
Wir befinden uns mitten zwischen den ESC-Zeiten: Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien ist vorbei. Das bedeutet nicht nur Rückblicke auf die vergangene Ausgabe, sondern auch den Blick nach vorne auf den ESC 2027 in Bulgarien. Dabei könnte ein Land wieder verstärkt ins Gespräch kommen, das sich bereits seit Jahren Hoffnungen auf eine Teilnahme macht: Kosovo.
Nachdem aus dem Kosovo und vom dortigen Sender Radio Televizioni i Kosovës (RTK) bereits rund um den ESC 2025 in Basel Interesse an einer Teilnahme bekundet wurde, blieb eine Einladung zum Wettbewerb bislang aus. Der Grund ist einfach: RTK ist kein Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU).
In diese festgefahrene Situation könnte nun jedoch Bewegung kommen. Mehrere ESC-Medien und -Fanportale berichten übereinstimmend, darunter auch Eurovision Kosovo, dass RTK einen erneuten Antrag auf die Teilnahme am Eurovision Song Contest sowie am Junior Eurovision Song Contest gestellt hat.
Die Anfrage wirkt durchaus schlüssig, denn auch auf kulturpolitischer Ebene hat sich im Kosovo zuletzt einiges getan. So haben Radio Television of Kosovo (RTK) und das Kulturministerium des Kosovo (MKYS) eine neue Kooperationsvereinbarung zur Rückkehr und Weiterentwicklung des traditionsreichen Musikprojekts „Kosovo Accords“ unterzeichnet. Darüber berichtete unter anderem das albanische Nachrichtenportal Telegrafi, ebenso wie verschiedene ESC-Fanmedien.
RTK betonte dabei erneut seine Bereitschaft, künftig am Eurovision Song Contest und am Junior Eurovision Song Contest teilzunehmen. Die neue Vereinbarung knüpft an eine zuvor bestehende dreijährige Zusammenarbeit zwischen RTK und dem Kulturministerium an, die in diesem Jahr ausgelaufen ist. Gemeinsam wollen beide Partner künftig Festivals organisieren, Ausbildungsprogramme für Künstler*innen entwickeln und die kosovarische Musikszene stärker fördern.
ESC liegt also durchaus in der Luft. Doch warum scheiterte eine kosovarische Teilnahme bislang? Der wichtigste Grund bleibt die fehlende EBU-Mitgliedschaft von RTK. Zudem erhielt Kosovo bislang keine Sondergenehmigung der EBU, um trotz fehlender Mitgliedschaft am Wettbewerb teilzunehmen.
Genau hier könnten sich die Spielregeln nun jedoch ändern. Laut verschiedenen ESC-Medien (u.a. ESC-Discord – siehe unten), die sich auf Aussagen von RTK-Generaldirektorin Zana Spahiu berufen, soll die kommende EBU-Generalversammlung über mögliche Änderungen der EBU-Statuten beraten.
Diskutiert wird demnach die Einführung neuer und begrenzter Mitgliedschaftsformen, darunter „Non-European Membership“ und „Auxiliary Membership“.
Sollten diese Änderungen beschlossen werden, könnten sie neuen Ländern auch den Weg in die ESC-Familie ebnen. Neben Kosovo wird in diesem Zusammenhang auch immer wieder Kanada genannt. Dort soll CBC/Radio-Canada Interesse an einer stärkeren Einbindung in EBU-Formate signalisiert haben.
Was würde das konkret bedeuten?
Die EBU kennt bereits heute verschiedene Formen der Zugehörigkeit:
- Members: Rundfunkanstalten aus dem European Broadcasting Area oder aus Mitgliedstaaten des Europarats.
- Associates: Rundfunkorganisationen außerhalb des European Broadcasting Area, die dennoch mit der EBU kooperieren.
- Approved Participants: Organisationen aus dem Broadcast-Bereich, die selbst keine klassischen Rundfunkanstalten sind.
Sollten künftig tatsächlich Kategorien wie „Non-European Membership“ oder „Auxiliary Membership“ hinzukommen, wäre dies ein Hinweis darauf, dass die EBU ihre bisherigen Strukturen erweitert oder stärker differenziert. Damit könnten sich neue Möglichkeiten für Länder ergeben, die bisher außerhalb der klassischen Mitgliedschaftsmodelle stehen – und möglicherweise auch für eine zukünftige Teilnahme am Eurovision Song Contest.
Ob Kosovo damit tatsächlich näher an sein langjähriges ESC-Ziel rückt, dürfte sich spätestens nach der EBU-Generalversammlung Ende Juni in Prag zeigen.
Würdest Du Dich über mehr Länder beim ESC freuen und denkst Du, dass EBU-Regeländerungen dafür der richtige Weg sind? Lass uns Deine Einschätzung in den Kommentaren wissen!
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Die EBU hat doch Mühe einige Länder Europas bei Stange zu halten, da sollte man erstmal ansetzen bevor man Nationen von außerhalb an Bord holt.
Kleine Fehler bei den Namen:
Zana Spahiu ist eine Verbeugung von Zana Spahija.
Ich warte ab was draus wird. Kosovo rein könnte Serbien raus heißen.
Für andere Leser: EBU-Fan-Umfrage ist noch eine Woche offen.
https://www.instagram.com/zanaspahiuu/
Zana Spahiu scheint richtig zu sein.
Kosovo ist bis heute kein allgemein anerkanntes Land. Nur etwa 110 von 193 UN-Mitgliedstaaten erkennen es an – also deutlich weniger als die Hälfte der Weltgemeinschaft. Es ist kein UN-Mitglied, und mehrere große Staaten (u.a. Serbien, Russland, China, Spanien etc.) lehnen die Unabhängigkeit weiterhin ab.
Den Eurovision Song Contest für ein derart umstrittenes Territorium zu öffnen, wäre ein schwerer Fehler. Der ESC sollte ein Kulturfestival bleiben und nicht zum Spielball geopolitischer Konflikte werden. Statt die Regeln zu verbiegen, um Kosovo hineinzuzwingen, sollte die EBU lieber bei klaren, allgemein anerkannten Staaten bleiben.
Also, je mehr ESC-Medien und Fan-Portale sich gegenseitig zitieren, desto geneigter ist man natürlich, dem zu glauben, da man es ohnehin glauben will. ^^
Kosovo: Wenn man als EBU noch nicht genug Probleme zu moderieren hat, kann man sich selbstverständlich noch ein weiteres einhandeln! 12 points from Kosovo to Albania and 12 points from Albania to
ItalyKosovo …Das mit den neuen Mitgliedschaftsmodellen klingt auf jeden Fall interessant. Ich bin gespannt, wie das am Ende aussieht.
Dem Kosovo wird das allerdings nichts helfen. Das Problem ist die fehlende UN-Mitgliedschaft, und das wird sich auch so schnell nicht ändern.
In 9 der diesjährigen Teilnehmerländer, ist die Unabhängigkeit Kosovos nicht anerkannt.
Eine Teilnahme Kosovos würde nur zu Chaos führen, was wir gerade schon genug haben
Bisher ist die EBU-Mitgliedschaft ja an der fehlenden Mitgliedschaft in der Internationalen Fernmeldeunion gescheitert. Auch wenn die EBU ihre Regeln zur Teilnahme lockert, bin ich skeptisch, ob man auch über die fehlende Mitgliedschaft in der Internationalen Fernmeldeunion einfach hinwegsieht bzw. sie nicht einfordert.
Eine Teilnahme von Kosovo und Kanada würde mich
sehr freuen. So kehrt der ESC trotz alledem zur alten
Größe zurück.
Erstmal: dass man im Kosovo die Bezeichnungen „Radio Television of Kosovo“ und „Kosovo Acordes“ (Englisch) verwendet, kann ich nicht glauben (vor allem, wenn die albanischen Namen weiter oben im Text und im Instagram-Post genannt werden).
Zum Anderen: größter Hemmschuh ist die fehlende Anerkennung insbesondere durch Serbien. Wenn das eine EBU-Mitgliedschaft ist, die eine neue Klasse außerhalb des jetzigen Systems schafft, muss man das bedenken. Was ich noch weniger verstehe ist die Debatte um Kanada. Laut Wikipedia ist der kanadische Rundfunk schon assoziiertes Mitglied. In dem Falle würde doch eine Einladung der EBU reichen?
Aha
Ich würde mich sowohl über Kosovo als auch Kanada sehr freuen!