Talking Tel Aviv (3): Dynamisches, emotionales und farbenfrohes Opening des Finals

Für die Eröffnung des Finales des Eurovision Song Contest in Tel Aviv gibt es kaum genug Worte – daher auch die etwas ungelenke Überschrift. Das Opening hatte einfach alles, was dazugehört, wirkte dabei aber nicht überladen, sondern machte einfach Lust auf eine grandiose Show.

Netta Barzilai hatte hier ihren festen Platz, aber auch die israelische Sängerin Ofra Haza wurde geehrt (wenn auch nicht mit ihrem ESC-Beitrag von 1983, dem immerhin zweitbesten israelischen ESC-Song aller Zeiten der ESC-kompakt-Leser). Dana International sang nicht nur ihren ESC-Siegersong, sondern auch den Tel-Aviv-Pride-Song von 2013 „Tel Aviv“.

Auch Ilanit, die mit „Ey Sham“ 1973 den ersten Beitrag Israels beim ESC überhaupt sang und 1977 erneut antrat, hatte einen Gastauftritt. Da durfte auch „Golden Boy“ Nadav Guedj nicht fehlen, dessen ESC-Liedzeile „Let me show you Tel Aviv“ mittlerweile der Claim des städtischen Tourismusverbandes zu sein scheint.

Das waren aber nur die Kirschen auf der Torte. Eingebettet waren sie in ein dynamisches Opening, das vom vorproduzierten Einspieler bis zur Umsetzung auf der Bühne aufwändig, emotional und unterhaltsam inszeniert war. Clever bauten die Israelis in den Film Landschaften, unterschiedliche Bürger und die kulturelle Vielfalt des Landes mit ein.

Dass das Kreativteam aus der Veranstaltungshalle dann eine Flugzeuglandebahn machte und die Eröffnungsnummer so nahtlos in die so genannte „Flag Parade“ übergingen ließ, war ein weiteres visuelles Highlight. Da war an alle Details gedacht, Leuchtstäbe in den Länderfarben und eine Flughafenanzeigetafel inklusive. Lediglich das Ende des Openings hätte noch mit einem Bang enden können. Insgesamt aber ein grandioses Opening, das mitriss.

Eröffnung des Eurovision Song Contest 2019 mit Fahenparade 

Bereits die Eröffnungsnummer des ersten Halbfinale hatte positive Kritiken erhalten, nicht zuletzt wegen des emotionalen Einspielers, der Netta zeigt, wie sie vom Sieg Dana Internationals inspiriert wurde und gegen alle Vorurteile ihren eigenen Weg ging.

Wie haben Euch die Eröffnungsnummern gefallen? Kommentiert unter diesem Artikel.

Außerdem wollen wir von Euch wissen, welche Eröffnung eines ESC-Finals für Euch die besten aller Zeiten ist. Macht Vorschläge in den Kommentaren. Wir sammeln diese dann und starten eine separate Abstimmung.

Bereits erschiene Talking-Tel-Aviv-Folgen

(1) Duncan Laurence, der lachende Dritte
(2) Leider ein berechtigter vorletzter Platz für Deutschland



36 Kommentare

  1. Freue mich einen so positiven Bericht ueber den ESC in Israel zu lesen. Fuer mich ist der ESC noch viel mehr als ein Musik Wettstreit. Einmal im Jahr treffen trifft sich Europa und die Welt. Dazu braucht es keine Politik.
    Erstmal Hut ab, an ALLE die das auf die Beine stellen !!! Israel hat einen super ESC gezaubert . Nun freue ich mich auf die Niederlande, so nah bei.

    • Ach, Douze Points frage war ja nach der Eroeffnungsfeier die am besten gefallen hat. Sorry , ich kann wieder nicht Werten, jede auf Ihre weise. Und zu Ihrer Zeit.

  2. Also für mich was dieses Jahr klar das beste Opening aller Zeiten; man bekam noch zusätzlich Lust auf die Show, während man oft nur will, dass Song Nr. 1 endlich kommt. Viele menschliche und technische Elemente und super-Nutzung von Bühne und LEDs – und das setzte sich für mich durch die ganze Sendung (Madonna war wirklich die einzige Ausnahme) fort. Great job, Israel!

    • Ich fand das Opening auch toll, hätte mir aber gewünscht, dass die Künstler beim Einmarsch 1 bis 2 Sekunden länger im Bild gewesen wären.

  3. Das war wirklich ein super Opening in Tel Aviv In Summe mehr historischer ESC-Bezug als in vielen Jahren zuvor sowie in allen drei Shows ganz viel Diversity (viele viel viel mehr als in Kiew – obwohl dort der Slogan „Celebrate Diversity“ hieß – warum auch immer?!?).
    Hätte mir auch in Düsseldorf 2011 gewünscht, dass zumindest in irgendeiner Weise auch Nicole / Ralph Siegel als erste deutsche Sieger(in) gewürdigt worden wäre(n).
    Emotionaler fand ich nur noch das Opening des Finales in Wien, als „Merci, Cheri“ angespielt wurde und dann das große Orchester aufspielte.
    Ebenfalls ganz toll war Malmö 2013 zur Eröffnung des 1. Seminfinale mit der stilisierten Öresundbrücke und dem Kinderchor mit Loreen.
    Schade, dass in den letzten Jahren das Vorjahressiegerlied meist zum Start des 1. Seminfinale „verbraten“ wurde. Wer sieht denn das (auf ONE) außer den Hardcore-Fans?!

  4. Das Opening in Tel Aviv war wirklich sehr gut gelungen. Zählt für mich zu den besten Eröffnungszeremonien überhaupt. Ansonsten gab es in der Vergangenheit viele tolle Openings. Aber am schönsten fand ich persönlich die Eröffnung 2013 in Malmö. Es ist auch eine sehr schöne Idee, seither die einzelnen Interpreten kurz zur Eröffnung des Finales auf der Bühne zu präsentieren.

  5. Mein für mich bestes Opening war 2015 in Österreich. Conchita die hereingeflogen kommt und der Song Building Bridges ist ein richtiger Ohrwurm. Nur die Flag Parade war ziemlich chaotisch aber ansonsten echt ein tolles Opening

  6. Opening, Pausenprogramm und Voting ist für mich immer wichtiger als die Songs. Da zählen die diesjährigen Openings von Semi 1 und dem Finale zu den besten. Ich fand die Openings der letzten drei Jahre sehr schwach, Wien war wirklich gelungen, Malmö auch. Kopenhagen war zwar schwungvoll aber doch sehr einfach und ideenlos gehalten.

  7. Ich fand die Atmosphäre in diesem Jahr auch sehr herzlich. Dazu haben zum einen Opening und Show-gestaltung beigetragen, aber auch so Dinge wie San Marino oder Nordmazedonien im Finale zu sehen. Tamara hat zum Beispiel während ihres Auftritts vor Stolz richtiggehend innerlich gestrahlt. Herzerwärmend!

  8. Wien war doch das schlimmste Opening überhaupt… elendig lang, lauter nicht zusammenpassende Elemente und dann auch noch der peinliche Gesang der Moderatorinnen… Man wollte im Boden versinken vor Fremdschämen… 😉

  9. Mir würde als opening der original-siegersong des letzten jahres genügen. 5minuten und finito.
    Das hauptaugenmerk sollte meiner meinung nach auf dem wettbewerb liegen.

  10. Ich halte die Songs auch für das Wichtigste – immer daran denken bitte: die meisten Menschen hören die Beiträge erst am Finalabend! Der Fan neigt vllt eher dazu, zu sagen „ich kenne die Beiträge schon im Vorfeld durch National Finals, Musikvideos und ominöse Blogs (zwinker) und auch die Inszenierungen schon im Wesentlichen aus den Probenberichten und den Halbfinals, also will ich ein tolles Rahmenprogramm, das ist ja das „Neue“ am Samstag Abend.“ Aber in dieser Show stehe die 26 Songs im Mittelpunkt.

    Ich fand die Bühne mit den LEDs, der Aufmachung etc. relativ „steril“ dieses Jahr, um ehrlich zu sein. Deshalb war die ganze Show und damit auch das Opening zwar gut, aber gleichzeitig etwas „unnahbar“. Positiv in Erinnerung habe ich eher 2013, als Loreen über die Brücke schreitet, 2015, was @Trakol schon beschrieben hat, und 2016 wegen Petra und Mans 😀 2019 ist für mich im Vergleich zur ganzen Dekade relativ schwach von der Showgestaltung her. Ich freue mich auf einen Neustart 2020 in den Niederlanden! 🙂

  11. Ich war die letzten 3 Jahre jeweils live vor Ort und fand insbesondere das Opening und die „Sing meinen Song“-Einlage dieses Jahr mehr als gelungen. Das beste, was ich bisher miterleben durfte. Für mich gehört das Rahmenprogramm mit zum Event. Nur die 26 Songs hintereinander abzufeuern, wäre etwas dünn.
    An die vorherigen Shows kann ich mich, die ich seit 1998 eigentlich jedes Jahr am TV verfolgt habe, leider kaum noch erinnern. Der Eindruck ist einfach intensiver, wenn man es live erlebt. Außerdem werden die technischen Möglichkeiten in den letzten Jahren immer besser, so dass man sich auch mehr einfallen lassen kann. Da ist der Vergleich mit Shows länger zurückliegender Shows auch nur bedingt möglich.

  12. In Düsseldorf war die Eröffnung gut, Stefan Raabs Rumgeklampfe baute sich langsam zu einer Biig Band Version von Satellite auf und es kamen wer weiss wie viel Lenas mit Nationalflaggen auf die Bühne.

    Ich mochte aber auch wie Mons Zelmerlöw mit dem realen Jungen . Kein Strichmännchen. Heroes anstimmte. War das im Finale oder beim Semi?

      • @Karin: Es war im 1. Semi 2016 (im 2. Semi war übrigens mein LIEBLINGS-Opening Act aller Zeiten 😍 Petra und Mans mit „The Story Of Eurovision“, wo die ganzen Sprachen aufgezählt werden 😍)
        @Matty: Dieser Running-Gag wird wohl nie alt, sondern immer weiter „runnen“ 😂

  13. Meine Lieblingseröffnung war jene im 2. Halbfinale 2013.
    Hatte zwar mit dem ESC an sich wenig zu tun, aber die Choreografie des Urban Orchestra war echt beeindruckend damals.

  14. 2011 war mit Abstand die beste. Ein genialer Stefan Raab Moment, den selbst die hölzerne Rakers nicht kaputt machen konnte…

    • Stefan Raab war am Beginn der Show so voller Lampenfieber, ich dachte Stefan , gleich haelst Du Dich an Anke und Judith fest um nicht umzufallen. Und dann ging wieder seine Post ab…

  15. Ich fand 2018 in Lissabon immernoch am Besten!
    Landestypische Klänge und der Hip Hop Beat zum Einlauf und man sah die Künstler.
    Alles subjektiv, aber ich war sofort komplett eingenommen.

    Dieses Jahr war ein sehr schönes Konzept, aber leicht überfrachtet, ein paar zu viele Elemente. Schade fand ich auch, dass man gewisse Künstler beim Einlauf kaum gesehen hat, wie zB Katerine Duska, man hätte den Künstlern ruhig 3 Sekunden mehr geben können.

    Das wäre auch meine einzige Kritik an diesem ESC: die einzelnen Künstler sind viel zu wenig im Rahmenprogramm aufgenommen worden. In der Punktevergabe, besonders beim Televote, mit all den enttäuschten Gesichtern, kamen außerdem alle als Loser rüber.

    Vl braucht man mal einen Coach vor Ort, der den Künstlern darauf hinweist, dass dramaturgisch 20 Mal enttäuschte Gesichter nicht so schön sind.

    Dabei sein ist alles anyone?

    Achso, und das Positive an Madonna, sie hat die Israel/Palestina Karte gezogen, sehr schön.

  16. Schönes Opening und auch nicht zu lang. Die „Flaggenparade“ finde ich auch immer sehr schön, es macht Stimmung. Meiner Erinnerung nach gab es schone eine „Flaggenparade“, d.h. ein auftritt aller Teilnehmer vorab 1983 in München, danach geriet dieses Ritual bis 2013 meines Wissens wieder in Vergessenheit.

  17. Der Auftakt der Show war klasse, sah sehr gut aus, auch die Dreiecke über der Bühne, die die Flaggen darstellten. Schön war auch, dass einige ESC Teilnehmer Israels dabei sein durften.

    2013 war beeindruckend, als die Brücke herunterkam und die Künstler über uns liefen. Und es brauchte keine 4 Moderatoren 🙂

    Generell finde ich es toll, wenn der Siegertitel des Vorjahres beim Opening des Finales dabei ist.

  18. Stockholm 2016 hat mit der Club-Musik und dem Catwalk neue Maßstäbe gesetzt, die danach eigentlich nur noch kopiert wurden. Unvergesslich bleibt für mich auch Lill Lindfors großartiges Eröffnungslied 1985, das hat eigentlich alles was danach kam deklassiert.

  19. Für mich die beste Moderatorin aller Zeiten ! Heutzutage ist mir viel zu viel Backstage, eigentlich könnte man gut drauf verzichten….

    • Das sehe ich auch so! (Mit „das“ meine ich Deine viel-zu-viel-Backstage-Aussage; wobei Lill Lindfors schon auch gut war, Desiree Nosbusch ein Jahr zuvor hatte mir aber noch besser gefallen)

      • und Marlene Charell vor Ihrem Blumenpott , da gruselt es mich heute noch …

  20. Das Opening hatte alle Elemente die in den letzten Jahren zum Standard geworden sind, es war sehr gut. Mir persönlich hat Malmö am besten gefallen da es zum ersten mal in dieser Form den Einzug der Künstler gab und es klein und fein war. Außerdem war es mein erster ESC vor Ort.

  21. Das beste Opening hatte Stockholm 2000. Das ist bis heute unübertroffen, auch wenn es keine Flaggenparade gab, die ja auch dieses Jahr eher mau ausfiel. Alle Teile der Eröffnung waren in sich cool, aber gleichzeitig wirkte das etwas hektisch und teilweise abgeschnitten auf mich, da jeder nur eine Refrain singen durfte und man dann weiterhetzte,..

  22. KAN hat grundsätzlich einen guten Job gemacht, war nur wie bei den Moderatoren und dem Pausenteil zu vuel des Guten und übermotiviert. Statt der LED Sticks hätte man die Eekunden den Künstlern geben sollen.
    Die kommen aber bei allen Flaggenparaden der letzten Jahre zu kurz und durch das hin und her schalten zwischen Bühne, Catwalk und/oder Gang zum GreenRoom bzwm. durchs Publikum wirkt es schnell chaotisch.
    Eine sehr schöne und stimmige Flaggenparade gab es übrigens auch 1992 in Mälmo zu Carolas Opening Act.
    Wien und Düsseldorf waren auch sehr gute Openings. In Düsseldorf hatte man das Gefühl die sprengen das Hallendach weg.

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