
Der Eurovision Song Contest in Malmö war sehr herausfordernd und hat die bestehenden Strukturen zum Teil überfordert. Um das aufzuarbeiten, hat die Europäische Rundfunkunion (EBU) eine unabhängige Überprüfung des ESC 2024 vorgenommen. Erste Ergebnisse wurden heute kommuniziert.
Die Diskussionen um die Teilnahme Israels am ESC und der Umgang einiger anderer Delegationen mit der Vertreterin des Landes war über Wochen und Monate ein Thema, das die Gemüter stark erhitzte und die gelernten ESC-Abläufe stark strapazierte. Der Vorfall um Joost Klein (Aufmacherbild), der zu seinem Ausschluss aus dem Wettbewerb führte, hat zusätzliche Diskussionen hervorgerufen und Verantwortlichkeiten hinterfragt.
Vor diesem Hintergrund hat die EBU, die den ESC organisiert, eine unabhängige Überprüfung des Events in Auftrag gegeben. Diese wurde von einem „unabhängigen Branchenexperten“ durchgeführt, der von allen relevanten Akteuren des Wettbewerbs – also Head of Delegations, Mitglieder der Reference Group, des Verwaltungsrats und des EBU/ESC-Kernteams – Feedback eingesammelt und ausgewertet hat. Wesentliche Ergebnisse dieser Untersuchung wurden heute veröffentlicht.
Die unabhängige Überprüfung hat unter anderem ergeben, dass die Organisation und Abwicklung des riesigen ESC ein personell stärker aufgestelltes und besser organisiertes Führungsteam erfordert. Deshalb wird die Rolle des ESC-Direktors neu geschaffen, der dem stellvertretenden Generaldirektor und Mediendirektor der EBU unterstellt sein wird. Er wird zukünftig der Hauptansprechpartner des Executive Supervisor sein, also aktuell von Martin Österdahl. Dieser soll sich so besser auf die ESC-Produktion, die Delegationsleiter und den Aufbau von Beziehungen zu den Mitgliedern sowie auf alltägliche Produktionsfragen konzentrieren können.
Darüber hinaus wird die Funktion eines Leiters der ESC-Marken- und Werbeabteilung (Head of ESC Brand and Commercial) geschaffen. Diese Person berichtet dann ebenfalls an den bzw. die neue ESC-Direktor/in.
Während diese Änderungen jetzt bereits umgesetzt werden, sind drei andere Felder, die nun weiter bearbeitet werden sollen, erst definiert worden. Dafür wurde eine Taskforce aus hochrangigen Führungskräften der EBU und ihrer Mitglieder ernannt, die in den kommenden Monaten die Entscheidungsfindung und die Umsetzung von Änderungen in den folgenden Bereichen überwachen soll:
EBU-Governance und Beteiligung
In diesem Bereich geht es um die Klärung der Entscheidungsbefugnisse der verschiedenen EBU-Leitungsgremien in Bezug auf die akzeptierte Teilnehmerliste, um sicherzustellen, dass ein breites Spektrum von Mitgliedermeinungen gehört wird, um die Aufgaben der Leitungsgremien und die Zuständigkeiten des ESC-Kernteams sowie um die Rolle der Delegationsleiter und die Pflichten der teilnehmenden Künstler.Sicherheit und Risikomanagement
In diesem Bereich geht es um die Verbesserung des Verständnisses der ESC-Regeln bei allen Interessengruppen, einschließlich der Künstler, mit Schwerpunkt auf Vereinfachung, Konsolidierung und besserer Zugänglichkeit, die Stärkung der bestehenden ESC-Protokolle für das Krisenmanagement und die Verstärkung der Sicherheits- und Cybersicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf die gestiegenen Anforderungen.Sicherstellung einer publikumswirksamen Show und eines breiten Engagements
In diesem Bereich geht es um die verstärkte Zusammenarbeit mit Fangruppen, Influencern und Medien, um ein breiteres Engagement auf der Grundlage der ESC-Werte zu erreichen und sicherzustellen, dass der ESC weiterhin eine Show für alle Zuschauer ist, die ein breites Publikum aller Altersgruppen zur Hauptsendezeit anspricht.
Wie zufrieden bist Du mit den Ergebnissen der ersten Untersuchung der Vorgänge beim letzten ESC? Welchen der drei Themenbereiche findest Du besonders wichtig? Und fehlt Dir möglicherweise ein Bereich, der ebenfalls verbessert werden sollte? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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Das liest sich auf den ersten Blick doch ziemlich gut, aber wir müssen abwarten, was davon wirklich in die Tat umgesetzt wird. Die strukturellen Änderungen waren unausweichlich, nachdem viele teilnehmende Sender ihre Teilnahme an zukünftigen Ausgaben daran geknüpft hatten. Hier gefällt mir auch der Kompromiss zwischen „Österdahl raus“ (was meiner Meinung nach eine völlig falsche Entscheidung gewesen wäre) und „Österdahl bleibt unagefochten“. Ihm einen neuen Vorgesetzten zu geben, scheint eine der sinnvollsten Lösungen zu sein, auch um Österdahl selbst ein bisschen aus dem Kreuzfeuer zu nehmen. Dann bin ich mal gespannt, welcher Skandinavier (vielleicht ja auch mal eine Frau, liebe EBU) die Machtfülle des ESC Direktors an sich reißen wird. 😉😜
Dann hoffen wir mal, daß die Positionen nicht nur mit Schweden besetzt werden!
Wichtig ist doch vielmehr, dass die geeignetsten Personen für die Aufgaben gefunden werden. Die Nationalität ist mir da relativ schnuppe.
Dieses ewige „Schweden-gebashe“ ist da wenig zielführend …
Zu den drei Arbeitsbereichen:
„Governance und Beteiligung“ schließt ja quasi nahtlos an die bereits vollzogenen strukturellen Änderungen an. Hervorzuheben ist hier, der formulierte Anspruch an sich selbst, die Meinungen aller (Arten von) Mitgliedern – also finanzstarke und -schwache Sender – mehr in die verschiedenen Gremien und den Entscheidungsprozess zu integrieren.
„Sicherheit und Risikomanagement“ ist natürlich eine direkte Reaktion auf den Regelbruch mehrerer Künstler und Delegationen beim vergangenen ESC. Hätte dieser Arbeitsbereich gefehlt, wäre das schon eine große Überraschung gewesen. Die Taskforce sollte dringend die Regeln (für die Teilnehmer vor Ort) klarer definieren und im Vorfeld des ESCs stärker mit den Künstlern kommunizieren.
„Sicherstellung einer publikumswirksamen Show und eines breiten Engagements“ wirkt auf mich etwas bedeutungslos, da es schlichtweg nur um Wachstum und die Steigerung bzw. Verlagerung von Content geht. Vermutlich wollte man diesen Bereich unbedingt inkludieren, um auch einen Ausblick auf die Zukunft geben zu können. Leider denke ich nicht, dass mit „verstärkte Zusammenarbeit mit Fangruppen“ die Lockerung der Monopolstellung von den hauseigenen Contentkanälen ist – so hat man es bei eurovisionworld interpretiert. Dennoch hoffe ich auf eine versteckte Botschaft in Richtung Fanmedien, die euch Bloggern vielleicht auch wieder mehr Rechte einräumt (auch wenn ich dies für unwahrscheinlich halte).
Was den letzten Punkt betrifft: Ich fand ehrlich gesagt, dass hier Wiwibloggs zuletzt eine zu große Rolle eingenommen hat. Ist ja toll, wenn man sich so engagiert zeigt, aber nach meinem Empfinden gingen da andere Fanmedien unter bzw. hatten das Nachsehen. Wirkte teilweise schon fast wie eine kleine Monopolstellung. Wobei ich das Ganze allerdings vorwiegend auf YT verfolgt und dort wahrgenommen hatte. Da können unsere ESC-kompakt-Blogger*innen bestimmt mehr zu sagen.
In der Übersetzung vom letzten Arbeitsbereich würde ich „Multiplikatoren“ durch das im Original verwendete Wort „influencer“ ersetzen. Das muss dem Übersetzungstool wohl durchgerutscht sein, ist leider licht sinnentstellend.
Außerdem hätte ich mich über mehr Varianz beim Titelbild gefreut. 😉 Gefühlt wird jeder Artikel zur Aufarbeitung des ESCs 2024 mit Herrn Klein aufgemacht, der aber ja auch genug eigene Artikel gewidmet bekommt und somit gerade ziemlich omnipräsent auf diesem Blog ist. Ich hätte für diesen Artikel eher ein Aufmacherbild mit Bezug zur EBU als Organisation verwendet. Nur so als Anregung…
Guter Hinweis mit dem Influencer.
Zum Aufmacherbild: Das ist ja immer schwierig. Auslöser war halt (auch) Joost Klein – und nicht Petra Mede oder der ESC-Pokal 🙂
Loren auf ihrem Stuhl hätte auch toll gepasst, denn die Reformen werden sicherlich eine schwere Geburt.
@DP: Ich glaube, du hast da Executive Producer und Executive Supervisor durcheinander bekommen. Vom Executive Producer ist in der PM gar nicht die Rede; der Executive Supervisor (sprich Österdahl) ist derjenige, der sich auf „ESC production, Heads of Delegations and Member relationship building, and day-to-day production issues“ konzentrieren soll und dessen Aufgaben entsprechend reduziert werden.
Argh… bei den ganzen Titeln kommt man aber auch durcheinander
שלום חברים
Herzliche Grüße an die Community aus Israel 🇮🇱!
@U4porcelli – Bring Hersh home!:
Zu deiner gestrigen Frage, die ich erst jetzt beantworten kann: Ich bin mit El Al geflogen.
Ein Grund dafür ist, dass diesmal El Al tatsächlich günstiger war als die Lufthansa. Beide Airlines verdienen sich aber mit den Flügen nach Tel Aviv eine goldene Nase.
Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass ich mich immer schon an Bord von El Al so fühle, als sei ich bereits in Israel! Das ist für mich auch wertvoll und schön.
Du weißt ja sicherlich, dass Sicherheit bei El Al einen extrem hohen Stellenwert hat. Immer schon.
Dieses Jahr ist das wirklich nochmal extremer gewesen als 2022. So viel Security im Terminalgebäude. So viel Security am Gate. Auf dem Vorfeld standen auch zwei gepanzerte Fahrzeuge der Bundespolizei neben der Boeing, die uns vom Gate bis zur Startbahn begleitet haben. (Eigentlich traurig, dass das alles überhaupt notwendig ist. 🫤)
Wir sind mit etwas Verspätung abgehoben und auch leicht verspätet in Israel gelandet. Der Flug selbst war sehr angenehm und beinahe ausgebucht.
Am Tel Aviv Ben Gurion Int’l Airport lief diesmal alles (überraschenderweise) relativ schnell. Auf dem Weg von den Gates zum Ausgang sind #BringThemHome 🎗️ Poster nicht zu übersehen. Jede Geisel hat zum Beispiel ein eigenes Poster. Da wurde ich direkt emotional 🥹.
Ansonsten hat mich meine Verwandte direkt vom Flughafen abgeholt. Bin müde und erschöpft, aber glücklich.
Schön zu lesen, dass die Anreise anscheinend den Umständen entsprechend angenehm war. Wir freuen uns auf weitere Berichte, viel Spaß weiterhin!
@Jofan:
Vielen lieben Dank! ❤️
Welcome and have fun!
Welcome and have fun! El Al am biligsten
Und es ging schnell in Ben-Gurion? Die Welt spiielt verrückt! Wobei ich finde, dass die Einreise da seltsamerweise immer schneller geht als die Ausreise.
@U4porcelli – Bring Hersh home!:
Dankeschön! ❤️
El Al war tatsächlich — wenn auch nur minimal — preiswerter. Da habe ich mich dann für das volle Israel-Programm entschieden, wo der Israel-Aufenthalt quasi schon an Bord des Flugzeuges beginnt 😄.
Nice die Aktion mit den Postern. Der Geiseln am Flughafen!
@U4porcelli – Bring Hersh home!:
Ja, die Aktion finde ich auch gut. So wird direkt bei der Einreise das Leid der Israelis verdeutlicht. Auch Hersh hat ein eigenes Poster da.
Hersh ❤️
@U4porcelli – Bring Hersh home!:
Habe jetzt auch einen 🎗️ – Anstecker.
Nice!
@U4porcelli – Bring Hersh home!:
Gute Nacht! Ich melde mich wieder.
Dir eine gute Zeit. 🙂
@undeuxtrois:
Danke! Werde ich hoffentlich haben. 😄
Warte … zwei komplett neu geschaffene Stellen blähen die Strukturen und die Kosten weiter auf, während parallel eine Taskforce geschaffen wird, um die Befugnisse der aktuell zuständigen Gremien zu überprüfen? Habe ich das jetzt so richtig wiedergegeben?
Und wenn ja: Wer war der Branchenexperte? Loriot?
Der Branchenexperte war der Executive Producer vom ESC 2014 in Kopenhagen.
Die Branchenexpertin also. Pernille Gaardbo. Angeblich hat sie über 50 Gespräche geführt in den letzten Wochen.
(Quelle: https://variety.com/2024/tv/global/eurovision-song-contest-independent-review-director-welfare-1236057822/)
Sehr interessant und konkreter, als ich gedacht hätte. Dass man Österdahl einen Vorgesetzten vor die Nase setzt und jemanden für Brand and Commercial an die Seite stellt, kann man durchaus als Misstrauensvotum ihm gegenüber interpretieren. Allerdings behält er die Zuständigkeit für Member relationships, die ja das große Problem in Malmö waren, von daher ist es dann doch nicht so deutlich. Ich finde es jedenfalls gut, dass man die Spitzenposition hier entlastet und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Wobei sich schon die Frage stellt, wie genau ESC Director und Executive Supervisor konkret zusammenarbeiten werden.
Der Hinweis auf die Teilnehmerliste bezieht sich eindeutig auf Israel; das könnte dieses Jahr noch sehr interessant werden, weil da wohl kaum Einigkeit zwischen den Sendern herzustellen sein wird.
Ansonsten ist das auch viel Management-Blabla. Diese Woche ist EBU-Generalversammlung auf Zypern, ich bin sehr gespannt, was da am Ende bei rauskommt.
Ja, der Hinweis auf die Teilnehmerliste macht mich auch etwas nervös, da dürfte dann Drama und Zerstrittenheit wieder vorprogrammiert sein. Wollte man Israel ausschließen, müsste man ja ein Stück weit die bisher geltende Regel verletzen, dass die Unabhängigkeit des Senders und nicht die Politik des repräsentierten Landes über eine (Nicht-)Teilnahme entscheidet.
Was für ein Theater…
https://youtu.be/hcciShtQU9Q?si=Z3f9Iux0RSogoArq
Ich hätt’s wissen müssen … 😅🤦♂️
Wenn zukünftig jetzt auch noch Presse, Fans und Künstler einem verbindlichen und auf Werte bezogenen Verhaltenskodex folgen würden, klappt es vielleicht wieder mit einem strukturierten und harmonischen ESC.
Also bei „Sicherstellung einer publikumswirksamen Show und eines breiten Engagements“ lese auch ich ein wenig heraus, dass sich der ESC hier wieder mehr öffnet und den anderen (Fan-)Medien wieder mehr Zugang zu ihrem Content bieten wird. Ob dies dann wieder so offen wird wie vor einigen Jahren, mit den Probenberichten etc., glaube ich eher weniger, aber vielleicht bekommen Sponsoren nicht mehr die exklusiven Rechte an irgendwelchem ESC-Content wie eben in den letzten Jahren TikTok mit dem ersten Probendurchgang. .
Die anderen Punkte lass ich jetzt einfach mal so stehen. Die können sich sehen lassen. Man muss hier halt schauen wie das dann praktisch umgesetzt wird und vor allem auch wie gut es umgesetzt wird.
Ergänzend: Avrotros wartet erstmal ab. Laut ad.nl sagte der Sprecher:
„Wir freuen uns, dass es ernsthafte Empfehlungen gibt, die gesamte Organisation, die Spielregeln und das Wohlergehen der Künstler beim Eurovision Song Contest zu überprüfen. Es scheint, dass die EBU es mit strukturellen Veränderungen ernst meint. Wir werden genau beobachten, ob den Worten in der kommenden Zeit Taten folgen, und werden auf dieser Grundlage über unsere Teilnahme im Jahr 2025 nachdenken.“
Diese Worte passen zu der Stimmung bei Avrotros und NPO. Das Grundvertrauen ist verloren gegangen und deswegen ist man sehr zurückhaltend. Wurde mich nicht wundern wenn die Niederlande in 2025 nicht dabei sind.
Als ob man sich herablassen müsste, teilzunehmen. Sollen sie halt zu Hause bleiben. Grundvertrauen… Wenn ich sowas schon lese… Hat sich da in dem Laden jemals jemand gefragt, welche Rolle man selbst in dem ganzen Theater gespielt hat? Schuld haben ja scheinbar nur die Anderen. Maximal unsympathisch.
Du warst dabei? Vor Ort? Du weißt auch wie die EBU sich gegenüber Avrotros und NPO verhalten hat?
Vor ein paar Stunden habe ich Avrotros in Bezug auf dem JuniorESC noch gelobt. In Bezug auf dem ESC hört sich das aber für mich echt an wie eine „beleidigte Leberwurst“! Die sind doch einfach nur sauer weil ihnen ein, laut Fan-Rankings und Wettquoten, möglicher guter Platz beim ESC genommen worden ist. Ja ich würde in so einer Situation auch sauer sein, aber erstens würde ich in so einem Fall die Verhandlung abwarten bevor ich überhaupt irgendwelche Forderungen an die EBU stelle und zweitens alleine das Verhalten ihres diesjährigen Teilnehmers bei der Presskonferenz nach dem 2. Semi hat den ESC nicht gut getan. Und hier sollte sich Avrotros dann auch mal an die eigene Nase packen, dass so ein Verhalten nicht ESC-würdig ist.
Alex, kannst du auch anders als deine Meinung nur wiederholen?
Pressekonferenz zieht nicht als Argument. Diese PK war unmittelbar nach dem Vorfall mit der Frau-mit-Handy.
Verhandlung abwarten zieht nicht als Argument. Avrotros wartet die Verhandlung ab um das laufende Gerichtsverfahren nicht zu stören.
Grundlage für die Forderungen sind die Erfahrungen der letzten 10-11 Jahren. Ein Teil der Forderungen wird bereits umgesetzt, aber man will es genau wissen.
Frankreich steht im EM-Viertelfinale, hat gegen Belgien knapp gewonnen.
Slimane ./. Mustii
„Die Diskussionen um die Teilnahme Israels am ESC und der Umgang einiger anderer Delegationen mit der Vertreterin des Landes war über Wochen und Monate ein Thema, das die Gemüter stark erhitzte und die gelernten ESC-Abläufe stark strapazierte.“ – diese Formulierung stößt mir sauer auf und negiert die Rolle, die die Israelische Delegation in diesem Fiasko gespielt hat leider komplett.
Hier klingt es schlichtweg so, als läge die Schuld allein bei denen, die eine Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest kritisch hinterfragt haben. (Ich rede nicht von den z.T. radikalen Demos). Ich finde es traurig, dass dieses einseitige Bild von der deutschen Presse nach dem Finale so blind übernommen wurde. Ihnen kann man noch Unwissenheit vorwerfen, aber von euch als ESC Fanpage hätte ich tatsächlich eine differenzierte Betrachtung erwartet.
So oder so lässt sich leider sagen, dass der ESC in diesem Jahr eine wahre Propagandaschlacht war. Der Wettbewerb wurde von radikalen Kräften (auf beiden Seiten des Konflikts) massiv instrumentalisiert. Dieser Schandfleck wird für immer bleiben. Möge sich die Zuständigen in Zukunft kritisch mit den Themen der Zeit auseinandersetzten und nicht einfach versuchen, sie zu ignorieren. Dass das nicht klappt, haben wir gesehen. Der ESC findet nicht im luftleeren Raum statt.
Eine Aufteilung nach Sachgebieten und Verteilung der Zuständigkeiten auf mehrere Personen macht schon arg Sinn. Die veränderten Anforderungen machen das notwendig und hier hatte Herr Österdahl weitreichend Befugnisse, jedoch scheinbar nicht ausreichend Kompetenzen.
Der richtige Weg ist eingeschlagen, kein weiter so. Aber einer Task Force darf nicht nur ein Kaffeekränzchen sein, sondern muss die richtigen Antworten auf die genannten Probleme bringen.
Boah, klingt das alles kompliziert
Traurig dass es für selbstverständliches Benehmen jetzt noch zusätzliche Verantwortliche braucht.
Und das gilt für beide Seiten der jeweiligen Konflikte
Klingt nach sehr viel Management Speak. Ich hoffe, die neuen Positionen werden mal nicht Nordeuropäern besetzt – Spanien und Serbien wären doch mal eine Option.
Welches Serbien?
Wieder die Hackf…. sorry für die Ausdrucksweise 😞 , auf dem Aufmacherbild.
Ich kann den nicht mehr sehen.
Der Herr mit dem blauen Anzug ist halt ein Klickgarant. Was Wahl des Aufmacherfotos und Formulierung der Titelzeile angeht, hat DP immer ein gutes Händchen.
Also irgendwie klingt diese ganze Runderneuerung ja, als hätte sie sich Linda Woddruff ausgedacht. Gehts bitte noch bürokratischer ?
Würde es nicht reichen – wie im Fußball – und bitte ohne VAR – Regeln aufzustellen, an die sich jeder zu halten hat ? Warum hat man davor eine solche Angst ?
Thema Israel: entweder, es ist dabei und dann ohne wenn und aber und wenn dann doch wer querschießt, dann wars das für den – ohne Diskussion.
Oder man verzichtet auf die Teilnahme – und wenn es nur für eine begrenzte Zeit ist. Dafür braucht es Mut und kein Palaver.
Russland und Belarus sehe ich auch nicht für alle Zeit und Ewigkeit draussen. Auch nicht Ungarn, die Türkei oder BiH.
Unruhige Zeiten erfordern gerade etwas Besonnenheit. Wenn das in den oberen ESC-Zirkeln das Hauptthema sein sollte, bin ich zuversichtlich.
Was haben denn diese Lösungen mit den Beschwerden und Vorfällen zu tun? Geht das nicht völlig daran vorbei?
Einerseits gut das „Probleme“ angegangen werden, anderseits wird durch mehr Leute die etwas zu sagen haben vielleicht noch mehr verwässert und die Kosten steigen weiter.
Hoffe gerade vom letzten Punkt der Meldung, das das Monopol etwas gebrochen wird und zumindest einige „angemeldete“ fanmedien von den Proben zumindest schriftlich berichten dürfen. Fotos und Videos brauche ich persönlich nicht von der ersten Probe, nur mehrere Meinung/Eindrücke von verschiedenen Leuten wäre schön.
Guter Punkt, dass sie allen Altersgruppen und einer breiten Masse eine gute Show bieten wollen. Dabei sollte es aber wirklich um ALLE gehen.
Wenn Lynda Woodruff singt, dass Martin Österdahl ein Hetero in einer Gaywelt ist, dann ist das einfach nicht die Wahrheit. Und wenn es hundert Mal lustig sein sollte. Aber wenn es so weiter geht, wird der ESC zur Nischenveranstaltung, die von der breiten Masse als Zirkus betrachtet wird.
Die Show muss eben für ALLE sein.
Wie heißt es so schön: Und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gründe ich einen Arbeitskreis. 😀
Ist jetzt erstmal viel PR-Blabla, die Erweiterunmg des Führungsgremiums sehe ich tatsächlich positiv, aber nur, wenn Österdahl dort jetzt nicht nur seine Marionetten einsetzt.
Was das Thema Israel angeht bin ich leider pessimistisch. Da wird aus Skandinavien schon noch genug Druck kommen, dass die EBU nicht mehr dagegen halten kann und spätestens, wenn in einigen Wochen der Libanon-Krieg beginnen sollte, wird man irgendweine Begründung finden, warum man Israel ausschließen muss.
„Die Kunst gibt mir einen Rahmen, der sehr dehnbar ist. Wir sollten wieder lernen, Freiheit auszuhalten und nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern mit einem sehr großen Herz die Zukunft willkommen heißen und die Zukunft heißt Kunst. Kunst ist das, was überlebt, Kunst ist das, was übrig bleibt“ sagt Jonathan Meese
Bürokratieausweitung verengt den Rahmen und macht unflexibel. Zeigt aber auch wie hilflos die Verantwortlichen scheinbar sind.
Aber ich habe kaum Informationen, um eine fundierte Meinung zum Sachverhalt abgeben zu können.
Neues aus Slowenien:
https://eurovoix.com/2024/07/02/slovenia-commission-for-the-prevention-of-corruption-eurovision/