
Hohe Kosten für den ESC und ein anderer programmlicher Fokus im Jahr 2024 – das sind die Gründe, warum Nordmazedonien 2024 nicht beim Eurovision Song Contest dabei sein wird. Das gab der verantwortliche Sender MRT bekannt. Da die beiden Halbfinale und das Finale aus Malmö aber dennoch übertragen werden sollen, behält das Land die Chance auf eine Rückkehr zum Wettbewerb im Jahr 2025.
Als am Dienstag die European Broadcasting Union (EBU) die Länder bekannt gab, die am ESC 2024 teilnehmen werden, fehlten dabei einige Staaten vom Balkan, darunter auch Nordmazedonien. Bereits in Liverpool hatte das Land ausgesetzt. Nun veröffentlichte der öffentlich-rechtliche Sender MRT die Begründung, warum man sich auch 2024 gegen die Rückkehr zum ESC entschieden habe:
Diese Entscheidung liegt im besten Interesse der Bürger, wenn man bedenkt, dass sich der öffentliche Rundfunk im nächsten Jahr mit all seinen Kapazitäten auf die Feier des großen Jubiläums – 80 Jahre mazedonischer Rundfunk und 60 Jahre mazedonisches Fernsehen – konzentrieren wird. Die Aktivitäten zum großen Jubiläum werden das ganze Jahr 2024 über stattfinden.
MRT wird die Veranstaltung (den ESC, Anm. d. Red.), die beiden Halbfinalabende und das große Finale in seinen Angeboten übertragen.
Nordmazedonien hat sich bei den letzten neun ESC seit 2013 (also ohne die abgesagte Veranstaltung 2020) nur ein einziges Mal für das Finale qualifiziert, dann aber mit Tamara Todevska und ihrem Lied „Proud“ das Juryvoting gewonnen und insgesamt den 7. Platz erreicht.
Die Kostenfrage kommt in Bezug auf den ESC gerade bei wirtschaftlich schwächeren Staaten Osteuropas häufiger auf und ist potenzieller Grund für einen Rückzug vom Wettbewerb. Die Website EurovisionFun nennt die Tatsache, dass mit Bulgarien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und dem noch wackelnden Rumänien vier weitere Balkan-Ländern vorrangig deshalb nicht in Malmö dabei sind, einen „Wake-Up-Call für die EBU„.
Tatsächlich sind die Teilnahmegebühren für den ESC in den letzten Jahren gestiegen, wobei es auch eine allgemein hohe Inflation gab. Das heißt aber nicht, dass die den Sendern zur Verfügung stehenden Mittel im selben Umfang gewachsen wären. Dies trifft in Teilen auch auf den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu.
Kannst Du die Begründung des ESC-Absage des mazedonischen Fernsehens nachvollziehen? Was kann und sollte die EBU machen, um in Zukunft mehr Ländern die Teilnahme am Wettbewerb zu ermöglichen? Sage uns Deine Meinung in den Kommentaren.
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Daß trotz hoher Inflation gerade der deutsche ÖR Rundfunk immer noch inflationär aufgebläht ist, geschenkt.
Daß jeden Abend entweder ein Krimi oder ein Fußballspiel oder eine Schlagersendung läuft, unverständlich.
Daß man dennoch noch mehr Geld möchte, frech.
Daß Nordmazedonien jetzt wegen einer Jahresfeier im Staate absagt, ehrlich auf der einen Seite, zeigt aber wohl andere Prioritätensetzung.
„Daß jeden Abend entweder ein Krimi oder ein Fußballspiel oder eine Schlagersendung läuft, unverständlich.“
Genau, wir führen den Sendeschluss wieder ein. Was man da sparen kann! 😝
@cars10: Und für Journalisten und alle anderen, die in den Sendern arbeiten reicht ja schließlich, wenn sie den Mindestlohn bekommen, wenn sie schon überhaupt bezahlt werden müssen…
Du magst dich über die Krimis, Fußballspiele oder Schlagersendungen beschweren. Die Fans dieser Sendungen fragen, warum die ARD noch Geld für den ESC ausgibt.
Am Ende werden doch alle Programmfarben nachgefragt und haben daher doch eine Berechtigung.
Also Sportveranstaltungen bei den öffentlich-rechtlichen finde ich im Grunde eigentlich schon gut, vor allem dann, wenn die privaten Sendeanstalten (womit auch auch die Streaminganbieter meine) vor einer Sportübertragung „zurückschrecken“ weil die Kosten der Ausstrahlungsrechte mit den erwartenden Quoten nicht vereinbar wäre. Also im Grunde so wie es bei der Frauen-WM in diesem Sommer der Fall war!
Es gibt hier aber auch Negativ-Beispiele wie man es nicht machen hätte sollen z.B. hat es aus meienr Sicht keinen Grund gegeben, dass das ZDF sich ab der Saison 2012/2013 damals die „Champions League“-Ausstrahlungsrechte gesichert hat obwohl diese zum damaligen Zeitpunkt bei SAT.1 gut aufgehoben waren.
„Kannst Du die Begründung des ESC-Absage des nordmazedonischen Fernsehens nachvollziehen? Was kann und sollte die EBU machen, um in Zukunft mehr Ländern die Teilnahme am Wettbewerb zu ermöglichen?“
– ja, kann man nachvollziehen. Nord-Mazedonien hat nur eine Bevölkerung von 2,065 Millionen und kaum eine Industrie. Die Steuereinnahmen sind dementsprechend nicht vergleichbar mit dem der großen Industrienationen und somit hat auch der Sender weniger Finanzmittel zur Verfügung. Zudem ist – wie ja bekannt sein dürfte – Schweden ein „teures Pflaster“.
– Zur Frage, was die EBU machen kann, um die Teilnahmegebühren zu senken: entweder man speckt den ESC ab (keine Fanmeile etc., weniger Bühne / Technik / Personal / LED usw.) ….was mMn den ESC als weltweit größten Live-Musik-Event sehr schaden würde ….oder man holt sich finanzstarke Partner ins Boot (Coca Cola, Mc Donalds, Pepsi usw.) – welches dann wieder mit mehr Werbeblöcken einhergeht. Evtl. wollen dann diese Firmen auch bei der Eventgestaltung ein Wort mitreden. Hach, alles nicht einfach.
Ich denke, der ESC muss sich öffnen und auch weitere „associated members“ wie z.B. USA, Kanada, Kasachstan, Neuseeland, Brasilien, Chile usw. einladen, um die allgemeinen Kosten durch die Teilnehmerzahl zu reduzieren.
So oder so, der ESC muss und wird sich verändern müssen – wenn man auch kleinere „ärmere“ Länder dabei haben will – oder es wird nur noch ein Wettbewerb der finanzstarken Länder (oh Gott nein!).
Kann durchaus nachvollziehen, dass gerade für kleinere Länder bzw. Sendeanstalten die Finanzierung des ESCs in wirtschaftlich ohnehin schon schwierigen Zeiten kaum zu stemmen Ist. Finde es trotzdem sehr schade, dass Nordmazedonien nächstes Jahr nicht mit von der Partie sein wird. Würde mich sehr freuen, wenn man das Land 2025 wieder beim ESC sehen kann.
Halte ich nachdem die schon heuer kurz vor der Zusage waren für sehr wahrscheinlich.
Bosnien-Herzegowina nimmt auch deshalb nicht teil, weil der Fernsehsender BHRT mit der Zahlung der Mitgliedsbeiträge für die EBU im Rückstand ist:
https://eurovoix.com/2023/11/13/bosnia-herzegovina-bhrt-remains-sanctioned-by-the-ebu/
Zudem steht BHRT vor der Insolvenz und könnte bald den Sendebetrieb einstellen.
Tja … wäre nur schön gewesen, wenn die Aussage zum Weckruf nicht von einem anderen Fanmedium, sondern von der EBU selbst gekommen wäre. Dort, muss man leider befürchten, haben die den Schuss aber womöglich immer noch nicht gehört.
Das ist extrem schade, habe aber damit gerechnet, dass kleinere Länder den ESC einfach finanziell nicht mehr schaffen. Ich hoffe sehr, dass Nordmazedonien und auch die anderen Länder 2025 wieder dabei sein können.
Wegen mir könnten ruhig mehrere Länder mal zwischendurch aussetzen. 25 Teilnehmerländer sind für mich genug.
Also quasi umso weniger Vielfalt, umso besser?
Man würde sich zumindest die Halbfinalshows sparen. Ergo billiger, ergo mehr Rundfunkanstalten können es sich wieder leisten, ergo mehr Teilnehmer, ergo Halbfinale werden wieder eingeführt, Event wieder teurer, … 😉
@Porsteinn
Oder man versucht, auf anderer Weise die Kosten im Rahmen zu halten: z. B. weniger Hosts (weshalb drei oder gar vier Moderator:innen?) Oder, indem man die Intervalacts bißchen begrenzt. Es müssen ja nicht unbedingt Superstars wie Madonna sein.😉
Auch in Sachen Bühnenaufbau gäbe es sicher Potenzial, ohne, dass man an Charme einbüßt. Anstatt Riesen LED-Wände könnte man z. B. mit schöner Beleuchtung arbeiten. Hat doch mMn super ausgeschaut, in Oslo 2010, Malmö 2013 und Lissabon 2018.
Es war abzusehen, das sich wegen der globalen Krisen und den hohen Kosten, immer mehr finanzschwache Länder vom ESC zurückziehen werden. Der Wettbewerb ist einfach zu kostenaufwendig geworden.
Ich schließe mich daher dem Vorschlag von Der Thoddy oben an:
1) Den ESC allgemein abrüsten. Das heißt Eurovision Village und aufwendige Fan-Veranstaltungen einschränken. Nationale Vorentscheide, Zwei Halbfinals und ein großes Finale sind schon Event genug.
2) Die Bühne mit neuster Technik belassen, aber dafür ihre Konstruktionsgröße verringern. Nach dem Motto: Klein, aber oho! So kommen auch die Acts besser zur Geltung.
3) Den Wettbewerb für Interessierte „Nicht-Europäische-Staaten“ (USA, Kanada, Japan, Neuseeland) öffnen, um damit den Horizont zu erweitern und die Lasten besser zu verteilen. Meinetwegen kann man dann auch den Namen auf „World Vision Song Contest“ abändern. Namen sind Schall und Rauch.
So einfach ist das mit dem Namen auch nicht. World Vision ist ein Kinderhilfswerk. Da wird der Name wohl geschützt sein
🇳🇱 🍲 Off-Topic Gerüchteküche:
Laut dem niederländischen Radiosender 538 sind noch drei Künstler, nämlich Karsu, Numidia uuund… 🥁 *trommelwirbel* Ilse DeLange in der niederländischen internen Auswahl für den Eurovision Song Contest 2024 und der niederländische Sender AVROTROS wird in den nächsten Wochen den ausgewählten Künstler dann auch schon vorstellen.
Aber auch für alle Joost Klein-Fans gibt’s noch Hoffnung: Das Management von Ilse DeLange hat nämlich gegenüber RTL ausgesagt, dass sie mit „100-prozentiger Sicherheit sagen können, dass Ilse nächstes Jahr nicht beim Eurovision Song Contest antreten wird“, an den Namen könnte also auch gar nichts dran sein, aber falls doch, wird es wohl einer dieser beiden Künstlerinnen: Karsu oder Numidia. Trotzdem, Gerüchte bleiben Gerüchte, also immer mit Vorsicht genießen. 😀
Quelle: https://www.rtl.nl/boulevard/entertainment/artikel/5423044/radio-538-karsu-numidia-ilse-delange-songfestival-2024
Das die Kosten der Grund sind für die Absage ist nachzuvollziehen. Der andere Grund der Jubilarfeiern des Fernsehen deswegen nicht teilzunehmen halte ich für unverständlich, was gibt es besseres als eine große Musikshow zu übertragen und auch mit einem eigenen Beitrag sozusagen zu gestalten.
Ach du gute Güte, wer will den irgendwelche Jubelfeiern zu Jubiläen sehen? In meiner Erfahrung gibt es kaum langweiligere Sendungen als solche, die Jubiläen gewidmet sind.
Ich hoffe, dass Nordmazedonien 2025 wieder dabei ist. Meine TOP 3 aus MAK:
1. Let Me Love You
2. Ne zori, zoro
3. Life
Ist alles schon ’ne Weile her …
@togravus ceterum ceterum
Zumal sowas in der Regel nur aus Selbsteweihräucherung und sich selbt auf die Schultern klopfen besteht.
Genau das meinte ich. Ist genauso unangenehm wie z. B. Nationalfeiertage in den meisten Ländern.
Mazedonien ist tatsächlich eines meiner liebsten ESC-Länder. Ob Jana Burcevska, Tose Proeski, Eye Cue, Daniel Kajmakoski – mindestens in der Studioversion waren das alles tolle Songs. Dazu die legendäre Grenzerfahrung Kaliopi. Eigentlich schade, dass „FYROM“ offenbar nie wirklich eine Lobby hatte.
Tose Proeski😍
Leider viel zu früh verstorben…
Fairerweise muss man sagen, dass das Fehlen bestimmter Länder nicht immer nur finanzielle Gründe hat. Zutreffen mag das wohl in erster Linie auf Nordmazedonien und Montenegro (anhaltende Erfolglosigkeit mag auch noch mit reinspielen). In Bulgarien haben offenbar die Senderoberen keinen Bock auf ESC; VICTORIA und IMP waren ja komplett gesponsert, man kann wohl davon ausgehen, dass sich 2016-18 Milanov und/oder Personen aus seinem Unfeld auch finanziell beteiligt haben.
Ungarn und die Türlei fehlen aus ideologischen Gründen; bei Andorra kann man es nicht klar sagen. Bosnien ist seit Jahren wegen hoher Schulden gesperrt. Monaco und die Slowakei scheinen zumindest in der Pipeline für die Zukunft zu sein.
Beim ESC gibt es sicherlich an vielen Stellen Einsparpotential, aber um da genau zu werden, bräuchte man eigentlich mal eine detailierte Aufstellung, was aus dem allgemeinen Topf bezahlt wird und wofür der Sender bzw. die Gastgeberstadt aufkommen muss.
Jedenfalls wäre es ein bisschen naiv zu glauben, man müsse nur die Gebühren etwas senken und schon hätte man wieder 44 Teilnehmer.
Die BBC wurde insgesamt mit 14 Mio Pfund Staatsgeldern die für den ESC zur Verfügung gestellt wurden gesponsort. (10 Mio vom Zentralstaat und 4 Mio von lokalen Verwaltungseinheiten)
Die Durchführung des ESCs 2023 soll insgesamt an die 30 Mio Pfund gekostet haben.
16 Mio waren Einnahmen aus Ticketverkauf, Startgebühren und Sponsoring.
Zu Bemerken ist vor allem, dass die Ticketpreise künstlich niedrig gehalten werden. Ginge es nach Nachfrage und Angebot müssten die Ticketpreise insbesondere die des Finales wohl mindestens 3 mal so hoch sein.
Man kann daher nicht über Einsparpotential beim ESC fabulieren gleichzeitig aber schön wenig für sein First come – First serve Ticket zahlen wollen. Das ist diametraler Widerspruch.
Ist die Show aufwändig und beeindruckend muss man halt blechen, wenn man es live vor Ort sehen will.
Nebenbei bemerkt bekommen die Länder in denen die Show hohe Zuseherzahlen hat die showe zu einem äusserst günstigen Preis.
Auf der ARD Website wird ganz explizit und ungewöhnlich offen darüber berichtet was eine Minute Unterhaltungssendung am Samstag Abend kostet. Es waren 2022 genau 6800 € im Durchschnitt für die 32 Samstag-Abend Neuproduktionen.
Der ESC 2023 hatte eine Dauer von 237 mins. Die ARD müsste somit für diese 237 min je 6800€ genau 1,6 Mio € aufwenden müssen (was allerdings aber nur der Durchschnitt ist).
Da aber der ESC 40% über den Schnitt an Zuschauern gibt sowie 300% über dem Schnitt bei den Werberelevanten liegt wären ohne weiteres sogar 3 Mio € gerechtfertigt.
Der ESC kostet die ARD aber nur etwas über 1 Mio €.
Übrigens kostet eine Vorabend Quizshow 2400€ pro Sendeminute.
Für einen VE wäre eine Ausgabe von 2400€ bis 6800€ angemessen. Mittelwert wäre 4600€. Die Sendung dauerte 127min. 584000€ wäre ansetzbar. Würde man rein nach Zuschauerzahl gehen wären 400.000€ bis 500.00€ gerechtfertige Kosten.
Anzumerken ist zudem, dass wäre das ESC-Finale eine rein werbefinanzierte Sendung extrem hohe Einnahmen anfallen würden. In der Spitze waren ja 4,3 Mio ‚Werberelevante‘ vor dem Bildschirm versammelt. 30sec Spots würden dann ohne weiteres für in der Spitze 100.000€ verkauft werden können.
Mit nur 25 Spots (= 12,5 Mins) bei 237min Sendezeit kämen schon an die 2 Mio € rein.
Theoretisch möglich wären aber 24 30sec Spots je Stunde. 7 Mio € wären maximal möglich.
FAZIT
die ARD bekommt den ESC zum absoluten Schnäppchenpreis. Wer etwas anderes behauptet, der lügt. So einfach ist das.
Die sachlich falsche Behauptung beim ESC würde von der ARD ‚Geld verschleudert werden‘ ist schlichtweg eine Lüge fabriziert von Leuten die von Tuten-und-Blasen und vor allem vom Recherchieren keine Ahnung haben. Bzw wir wissen ja warum ’sie‘ es schreiben.
Das Argument mit den angeblich hohen Kosten wird ja immer dann von vollkommen unkundigen Zeitgenossen vorgebracht, wenn Deutschland wieder mal am Ende der Punktetabelle steht und mancher sich dann fragt, warum uns keiner mag. Insofern nicht ernst zu nehmen.
Neues aus Rumänien:
https://eurovoix.com/2023/12/07/tvr-awaiting-2024-budget-confirmation-for-eurovision-decision/
Abwarten
Ich finde es superschade, dass Nordmazedonien und andere Balkanländer nicht mitmachen und vermisse diese schrecklich, kann aber die Begründung fehlender finanzieller Ressourcen nachvollziehen.
Als alter Sozialist wäre meine Antwort auf die Frage, was die EBU machen kann, um es diesen Ländern leichter zu machen: die steigenden Kosten solidarisch durch die finanzstärkeren Nationen schultern zu lassen. Knöpft den Big Five mehr ab; führt für die Berechnung der Teilnehmergebühren einen Finanzkraftfaktor ein; bildet einen Solidartopf, aus dem die ärmeren Länder Zuschüsse für die Hotel- und Produktionskosten bekommen.
Zur Kostensenkung gibt es nach meiner Ansicht einige Spielräume beim ausufernden Rahmenprogramm. Erhebliche Ersparnisse brächte auch der Verzicht auf die Jurys im Finale.
es ist ganz einfach: die Kostenbelastung sollte zu einem nicht unerheblichen Teil auch danach gehen wieviele Zuschauer der ESC ganz konkret lokal hat bzw sagen wir im 5-Jahres-Durchschnitt hat.
Länder mit hohen Quoten bekommen die Sendung übertrieben gesagt ‚für nen Appel-und-nen-Ei‘, während einige Länder (oft die, die im Halbfinale ausscheiden) im Verhältnis ‚viel mehr zahlen müssen‘.
Logisch ist aber trotzdem, dass ein Mindestbeitrag als Startgebühr entrichtet werden muss. Die Mindestgebühr könnte für bevölkerungsschwache Staaten aber deutlich geringer ausfallen, als bisher…
Beispiel
Irland hatte 2023 370 TSD Zuschauer – zahlte aber 105.000€ Teilnahmegebühr
= 284 € pro Tausend Zuschauer
Die ARD hatte 2023 insgesamt 7960 TSD Zuschauer – zahlte 470.000€ Teilnahmegebühr
= 59 € pro 1000 Zuschauer..
Spanien hatte 4800 TSD Zuschauer – zahlte 347700€
= 72 € pro 1000 Zuschauer.
Griechenland 2023 1080 TSD Zuschauer – zahlte 150.000€
= 139 € pro 1000 Zuschauer.
Wenn das kein Misverhältnis ist, weiss ichs auch nicht. Laut EBU sind die Gebühren bereits z.T. nach Reichweite der jeweiligen Sender (was aber nur Eurovisionsendungen betrifft) gewichtet.
Insgesamt bringt die Teilnahmegebühr 6,2 Mio €. Davon zahl die ARD lediglich 7,5%, Spanien 5,6%, Irland 1,7%, Griechenland 2,4%…
Aber:
was sonstige Kosten die eine ESC Teilnahme verursacht betrifft sind die Unterschiede je Land nicht so groß. Sonstige Kosten sind (Anreise, Unterkunft, Spesen für Act und Begleit-Team). Diese belaufen sich auf 200.000€ bis ca 500.000€ je nach Größe des Teams, Reiseweg, Spesenhöhe und Qualität der Unterbringung usw). Spanien zahlte 2022 zb rund 330.000€ (2022) an sonstigen Kosten. Irland 2023 250.000€ (kurze Anreise!).
Spanien zahlte damit je 1000 Zuschauer insgesamt ’nur‘ 147€ für seine ESC Teilnahme.
Irland aber saftige 959 € (großes Problem hier war der Halbfinalexit und damit niedrige Finalzuseherzahl).
Bei seiner letzten Finalteilnahme (2018) hatte RTE Irland 700 TSD ESC-GrandFinal Zuschauer (das wären dann aber immer noch 500€ je TSD Zuschauer an Gesamtkosten = mehr als 3mal soviel, wie Spanien…)
„Alter Sozialist“ klingt gut ! In vielen Fällen würde ich da durchaus mitgehen.
Ich vertrete zwei eher unpopuläre Meinungen.
Erstens: Mit Australien beim ESC werde ich nach wie vor nicht warm (obwohl Voyager 2023 meine persönlichen Favoriten waren). Ich kann es den Menschen außerhalb der Fanblase auch nicht plausibel erklären, warum denn ausgerechnet dieses Land beim ESC dabei ist und beispielsweise Brasilien, Japan oder Südafrika nicht.
Zweitens: Für mich ist eine Teilnehmerzahl über 40 nicht notwendig, ich komme mit 37 oder 38 sehr gut zurecht und zudem sind so auch die Chancen größer für die Qualifikation. Die Semi sind in der Regel eh eine zähe Angelegenheit. Wenn genügend Vielfalt und Qualität geboten wird, dann fällt nun wirklich nicht ins Gewicht, wie viele Länder dabei sind.