
Im Jahr 1 nach Baby Lasagna steht Kroatien unter genauer Beobachtung: Kann das Land an den herausragenden Erfolg von „Rim Tim Tagi Dim“ mit Platz 2 beim Eurovision Song Contest 2024 und dem Sieg im Televoting anknüpfen? Diesen Versuch unternimmt der 21-jährige bosnisch-kroatische Sänger Marko Bošnjak, der mit seinem Lied „Poison Cake“ die Vorentscheidung Dora 2025 gewinnen konnte.
Der kroatische Vorentscheid Dora bestand in diesem Jahr erneut aus zwei Halbfinals, an denen insgesamt 24 Acts teilnahmen. 16 von ihnen qualifizierten sich für das Finale. In diesem konnte Marko Bošnjak das Jury-Voting gewinnen, erreicht bei den Zuschauer*innen aber nur Platz 4. Insgesamt reichte das trotzdem für den Sieg, so dass der Sänger Kroatien mit seinem Lied „Poison Cake“ beim ESC in Basel vertreten darf.
Marko Bošnjak hat trotz seines jungen Alters bereits zahlreiche Musikpreise gewonnen und ist fast in der gesamten Balkan-Region bekannt. Seine Karriere startete er bereits im Alter von 11 Jahren, als er an der serbischen Castingshow Pinkove Zvezdice teilnahm und diese am Ende gewinnen konnte. 2022 nahm er zum ersten Mal am Vorentscheid Dora teil und landete mit „Moli za nas“ hinter Mia Dimšić auf dem 2. Platz. Im zweiten Anlauf konnte sich Marko in diesem Jahr dann den Traum erfüllen, am Eurovision Song Contest teilzunehmen.
Das Lied
„Poison Cake“ gehörte eindeutig zu den modernsten Produktionen im Line-Up der diesjährigen Dora. Die Nummer wirkt sowohl verspielt als auch sehr energisch und ist von einem tiefen Bass, zeitgemäßem Beat und ausgeklügelten Lyrics geprägt. Mit dem Wechsel zwischen Kinderlied-ähnlichen, zuckrigen und deutlich düstereren, elektronischen Passsagen, erinnert „Poison Cake“ teilweise an „Doomsday Blue“, mit dem Bambie Thug für Irland im vergangenen Jahr Platz 6 beim ESC erreichen konnte.
Komponiert hat Marko „Poison Cake“ gemeinsam mit Bas Wissink, Ben Pyne und Emma Gale. Die beiden Letztgenannten zeichnen auch für den komplett auf Englisch gehaltenen Songtext verantwortlich. In diesem geht es mit teilweise sehr drastischen Worten darum, dass Marko Rache an einer anderen Person nimmt, indem er diese umgarnt, mit freundlichen Gesten anlockt, nur um dann seinen vergifteten Kuchen zu servieren: „Eine Prise Tod ist bitter zu schlucken. Hab keine Angst, du wirѕt morgen vergrаben.“
Marko Bošnjak tritt im ersten Halbfinale am 13. Mai von Startplatz 14 an.
Der Check
Song: 2,5/5 Punkten
Stimme: 4,5/5 Punkten
Darbietung: 3,5/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten
Benny: Ich finde diesen Beitrag erstmal sehr interessant und kreativ. Der Wechsel zwischen den süßen, melodischen und den harten, kantigen Teilen gefällt mir. Ich finde auch, dass dieses Wechselspiel – wenn auch sicherlich ausbaufähig – bei Dora gut umgesetzt war. Am Ende ist „Poison Cake“ für mich aber ein Lied, das ausschließlich auf der Bühne funktioniert und das ich „im normalen Leben“ nicht auf Repeat hören muss. 5 Punkte
Berenike: Diese verschiedenen Songteile haben schon einen gewissen Unterhaltungswert, jedenfalls habe ich den Auftritt beim ersten Mal gespannt von Anfang bis Ende angeschaut. Auch gefällt mir die Mischung aus „schöne heile Welt“ und dystopisch. Aber wirklich gut finde ich den Song nicht, gerade der Refrain, wo Marko die ganze Zeit nur „Poison Cake“ schreit, ist eher verstörend. Und der Text des Liedes ist ja wirklich mehr als seltsam. Dann doch lieber den unvergifteten, gut gelaunten „Cake to bake“ aus Lettland. 5 Punkte
Douze Points: Das Beste an dem Song ist noch die Aussage – und die Ausstrahlung von Marko. Der Rest tut mir sehr in den Ohren weh und verliert mich während der drei Minuten immer wieder. Ich bin gespannt, wie der überarbeitete Auftritt für Basel das retten soll. 2 Punkte
Giulia: Grundsätzlich bin ich über alles froh, das nicht langweilig und 0815 ist. Dafür danke an Kroatien. Dennoch ist es einfach vor allem anstrengend, dem ganzen Spektakel zuzuhören. 2 Punkte
Max: Einer der Totalausfälle in diesem Jahr für mich, so leid es mir tut. Ich weiß, dass Songs in sind, in denen viel passiert und verschiedene Genres gemischt werden. Ich finde nur, dass „Poison Cake“ diesen oftmals schwierigen Spagat nicht meistern kann und im Chaos versinkt. Immerhin kann ich in Sachen Originalität ein paar Trostpunkte verteilen. 2 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Chris: 7 Punkte
- Danio: 3 Punkte
- Laureen: 1 Punkt
- Manu: 1 Punkt
- Peter: 3 Punkte
- Rick: 4 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 35/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Poison Cake“ auf Platz 28.
Wie schneidet der kroatische Beitrag "Poison Cake" von Marko Bošnjak ab?
- bleibt im Halbfinale hängen (75%, 420 Votes)
- Platz 21-26 (11%, 61 Votes)
- Platz 16-20 (5%, 30 Votes)
- Platz 11-15 (3%, 19 Votes)
- Top 5 (3%, 17 Votes)
- Platz 6-10 (3%, 16 Votes)
Total Voters: 563
Bisher erschienene Songchecks
Erstes Halbfinale
- (1) Estland: „Espresso Macchiato“ von Tommy Cash
- (2) Island: „Róa“ von VÆB
- (3) Polen: „GAJA“ von Justyna Steczkowska
- (4) Portugal: „Deslocado“ von NAPA
- (5) Slowenien: „How Much Time Do We Have Left“ von Klemen
- (6) Schweden: „Bara Bada Bastu“ von KAJ
- (7) Ukraine: Bird of Pray“ von Ziferblat
- (8) Albanien: „Zjerm“ von Shkodra Elektronike
- (9) Aserbaidschan: „Run With U“ von Mamagama
- (10) Belgien: „Strobe Lights“ von Red Sebastian
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Oh wow!
So schlecht findet ihr den Song??
Bin etwas entsetzt! Aber gut. Geschmäcker und so. Wobei man hier ja schon fast von einer Absprache ausgehen kann. 😜
Folgt man euch schon länger, sind viele Wertungen erwartbar. 🙂 Schön, wenn man sich auf was verlassen kann.
Nur Peter scheint dieses Jahr nicht so freigiebig wie sonst.
Und Giulia mag (fast) gar nichts.
Bin gespannt, wie es weiter geht… 👍
Marko Bosnjak ist ja schon mal deshalb in meinem Herzen verankert,weil ich mit ihm und seiner Ballade 2022 beim SCC ein recht gutes Ergebnis erzielt habe.
Und da kommt er jetzt dieses Jahr mit so einem Song daher,der irgendwie aus der Art geschlagen ist. Als ich den Song schon vorm Dora Auftritt gehört habe,war ich enttäuscht. Der Auftritt dann machte alles etwas interessanter, aber auch nicht unbedingt besser. Ich hatte andere Favoriten und hätte niemals gedacht,dass Marko gewinnt.
Jetzt haben wir den Salat. Ich glaube einfach nicht,dass es fürs Finale reicht,auch nicht mit einer anderen Performance.Wenn doch,freue ich mich für Marko und hoffe sehr,dass er nicht letzter wird.
OT
Der Link zur Pressekonferenz vom SRF am kommenden Montag wurde veröffentlicht:
https://www.youtube.com/live/bjNC-EauyXk?si=x8NyPL_ormXviw40
Dann erfährt man mehr zum Show-Konzept, zu den Interval Acts und zur Eröffnungsfeier.
Was hat das jetzt mit Kroatien zu tun?
Was hast du mit esc.kompakt zu tun? Es steht Dir gar nicht zu andere zu kritisieren. Einfach mal die F halten
Selber!
Kroatien nimmt doch am ESC 2025 teil 😉
danke 🙏
Kroatien ist ja mein Guilty Pleasure dieses Jahr, das muss ich den ganzen negativen Kommentaren hier erstmal entgegenbringen. Das Lied ist mit seinen ganzen unterschiedlichen Passagen und Stimmungswechseln wirklich interessant und vor allem die Strophen haben es mir angetan, da diese einen wirklich sehr coolen Vibe haben. Umstritten ist ja der „kinderliederhafte“ Pre-Chorus, der mich persönlich nicht weiter stört, aber auch nicht unbedingt nötig ist. Beim ersten Hören fand ich das Lied auch ziemlich nervig, aber mit jedem Mal wurde es besser und jetzt mag ich den Song und höre ihn auch öfters. Insgesamt gehört das Lied nicht zu meinen Favoriten (außerhalb der Top 10) aber auf jeden Fall zu den Beiträgen, die mir besser gefallen.
Ich bin froh, dass das Staging überarbeitet wird und dass sich auch der Gesang verbessert hat, wie man bei der Pre-Party hören konnte. Eine Finalqualifikation scheint erstmal wegen den vielen negativen Reaktionen im Fandom eher ausgeschlossen zu sein, und davon abgesehen ist das Lied wohl auch beim ersten Hören einfach zu sperrig um Voter von sich zu überzeugen. Ich hoffe aber einfach, dass Marko noch vielleicht einfach ein gutes Staging mitbringt und ein paar der Leute, die mit dem Song bis jetzt nicht so viel, anfangen konnten, vielleicht nochmal überrascht. Es wäre auf jeden Fall für jeden schwierig gewesen, Baby Lasagna und seinem Erfolg zu folgen. Trotzdem hat der kroatische VE gezeigt, dass das Land durchaus das Potenzial hat, in Zukunft wieder in der Top 15 zu landen. Dieses Jahr wird das wohl nicht passieren, aber ich mag Poison Cake trotzdem gerne, obwohl ich zum Teil auch die oft angebrachten Kritikpunkte nachvollziehen kann.
OT: Söder bizarrerweise eben mit der besten PK, CSU-Ministerien werden Inneres, „High Tech“ und Landwirtschaft. Klingbeil und Eskens hassen ihn offensichtlich, Klingbeil am Besten gecoacht. Eskens tut mir etwas leid, sie ist optisch und inhaltlich an den Rand gedrängt. Kommt natürlich auch rüber wie Abteilungsleiterin
IT. Merz rattert seinem Text roboterhaft herunter. Alle bekennen sich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Otterstützung.
Vollkommen uninteressant, es geht hier um Kroatien!
90% von deinem Geseier finde ich uninteressant. Und weißte wat ich da mach? Scrollen und meine Fresse halten.
Merz und gesellschaftlicher Zusammenhalt…. Da bin ich mal gespannt.
Nicht mal Umwelt oder Familie für die Sozis, naja…
Doch, Umwelt und Wohnung haben wir!
https://www.tagesspiegel.de/politik/schwarz-rote-koalition-so-wollen-die-parteien-die-ministerien-aufteilen-13514986.html
Also ich finde die Ministerien, welche die SPD hat, gut. Damit kann man in vier Jahren beim Wähler Punkten.
Das leidige Thema Gesundheit hat die SPD gott sei Dank nicht mehr.
Zumal Pistorius, Bas und Klingbeil gute persönliche Umfragewerte haben. Mir geht es aber primär nicht darum, welche Posten die Parteioberen bekommen, sondern um die Inhalte.
Zumindest das Thema „Rückkehr zur Atomkraft“ scheint vom Tisch zu Sein. Wenigstens da schäumt der braune Block. Viel wichtiger ist für mich die Kritik von der linken Seite – Sozialabbau und rückständige Gesellschaftspolitik gehen für mich gar nicht.
Gut finde ich auch, dass die SPD das Ministerium „Bauen und Wohnen“ behalten hat. Dann werden hoffentlich mal wieder Wohnungen für die normalen Leute gebaut und nicht nur Luxus-Lofts oder exklusive Appartements.
Klara Geywitz wird als Brandeburgerin dieses Ministerium wohl behalten. Finde ich okay.
Spannender wird da aber die Frage wer von der SPD das Ministerium „Umwelt, Klimaschutz und Natur“ bekommt. Da fällt mir so spontan wirklich niemand ein.
Ich hoffe es gibt irgendwo ein SPD-Landespolitiker (m/w/d) – im Idealfall mit einem abgeschlossenem Ingenieursstudium oder einem andderen naturwissenschaftlichem Studium, der dieses Ministerium übernehmen kann.
Dafür bitte kein Jurist (m/w/d).
Hat ja die letzten Jahre suuuper geklappt mit dem Wohnungsbau. Wer war denn Minister?? Ups, die Geywitz von der SPD.
War für mich von Anfang an eine Fehlbesetzung.
Lag glaube ich weniger an Klara Geywitz, sondern eher daran, dass ihr und ihrem Ministerium kein Geld zur Verfügung stand.
Das ändert sich ja jetzt mit dem Infrastruktur-Sondervermögen.
„Wir“ ist gut….
Wer bitte schön mag Söder ? 🤮
Ich nicht. Ich kenne ihn schon seit gut 30 Jahren und habe früher in seinem Nürnberger Wahlkreis gewohnt
Als geborene Nürnbergerin fühle ich das so sehr. Ich konnte Maggus schon vor 20 Jahren nicht ausstehen.
Schätze da haben wir ihn, unseren diesjährigen letzten Platz🫢meinen auf jeden Fall
Meiner nicht. Das ist mit Abstand Norwegen 🇳🇴
Bei mir Island. Ganz knapp.
Bei mir Kroatien, gefolgt von Irland und Armenien.
Armenien ist Platz 4 bei mir. Die anderen beiden um Platz 30 bei mir.
Mein letzter Platz ist Lettland.
Was für mich bei Bambie Thug hervorragend funktioniert hat, nämlich das Kombinieren von Süss und Sauer, funktioniert für mich bei „Poison Cake“ leider überhaupt nicht. Und seine eigentlich gute Stimme ist dann bei allen vier hohen Tönen gegen Ende ein Totalausfall, zumindest beim bosniakischen, äh, kroatischen Vorentscheid.
Geht deshalb in meinen 20 Songs auf Platz 30 relativ unter.
Wenn er die hohen Töne fleißigst übt und ’ne tolle Inszenierung in Basel hinlegt, könnte es unter Umständen mit dem Finaleinzug klappen, glaub ich aber eher weniger.
Das ist einer von den Songs, die für mich mit jedem Mal Hören nerviger werden. Am Anfang war da vielleicht noch der Überraschungseffekt von wegen „Huch, was soll das denn?“. Aber spätestens bei diesem albernen „tasty tasty – yum yum tasty“ schalte ich auf Durchzug. Hopp, lass so ein „yum yum“-Zeug doch bitte von Wölfen mit gelben Masken singen, dann isses wenigstens lustig. Nee, gar nicht meins, ich bin froh, wenn ich das im Finale nicht nochmal hören muss.
Kroatien mit seinen vergifteten Kuchen. Irgendwie mag ich es ja, anderseits verstehe ich auch diejenigen, die die Genrewechsel nicht mögen.
Ist halt nicht jedermanns Sache. Finale, würde ich mich wünschen irgendwie, glaube allerdings das Europa dafür nicht bereit ist.
BTW: Ich bin immer noch traurig, dass Baby Lasagna letzte Jahr nicht gewonnen hat. 🇭🇷❤️
Mein Ranking:
05.Schweden🇸🇪
08.Island🇮🇸
09.Albanien🇦🇱
16.Ukraine🇺🇦
19.Belgien🇧🇪
20.Polen🇵🇱
22.Estland🇪🇪
23.Aserbaidschan🇦🇿
25.Portugal🇵🇹
26.Kroatien🇭🇷
28.Slowenien🇸🇮
Passt hier besser. Regionalzeitung Tubantia hat etwas entdeckt. Der Komponist/Produzent stammt aus der Region.
Alle Vergleiche mit Nemo’s Code oder Doomsday Blue von der irische Hexe sind falsch – dieser Song ist in März 2023 entstanden.
von Frank Timmers 27. März 2025
Ein junger Musikproduzent aus Twente schreibt Geschichte. Beim Eurovision Song Contest ist ein von Bas Wissink produzierter Song zu hören. Es muss Kroatien zum Erfolg verhelfen. Seine Geschichte ist eine Geschichte von Leidenschaft, harter Arbeit und Teamwork. „Die Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Ländern öffnet einem die Augen. Jeder bringt etwas Einzigartiges mit. Was dann dabei herauskommt, hätte man sich alleine nie vorstellen können.“
Kilometerweit nur Wiesen. Das Studio, in dem Bas Wissink (23) seine Musik macht, befindet sich auf einem ehemaligen Bauernhof außerhalb des Dorfes Hertme. Hier arbeitete er monatelang an seiner Komposition Poison Cake. Mit diesem Lied gewann der Kroate Marko Bošnjak kürzlich die Vorrunde zum Eurovision Song Contest in seinem Land.
Und so wird Wissinks Musik im Mai auch in der Schweiz zu hören sein. Ein wahr gewordener Traum. Wissink kühl: „160 Millionen Menschen sehen es.“
Wer sein Studio betreten will, muss schwören, sich von den Lautsprechern fernzuhalten. Sie dürfen sich keinen Zentimeter bewegen. Denn so wie sie jetzt dastehen, sind sie in der perfekten Position, um Musik zu produzieren. Die Kasten sind auf seinen Stuhl gerichtet. Hier sitzt Wissink hinter Keyboard und Bildschirm, um Musik zu machen. Hier baut er seine Karriere auf. „Ich kann mittlerweile gut davon leben. Und ich habe jetzt noch mehr Anfragen.“ Man hört ihn nicht klagen.
Wissink stammt nicht aus einer musikalischen Familie. Dennoch entwickelte er schon früh eine Liebe zur Musik. Im Alter von elf Jahren begann er mit FL Studio zu experimentieren, einem Programm, mit dem er seine erste Musik erstellte. „Manchmal weiß ich nicht, warum ich angefangen habe, aber Musik fühlte sich sofort wie meine Leidenschaft an. Ich konnte mir nicht vorstellen, später etwas anderes zu machen“, sagt Bas. „Musik gibt mir die Freiheit, jeden Tag etwas zu tun, was ich wirklich liebe. Es fühlt sich nie wie Arbeit an, sondern wie eine Möglichkeit, mich auszudrücken und etwas Schönes zu schaffen.“
Er begann, Gitarren- und Klavierunterricht zu nehmen, lernte Musiktheorie und begann immer besser zu verstehen, wie Musik funktioniert. Schließlich landete er an der Musikhochschule, wo er derzeit sein Studium abschließt. „Als ich an der Hochschule aufgenommen wurde, fühlte es sich wirklich wie eine Bestätigung an, dass ich etwas richtig machte und Potenzial in mir steckte. Von diesem Moment an wusste ich: Das ist mein Weg, und ich will ihn voll und ganz gehen.“
Dann ist es März 2023. Wissink nimmt an einem internationalen Songwriter-Camp in Spanien teil. Dies ist kein Sommercamp, sondern ein Treffen von Songwritern, Produzenten und Künstlern mit einem Ziel: Musik für die Branche zu machen. „Diese Tage sind wirklich dazu da, Musik für große Künstler oder sogar für den Eurovision Song Contest zu schreiben. Es geht nicht nur um entspanntes Musizieren, sondern um zielgerichtetes Schreiben.“
In diesem Camp wird Wissink zufällig mit zwei anderen Schriftstellern zusammengebracht: einem Iren und einem Engländer. Noch am selben Tag legten sie den Grundstein für eine Demo. Das Lied behandelt ein Märchenthema und ist von der Idee eines „Giftkuchens“ inspiriert – etwas, das verlockend und gleichzeitig gefährlich ist. Dahinter steckt eine kluge, bewusste Entscheidung: „Beim Eurovision Song Contest geht es heutzutage vor allem um auffällige Acts. Langweilige Songs gehören wirklich der Vergangenheit an. Wir haben bewusst versucht, mit unserem Song die Grenzen zu verschieben.“
Bas nimmt die Melodie und die Akkorde auf und arbeitet mit seinem Team an Text und Stil. „Es war ein echtes Rätsel, die Idee logisch und umsetzbar zu machen, aber am Ende hatten wir etwas, an das wir alle glaubten“, sagt er. „Der Song hat wirklich unterschiedliche Stile. Es gibt richtig harte, raue Parts und dann plötzlich etwas richtig Süßes. Dieser Kontrast macht ihn besonders.“ Zu Hause tüftelt er so lange daran, bis alles perfekt zusammenpasst und trotz großer Stilunterschiede immer noch ein Ganzes ergibt.
Wissink ist sofort davon überzeugt, dass der Song Potenzial hat. Jetzt geht es nur noch darum, es an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie beschließen, das Demo an Künstler zu senden, die bereits zuvor teilgenommen, aber nie als Erste ins Ziel gekommen sind. Die Idee dahinter ist, dass es unter ihnen Menschen geben muss, die Rache wollen. Auch der kroatische Sänger Marko Bošnjak wird in ihre Mailingliste eingetragen.
„Wir haben ihm einfach eine kurze Nachricht auf Instagram geschickt und er war sofort interessiert. Zwei Wochen später saßen wir im Flugzeug nach Zagreb. So einfach war das.“
Sie nehmen das Lied in einem örtlichen Studio weiter auf. Kleine Details werden angepasst, um es besser an Bošnjaks Stil anzupassen. Wissink und sein Team haben hart an der Produktion gearbeitet und dem Song über 200 Stimmen und Harmonien hinzugefügt. Dadurch hat man manchmal das Gefühl, als würde ein ganzes Stadion mitsingen. Lustiges Detail: Eine dieser Hunderten von Stimmen stammt von Wissink.
Wissink war dabei, als Bošnjak und Poison Cake an Dora teilnahmen, dem nationalen Wettbewerb in Kroatien, bei dem die Beiträge für den Eurovision Song Contest ausgewählt werden. Er hatte riesigen Spaß. „Es war surreal, etwas, das man selbst geschaffen hat, im Fernsehen und in einem so großen Raum zu sehen“, sagt er. Bošnjak gewinnt. „Es war ein fantastischer Abend, an dem wir richtig gefeiert haben.“
Für Wissink bedeutet dies nicht nur Anerkennung, sondern auch einen Schub für seine Karriere. In den Tagen nach Bekanntwerden der Neuigkeit gingen zahlreiche Anfragen weiterer Künstler ein. Wissink ist zufrieden. Es gibt bereits eine ganze Reihe ausländischer Künstler, die Songs von ihm kaufen. Das ist ein ziemliches Extra. Außerdem organisiert er Camps, bei denen sich Künstler treffen und gemeinsam Musik produzieren.
Im Mai reist Wissink mit Bošnjak in die Schweiz, wo der Eurovision Song Contest stattfindet. Er ist Teil des kroatischen Teams und besucht Proben und Aufführungen. Dort wird sein Werk vor einem beispiellos großen Publikum weltweit aufgeführt.
Für Bas ist es die Krönung seiner Arbeit. „Das ist das Größte, was ich je gemacht habe. Es ist ein verrücktes Erlebnis, zu wissen, dass so viele Menschen meine Musik hören werden“, sagt er.
Song: Wechselhaft
Stimme: Es heißt singen, nicht schreien
Darbietung: Weg zur Hölle
Instant Appeal: Hat Marko, meint sogar der alte Marko
Hausjury empfehlt Überarbeitung der Auftritt. Das hat er zum Glück selbst auch entdeckt.
Schade, aber dieser Song ist wahrscheinlich ein wenig zu experimentell!
Kroatien hatte so einen vielversprechenden Vorentscheid!
Mein Favorit wäre Ogenj gewesen! Wäre sicher in meinen Top5 dieses Jahr gewesen, eventuell auch mein 1. Platz! 🙁
Ogenj ist totaler veralteter Schrott, und der Songtext besteht fast nur aus ‚daj daj‘. Top 1 bis 5 – wie weit bist du von der Realität entfernt? Man würde die nicht mal im Halbfinale bemerken.
Backe, backe Kuchen,
der kroatische Bäcker hat gerufen.
Wer will giftigen Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen:
Zyankali und Schmalz,
Ethanol und Salz,
Arsen und Mehl.
Tollkirsche macht den Kuchen gehl!
Obwohl Liebe bekanntlich durch den Magen geht, hat sich der frisch gebackene Dora-Sieger Marko Bošnjak hier leider die falschen Zutaten ausgesucht, um ein Stück vom (Final)kuchen abzubekommen. Wieso aber die Jury diesen Gift-Kuchen vor dem Anschnitt gelobt hat, muss ich nicht verstehen. Hoffentlich kriegen sie es nächstes Jahr gebacken, wieder einen wettbewerbsfähigen Beitrag zu schicken. 😉
Kroatien ist anstrengend. Es erinnert mich an Nemo. Allerdings ist Kroatien alles nur nicht musikalisch. Ganz abschreiben will ich den Beitrag nicht. Aber mir fehlt schon die Fantasie dazu, wer dafür anrufen soll.
„Eine Prise Tod ist bitter zu schlucken, hab keine Angst, du wirst morgen vergraben“ – also morbider gehts jetzt aber echt nicht mehr😖. Ich find das ja schon musikalisch total chaotisch – aber bei diesen Textzeilen zieht‘s mir jetzt echt den Stecker. Bitte dann den Song im Semi VERGRABEN, wenn er schon davon singt – wird wohl dann auch den wenigsten fehlen. Echt schade, die Kroaten hätten wirklich gute Alternativen gehabt😢
So ist es !
Ich mag, im Unterschied zu Cali, die Teile, die hier mit einem Kinderlied verglichen wurden – wie alles, was „zuckrig“ ist. Das bewahrt den Titel auch davor, abgeschlagen auf meinem letzten Platz zu landen, aber ein Kandidat für diesen ist er weiterhin. Die dunklen Passagen gefallen mir nämlich überhaupt nicht, den Refrain finde ich ganz besonders schrecklich.
Allerdings sehe ich nicht so den hier oft aufgeführten riesigen Abfall zu „Rim Tim Dagi Dim“, wobei ich im Unterschied zu Jofan dann doch dem letztjährigen kroatischen Beitrag den Vorzug gebe.
Die letzten Jahre, in denen Kroatien in meiner Spitzengruppe gelandet ist, waren 2019 (das hier nicht sonderlich geliebte „The Dream“ von Roko) und 2013 („Mizerija“ von Klapa s mora). Früher hat es das Land ganz oft bei mir weit nach vorne geschafft, mein absoluter Favorit ist „Vukovi umiro sami“ von Boris Novkovic (2005); ich liebe aber auch die kroatischen Beiträge von 1995 (Magazin & Lidija), 1996 (Maja Blagdan), 1998 (Danijela), 1999 (Doris Dragovic) und 2010 (Feminem).
Das was letztes Jahr bei Nemos „The Code“ extrem gut gelungen ist, ist das Hauptproblem in diesem leider sehr schlechten Beitrag der Kroaten. Vielleicht hatte man gedacht mit dem Geheimrezept eines Genremix und dem erneuten Antritt eines Markos müsste es doch mit dem ersten Sieg klappen.
Markos Bošniak ist auch sicher sehr talentiert. Das hatte er 2022 mit dem Song „Moli zam nas“ bewiesen, der es immerhin bis ins Finale unseres SCC geschafft (liebe Grüße an Rusty 🤩). Aber das hier? Die Genres sind ohne größeren Zusammenhang zusammengesetzt. Der Kinderliedanteil soll diabolisch wirken, ist aber eher unfreiwillig komisch. Der Text und Markos Englisch wirken sehr schablonenhaft und der zu harte Refrain besteht nur aus den Worten „Poison Cake“. Nach der hübschen Latino-Bridge folgt dann noch ein Songfinale, wie ich es schlimmer bisher kaum gehört habe. Vor allem in der Livefassung ist das Dauergeschreie von Marko kaum zu ertragen. Für die Bridge (15 Sekunden) und die Ausstrahlung Markos vergebe ich einen Punkt von zehn möglichen Punkten, mehr geht nicht. Damit rangiert „Poison Cake“ auf dem 14. Platz im ersten Semi. Da es auch sonst viel Krach gibt, glaube ich nicht, dass Kroatien dieses Jahr das Finale erreichen wird.
Fluchtgedanke. AAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!!!!!!!
2/10 Punkten… und das nur, weil sie sich trauen, sowas zu schicken.
gevotet für semiaus – völliger fehlgriff der kroaten.
der zweitplazierte act hätte ein topergebnis schaffen können aber diesem act traue ich das nicht mal im ansatz zu.
falls die käptn nemo welle aber nahtlos weiterläuft,kann der song auch überraschen.🥴
song: 0/5
stimme: 2/5
darbietung: 0/5
instant appeal: 2/5
Harte, aber gerechte Bewertung
Nein, der Zweitplatzierte war noch 10.000 Mal schlimmer. Die hätten die Reserve Disco Lizard ins Dora-Finale holen sollen.
Was ich mich noch die ganze Zeit frage:
Das Kinderlied ist ja eine bekannte public domaine, aber definitiv von vor September 2024. Wieso darf Marko das beim ESC benutzen?
Aber ich frage ja quasi die EBU; und deren Verhalten bezüglich sowas in den letzten Jahren…(Augenroll)
Für mich – sorry – der unangenehmste Titel dieses Jahr und ein Lied, das ich nicht gerne anhöre, auch wenn ich Marko natürlich alles erdenklich Gute beim ESC wünsche. Waren in der Dora nicht Magazin dabei? Warum haben die nicht gewonnen?
Ich beziehe mich nur auf den Song, nicht auf das Musikvideo oder etwaige potenzielle Stagings. Es kann bis zum zweiten Dress-Rehearsal sowieso noch an einigen Stellen vieles geändert werden, was Song und Staging anbelangt.
Also das ist doch leider Quark. Ich finde es immer blöd, wenn man Liedern anmerkt, dass sie nur beim ESC existieren, weil man versucht hat, an Vorjahres-Erfolgen anderer Länder anzuknüpfen. Hier ist das, wie schon oft angesprochen, Nemos „The Code“ und Bambie Thugs „Doomsday Blue“. Wegen dem ständigen Wechsel zwischen den Gesangsmodi und Genres und dem Ziel, ein tonal dissonantes Potpourri zu schaffen, nur, um besonders nach Effekten zu haschen und Aufmerksamkeit zu ergattern. Es ist wirklich billig und vorhersehbar, und dazu noch nichtmal gut vorgetragen. Zum Text und zu diesem lächerlichen Nursery Rhyme sage ich mal lieber nichts.
Mir ist nicht so ganz klar, worum es hier gehen soll. Es geht wohl um einen Racheplot gegen jemanden („One last think, a sprinkle of my sweet revenge“), aber das Storytelling ist überhaupt nicht gelungen und kommt letztlich sehr entfremdend daher. Es gelingt Marko überhaupt nicht, Worldbuilding zu betreiben und den Zuseher/Zuhörer in seine Gedankenwelt eintauchen zu lassen. Am Ende ist es einfach nur ein trauriges Zuschaustellen von psychopathologischen Störungen in einer Art und Weise, die allzu geschauspielert wirkt. Bei Bambie Thug war es die totale Disruption mit authentisch gelebter Radikalität. Bei Marko ist nichts disruptiv oder radikal. Es ist alles gewollt und geplant. Nichts hieran ist organisch. Ich habe nichts gegen verstörende Motive und Tabuthemen beim ESC, aber dann soll man doch bitte keine Selbstzensur betreiben sondern das Tabu in all seiner Skandalösität behandeln.
Während ich mich an der Schreierei bei „Gaja“ nicht störe, finde ich das hier doch ziemlich lächerlich. An das Growling von Bambie Thug kommt das jedenfalls nicht dran, bzw. an den in der ESC-Geschichte bereits jetzt schon ikonischen Exorzismus-Moment vor der Kamera.
Wenn Kroatien seinen ganz eigenen Sergio Jaen für das Staging findet, dann würde ich dem Ganzen noch Chancen auf den Finaleinzug einräumen, aber ansonsten ist das ein DOA.
Meine Platzierung: 37/37
Show und Song sollten überarbeitet werden sonst droht im Semifinale das aus für Kroatien.
Für mich ein totalausfall! Es gab deutlich bessere Beiträge im Vorentscheid
Fast alle waren besser !
Welche wären denn besser gewesen? Die waren alle 100.000 Mal schlechter. Das kommt davon, wenn man das veraltete Magazin den Sieg erleichtern wollte.
Ich sag mal so, ich würde vor seinem poison cake noch etwas Anderes essen 🤭
8.5/10 und Platz 9/37
Hab den Strunz langweiligen Dora ja dieses Jahr gesehen und am Ende festgestellt,das wirklich der beste Song gewählt wurde.
Ganz schön bitter nach dem letzten Jahr.
Eigentlich finde ich Teile des Songs ganz gut, aber er wirkt so zusammengestückelt und vollgestopft mit unterschiedlichen Ansätzen, das dies eher verwirrt als unterhält.
Das checkt keiner am Bildschirm und deswegen wird der Kuchen im Ofen vergessen.
Interview mit Marko:
https://eurovoix.com/2025/04/15/an-interview-with-marko-bosnjak/
Matt Shaft hat ein neues Lied. Er ist als Gastsänger bei laurakojapjeva dabei der Song heißt „Baby Lasagna“
Egal wie es ausgeht, Kroatien ist unter den 20 erfolgreichsten Ländern beim ESC. Es ist das erfolgreichste Land der exjugoslawischen Republiken. Serbien (23.) bräuchte dieses Jahr 520 Punkte um an Kroatien (18.) vorbeizuziehen.
Idemo Hrvatska. Sretno Marko. 🍀🇭🇷
Heute hat die Sängerin Doris Dragović Geburtstag. Sie trat zweimal beim ESC an, und zwar 1986 für Jugoslawien (elfter Platz) und 1999 für Kroatien (vierter Platz). Sie wird 64 Jahre jung.
Seit heute ist es offiziell: Kroatien kehrt zum ESC zurück! Zum letzten Mal nahm es vor elf Jahren teil:
https://eurovoix.com/2025/04/16/croatia-marino-vrgoc-to-junior-eurovision-2025/
Vor 22 Jahren gewann Kroatien mit Dino Jelusić den ersten JESC. Vertreten wird Kroatien durch Marino Vrgoč. Der Delegationsleiter Tomislav Štengl teilte zudem mit, daß in naher Zukunft Songschreiber zum Einreichen von Wettbewerbstiteln kontaktiert werden.
Seit heute ist es offiziell: Kroatien kehrt zum ESC zurück! Zum letzten Mal nahm es vor elf Jahren teil:
Ich vermute du meinst JESC. 😉🤓
Ja, ich meine den JESC.