ESC-Songcheck kompakt 2022 (1) – Albanien: „Sekret“ von Ronela Hajati

Heute ist es soweit: Unser kompakter ESC-Songcheck startet, in dem wir alljährlich alle Beiträge des aktuellen Jahrgangs noch einmal intensiv unter die Lupe nehmen. Ab sofort erscheint also jeden Tag eine neue Ausgabe und wir stellen nach und nach alle 40 Beiträge für den Eurovision Song Contest 2022 in Turin vor. Los geht es heute mit Albanien.

Traditionell wurde der albanische Beitrag bereits im Dezember im Rahmen des Festivali i Këngës ausgewählt. In diesem gingen ursprünglich 20 Beiträge an den Start, von denen 16 das erste und zweite Halbfinale überstanden und es so ins große Finale schafften. Dort wurde schließlich Ronale Hajati mit ihrem Lied „Sekret“ von einer Jury zur Siegerin gewählt.

Ronela Hajati wurde 1989 geboren und tritt meist nur unter dem Namen Ronela auf. Sie ist Sängerin, Songwriterin und Tänzerin, in Tirana geboren und aufgewachsen und unternahm als Kind in diversen Gesangs- und Tanzwettbewerben ihre ersten künstlerischen Schritte. Auch in den letzten Jahren war Ronela regelmäßig in Casting- und Talentshows im Fernsehen zu sehen. Sie ist für ihre große musikalische und Stil-Bandbreite bekannt.

Der Song

Ronela Hajatis Lied für den Eurovision Song Contest heißt „Sekret“ und wurde von ihr selbst geschrieben. Als Produzenten haben sie Marko Polo und Diztortion unterstützt. Nach dem Festivali i Këngës wurde der Beitrag nochmal einem umfassenden Revamp unterzogen – unter anderem auch, weil die Ursprungsfassung deutlich zu lang für den ESC war. Nun gibt es neben musikalischen Änderungen nicht nur mehr englischsprachige Passagen in dem Lied, sondern auch eine spanische Sequenz.

„Sekret“ ist eine Uptempo-Nummer, die stark auf Ethnoklänge setzt. Außerdem ist der treibende Beat sehr charakteristisch, der den Song auch tanzbar macht. Zwischendurch gibt es immer wieder Instrumentalteile, in denen auf der ESC-Bühne dann das Tanztalent von Ronela und ihren BegleiterInnen gefragt sein wird.

In „Sekret“ geht es laut Ronela darum, dass wir alle unsere kleinen Geheimnisse haben – in diesem speziellen Fall Liebesgeheimnisse. Besungen wird hier eine leidenschaftliche Affäre mit einem Mann, die jedoch immer ein Geheimnis bleibt – bis der Mann sie für eine andere verlässt. In diesem Fall gibt es also kein happy end.

Der Check

Song: 3,5/5 Punkten

Stimme: 4/5 Punkten

Darbietung: 4,5/5 Punkten

Instant Appeal: 4/5 Punkten

Benny: Ehrlich gesagt hat mir der Song vor dem Revamp besser gefallen, da hatte er mehr Power und ich hätte auch gerne weiterhin mehr albanische Anteile gehabt. Trotzdem: Ich glaube, dass das auf der Bühne gut funktionieren wird, nicht zuletzt auch, weil Ronela so viel Power hat. 7 Punkte.

Berenike: Ich mag die Power, die sowohl Ronela als Person als auch der Song selbst ausstrahlen. Und live wird da sicher noch einmal eine Extraportion Feuer hinzukommen. Bei „Sekret“ finde ich auch die Mischung von „ethnisch-orientalischer“ Musik mit modernen Beats gelungen. Es erinnert vom Stil her etwas an „Wild Dances“ und ist trotzdem eindeutig aus dem Jetzt. 8 Punkte.

Douze Points: Zunächst ist positiv anzumerken, dass Albanien endlich mal keine Mid-Tempo-Ballade einer singstarken Frau zum ESC schickt, sondern energie-geladenes Ethno-Pop-Futter. Der Refrain ist durchaus eingängig, die Strophen sind mir aber doch zu aggressiv. Hört (und sieht) eigentlich auch noch jemand anderes Ähnlichkeiten zu Mata Hari? Für die Frisur, die ich so unbedingt auch in Turin sehen will, gibt es zwei Extra-Zähler – und damit 6 Punkte.

Flo: Stark finde ich vor allem die Struktur von „Sekret“, die eine dynamische Performance ermöglicht. Zudem hat Ronela Hajati bereits im albanischen Festivali i Këngës bewiesen, dass sie Gesang und Performance gut hinbekommt. Mir ist der Song im Gesamtpaket stellenweise etwas überdramatisiert, dennoch hat Albanien in diesem Jahr den wohl seit langem kommerziellsten Beitrag am Start, der gleichzeitig auch ein würdiger Vertreter der nationalen Musikszene ist. 6 Punkte.

Manu: Schade, dass bei der ESC-Version auf den Anfang mit dem Chorgesang verzichtet wurde – damit verzichtet Ronela auf den ersten Aha-Effekt. Dass die neue Version nun auf englisch ist, quittierte sie bei den motzenden Fans mit der Aussage, dass es ihr egal sei, es ist schließlich ihr Lied. Auch wenn ich es ebenfalls schade finde, gebe ich ihr natürlich Recht: Jede*r sollte in der Sprache singen, in der er oder sie sich wohlfühlt. Ich tanze zu „Sekret“ und freue mich, wenn ich es höre, mache es mir aber selten von selbst an. 7 Punkte.

Max: Ich muss zugeben dass ich nicht von Anfang an ein Fan von „Sekret“ war. Mittlerweile höre ich es sehr gerne und mir gefällt auch der Revamp ganz gut. Tanzbar, kraftvoll – ja, sowas mag ich schon sehr gerne, höre ich auch privat. Ich bin mir auch sicher, dass sie eine gute Show in Turin hinlegen und ins Finale einziehen wird. Ronela ist einfach eine Rampensau, wie wir alle im Vorentscheid gesehen haben. Ob es für die Top 10 reicht, bezweifle ich sehr, dafür sind für mich andere Lieder einfach fast schon gesetzt. Wie gesagt, ich feiere das Lied! 8 Punkte.

Peter: Albanien hat immer schon deshalb meine größten Sympathien, weil es regelmäßig eine Art Saisonstart einläutet – und das mit großer Kontinuität. „Sekret“ macht superviel Spaß. Ich fände es noch besser in Landessprache, aber schlechtes Englisch ist auch ok und der Revamp in funky. Abwechselungsreich, mitreißend, der Mix aus Ethno und Funk und Rap-Elementen ist unique und überzeugend. Ronela ist eine grandiose Botschafterin für Female Ethnopop. 12 Punkte.

Rick: Der perfekte Mix aus internationalem Sound und ethnischen Elementen. Ronelas Powervocals geben dem HipHop/Folklore/Pop-Song zusätzliche Power und ich freue mich, endlich Uptempo von Albanien auf der ESC-Bühne zu sehen. Der Revamp zeigt, dass teilweises Übersetzen nicht schadet – Top! 12 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 66/96 Punkten.

Beim ESC-kompakt-Index landet „Sekret“ auf Platz 12 von 40.

Wie schneidet der albanische Beitrag "Sekret" von Ronela Hajati ab?

  • Platz 11-15 (37%, 282 Votes)
  • Platz 16-20 (27%, 210 Votes)
  • Platz 6-10 (18%, 141 Votes)
  • Top 5 (7%, 55 Votes)
  • bleibt im Halbfinale hängen (6%, 43 Votes)
  • Platz 21-25 (5%, 40 Votes)

Total Voters: 771

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83 Kommentare

  1. So, bin jetzt auch im Spiel drin und kann mitreden! 🙂

    Das ist mal wieder Frauenpower aus Albanien, das Video lässt mich allerdings etwas verstört zurück. Sie wird das Finale natürlich schaffen und dort möglicherweise sogar auf der linken Seite des Scoreboards landen, aber im Dunkeln möchte ich ihr trotzdem nicht begegnen. Und ihr Englisch versteht kein Mensch, warum singt sie nicht Albanisch? Das täte dem Song besser.

    (Und ich will trotzdem meinen Eugent wiederhaben! Ich nöle weiterhin so lange rum, bis ich ihn wiederkriege! Albanien hatte noch nie einen Wiederholungstäter, DAS wär doch mal die Gelegenheit!)

  2. Ein ziemlich martialisch anmutender Song aus Albanien, aber ich stehe drauf. „Sekret“ ist enorm abwechslungsreich und spannend und Ronela fühlt es einfach, das hat man bereits eindrücklich sehen können. Ich bin sehr gespannt, wie die Performance dann aussehen wird und wenn man ein gewisses Momentan kreieren kann (und heute bin ich mal Optimist), könnte das zu den erfolgreichsten albanischen Beiträgen am Ende zählen. Viel Erfolg!

    Prognose: Halbfinale 4/17 (80%) -> Finale 6-10 (oder 11-15)
    Meinung: Platz 4/40 (10 Punkte)

  3. Song, Stimme, Darbietung: Alles geliehen und neu zusammengewürfelt. Dino Merlin und Loboda begegnen sich in der Wüste Aserbaidschans
    .
    Instant Appeal: Abzug wegen Botox.

    Finale: ja.
    Gewinner: nein.

  4. Nach einigen ereignisreichen Wochen, Nachholbedarf bei intern ausgewählten Songs und Umwerfen des Rankings habe ich meine Top 40 nun auch mal endgültig fertig 😀

    Albanien:
    – sehr solides Gesamtpaket
    – 6 von 10 Punkten
    – Platz 24 von 40

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