Nach dem American Song Contest gibt es ab 2023 auch „Eurovision Canada“

Der Erfolg des unlängst in den USA gestarteten ESC-Ablegers American Song Contest mag womöglich (noch) nicht die Erwartungen der TV-Macher erfüllen. Im nördlichen Nachbarland wird aber bereits jetzt auch an einem Liederwettbewerb gearbeitet, der vom Eurovision Song Contest inspiriert ist: Eurovision CanadaBereits in den nächsten Wochen sollen weitere Informationen zum TV-Partnersender und zu den Moderator/innen erfolgen.

Bisher ist ohne Zweifel Celine Dion (Foto unten) die bekannteste Kandadierin mit ESC-Bezug. Schließlich gewann sie 1988 den Wettbewerb mit dem Titel „Ne Partez Pas Sans Moi“ für die Schweiz. Doch das zweitgrößte Flächenland der Erde hat musikalisch natürlich noch mehr zu bieten als die grandiose Diva. Und einen Teil davon können wir ab 2023 bei Eurovision Canada kennenlernen.

Denn dann sollen Künstler/innen aus allen zehn Provinzen und drei Territorien Kanadas, die jedes erdenkliche Musikgenre repräsentieren können, mit völlig neuen Originalsongs live bei Eurovision Canada antreten und um den Sieg singen. Das Wettbewerbsformat sieht vor, dass die Künstler/innen in einer Reihe von im Fernsehen übertragenen Qualifikationsrunden gegen andere Provinz-/Territorialvertreter antreten, die dann in die Halbfinale und schließlich in das große Finale einziehen.

Martin Österdahl, Executive Supervisor des Eurovision Song Contest, kommentiert das neue Format folgendermaßen:

„Das einzigartige Erbe des Eurovision Song Contest reicht 67 Jahre zurück, und seine weltweite Popularität nimmt weiter zu. Es ist an der Zeit, dass Kanada sich der Party anschließt und sich an diesem weltweiten Spektakel beteiligt. Die Liebe zur Musik ist universell, und das Feiern der verschiedenen Musikgenres und -stile überschreitet Grenzen und verbindet die Menschen auf eine Weise, wie es keine andere Kunstform kann. Wir freuen uns, die besten Partner gefunden zu haben, um eine weitere Version dieses freudigen Phänomens für neue Fans anzubieten und diesen bemerkenswerten Wettbewerb mit der kanadischen Bevölkerung zu teilen.“

Lindsay Cox, Showrunner bei Insight Productions, fügte hinzu:

„Das phänomenale Songwriting und das außergewöhnliche musikalische Können in diesem Land kann sich mit jedem auf der Welt messen, weshalb Kanada das perfekte Zuhause für die nächste Ausgabe des Eurovision Song Contest ist. Es ist uns eine große Ehre, mit dem Eurovisionsteam zusammenzuarbeiten, um das immense musikalische Talent aus allen Ecken unseres Landes zu präsentieren und den kanadischen Zuschauern die Möglichkeit zu geben, Teil dieses globalen Phänomens zu werden. Eurovision Canada wird zwei Kräfte vereinen, die unser Land schon immer zusammengebracht haben: fantastische Musik und ein Live-Spektakel.“

Wie findest Du diesen weiteren internationalen ESC-Ableger? Freust Du Dich darauf und würdest Du Dir die Show auch anschauen? Kommentiere gern unter diesem Artikel. 


40 Kommentare

  1. Das ging jetzt aber flott das Canada nachzieht Wer weiß wenn Australien 2923 wirklich das letzte Mal dabei sein sollte machen die vllt nach dem Schema auch was eigenes.
    Bin mal gespannt ob das in Canada etwas anders wird als in den USA. Gefühlt sind das für mich eher VE Veranstsltungen für den ESC. Der Asia Vision Song Contest, der ja leider nicht stattgefunden hat wäre eine richtige Adaption gewesen

      • Blöder Vertipper 😂 ich meinte natürlich 2023. Ich meine bis dahin dürfen die Australier auf jeden Fall noch beim ESC mitmachen und dann wird neu verhandelt oder by the way die machen es USA und Canada gleich und machen ihr eigenes Ding. Vllt sogar mit den ozeanischen Staaten

    • Na ja, mit „Australia decides“ gibt es eine solche, ein Stück weit etablierte Show im Grunde ja schon und ich denke auch, man wird sich beim ESC diese europäische Promotionsfläche für australische Musik nicht so leichtfertig entgehen lassen.

  2. Das finde ich echt klasse! Bei Kanada fällt mir als erstes natürlich Bryan Adams ein. Auch Nickelback und Shania Twain kommen von dort.

  3. Mir ist da als erstes (nach Celine Dion) Rykka eingefallen. Vielleicht gewinnt sie ja das Ding!

    Ernsthaft.. Klar will man expandieren, aber meine Sorge ist, dass das nicht arg läuft, nach ein paar Jahren abgesetzt wird und dann irgendwie unser ESC Schaden davon nehmen könnte. (Ich sehe irgendwie auch schon einen größeren Anteil vom ASC in der Sendung aus Turin)

  4. Da ich Canada liebe, würde ich dort schon mal rein zappen. Kommt dann aber trotzdem noch auf die Künstler an die sich dort dem Wettkampf stellen. Vermutlich werden dort die großen Namen fehlen, was jetzt nicht unbedingt schlecht ist. Wenn theoretisch The Weeknd nur den Mund aufmachen würden hätten sie ja schon gewonnen ….
    Ich habe 2017 beim Surrey Fusion Festival in British Columbia, Kanada tolle Indie Rock Bands, Country, Folk sowie Soul, Ska, Reggae und Blues Künstler gehört und war begeistert.
    Die Mischung war fantastisch und ich habe für mich viele neue Künstler entdeckt..
    Nelly Furtado war so ein bisschen das Aushängeschild dort und war live dann nicht schlecht. Ist ja ganz schön ruhig um Sie geworden. Vielleicht starten sie ja doch für Victoria ….

    • Ja, sehe das auch mehr als kritisch. Wird „Eurovision“ jetzt ein generisches Franchise, das einfach nur für irgendeine Form televisionären Singsangs steht? Die Konzeptbeschreibung hat mit dem ESC jedenfalls nicht mehr viel zu tun.

      Und abschließend noch die übliche Anmerkung, für die ich bei Wiwibloggs immer Dresche beziehe: Ich hätte nichts gegen Kanada, die USA oder irgendein anderes Land als fixe Teilnehmer beim ESC, solange die Show eurozentrisch bleibt.

      • Finde ich auch,meiner Meinung nach könnte man einen ASC veranstalten,die aber nicht nur auf die USA beschränkt sind,sondern ganz Nord- und Südamerika mit einbeziehen! So könnte man auch mehr sprachliche Unterschiede mit einbeziehen,so ähnlich wie im ESC

  5. Ich sehe das eher wie MarkusK, da sich das (Nul) Punktesystem wie überhaupt der gesamte Kulturapparat in seiner historisch gewachsenen Form heutzutage nicht so einfach kopieren lässt. Böse Zungen nennen sowas dann „unzeitgemäß“ und dementsprechend können derartige Expansionsversuche dem ESC, wie wir ihn kennen und lieben, eigentlich nur schädlich sein, indem sie den ohnehin vorhandenen Anpassungsdruck an „moderne“ Show-Formate noch weiter erhöhen.

    Von der naturgemäßen Verwässerung durch immer mehr Varianten ganz zu schweigen …

  6. Ach…. Joni Mitchell, Robbie Robertson, Neil Young….
    …..
    …..
    die ganze „Americana“-Sparte ist praktisch eine Erfindung der Canadier

    Aber….worum ging es hier? Eurovision Canada?

  7. 10 Provinzen und 3 Territorien benötigen Qualirunden, Halbfinale und Finale?? Sollten dann die Qualirunden als VE dienen? Mit gefällt dieses Ausbauen mit eigenen Contests nicht und sehe das wie Toggie. Können wir doch gleich den Worldvision Song Contest ausrufen mit Buschtrommeln, Sitter & Merengue

    • Ich denke, die Kanadier werden so wie früher beim ESC sich auf eine Veranstaltung beschränken als 1000te Vor-, Halb-, Zwischen- und Zweite-Chance-Runden.

  8. Nachdem sich der ASC bereits nach der ersten Ausgabe erledigt haben dürfte, kann man ja auch direkt den nächsten Flop mit Ansage produzieren. Wenn ich dieses leere Marketing-Gelaber von Österdahl schon wieder lese…
    Aber die Kanadier sind ja eigentlich ein wenig „europäischer“ gepolt als ihre südlichen Nachbarn und offenbar auch noch nicht so Musikshow-übersättigt. Von daher besteht vielleicht doch noch ein wenig Hoffnung. Nur sollte man am besten Björkman und seine Mischpoke rauswerfen und das Projekt komplett in kanadische Hände legen.

  9. Ich möchte eigentlich etwas positives schreiben …aber leider sehe ich den ASC und auch den zukünftigen Ableger in Kanada floppen (NBC wird kein Geld mehr für 0.3 Marktanteile bei den Einschaltquoten rauswerfen). Ich kann mir aber jetzt gut vorstellen (nachdem Belarus und Russland jetzt erstmal aus dem ESC raus sind), dass wir die USA und Kanada im Jahr 2023 / 2024 als Teilnehmer beim ESC sehen werden.

    • USA und Kanada beim ESC…Gott bewahre!!!

      USA als Zweiter oder überhaupt als Nichtsieger, wird es nie geben. Da wird eiskalt ausgeblendet. Bei den olympischen Spielen wurde jüngst wieder so gehändelt. Sobald man sieht, dass ein US-Sportler nicht als erstes zur Ziellinie schafft, wurde einfach ausgeblendet.

    • Das war auch mein Gedanke.
      Mit dem ASC bzw. „Eurovision Canada“ (übrigens ein sehr unpassender Name) will man vielleicht das heimische Publikum schon einmal an so etwas wie den ESC gewöhnen (auch wenn der komplett anders ist), sodass die USA 2023 und Kanada 2024 zum ESC dazu stoßen könnten. Wer weiß…

      • Fänd ich tatsächlich sogar gut. Nur sollte man dann als Gegenpol aber auch Kasachstan endlich teilnehmen lassen.

        Jon Ola Sand sprach ja irgendwann mal von 46 Ländern als Obergrenze. Ich fänd’s ja cool, wenn die 46 Länder zum Standard würden. Und wenn man diese Teilnehmerzahl eben nicht mit EBU-Mitgliedsländern erreicht, holt man eben wechselnde Gastländer dazu – ob USA, Uganda oder Tuvalu.

      • @ Nils die Idee mit den wechselnden Gastländern finde ich gar nicht schlecht. Tuvalu und Uganda ist aber nicht dabei. Da werden dann nur Länder mit assoziierten Senderm zugelassen werden können. Also Neben Australien, USA , Canada , und Kasachstan währen das noch Bangla Desh, China, Hong Kong, Japan, Südkorea, Malaysia, Neuseeland, Iran, Oman, Syrien, Mauritius, Südafrika, Brasilien, Chile und Kuba (bei Wikipedia steht noch México und Indien was bei der EBU Page aber nicht zu finden war)

    • @ Thilo mit Bobby und @ Nils – das mit den wechselnden Gastländern finde ich auch eine sehr interessante und potentiell bereichernde Idee (z.B. sind viele Süd- und Mittelamerikanische Länder ESC zugewandter als z.B. die USA. Wollte nicht Neuseeland vor Jahren auch beim ESC mitmachen?

      Mir ist nur eines wichtig: Es muss live gesungen werden (auch nach Covid die Backing-Vocals wieder) ….sonst entwickelt sich das Ganze zur Fakeshow (wie Teilweise beim ASC).

  10. Na ja… also ich weiss nicht… ich hätte es schöner gefunden, einen amerikanischen (also kontinentalen) Contest zu veranstalten. Wäre ja dann auch mehr Vielfalt drin. Aber dann würden natürlich die USA oder Kanada das Risiko eingehen, zu „verlieren“.😉
    Immerhin kann man vermuten, dass beim kanadischen Contest zumindest ein Song auf Französisch präsentiert wird.

    • So geht es mir auch Gaby. Aber ich meine es hat hier mal einer erklärt das das schwierig ist weil da einfach eine Sendervereinigung nicht vorhanden ist einfach ausgedrückt. Ich hoffe jetzt ich hatte das richtig verstanden

  11. Kanadische KünstlerInnen mit ESC-Bezug gab es einige mehr als nur C. Dion wie z. B. Annie Cotton und Gary Lux.

    Ob der ASC ein Erfolg in den USA ist, wird sich noch herausstellen. Verschiedene Quellen geben anderen Stellungnahmen ab.

    Dass Kanada ein richtiges ESC-Fan-Land ist, ist seit über 50 Jahren bekannt. Solange werden die Events bereits übertragen. Also länger als Australien.

    Ich denke, dass Australien mit ihren Territorien ggf. mit Ozeanien zusammen einen eigenen Australis-ESC initiieren werden.

    • Genau dieser Australis-ESC ist doch vor ein paar Jahren schon in der Planungsphase krachend gescheitert. Wundert aber auch nicht, gegen die politischen Verwerfungen in Südostasien ist ARM-AZE Kindergarten, dazu noch die mssiven Sprachbarrieren, das konnte von Anfang an eigentlich nichts werden.

    • Hier mal alle Künsteler aus Kanada die beim ESC teilgenommen haben:
      Sherisse Laurence „L“amour de ma vie“ Lux 1986 Platz 3
      Annie Cotton „ Moi, tout simplement „, Sui 1993 Platz 3
      Celine Dion „ne Partez par sans moi“ Sui 1988 Platz 1
      Natasha St Pier „Je n“ai que mon ame“Fra 2001 Platz 4
      Rykka „The Last of our Kind“ Sui 2016 Halbfinale
      Katerine Duska „Better Love“ Gre 2019 Platz 21
      Gary Lux (Österreicher in Kanada geboren) 1983 mit Grupoe Westend Platz 9 1985 Pkatz 8 und 1987 Platz 20

      Ich hätte nichts dagegen wenn Kanada auch beim ESC mitmacht bei der Historie

  12. Eurovision Canada finde ich klasse, aber bitte nicht so langatmig wie in den USA. Da reicht bei 13 Staaten/Territorien doch wohl ein großes Finale!

  13. Schön, dass Kanada am ESC-Konzept jetzt auch gefallen findet!
    Ich befürchte jedoch, dass wir hier in Deutschland bzw. Europa wenig bis fast überhaupt nichts mitbekommen werden von „Eurovision Canada“, falls sich nicht die TV-Sender wieder die Rechte daran sichern! Fraglich ob diese, so wie in den USA beim „American Song Contest“ auch bei „Eurovision Canada“ dann auf YouTube setzen werden!

    Und „inofizielle Streams“, so wie bei den US-Sendern, gibt es von den kanadischen Sendern auch nicht, da diese zu unpopulär sind!

    Zum „American Song Contest“ vielleicht noch kurz:
    Ich hoffe, die geben diesen noch eine weitere Chance! Die NBC darf dieses Konzept halt einfach nicht so behandeln wie eine Castingshow, sondern eher wie eine Sportveranstaltung, wo man also auch mal aus dem normalen Programmschema ausscherrt!
    Genaueres dazu habe ich bereits in meinen Kommentaren und zwei anderen Artikeln zum ASC geschrieben, weswegen ich jetzt einfach mal auf diese verlinke, da ich sonst hier wieder das selbe schreiben würde:
    https://esc-kompakt.de/american-song-contest-2022-ergebnisse-qualifiers-2-und-auftritte-qualifiers-3/
    https://esc-kompakt.de/american-song-contest-2022-die-kuenstler-und-songs-der-vierten-show-dritte-vorrunde-morgen-bei-servustv/

    • Statt „…und zwei anderen Artikeln zum ASC…“ muss es natürlich „…unter zwei anderen Artikeln zum ASC…“ heißen!
      Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, dass die Artikel selbst auch von mir sind! 😉

  14. Ich finde das völlig übereilt. Hat man nicht den mäßigen Erfolg des ASC gesehen? Ich bin der Meinung, dass man es mit einer Neuauflage des OTI Festival versuchen sollte (genau das tut Spanien ja auch).

    Ich musste bei der Nachricht als allererstes an Snowbird denken, das bekannteste Lied von Anne Murray (u. a. zu hören in Family Guy).

  15. Ich meine warum ein Eurovision Canada? Der ASC läuft doch alles andere als gut. Irgendwann kriegen wir doch den World Song Contest.

  16. Goldene Regel im Marketing.

    If you want to extend your brand, make sure to do two things in addition:
    – never neglect the core if your brand
    – stay true what makes you successful as a brand

    Das ist beim ASC schon derbe nach hinten losgegangen, und Kanada zieht nach mit einem Konzept, das sehr wahrscheinlich eher dem Bundesvision Song Contest angelehnt ist als wirklich dem ESC nahe zu kommen.
    Herr Österdal kann gerne Nachhilfe bei mir bekommen.

    Prognose Rohrkrepierer.

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