
Ist sich Molly Sue als Optimistin ihres Sieges bei Das Deutschen Finale 2026 vielleicht schon sicher? Mit ihrem Beitrag möchte die Sängerin Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien vertreten. Heute nehmen wir im ESC-kompakt-Songcheck den Titel „Optimist (Ha Ha Ha)“ genauer unter die Lupe.
Molly Sue ist 25 Jahre alt und wuchs in der kleinen Küstengemeinde Laboe auf, mit der sie bis heute eng verbunden ist – der dortige Strand diente sogar als Drehort für ihr Musikvideo. Ihr musikalisches Talent zeigte sich früh: Bereits 2015 erreichte sie als 15-Jährige das Halbfinale von „The Voice Kids“ im Team von ESC-Siegerin Lena Meyer-Landrut (2010). Beworben hatte sie sich damals mit einem selbst aufgenommenen Badewannen-Video. 2018 folgte eine Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS), wo sie mit 17 Jahren unter Coach Dieter Bohlen mit Coversongs wie „If I Go“ von Ella Eyre überzeugte. Parallel veröffentlichte sie auf YouTube und Instagram Coverversionen von Künstlerinnen und Künstlern wie Lana Del Rey, Birdy, Michael Jackson, Amy Winehouse oder Whitney Houston und baute sich damit eine Community mit Zehntausenden Followern auf.
Ein zentraler Teil ihres Lebens sind jedoch chronische Erkrankungen, die sie seit ihrer Kindheit begleiten. Dazu zählen unter anderem Endometriose, Adenomyose und das Ehlers-Danlos-Syndrom. Die damit verbundenen Symptome – starke Schmerzen, Schwäche, Ohnmachtsanfälle und Erschöpfung – prägen ihren Alltag. Trotzdem bleibt sie bewusst optimistisch: „Meine Krankheiten machen mein Leben zum Kampf, aber Musik ist mein Ventil und meine Kraftquelle“, sagt sie. Ihre Familie unterstützt sie dabei intensiv, etwa bei Dreharbeiten unter eisigen Bedingungen.
Das Lied
„Optimist (Ha Ha Ha)“ ist Molly Sues autobiografischer Beitrag für den deutschen ESC-Vorentscheid Das Deutsche Finale 2026, der am 28. Februar in Berlin stattfindet. Text und Komposition stammen von Molly Sue gemeinsam mit Chris James und Sam Harper.
Inhaltlich beschäftigt sich der Song mit sogenannten „unsichtbaren Krankheiten“. Menschen sei oft nicht anzusehen, ob sie chronisch krank sind, Schmerzen haben oder mental belastet sind. Ein Lächeln könne gleichzeitig Schutzschild und Stärke sein. Zeilen wie „I wear a smile on my face like this“ oder „I’m not breaking“ stehen symbolisch für diesen Gegensatz zwischen äußerer Fassade und innerer Resilienz. Molly Sue betont dabei ihre Haltung, aus jeder Hürde etwas Positives mitzunehmen. Der Song soll Betroffene empowern und dazu beitragen, Vorurteile abzubauen, ohne dass Leid erst bewiesen werden muss.
Musikalisch bewegt sich der Titel in der Welt des emotionalen Pops. Der Song verbindet gefühlvolle Melodien und Klavier mit einer treibenden Dynamik im Refrain.
Das offizielle Musikvideo, veröffentlicht am 11. Februar 2026, zeigt Molly Sue gemeinsam mit starken Frauen, die eigene Krankheitsgeschichten mitbringen – darunter Annika (Fibromyalgie) und Selina (Amputationen, Tumorerkrankung und Depressionen). Die Teilnehmerinnen wurden über Instagram, TikTok und NDR-Radio gecastet. Gedreht wurde unter anderem am Strand von Laboe bei gefühlten −15 Grad (das teile Molly Sue u.a. auf Instagram).
„Optimist (Ha Ha Ha)“ findet Ihr genauso wie alle anderen teilnehmenden Beiträge aus Das Deutsche Finale 2026 auch in unserer Spotify-Playlist.
Der Check
So haben die ESC-kompakt-Leser*innen gewertet:
Song allgemein: 8,1/12 Punkten
Eignung des Songs für den ESC: 3,7 /5 Punkten
Eignung des Künstlers für den ESC: 3,9/5 Punkten
Gesamtpaket: 3,7/5 Punkten
Im Hinblick darauf, welcher DDF-Beitrag Euch am besten gefällt, liegt Molly Sue und „Optimist (Ha Ha Ha)“ auf Platz 4 von 9.
Benny: Überraschung. Eine richtig gute Ballade im Line-Up, die berührt. Molly hat damit in diesem Jahr auf jeden Fall ein Alleinstellungsmerkmal und ihre Geschichte könnte auch international viele Menschen berühren. 10 Punkte
Bennet: Molly hat eine spannende Stimme und der Song ist inhaltlich interessant. Aber irgendwie harmoniert beides für mich nicht. Und auf der großen ESC-Bühne wird es leider untergehen. 4 Punkte
Berenike: Noch ein ruhiger, warmer Mutmachsong… Zu dem ich aber am wenigsten Zugang von allen finde. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie wirkt es aufgesetzt auf mich (was vielleicht daran liegt, dass ich zuerst das Video geschaut habe und nicht die pure Studioversion gehört habe). Molly hat auch eine für meine Ohren eher unangenehme Stimmfarbe. 2 Punkte.
Danio: Klingt für mich sehr nach Olivia Rodrigo, mir fehlt aber irgendwie der Twist. Dadurch wirkt er für mich sehr lang. Mit einer guten Inszenierung könnte der Beitrag aber ein echter Underdog sein. 2 Punkte
Douze Points: Wow, das hätte ich nicht erwartet. Eine Klavierballade, die von Zerbrechlichkeit bis Optimismus alles transportiert. Dabei gibt es unerwartete Wechsel in der Instrumentierung, die überraschen und trotzdem schlüssig sind. So bleibt man dran und lässt sich von Molly Sues Stimme begeistern, die von super sanft bis trotzig-laut alles zu bieten hat. Mit der richtigen Inszenierung kann das auch beim ESC funktionieren. 8 Punkte
Giulia: Ich bin positiv von dem Lied überrascht. Ich finde das ist eine recht schöne Ballade. Vor allem Mollys Stimme gibt dem ganzen eine gewisse Qualität und die Melodie im Refrain ist sehr schön. Erinnert mich ein bisschen an „Jar of Hearts“ von Christina Perry, das damals total durch die Decke gegangen ist. Aber ich würde auch nicht ausschließen, dass das Lied (vor allem mit einer schwachen Inszenierung) untergeht. 7 Punkte
Laureen: Meine große Überraschung: Nach den Hörproben war ich nicht angetan und bin allgemein keine Freundin von Songtiteln mit „Ha Ha“ oder „Oh Oh“ oder whatever, aber für mich als GenZ geht dieser Text unter die Haut. Oder wie die Jugend sagen würde: Ich checke. 8 Punkte
Marcel: Vielleicht klinge ich selbst schon wie ein Optimist, aber mit diesem Lied würde Deutschland beim ESC wahrscheinlich am weitesten nach vorne kommen. Molly Sue hat eine erfreulich klassische Ballade dabei – mit einem Hintergrund, den alle Kommentatoren erzählen können und der emotional verfängt. Wenn sie den Song gut singt, sehe ich keinen Grund, warum hier kein Zoë-Më-Juryergebnis herausspringen sollte. Hoffentlich kein Zoë-Më-Televotingergebnis. Ha Ha Ha. 7 Punkte
Max: Sehr schöne Stimme und eine interessante Ballade mit einer gewissen Dramatik. Es erinnert irgendwie an frühere Vorentscheidtitel. Es reiht sich bei mir im Mittelfeld ein, könnte mit einer guten, atmosphärischen Inszenierung auch gut punkten. Leider nicht ganz mein Geschmack. 5 Punkte
Peter: Molly Sue hat eine großartige Stimme auf internationalem, hohen Balkanpop-Niveau. Der energetische, einprägsame Pathospop des Songs und die Stimmfarbe von Molly Sue harmonieren exzellent. Aber alles gab es schon mal und leider auch schon viel besser („Neka mi ne svane“). Für mich persönlich: super sympathisch. Aber hat das ausreichend Ecken und Kanten? 5 Punkte
Rick: Wer mich kennt, weiß: Balladen haben’s schwer bei Rick. Manchmal erreichen mich langsame, ruhige Songs zwar, aber bei „Optimist“ ist das gar nicht der Fall. Molly singt toll, aber zum einen fehlt mir Ausstrahlung und zum anderen wirkt die Komposition total belanglos auf mich. Nichts, was in Erinnerung bleibt, außer man zaubert ein wirklich kreatives und spannendes Staging, was in diesem Fall aber ziemlich unwahrscheinlich ist. 3 Punkte
Gesamtpunktzahl: 61/132 Punkten
Wie gefällt euch „Optimist (Ha Ha Ha)“? Wie sollte Molly Sue den Song beim Vorentscheid präsentieren, um ganz vorne zu landen? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!
Alle Songchecks zu Das Deutsche Finale 2026:
- „A OK“ von Myle
- „Wonderland“ von Laura Nahr
- „Ciao Ragazzki“ von Ragazzki
- „Fire“ von Sarah Engels
- „Herz“ von Bela
- „Jeanie“ von Dreamboys The Band
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Molly Sue`s Ballade berührt mich sehr und ich finde sie hat Potential für den ESC.
Eins ist bei Balladen natürlich sehr wichtig, sie müssen 1a vorgetragen werden,da muss jeder Ton sitzen. Ich traue das Molly zu, auch dass sie die Zerbrechlichkeit und den trotzdem spürbaren Optimismus rüberbringt.
Wie das ganze dann auf der Bühne inszeniert wird, macht mich nach wie vor neugierig. Wenn das alles zusammenpasst, sehe ich sie im Superfinale.
Wenn’s nur mal ohne diese bedeutungsschwangere Überhöhung von Einzelschicksalen wie im Video ginge (gab es schon massenhaft und nervt inzwischen nur noch) …
Obwohl nur Klavierballade (kein ausgewiesener Fan hier), finde ich den Einklang von Stimme und Komposition stimmig. Eigentlich ist das sogar der einzige Song im Set, von dem bei mir etwas hängen blieb.
Molly Sue kann prima singen, allerdings erinnert mich ihr Gesangsstil ein wenig an das, was ich mit Casting-Shows in Verbindung bringe: Die Stimme soll zeigen, was sie kann. Das lenkt mich persönlich ein bisschen von der durchaus eingängigen und wirklich sehr schönen Melodie ab, aber wirklich nur ein bisschen. Anders als ein paar Kommentare drüber angedeutet, finde ich zwar nicht, dass „Optimist“ an die beiden genialen israelischen Beiträge von 2024 und 2025 heranreicht, dennoch mag ich den Song sehr; er gehört bei der VE zu meinen Favoriten und dürfte, wenn’s nach mir ginge, sehr gerne nach Wien.
Dass er heranreicht habe ich auch nicht gesagt. Nur dass der Abstand nicht soooo groß ist. 🙂
Bei vier ‚o’s kann ich nun tatsächlich voll zustimmen 🙂
Sag Bescheid, wenn du mal Zeit hast, einen der „Filmtipps“ zu gucken, bin neugierig was Du denkst (wann auch immer).
Meine 12 Punkte dieses Jahr. Der Song hat mich von Anfang an berührt und hoffe, dass sie dieses Gefühl auch auf der Bühne transportieren kann. Denke, dass man hier größeres Potential bei den Juries hat, aber finde auch, dass das für Deutschland eine gute Taktik sein kann 😊
Das fällt natürlich nicht in mein musikalisches Beuteschema, aber ich denke, dass dieses Lied Deutschlands beste Chance auf eine ordentliche Platzierung ist, vor allem wenn man das Ganze, wie bei Herrn Schulte, mit Bildern sentimental-emotional auflädt.
Wie wäre es mit Fotos von kleinen Hundewelpen?
Das sehe ich ganz genauso
Das NDR SH-Magazin hatte letzte oder vorletzte Woche einen Beitrag über die, sie stellten dafür das Klavier am Strand auf. Das Lied gefiel mir in dem Setting besser, es ist qualitativ sicher das beste im VE. Bin mir allerdings wegen ihrer Ausstrahlung nicht ganz sicher, ich fand sie etwas nervig – aber das sieht in den 3 Mijuten ja keiner.
Molly Sues Beitrag ist leider gar nicht meiner. Positiv kann ich sagen, dass der Text und die Absicht ganz toll, die Umsetzung aber nicht gelungen ist (liebe Grüße an Marina).
Die Strophen sind noch ganz nett gesungen, aber der Refrain gefällt mir gar nicht, wirkt sehr leiernd auf mich, so gar nicht mutmachend (Hahaha). Die Steigerung, das Besondere, das Berührende fehlt mir. Mir ist es künstlerisch zu gewollt.
Beim ESC gibt es ohne herausragende Inszenierung vom Publikum keine Punkte.
Bei der Jury könnte es zumindest etwas mehr verfangen. Bei mir nicht.
3 Punkte
1. Fire 8/12 (Tipp für den ESC: Platz 15-20)
2. A Ok 6/12 (Tipp für den ESC: Platz 20-25)
3. Ciao Ragazzki 6/12 (ESC-Tipp: Platz 25)
4. Bela 5/12 (ESC-Tipp: Platz 25)
5. Wonderland 4/12 (Tipp: Platz 25)
6. Optimist 3/12 (Tipp: Platz 20-25)
7. Jeanie 1/12 (Tipp: Platz 25)
Wenn sie berührt gibt es vom Zuschauer sehr viele Punkte.
Ja, wie ein Michael Schulte zum Beispiel. Allein mir fehlt der Glaube 🤷
Der Beitrag ist ja komplett an mor vorbeigegangen. Ganz viel Liebe für das Thema, tolle Stimme, und allein für die Sichtbarkeit fey Themas wäre es eine Bereicherung für den ESC (und nicht der millionste Love Song).