihr getragen. Der Titel „Ja wdoma“ kommt etwas häufig. Das Lied ist nett und wirkt natürlich, könnte aber ggf. etwas intensiver produziert sein. Zum Schluss sitzen sie auf der Bühne und sie greift sich eine Decke.
Wir geben 9 Punkte.
Während ich noch einen kleinen Ohrwurm habe, gibt Jamala ihre Meinung kund. Und dann ist es wieder Zeit für Werbung. In der Zwischenzeit bekommen wir wieder einen vorproduzierten Einspieler präsentiert und ein Interview mit der Jury.
Wir sind zurück und Kateryna und Timor kündigen den nächsten Act an.
08: Angelina – Stronger
Für ihre Interview-Situation versinkt das Studio in einem Blumenmeer. Außerdem steht sie in einem Video vor einem ausgebombten Wohnblock – möglicherweise hat sie dort vor dem Angriff Russlands gelebt. Das Leid ist greifbar.
Auftakt mit sehr melodischen Klavierklängen. Angelina ist von der Seite zu sehen und ein weißes Kleid mit Blumenrockteil, dazu schwarze Stiefel. Sie interagiert mit den Grafiken auf den LED-Schirmen. Das sind quasi angreifende Pflanzen. Der Refrain ist ja etwas dünn, aber auch ungewöhnlich. Im Hintergrund wird dann ein vertrauterer Popbass hörbar, was den Song zugänglicher macht. Aber so richtig reißt er mich nicht vom Hocker.
Da Normi schon während der Werbepause eingeschlafen ist, verdopple ich meine Punkte auf 10 Punkte.
Für die Jury spricht Jamala und es ist ein „Wow“ zu hören.
09: 2TONE – Квітка (Kwitka (Blume))
Auftakt mit einer Akustik-Gitarre. Das Bühnenbild ist schwarz-weiß. Der Sänger trägt einen Hoodie und darüber eine Jacke, seine Hose ist gestreift. Aber der Gesang ist wichtiger: er ist auf ukrainisch und wird zum Refrain druckvoller, einigermaßen rockig. Insgesamt sind fünf Personen auf der Bühne. Die zweite Strophe wird gerappt. Der Auftritt ist immer noch schwarz-weiß, einige Rottöne sind zu sehen. Zum Teil wird fast gegrowlt, aber es ist durchaus ein melodischer Refrain zu erkennen. Gitarrensolo von einem Mann mit Karohemd – und dann ist Schluss.
Wir geben 6 Punkte.
Taras spricht für die Jury und die Band scheint nicht ganz d’accord zu sein.
10: TVORCHI – Heart Of Steel
Mit starken Akkorden geht es in den letzten Beiträgen. Der Sänger trägt einen goldenen Anzug. Er steht vor einer vierteiligen LED-Wand, die unterschiedlich bespielt wird und ihn beleuchtet. Neben ihm ist noch das DJ mit auf der Bühne. Das Englisch ist natürlich perfekt. Nach dem Refrain kommen bei den Akkorden wieder kurze Orgelanleihen. Die Strophen sind durchaus eingängig, aber so richtig catchy ist es nicht. Im letzten Drittel kommen zwei Tänzer mit goldenden Masken mit auf die Bühne. Das ist auch nicht ganz einfach.
Wir geben 7 Punkte.
Während Jurorin Julija Sanina kritisiert, dass es keine eindeutige urkainische Musik gewesen sein (wenn ich das richtig verstanden habe), findet sie es wohl trotzdem gut? Man weiß es nicht.
Normi und ich haben übrigens als höchstes 13 Punkte gegeben, und zwar für DEMCHUK und Jerry Heil. Dahinter folgt mit 12 Punkten KRUTЬ.
Die drei Moderator/innen sind gemeinsam auf der Bühne. Denn jetzt sind alle zehn Beiträge durch. Jetzt dürfte es an die Abstimmung gehen. Und so ist es. Es folgt der erste Schnelldurchlauf. Und auch danach bleiben wir bei unserer Meinung. Gern DEMCHUK, und im Zweifel passt auch Jerry Heil.
Timur bedankt sich für die Moderation bis hierher. Sie geben das Dank zurück. Jetzt kommt offenbar die Doku über Kalush Orchestra und ihren ESC-Sieg. Danach gibt’s dann das Ergebnis der Vorentscheidung. Zunächst aber: Kurze Werbung bzw. Füllprogramm.
Jetzt läuft die Doku, sie scheint komplett auf ukrainisch zu sein. Insofern erspare ich mir und euch weitere Beschreibungen. Vielmehr melden wir uns, wenn die Show weitergeht.
So, es ist 19:22 Uhr und die Show geht weiter. Jetzt spielt der musikalische Leiter wieder auf dem E-Piano. Er hat zwei weitere mit sich auf der Bühne, die eher im Military-Look gekleidet sind.
Das Wort „Resultatuj“ fiel bereits. Wir sind gespannt. Vorher kommt aber noch ein Einspielter vom JESC. Im Moment moderiert übrigens nur Timur. Jetzt singt aber erstmal Zlata vom JESC. Dann wird Jamala angekündigt; es folgt ein Einspieler. Sie singt das Lied „Sinu“. Danach spricht Jamala auch auf Englisch und bedankt sich, dass wir dabei sind, wie sie zeigen, dass sie in der U-Bahn-Station Musik präsentieren. Sehr bewegend.
Ein weiterer Schnelldurchlauf. Dann wird der Countdown zurückgerechnet. Währenddessen kommt Verka Serduchka bereits mit ihrer Band auf die Bühne. Sie hat ihr Mütterchen dabei. Und sie machen direkt wieder Stimmung. Das zeigt jetzt die ganze Absurdität der Situation: Party-Musik bei der Vorentscheidung im Luftschutzbunker. Dieses Jahr 2022 macht mich kaputt. Riesiger Applaus.
Wieder ein Einspieler von den Proben. Also wieder Werbung für die Ukraine? Und eine weitere Schaltung „Backstage“, wobei es eher „Before the stage“ ist. Denn man sieht Timur und die Künstler/innen auf der Bühne, wie sie im Halbkreis stehen.
Wir sind zurück bei Timur auf der Bühne. Jetzt müssen die Ergebnisse kommen. Es werden noch einmal alle Künstler/innen genannt und gezeigt. Kalush Orchestra schicken einen Video-Gruß an die Kandidaten.
Und dann das Ergebnis von der Jury:
Moisie einen Punkt.
Zwei Punkte für Tember Blanche.
Die Punktvergabe wird auf die drei Juror/innen verteilt. Es wird nochmal erklärt, wonach die geurteilt haben.
Gleich folgend die Publikumsergebnisse. Aber erstmal fährt wieder eine U-Bahn vorbei. Es erscheint ein Man mit Anzug gibt den Umschlag mit dem Ergebnis an Timur.
Ein Punkt des Publikums an Angelina. Zwei an OY Sound System. Drei an Tember Blanche. Vier an DEMCHUK. Fünf an 2TONE. Sechs Moisei. Respekt. Sieben an FIINKA. Acht Punkte an Krutch.
TVORCHI gewinnt. Sie geben eine Dankesansprache. Der eine Sänger auch auf Englisch. Zum Schluss singen alle noch einmal gemeinsam ein ukrainisches Lied, das mit Slava Ukraini endet. Die Sieger treten nicht noch einmal auf.
Das ist am Ende also sehr knapp gewesen. Mit nur einem Punkt vor KRUTЬ und zwei Punkte vor Jerry Heil gewinnt also das Duo. Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg in Liverpool.
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KRUTЬ hat schon etwas absolut Magisches. Darf von mir aus gerne gewinnen.
06: KRUTЬ – Колискова
einfach toll – das ist ganz große kunst!
10/10
würde den ESC locker gewinnen.
Wow wow wow Krut!!
Gänsehaut pur
Krut‘ sowas von Schön. Ganz großes Kino. Ich liebe es. Gänsehaut als der Junge weiterspielt und sie aufsteht
Kateryna hat für meine Ohren leider keine so angenehme Sprechstimme.
Dafür hat sie ja auch keine angenehme Singstimme. 😉
🧌
KRUTb hat mich wortwörtlich in den Bann gezogen, bis zu dem Moment, in dem sie aufgestanden ist, und den Jungen ihre Bandura überlassen hat. Ich fand die Performence es wunderschön.
Oh je worüber reden sie, sind alle sehr traurig
Huch, stand da wer auf ihrem Kleid?
Wirklich ein schöner Song, aber Krut sollte ausschließlich im Sitzen performen. Das mit dem Kind hätte nicht sein müssen. Momentan ziehe ich FIINKA vor.
Tember Blanche ist ganz okay. So zum nebenher hören
Sorry sollte hier nicht hin
KRUTb könnte es heute schaffen
Hallo, bin etwas spät, aber macht ja nichts.
Hier nochmal das letzte Album von KRUTЬ zum durchhören (Anspieltipp: „Чи ти мій сон“):
Danke! 🙂
Hör ich mir morgen an beim Geschenke einpacken.
Ja, KRUTb hat heute gute Chancen. Aber musste da ein Kind mit auf die Bühne. Ist beim ESC ja nicht erlaubt, braucht man beim VE dann auch nicht.
Was ist da dran so schlimm
Macht den ganzen Auftritt für mich unsymphatisch, wenn man versucht über den „Tiere und Kinder ziehen immer“-Effekt zu punkten.
Na ja, es ist ein Schlaflied für ein Kind… Daher ist es schon passend, dass Sie es zu einem Kind singt. Allerdings bin ich auch froh, dass das beim ESC nicht möglich sein wird und man dafür sicher noch eine kreativere Idee finden wird.
Tember Blanche ist ein Ohrwurm,habe ich sofort wieder erkannt.
Tember Blanche: das Lied ist mir etwas zu simpel; der Mittelteil reißt es nicht wirklich raus. Seine Gesangsbeiträge erinnern mit an Bert von Cindy & Bert. Aber: sehr sympathisch!
4/10
07: Tember Blanche – Я вдома (Ja wdoma (Ich bin zu Hause))
solide – etwas besser wie einige andere songs daher 6/10.
Och meno. Macht doch mal früher eine Vorankündigung, heute morgen war da noch nichts zu lesen und der Termin ist so ungewöhnlich. Ich will ESC-vollversorgung und mir keine eigenen Gedanken zu Terminen machen müssen. Ansonsten wechsle ich zu den Wiwis.
Ok, Späßle gemacht.
Gestern war aber was zu lesen, wir haben es alle gewusst 😎
.
Kannst du auf youtube aber noch nachschauen
Ich bin normalerweise immer morgens beim Früstück hier, da habe ich heute dann auch einfrig etwas geschrieben, aber nichts über die Ukraine gesehen. Sehr seltsam.Ok, vielleicht das Alter…
Dann plane schon mal kommenden Montag bis Donnerstag fest ein … da ist Albanien an der Reihe.
Danke. Vielleicht ist es auch weil jeden Tag der Adventskallender kommt, da ist schnell was in die zweite Reihe gerückt.
Tember Blanche kann ich mir gut anhören, der Song ist aber zu gewöhnlich für den ESC.
Tember Blanche Song könnte den Snap Effekt ereilen, auch ganz nett
Ich muss sagen, das Liebespaar ist mir sympatisch. Dennoch ist Tember Blanche bei mir so in der Mitte.
Я вдома ist eine große Überraschung für mich, das fand ich eigentlich total langweilig, live war das jetzt gar nicht mal so schlecht.
Schade….von dem netten Paar hatte ich mir mehr erwartet. „Ja v doma“ hat einen eingängigen Refrain, aber leider nicht mehr. Ausstrahlung haben die beiden aber.
Krut‘ war gut. Ja, das hat was. Obwohl der Song nur halb fertig klingt – der wäre noch ausbaufähig.
So eben mal Jerry und Krutb nachgehört. Sind beides stimmige Beiträge. Ich hoffe auf Jerry.
ich nicht oder eigentlich doch?
dann hätten wir schon mal einen ganz großen favoriten für den SCC 2023.
Warum haben die bei 2Tone die Augen immer zu. Ja das hat was ..aber nichts besonderes
Angelina gefällt mir sehr gut. Klasse.
Stronger ist einfach zu langsam und der refrain ist ein schiefes Schreien.
„Stronger“ fängt gut an, aber der Refrain ist leider relativ schwach und repetitiv.
Angelina,interessant, aber ich glaube nicht interessant genug
08: Angelina – Stronger
ach ja – nicht meine baustelle 3/10.
Angelinas Song ist für mich nichts sagend. Es geht mir ein bisschen wie bei „Snap“ beim ersten mal. Also vlt ein Radiohit….
Das Bühnenbild (nennt mann das so?) ist over the top.
2/10
Sorry, aber Angelina mit Stronger holt mich nicht ab.
Angelina auch mit sehr gängiger Popkost, ganz okay
08: Angelina – Stronger
Kommt einem irgendwie so bekannt vor incl. des Jodelns im Refrain, ich weiß nur nicht an welches Lied das mich erinnert. Besonders die Strophen sind etwas blutleer.
Bislang der schwächste Beitrag, da blieb gar nichts hängen.
Wahnsinn – „Stronger“ wäre ja ein ganz starker Song. Aber leider hat sie keine gute Stimme. Gesanglich völlig ruiniert. Da wurde die falsche Sängerin ausgesucht.
Der Song (aber nur der Song) war für mich jetzt die große Überraschung.
HOMEPOM: 8
was ist eigentlich ein „popbass“ ? (siehe oben im blogger live-chat)
Toll jetzt wissen wir wie man 2tone ausspricht
Ach die mag die. Chancenlos, aber gut.
Der Herr hinten links scheint etwas übermotiviert.
KRUTЬ war gaaanz großes Kino! Was für ein Gänsehautmoment! Bitte nach Liverpool 🙂
Sorry, aber ich lach mich hier echt grad schlapp …
??
Lass uns haben teil!
Achte auf den etwas übermotivierten Gitarristen.
2Tone,da kann ich nicht so viel mit anfangen
„Kvitka“ nimmt mich nicht mit. Könnte ziemlich genau so auch nächste Woche beim FiK laufen.
2TONE: Die schwarz/weiß/rot-Bühne gefällt mir sehr gut! Leider nicht mein Genre….
Schöne Gitarren-Riffs!
4/10
2Tone ganz mein Ding, klasse
09: 2TONE – Квітка (Kwitka)
solide rocknummer aber kein echter burner – 5,5/10.
Nummer 9 ganz übel. Das einzige Interessante ist der hübsche Gitarrist außen.
Ich fand die Farbtönung beim Auftritt von 2tone schön. Aber der Song ist für mich nicht der große Wurf.
09: 2TONE – Квітка (Kwitka (Blume))
Interessante Zweistimigkeit und ein eigenartiger Genremix, vor allem im Aussehen der Musiker. Rock geht ja bei mir immer.
ICh schaue mir den Live-Chat an, natürlich übersetzt. Irgendwie reden die da alle über eine Pappel, warum auch immer
Angelina hat eine sehr schöne Stimme. Aber der Song war etwas zu unscheinbar