Pressestatement von Malik Harris und Alexandra Wolfslast nach dem ESC-Finale 2022

Nach dem letzten Platz und 6 Punkten beim Eurovision Song Contest 2022 haben Malik Harris und die deutsche Head of Delegation Alexandra Wolfslast der Presse ein kurzes Statement gegeben. Wir haben es für Euch hier im Video sowie unten verschriftlich festgehalten.

Malik Harris:

„Ich bin natürlich ein bisschen enttäuscht. Aber was mich am Ende sehr, sehr froh gemacht hat, war zu sehen, dass die Ukraine gewonnen hat. Das ist für mich auch das, was Eurovision ausmacht am Ende. Das ist Gemeinsamkeit, das ist Frieden, das ist ganz Europa zusammenbringen, gemeinsam Musik zelebrieren – und das haben wir heute Abend definitiv gemacht. Dann zu sehen, dass die Ukraine gewinnt, ist wirklich – da fange ich fast an zu weinen – das trägt einen großen Wert für mich auch selbst als Teil dieser ganzen Veranstaltung.

Klar, es ist enttäuschend, wenn man nicht so viele Punkte holt, aber am Ende ist, und das habe ich auch schon vorher gesagt, der Wettbewerbscharakter nicht so entscheidend, sonder es geht genau darum. Es geht darum ein Zeichen zu setzen und darum, Einigkeit zu zeigen und ich glaube, dass haben wir heute auf eine sehr, sehr schöne Weise gemacht und das hat mich sehr stolz gemacht.

Kurz bevor das alles losging, waren wir alle in unseren Backstage-Räumen. Das sind sehr, sehr kleine Schächte, die da aufgebaut wurden. Und ich weiß noch, als die Ukraine sich vorbereitet hat und die ihren Refrain gesungen haben. Dieser ganze Backstage-Raum hat mitgesungen. Das war ein Moment, den werde ich so schnell nicht vergessen. Dann zu sehen, dass sie gewonnen haben und ihren Song nochmal performen unter einem großen Regen, die Erfahrung kann mir keiner nehmen. Und dementsprechend bin ich sehr, sehr froh über diesen heutigen Abend.“

Frage: Was glaubst du denn, woran es gelegen hat, dass es so wenige Punkte gab?

Malik Harris:

„Ich weiß es gar nicht genau. Ich kenne auch die Eurovision-Gesetze nicht so genau. Ich weiß, dass Eurovision eigene Gesetze schreibt, die auch oft gar nicht so viel mit Musik zu tun haben. Aber – und das habe ich auch von Anfang an unterstrichen – ich weiß, dass Musik nicht bewertbar ist in gut und schlecht. Das ist Musik. Das ist Kunst. Das ist Geschmackssache. Und dementsprechend kann man nicht sagen: ‚Das ist gut, das ist schlecht. Dem gebe ich so viel Punkte, weil es besser ist, und dem gebe ich so viel Punkte, weil es schlechter ist.‘

Ich habe einen Song vorgespielt, der mir sehr viel bedeutet und von dem ich weiß, dass er sehr vielen Leuten sehr viel bedeutet und durch schwere Zeiten geholfen hat. Das ist alles, was ich als Musiker jemals wollte. Deswegen bin ich sehr froh, diese Plattform gehabt zu haben. Ich glaube, man kann nicht sagen, woran es gelegen hat, denn am Ende spielen da wirklich Elemente und Faktoren rein, die man nicht berechnen kann und die musikalisch nicht unbedingt einen Wert haben. Am Ende geht es um ganz viele andere Sachen. Am Ende hat meiner Meinung nach der schönste und tollste Song und der tollste Beitrag gewonnen.“

Alexandra Wolfslast, Head of Delegation:

„Wir könnten nicht stolzer sein über den Auftritt von Dir. Ich finde, Du hast immer abgeliefert. Du hast in allen Proben abgeliefert. Du hast immer Dein Herz aus der Seele gesungen. Ich glaube, dass Malik ein unglaublich authentischer und wahrhaftiger Künstler ist. Und das ist so selten. Das, was er da gemacht hat, das ist er. Ich kann nur für mich ganz persönlich sprechen: Ich könnte nicht stolzer sein, mit ihm diesen Weg gegangen zu sein. Das meine ich wirklich so. Es war wirklich toll und es war auch schön, Dich heute zu sehen, wie Du das gemacht hast, und wie Du mal wieder Dein Herz rausgesungen hast. Das ist schön.

Aber man muss auch sagen, es ist halt Eurovision. Es sind wahnsinnig tolle Beiträge gewesen. Jeder hat es verdient. Musik ist nicht bewertbar nach ‚Was ist jetzt gut, was ist jetzt schlecht?‘. Alles hat seine Berechtigung. Und alles ist richtig im Grunde genommen. Gerade der Eurovision Song Contest sollte uns vereinen und sollte uns miteinander solidarisieren, weil wir da in Kunst gemeinsam stehen. Natürlich muss man das eine gut finden und das andere findet man vielleicht schlechter, aber das ist nicht so wichtig. Entscheidend ist, dass man diese Kreativität gemeinsam erlebt und füreinander einsteht.

Ich kann nur sagen, ich glaube, dass Malik einen großartigen Auftritt hingelegt hat. Klar hätten wir uns ein schöneres Ergebnis erhofft. Aber ich bin wirklich stolz, dass ich diesen Weg mit ihm gehen konnte, und ich glaube, das geht unserem ganzen Weg so, das geht auch dem NDR so. Und, das möchte ich auch nochmal sagen, er fängt jetzt Montag mit seiner Tour an und ich bin zu 1000% davon überzeugt, dass Du eine mega Karriere vor Dir hast. Und ich bin jetzt schon stolz, dass ich ihn kenne, und da ist die Platzierung völlig egal.“


207 Kommentare

  1. Die Ukraine hat zu Recht gewonnen. Ich mag den Song, obwohl er nicht mein Favoritensong war.
    Maliks Auftritt war solide. Vielleicht müsste wirklich mal am Punktesystem was geändert werden,
    damit alle Länder Punkte bekommen.
    Ein Patentrezept habe ich nicht, wie es im kommenden Jahr besser gemacht werden könnte.
    Aber ich tendiere zur Auswechselung des NDR. Auch eine Barbara Schöneberger und einen
    Peter Urban kann ich nicht mehr ertragen. Es müssten frische Gesichter her. Und endlich mal
    einen guten Song auf Deutsch schicken.

  2. Ich möchte an dieser Stelle dem NDR zur vollen Zielerreichung gratulieren: „Hauptsache nicht Erster“.

  3. Ich gebe zu dem Statement einfach keinen Kommentar ab. Das ist alles vergebene Energie. Jedes Jahr the same. Lerneffekt? Sehr wahrscheinlich keiner. Sich mal an die eigene Nase fassen? Nein, das kann man nicht. Das ständige erwähnen von Urban gestern mit den Top 10 beim Voting… well da wusste man schon wo die Reise hingeht. Wo Malik in den Top 10 der offiziellen Charts stehen soll, ist mir unklar. In den Radiocharts, ja. Dann sag das auch dazu. Die Radiocharts werden nicht als „offizielle Charts“ bezeichnet.

  4. Wo bitte war und ist der sie dieses Landes das einzig gute an gestern ?
    Das dieses Land gewonnen hat hat nur damit zu tun das es überfallen wurde und Mitleid zieht nunmal extrem ! Basta !
    Um Den Song Selbst ging es gestern keinesfalls die hätten dieser Gruppe gleich ohne die 3 Shows den Preis übergeben sollen .
    Einzig die Jurys gingen nach Darbietung und Song. Diese Land kann durch seine Vertreter nur eins Fordern fordern Fordern besonders einer ist da ziemlich gut darin .
    Aber nun ist es so und gut! Ich für meinen Teil werde mich als eigentlich treuer Fan des ESC nun zurückziehen weil es immer die gleiche Farce ist und sagt nicht der ESC ist. Ich’s politisch . Wenn es so wäre hätte man diesen Orcestra nach dem Auftritt disqualifizieren müssen da es auf der ESC Bühne keine. Statements geben darf.
    Aber in diesen Zeiten ist das wohl auch der EBU egal. Und Deutschland ja das wahr genau so klar wie der Sieg dieses Landes .

    • Nach so einem Kommentar kann man wirklich nur sagen: dann bist du bei dieser Veranstaltung auch wirklich falsch.
      Es fliegt ja viel Müll grade durch die Kommentare aber mit Abstand am Dümmsten ist immernoch „dann hätte man sich alle 3 shows sparen können.“
      Wer sowas sag hat wirklich nichts vom ganzen Spirit dieser Veranstaltung verstanden. Schade. Bringt einen nämlich wirklich weiter.

  5. Oh je, was treiben sich seit einige Tagen für komische Gestalten hier in der Kommentarspalte rum.

    Ich bin rein musikalisch auch nicht soo ganz glücklich mit dem Sieg, aber dennoch akzeptiere ich es und lamentiere nicht rum wie manch andere hier.

  6. Naja, das sind halt die immer gleichen PR-Statements, da will ich mich jetzt nicht zu sehr drüber aufregen, schon gar nicht über Malik. An der Kompetenz von Frau Wolfslast im Bezug auf den ESC darf man aber ausgiebige Zweifel haben.

    Es liegt doch vor allem am fehlenden Lerneffekt und der Lethargie. Frankreich war auch hinten, aber die hatten einen interessanten Beitrag, der von Europa halt nicht angenommen wurde. Durch fehlende Diaspora landet man damit halt direkt hinten, während ein anderes Land irgendwo im Mittelfeld abgeschnitten hätte. Wenn sowas bei Deutschland passieren würde, dann wäre mir auch der hintere Platz egal: Big 5 ist meistens hop oder top.

    Aber bei Deutschland sind es halt immer so Abstürze mit Ansage.

  7. Der NDR ist was er bleibt. Ein kleiner unbedeutender Beamtenapperat, der nicht aus seinen Fehlern lernt und den ESC nicht versteht. Schämt euch! Malik wünsche ich alles Gute und viel Erfolg auf seinem weiteren Lebensweg.

  8. Ich frage mich ganz ehrlich,wie lange wir uns überhaupt noch auf den Arm nehmen lassen? Deutschland buttert seit Jahren immer wieder Unsummen in diesen Contest.
    Wir werden aber jedes Jahr bisher immer wieder abgestraft. Der Song dieses Jahr war wirklich nicht schlecht,aber wie immer liegt Deutschland ganz hinten.
    Es wäre echt an der Zeit,diesem Contest den Rücken zu kehren und das Geld sinnvoller einzusetzen..
    Gruß Susanne

    • Und noch eine die sich bisher nie hier hat blicken lassen und auch nie wieder blicken lassen wird und nur gekommen ist um ihren Frust abzulassen.

      • Sie hat doch Recht. ich finde auch die ARD sollte sich zurückziehen. Und dabei bleibe ich.

    • Doch, Susanne, der Song WAR schlecht!
      0815-Popgedöns mit so-lala Gesang und 30 Sekunden Eminem-Copy-Paste ist für ESC-Verhätnisse ganz einfach schlecht.

      Was man beim ESC für die vorderen Ränge braucht, ist möglichst viel von den folgenden Dingen:
      – Einzigartigkeit
      – Tolle Stimme
      – Eingängige Musik
      – Sehr Gute Show

      Kaum etwas davon war bei Malik präsent. An einem Song, bei dem jeder Teil kopiert klingt, ist nichts einzigartig. Seine Stimme ist okay (im Gegensatz zu Jendriks Katastrophe), aber wirklich nicht großartig.
      Die Musik war eher einschläfernd als eingängig.
      Und die Show war… okay? Nicht die schlechteste an diesem Abend, aber das alleine reicht eben nicht.

      • Schlecht war es nicht, aber einfach zu unauffällig und trotz des persönlichen Textes klangt es leider eher belanglos. Ich mag Malik, habe mir sogar Tickets für seinen Auftritt bei einem Festival gekauft – aber eine gute Chance beim ESC hatte er mit diesem Lied eben nicht. UK war an Belanglosigkeit kaum zu überbieten, jedoch viel geschickter inszeniert. Das spielt auch eine wesentliche Rolle.

  9. „Musik ist nicht bewertbar nach ‚Was ist jetzt gut, was ist jetzt schlecht?‘. “ Guten Morgen Frau W. – sie nehmen am ESC Teil. Da wird genau das gemacht: Musik bewertet nach gut und schlecht.

    • Vollkommener Blödsinn. Musik wird bewertet nach dem eigenen Geschmack. Und wenn man, bei begrenzter Zahl an Stimmen, nicht für einen Song anruft, heißt das noch lange nicht, dass man ihn „schlecht“ findet.

      • „Vollkommener Blödsinn“ um es mit deinen Worten zu sagen. Juries sind sehr wohl dazu angehalten nach „gut“ und „schlecht“ zu bewerten. und die haben mehrheitlich – ich glaube das kann man so sagen – den Song und Auftritt als „schlecht“ bewertet.

    • Nein, es wird nicht nach „gut“ und „schlecht“ bewertet, sondern nach: „Was spricht mich in diesem vorgegebenen Wettbewerbsumfeld am meisten an“. Es können durchaus alle Songs/Auftritte/Künstler eines ESC-Jahrgangs gut sein. Besonders im Finale, nachdem viele wirklich eher schwächere Nummern bereits in den Halbfinals aussortiert wurden.

      • Das mag für dich persönlich gelten. Die Jury ist aber sehr wohl angehalten nach gut und schlecht zu bewerten. Und dass das allgemeine Puplikum ganz sicher in sehr einfachen Mustern von gut und schlecht bewerten wird steht wohl außer Frage.

      • Ich denke, wir reden aneinander vorbei. Da man bei einem ESC-Finale „nur“ ca. 25 Songs in Relation zueinander bewertet, kann man auch den letzten Platz gut finden (aus persönlichen, kompositorischen, gesanglichen oder sonstigen Gründen), die anderen sind dann nur besser. Oder man findet alle 25 schlecht, einige halt noch schlechter als andere. Aber diese Aussage „Platz 1 ist automatisch ein guter und Platz 25 automatisch ein schlechter Song“ ist meines Erachtens nicht haltbar. „Rockstars“ mag im ESC-Kontext schlecht sein – im Sinne von schlecht geeignet. Aber er ist weder ein Schrottsong noch schief vorgetragen.

  10. Der NDR redet sich das blamable Abschneiden des deutschen ESC-Beitrags wieder mal schön.
    Etwas Anderes war wohl auch nicht zu erwarten…..

  11. So ein dummes Geschwätz… zurückziehen. Das machen doch nur Weicheier. Wäre man ja total bekloppt sich so eine günstige mediale Möglichkeit entgegen zu lassen. Einzige logische Konsequenz wäre, dass der die ARD übernimmt oder man eine Kooperation eingeht. Mutig sein und was wagen. Aber es wird nix passieren. Nächste Jahr sind wir in der gleichen Lage, braucht man sich nix vormachen. Frau Wolfslast und Co empfehle ich eine Stelle bei der städtischen Müllabfuhr, soviel Müll wie die produzieren.

  12. Ich rege mich erst gar nicht mehr auf, es bringt ja nichts.
    Täglich grüßt das Murmeltier auch im nächsten Jahr, die Vorfreude steigt schon jetzt unglaublich in die Höhe 😉

    • Immerhin kann man nicht sagen, uns wäre im vergangenen Jahr kein Unterhaltungsprogramm geboten worden (Electric-Callboy-Petition)…

  13. Fuer mich der Hauptfehler bleibt die Organisation des VE.
    Zu wenig ambitioniert, irgenwie auch ziemlich stuemperhaft produziert und mit fragwuerdigen Vorgaben (Radiotauglichkeit).

    Ich bleibe dabei: Man sollte einfach ein Fest der Musik veranstalten, zwei Tage lang, mit Gaeste und Nebenpreisen (Jurypreis, Radiopreis usw.), wo der VE auch nur ein Teil davon sein koennte – aber sollte definitiv mehr als 5 Teilnehmer haben…

    So eine „Silbereisen-Show“ – ich glaube nicht, dass es unmoeglich waere….

    PS: dieses Jahr war schon die Wahl von Malik ganz richtig. Der Weg ist da, aber ein bisschen zu…. schmal.

  14. Na was sollen die beiden auch anderes sagen?
    Das Ergebnis war doch schon wochenlang abzusehen und ganz so stumpf sind die einbezogenen Personen dann auch nicht, dass sie überhaupt nicht mitbekommen wie der Song bisher beim Publikum angekommen war.
    Letztendlich ging es hier in diesem Statement um Malik und ihm kann man nichts vorwerfen. Der Auftritt war gut, er war gut inszeniert und auch schön gesungen. Malik hat einen super Job gemacht. Er wurde ausgewählt mit diesem Song, das ist nicht seine Schuld. Das Lied hätte halt einfach nie in die engere Auswahl kommen dürfen, so wie jeder andere Song des diesjährigen Vorentscheids auch. Aber das ist nicht die Schuld der Künstler sondern die derjeniger welche die Vorauswahl getroffen haben.
    Nur in diesem Statement, direkt nach dem ESC und mit Malik einbezogen, ist eine Frage der Ergebnisanalyse nicht angebracht.

  15. Malik ist in diesem Kurzinterview sehr sympathisch, aber Frau Wolfslast löst bei mir nur Kopfschütteln aus. Ist die neue Strategie des NDR die folgende: Man verneint ganz einfach den Wettbewerbscharakter der Veranstaltung???

  16. Nun, ich möchte nochmals Malik ausdrücklich danken, er hat wirklich versucht, das Allerbeste aus dem Song herauszuholen, und er war professionell. Mir hat sein Auftritt auch gut gefallen, er war halt im Vergleich zu den anderen Beiträgen untergegangen, ist in Vergessenheit geraden.

    Die Frage stellt sich aber doch: Wie geht es jetzt weiter mit dem NDR und der deutschen Teilnahme beim ESC. Klar, natürlich ist Musik nicht so beweisbar wie ein Fußballspiel, wo jemand gewinnt, der die meisten Tore schießt. Und es ist ja auch korrekt, dass es um das Miteinander, um Frieden, Nächstenliebe und Einigkeit (das zusammen Musizieren) geht. Ich glaube auch, dass sich die meisten KünstlerInnen, die beim ESC auftreten, weniger als Konkurrenten sehen, sondern einfach als Menschen unterschiedlicher Herkunft, die zusammen Musik machen. Das ist wunderschön.😍

    Nur ist der ESC als Wettbewerb konzipiert worden, das heißt, jedes Land hat doch einen gewissen Ehrgeiz, sich möglichst gut und nachhaltig zu präsentieren. Sonst läßt das Interesse in der Bevölkerung nach, und man bekommt auch keine KünstlerInnen (ob bekannt oder unbekannt) mehr, die sich den Niederlagen mit Ansage aussetzen wollen. Das heißt, irgendwann kann man gleich ganz daheim bleiben.

    Mein leider viel zu früh verstorbener Vater hat früher immer gesagt: „Hinfallen ist keine Schande, aber liebenbleiben“. Man kann ja auch mal Letzter werden, wenn man sich bemüht, es nächstes Mal besser zu machen. Das hat Spanien geschafft und auch UK, die haben sich dies zu Herzen genommen, jetzt vom persönlichen Geschmack mal abgesehen, haben diese Beiträge europaweit viele Menschen angesprochen, also haben sie ja wohl was richtig gemacht. Ich vermisse irgendwie beim NDR diesen Ehrgeiz, und den Wunsch, etwas zu verändern.
    Einige werden mir widersprechen: Aber hier fehlt wirklich ein Stefan Raab, der auch nach einer längeren Durststrecke mit Begeisterung für eine kurzzeitige Veränderung gesorgt hat. Das Herzblut – das vermisse ich leider bei den Verantwortlichen beim NDR.

    Sorry für diese lange Rede. Einfach weiterscrollen, wem es nicht interessiert.😉

    • @Gaby

      Du hast vollkommen Recht, stimme dir mit jedem Wort zu.

      Man merkt halt einfach dass keiner beim NDR wirklich für den ESC brennt, und wenn es welche gibt sitzen die leider nicht an den Hebeln um was in Gang zu setzen. 🙁

      Man sollte ein jüngeres Team ranlassen bzw. vielleicht wirklich dem NDR das ganze entziehen und es vielleicht dem WDR oder SWR übergeben. Ob sie es besser machen würden weiß ich nicht, aber nachdem der NDR den Karren schon so oft gegen die Wand gefahren hat wäre es vielleicht einen Versuch wert.

    • Keine Sorge, Gaby, ich denke, dass die meisten hier lange Reden von Dir sehr gerne lesen. 🤗

      Wir brauchen eine deutsche Anouk! Sofort!

      • Vielen Dank für das liebe Kompliment, @togravus ceterum.😊

        Im „wahren“ Leben bin ich übrigens deutlich zurückhaltender und schüchterner, irgendwie fällt mir es schriftlich wesentlich leichter, mich auszudrücken. Trotzdem bin ich immer mal wieder verunsichert, ob das nicht „zuviel des Guten“ ist.

        P. S. Ich freue mich auch immer sehr auf Deine Kommentare, die ich sehr schätze, ich denke, das weißt Du auch.🙂

      • 😢 Das würde auch nur als interne Auswahl funktionieren. Wenn man das Publikum mitentscheiden lässt, greifen wir wieder ins Klo.

    • Sehe ich auch so. Stefan Raab war die Antwort auf die Misere um die 2000er Jahre. Das würde heute so nicht mehr funktionieren. Aber im Prinzip ist das richtig. Es braucht jemanden oder ein Team, das Lust auf den ESC hat und kreativ ist. Das Agieren des NDR ist nicht nur unprofessional und eine Provokation gegenüber den Zuschauern, es ist auch verantwortungslos gegenüber jungen Künstlern, die man erst verbrennt und dann bestimmten Medien zum Frass vorwirft.

    • @gaby. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich sehr es genauso. Es fehlt Herzblut und Energie seitens des NDRs… Ich will nicht wissen, was da nun hinter den Kulissen los ist….denke es ist für den NDR auch schwierig aus dem Loch wieder raus zu kommen. Auch für Frau Wollfslast schwierig…zweimal dabei, zweimal hinten. Habe auch das Gefühl es fehlt vor Ort ein bisschen an der Promotion. Als Stefan raab dabei war, kam das alles immer so lustig und locker rüber. Denke er hatte auch n gutes Netzwerk. Ich hoffe einfach, dass es nächstes Jahr besser läuft. Und Malik wünsche ich nur das Beste! Er hat es toll gemacht. Mein Freund kannte das Lied nur aus dem Radio, hat es nun live gesehen und fand es richtig gut. Es hat nicht Solln sein….. Sein Statement danach war auvhdas beste seit Jahren.

  17. Ich habe mich gestern, während dem Juryvoting, mich gefragt, ob man beim nächsten Mal einen Sänger hinschicken der hohe Töne singt. Weil sowas scheint, einigermaßen, anzukommen.

  18. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass diese Grundeinstellung “Hauptsache nicht gewinnen” der Ursprung allen Übels ist. Es braucht mutige Entscheider im gesamten Auswahlverfahren. Wenn weiterhin nur danach ausgewählt wird, was nicht aneckt und unauffällig ist, werden wir aus den Bottom 3 nie mehr rauskommen.

  19. Es muss sich was ändern. Jedes Jahr dümpelt Deutschland auf den letzten Plätzen… Es macht von Jahr zu Jahr weniger Spaß, aus deutscher Sicht, den ESC zu gucken. Trauriges Hobby

  20. Tut mir zwar leid für Malik, aber gönne ich dem NDR total. Obwohl.. der hat damit ja vermutlich genau das bekommen, was sich das Team dahinter erhofft hat..

  21. Es ist wirklich erstaunlich, was wir jedes Jahr vom NDR zu hören bekommen. Es ist nun einmal so, die Öffentlich Rechtlichen sind ein starrer Beamtenapparat. Was muss denn noch geschehen, damit der NDR das Zepter abgibt? Die Verantwortlichen würden niemals zugeben, dass sie Fehler machen. Wenn sie sagen, dass Musik nicht bewertbar ist, in Gut oder Schlecht, haben sie das System ESN nicht verstanden, dann dürften ja gar keine Punkte vergeben werden. Also NDR: Endlich aufgeben und Profis ranlassen!

  22. Mein Resümee zum ESC 2022

    Prolog: ich entschuldige mich jetzt schon bei allen, die so lange Monologe nicht mögen 🙃, aber ich habe mich entschlossen alles auf einmal loszuwerden, was ich denke.

    1. Finde ich das Ergebnis gut?
    Meiner Meinung sollte es natürlich in einem Song Contest immer im die Auswahl des besten Songs gehen.
    Allerdings bringt dies seit jeher die Unterschiede zwischen den Geschmäcker zum Tragen.
    Mein Favorit war die Ukraine bei allem Wohlwollen nicht, gleichwohl finde ich den Song gut (am Ende Platz 8 bei mir)
    Dass heißt, natürlich hätte ich einen meiner Favoriten – in der Reihenfolge UK, Schweden und Niederlande – gerne an der Spitze gesehen. Finde ich das Ergebnis deswegen schlecht? Dazu gleich mehr.

    2. Warum sahen die Jurys den ESC offenbar anders?
    Bei allem Unmut über korrumpierte Jurys und den üblichen Punkteschiebereien, Blockvotings und Nachbarschaftshilfe muss ich der EBU hier dennoch ein Lob aussprechen, dass sie „echten korrupten“ Schiebereien offenbar aufgefallen sind. In der Presse ist zu lesen, dass insgesamt die Jurys es verpasst haben ein ähnlich starkes Solidaritätszeichen zu setzen, wie das Publikum. Finde ich nicht. Trotz aller Probleme mit Korruption und Blockvoting, haben die meisten Jurys versucht, den besten Song, oder das beste Gesamtpaket des Abends zu finden. Das Platz eins und zwei zufällig auch meine Favoriten waren mag in meiner Einschätzung eine Rolle spielen, aber ich glaube auch, dass das Publikum in einem „normalen“ Jahr der Ukraine ein paar Pünktchen weniger gegeben hätten. Finde ich das Ergebnis deswegen schlecht?

    3. Starkes Zeichen
    Ich finde das gerade die starke Diskrepanz zwischen Jury- und Televote das Zeichen das gegeben wurde viel stärker gemacht hat. Dass die Europäer und Australier mit ihrer Empathie und Solidarität einem aggressiv überfallenen Land, dass sich in existenzieller Not befindet, so viel Zuspruch zukommen lassen zeigt, dass es ein paneuropäisches Selbstbewusstsein und -Verständnis gibt. Das und die Tatsache, dass der Song zwar nicht mein Favorit, aber trotzdem gut war, lässt mich dieses Ergebnis gut finden. Ich freue mich über dieses starke Zeichen und denke, dass es für die Ukrainer in ihrer schwersten Zeit einen kleinen Funken Hoffnung geben konnte.

    4. und Deutschland?
    Ich persönlich fand Maliks Auftritt gut und vor allem deutlich besser als noch im Vorentscheid. Ich war nie ein Fan des Songs, aber dennoch wären ein paar Punkte mehr schön gewesen. Über die Gründe der Platzierung wurde zuvor von Euch allen schon vieles Richtiges geschrieben. Das Electric Callboy wirklich besser abgeschnitten hätten kann man jetzt nur spekulieren. Das Interview mit Frau Wolfslast und Malik spricht dagegen Bände. Malik nehme ich das ja noch alles ab, aber Frau Wolfslast und der NDR sollten tatsächlich über eine Staffelübergabe an einen anderen Sender nachdenken, der vielleicht mit einem innovativeren Auswahlverfahren wieder Chancenreichere Acts zum ESC schicken kann.

    5. Schlechter Jahrgang?
    Habe ich ja immer behauptet. Letztendlich war der ESC 2022 aber doch noch ein guter Jahrgang. Vor allem weil in den Halbfinalen die schlechteren Songs gut aussortiert wurden, fand ich das Finale abwechslungsreich und mit dass einer ganzen Reihe qualitativ hochwertiger Songs. Ich freue mich über das gute Abschneiden der landesspachlichen Songs und dass für UK und Spanien vollkommen zu Recht eine lange Durststrecke zu Ende gegangen ist. Jetzt müsste ja eigentlich das große Nach-ESC-Loch kommen, aber da fällt mir gerade Euer toller SCC ein, auf den ich mich schon jetzt ganz doll freue.

    Epilog:
    @ESC-Kompakt-Redaktion: Dank an Euch alle, dass ihr uns mit soviel tollen Infos versorgt, dazu gehört verdammt viel Herzblut und Fleiß. Bitte macht weiter so. 👏👏👏

  23. Malik ist ein feiner Kerl und hat ein tolles Statement gegeben. Grundsätzlich kann es so nicht weiter gehen und es muss in der ARD darüber gesprochen werden was sich ändern muss. Leider sind die Ambitionen wohl sehr gering sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Anscheinend will auch keine andere Senderanstalt den ESC übernehmen weil es zu aufwendig ist. Alles sehr bitter.

  24. Marvin Dietmann hat doch die Performance von Deutschland Malik gemacht. Warum war er immer nur bei den anderen Ländern im Greenroom zu sehen und nie bei Deutschland und der deutschen Delegation??? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der hat es doch nicht umsonst gemacht und ist sicher gut dafür bezahlt worden!

  25. Letzter Platz war unverdient.Ich bin ESC müde ob ich mir das nächstes Jahr nochmal anschauen werde ist fraglich.Auch nächstes Jahr wird sich nichts ändern.bin wirklich enttäuscht und verstehe den letzten Platz nicht.

  26. Peter Urban übrigens gerade im Fernsehgarten mit sehr kritischen Worten zum deutschen Auswahlprozess, habe ich so auch selten erlebt.

    • Ja, hat mir auch gut gefallen. Wie auch schon sein Interview im Vorfeld. Da merkt man, dass er mittlerweile reflektierter an die Sache herangeht als die Offiziellen.

    • Das ist so typisch opportunistisch deutsch. Nur keine Fehler machen, und bei dieser höllischen Angst anzuecken entstehen dann solche Widersprüche.

  27. Es tut einfach nur weh jedes Jahr mit anzusehen wie der NDR es zulässt, dass hochmotivierte Künstler die keine Ahnung vom ESC haben ins Verderben geschickt werden. Es war von Anfang an klar das Deutschland ganz unten landen wird. Die Fans wussten das (es gibt zahlreiche Reaktion-Videos bei Youtube), die Presse wusste das und die Wettquoten sahen das ebenfalls so.
    Ich hab langsam keine Hoffnung mehr das sich da irgendwas ändert. Die Verantwortlichen ziehen sich jetzt erstmal wieder für ein Paar Wochen zurück, machen dann Urlaub und im Herbst/Dezember geht das Spaß von vorne los. Entweder mit irgendeiner inspirationslosen Popnummer, die dann intern ausgewählt wird oder mit einem Lineup auf 5-10 durchschnittlichen Song á la Fahrstuhlmusik.
    Die ARD sollte wieder mit einem Privatsender wie Pro7 zusammenarbeiten. Die haben wenigstens ein Paar Leute, die auch mal um die Ecke denken und andere Ideen in die Songauswahl einbringen.

    Dieser ESC hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Der erste Platz war vorhersehbar und politisch motiviert. Ich gönne der Ukraine diesen Moment und diesen Sieg – trotzdem hat dieses Vorwissen, dass es keinen anderen Sieger geben wird der Show deutlich die Spannung genommen. Das Deutschland jetzt auch noch letzter geworden ist, bringt mich sonst langsam dazu die Stimmen zu unterstützen, die über einen Rückzug Deutschlands vom ESC denken.

  28. Der NDR hat ein Problem damit aus Fehlern zu lernen. Um Erfolg beim ESC zu haben muss man eindeutig den Nerf der Zeit treffen zum Beispiel womit können wir die Zuschauenden beeindrucken und berühren. Die letzten 2 Jahre mit Corona und Krieg waren tough, ich denke die Menschen wollten etwas fröhliches, aufbauendes hören und sehen. In diesem Jahr waren aber sehr viele Balladen präsent was sich mir nicht erschliesst wenn ich meine Begründung lese. Gerade Länder welche spät entscheiden was für einen Beitrag sie schicken, hätten auch eine grosse Chance die bisherigen Beiträge zu analysieren und dementsprechnd zu versuchen eine Nische zu bedienen um sich abzuheben. Das wären ideen und Vorschĺäge wie man es einigermassen besser machen könnte. Gilt auch für einige andere Länder

  29. Das ESC-Katerfrühstück von eurovision.de ist übrigens auch sehr sehenswert. Ebenfalls sehr reflektiert. Und besonders traurig: Thomas Mohr erwähnt eine gewisse Verzweiflung und Ratlosigkeit in der deutschen Delegation. Man scheint da tatsächlich wirklich planlos zu sein. 🙁

    • Unser große Problem ist, dass wir als Außenstehende nicht erkennen können, wie ist mit den Strukturen im NDR aussieht. Schreiber hat das Jahrelang als Chefsache gemacht und nun läuft es irgendwie einfach weiter. Ich kann nur vermuten, dass einfach die Kompetenzen beim NDR-Fernsehen für die Suche eines erfolgversprechenden Titel zu wenig vorhanden sind. Früher reichte es eben die Plattenfirmen anzusprechen und die schickten Material. Heute muss man im Zeitalter der Selbstvermarktung der Musiker die irgendwie anders bekommen. Die Radios hätten da eher Kompetenzen, aber auch das sagte ja Moor, da fehlt einfach die Bereitschaft zu helfen, so habe ich ihn jedenfalls verstanden, weswegen er seinem Chef (NDR2) einen Brief hierzu geschrieben habe.

      Vielleicht ist die Idee mit der Staffelübergabe nicht so falsch, aber auch da wissen wir nicht. ob es überhaupt Sender gibt, die den ESC übernehmen wollen, im schlimmsten Fall das ZDF, die dann den Sonntagsgarten als Voraussscheid nutzen.

      Eine Idee fand ich schon immer zumindest im Ansatz nicht falsch, den ESC irgendwie als Wettbewerb der ARD-Anstalten zu machen. Eben wie die Bundesliga, wer kein gutes Ergebnis einfährt, der steigt ab, und der nächste hat die Verantwortung und steckt hoffenltich so viel Energie rein, dass es besser wird, oder wieder der nächste ist dran.
      Schade wäre es dabei vor allem um eurovision.de, denn die haben in den Jahren wirklich ein tolles Programm entwickelt.

  30. Ich freue mich für die Ukraine, habe dafür gevotet aus Solidarität ,aber meine Favoriten waren Uk, Spanien und Serbien.
    Ich bin Stolz auf Cornelia 🇸🇪
    Es wäre mal wünschenswert wenn Deutschland sich mal Qualifizieren müsste, dann würde sich der NDR mal Anstrengen.
    Warum kapieren die nicht das Radio Taugliche Musik mit dem ESC nichts zu tun hat.
    Sollte sich daran nichts ändern , weiss ich jetzt schon das ihr 2023 wieder mal die Rote Laterne…..🏮
    Ich Frage mich wirklich wie lange wollt ihr euch das noch antun 🤔
    Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.

  31. Finde den letzten Platz für Malik unverdient, aber ich hatte selbst nur mit Platz 18 gerechnet.
    Wir sollten uns fragen wie Deutschland typisch im Ausland musikalisch gehört / gesehen wird. Das ist nun mal Hardrock und Bierzeltmusik. Ein Song der auch im Bierzelt funktioniert, funktioniert auch auf der esc Bühne. Aber vor allem sollte es keine Einschränkungen zur Auswahl der Songs geben bis auf 3 Minuten Grenze und politische Themen raus.
    Aber wir werden uns auch nächstes Jahr um den letzten Platz bemühen, das weiß ich jetzt schon.

    • Ich habe ich schon eine Weile im Gespür, daß zu amerikanisch klingende Songs bei einem europäischen Wettbewerb vielleicht nicht die beste Wahl wären. Armenien und Belgien haben auch nicht gerade berauschend abgeschnitten.

      • Estland immerhin 13., aber okay, es gibt ja auch Spaghetti-Western und kroatische Winnetou-Filme. 😛

  32. Sorry, die Rede ist von einem GUTEN Song in deutscher Sprache… Obwohl: Vielleicht würden die ähnlich gut abschneiden wie Moldau gestern…

  33. Hier nun mein Fazit zum gestrigen Abend:

    Zum Sieger Ukraine sei gesagt: Herzlichen Glückwunsch. Auch wenn es keineswegs eine musikalische Entscheidung der meistens Zuschauenden gewesen sein dürfte für den ukrainischen Beitrag abzustimmen bin ich dennoch froh, dass die Ukraine beim gestrigen Abend dabei sein konnte. Schlussendlich wäre der Beitrag von Kalush Orchestra unter den Umständen, die bis Anfang Februar diesen Jahres vorherrschten dennoch in die Top 10 gekommen.

    Zum deutschen Kommentar:
    Wie an andere Stelle von einzelnen Leuten festgestellt hielt sich Peter Urban während der Jurypunktevergabe interessanterweise sehr zurück, ein Schelm wer böses dabei denkt. Schlussendlich war es eine klassische Kommentierung von Peter Urban, gleichwohl abwertende Kommentare seltener als in den Vorjahren Platz fanden. Ganz und gar negativ auffallend war, wie leider auch in den Vorjahren, dass durch die Bank weg verschiedene Künstler*innen schlichtweg falsch ausgesprochen wurden (Cornelia Jakobs u.w.) und auch sonst einzelne Dinge unsauber ausgedrückt waren.

    Zur Show:
    Die Italiener haben versucht die Show so unterhaltsam wie möglich zu machen. Im Vergleich zum letzten Jahr wirkte das Moderationstrio eingespielter und euphorischer, was vor allem bei der Punktevergabe besser wirkte, als es bei Chantal Janzen und Jan Smit der Fall war. Besonders ärgerlich fand ich, wie auch in den Semifinals, die immer wieder unglücklich wirkenden Kameraeinstellungen. Dass bei einem Event dieser Größe Dinge nicht ganz rund laufen, ist ganz normal. Ich glaube aber noch nie zuvor so viele rennende Kameraleute aus der Ego-Perspektive begutachtet haben zu können.

    Als schwierig, vor allem in meinem nicht-affinen ESC-Freundeskreis wurde die zweite Hälfte mit der Überzahl an Balladen angesehen, dem ich zustimmen muss. Hier wurde versucht das Beste aus der Situation zu machen, allerdings, zog sich das Ganze dann doch hin und wieder etwas lange…

    Zur Punktevergabe:
    Neben vielen vorhersehbaren Entscheidungen (z.B. Albanien sendet 12 Punkte an Italien, über die Zypern-Griechenland-Relation vermag ich kein weiteres Wort zu verlieren :D) gab es für mich doch einige Überraschungen im Voting, bei den Jurys, als auch den Zuschauern. Warum z.B. erhielt Griechenland überproportional viele 12 Punkte von den Jurys? Positiv überrascht war ich von den 12 Punkten, die Frankreich an das Vereinigte Königreich und Kroatien an Serbien (vor allem letztere Kombination!) schickte. Warum aber so viele Zuschauer für Moldawien anriefen, dass es (wenn man mal die Ukraine hier kurz außer Acht lässt) die meisten Stimmen hinter sich versammeln konnte, erschließt sich mir nicht. Es gibt pro Jahr i.d.R. ein, zwei Beiträge, die ich persönlich absolut grauenhaft oder schlichtweg nicht hörbar finde, in diesem Jahr traf es das zweite Mal in Folge Moldawien (wenn auch die Revamp-Version weniger nervtötend war, als die Ursprungsvariante). Geschmäcker sind ja verschieden, sodass ich mich gerne über einen Kommentar freue, der aus der anderen Perspektive die Überzeugung für den moldawischen Beitrag erklärt.

    Zur Leistung Maliks:
    In Erklärungsnot gerät vor allem der NDR, dazu gleich mehr. Persönlich empfand ich den Auftritt von Malik mit den vorhandenen Mitteln als gut, aber nicht stark genug für eine gute Platzierung. Dass wir wieder das Tableau von hinten anführen, ist sehr schade, aber keineswegs an Maliks Leistung alleine heranzuführen. Wie bereits an andere Stelle zu meiner Meinung zum Vorentscheid angeführt, war es einfach ein solider Radiosong, mehr aber auch nicht.

    Zur Leistung des NDR:
    Positiv vorneweg sei erwähnt, dass ich die Einladung der Vorentscheids-Teilnehmenden eine gute Entscheidung fand. Noch besser wäre es aber gewesen hätte man einen weiteren Stuhl für Jendrik bereitgestellt. Dass dies aber Wunschdenken ist, war mir von vornehinein klar, leider. Die Vor-Sendung habe ich nicht verfolgt, kann also keine weiteren Ausführungen dazu anbringen. Die Nach-Sendung war wie immer aufgebaut: Kurzes Ansprechen der deutschen Leistung, Schlechtreden anderer Beiträge (allen voran Frankreich, dessen vorletzten Platz ich persönlich absolut unverdient finde), um den eigenen Beitrag ins bessere Fahrwasser setzen zu können, kurzer Plausch hier und dort, Schalte zu Malik (toller Auftritt, wir haben mitgefiebert usw.), Act xy stellt seine/ihre neue Single vor und diskutiert danach kurz mit, musikalischer Ausklang und alles auf Anfang für die nächste Blamage 2023.

    Wird der NDR seine Lehren daraus ziehen? Gewiss.
    Sind diese Lehren auch sinnvoll oder bringen diese Deutschland in Zukunft etwas für innovativere Beiträge, bei denen man sich etwas traut? Gewiss nicht.
    Wird der NDR an dem Konzept festhalten? Unklar.
    Wird es ein neues „tolles“ Konzept im kommenden Jahr geben, bei dem sich eigentlich nur der Name und unwichtige Details ändern werden, weil der NDR zu steif in seinen eigenen Reihen agiert, um wirklich Innovation anzubringen und umzusetzen? Wahrscheinlich.

    Was ich mir für dieses Jahr, neben Frieden für die Ukraine wünsche, vor allem in Bezug auf die ESC-Welt: Dass man beim JESC nicht den Kopf in den Sand steckt, weiterhin teilnimmt und mit der Startposition fernab der 1 vielleicht auch mal eine bessere Platzierung erhält und Lehren für den ESC daraus gezogen werden. Und: Dass Aserbaidschan am JESC teilnimmt, das wäre ein starkes Zeichen für europäische Verständigung und Frieden in einer ebenfalls unruhigeren Region!

    In diesem Sinne, steht alle die PED gut durch, bleibt gesund und sicher!

  34. „Contest“ steht für Wettbewerb, doch wenn das Ergebnis bereits vorher feststeht oder durch den allseits beliebten vorauseilenden Gehorsam entschieden wird, kann von einem Wettbewerb keine Rede sein!!! Diese Selbstbeweihräucherung, dieses schon perverse Helfersyndrom und diese Solidaritätsextase sind nicht meine Welt. Weniger labern und mehr machen. Vielleicht lächeln die Opfer jetzt wenigsten und tanzen wenn sie erschossen werden, denn man hat ja den ESC gewonnen. Welch eine Leistung, was für eine Hilfe(!) Dass Deutschland alljährlich abgewatscht wird, dafür gibt es in meinen Augen eine einfache Erklärung: uns kann einfach keiner leiden oder gar für voll nehmen, was wohl wiederum daran liegt, dass wir uns weder selbst mögen, noch uns für wertig erachten!!!

    • Selbstmitleid, so nach dem Motto, „keiner hat uns lieb“ hat noch nie jemanden weitergebracht. Diese These wirkt mir ein bißchen wi am Stammtisch entworfen, sorry😉

      In einem muss ich Dir recht geben: Allein mit Televotingstimmen ist der Ukraine auch nicht geholfen.
      Es ist bestimmt viel aus Solidarität und Mitgefühl angerufen worden. Finde ich jetzt aber auch nichts Verwerfliches dran. Das alleine wird es aber auch nicht gewesen sein. Der Song und der Auftritt hat viele Leute angesprochen, den viele Leute als außergewöhnlich und gut empfunden haben.

      • Zudem sollte man die Kraft von Symbolen auch nicht unterschätzen: Der Sieg ist sowohl ein Zeichen dafür, dass die Ukraine zu Europa dazugehört als auch eine Wertschätzung der ukrainischen (Musik-)Kultur.

      • In der Tat: Einfach nur unerträglich ! Man ist ja so einiges gewohnt, aber das hier geht gar nicht.

        Die Kritik am NDR darf dagegen deftig sein und ist absolut notwendig, nur bitte auch bitte hier beim guten Ton bleiben.

  35. Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen: mit Driss Songs scheitert man beim ESC. Beurteilen die anderen Länder deutsche Beiträge besonders kritisch? Nein. Maliks letzter Platz bzw sein glaub ich 21. Platz im Telvote ist vollkommen gerechtfertigt. Wird dem Song und der Darbietung gerecht. Wer anderes behauptet hat eine zu subjektive Sichtweise. Von der muss man sich erstmal befreien um klare Sicht zu haben. Das ‚keinrr kann und leiden‘ Gejaule ist einfach nur dumm, peinlich und zeugt von vollkommen grhlendem Sachverstand.

    • Danke! Bei den angesprochenen Kleingeistern werden die simplen Fakten zwar vermutlich auf taube Ohren stoßen – aber es ist schön zu sehen, dass all der populistische Unfug dieser Kommentatoren, die noch nie einer gesehen hat und auch nie wieder jemand hier sehen wird, nicht unwidersprochen bleibt.

  36. Man kann wirklich nur hoffen, dass man das aktuelle System des Vorentscheids erneut komplett über Bord wirft und man – sei es aus Zufall – innerhalb der nächsten Wochen und Monate irgendeinen Geistesblitz hervorbringt. Spanien hat dieses Jahr gezeigt, dass man sich auch innerhalb kürzester Zeit in die richtige Richtung entwickeln kann, auch wenn mir bei uns dafür schlicht die Phantasie fehlt.

    Sollten wir jedoch an der Beteiligung der Radiostationen festhalten, dann braucht es meiner Meinung nach auch nächstes Jahr quasi ein Wunder, um die untere Etage der rechten Seite zu verlassen. Wir hätten 2012 auch Loreen mit Euphoria abgelehnt, auf meinen Wunsch das Lied ins Programm aufzunehmen argumentierte man nämlich damals schon mit der angeblich nicht vorhandenen Radiotauglichkeit des Beitrags…

    • Ich hoffe nicht, denn es ist nicht das System sondern es sind die nicht vorhandenen für den ESC passenden Lieder.
      Ich denke der NDR hat unter Schreiber eher den Fehler gemacht immer den Fehler im System zu suchen und dabei vergessen, das dies nur zweitrangig ist.
      Spanien war gut, nicht weil das Festival gut war, da gab es ja nur Krach weil der Zuschauerwille sich nicht durchsetzten konnte, sondern weil drei einzigartige Titel zur Auswahl standen.

  37. Mit welch einem Selbstbewusstsein man sein scheitern dann auch nich verkauft ist schon beinahe anmaßend. Ein einfaches „Entschuldigen Sie, ich hab es verbockt!“ wäre ehrlich und recht. Stattdessen irgendwelche Ausreden… schade und arrogant.

    • Das sollte dann aber Alex Wolfslast stellvertretend für den NDR sagen. Malik kann man schließlich schlecht vorwerfen, einen Song geschrieben und beim NDR eingereicht zu haben.

      Verbockt hat es z. B. Manel Navarro im Levina-Jahr mit seinem schiefen Ton. Malik hat dagegen live durchaus geliefert.

  38. Unser Lied war eine typische Kopie eines beliebigen amerikanischen Chartsongs. Dazu den Rapperzeigefinger zum Kopf etc. pp. Gähn!!!!
    Mit einer Kopie zeigt man nur die eigene Ideenlosigkeit. Auch wenn der Song solide vorgetragen wurde von Malik Harris.

    Das Esc Publikum erwartet aber auch immer zumindest eine kleine Prise Landesidentität in der Darbietung. Es geht also nicht nur um „gute“ Musik.
    Warum auch nicht. Es treten ja Künstler für ein Land an. Also wenn der Song auch nur ansatzweise die Musikkultur eines Landes reflektieren soll, zeigt das nur, wie schlecht es um uns bestellt ist: Nichts Eigenes, keine eigenen Wurzeln, nur aufgewärmte Kost aus West LA.

    Somit ist auch der letzte Platz absolut gerechtfertigt.

  39. Aufgeben ist keine Option. Dem ESC den Rücken kehren, find ich doof. Dann hat man erst recht verloren. Bloß nicht aufgeben. Show Must Go On. Ich find Maliks Song nicht schlecht, aber das war eben so ein gewöhnliches Radiolied. Deutschland ist der drittgrößte Musikmarkt der Welt (glaub ich :)) wieso schicken wir dann immer New Comer? Deutschland hat doch was zu bieten. Und die müssen ja nicht ständig in den Charts sein. Was heißt das auch schon. Der NDR muss umdenken. Unbedingt. Oder diese Aufgabe wen anderes übergeben.

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