Songcheck ESC 2025 (12) – Zypern: „Shh“ von Theo Evan

Theo Evan – Bild: Nicholas Mastoras

Zypern hatte diesmal die neue ESC-Saison eröffnet: Bereits Anfang September 2024 wurde mit Theo Evan der erste Act für den Eurovision Song Contest 2025 bekannt gegeben. Für die Veröffentlichung seines Songs „Shh“ nahm man sich dann aber viel  Zeit: der Titel wurde als drittletzter der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Auswahl von Theo Evan erfolgte intern. Bereits im Voraus wurde sein Name immer wieder spekuliert, am 2. September 2024 wurde er dann vom zyprischen Sender CyBC auf Social Media als Vertreter der Mittelmeerinsel für den Eurovision Song Contest 2025 bestätigt. Sein Lied „Shh“ wurde schließlich Mitte März veröffentlicht.

Theo Evan, der mit gebürtigem Namen Evangelos Theodorou heißt, ist in Zypern geboren und aufgewachsen. Nach seinem Abschluss an der English School in Nikosia zog er in die USA, wo er am Berklee College of Music in Bosten Musik und Performance studierte. Seit 2021 veröffentlicht Theo eigene Musik und arbeitet auch regelmäßig als Schauspieler. Unter anderem war er in der HBO-Erfolgsserie „Euphoria“ in einer Gastrolle zu sehen.

Das Lied

„Shh“ ist ein clubtauglicher Song, der mit vielen Synthesizerklängen und Stimmbearbeitungen arbeitet. Eine dominante Tonspur erinnert dabei stark an „Insomnia“ von Faithless. Der Beat ist schnell und treibend und regt zum Tanzen an. Insgesamt ist die Grundstimmung des Tracks eher etwas düster.

Im Text wird ein narzisstischer Mensch beschrieben, der nicht erkannt werden will („Wenn du meinen Namen kennst, dann halte ihn geheim“). Seine Schönheit, aber auch Überheblichkeit, haben ihn zu Fall gebracht und sind gleichzeitig für Höhenflüge verantwortlich. So erlebt er Höhen und Tiefen. Wenn man eine höhere Bedeutungsebene in den Text hineinlesen möchte, kann man auch Bezüge zu Adonis in der griechischen Mythologie herstellen.

Musik und Text von „Shh“ stammen aus der Feder von Dimitris Kontopoulos, Elke Tiel, Elsie Bay, Lasse Nymann und Linda Dale. Alle Namen sind alte Bekannte im ESC-Universum, die man als Songwriter*innen verschiedener ESC- und Vorentscheidungsbeiträge und als übliche Teilnehmer*innen von Songwritingcamps kennt.

Theo Evan wird das erste Halbfinale am 13. Mai 2025 auf Startplatz 15 abschließen.

Der Check

Song: 3/5 Punkten
Stimme: 1/5 Punkten
Darbietung: 4/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten

Berenike: Ich finde den Song ziemlich wirr. Was will er sein? Clubtrack? Choreographie-Nummer? Genre-Mix? Auch kann ich mich mit Theos Stimme nicht anfreunden: nicht nur, dass sie selbst in der Studioversion mit viel Bearbeitung recht schwach klingt, dann wird sie auch noch von den Instrumentalspuren absolut überlagert. Wie soll das live funktionieren? Das „Clubduell“ gewinnt für mich eindeutig Belgien. 3 Punkte

Douze Points: Auf der Haben-Seite stehen der Künstler und der Beat im Refrain. Alles dazwischen und drumherum ist eher verwirrend und schwer zugänglich. Auf mich wirkt das alles zu gewollt und konstruiert. Und zumindest im Video kommt Theo stimmlich nicht gegen den Beat an. Tut nicht weh, tut aber auch nichts für mich. 4 Punkte

Manu: Positiv: „Shh“ ist nicht der zehnte Aufguss von „Fuego“. Dafür versucht Theo uns mit melodiös dünnem Refrain, gesprochenen Strophen und Faithless-Klängen zu beeindrucken. Für mich funktioniert dieser Mix noch nicht so ganz und es würde mich nicht wundern, wenn das musikalisch nicht sehr weit entfernte Belgien dafür sorgt, dass Zypern uns nicht im Finale zur Verschwiegenheit mahnt. 4 Punkte

Peter: Naja, die Squid-Games-Optik wird arg strapaziert und grenzt hier ein ganz klein wenig an Selbstüberschätzung, weil der Text auf mich etwas albern wirkt und nicht zu den gewollten Assoziationen zur Netflix-Serie passt. Der Beat ist magisch, Theos Stimme passt klasse zu dem treibenden Rhythmus, aber es gilt, was ich schon irgendwo in unseren Comments las: Theo sieht besser aus als der Song klingt. 5 Punkte

Punktzahlen der anderen Blogger*innen:

  • Benny: 2 Punkte 
  • Max: 8 Punkte 
  • Rick: 12 Punkte 
  • Chris: 8 Punkte 
  • Laureen: 4 Punkte 
  • Giulia: 6 Punkte 
  • Danio: 5 Punkte 

Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 61/132 Punkten.

Beim ESC-kompakt-Index landet „Shh“ auf Platz 30.

Wie schneidet der zyprische Beitrag "Shh" von Theo Evan ab?

  • Bleibt im Halbfinale hängen (34%, 169 Votes)
  • Platz 21-26 (27%, 136 Votes)
  • Platz 16-20 (24%, 119 Votes)
  • Platz 11-15 (8%, 41 Votes)
  • Platz 6-10 (5%, 24 Votes)
  • Top 5 (2%, 12 Votes)

Total Voters: 501

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Bisher erschienene Songchecks

Erstes Halbfinale



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143 Comments
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Matze
Matze
1 Jahr zuvor

Was ist nur mit Rick los ?

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
1 Jahr zuvor
Reply to  Matze

Erfährt man wahrscheinlich im Songcheck.

Werner
Werner
1 Jahr zuvor

Bin voll bei Berenike.
Mich lässt „Shh“ auch fragend zurück: Welches Genre will der Song eigentlich sein?

Durch die Insomnia- Töne steigt meine Vorfreude auf einen kräftigen Beat oder eine prägnante Stimme.
Und in beiden werde ich bitter enttäuscht.
Theos Stimme ist im Video stark bearbeitet und vermutlich live nicht sehr stark.
Und der Beat wird nicht lauter, sondern nur schneller.
Viel zu schnell für mein Empfinden- frage mich ob das mit Tänzern auf der Bühne noch gut aussehen kann.

Zypern oder Belgien? Für mich 0:12 obwohl ich fürs Voting kaum Überschneidungen in der Zielgruppe sehe, denn das weichgemixte Stück aus Zypern würde ich nicht als Club- Nummer bezeichnen.
Viel mehr wird das gegen Norwegen um die Pop(dance)- Stimmen kämpfen.

Von einer anderen Startnummer relativ chancenlos, aber vom letzten Startplatz besteht doch eine 50%+ Wahrscheinlichkeit für die Finalqualifikation

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
1 Jahr zuvor
Reply to  Werner

Es ist schon sehr auf den ESC zugeschnitten, in der Tat.

ag9
ag9
1 Jahr zuvor

So, jetzt also Black Shhebastian. Die rote Version hat den Nachteil, dass wir die Stimme live schon kennen. Von der schwarzen Version gibt es im Netz keinen einzigen Song, der von ihm live performt ist (nur einen ganz kurzen Ausschnitt von „Shh“ im ruhig stehen). Im Video ist die rote Version deutlich kräftiger und den roten Song find ich doch auch interessanter, da er so schön basswummert.

Insgesamt klingt „Shh“ so, als ob man einer KI gesagt hätte: schreib mal einen Song, typischen Zypern der letzten Jahre, nur in männlich; und tu auch etwas „Insomnia“ mit dazu, hat letztes Jahr beim ESC auch schon jemand getan und war damit leidlich erfolgreich.

Geht sang und klanglos unter in meinen 20 Plätzen auf Platz 30.

Ich glaub nicht, dass Theo Evan das live hinbekommt (außer er wird geblankapimpt). Durch den letzten Startplatz und eine möglicherweise ansprechende Bühnenshow könnte es fürs Finale knapp reichen, dort aber eher nix reißen.

Komval
Komval
1 Jahr zuvor

Der Song muss scheitern, damit die beiden Isländischen Jungs in Finale kommen können. Ich will die unbedingt dort sehen. Zypern dieses Jahr geht an mir vorbei, da reicht auch lediglich Belgien im Finale

Prometheus
Prometheus
1 Jahr zuvor

Ich beziehe mich nur auf den Song, nicht auf das Musikvideo oder etwaige potenzielle Stagings. Es kann bis zum zweiten Dress-Rehearsal sowieso noch an einigen Stellen vieles geändert werden, was Song und Staging anbelangt.

Den Song finde ich nicht so schlecht, wie viele sagen. Am ehesten wird er verglichen mit Red Sebastians „Strobe Lights“, und das zurecht. Beide Lieder sind im Elektro- Techno- und Trance-Genre zu verorten.

Bei „Strobe Lights“ steht die sensorische Überladung und das Hineinziehen in psychedelische Erfahrungswelten im Vordergrund. Hier geht es um das Storytelling und das zentrale Geheimnis. Wer ist das lyrische Ich? Ich finde einige der Lyrics sehr spannend. „Follow the blood stream“. „In the ground, in the sky, in the afterlife. In the dark. In the light. In the sweet divine“. „If you know my name then please don’t repeat it. Hush, hush. If you know my name then keep it a secret“. Eine rasche Anapher funktioniert immer gut. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich das nicht äußerst catchy finde.

Ich kenne mich 0 mit griechischer Mythologie aus, als dass ich sagen könnte, welche Figur hiermit gemeint ist. Ich bin mal auf die Auflösung in Basel gespannt und auch, wer der angekündigte Gaststar sein wird.

Gesanglich ist das Lied in der Studioversion eine einzige Nichtleistung. Die echte Stimme von Theo, die ja sehr dünn und schwach sein soll, wie man hört, wird hier total bearbeitet und manipuliert. Das geht in meinen Augen gegen den eurovisionären Gedanken von Live-Gesang. Allerdings können wir Deutschen uns hierbei leider nicht rausnehmen wegen Tynna. Insofern kann man gespannt sein, wie das sängerisch gelöst wird, weil die Vocals sind schon sehr sehr stark von Autotune und Pre-Recorded Backing Vocals abhängig.

Ich finde den Dancebreak gut und passend, sowie den Drop und die Hook, in der, wie von vielen angesprochen, der Beat von Insomnias „Faithless“ übernommen wird. Das finde ich persönlich nicht so schlimm, weil ich den Beat sehr mag.

Allerdings muss ich Theo Evans bisher jegliche Authentizität und Charisma absprechen. Ich finde ihn als Persona eher abtörnend.

Auch wenn ich mich in meinen anderen Rezensionen nicht auf das Staging bezogen habe, muss man hier natürlich die Tatsache ansprechen, dass Sergio Jaen dieses übernehmen wird. Er wurde von den Delegationen vieler Länder angesprochen, hat sich aber spezifisch für Zypern entschieden. Er wird wohl etwas darin gesehen haben, und daher kann man sehr gespannt sein. Dann noch die Tatsache, dass es der Closing Act im 1. Semi sein wird, deutet darauf hin, dass das etwas sehr ambitioniertes sein wird. Daher ist das Lied noch nicht abzuschreiben.

Meine Platzierung: 22/37

Last edited 1 Jahr zuvor by Prometheus
sunriseheaven69
sunriseheaven69
1 Jahr zuvor

Ein weiterer Anwärter in den Top 15- 20.Mittelmaß.Kann man anhören.Aber man hat das Lied schnell wieder vergessen.Falls die Bühne nicht bebt kann er auch im Semi ausscheiden.

MarcelK
MarcelK
1 Jahr zuvor

Neee der Song ist nicht meins! Wird das Finale nicht erreichen

Matty
Matty
1 Jahr zuvor

Theo Evan hat zusammen mit Dimitra Papadea alias Demy, die Griechenland vor acht Jahren beim ESC vertrat, einen Song veröffentlicht. Der Titel ist „Diafanis“ (transparent) und wird um 18 Uhr heute Abend präsentiert:

https://youtu.be/MAtAsaDuJTw?si=Bhb9PcceWcc0aIE_

Delta
Mitglied
Delta
1 Jahr zuvor

Songcheck #12

Theo Evan mit „Shh“(hhhh) für Zypern 🇨🇾

Interessante Kompositiion. Der Beat ist gut. Der Refrain sagt mir nicht so zu. Die Singstimme in den Strophen ebenfalls eher nicht. Ob ich es gut finde, dass es zumindest irgendeine Form von Hush zum ESC geschafft hat (im Mello hat es ja nicht gereicht), kann ich noch nicht abschließend sagen. Für den EDC-Teil am Ende gebe ich einen Punkt Abzug.

Ich gebe 6 von 12 Punkte und ein Platz im unteren Mittelfeld.

Realistisch finde ich es schwierig einzuschätzen. Ich sehe es als Borderliner mit leichten Vorteilen als letzter Startplatz und tippe im Finale auf die obere rechte Tabellenhälfte.

PS: Wenn Belgien im SF dahinter ausscheiden sollte, wäre ich sehr unglücklich.

Last edited 1 Jahr zuvor by Delta