
In der Millionenstadt Wien wird Daniel Žižka sicherlich einige Kreuzungen (engl. Crossroads) überqueren müssen. Im Mai wird der Prager dann nämlich sein Heimatland Tschechien beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien vertreten. Der Sänger wurde in einem internen Auswahlverfahren vom zuständigen Sender Česká Televize (ČT ) gesucht und gefunden.
ČT startete im September 2025 einen offenen Bewerbungsaufruf, auf den 260 Einsendungen eingereicht wurden. Acht Kandidaten landeten auf der Shortlist. Die Auditions fanden intern und ohne Publikum in den ČT-Studios statt, gefolgt von der Entscheidung einer internationalen Expert*innen-Jurys aus Musikprofis und einer demografischen Jurys aus drei Ländern mit über 900 Befragten. Im März hieß es dann: Daniel Žižka wird Tschechien mit dem Song „Crossroads“ beim Eurovision Song Contest 2026 vertreten.
Daniel Žižka wurde 2003 in Prag geboren und zählt wohl zu den aufstrebenden Talenten der tschechischen Unterhaltungsbranche. Bereits im Kindesalter begann er, sich intensiv mit Musik zu beschäftigen. Eigene Songs schrieb Daniel schon mit zehn Jahren, mit fünfzehn nahm er erstmals einen Titel professionell auf. Er studierte Musical am renommierten Jaroslav-Ježek-Konservatorium in Prag und konzentriert sich heute auf Popgesang und Songwriting. Zu Beginn seiner Karriere trat er unter dem Künstlernamen Daniell auf und veröffentlichte mehrere Singles wie „AIM“, „Go On“ und „Wrong“. Später entschied er sich, wieder unter seinem echten Namen aufzutreten.
Getreu der Musicalausbildung ist Daniel Žižka neben der Musik auch als Schauspieler tätig. Er wirkte unter anderem in der Serie Taneční sowie im Film Případ se štěnicí mit.
Das Lied
„Crossroads“, co-geschrieben von Daniel Žižka und Viliam Béreš, thematisiert Lebensentscheidungen, innere Konflikte und die Suche nach Identität. Die „Crossroads“, also Kreuzungen, stehen dabei für die existenzielle Suche nach Orientierung in einer verwirrenden Welt: „Mother, I’ll get lost without a map / There’s too many ways / Inside this vicious spider web.“
Es handelt sich um eine emotionale Pop-Ballade mit „epischer“ Steigerung während des Beitrags. Insgesamt kann man den Beitrag als ruhigen, „dunklen“ Indie-Pop beschreiben mit zunächst minimalistischem Aufbau sowie späteren Tempiwechseln, atmosphärischen Sounds und mehr Instrumentierung.
Der Check
Song: 3/5 Punkten
Stimme: 5/5 Punkten
Darbietung: 3/5 Punkten
Instant Appeal: 3/5 Punkten
Benny: Ein sehr schöner und fesselnder Song, der mich sofort reinzieht. Da bekomme ich ganz viele Duncan-Laurence-Vibes. Mit einer guten Performance kann das weit kommen. Allein: Für das Extra-Quäntchen Wahrhaftigkeit dürfte Daniel gerne auf einen Teil der Stimmakrobatik verzichten. 8 Punkte
Berenike: Ich mag die sphärische Stimmung in den Strophen sehr. Leider verliert mich der Song im „Refrain“ und im „Finale“ dann aber vollkommen. Das sind für mich dann nur unzählige unangenehm langezogen gesungene Vokale. Gesungen mit einer für meine Ohren sehr unschönen Stimmfarbe. Echt schade, der Track hätte Potenzial gehabt sehr weit oben bei mir zu landen. So dann aber nur 4 Punkte.
Giulia: Das Lied erinnert vom Stil her an „Oh Boy“ und „Arcade“, was grundsätzlich positiv ist. Es ist ein qualitativ gutes Lied. Ich mag auch die düstere Stimmung. Allerdings ist deutlich zu unspektakulär, dass der Refrain lediglich aus dem Wort „Crossroads“ besteht. Das Ende ist mir auch ein zu konstruiertes, aber wenig inspiriertes Haschen nach Jury-Punkten. 5 Punkte
Laureen: Doch ja, da wurde schön etwas zusammenkomponiert. Insgesamt ist mir das aber zu gewollt – da hat man sich in Tschechien sehr den Kopf zerbrochen und studiert, was bei JJ gut funktioniert hat (ruhiger Start, dann Steigerung). Die Stimme ist fantastisch, aber der Beitrag könnte mehr „Personality“ haben. 5 Punkte
Max: Hier kommt man nicht über das Wort „atmosphärisch“ herum, ich gebe es zu. Aber es passt einfach, der Song zieht den Zuhörenden, oder eben mich, komplett in den Bann. Dann verleiht das überraschend dynamische Outro noch das gewisse Etwas. Wieder in sehr interessanter Beitrag aus Tschechien, dieses Mal müsste das Finale drin sein. 8 Punkte
Punktzahlen der anderen Blogger*innen:
- Bennet: 3 Punkte
- Douze Points: 5 Punkte
- Manu: 5 Punkte
- Marcel: 2 Punkte
- Peter: 8 Punkte
- Rick: 8 Punkte
Gesamtpunktzahl aller Blogger*innen: 61/132 Punkten.
Beim ESC-kompakt-Index landet „Crossroads“ auf Platz 12.
Bisher erschienene Songchecks:
Erstes Halbfinale
- Finnland: „Liekinheitin“ von Linda Lampenius & Pete Parkkonen
- Georgien: „On Replay“ von Bzikebi
- Griechenland: „Ferto“ von Akylas
- Kroatien: „Andromeda“ von Lelek
- Moldau: „Viva, Moldova!“ von Satoshi
- Portugal: „Rosa“ von Bandidos do Cante
- Schweden: „My System“ von FELICIA
- Belgien: „Dancing on the Ice“ von ESSYLA
- Estland: „Too Epic To Be True“ von Vanilla Ninja
- Israel: „Michelle“ von Noam Bettan
- Litauen: „Sólo quiero más“ von Lion Ceccah
- Montenegro: „Nova zora“ von Tamara Živković
- Polen: „Pray“ von Alicja
- San Marino: Superstar von Senhit feat. Boy George
- Serbien: „Kraj Mene“ von LAVINA
Zweites Halbfinale
- Armenien: „Paloma Rumba“ von SIMÓN
- Aserbaidschan: „Just Go“ von JIVA
- Bulgarien: „Bangaranga“ von DARA
- Luxemburg: „Mother Nature“ von Eva Marija
- Rumänien: „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu
- Schweiz: „Alice“ von Veronica Fusaro
Bereits gesetzt für das Finale
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