OGAE Poll 2019: Deutschland noch ohne Punkte. (K)Ein Grund zur Sorge?

Seit vielen Jahren veranstalten die ESC-Fanclubs auf Basis der Vorentscheidauftritte und/oder offiziellen Videos  nationale Votings zu den Beiträgen. Anschließend geben sie ihre Top 10 in der ESC-Punkte-Logik bekannt. So ergibt sich im Laufe der Zeit ein Bild mit klaren (Fan-)Favoriten und (vermeintlichen) Verlierern. Denn im Gegensatz zu den Wettquoten geht es beim OGAE Poll um den persönlichen Geschmack der Fans und nicht um die erwartete Platzierung.

S!sters, die deutschen Vertreter in Tel Aviv, sind aktuell nach 29 Stimmabgaben noch ohne Punkte. Hingegen gibt es an der Spitze ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Mahmood aus Italien, Duncan Laurence aus den Niederlanden und Luca Hänni aus der Schweiz. Doch Deutschland liegt bei dem Voting aktuell nicht allein hinten: 14 weitere Beiträge sind auch noch punktlos.

Dennoch haben mehrere Kommentatoren auf ESC kompakt auf die ausbleibenden Punkte für „Sister“ hingewiesen. Grund genug, einmal genauer auf die Aussagekraft des Polls zu schauen. Wir beginnen 2015. In Wien gingen Il Volo für Italien als Favoriten ins Rennen und verpassten den tatsächlichen Sieg nur auf Grund des Jury Votings. Der deutsche Beitrag „Black Smoke“ wurde auf Platz 18 gesehen; bekanntermaßen wurde Ann Sophie Letzte.

Die ESC-Siegerin von Stockholm, Jamala, lag beim OGAE Poll auf Rang 6. Fan-Favorit Amir aus Frankreich schaffte es immerhin auf Platz 6. Die Deutsche Jamie-Lee Kriewitz lag bei den Fans auf Rang 28. Das Ergebnis bestätigte sich mit dem letzten Platz im ESC-Finale.

2017 landete Deutschland mit „Perfect Life“ auf dem vorletzten Platz. Levina hatte im Vorfeld beim OGAE Poll keinen einzigen Punkt erhalten. Doch ganz treffsicher waren die Fanclub-Wertungen und in dem Jahr dennoch nicht. Gleich drei Titel, die bei ihnen unter die ersten Zehn kamen, scheiterten im Halbfinale.

Ein ähnlich schlechtes Ergebnis gab es im letzten Jahr, wo die Beiträge von Belgien und Griechenland von den Fans viel zu hoch gehandelt wurden. Allerdings lagen sie mit der späteren Siegerin Netta richtig. Michael Schultes 4. Platz kam als Überraschung, hatten ihn die Fans doch nur auf Platz 15. gesehen.

Das heißt aber nicht, dass Deutschland systematisch unterschätzt würde. Ein Blick zurück bis ins Jahr 2010 zeigt zum Beispiel, dass Cascada 2013 erheblich überschätzt wurde. Michael Schulte wurde am stärksten unterschätzt. Ansonsten war der OGAE Poll schon ein ganz guter Indikator für das Abschneiden der deutschen Beiträge.

Die aktuellen 0 Punkte für die S!sters müssen einen nicht verzweifeln lassen. Zum einen stehen noch einige Wertungen aus (insgesamt hatte Michael Schulte beim OGAE-Poll aus zehn Ländern Punkte erhalten). Zum anderen entscheidet sich das Spiel auf dem Platz bzw. auf der Bühne in Tel Aviv. Dazu gehört aber auch, dass am Auftritt gearbeitet wird und dieser die Zuschauer ähnlich begeistert wie der von Michael Schulte. Diesbezüglich hält sich der NDR sehr bedeckt. Bekannt ist bisher nur, dass auf die Drehbühne aus dem Vorentscheid verzichtet wird und die beiden Sängerinnen die ganze Größe der Bühne ausnutzen werden. Wenn die Verantwortlichen da etwas Tolles entwickeln, besteht für die deutschen ESC-Anhänger in der Tat (noch) kein Grund zur Sorge.



63 Kommentare

  1. Viel Spass beim Kommentieren und den Sisters es nochmal richtig geben, bevor die beiden fuer uns nach Israel fahren. Entweder bist Du TOP TOP TOP oder Du hast bei Deutschen Usern verschissen. S C H A D E !!!

    • Also für mich fahren die nicht, und es gibt durchaus Situationen, wo Menschen bei mir mal BOTTOM BOTTOM BOTTOM sein dürfen, aber eben nicht beim ESC

  2. Da der Titel nicht für Fanohren gemacht wurde, keine Spassnummer, kein Uptempo, kein tanzender Taschenspieler, kein posierender Garderobenständer, keine Taschentuchhymne ist, die wenigsten Fans Sisters (die meisten Bro’s) sind, ist ohnehin nicht mit viel Resonanz dort zu rechnen (Egal was man von dem Beitrag hält).

    Und die OGAE-Fans sind heutzutage durch Internetforen auch stärker synchronisiert, da ist das Gefälle zwischen beliebten und unbeliebten Songs schon krass. Mal abwarten, ob was bei den ESC-Juroren abfällt.

    • @Jorge, Danke , so sehe ich es auch. In ein paar Tagen packen die beiden Ihren Koffer, es wird Zeit das wir von hier aus Ihnen Toi Toi Toi wuenschen. Ich freue mich auf jeden Teilnehmer, ganz besonders da ich viel Vorentscheide am PC miterleben konnte. Und die Freude der Gewinner , die hier doch als Verlierer abgestempelt werden.

      Sisters viel Freude am ESC Toi Toi Toi

    • Ein weiterer Punkt ist die Wahrnehmung des Liedes innerhalb der Blase. Je tiefer man drin ist und auch die Vorentscheide gesehen hat, desto weniger mag man es, weil es vermeintlich bessere Titel (hier vor allem Aly, die deine Kriterien für ein gutes OGAE-Lied erfüllt hätte) geschlagen hat. Kann man zumindest bei youtube Kommentaren oft lesen. Daneben gibt es aber auch viel Lob, vermutlich von denen, die einfach das Lied zum ersten Mal gehört haben.

      • Genau so ist es! Alle Fans wollten, dass Aly Ryan gewinnt und sind deshalb traurig und geben nun den S!sters keine Chance. Schade 🙁

  3. Interessante Auswertung, danke dafür!
    Und noch ein kleiner Spoiler Alert: Meiner Meinung nach werden auch die noch ausstehenden Fanclubs dafür wohl keine Punkte vergeben…nur so ein Gefühl.

  4. Da meine absolute Queen 2019, Kate Miller-Heidke, auch noch keine Punkte bekommen hat, gebe ich rein gar nichts auf diese Abstimmung. Banausen 😉😂😇

  5. Gute Analyse und dank der verlinkte Quelle kann man noch einiges hinzufügen. In Jahren mit viele starke Balladen (übersetze ich mit ‚ruhige‘ Songs) und unerwartet starke Auftritte liegen OGAE-Poll und Wettkantoren erheblich daneben. Nur der Gewinner wird oft richtig prognotisiert, bei der Wetten öfter als im OGAE-Poll.

    Was gibt es in 2018? Grob zusammengefasst erstaunlich viele schwarze Pferden. Daher erwarte ich eher, dass es jedes Mal zu Überraschungen kommen wird, in beiden Halfinalen und im Finale. Viele Länder werden schlechter/besser abschneiden als vorher erwartet.

    Und ja, es gibt Grund zur Sorge für Deutschland. Die Chancen mit Null Punkten auf Platz 26 zu landen sind ziemlich groß. Dabei stutze ich mich nicht auf Wetten und Polls, aber auch auf Songchecks aus Ost-Europa. Sie sind zwar nur Indizen, aber wenn ‚Sisters‘ nirgendwo gut wegkommt, ist das ein schlechtes Omen.

    Punkten zu bekommen gelingt nur über einen extrem guten Auftritt und dabei hoffe ich, dass die Hintergrund nicht die gleiche Bilder enthalt wie das Lyric-Video.

    Abschließend noch eine Bemerkung:
    In den letzten zwölf Jahren gab es Verlierer und Gewinner für Deutschland und alle Teilnehmer sind über den gleichen Weg zum ESC gekommen. Das belegt auch, dass der NDR versucht den best möglichen Song zum ESC zu schicken.

    • Es tut mir Leid, dass ich dir immer wiedersprechen muss, aber deine abschließende Bemerkung ist leider falsch.
      2010/11/12, was neben 2018 unsre Glanzjahre waren, Hatte Raab seine Finger im Spiel

  6. Wenig überraschend, da der Song kaum für die OGAE-Zielgruppe geschrieben ist. Kommt allerdings in anderen Foren und Kanälen ähnlich schlecht weg, das sollte schon zu denken geben. Aber wir sind innerlich glaube ich eh fast alle auf ein episches Duell um den letzten PLatz zwischen D und ISR vorbereitet.

  7. … wenn da man nicht all die Befürworter hier eine Bruchlandung erleben werden… mehr als 2 Punkte wird‘s nicht geben, aber ob das für den letzten Platz reichen wird?

  8. Ich denke, dass OGAE Poll ein guter Indikator ist wie ein Lied bei den Fans ankommt und darüber hinaus ein Hinweis sein kann, wie ein Land beim ESC abschneiden wird. Klar wird es im Mai wieder Überraschungen geben. Norwegen zB liefert uns dieses Jahr den FFF und wird niemals so gut abschneiden. Mit Glück schaffen sie es überhaupt ins Finale. Die momentane Top 3 NL, ITA, CH kann ich mir gut so vorstellen, ergänzt durch Schweden und Russland, gepusht von den Jurys bzw. vom Televoting.

    Dass Deutschland als einziges BIG 5 Land noch keine Punkte hat und auch in diversen anderen internationalen Polls, Umfragen etc weit hinten landet, kann durchaus ein Hinweis auf das Abschneiden in ein paar Wochen sein. Schade aber realistisch

  9. Ist auf der einen Seite doch gar nicht so schlecht, die Erwartungen sind nicht so hoch und man kann eigentlich nur positiv überraschen. Und wenn nicht? Ja meine Güte, dann ist man auch nicht so enttäuscht, weil, man hat es ja kommen sehen. Möchte nicht wissen, wer von den haushohen Favoriten am Ende scheitern wird, weil er dem Druck nicht gewachsen ist. Als Favorit gehandelt zu werden ist auch nicht immer toll, glaube ich.

  10. Schade, denn Deutschland hat starke Musiker, könnte ganz anders dastehen. Egal ob man Sisters mag oder nicht – der @NDR hat wieder einmal bewiesen, dass er es nicht hinkriegt. Da sitzen Leute die wirklich keine Ahnung von Musik haben. Warum darf dieser Thomas Schreiber seit Jahren junge Talente verheizen?

    • Jule, drehe deine Frage mal um. Warum soll jemanden, der bereits von der Musik leben kann, sich für einen öffenltichen Vorentscheid bewerben?
      Bekannte Künstler machen beim ESC mit, ja. Aber immer auf Einladung der Sender und meistens landen sie eben nicht ganz oben.

      Schreibe mal einen Beitrag wo du deine Sichtweise darstellst wie Deutschland es besser angehen könnte. Das bringt mehr als immer nur der Sender zu kritisieren.

      • Das „Problem“ an den Stars, nach denen immer gerufen wird, ist, dass sie international überhaupt nicht konkurrenzfähig wären, da unsere Charts von Gangsta-Rap oder – für mich persönlich viel schlimmer – betroffen klingendem und monoton vorgetragenem Sprechgesang dominiert werden. Ersteres zieht, selbst wenn man hier ’nen akzeptablen Text findet, beim ESC nicht; letzteres ist eine deutsche Besonderheit.

  11. So wie wir in Deutschland den Kopf schütteln darüber, dass die Ukraine @Maruv abserviert hat aus politischen Gründen und sich damit selbst um eine Top Platzierung gebracht hat – so schüttelt man auch in anderen Ländern den Kopf über die vertane Chance mit @AlyRyan eine international erfolgreiche Künstlerin in Tel Aviv an den Start zu schicken. Unglaublich und schade.

    • Aly Ryan ist nicht international erfolgreich. Sie lebt zwar als Deutsche in LA und hatte dort bereits einen mäßig erfolgreichen Plattenvertrag (als Countrypop-Sängerin „Charly Cole“), der besteht aber nicht mehr und ihre sonstigen Bemühungen laufen zur Zeit noch zaghaft. Der ESC hätte vielleicht ein Durchbruch werden können, mittlerweile glaube ich aber, mit ihrem momentanen Musikstil ist sie in den USA besser aufgehoben.

  12. Also ich bin heilfroh, dass uns die Peinlichkeit ala Aly Ryan in Tel Aviv erspart bleibt.

    Ich drück unseren Mädels fest die Daumen und wünsch ihnen eine richtig coole, geile Zeit in Israel. Auch wenn unser Beitrag nicht zu den Favoriten zählt – wir haben einen tollen Beitrag im Rennen für den man sich auch in keinster Weise schämen muss (war leider nicht immer so). Ich bin ganz zuversichtlich, vorausgesetzt sie bekommen die Styling-Probleme in den Griff und ihnen gelingt ein gelungenes Staging. Dass letzteres extrem wichtig ist hat man ja offenbar begriffen beim NDR. Die Mädels passen stimmlich gut zusammen und der Song hat durchaus seinen Instant-Appeal-Effekt. Also – ran an die Buletten und good luck liebe S!sters.

      • @Franka: Sein einziges Problem scheint zu sein, dass er Deinen Geschmack nicht teilt.

        Im Übrigen ist internationaler Erfolg keine Garantie für eine vordere ESC-Platzierung, man denke u.a. an DJ Bobo, Cascada, Kate Ryan,…und die waren zum Zeitpunkt ihres Auftritts international noch ein klein bisschen erfolgreicher als Aly Ryan.

    • Die Wahl von Sisters war auf jeden Fall die sicherere Sache. Aufgrund der Dramatik des Liedes wird es schon ein paar Punkte geben und Mittelfeld sollte gelingen. Aly und mein Favorit Lilly wären mehr Risiko gewesen, das hätte peinlich wirken können (wie du es empfindest) oder aber auch faszinierend. Also letzter Platz oder Top-Ten.

  13. Sorry, leider ist die Gegenübersetzung der Platzierung von OGAE-Poll und tatsächlicher ESC-Platzierung überhaupt nicht aussagekräftig, da einmal 40+ Länder bewertet worden sind und im Finale nur 26. Die Angabe der Differenz ist möglich, ist aber kein richtiger Indikator und sagt aber nichts über die Stärke eines Songs aus Nur bei der Berücksichtigung der Anzahl der Konkurrenz könnte man einen genauen Vergleich anstellen und ( wenn überhaupt) eine Aussage treffen.

    • Das ist richtig. Deshalb habe ich ja auch keine Differenz berechnet, wenn ein Beitrag im Halbfinale gescheitert ist. Wenn Deutschland „quasi“ auf Platz 28 landet und am Ende letzter wird (weil 28. bei 26 Beiträgen im Finale nun einmal nicht geht), habe ich Fünfe gerade sein lassen.

  14. Okay, so langsam finde ich die 0 Punkte auch ein wenig beunruhigend. Aber als gnadenloser Optimist glaube ich weiterhin an den fulminanten Endspurt und am 18. sitzen in ganz Europa normale Zuschauer (neben uns), die abstimmen werden. Diese Zuschauer haben beim VE für die Sisters gestimmt. Wenn sie es nicht schaffen, gewinnen eben die Polinnen.

  15. Bekanntermaßen sind seit 2014 immer die direkt qualifizierten Länder auf dem letzten Platz gelandet. Der letzte Platz ist quasi immer für einen dieser sechs Länder reserviert.
    Wegen dem Big5-Status muss man mal abwägen:
    – im Halbfinale ausscheiden und dann eine schwache Einschaltquote erzielen, aber dafür kein Finale mit einer Blamage
    – weiterhin direkt im Finale starten, vielleicht gute Quoten erzielen, aber dafür tief baden gehen.
    Ich denke, dass dem NDR die Einschaltquoten wichtiger sind. Denen ist ein letzter Platz egal oder ob ein Künster seine Karriere zerstört hat oder nicht. Ann-Sophie, Levina und Jamie-Lee wären damals im HF ausgeschieden, was an sich viel besser ist: Im HF fliegen viele Länder raus, was es für alle zusammen relativiert, aber die rote Laterne kriegt nur ein einziges Land. Das ist viel schlimmer. Ann-Sophie wird für immer das Null-Punke-Mädchen sein. Wäre sie rausgeflogen, wäre es nicht so schlimm.

    • Was ist so schlimm an einem letzten Platz?
      Blamage? Schön ist es vl nicht, aber so dramatisch auch nicht.
      Ich denke, man sollte es sportlich nehmen.
      Vl sollte generell ein letzter Platz den Künstler vor allem (und vl das Land) weiter motivieren, dran bleiben.

      Ein letzter Platz ist kein Beinbruch und da ich neben deutsch auch Grieche bin, kann ich sagen: mir hat Griechenland im Finale gefehlt letztes Jahr – auch nicht tragisch, aber wäre schön gewesen, aber ein Finale mit 40+ Teilnehmern will ja auch keiner 😉

  16. Oh ist das schoen noch kein Kommentar vom Pausenclown- Ist zu sehr mit dem Vorentscheidkonzept-Ensamble beschaeftigt. Wird ein e.V. gegruendet?

  17. @Ruhrpottler: Nun ja, einen letzten Platz wird es leider immer geben. Ist das Problem nicht viel mehr, dass ein letzter Platz als „eine Blamage“, als etwas ganz Schlimmes gilt? Oder dass eine Karriere wegen eines letzten Platzes zerstört wird? Da geht es natürlich um Grundhaltungen, die in einer Gesellschaft vorherrschen (wie z.B. der erfolgsorientierten deutschen, in der eben nicht Wenige denken, dass es eine Schande ist, wenn Deutschland nicht überall vorne mitspielt), die lassen sich nicht so schnell verändern. Aber es geht auch anders: Jan Teigen z.B. hatte nach seinen 0 Punkten 1978 (das waren die ersten 0 Punkte des 1975er-Wertungssystems) in Norwegen noch eine große Karriere vor sich, sein 0-Punkte Lied „Mil etter mil“ wurde ein großer Hit.

    Im Unterschied zu einem Interpreten, der im Halbfinale ausscheidet, hat auch der Letztplatzierte in einem Finale immerhin die Chance, eine ganze Menge neue Anhänger zu gewinnen. Auch ein sehr kleiner Anteil der Zuschauer kann bei einem Millionenpublikum in absoluten Zahlen recht beeindruckend sein. Nicht jeder, dem ein Lied am ESC-Abend zusagt, denkt nach der Wertung „Ach, letzter Platz, das kann ja nichts Vernünftiges sein! Loser! igitt!“, es gibt zum Glück auch Menschen, die durch das in ihren Augen zu schlechte Wegkommen bei der Wertung erst recht mit dem Künstler sympathisieren und vielleicht sogar zu Fans werden.

  18. Also, wir hatten eine total niedrige Televotingbeteiligung beim VE, der Song ist Kassengift, hatte null Radiopräsenz und die Mädels sind so populär wie Til Schweigers Adaption von „Honig im Kopf“ (liebe Grüße: Gilt alles auch bei Aly Ryan.). Auch ohne OGAE-Poll wird inzwischen jeder gecheckt haben, dass man den ESC nicht gewinnt (or whatever). Und wie schon zuvor geschrieben, haben (auch die OGAE-) Fans oft eigene Kriterien und schmeissen ihren Favoriten die Votes „wie abgesprochen“ hinterher. Die Krümel interessieren nicht, da werden die Punkte eher erratisch verteilt. Deshalb ist es auch ziemlich latte, ob man 13. oder 21. im Poll wird.

  19. Interessant finde ich, dass sich auch hier wieder etliche Kommentatoren auf Aly Ryan beziehen, obwohl bis auf eine Kommentatorin niemand etwas (Positives) zu Aly geschrieben hat. Dieses Bild kriegen wir in diesem Jahr wohl nicht mehr raus: Alle nur beleidigt, weil Deutschland nicht Aly Ryan nach Israel schickt…

  20. Hoffen wir mal auf ein passendes Staging der Beiden, man sollte denken jetzt weiß der NDR wie es geht, bin mir aber nicht sicher ob Michael Schulte`s Staging im letzten Jahr ein Ausrutscher war. Hier hab ich die größte Angst! Vll. bekommt man mit der Zweistimmigkeit ein paar Jurypunkte zusammen. Ich denke die OGAE-Votes werden durch den VE, Auftritten bei Pre-Partys und die eingestellten Videos beeinflusst und da sind die Sisters bisher nicht sehr aufgefallen. Wenn ich mir die bisherige Top Ten ansehe dann kann ich mit Norwegen Zypern Azerbaijan und Griechenland nicht allzu viel anfangen.

  21. Ihr bestätigt mit eurem Beitrag, dass OGAE mit seinem Voting teilweise schon gut eine Vorhersage treffen kann, vor allem im Bezug auf Deutschland.

    Wo die Trefferquote überdurchschnittlich hoch ist.

    Meint dann aber, dass man sich keine Sorgen machen sollte.. ähm für was gibt es dann diesen Statistikbeitrag, wenn man unabhängig vom Ergebnis der Auswertung, die ein eindeutiges Ergebnis hat, das alles nicht „wahrhaben“ möchte?

    Sisters werden in Tel Aviv untergehen und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche und Schuld daran ist der NDR; wenn er mal dieses doofe Wildcard Verfahren weglassen würde. Natürlich ist der NDR sich absolut keiner Schuld bewusst… klar… Wildcard, letzter Startplatz, Internationalen Jury Vorteil…. alles gar keine Faktoren, die ein Ergebnis beeinflussen könnten.

    • Die internationalen Juries, von denen ich anfangs dachte, sie könnten eine gute Idee sein, sind dieses Jahr völlig zum Witz verkommen – von der Omnipräsenz der dauergrinsenden WiWiKasper zum wiederholten AZE/ARM-mäßigen uniformen Abstimmen bei Melfest.

    • Die Feststellung im Eingangsstatement, dass „(noch) kein Grund zur Sorge“ besteht, war Teil einer „wenn … dann“ Aussage, also ganz so eindeutig „contra Sorgen“ war das Fazit dann auch wieder nicht.

      Ich persönlich mache mir Sorgen um alle Interpret/innen, die mit ihrer Platzierung nicht irgendwelche hochgesteckten Erwartungen einer anspruchsvollen Öffentlichkeit/anspruchsvollen Fans bedienen können, völlig egal aus welchem Land sie kommen und hoffe einfach (wahrscheinlich vergeblich), dass alle nach dem ESC fair behandelt werden (der Verzicht auf dramatisierendes Vokabular wie z.B. „untergehen“ wäre da schon mal hilfreich).

      Zum VE-Verfahren: Wenn die Songs aus dem Song-Writing-Camp so viel besser gewesen wären, dann hätten sie sich auch gegen die Wildcard klar durchgesetzt, auch wenn diese den scheinbar besten Startplatz hatte.

      Vielleicht ist ja auch nicht die Wildcard das Problem, sondern das Song-Writing Camp an sich, ich weiß es nicht. Ich hätte nichts gegen eine ganz „normale“ Vorentscheidung, so wie in den späten 70ern/80ern (vom bayerisches Rundfunk veranstaltet) , 1996 ff. oder 2013.

  22. Habe gerade mal in diese OGAE-Poll reingeschaut: Gerade mal 17 Länder – weniger als die Hälfte – hat bislang eine zweistellige Punkteanzahl. Es scheint sich sehr auf ziemlich wenige Beiträge zu konzentrieren. Da scheint mir eine Relevanz zumindest jenseits der Top 10 später beim ESC in sehr übersichtlichem Rahmen.

    • Erinnert etwas an den – sehr guten – ESC in Wien, wo ich meine 6 Länder fast immer Punkte bekamen und der Rest massiv abfiel.

  23. Ich persönlich war von Anfang an kein Freund vom Song, finde aber die beiden einfach zuckersüß und wünsche ihnen nur das Beste. Aber nach meinem Empfinden und meinem Geschmack hatte „Sister“ es nur auf den 5. Platz im Vorentscheid geschafft. Ich glaube nicht, dass es nul point oder zur roten Laterne wird, aber sehr viel besser wird es, so denke ich, nicht abschneiden. Ich glaube nicht, dass es für den NDR oder Thomas Schreiber irgendwelche Konsequenzen haben wird, wieso auch. Es liegt ja für nächstes Jahr schon der nächste Song aus dem Schweizer Songwriting Camp in der Schublade, was die Teilnahme am Casting bzw. Prozedere für den Vorentscheid ad absurdum führt. Ich hoffe, der NDR wird sich darauf besinnen, das System von 2018 zu wiederholen, ohne die ganzen Schleichtüren. Wenn ich das richtig verstanden habe, hat das Panel ja auch während der Songwriting-Phase über die Songs abgestimmt und Sisters ist nie zur Wahl gestanden sondern vom NDR direkt im Vorentscheid platziert, ohne die Vorauswahl durch das Panel. Insofern wäre das für mich sehr wohl ein Systembruch. Wenn ich mich irre, sorry. Aber wie gesagt, nur das Beste wünsche ich den süßen s!sters.

      • Sagt Thomas Schreiber. Dem ist auch die Behauptung zuzutrauen, dass im Himmel Jahrmarkt sei, wenn er nur dadurch von den geschossenen Böcken ablenken kann. Aber davon ab, was glaubst du, werden die von ihm eingekauften Juryexperten wohl sagen, kommt er mit seinem lobgepriesenen Song euphorisch um die Ecke? Etwa, „Oh lieber Thomas, also dein toller Song ist voll für die Tonne aber er passt gut zu dem anderen Krempel, den wir zu bewerten hatten.“
        Die größten Stücke hält gerade Schreiber auf sich selbst und der Mann ist zudem als wenig kritikfähig bekannt. Ne super Mischung. Kleine Kostprobe gefällig? Originalzitat: „Ich brauche einen Song mitunter nur die ersten 20 Sekunden hören und weiß sofort, der ist für den ESC geeignet oder nicht.“ Da lachen sogar noch die gekeulten Hühner. Mann Benny, tu dir selbst bitte den Gefallen und mach die Augen auf.

  24. Also ich wünsche den Sisters das Beste. Die OGAE-Polls sagen nix aus und spiegeln nur den Geschmack der Bubble wieder. Kein Mensch außerhalb der Bubble interessiert sich für das OGAE-Voting oder INFE-Voting. Das Einzige Voting das zählt, ist das am ESC-Abend. Auch im letzten Jahr stellte sich die Wahl von Schulte erst vor Ort als richtig heraus. Ich glaube nicht das Deutschland gewinnen wird, aber einen guten Mittelfeldplatz halte ich immer noch für möglich.

  25. mal kurz zu den Leuten, die den NDR vernichtend kritisieren. Ich möchte kurz daran erinnern, dass Carlotta 3 ehemalige ESC-Kandidaten persönlich kennt und mit ihnen arbeitet und das waren absolut nicht alles Sieger (Lena, Alex Christensen und Jamie-Lee). Sprich sie weiss um die wirklichen Risiken und die Vorteile beim ESC als Kandidat mitzumachen. Der NDR scheint also die Künstler (auch gerade die, die letzte wurden) wohl so gut behandelt zu haben, dass sie anderen möglichen Sängern und Sängerinnen zur Teilnahme raten. Nachdem was ich bisher von den ehemaligen Künstlern aus der Presse gehört habe, scheinen sie auch ziemlich große Mitbestimmungsmöglichkeiten beim eigentlichen Auftritt zu haben.
    Sprich: Der NDR versucht scheinbar schon seit einigen Jahren ein gewisses Künstlernetzwerk aufzubauen, auf das sie bei Bedarf zugreifen können.

    Darüber sollten besonders diejenigen mal nachdenken, dei von Künstler „verheizen“ und „Zerstören der Karriere“ reden. Ich fürchte, die liegen da extrem weit von den Fakten entfernt.

    Ansonsten wünsche ich den S!sters viel Glück. Im Moment hoffe ich auf eine Platzierung zwischen Platz 15 und 20.

    • Hmmm, also wenn ich mich jetzt in die Lage eines Künstlers versetze und das Angebot bekomme, beim ESC aufzutreten, dann mach ich das, egal wenn mir vorher 77yottamillionen Menschen davon abgeraten haben.

      Beim Rest stimme ich dir aber zu.

      Letztendlich ist der Auftritt beim ESC für viele Künstler das Größte, was sie erreichen können, von daher partizipieren ja auch die Künstler, selbst wenn sie nicht erfolgreich abschneiden. Anders sehe ich das bei bekannten Größen, die beim ESC antreten und dann absolut gegen den Erwartungen nicht abliefern oder einfach schlecht abschneiden. Platz 15-20 ist – denke ich – durchaus realistisch zu betrachten.

      Aber wie schon geschrieben, man wird erst das „fertige Produkt“ zu den Proben sehen müssen, um es besser einschätzen zu können.

  26. Vergleich INFE und OGAE – Beide haben Italien, die Niederland und der Schweiz ganz vorn, nur liegen die Niederlande bei INFE klar vorn, wo es bei OGAE ein Kopf-an-Kopf-rennen gibt.

    Noch interessanter sind die Stimmen der einzelne Gruppen.
    OGAE-Russland stimmt für Island, NordMazedonien, Albanien, Norwegen, Tsjechien, Spanien, Slowenien, Dänemarken, Lettland und Schweden.
    INFE-Russland stimmt für Estland, Frankreich, die Niederlande, der Schweiz, Deutschland, Vereintes Königreich, Zypern, Rumänien, Spanien und Schweden.

    So unterschiedlich … da sind noch mehr Überraschungen unterwegs.

  27. Jetzt wird es bedenklich… Ich habe letzte Nacht geträumt, dass der ESC war und ich es verpasst habe. Ich habe mich dann nicht getraut, meine Aufzeichnung anzusehen, weil ich Angst hatte, dass die Sisters null Punkte bekommen haben.
    Kommt eigentlich jetzt irgendwann noch das Video? Vor den Proben?

  28. Leider ist die Solidarität mit unserem Beitrag aus Belgien und Österreich leider ausgeblieben, denn wir stehen weiterhin punktlos da:

    https://ogaeinternational.org/annual-ogae-poll/2019-ogae-poll/2019-ogae-poll-results/

    Italien führt vor der Schweiz und den Niederlanden.

    Hier noch das offizielle Endergebnis der INFE-Umfrage, bei der es 37 Nationen ins Ranking schafften:

    http://esctoday.com/174514/infe-poll-2019-closing-with-the-results-from-the-rest-of-the-world/

    Weißrußland, Lettland, Moldawien und Kroatien blieben ohne Punkte.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.