Live-Blog Albanien: FiK 60 – Das Finale des Festivali i Këngës 2021

Gibt es für Ronela Hajati (Aufmacherbild) heute Abend einen Grund mehr anzustoßen? Am dritten FiK-Abend entscheidet sich in Tirana nun endlich, wer Albanien beim Eurovision Song Contest 2022 vertreten darf. Ronela geht dabei nunmehr als Eure Favoritin ins Rennen. Aber traditionell entscheidet bei diesem Festival die FiK-Jury über den bzw. die Sieger/in und nicht Fans oder Zuschauer/innen.

Am Montag fand der erste Abend Festivali i Këngës statt, bei dem alle etablierten Künstler/innen und die sechs Newcomer/innen ihre Beiträge vorgestellt haben. Als Ergebnis davon sind bereits drei der Newcomer/innen ausgeschieden. Am zweiten Abend haben die Teilnehmer/innen ihren Song jeweils gemeinsam mit ehemaligen Teilnehmer/innen aus der 60-jährigen Wettbewerbsgeschichte präsentiert.

Folgende im Wettbewerb befindlichen etablierten Künstler*innen treten heute im Finale erneut an:

  • Alban Ramosaj – Theje
  • Denis Skura – Pse nuk flet, mama?
  • Endri & Stefi – Triumfi i jetës
  • Evi Reçi – Me duaj
  • Gjergj Kacinari – Në ëndërr mbete ti
  • Janex – Deluzional
  • Kastro Zizo – Kujë
  • Kelly – Meteor
  • Mirud – Për dreq
  • Rezarta Smaja – E jemja nuse
  • Ronela Hajati – Sekret
  • Sajmir Çili – Nën maskë
  • Shega – Një
  • Urban Band – Padrejtësi

Dazu kommen die drei Newcomer/innen, die sich bereits gegen drei weitere Acts durchsetzen konnten:

  • Eldis Arrnjeti – Refuzoj
  • Ester Zahiri – Hijena
  • Olimpia Smajlaj – Dua

Ursprünglich waren 20 Acts an den Start gegangen, die am 9. November veröffentlicht worden waren. Wir hatten Euch schon im Vorfeld gefragt, welche Beiträge Eure Favoriten sind. Ganz vorne saht ihr da Alban Ramosaj gefolgt von Ronela Hajati und ESC-kompakt-Second-Chance-Contest-Finalist Mirud. Hier könnt Ihr Euch alle Songs anhören.

Bei der Abstimmung, die wir gestern nach dem zweiten Halbfinale gestartet und alle FiK-Videos eingebaut haben, liegen ebenfalls die drei Acts vorn, wobei nunmehr Ronela Hajati an der Spitze liegt.

Moderiert wird der dritte Abend wie schon die beiden vorherigen von Ardit Gjebrea, dem mit Jonida Maliqi, Xhemi Shehu, Klevi Kadilli und Isli Islami vier Co-Moderator*innen zur Seite stehen.

Wir bloggen die Show heute Abend für Euch ab 21 Uhr live. Den Livestream des ersten Programms von RTSH findet Ihr hier. Vor, während und nach der Sendung könnt Ihr die Geschehnisse unter diesem Beitrag kommentieren. 

Guten Abend aus Hamburg! Das albanische Fernsehen bereitet sich schon auf die große FiK-Finalnacht vor und zeigt frühere Beiträge. Gerade läuft noch eine Werbeunterbrechnung.

Lasse Braun hat ein paar weitere Quellen verlinkt, um die Show zu verfolgen. Diese hier gibt es neben dem Link von RTSH.

http://videoplayer.vodobox.com/viblast_player.php?url=http://93.157.62.180/RTSH1/index.m3u8
https://www.facebook.com/pg/rtshradiotelevizionishqiptar/videos/
https://www.twitch.tv/escupd

So, wir sind schon wieder im Programm. Aktuell wird gezeigt, wie Frauen geschminkt werden. Ah, es sind keine Fik-Teilnehmerinnen, die gerade für ihren Auftritt vorbereitet werden, sondern es ist doch noch Werbung. Der Schnee scheint gerade eine große Rolle in der albanischen Werbung zu spielen. Das kann man sich ja immer nicht so vorstellen in der Mittelmeergegend, aber der Balkan kennt (offenbar) kalte Winter. Apropos kalt: da hole ich mir doch noch schnell den Rotkäppchen-Sekt aus dem Kühlschrank.
Und jetzt sind wir in der Halle, oder? Ja. Die Leute sitzen noch nicht alle auf ihren Plätzen. Es sind sogar noch sehr viele Plätze frei. Das Orchester spielt auf und die Show beginnt. Tja und jetzt müsste ich mich natürlich mal wieder besser in den albanischen ESC-Beiträgen auskennen, um direkt sagen zu können, zu welchen Beiträgen hier die Herren oberkörpferfrei tanzen (plus mehrere Damen).

Außerdem habe ich oben noch die Running Order eingefügt, die die Kolleg/innen von Wiwibloggs dankenswerterweise wieder gepostet haben. Und während ich das schreibe, stock bei mir die Übertragung. So, bin jetzt wieder drin. Und die Damen moderieren schon fleißig. Da verpasse ich nicht viel, weil mein Albanisch weiter ausbaufähig ist. Der Moderator hat heute nicht seinen pinkfarbenen Anzug an, sondern dieses Mal ist er weiß gekleidet. Auf etwas unter dem Sakko hat er aber wieder verzichtet. Den Eindruck hat man auch bei den Damen. Gerade die Blonde trägt wohl eher ein Negligé.

Und wir beginnen mit dem Siegerbeitrag des Vorjahres. Anxhela Peristeri singt ihr „Karma“ wieder makellos. Auch der Backdrop vom ESC-Auftritt kommt zum Einsatz. Das Kleid ist aber ein anderes. Tja, hier könnten sich die NDR-Verantwortlichen mal anschauen, wie man mit einem Vorjahresvertreter beim ESC umgeht. Aber ich will nicht langweilen.

Und da wird auch schon der erste Beitrag angekündigt. Also nach längerem Reden. Olimpia steigt die Treppe hinab und dann geht’s auch schon los.

1. Olimpia Smajlaj – Dua

Die Albaner haben offenbar vom ESC gelernt, dass man mit einer Uptempo-Nummer beginnen sollte. Die rockigen Klänge am Anfang können einige erfreuen, andere eher verschrecken. Aber der Song wird dann ja doch eher ein Crossover-Stück, bei dem jeder etwas für sich findet. Und wenn nicht, sind da noch Olimpias Ausschnitt und die kurzen Röcke der Tänzerinnen/Sängerinnen (sorry für diesen weißer-Cis-Mann-Kommentar). Das Lied erinnert mich etwas an eine Revue-Nummer. Vielleicht bin ich aber auch durch die ZDF-Serie „Der Palast“ diesbezüglich gerade etwas vor“Palast“et. Abgesehen von den Trommeln vor dem Refrain fehlt mir bei dem Song etwas die Struktur. Vielleicht fängt der Text die Richtungslosigkeit auf. Mich lässt der Auftritt etwas ratlos zurück.

4 Punkte

Im letzten Jahr wären die Outfits der Moderator/innen so knapp ja gar nicht möglich gewesen, bei der Open-Air-Veranstaltung in der Kälte.

2. Denis Skura – Pse nuk flet, mama?

Der Sänger steht im schwarzen Anzug auf der Bühne. Und wieder geht es mit einer starken E-Gitarre los, aber dann kommt schon der opernhafte Gesang. Herrlich hymnen- und klischeehafter Opernpop. Aber mich holt das mehr ab als „Duo“ davor. Also zumindest bis zum ersten Refrain. Mal schauen, was in der restlichen Zeit passiert. Das wirkt alles recht vorhersehbar. Uj, da war aber gerade ein Frosch im Gesang. Also, so ein Lied wirkt ja etwas aus der Zeit gefallen, aber hat natürlich seine Daseinsberechtigung. Toll, der Chor gerade! Aber beim ESC wäre das aussichtslos. Oder?

6 Punkte

Die Plätze in der Halle sind nun weitgehend besetzt. Auf dem Rang sind aber noch ganze Blöcke frei. Und niemand trägt eine Maske. Ein Hauch Normalität in Tirana. Es werden mehrere Personen vorgestellt – ich vermut, es sind die Juroren, die nachher über den/die Sieger/in entscheiden. Die vier Moderator/innen sprechen mit einem Mann mit längeren Fusselhaaren und Jeanshose. Er hält den FiK-Preis in der Hand. Dann kommt spannende Musik. Und dann wird schon ein Umschlag auf die Bühne gebracht. Ein älterer Mann mit blauem Anzug freut sich im Backstage-Bereich (ein Ferdinand). Und dann kommt er auf die Bühne mit einem weiteren Mann, der dasselbe Outfit trägt.

Jetzt werden auch die Kollegen von Wiwibloggs genannt und gezeigt. Sie sind ja vor Ort und William darf etwas sagen. Man kann ihn nicht verstehen, weil direkt eine albanische Übersetzung drübergelegt wird. Es geht aber um die Eurovision. Jetzt geht’s weiter im Wettbewerb.

3. Kelly – Meteor

Und wieder ein E-Gitarren-Auftakt – und dann kommt auch eine rauchig-männliche Stimme zum Einsatz. Kelly trägt einen Anzug mit weinroter Fliege. Das steht irgendwie im Kontrast zur Midtempo-Rockballade. Die wäre so auch schon in den 1970er Jahren möglich gewesen. Insofern ist sie nicht wirklich zwingend. Der Auftritt ist ähnlich unspektakulär wie vorher bei Denis: Der Sänger steht am Mikrofonstativ und singt. Im Hintergrund sind bisweilen Meteor-Animationen zu sehen. Tja, ganz nett.

5 Punkte

Habe ich da gerade Benidorm gehört? Vermutlich nicht. Kurz off-topic: Der Moderator im schwarzen Anzug ist ja ganz schnucklig.

4. Sajmir Çili – Nën maskë

Mal wieder ein Mann im Anzug. Dieses Mal ist er blau-grau. Also, beim Mello wäre jetzt mal wieder eine Frau dran gewesen. Das ist mir jetzt doch alles zu ähnlich. Midtempo-(Pop)Song mit männlich-tiefer Stimme. Puh, bitte mehr Abwechslung. Zumal auch er da ganz allein auf der Bühne steht und nichts weiter passiert. Besonders innovativ ist da nichts. Das gilt leider auch für die nur halbdramatische Brücke. Ja, das versendet sich.

4 Punkte

Und schon wird Ester aufgerufen und auch ihr „Success“ gewünscht, also auf albanisch, was aber so ähnlich klingt.

5. Ester Zahiri – Hijena

Endlich mal wieder eine Frau. Im Hintergrund gehen verschlossene Türen auf und zu. Esters Gesang hat etwas von hingebungsvoll-gelangweilt-hingerotzt. Also bis einschließlich des Refrains hat mich das mitgenommen. Bei der zweiten Strophe verliert sie mich etwas, weil die Melodie leider etwas „breiig“ ist. Also die Hookline ist nicht so richtig eindeutig. An der Performance hätte man noch arbeiten können. Und der lange Ton hätte auch etwas mehr ausgesungen werden können. Aber insgesamt bisher die beste Nummer für mich.

7 Punkte

6. Kastro Zizo – Kujë

Der Sänger beginnt auf der Treppe und steigt diese am Beginn des Songs hinab. Sein Gang über die Bühne ist genauso verstörend wie sein Joker-Gesicht und Gesang. Ein Hingucker ist das natürlich. Und die Verfälschungen bei der Musik passen auch. Das gilt genauso für den gepressten Gesang. Nicht mein Cup of tea, aber natürlich was anderes, um nicht zu sagen: richtige Kunst. In der Brücke wirkt Kastro herrlich wirr und verstrahlt. Das sieht man so auch nicht alle Tage.

5 Punkte und viel Applaus vom Publikum

Nachdem offenbar die Sponsoren genannt wurden, kommt jetzt Werbung. Kurz durchatmen und nachschenken. Und dann geht es schon weiter. Hat das schwarze Sakko des Moderators vorhin auch schon so geglitzert? Er kann das tragen!

7. Urban Band – Padrejtësi

Nun gibt’s nicht nur einen angerockten Auftakt, sondern einen ganzen Rocksong. Das alles wirkt durchaus authentisch, wenn auch das Lied ein bisschen weniger Handbremse hätte gebrauchen können. Im Refrain gibt es richtig melodische Züge. Aber die Melodie ist ansonsten etwas redundant, wie ein etwas zu schlichter Klopfreim. Auf einem Bürgerfest in einer Kreisstadt könnten sie damit Headliner sein. Wow, richtiges Gitarrensolo. Trotzdem reicht’s nur für

5 Punkte

Und schon wird wieder William von Wiwibloggs gerufen und gibt seinen Senf dazu. Aber man versteht wieder nicht, weil die Übersetzung zu laut ist. Sie sprechen irgendwie über die Qualität der Künstler/innen aus Albanien. Und da muss ich wirklich sagen: Für ein Land mit 3 Mio. Einwohnern haben sie wirklich krasse Talente.

8. Gjergj Kacinari – Në ëndërr mbete ti

Oh, der Text ist auf Englisch und das klingt gar nicht so schlecht. Die Melodie wird zum Refrain hin recht mainstreaming, während die Strophen recht einfach sind (das klingt despektierlicher als es gemeint ist). Ich weiß nicht, ob es an der Sprache liegt, aber dieses Mal fällt es mir leicht, mich an die Hookline zu erinnern. Aber auch Gjergj steht allein auf der Bühne am Mikrophonstativ. Ich finde, daran könnte man arbeiten.

6 Punkte

9. Evi Reçi – Me duaj

Die ESC kompakt Second Chance-erfahrende Sängerin sitzt auf einem Stuhl und bietet unaufgeregt ihren Song dar. Hier müsste ich jetzt wirklich verstehen, was sie da singt. Auf dem Backdrop sind Herzen und ein Wecker zu sehen. Was das zu bedeuten hat? Das Trompetensolo unterstreicht die Nachtclub-Chanson-Instrumentierung. Evi bewegt ich nun mehr über die Bühne. Und sie hat von den bisherigen Künstler/innen neben Olimpia die meiste Ausstrahlung und Charisma. Und dann jetzt noch das französische Akkordeon. Nett.

7 Punkte

10. Mirud – Për dreq

Der Blog-Liebling Mirud hat ja ein kleines Make-Over hinter sich. Uj, was ist das für ein Katzengesang am Anfang? Das ist nicht von ihm. Er gibt den vollen Albaner. Sein Trenchcoat erinnert ein bisschen an die ersten Outfit von KEiiNO zu Monument. Gleichzeitig könnte er damit auch im Park die Leute erschrecken. Mirud singt inbrünstig und letztlich besser als im letzten Jahr. Vielleicht liegt das dran, dass er weniger tanzt. Manche Töne wackeln aber doch, gerade wenn es kraftvoll sein soll. Da fehlt dann doch noch etwas die Power.

Aus alter Verbundenheit 8 Punkte

Ex-Prinz-Blogger ist in Tirana vor Ort und hat uns ein paar Fotos geschickt. Die möchte ich Euch nicht vorenthalten und schicke einen herzlichen Dank an Salman

11. Endri & Stefi – Triumfi i jetës

Ach, die beiden haben doch vorhin noch den Preis bekommen. Hoppla, das hätte ich wissen können/müssen/sollen. Der Sänger mit dem Wikingerbart beginnt. Das ist definitiv wieder ein Song, wo es auf den Text anbekommt, wobei der ganz beeindruckend singt und auch fesselt. Der Melodieverlauf ist jetzt schon sehr klassisch. Aber der Refrain hat es in sich. Intensive und stellenweise hymnenhafte Bühnenballade. Und hörte ich da gerade ABBA-Akkorde auf dem Klavier oder waren die doch von Udo Jürgens? Die beiden ergänzen sich in jedem Fall gut. Bei so viel Inbrunst gebe ich mich geschlagen, auch wenn das beim ESC wohl keine Chance hätte. Ha, und am Schluss noch eine Klatschfalle. Nice.

8 Punkte

Großer Applaus schon bei der Ankündigung für die Favoritin hier auf dem Blog.

12. Ronela Hajati – Sekret

Ach, herrliches Intro mit dem Klavier und der Stimme. Das ist doch gleich eine andere Liga. Interessanter Choreinsatz und ein lustiger Blick von Ronela nach oben. Und dann beginnt auf einmal ein neues Lied mit den Ethno-Klängen. Ruslana meets RnB. Leider ist das in den Strophen nicht besonders mitnehmend. Überhaupt sind mir das zu viele Wechsel. Alle 20-30 Sekunden beginnt etwas anders. Klar ist die Ausstrahlung von Ronela super, aber so richtig verstehe ich das Lied nicht. Einer der hohen Töne war nicht ganz sauber. Das holt sie aber mit dem Wedeln des Pferdeschwanzes wieder raus. Wie lang ist das Stück eigentlich? Jetzt ist es zu Ende und es gibt sehr viel Applaus. Ich find’s dann doch etwas zu wild durcheinander.

7 Punkte

Damit wir das verarbeiten können, geht’s jetzt erstmal wieder in die Werbung.

13. Shega – Një

Hier haben wir wieder eine Band-Situation. Sympathisches Pfeifen zum Auftakt. Das kommt einem doch vor wie im Sommerurlaub am Mittelmeer. Der Gesang wirkt aber nicht in jedem Moment so, als würde er auf die Musik passen. Der Schlagzeuger wirkt seltsam unbeteiligt und dann fordert der Sänger die Zuschauer/innen auf, sich aktiv einzubringen (das geht beim ESC ja eigentlich immer daneben). Oj je, das klingt mir dann doch alles zu schief, auch wenn es so sein sollte.

3 Punkte

14. Janex – Deluzional

Auch wieder ein Hingucker, aber ganz anders als die vollbüstierten albanischen Barbie-Puppen, die da sonst auf der Bühne rumlaufen. Spannende Künstlerin mit kühler Ausstrahlung. Das Lied ist eine interessante Mischung aus Soul, Rock und ein bisschen Synthie. Gut, das fesselt jetzt nicht unbedingt, zumal der Gesang mitunter etwas dünn wirkt. Aber das Gesamtpaket unterhält mich drei Minuten. Na gut, die letzten 30 Sekunden hätte man auch kürzen können.

6 Punkte

Und schon wieder ist William dran. Und der Moderator mit dem weißen Anzug hat seine Kamera ja auch nach 1,5 Stunden noch nicht gefunden. Ganz anders als sein Kollege im schwarzen Anzug… William erzählt von Diversität.

Damit dann auf zum nächsten großen Favoriten.

15. Alban Ramosaj – Theje

Tiefer Gesang in schwarz-weiß am Anfang. Alban (ohne Doktor-Titel) trägt sein Lumpenoutfit und stapft über die Bühne. Bisher haut’s mich nicht um. Puh, klagender Ausdrucksgesang und dann noch Donner im Hintergrund. Echt jetzt? Dazu eine wild gewordene Panflöte und die Klageschreie von Alban. Also, der Alban könnte doch ganz anders auftreten. Und dann sitzen die Wehschreie nicht mal richtig. Ich finde das ziemlich viel Sound-Matsche – die ist aber anspruchsvoll. Und er bekommt viel Applaus. Aber nicht von mir.

4 Punkte

16. Eldis Arrnjeti – Refuzoj

Ein Gitarrensolo zum Auftakt. Anschließend ein junger Sänger mit geschlossenen Augen und Jüngling-Flaum. Der Gesang und die Melodie sind aber schön und sehr melodisch-melancholisch. Der Gesang im Refrain könnte kraftvoller sein, so spürt man aber auch seine Verletzlichkeit. Ich würde jetzt aber auch gern mal die Augen sehen. Oh, da waren sie kurz zu sehen. Naja, bei der E-Gitarren-Brücke wird’s dann doch arg altbacken. Aber insgesamt eine schöne Nummer.

7 Punkte

Und damit sind wir dann auch schon beim letzten Beitrag. Das ging doch jetzt fix.

17. Rezarta Smaja – E jemja nuse

Oh, wir gehen wieder etwas ins Chansonhafte, aber Uptempo. Rezarta singe stellenweise sehr tief, so dass man ihre Stimme kaum von Musik und Chor unterscheiden kann. Das Instrumental hat was von großer Revue. Die Künstlerin ist insgesamt austrahlungsstark, aber ich kann mit dem Lied nichts anfangen. Gefühlt ist da alles verwurstet worden, was noch weg musste. Ein wilder Ritt durch den musikalischen Gemüsegarten. Ich kann am Ende keine Stelle davon irgendwie wiedergeben oder summen. Kein gutes Zeichen.

4 Punkte

Damit sind wir durch! Die Jury zieht sich jetzt zurück, um zu beraten (oder einfach einen hinter die Binde zu kippen). In der Zwischenzeit kommt erstmal Werbung.

Und mit einem Brummen sind wir wieder zurück. Der Mann im weißen Anzug hat jetzt ein Versace-mäßiges Outfit an. Kann man machen. Im Hintergrund sind jetzt offenbar alte FiK-Lieder zu sehen. Wir feiern ja auch 60 Jahre des Festivals.

Jetzt übernimmt ein DJ für eine Performance. Dazu hat sich auch der eine (schon immer schwarz-gekleidete) Moderator mit einer Bratsche (?) auf der Bühne dazugesellt, die er offenbar auch spielt. Und jetzt singt er auch noch (ich tippe auf Playback). Ich weiß jetzt nicht genau, wofür der DJ da ist. Aber der Moderator bekommt dafür natürlich 10 Punkte. Er ist halt ein Multitalent. Aber kann ihm mal jemand das Instrument abnehmen?

Oh, jetzt kommen Tänzerinnen und Tänzer mit Masken auf die Bühne – mit dem anderen Moderator (der, der mal weiß trug). Jetzt macht der DJ auch etwas mehr Sinn. Ist das so was wie das Phantom der Oper? Ich würde sagen, das ist auch Playback. Aber egal, das ist so herrlich camp. Wissen die das eigentlich?

Natürlich lässt Jonida nun die beiden Herren gesanglich im Regen stehen. Gelernt ist halt gelernt. Zum Abschluss kommen alle vier wieder auf die Bühne und singen und tanzen gemeinsam.

William berichtet nun, welche Beiträge die Favoriten auf Wiwibloggs waren. Olimpia war auf dem dritten Platz. Und dann gibt’s zwei große Favoriten: Alban Ramosaj mit seiner Stimme und als Siegerin Ronela Hajati. Sie freut sich im Greenroom über das positive Feedback.

Jetzt wird auch über andere Festivals gesprochen, wie Sanremo. Und es folgt ein orchestraler Auftakt zu „Rise Like a Phoenix“. Gesungen wird nun von den Damen und Herren im Chor, wobei die Rollen verteilt sind. Gleich danach gibt’s „Euphoria“. Ich müsste jetzt wohl wissen, wer da als Solistin auf der Bühne steht und singt (Anxhela?). Aber die blenden das auch nicht ein. Weiter geht’s mit „My Number One“. Dazu gibt’s wieder reichlich tanzende Männerbrüste zu sehen. Geht immer. Und jetzt haben wir noch die richtigen „Wild Dances“ – dieses Mal vorgetragen Jonida. Ach, was wäre die Welt ohne ESC-Medleys?!

So, es stehen alle vier Moderator/innen auf der Bühne und haben FiK-60-Umschläge in der Hand. Sie bedanken sich bei vielen Personen. Jetzt kommt aber die richtige Anxhela nochmal auf die Bühne. Und es gibt diverse Trophäen, die jetzt verteilt werden. Die Acts im Greenroom sind gespannt. Mirud trägt eine Brille.

Alban Ramosaj hat irgendwas gewonnen. Aber wohl noch nicht das gesamte Festival. Er kommt auf die Bühne. Und jetzt wird auch Ronela nach vorn gerufen. Wird es sich also zwischen den beiden entscheiden? Auch Eldis Arrnjeti soll nach vorn kommen. Er kann sein Glück nicht fassen. Rezarta Smaja ist auch dabei. Das sind wohl die Superfinalisten. So etwas sagte der Moderator eben gerade.

Rezarta Smaja hat einen Preis gewonnen. Oder? Allerdings hält Eldis den nun. Womöglich für sie. Aber noch hat Anxhela eine Trophäe in der Hand. Noch ist nicht alles entschieden. Damit steht’s also zwischen Alban und Ronela. Sie drücken sich noch einmal. Und zum ESC fährt Ronela.

Sie halt eine kurze Ansprache und ist sehr positiv angetan und bewegt, ohne überwältigt zu sein. Sie dankt der gesamten Produktion ihres Titels und der Performance. Nun darf auch noch Alban etwas sagen. Er hat ebenfalls eine Trophäe in der Hand.

Natürlich darf Ronela noch einmal auftreten. Wieder ist ihr gesamtes Ensemble auf der Bühne.

Damit endet das FiK 60 und unser Live-Blog. Gleich veröffentlichen wir noch das ESC-Barometer und sind natürlich auf Eure Meinungen gespannt. Vielen Dank, dass Ihr heute Abend mit dabei wart und fleißig kommentiert habt. Wir freuen uns schon auf die diversen weiteren nationalen Vorentscheidungen, die im neuen Jahr kommen. Auch diese werden wir mit Live-Blogs begleiten.


398 Kommentare

  1. Ist Ronela nicht großartig? Ich freue mich sehr für Albanien. Aber irgendwie auch (nur ein bißchen) schade. Ich hätte Ronela gerne auf meine Wunschliste für den SCC gesetzt…

  2. Schade um Alban😢 ist immer schwierig, wenn man sich einen bestimmten Beitrag zu sehr wünscht (Manu, jetzt musst du ihn in der Tat trösten😉) aber auch Glückwunsch an Ronela, ich denke damit müsste Albanien locker ins Finale kommen

    • War an den Gerüchten über Korruption doch was dran? Angeblich soll Ronela sehr gute Beziehungen zu einigen Jury-Mitgliedern haben. Wie dem auch sei, ich kann mit der Nummer leben, auch wenn ich sie zu chaotisch finde, als dass sie den Sieg verdient hätte. Ich meine, sind wir ehrlich: Sekret ist letztlich alle 20 Sekunden ein anderes Lied. Alban stand sich durch schwache Live-Performance selber im Weg, auch wenn er schon das bei weitem bessere Lied hatte.
      Jetzt muss sie unbedingt Live-Gesang üben, Lied besser strukturieren und bloß nicht auf Englisch vortragen. Ich befürchte aber, dass es auf letzteres hinauslaufen wird. Finale ist drin und da wohl irgendwas im Mittelfeld. Leider eine Chance vertan.

      • „Jetzt muss sie unbedingt Live-Gesang üben, Lied besser strukturieren“

        na klar doch,dein post ist kontraproduktiv.🤠

  3. Ja, damit leben kann ich natürlich auch😉 Ob an solchen Gerüchten wirklich was dran ist, weiß man ja nie so genau. Schön fand ich, dass Alban der Ronela den Sieg wirklich von Herzen gegönnt hat, das hab ich zumindest so empfunden. Es stimmt schon dass Albans Gesang anfänglich immer etwas untergeht und dadurch das live nicht so ganz rund wirkt, wie das in der Studioversion der Fall ist – aber ich mag halt trotzdem dieses Lied total gerne. Aber es ist so wie es ist, Ronela wird in Turin schon was daraus machen und ich kann Alban ja trotzdem weiter hören☺️

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