ESC-Songcheck kompakt 2022 (39) – Italien: „Brividi“ von Mahmood & BLANCO

Bild: Bogdan Chilldays Plakov

Italien ist in diesem Jahr zwar Gastgeber für den Eurovision Song Contest, ansonsten ist in dem Land in Sachen ESC aber alles beim Alten geblieben. Gesucht und gefunden wurde der italienische Beitrag auch in diesem Jahr über das traditionsreiche „Festival di Sanremo“, das in diesem Jahr bereits zum 72. Mal stattfand. Der Wettbewerb erstreckte sich über insgesamt fünf aufeinanderfolgende Abend und am Ende stand ein sehr eindeutiges Ergebnis: Mahmood und BLANCO konnten mit ihrem Beitrag „Brividi“ die Pressejury, die demoskopische Jury und das Fernsehpublikum gleichermaßen überzeugen.

Mahmood dürfte allen ESC-Fans von seiner Teilnahme beim ESC 2019 in Tel Aviv mit „Soldi“ bekannt sein, wo er einen phantastischen zweiten Platz belegte. Das Lied wurde von den ESC-kompakt-Leser*innen gerade zum besten italienischen ESC-Beitrag aller Zeiten gewählt. Mahmood, der mit bürgerlichem Namen Alessandro Mahmoud heißt, wurde in Mailand als Sohn einer italienischen Mutter und eines ägyptischen Vaters geboren. Nach seiner Teilnahme an der Castingshow X-Factor professionalisierte er seine musikalischen Ambitionen. Zunächst arbeitete er als Songwriter mit bekannten italienischen Acts, darunter etwa Marco Mengoni. Nach einem ersten Anlauf bei Sanremo Giovani 2016 konnte er sich 2019 im zweiten Versuch über den Nachwuchswettbewerb für das Sanremo-Festival qualifizieren, welches er für viele überraschend mit „Soldi“ gewann. Daraufhin konnte Mahmood viele Charterfolge in Italien verzeichnen: sein erstes Album „Gioventù bruciata“ erreichte Platz eins der Albumcharts, sein zweites Albums „Ghettolimpo“ Platz zwei. Neben „Soldi“ konnten sich außerdem die Singles „Barrio“, „Dorado“, „Moonlight popolare“ und „Rapide“ in den Top 10 der Single-Charts platzieren.

Hinter Blanco verbirgt sich der 19-jährige Rapper Riccardo Fabbriconi, der in Brescia und dem Ort Desenzano am Gardasee aufgewachsen ist. Im Juni 2020 veröffentlichte er seine erste EP „Quarantine Paranoid“ auf Soundcloud, woraufhin Universal auf ihn aufmerksam wurde und ihn unter Vertrag nahm. Nachdem sich mit seiner Debutsingle „Belladonna (Adieu)“ noch kein Erfolg einstellte, gelang ihm mit der Folgesingle „Notti in bianco“ 2020 der Durchbruch: der Song erreichte Platz 2 der Charts. Im darauffolgenden Jahr konnten sich alle fünf veröffentlichten Singles in den Top 10 der Charts platzieren, zwei davon („La canzone nostra“ und „Mi fai impazzire“) erreichten sogar die Spitzenposition. Insgesamt haben seine Singles 23-mal Platinstatus erreicht, sein Debutalbum „Blu celeste“ wurde bisher 3-mal mit Platin ausgezeichnet.

Der Song

Mahmood und BLANCO treten beim ESC mit ihrem Sanremo-Siegertitel „Brividi“ an. Geschrieben wurde das Lied von den beiden Interpreten selbst sowie von Michelangelo (Michele Zocca), der auch Produzent des Liedes ist. „Brividi“ ist in Italien ein gigantischer Hit geworden und konnte bereits vor dem ESC auch in weiteren europäischen Ländern Achtungserfolge erzielen. Eine ganze Weile stand der Beitrag außerdem auf Platz 1 in den Wettquoten; aktuell liegt Italien auf Platz 2 hinter Ukraine.

„Brividi“ ist eine moderne Ballade, in der die komplizierte Liebesbeziehung zweier Personen beschrieben wird. Mit dem Stück bewegen sich Mahmood und BLANCO auf für sie eher ungewöhnlichem musikalischen Terrain. Mahmoods Stil findet sich sonst mehr zwischen Soul, R’n’B und Pop mit leichtem elektronischen und arabischen Einschlag, BLANCO ist zwischen Rap und Elektropop zu Hause. Das musikalische Experiment, dass die beiden für Sanremo eingegangen sind, könnte aber nicht besser funktionieren: Ihre Stimmen harmonieren sehr gut, als Duettpartner werfen sie sich auf der Bühne gekonnt die Bälle zu und schaffen es überzeugend, die Emotionen an die Zuschauer zu übertragen. Für die ESC-Bühne musste „Brividi“ um gute 20 Sekunden gekürzt werden.

Im Text von „Brividi“ wird eine komplizierte Liebesbeziehung beschrieben. Es geht darum, welche Gefühle beide füreinander haben, von einem fast schon kitschigen Zusammensein träumen, diese Gefühle aber nicht aussprechen können. Gleichzeitig machen sie immer wieder Fehler, tun sich gegenseitig nicht gut, sind Gift für den anderen. Sie merken, dass sie den anderen loslassen sollten und haben zugleich vor nichts mehr Angst, als verlassen zu werden. Sie wollen diese Beziehung – und wollen sie nicht. Und so stehen sie sich immer wieder nackt mit Gänsehaut gegenüber… Für den bewegenden Text wurden Mahmood und BLANCO gerade für den „Eurostory Best Lyrics Award“ nominiert.

Da Italien das diesjährige Gastgeberland ist, wurde der Startplatz für Mahmood und BLANCO bereits ausgelost: „Brividi“ wird im großen Finale am 14. Mai auf Position 9 zu hören sein.

Der Check

Song: 5/5 Punkten

Stimme: 5/5 Punkten

Darbietung: 5/5 Punkten

Instant Appeal: 5/5 Punkten

Benny: Ja, ein (Liebes-?)Duett zwischen zwei Männern sollte im Jahr 2022 – zumal auf der ESC-Bühne – nichts Besonderes mehr sein. Ist es dann aber eben doch, weil es das bislang noch nicht wirklich oft gab. Und gleichzeitig ist es auch wieder überhaupt nichts Besonderes, weil es eben einfach eine Ballade ist, die von zwei Männern gesungen wird, ohne dass diese Tatsache thematisiert würde. Von dieser fast schon politischen Dimension abgesehen, ist „Brividi“ einfach ein extrem starker und berührender Song, der von Mahmood und BLANCO trotz der diversen Höhen sicher und perfekt vorgetragen wird. Immer wenn ich denke, ich habe den italienischen Beitrag langsam über, packt er mich beim nächsten Hören dann doch wieder. Sichere Top 5 mit Tendenz nach oben. 12 Punkte.

Berenike: Mahmood und Blanco haben mich direkt mit ihrem ersten Auftritt beim Sanremo-Festival gefangen genommen. Die beiden interagieren auf so vielen Ebenen so wunderbar miteinander. Bei vielen Duetten stehen nur zwei Leute auf der Bühne und singen abwechselnd Liedzeilen, „Brividi“ hingegen zeichnet sich durch Actio und Reactio aus: Mahmood und Blanco spielen sich den Ball gekonnt zu. Vom Aufbau her zeichnet sich der Track durch ein fesselndes stimmliches und erzählerisches Miteinander und Gegeneinander aus. Live verstärkt sich dieser Eindruck durch die Chemie zwischen den beiden dann noch einmal. Außerdem liebe ich die Stimmfärbung von Mahmood, ich mag die ungeschliffene Jugendlichkeit in Blancos Stimme und die rohe Emotionalität, wenn er anfängt zu rappen. Und noch mehr mag ich, wenn die Stimmen der beiden miteinander harmonisieren, der Höhepunkt ist dabei für mich das Verschmelzen im glasklaren Falsettteil. Eindeutig 12 Punkte.

Douze Points: Auch wenn Mahmood und BLANCO zwei ansehnliche Männer sind, die auf der Bühne prima miteinander harmonieren: mich erreicht die melancholische Stimmung besser, wenn ich den Song nur höre. Vielleicht liegt das daran, dass Mahmood so angestrengt beim hohen Singen aussieht. Das ist auch der Grund, warum mir „Soldi“ dann doch besser gefällt (außerdem war das Uptempo). Die Harmonien von „Brividi“ sind aber wirklich schön und zeitlos. Von mir aus dürfen sie gern gewinnen (x-mal lieber als Måneskin letztes Jahr). Vielleicht weil ich’s mir nun auch wirklich schön gehört habe: 8 Punkte.

Flo: Dass „Brividi“ krasse Reaktionen auslöst, damit war allein aufgrund der Besetzung von Mahmood und BLANCO zu rechnen. Überrascht war ich aber von der Brillanz, mit der die beiden stimmlich harmonieren und auf der Bühne als Einheit funktionieren – und nicht wie zwei Solokünstler wirken, die zufällig zusammengestellt wurden. Dazu haben sie ein tolles Lied mit einer nahezu perfekten Melodie. Für Italien ist das mal wieder ganz große Klasse und nachdem die Gastgeberländer in den letzten Jahren eher schlecht abgeschnitten haben, wird es beim Heimspiel für Italien ganz anders laufen. 10 Punkte.

Manu: Keine Ahnung wieso, aber „Brividi“ berührt mich bei jedem Hördurchgang. Ist es das zeitlos schöne musikalische Arrangement? Der wundervoll starke, aber ebenso emotional zerbrechliche Gesang Mahmoods, gepaart mit dem in weiten Teilen sanft klingenden, aber dann auch energiegeladenem Sprechgesang von BLANCO? Und wie kann ein Lied, dessen Sprache man nicht versteht, einen emotional so berühren? „Brividi“ atmet in seiner geerdeten, musikalischen Schwerelosigkeit inhaltlich den leider sehr modernen Geist des sehnsüchtigen Liebens, es aber durch die eigenen Ängste nicht zu schaffen, diese Liebe auch zu leben. Zu all diesen Lobeshymnen finde ich es zudem noch spannend, dass hier zwei Männer im Duett singen. Wie zwei beste Freunde, die sich von diesen tiefen Gefühlen gegenseitig erzählen. Ihr merkt, ich bin bei „Brividi“ voll an Board und gönne Italien mit diesem musikalischen Meisterwerk aus tiefstem Herzen den zweiten Sieg in Folge: 12 Punkte.

Max: Hiermit werde ich mir keine Freunde machen: Ich mag den Song so gar nicht. Also ich verstehe, dass ihn viele toll finden und feiern, auch dass er so hoch in den Wetten steht. Aber mir persönlich gibt der Song einfach nicht viel. Bei den zwei Interpreten hatte ich mir eine richtig kantige Nummer gewünscht, gerade „Soldi“ hatte mich in Tel Aviv umgehauen. „Brividi“ nervt mich sogar etwas und vielleicht muss ich damit auch leben, dass es das ganze Ding im Mai gewinnt. Nun ja, wird auch ohne meine Unterstützung klappen vermutlich. 2 Punkte.

Peter: Sanremo ’22 war und ist eines meiner ultimativen ESC-related Highlights in diesem verrückten Jahr und weil Sanremo so ultimativ großartig war, verzeihe ich der RAI und den Turiner Organisatoren jede Menge Unsinn, der sich da ankündigt. In Sanremo gab es fast zwei handvoll Songs, die besser sind als fast alles, was jetzt europaweit in Turin dabei ist und „Brividi“ ist für mich eine andere Liga als alles andere, sogar besser als Konstrakta. Und Mahmood und BLANCO sind als Charaktere und Persönlichkeiten darüber hinaus „the definition of cool“. Die Intensität von „Brividi“ und die Interaktion der beiden sind einzigartig. 12 Punkte.

Rick: Unglaublich speziell oder innovativ ist die Nummer zwar nicht, allerdings sorgt alleine die Ausstrahlung der beiden für eine gewisse Stimmung, die „Brividi“ dann doch zu etwas sehr Besonderem macht. Die Mischung aus Coolness und Emotionen gefällt mir auch sehr und stimmlich haben die beiden ja einiges zu bieten. Das ist Qualität, die wir von Italien gewohnt sind und dennoch ist der Beitrag auf seine Weise total herausstechend. Nicht mein Lieblingssong, aber gute 8 Punkte gibt’s!

Gesamtpunktzahl: 76/96 Punkten.

Beim ESC-kompakt-Index landet „Brividi“ auf Platz 1 von 40.

Wie schneidet der italienische Beitrag "Brividi" von Mahmood & BLANCO ab?

  • Platz 1-5 (88%, 448 Votes)
  • Platz 6-10 (7%, 37 Votes)
  • Platz 21-25 (3%, 13 Votes)
  • Platz 11-15 (2%, 9 Votes)
  • Platz 16-20 (1%, 5 Votes)

Total Voters: 512

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis

(1) Albanien: „Sekret“ von Ronela Hajati
(2) Bulgarien: „Intention“ von Intelligent Music Project
(3) Lettland: „Eat Your Salad“ von Citi Zēni
(4) Litauen: „Sentimentai“ von Monika Liu
(5) Moldau: „Trenuleţul“ von Zdob şi Zdub & Fraţii Advahov
(6) Niederlande: „De Diepte“ von S10
(7) Schweiz: „Boys Do Cry“ von Marius Bear
(8) Slowenien: „Disko“ von LPS
(9) Ukraine: „Stefania“ von Kalush Orchestra

Zweite Hälfte des ersten Semis

(10) Armenien: „SNAP“ von Rosa Linn
(11) Dänemark: „The Show“ von REDDI
(12) Griechenland: „Die Together“ von Amanda Tenfjord
(13) Island: „Með Hækkandi Sól“ von Systur
(14) Kroatien: „Guilty Pleasure“ von Mia Dimšić
(15) Norwegen: „Give That Wolf A Banana“ von Subwoolfer
(16) Österreich: „Halo“ von LUM!X und Pia Maria
(17) Portugal: „saudade, saudade“ von MARO

Erste Hälfte des zweiten Semis

(18) Finnland: „Jezebel“ von The Rasmus
(19) Israel: „I.M“ von Michael Ben David
(20) Serbien: „In corpore sano“ von Konstrakta
(21) Aserbaidschan: „Fade To Black“ von Nadir Rustamli
(22) Georgien: „Lock Me In“ von Circus Mircus
(23) Malta: „I Am What I Am“ von Emma Muscat
(24) San Marino: „Stripper“ von Achille Lauro
(25) Australien: „Not The Same“ von Sheldon Riley
(26) Zypern: „Ela“ von Andromache

Zweite Hälfte des zweiten Semis

(27) Irland: „That’s Rich“ von Brooke
(28) Nordmazedonien: „Circles“ von Andrea
(29) Estland: „Hope“ von Stefan
(30) Rumänien: „Llámame“ von WRS
(31) Polen: „River“ von Ochman
(32) Montenegro: „Breathe“ von Vladana
(33) Belgien: „Miss You“ von Jérémie Makiese
(34) Schweden: „Hold Me Closer“ von Cornelia Jakobs
(35) Tschechien: „Lights Off“ von We Are Domi

Big 5

(36) Deutschland: „Rockstars“ von Malik Harris
(37) Frankreich: „Fulenn“ von Alvan & Ahez
(38) Großbritannien: „SPACE MAN“ von Sam Ryder


159 Kommentare

  1. @Timo1986
    Ja, ich weiß darum. Der Teil gibt dem Song schon einen spannenden Break. Der Rap ist ja auch von eher dezenter Sorte. Im Gegensatz zum deutschen Rap Part. Aber es ist einfach nicht mein Ding….Tue mir damit immer schwer.

  2. Brividi wird hervoragedn abschneiden, keine Frage. Vielleicht kann es auch gewinnen. Mir persönlich geht es aber mit jedem Hörer mehr auf den Sender. Überhaupt wird dieses jahr von den Herren viel zu viel in Heulbojenfalsett gesungen. Ganz schlimmer Trend, der hoffentlich ganz schnell endet.

  3. („Überhaupt wird dieses jahr von den Herren viel zu viel in Heulbojenfalsett gesungen. Ganz schlimmer Trend, der hoffentlich ganz schnell endet.“ )

    👍👍👍

  4. Ich habe den Song noch nicht so oft gehört. Ich finde ihn zwar nicht schlecht aber jetzt auch nicht so überragend.
    Als ich am Wochenende auf Wunsch meiner Mutter ihr die Wettquoten Topp 5 anspielte ( ich konnte ihr einfach keinen persönlichen Favoriten von mir nennen ) meinte Sie nur , “der Refrain von “Brividi” klingt ähnlich wie damals als Omi ( passionierte Kirchenchor Sängerin ) versuchte ihren entflohen Wellensittich “Piwi” von der Gardinenstange zu locken” Jetzt hab ich beim hören die unpassenden Bilder im Kopf.
    Ein bisschen hat es Sie schon gewundert das der Song so hoch gewertet wird.
    Sie fand UK & Schweden nicht schlecht und Malik findet sie sehr sympathisch (Talkshow Auftritt ) den Song modern.
    Ich vermute ein Ergebnis für “Brividi” ähnlich wie “Occidentali’s Karma” von Francesco Gabbani – was ja nur ein kleiner Wettquoten Absturz bedeuten würde.

    • Die Vorstellung eines Wellensittichs, der von der Gardinenstange zurückfliegt und Deine Oma glücklich macht, gibt mir doch noch Hoffnung, dem Refrain „PiwiPiwi“, Verzeihung, „Brividi“, etwas Positives abzugewinnen 🙂

      • Es müsste „Piwiwi“ heißen, damit es an geschickt hineinpasst.

      • 😂@ Thomas M (mit Punkt) – Papas Hände brachte ihn zurück in den Käfig aber nicht Omas italienische San Remo Versuche … 😂

    • Der Song wird deswegen so hoch (über)bewertet, weil er die Gay-Community abdeckt!
      Der Titel selbst ist mittelmäßig. Musiker, die ich kenne haben da ein ganz klare Meinung: Schulnote 3-

  5. Mich würde mal interessieren, wenn Kanada tatsächlich seinen eigenen Song Contest ausrichtet, sollten die Gerüchte Stimmen, ob die Kanadier (m/w/d) wissen, dass Celine Dion für die Schweiz den ESC gewonnen hat, oder ob Celine Dion und die kanadischen Medien sich lieber darüber ausschweigen.

    Also wenn Celine Dion ihren ESC-Sieg 1988 in der kanadischen Öffentlichkeit lieber verschweigen sollte, dann wäre ich von ihr wirklich enttäuscht. Ich bin sowohl hinsichtlich ihrer englisch- und französischsprachigen Musik,, aber auch von ihr als Mensch nämlich ein sehr großer Fan.

    Die Punktevergabe 1988 vom ESC in Dublin ist für mich mit die dramatischste überhaupt. Einfach dieser 1-Punkte-Vorsprung-Sieg von Celine Dion gegenüber Großbritannien war Spannung pur. Während ich mal wieder desillusioniert war, weil mein favorisierter Beitrag aus dem ehemaligen Yugoslawien keine Chance mehr auf den Sieg hatte, zitterte meine Mutter für Celine Dion und mein Vater drückte Scott Fitzgerald aus Großbritannien die Daumen.

    Für mich ein absoluteres ESC-Punktevergabe-Highlight.

    • Celine verbittet sich jegliches Wort zum Sieg beim ESC 1988. Sie soll mal in einem Interview von einem „Fehltritt“ gesprochen haben. Sie spuckt da gerne in die eigene Suppenschüssel.

    • Ihr ESC-Sieg hat mit ihrer späteren Karriere nichts zu tun. Ihr ist der Song wohl peinlich. Gewonnen hat ja auch sie als überragende Sängerin, den Song kennt doch kein Mensch mehr und den wollte auch damals kaum jemand hören.

  6. Dieses Lied lässt mich etwas ratlos zurück. In dem Sinne, dass ich überhaupt nicht weiß, auf welchen Platz ich es auf meiner Liste setzten soll. Ich habe damit leider wirklich Probleme, Mahmoods Gesang in Brividi triggert offenbar etwas in mir, mir wird beim Hören richtig übel. So geht es mir sonst eigentlich nur mit deutschem Schlager. Es löst ein Gefühl der Enge in mir aus, ich kann nicht richtig durchatmen, eine richtige Beklemmung. 2019 war ich der größte Mahmood-Fan (schon bei Sanremo), dieses Jahr überhöre ich seine Liedanteile lieber und schaue ihm leider auch gar nicht gerne zu, denn auch sein stylisches Aussehen gefällt mir nicht, gegeltes Haar, Designer-Klamotten, übertriebenes Accessoire, dazu der absichtlich erotische Gesichtsausdruck und seine Stimmfarbe (die ich eigentlich fantastisch finde) – das alles erinnert mich in den schlimmsten Brividi-Momenten sogar an Eros Ramazzotti. Toll, wenn ihn viele in dieser Form attraktiv(er) finden, aber der Mahmood-Schmusebär ist leider nichts für mich. I want my rough Mahmood back!
    Für alle, die jetzt glauben ich bin herz/gefühllos: Ich glaube (und hoffe) dem ist nicht so, denn dank Blanco löst ein kleiner Teil von Brividi bei mir sogar fast Brividi aus. Der Part gleich nach dem ersten Refrain, zwischen 1:15-1:45, wenn nur Blanco zu hören ist – das ist wunderschön, da werde auch ich zum emotionalen Italiener (w) 😉 und schmelze dahin.
    Ma per favore, wohin jetzt damit auf meiner Liste?

    • „wohin jetzt damit auf meiner Liste?“

      Ich bin früher auch immer wieder verzweifelt, wenn ich vor dem ESC eine Liste zusammenstellen wollte. Deshalb habe ich seit einigen Jahren nur noch die Burg und danach Töpfe. Das macht mir weniger Stress. 🙂

      • Naja, wenn ich dein Schema übernehmen würde, wäre meine Burg dieses Jahr ziemlich leer – dafür stapeln sich die Töpfe. Der Topfturm wäre wahrscheinlich höher als der Bergfried. 😳

    • Oha das hört sich eher nach Angina Pektoris an. Hoffentlich geht es dir gut. Danke für diesen Kommentar das macht es mir einfacher zu begreifen war Reiner meint und warum viele die Soldi mögen Brividi aber nicht. Ich mochte Soldi nicht so gerne vllt mag ich Brividi deshalb lieber. Ich schlag vor setzte den Song einfach neutral in die Mitte der Liste

      • Ja Thilo, so stelle ich mir in etwa eine Angina Pectoris vor, halt ohne Schmerzen. Ist eher „nur“ psychisch als psychosomatisch, obwohl mir schon wirklich richtig schlecht wird. Scheint als habe ich ein leichtes (Schlager-)Trauma, kein Scherz.

        Italien in die Listenmitte setzen – nein, das geht nicht, das Lied ist eindeutig nicht Mittelmaß. Ein Teil ist ja wunderschön, den Rest kann ich in einen der Töpfe von togravus ceterum werfen. Vielleicht wäre es am besten ich mache eine eigene Liste für Brividi, „Liste Angina“ würde passen. Da ist es dann an erster und letzter Stelle, hat also keinen richtigen, dafür viel Platz und kann das sein, was es sein will, nämlich auffallend, speziell und alleinstehend.

    • @Frau Nachbar
      zwischen 1:15-1:45, wenn nur Blanco zu hören ist – das ist wunderschön

      ….das ist genau der Teil, den ich nicht mag… 🙄
      Da werde ich zum emotionalen….. Österreicher! 🤣🤣🤣

      • Ach. Und ich dachte schon wir hätten einen ähnlichen Geschmack. Zumindest bei Rigoberta und Konstrakta sind wir uns einig.
        Mich erinnert die Blanco-Stelle ja ein wenig an die wunderbaren leisen Canzoni von Lucio Battisti. DAS ist Emozione für mich. 😊 (wogegen ich bei den akrobatischen Tonfolgen im Brividi-Refrain leider gar nix fühl, bzw bei Mahmoods Gesang in den Strofen das passiert, was ich gestern beschrieben hab).
        Salve, die emotionslose Österreicherin 😉

      • ….auch bei Battisti sind wir definitiv einig…

        Okay, dann ist es nur diese Stophe in der ganze Musikgeschichte, wir brauchen uns keine grosse Gedanken zu machen 😉😃

  7. Nehmt es mir nicht übel, ich bin da ganz bei Max. Dass der Song gut abschneidet (Platz 1 bis 5), steht aber außer Frage. Bei mir steht er aktuell auf Platz 23.

  8. Was soll ich zu diesem Song noch schreiben?
    Und auch wenn ich auch Sam Ryder, Cornelia Jakobs und S10 den Sieg zutraue und mich auch freuen würde, bleibt das kleine Meisterwerk von M&B mit dem besten Gesamtpaket unangefochten meine Nummer eins.
    @patrick esc: und nein, ich finde „Brividi“ (wie sonst wohl auch keiner) nicht deswegen gut, damit ich „Halo“ (must Du ja selber echt toll finden, wenn Du den Songtitel die letzten Posts nicht einmal richtig geschrieben hast), „Sekret“ und „Not the Same“ nicht so toll finden muss, das würde ich auch ganz ohne „Brividi“. „Die together“ und „SloMo“ mag ich sogar sehr gerne, trotz „Brividi“.
    Wieso also DEIN unbändiger Hass auf dieses Lied? Es ist doch vollkommen OK, wenn der Song Dir nicht gefällt, die Geschmäcker sind doch verschieden. Ich muss für meinen Teil keinen hassen, oder jemanden vorwerfen, er mag bestimmte Lieder nur, damit „Brividi“ als Sieger verhindert wird. Wenn „Brividi“ nicht gewinnt, freue ich mich auch für den anderen Sieger, auch wenn diese je nach Ausgang auch gedämpft sein kann.
    So…nun aber natürlich noch meine Bewertung: ich vergebe dieses Jahr nur ein einziges Mal 10 von 10 Punkte und die gehen an die großartigen Mahmood und BLANCO, logischerweise sind sie immer noch meine Nummer eins.
    Top 5 ist auch definitiv gesetzt, ein Sieg denkbar, wenn auch keineswegs sicher (Ukraine, UK, Schweden, Spanien…alle gut im Rennen).

  9. Von mir nur Liebe für Brividi! 12 Punkte, Sieger 2022. Seit San Remo höre ich es jeden Tag. Beim ersten Hören war ich schon geflasht und bleibe es.

  10. Ich gehöre zu denen, die „Brividi“ zwar ganz gut finden, aber keinesfalls als DAS Siegerlied feiern. Wäre es anders, hätte es ❤“Soldi“❤ vor 2 Jahren nicht gegeben? Bestimmt.
    Ich habe aber auch noch ein Anfang-der-90er-Irland-Trauma, als das Land damals überraschend 3-mal hintereinander gewann – die damalige Sprachenregelung hatte natürlich nichts damit zu tun *hust*.

    Seitdem habe ich eine subtile Aversion gegen einen potentiellen back-to-back Sieg desselben Landes. Ist das rational? Nö, das ist subjektiv.
    Analog zu den Emotionen des italienischen Songs, schlage ich deshalb „De Diepte“ aus den Niederlanden als Kompromisslösung vor. Er berührt uns doch auch auf ähnliche Weise, und der letzte Sieg liegt viel weiter zurück als der italienische. 🙃

  11. Vorgestern gab es die erste Folge der finnischen ESC-Songcheckshow „Viisukupla – Eurovisionsbubblan“ und der Gewinner ist die Ukraine vor den Niederlanden und Belgien:

    https://eurovoix.com/2022/04/25/%f0%9f%87%ab%f0%9f%87%ae-finland-viisukupla-eurovisionsbubblan-show-one-results/

    Die Rote Laterne ging an die Schweiz.

    Außerdem wurden heute weitere Top Tens im Rahmen der Umfrage „The Euro Jury“ veröffentlicht und diese kamen von Nordmazedonien, Norwegen, Polen und Portugal:

    https://eurovoix.com/2022/04/25/the-euro-jury-2022-north-macedonia-norway/

    https://eurovoix.com/2022/04/25/the-euro-jury-2022-poland-portugal/

    Bei der OGAE-Umfrage veröffentlichten heute Australien, Nordmazedonien und Schweden ihre Resultate:

    https://eurovoix.com/2022/04/25/sweden-north-macedonia-australia-ogae-poll-2022/

    Deutschland bleibt weiterhin außen vor.

  12. Die Notte della Taranta ist ein Musikfestival in Apulien, das in verschiedenen Gemeinden der Region Salento (Provinz Lecce) stattfindet. Ich schaue und höre mir das seit vielen Jahren an. Wenn ich mich richtig erinnere, hat Mahmood 2020 in Melpignano gesungen.

    • Danke dir für die Antwort auf die Frage von weiter oben. Ist ne Region in Italien, die ich nicht kenne. Gibt noch viel zu besuchen…

      • Apulien ist Klasse: Castel del Monte, großartige romanische Kathedralen, wunderbare Barockarchitektur in der Region Salento, die Trulli von Alberobello, Locorotondo, die Murge … und … Domenico Modugnos malerische Heimatstadt Polignano a Mare. ❤

      • Ich liebe romanische Kathedralen, hatte ich erst letzte Woche in Hildesheim, die stammten allerdings aus den 60er Jahren, weil Hildesheim (aus den bekannten berechtigten Gründen) genauso zerstört wurde wie meine Heimatstadt Nürnberg.

    • Kampanien, Kalabrien und Abruzzen sind aber auch einen Besuch wert und Sizilien mit seinem Meer an Zitronenbäumen erst recht.

  13. Hmm, manche finden das Ganze ja berechnend. Finde ich absolut gar nicht und selbst wenn, was solls, funktioniert trotzdem…

    Da der schöne Tanzteufel und seine drei Vestalinnen fürchte ich keine Chance haben zu gewinnen, gönne ich Alfred&Amaia 2.0. von ganzem Herzen die italienische Doublette.

    Aber ich muss zugeben, beim ersten Hören fand ich auch eher die Interaktion der Beiden interessant als das Lied selbst (da ich halt „Soldi“ im Kopf hatte).

    Die Schwedin hingegen fand ich beim ersten Hören und sehen strunzlangweilig und das hat sich bis heute nicht geändert. Wenn die gewinnen sollte, wäre das das einzige Lied, wo ich mich über den Sieg ärgern würde (die anderen Optionen wie etwa Malta oder Irland kommen eh nicht ins Finale).

    • Schweden ist qualitativ gut, ich kann damit aber wenig anfangen. Zudem kommt Frau Jakobs nicht allzu sympathisch rüber.

  14. Viele rühmen sich ja damit gegen den Strom zu schwimmen und betonen das auch bei jeder Gelegenheit, nur um damit eigentlich doch genau dem Strom zu entsprechen. Im Fall von Brividi ist es mittlerweile einfacher sich leicht davon abzuwenden, als dem Song uneingeschränkt weiter die Stange zu halten, so lange wie er schon feststeht, so viel wie darüber schon Lob ausgeschüttet wurde und wie omnipräsent er in der Berichterstattung war und weiter ist. Da juckt es einen förmlich etwas zum Kritisieren zu finden.

    Ich bleibe trotzdem standhaft: Brividi ist täglich der erste Song meiner ESC22-Wiedergabeliste und der letzte. Er berührt mich einfach, ich liebe ihn.

  15. Ich schließe mich der Mehrheit hier an. Was wäre mittlerweile ein ESC ohne Italien ?

    Es wurde schon alles geschrieben. „Brividi“ ist feinster Edelkitsch und Fan von Mahmood bin ich sowieso.

    Top 5 dürfte gebucht sein (auch wenn ich mir persönlich ein anderes Land als Sieger wünsche)

    Ich werte mit 10 von 12 Punkte, in meiner Liste auf Platz 6.

  16. Für mich mit Abstand der beste Song in diesem Jahrgang und es hätte der klare Favorit auf den Sieg sein können, wenn da nicht die vermaledeite 3-Minuten Regel wäre. Die gekürzte ESC-Version wirkt im Gegensatz zur Originalversion leider „unfertig“. Der Song verliert durch die Kürzung seinen Spannungsbogen und wirkt fast repetitiv. Francesco Gabbana läßt grüßen….auch sein „Occidentali’s Karma“ war – noch mehr – zerstümmelt worden, was ihn letztendlich eine Top 3 Platzierung kostete. Ich fürchte, Mahmood & Blanco könnte ein ähnliches Schicksal widerfahren. Denn die Mehrheit der Zuhörer im Finale kennen die Originalversionen nicht….Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…egal, was es am Ende wird. Für mich ist Brividi in der Originalversion einer der besten Songs, der jemals beim ESC war…basta

  17. Hier kann ich den Hype ja nicht so ganz nachvollziehen. Ist aber immerhin eine kompetent gemachte und vorgetragene Nummer, die mich nicht weiter stört.

  18. Es muss ja nicht unbedingt italienischer Belcanto sein, aber das angestrengte und schiefe Falsett und das Genäsel von Mahmood ist so uncool, als wenn ein Rapper den Kastraten mimt. Da höre ich ja meinen vermaledeiten Briten lieber…
    Das Lied ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Für die gepflegte Langeweile 5 Punkte.

    • Hach, das ist ja am Ende das Tolle an
      Musik und Geschmack! Für Dich 5, für mich 12 und niemand weiß, was Europa im Mai fühlt und wählt… Ich hoffe auf genau diesen Beitrag!

  19. immer wieder lustig…in italien ist das sanremo das mass aller dinge, den esc wird ja von italien unterstützt und sonst hat das nie eine so grosse bedeutung…brividi hat für mahmood und blanco alles abgeräumt, was zu holen ist, auch international, damit ist es glaube den italiener mehr oder auch gerecht, das die ukraine den diesjährigen sieger wird und geld ist kaum noch übrig für eine writere versnstaltung, tutto ok? 🙂

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