Talking Tel Aviv (2): Leider ein berechtigter vorletzter Platz für Deutschland

Dass es am Ende nicht für den dritt-, sondern nur den vorletzten Platz gereicht hat, ist eigentlich unerheblich: Mit „Sister“ ist Deutschland wieder dort gelandet, wo es sich mit der Ausnahme von 2018 beim ESC seit 2013 eingerichtet hat: weit, meistens ganz hinten. Keine Punkte von den Zuschauern, lediglich 24 Punkte von den Jurys. 8 aus Dänemark, 6 aus der Schweiz, 5 aus Litauen, 3 aus Australien und 2 aus Irland. That’s it.

Hinweise auf ein solch miserables Abschneiden gab es bereits nach der Vorentscheidung. Die Kritik von den Fans war massiv, wurde aber vom NDR offenbar als Beleidigte-Leberwurst-Mosern abgetan, weil sie ihre Aly Ryan nicht bekommen hatten. Dabei gab es auch durchaus konstruktive Kritik. Und noch hätte man agieren können.

Der NDR war aber womöglich durch die Test-Ergebnisse von Simon Kucher und durch das Televoting-Ergebnis bestärkt so überzeugt, dass alles schon gut laufen würde, dass man sich mit der Umsetzung des Auftritts keine Mühe machte. Als andere Acts bei Eurovision in Concert von bereits völlig durchchoregrafierten Performances berichteten (Schweiz, Spanien), kam vom ESC-Bühnenbauer (!) die Auskunft, dass zumindest klar sei, dass es für die S!sters keine Drehbühne in Tel Aviv geben würde.

Foto: EBU

Und viel mehr kam dann auch in Tel Aviv nicht. Schlimmer noch. Mit einer an Desinteresse grenzenden Kaltschnäuzigkeit hatte man in der ersten Probe tatsächlich das Thema Female-Empowerment umgewidmet auf Lesbian und mit diesem Schlagwort die erstbesten Treffer in Foto-Stock-Dateien als Backdrop mit nach Israel genommen. Welche Chuzpe!

Als man dann vor Ort merkte, dass das erst recht nicht funktioniert, wählte der NDR dieselbe Strategie wie immer, wenn er (mal wieder) keine kreative Idee hat. Er nahm alles, aber wirklich alles, woran man sich hätte erinnern können, weg und überließ Carlotta und Laurita sich selbst. Auf der riesigen Bühne. Allein, allein.

Das als reduziert und auf die Botschaft (welche jetzt? Leibliche Schwestern? Schwestern im Geiste? Lesben?) fokussierte Konzept verfängt natürlich nur, wenn man einen starken Song und überdurchschnittlich charismatische Künstler hat. Deutschland hatte in diesem Jahr beides nicht. Insofern darf sich der NDR bei Christer Björkman bedanken, dass er die S!sters nicht gleich auf Startplatz 2 verheizte, sondern ihnen auf Platz 4 wenigstens noch ein bisschen Hoffnung auf ein paar Jurypunkte gab. Vielmehr war dann auch nicht zu holen. Wie von den internationalen Beobachtern vorhergesagt. Und leider völlig berechtigt.

Bereits erschiene Talking-Tel-Aviv-Folgen

(1)Duncan Laurence, der lachende Dritte



101 Kommentare

  1. Deutschland ist schon oft gescheitert, aber ein solch offensichtliches Totalversagen gab’s vorher wohl noch nie ! Was muss noch geschehen, damit Herr Schreiber dieses Event in kompetentere Hände gibt ??

  2. Sehr gut analysiert.
    Nur bei einem Punkt stimme ich nicht zu:
    Zwischen Startplatz 2 und 4 gibt es mMn keinen relevanten Vor- bzw. Nachteil.
    Die Sisters hätten also von den Jurys bei Startnr. 2 nicht weniger Punkte bekommen, von den Televotern schon gar nicht 😀

  3. Das ist schlicht falsch! Die erste Probe war nur ein Versuch und war so nie geplant!

    Keiner wollte Stock-Fotos für den Auftritt verwenden.

    • Du scheinst ja ein Insider zu sein:
      wenn das keiner wollte und alles so nicht geplant war, warum zur Hölle hat man es dann trotzdem gemacht? Warum nutzt man denn nicht ernsthaft die Chance auf eine gute erste Probe??

    • Du widersprichst Dir ja selbst. Entweder es war ein Versuch, dann bestand zumindest die leise Idee, das so oder so ähnlich auf die Bühne zu bringen. Oder es war so nie geplant, dann kann man doch hinterher beim Meet & Greet sagen: „Die Produktion hat uns da etwas auf die Bühne gestellt, das wir nicht wollten und nicht bestellt haben, da werden wir Änderungen verlangen.“

      • Er versucht verzweifelt zu erklären, dass man mit unausgegorenem Plan angereist ist, aber trotzdem durchdacht gehandelt hat…

  4. Die produzenten von s!sters haben den song im songwriting-camp vorgestellt und herr schreiber und seine kollegen fanden ihn alle grossartig.
    70%der esc-bubble fand den song auf anhieb schlecht oder zumindest schlechter als die meisten anderen.
    Ist jetzt der geschmack des publikums so schlecht ?

      • Die Performance der S!stars war in der Vorentscheidung nun mal leider insgesamt der Beste bzw. Stimmigste (im Vergleich zu den anderen). Der Gesang war gut und etwas besser als bei den anderen. Auch die Drehbühne hat wenigstens etwas geholfen, weil es visuell geholfen hat und im Gedächtnis der Zuschauer blieb.

  5. Und natürlich eine der sympathischten Einspielfilme beim Vorentscheid (mit Lilly Among Clouds) und der letzte Startplatz. Daher die hohe Akzeptanz bei den Zuschauern.

    • Da gebe ich Dir recht. Von allen Titeln im VE hatte ich nur bei „sister“ einen kurzen Anflug von Gänsehaut. Der Rest lies mich aus verschiedenen Gründen kalt, obwohl ich mich auch als Aly Ryan-Fan oute 🙂 – einfach, weil es mal was moderneres mit Dance-beat war.

  6. Gute, zurückgehaltene Analyse.Und die ironie kam herüber, DouzePoints.;-)

    Falls Carlotta und Laura/Laurita weiter zusammen singen und auftreten wollen, nicht unter den Namen S!siters, sondern einfach C&L oder die eigenen Rufnamen verwenden.

    Alles andere kommt bestimmt noch vorbei in den nächsten Wochen. Vielleicht noch mit Abstimmmöglichkeit dazu um die Positionen oder Verteilung der Ansichten mit Zahlen zu untermauern.

  7. Ich bin weiterhin maßlos schockiert, wie sowas passieren konnte. Ich denke alles wurde darüber oft genug geschrieben.
    Vielleicht eine Frage, die vielleicht jemand beantworten kann: Der deutsche Vorentscheid hat fast mehr Zuschauer (3 Mio.) als Länder Bewohner haben. Da fallen mir Estland (1 Mio.), Norwegen (5 Mio.), Dänemark (6 Mio.) und Schweden (9 Mio.) ein. Es schauen definitiv nicht alle Bewohner deren jeweiligen Vorentscheide. Deswegen sind garantiert alle Einschaltquoten unter einer Million. Warum sind deren Vorentscheide in größeren Hallen mit aufwändigeren Inszenierungen, mehr Künstern mit besserer Musik? Was können die, was wir nicht können bzw. warum haben wir sowas nicht? Einschalten können kein Argument sein. Kann das jemand beantworten?

    • Kurz – ich bin mir sicher, dass jemanden anderen noch mehr dazu weiß.

      Traditionell machen einige Länder keinen Vorentscheidungssendung, sondern gestalten ein Musikfestival. Der Gewinner geht auch zum ESC, aber wichtiger für alle Teilnehemer sind die Auftritte danach in eigenem Land. Und nicht jeder darf teilnehmen, auch da gibt es einen Vorauswahl.

      Weil diese Festivals bereits Tradition haben, ist das generelle Interesse großer – sie sind im kollektiven Gedächtnis abgespeichert. Folge: hohe Enschaltquoten und die Sender sparen hier eben nicht, sondern machen es zum Hohepunkt in Angebot.

      Im Norden spielt noch etwas mit. Dunkle Winter. Man hat Zeit für Musik und umgekehrt hilft Musik den Winter zu überstehen.

  8. ja, es war sicherlich abzusehen, dass das dieses Jahr nix wird. Allerdings hätten wir auch mit den anderen Titeln aus dem VE sicherlich nicht viel gerissen; selbst mit ESC-Bubble-Fan-Liebling Aly Ryan nicht. Es gab einfach mindestens 10 interessantere Titel im Wettbewerb mit verdienten Top10-Platzierungen. Da war leider kein Bedarf mehr zum Anrufen der Televoter für Germany.
    Genau wie 2015, 2016, 2017 war die Auswahl von Songs im VE einfach nicht berauschend.
    Zusätzlich hat man sich beim Staging in Tel Aviv einfach nicht viel einfallen lassen, obwohl man ja aus Lissabon gute Erfahrungen gemacht hatte. Letztlich hätte es das bei diesem Song auch nicht mehr rausgerissen und dessen war man sich dann wohl selbst bewusst und hat es laufen lassen.

    Wir sollten uns nun aber lieber auf die nächste Saison vorbereiten und nicht ewig der erneuten Schmach nachtrauern! Gute Vorschläge, wie man es besser machen kann, sind gefragt.

    Allen Unkenrufen zum Trotz finde ich „sister“ gar nicht soo schlecht und mittlerweile gibt es ja auch einen schönen Remix von Jay Frog dazu, der mir um ein vielfaches mehr zusagt. Warum nicht gleich so?
    Evtl. sollten wir generell mal weg von den „Power-Balladen“-Gedöns. Entweder ne richtige Ballade oder einen fetten Uptempo-Kracher. Mit den „weder Fisch noch Fleisch“-Songs haben wir nun genug schlechte Erfahrungen gemacht.
    Am Ende hilft vielleicht auch zwischendurch mal eine interne Auswahl eines Künstlers. Allerdings ohne einen Fehlgriff, wie das Desaster um Xavier Naidoo. Wir haben doch genug talentierte, frische etablierte Künstler in Deutschland.
    Ich befürchte nur, das dann auch nur so’n Retourtensong rauskommt. Herr Schreiber hatte doch in Köln gesagt, dass er noch einen in petto hätte, wo dieses Jahr kein passender Sänger aufzutreiben war.
    Ich hoffe da, dass das interne Team erweitert wird und paar frische Winde wehen, die bei der Auswahl zum Tragen kommen. Ansonsten lieber keine interne Auswahl.

    • Auch ich kann auf diesen Retortensong gerne verzichten, kann gerne in der Schublade versauern….. Frisches Blut ist für mich nämlich etwas ganz anderes

  9. Typische Mainstreamkritik ohne jegliche Substanz. Wo ist denn die Selbstkritik an euch und an den Fans. Seit der VE gab es auch hier eine Hetzkampagne gegen die Sisters. Daran muss man auch mal nachdenken, die sogenannten ESC-Fans, die ja in Wahrheit dann auch keine sind, sind den eigenen Vertretern, so dermaßen in den Rücken gefallen, das dann auch nix mehr bei rumkommen konnte. Das das in Zeiten von Internet auch einen erheblichen Einfluß auf das Televoting hat, ist natürlich klar. Und als ob es ausgemacht gewesen wäre, das Aly Ryan ein nennenswert besseres Ergebnis gehabt hätte. Sicherlich hat der NDR nicht alles richtig gemacht, aber man sollte sich auch von Fanseite mal kritisch hinterfragen, wie man in Zukunft mit den eigenen Vertretern umgeht.

    • Hetzkampagnen der Fansvor dem ESC haben auch schon anderen Künstlern beim ESC nicht gerade geholfen: Les Humphries Singers in 1976 (wegen Tony Marshall), Atlantis 2000 in 1991 (wegen Cindy Berger), Gracia in 2005 (wegen David Brandes), Ann-Sophie in 2015 (wegen Andreas Kümmert), Jamie-Lee in 2016 (wegen Xavier Naidoo)…

    • Muss ich als deutscher ESC-Fan zwingend jeden deutschen ESC-Beitrag gut finden? Muss ich alles kritiklos hinnehmen? Nö, find ich nicht. Aber gut, dann bin ich wohl kein richtiger Fan, weil mir das Sister-Lied nicht gefiel. Und weil ich das in diesem Internet geäußert habe, bin ich an der schlechten Platzierung schuld.

      • Im Gegenteil: Gerade beim deutschen Beitrag sollte man besonders kritisch sein und bei „Sister“ hatte ich von Anfang an meine Bedenken. Láß Dir bitte doch so etwas nicht einreden…..

    • Ach, die Leier immer. Auch Lena hatte von Anfang an zahlreiche Hater, die sich im Internet ausgekotzt haben. Hat das ihren Sieg verhindert? Nope.

    • Niemanden (!), der beim ESC votet, interessiert es, ob die deutschen Fans das Lied mögen oder nicht. Aber diesen Blödsinn hast du schon des öfteren geschrieben, von daher erwarte ich nicht, dass du endlich zur Einsicht kommst.

  10. Chapeau, Douze Points, da brach ein Damm.

    Ich war in Berlin vor Ort, und der Beitrag auf Startplatz 7 bekam den wenigsten Applaus, weil er schlichtweg langweilte und die Damen hochgradig unsympatisch rüberkamen.

    Der NDR macht seit Jahren nichts richtig, und um die Jubelperser hier mal ein bisschen zu nerven, wiederhole ich das mal:
    – grottige Songauswahl (2013-2016 besonders schlimm)
    – schlechte TV-Präsenz inkl. nichtvorhandener PR
    – Fokussierung auf Show für die ARD, nicht die wirklichen ESX-Interessierten
    – obskure Nachnominierung inkl. PR (!)
    – unterirdische Inszenierung, äh Nichtinszenierung
    – pseudohafter, seelenloser Konzeptsong
    und am schlimmsten: Desinteresse an allem, was von den ESC-Fans an objektiver Kritik kommt. Und das seit Jahren.
    So kann man natürlich auch den symbolischen Finger in jedem Jahr verlässlich in die Höhe halten.
    Mir reicht‘s langsam, so lange das NDR-Team sich nicht grundlegend erneuert.

  11. Es ist ein Trauerspiel beim NDR. Auf deren Homepage findet man überhaupt keine kritischen Worte zum eigenen Beitrag. „Experte“ Feddersen macht was er immer macht- schleimen. Dr.Eurovision schreibt einen Beitrag über die Jurybewertungen. Aber keiner hat nen Arsch in der Hose und spricht Tacheles . Stop! Chapeau Thomas Mohr. Er hat Charakter und sehr kritisch Stellung bezogen. Aber alle anderen beschönigen oder sagen gar nix. Wie soll sich da etwas ändern? Das nächste Debakel zeichnet sich doch schon jetzt ab.

    • Bitte??? Chapeau Thomas Mohr? Das i h nicht lache!
      Vor dem Finale tat er im Eurovision Soundcheck noch kund, wie toll der dt. Beitrag ist… Nach dem Finale dreht sich das Fähnlein im Wind

    • Ich habe zwar nicht gelesen, was Feddersen geschrieben hat, aber er sollte schon das Recht auf eine eigene Meinung haben. Wenn ihm der Beitrag von S!sters gefallen hat, warum soll er dann das Gegenteil behaupten, nur um sich bei „den“ ESC-Fans „einzuschleimen“? Auch mir hat der Song sehr gut gefallen, der Auftritt ebenso, v.a. gesanglich (wobei der VE-Auftritt inszenierungstechnisch noch besser war). Und wie bei so vielen schönen Grand-Prix-Titeln, die hinten landeten, werde ich wegen der Platzierung meine Meinung nicht ändern. Und ich werde auch nichts anderes behaupten, um mich hier „einzuschleimen“, auch wenn der eine oder andere selbstgerechte „Fan“, der eine andere Meinung zu diesem Lied nicht im Bereich des Vorstellbaren sieht, jetzt womöglich meint, dass ich vom NDR bezahlt wäre.

      All das schließt nicht aus, dass ich nicht auch das eine oder andere Argument von Douze Points zumindenst nachvollziehbar finden würde.

      • Nun ja, für die beiden tollen Bücher zum Grand Prix, die er mal geschrieben hat, als es sonst noch kaum was gab, werde ich ihm immer dankbar sein.

      • Trotzdem waren seine Bücher auch voller Fehler. Nicht gut recherchiert für einen angeblichen ESC-Experten, wie er sich gerne selbst sehen würde.

  12. Die Einstellung der Verantwortlichen ist wirklich eine Katastrophe. Sich zum wiederholten Male bei der Auswahl der Musiktitel zum VE so zu irren und keine Schlüsse daraus zu ziehen, ist wirklich nur mit bürokratischer Blindheit und stoischer Selbstüberschätzung zu erklären.
    Es ist geradezu ein Witz wie man trotz einer aufwändig zusammengestellten Fan- und Experten-Jury bei der VE sich selbst ein Bein stellt und am Ende im ESC-Finale keine vernünftigen Ideen und ausreichende finanziellen Kapazitäten mehr hat, eine ansprechende Bühnenshow zustande zu bringen.

  13. Inzwischen kommt einem das Thema ja zu den Ohren raus´… 😉
    Dem Artikel ist kaum etwas hinzuzufügen, vielleicht aber dies: Schweigen im ESC-Blätterwald ist immer ein ganz schlimmes Zeichen, und dieses Jahr fand der deutsche Beitrag in den internationalen Foren eigentlich überhaupt nicht statt. Spätestens wenn sich dieses bleierne Schweigen über einen Beitrag senkt, herrscht Alarmstufe rot, weil der Vorgang indiziert, dass ein Lied überhaupt keine Reaktion auslöst sondern fast allen, die es hören, schlichtweg egal ist.

    • Das hast Du wohl etwas verpasst: Wie Du hier in den Kommentaren lesen kannst, war doch genau das Gegenteil der Fall und S!stärZ waren Opfer einer beispiellosen pan-europäischen „Hetzkampagne.“ Sonst hätten sie sicher gewonnen. Die oder der Engländer.

      • Jawoll, ganz genau so war es natürlich (kicher) !

        Von „die Partei“ oder Böhmermann wäre diese Äußerung ja sehr amüsant, aber leider scheinen einige „Fans“ (sorry, ich kann das nur in Gänsefüßchen schreiben) diesen Schwachsinn noch für bare Münze zu nehmen. Himmel hilf…..

    • Dafür, dass das Lied angeblich allen egal war, ging es hier in den Diskussionen darüber aber immer sehr emotional zu.

      • Ja, aber nur auf der deutschsprachigen Seite. Bei Wiwi, auf ET etc. herrschte Schweigen.

  14. ESC Kompakt sollte ein Interview mit Herrn Schreiber führen um zu hören wie es weitergeht.Aber man ist bestimmt schon dran…

      • Ja stimmt 🙂 Aber wird ja meistens schriftlich gemacht.irgendwann sollte er was sagen..Letztes Jahr ging ja sehr schnell.Diesmal scheint es wieder länger zu dauern.Mal sehen…

      • Warum kommentiert Herr Schreiber eigentlich nicht mehr hier im Blog? An mangelnder Zeit kann es ja wohl nicht liegen. Schließlich konnte er in Tel-Aviv auch morgens immer joggen gehen.

  15. Das war wieder einmal eine sehr treffende Analyse, vielen Dank dafür. Mich wundert es allerdings ein wenig, dass so viele Fans auf einmal der Meinung sind, es hätte keine Alternativen gegeben. Doch, die gab es, bin ich immer noch der Meinung. Zugegeben, bei Aly Ryan hat einfach der Live-Auftritt nicht gepasst. Aber den Song finde ich nach wie vor gut, war schon enttäuscht, dass sie so schlecht am TV herüberkam. Aber bei Lily fand ich sowohl Gesang als auch Performance am besten. Und ich hätte ihr zumindest Aussenseiter-Chancen beim ESC eingeräumt. Ist natürlich alles subjektiv, und ich wiederhole mich nur ungern: Der deutsche ARD-Zuschauer hat nun einmal ein Händchen dafür, sich genau den langweiligsten, durchscnittlichsten Song rauszupicken. Tja, die Demokratie hat auch ihre Tücken.
    Sehr treffend vor allem die Aussage, man hat die Interpretinnen (mal wieder) mehr oder weniger allein gelassen. Es ist so schade, dass der NDR nichts aus der Vergangenheit lernt. Mein Vater hat immer gesagt: „Hinfallen ist keine Schande, aber liegenbleiben“.
    Und mit Verlaub: Für so eine Nicht-Performance war einfach die Botschaft nicht stark genug, meiner Meinung nach. Zumal die „Botschaften“ beim ESC oft eh überschätzt werden. Interessiert die meisten Zuschauer eher weniger. Es sei denn, sie werden so inszeniert wie bei Conchita Wurst oder, muss man zugeben, auch bei Bilal Hassani. Das hatte alles einen gewissen Unterhaltungswert, trotz ernstem und eindringlichem Hintergrund.

  16. Ich finde ja, es ist zum Thema alles gesagt und vom ewigen Wundenlecken hat ja auch keiner was. Ich fand den Song, die Begleitumstände der zwischenzeitlichen Einschleusung der S!sters und den ganzen VE amateurhaft und das wurde zurecht mit „Sorry Zero Points“ von Europas Televotern nicht zur Kenntnis genommen. Wichtig war der deutsche Betrag nur noch den Nationalpatrioten, die sich auch mit „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ stolz dem internationalen Wettbewerb stellen würden und darüber auch noch jubeln, das der Song in Landessprache vorgetragen wird. (Ironie off)

    • Nein, der Beitrag war nicht „nur noch den Nationalpatrioten“ wichtig. „Nationalpatriot“ würde ich für mich als Beleidigung ansehen. In der Regel drücke ich dem deutschen Beitrag NICHT die Daumen (der deutschen Fußball-Nationalmannschaft übrigens auch nicht), dieses Jahr war erst das vierte Mal in diesem Jahrtausend, dass ich mit einem deutschen Beitrag mitgefiebert habe.

      • Vor dieser Meinung habe ich großen Respekt. Ich bin diesbezüglich ganz ähnlich gestrickt (nur handelt es sich wohl nicht um die gleichen Beiträge….)

      • Danke, auch wenn es sich in diesem Jahrtausend definitiv nicht um dieselben Beiträge handelt, denn zwei davon (2002 und 2013) fandest Du schlimm, zwei davon (2003 und 2019) waren Dir gleichgültig. Aber vielleicht werden wir ja in den 70er Jahren fündig 😉

  17. Ich muss sagen der Begriff compete Acts, oder wie sie hier genannt werden, hat mich doch sehr verwirrt. Ich ging damals davon aus, dass es sich hier um gestandene Musiker handelt, (nehmen wir als Beispiel Laing oder Revolverheld) die eben bereit sind beim VE mitzumachen und bereits einen fertigen Song haben. Und nicht sowas wie S!sters. Dann kurz vor dem VE hieß es aber nur noch Concept Songs für die Künstler gesucht werden. Also das war doch alles sehr verwirrend im Vorfeld.

    • Nicht ganz, es gab „Complete Acts“ UND „Concept Songs“, von den Complete Acts (ich glaube, es war von zwei die Rede) konnte sich dann aber keiner durchsetzten.

      • Weiß man denn, wer diese evtl. 2 „Complete Acts“ genau waren? Sind die etwa evtl. schon heimlich in den Deutschen Musikcharts ganz weit oben oder im Radio-Airplay und wir wissen es bloß noch nicht??? Stichwort: Vertane Chance 2.0.?

  18. Mein Favorit waren sie auch nicht in der VE, aber ich muss sagen, dass der Auftritt der S!sters auf jeden Fall gesanglich gut war und ich das Lied auch ganz nett finde. „Nett“ reicht für Punkte insbesondere beim Televoting aber nicht – und da muss ich nochmal sagen, dass die Deutschen sich das Jahr für Jahr meist immer wieder selber vermasseln in dem, was sie als ihren Favoriten wählen oder vielmehr „nicht“ wählen.

    Wir hatten viele gute Acts in den Vorentscheidungen und auch schon mit einer guten Show wie z.B. Blitzkids mvt. La Brass Banda, MarieMarie, Laing mit gutem Potenzial, aber die Deutschen wählen sich quasi selber immer wieder ins Aus – es sei denn wir haben so etwas Eindeutiges wie Michael Schulte, aber das passiert ja alles 6-8 Jahre nur einmal 😉

    • Zu der ewigen Erwähnung von Blitzkids mvt. muss jetzt einfach mal sagen: Ja, der Act ist interessant, aber „Heart on the Line“ war doch auch nicht mehr als Album-Durchschnittsware, die gegen die im gleichen Genre angetretene Margaret Berger erst recht keinen Stich hätte landen können. Dazu stieß die Wahl von Cascada damals erst recht unter den Fans auf enorme Gegenliebe, Von daher ist 2013 ein schlechtes Beispiel für dieses Argument. Allgemein gilt, wenn interessante Künstler nur Mittelmaß-Songs singen, muss man sich nicht wundern, wenn die Zuschauer das nicht honorieren. Laing (immerhin haben sie es in Runde 2 geschafft) und lilly among clouds haben gezeigt, dass auch kantigere Acts mit einem interessanten Song beim Publikum punkten können, wenn es auch nicht bis zum Sieg reicht; aber dafür sind ja jetzt die anderen Wertungs-Instanzen (eigentlich) da.

      • Ich stimme Euch bei Laing zu, das wäre ein toller ESC-Beitrag gewesen!

  19. Ich finde der NDR sollte allen die Brocken vor die Füsse schmeißen. All diejenigen die hier so Klugscheißerisch tun, sollen es dann einfach besser machen. Ich sagte es schon kurz vor dem ESC, man kann diese Art von Hetze die gegen jeden Künstler in den letzten Jahren von Fanseite gekommen ist, keinem mehr zumuten. Das ist die Sache einfach nicht wert, das man jungen Sängern den Hass des Fanmobs aussetzt. Kein Wunder das der NDR auf Leute wie euch nicht hört. Obwohl ich hätte es gern gesehen wenn Aly Ryan die VE gewonnen hätte und dann beim ESC genauso abgeschmiert wäre wie die Sisters, ob ihr dann immer noch so hochtrabend tun würdet.

    • Sorry, nicht jeder „Sister“-Kritiker ist nicht gleich zwangsläufig auch Aly-Fan. Die Musikgenres, die ich gerne für Deutschland beim ESC dabeihaben möchte, fanden bei der VE für mich überwiegend gar nicht statt…..

  20. Nach der zweiten Probe war klar, dass wird nix, dabei hätte es so gute Ansätze gegeben, Drehbühne als Boxring wie beim Rocky Musical.
    Anscheinend sind wir nur gut, wenn es keine LED Wände auf der Bühne gibt..

    Als ich gefragt, wo wir landen, sagte ich letzter. „Sind wir so schlecht?“ Nein, die anderen sind einfach besser. Aber nicht schlimm, das bedeutet 10 Punkte im Tippspiel 🙂

    Wie können wir Punkte vom Publikum bekommen, wenn die Künstler im Schnelldurchlauf nicht zu sehen sind oder gab es dafür Gründe?

    Aufstehen, Krone richten und gewinnen 🙂

  21. Wäre vielleicht interessant zu wissen, ob das mit den 2 Worten und den Stockphotos auf der LED wirklich geplant war oder ob da sich was Anderes verborgen hatte bzw eigentlich was Anderes drauf sein sollte.
    Ich bin zwar nicht James, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Auftritt, den wir gesehen haben Plan B war, nachdem eine andere Idee aus welchen Gründen auch immer vor Ort nicht funktioniert hatte.(Also ne Idee, nachdem klar war, dass die Drehscheibe nicht geht.)

  22. Um es für mich noch mal klar zu sagen: Eine interne Nominierung lehne ich grundsätzlich ab. Lieber werde ich mit meinem Beitrag, der durch einen Vorentscheid ausgewählt worden ist, vorletzter oder letzter, als das Deutschland mit einem dem Zuschauer vor die Nase gesetzten Act und Song am Ende letzter wird. Selbst eine gute Platzierung ist dann nur die Hälfte wert.

    • Sag das mal bitte den Niederländern. Den Leuten macht es auch nichts aus, wenn direkt nominiert wird und die Platzierungen zweimal 11, einmal jeweils 9 und 2 und zuletzt 1 herausspringen. Stell Dir vor, es gab auch relativ hohe Chartplatzierungen. Alles ist besser als die Konsenssoße a la NDR. Vielleicht sind etablierte Act nur so zu haben, kann ich gut verstehen.

      • Bei kleinen Ländern wie Holland, Österreich oder die Schweiz kann ich das nachvollziehen, aber nicht bei einem so großen Land wie Deutschland. Und wenn etablierte Acts nicht bei einer VE antreten wollen , dann verzichtet man halt darauf.

      • Ergänzend: die meiste Leute in NL unterstutzen eine interne Nominierung, weil in 2013 alles gut erklärt und offengelegt wurde. Bis zum ESC 2012 wählte das Publikum immer einen chancenlosen Song, bekannte Künstler wollten nicht zum ESC und die Sendungen verfehlten gute Quoten. Es musste sich etwas ändern, das war jeder klar.

        Zwischen 2013 und 2018 hat man mehr oder weniger bekannte Künstler zum ESC geschickt und hinterher festgestellt, dass eine bekannte Name keine Erfolgsgarantie ist. Nur einen guten Song ist der Schlüssel zum Finale. Nichts mehr. Nichts weniger.

        Man lernt von allen Fehlern und das Team rundum dem ESC-Kommittee wächst. auch weil Cornald Maas und Jan Smit beiden sehr umgänglich sind, ein offenes Ohr und Auge haben. In dieser Woche wurde noch etwas anderes betont: das Arbeitsklima im Team war 100% positiv, auf Erfolg gerichtet. Es gab keine Probleme, es gab nur Lösungen.

        Das Argument großes/kleines Land ist zu schwach um eine interne Vorentscheidung abzulehnen. Überall gibt es Diskussionen, unabhängig von Einwohnerzahl.

        Jan Smit hat am Sonntagmorgen (nach dem Sieg, bevor er ins Bett wankte) einige Zeitungsartikel erneut getweet. Alle stammten aus Januar, kurz nachdem die Teilnahme von Duncan bekannt wurde: Ob man bei Avrotros spinnte? Eine unbekannte Künstler nach dem ESC? Das ging überhaupt, total und gar nicht! Ein komplettes Desaster drohte.
        Sein Kommentar am gleichen Sonntag: ‚Und keiner hatte den Song gehört.‘
        Avrotros wollte einen Song mit einer Geschichte und glaubte an Duncan und Arcade.

        Wie der NDR dieses Jahr am S!ster-Act glaubte. Einen Song mit einem Botschaft, keine Geschichte.

        Im Vergleich D-NL steht Deutschland jetzt wo die Niederlande in 2011 waren. Lassen wir es noch einmal versuchen, trotz eine Reihe von Platzierungen am Ende der Liste. Zumindest weckt der NDR bis heute den Eindruck alles für 2020 so wie in den letzten Jahren anzugehen.

        Wo genau der Fehler liegt, weiß ich nicht. Irgendwie überall – jeder hier versucht die Finger drauf zu legen. Wenn eine öffentliche, ausgiebige Vorentscheidung kein Erfolg bringt – sprich: abwechselnd in den oberen oder unteren Top 10 zu landen – sollte man offen für andere, neue Angehensweisen sein. Risikofreudigkeit eben.

        Was wenn Helene Fischer mitmachen will, weil es für sie eine Chance ist auch in Ausland bekannter zu werden, egal was herauskommt? Mit SängerInnen ihrer Statur braucht man keine Vorentscheidung. Oder doch?

      • Die Niederlande hatte einfach Glück, daß sie mit ihren internen Nominierungen beim ESC erfolgreich waren, denn der Schuß hätte auch nach hinten losgehen können. Wenn man sich einmal die Nationen anschaut, die interne Künstler schickten und bereits im Halbfinale ausschieden, dann ergibt sich folgendes Bild:

        – Armenien
        – Irland
        – Polen

        Von den intern nominierten Teilnehmern sind im Finale fünf in die Top Ten gekommen und denen gegenüber stehen fünf aus nationalen Vorentscheiden. Wenn man alle Finalisten zusammennimmt, so stammt die Mehrzal der Beiträge aus nationalen Vorentscheiden, und zwar 18 gegenüber acht aus internen Nominierungen.

        In den Niederlanden gibt es viele Stimmen, die für das nächste Jahr neben dem ESC wieder einen nationalen Vorentscheid befürworten, um den Interpreten samt passenden Beitrag zu finden.

        Belgien und Österreich haben sich nach ihrem Halbfinalaus leider wieder für eine interne Auswahl entschieden, wollen also anscheinend auch im nächsten Jahr nicht ins ESC-Finale einziehen. Belgien hatte in diesem Jahr bei der Auswahl seines Beitrages zwei große Fehler gemacht:

        1. Der ausgewählte Interpret hatte gesanglich einige Defizite und wirkte unsicher.
        2. Der Beitrag war in englischer und nicht in französischer Sprache.

        Auch wenn der letzte französischsprachige Titel 2005 schon im Halbfinale ausschied, wäre es trotzdem eine gute Lösung gewesen, zumal der wallonische Sender RTBF dieses Jahr die Verantwortung hatte.

        Kleiner Funfact am Rande: Belgien hatte 2002 einen Beitrag, der den gleichen Titel wie der diesjährige deutsche hatte, nämlich Sister und wurde von Sergio & the Ladies gesungen und den 13. Platz belegte:

        https://www.youtube.com/watch?v=eOTyfceOwAw

        So schließt sich der Kreis.

      • @Marko: Du schriebst von „Erfolg bringen“ als „abwechselnd in den oberen oder unteren Top 10 zu landen“. Meinst Du mit „unteren Top 10“ die Bottom 10, also die Plätze 17 bis 26, oder die untere Hälfte der Top 10, also die Plätze 6 bis 10?

        Ich vermute Ersteres, dem würde ich als realistischer Definition von „Erfolg“ zustimmen, wenn man den an der Platzierung festmachen will, wobei ab und zu statt Top 10 auch mal ein Platz 11 bis 16 erlaubt sein sollte.
        .
        Bei der zweiten Lesart müsste man immer in den Top 10 sein, das wäre doch zu viel verlangt bei ca. 40 Teilnehmern, die alle in die Top 10 wollen (und erst recht zu viel verlangt von einem Big-5-Land).

        Ganz abgesehen davon gab und gibt es beim ESC sehr, sehr viele wunderschöne, „erfolglose“ Titel 🙂

      • @Matty: Trijntje Oosterhuis steckte im Halbfinale fest, Waylon musste sich mit dem 18. Platz zufrieden geben. Das war kein Glück, das war einmal den falschen Song und einmal einen schlechten Auftritt. Wie Tamta es in diesem Jahr selbst vergeigt hat.

        Wo hast du viele Stimmen für einen offenen Vorentscheid gefunden? In letzter Zeit habe ich nichts dazu gehört, gelesen – nur einige Bemerkungen basierend auf Eifersucht. Avrotros fehlt das Geld dafür, die andere Grunde habe ich bereits erwähnt und das Team ist groß genug um selbst ESC-taugliche Songs zu finden.

        @Thomas M. Mit Punkt: Oben, unten oder links, rechts. So lange man nicht jedes Jahr halbautomatisch auf die letzte Plätze zielt.

  23. Guter Kommentar, aber ihr hätte das auch vorab schon mal kritischer begleiten können. Es war ja auch alles mehr als obskur… Die ganzen Unregelmäßigkeiten um die Nachnominierung von Sisters und den unter zumindest eigenartigen Umständen des Sieges, habt ihr seinerzeit noch als von der BILD-Zeitung aufgebauscht abgetan. Und den kritischen Vorab-Bericht von musikexpress.de habt ihr auch im Vorfeld verrissen, obwohl da ja viel wahr dran war und alles so eingetroffen ist, wie prophezeit.

    Mir tun immer noch die ganzen Leute leid (insbesondere Songschreiber und Acts), die von Schreiber im Grunde veräppelt wurden. Ein neuerliches Songwriting-Camp wird sicherlich allein schon deshalb scheitern, weil sich keiner am Ende wieder einen abgelegten Schubladen-Song aus der Schweiz oder anderswo vorsetzen lassen will…

    Und Schreiber? Der wird weiterwurschteln, trotz aller Absetzungs-Rufe… Ihn wird im Grunde nur die ESC-Quote interessieren und die war gut… Das ist sein Argument fürs Weitermachen – auch intern… Sein Standing in der ARD ist sicher auch nicht das schlechteste, denn sämtliche Unterhaltungsformate, die er verantwortet, laufen ja gut. Von der Illussion, dass er die Verantwortung für den ESC abgibt, muss man sich wohl lösen…

    • Thomas Stengaard und Laurel Barker wuppen das Songwriting Camp auch alleine. Wenn wirklich Not am Mann ist, kommen sicher auch noch Ralph Siegel und Thomas G:son gerne dazu. Ralph könnte dann auch noch einmal Nachhilfe in Concept-Songs geben (Dschinghis Khan, Theater, Johnny Blue, Reise nach Jerusalem…).

      • Dazu bitte noch Choreo
        von SJB und ein paar Boxen von Fokas.

    • Paradox ist, das Schreiber das wahrscheinlich auch so sieht und real das „Volk“ bevormundet. Hat schon stark was von Politik, nur leider ist der Mann nicht abwählbar.

  24. Um wenigstens eine einzige positive Sache aus der Sache zu ziehen: Im nächsten Jahr wird der Vorentscheid nun viel spannender.
    -> nach dem 0-Punkte-Drama mit Ann Sophie waren wir sehr neugierig, was danach passiert. Es kam zum Naidoo-Skandal und dann doch zu einem klassischen Vorentscheid
    -> nach dem letzten Platz mit Jamie-Lee waren wir sehr neugierig, was dann passiert. Es wurde indirekt das 2010er-Lena-System wiederbelebt.
    -> nach dem vorletzten Platz mit Levina waren wir wieder sehr neugierig. Es kam zu einem aufwändigen Verfahren mit Fan-Jury, int.Jury und SongWritingCamp
    -> nach dem 4.Platz mit Michael Schulte war es NICHT MEHR SPANNEND, weil das Konzept vom Vorjahr wiederholt wurde (wenn auch mit einer Änderung, die zum vorletzten Platz geführt hat)
    -> jetzt nach den Ausrufezeichen-Schwestern idt es WIEDER SPANNEND 🙂

  25. @Marko

    Wozu gibt es denn Sponsoren? AVROTROS sollte sich mal mehr Mühe geben und sich Sponsoren an die Seite holen, die einen solchen Vorentscheid möglich machen! Wenn der Sender wirklich so klamm mit den Finanzen ist, wie konnte er dann zuvor das Nationaal Songfestival jährlich austragen? Die Behauptung, daß Geld fehlt, lasse ich nicht gelten!

    • Budget öffentlich-rechtlichen Rundfunk: in Deutschland ca. 7,5 Mrd bei 82 Mio. Einwohner. Niederlande 550 Mio. vom Staat und 230 Mio. Werbung bei 17,5 Mio. Einwohner. Selbst Moldavien hat mehr übrig für seinen Rundfunk. Werbe-Einnahmen schrumpfen, da fehlen aktuell 60 Mio. Sponsoring ist streng reguliert, damit unattraktiv.
      Seit der Verein Tros, heute Avrotros den ESC übernommen hat, wird die Teilnahme aus der Vereinskasse, also über Mitgliederbeiträge finanziert. Die Sendung selbst wieder aus das allgemeine Budget.

      Und das allgemeine Budget ist absichtlich zu knapp. Dank rechtspopulismus. Dank eine Regierung, die spart bis alles zerstört ist – danach fängt der teueren Neubau an.

  26. Also noch mal: Für Deutschland lehne ich eine interne Nominierung definitiv ab. Hat für Deutschland noch nie funktioniert. Selbst für Holland wäre es doch in der heutigen Zeit ein leichtes, auf der Homepage 3 oder 4 Künstler mit ihrem Lied auf die Homepage zu stellen und darüber die Holländer abstimmen zu lassen. Man bräuchte dafür noch nicht mal eine große Show. Das Interesse in Deutschland am ESC würde ins bodenlose fallen, wenn den Fans ein Künstler und ein Song vor die Nase gesetzt werden würden. Die letzte interne Nominierung war Alex Swings Oscar sings und wie das ausging weiß ja jeder. Und wenn die etablierten Acts in Deutschland es ablehnen sich einer VE zu stellen, dann verzichtet man eben darauf und geht auf weniger etablierte Acts.

    • „Eine interne Nominierung hat in Deutschland noch nie funktioniert“
      Mekado mit komplett interner Nominierung (also nicht mal eine Show mit nominiertem Künstler und mehreren Liedern zur Auswahl wie z.B. bei Lena oder Katja Ebstein) hat einen dritten Platz beim ESC gebracht.

    • Naja, Alex Swings Oscar Sings hat besser abgeschnitten als Jamie-Lee, Ann Sophie, Levina und S!sters – alles Ergebnisse der öffentlichen Vorentscheidung. Und die deutschen TV-Zuschauer haben in all den Jahren den ESC eingeschaltet – auch egal, wie gut der Song in den deutschen Charts oder im Radio performt hat.

    • In der Schnelleigkeit habe ich eine richtig gute Anmerkung von Matty übersehen. Im Finale waren acht SängerInnen, die intern ausgewählt oder gefragt wurden. In den Top waren es fünf.
      Nun habe ich vergessen wie viel Länder insgesamt einen internen Vorentscheid gemacht haben, aber Mattys Zahlen bringen es auf den Punkt: Die Erfolgquote oder -chance ist großer.

      Ein anderes Argument hast du selbst geliefert. ‚Dass das in Zeiten von Internet auch einen erheblichen Einfluß auf das Televoting hat, ist natürlich klar.‘
      Um nicht zielsicher auf Platz 26 zu landen, sollte man die Fangemeinden ausschließen. Also intern entscheiden, damit den besten Song sich durchsetzen kann anstatt der Künstler mit den meisten ‚Freunde‘ in der online Welt.

      Eine Internetabstimmung wäre möglich in den Niederlanden, aber warum? Es gibt jetzt eine wachsende Gruppe Musikkenner, die alle das gleiche Ziel verfolgen: einen guten Song finden – mit entweder Hitpotenzial oder ESC-Potenzial. Die mögliche Hits werden weitergeleitet zu den Musikredaktion im Radio, die ESC-Songs weiter diskutiert. Angebote gibt es in Unmengen, gerade jetzt will jeder mitmachen.

      Auch deine nächste These kann man umdrehen. ‚Das Interesse in Deutschland am ESC würde ins bodenlose fallen, wenn den Fans ein Künstler und ein Song vor die Nase gesetzt werden würden.‘
      Die Einschaltquoten in andere Länder beweisen das Gegenteil. Wo der Sprung ins Finale gelingt, sind die Marktanteile viel hoher, steigt das Interesse sprunghaft an. Hat Deutschland einen guten Song, die überall diskutiert wird, werden auch mehr Leute einschalten. Vielleicht hat dein These etwas gutes. Sollte der NDR einen internen Vorentscheid durchführen, wird das bereits für Aufregung und Diskussionen sorgen, damit das Interesse anregen und am Ende mehr Zuschauer generieren.

  27. Tja wenn ein Norweger der in Berlin lebt mit Samen Gesang es schafft Televoting Sieger zu werden wieso fragt man dann den nicht mal ob er für seine Wahlheimat antritt!
    Der NDR ist selbst dran schuld das man so abkackt. Mit Schulte hätte wir letztes Jahr ohne das besondere Stageing auch nichts gerissen. Es ist so wie es ist der deutsche Michel kann keine Filme drehen und keine esc Songs auswählen.
    Solange sich der NDR immer wieder die Blöße mit dies arroganten Damen und Herren gibt die denke sie Wüsten genau Bescheid wird das auch nichts mehr werden.
    Wie vermisse ich die 80er wo wir fast durchweg gute Platzierungen hatten Wind mit 85 und 88 2 Platz Nicole 82 gewonnen Lena Valeitis 81 2 Platz . Vielleicht sollte man doch mal wieder Ralph Siegel ranlassen

  28. Wo bleibt der Aufstand hier gegen Thomas S. aus H.? Wollt Ihr auch beim nächsten ESC von Anfang an um den 25. Platz kämpfen?

    • Na, was sollen wir denn machen? Der Schreiber hat schon schlimmeres durchgestanden. Der Mann ist Unterhaltungschef vom NDR. Ich wäre dafür das er Unterhaltungschef vom NDR bleibt, aber ein Mann oder eine Frau eingestellt wird, die sich nur um den ESC kümmert. Nach 22 Jahren braucht es neue Impulse, das sehe ich auch. Es ist vieles sehr eingerostet. Stillstand ist nie gut.

  29. Ich wäre dafür das man das bisherige Format behält, aber in einem Punkt ändert. Man lässt das Panel 20 verschiedene Acts aussieben. Über diese Top 20 entscheiden dann die Zuschauer in 2 Halbfinale. Jeweils die besten 5 kommen ins Finale. Und dann kann man ja wieder es so machen wie dieses Jahr. Aber dann darf kein Juror mehr in irgendeiner Beziehung zu einem der Kandidaten stehen. Was eigentlich selbstverständlich ist.

  30. Ein 17. Platz von ALB, DEN und AUT war das Beste was sie im televoting erreichten. Von Malta gab es noch ein 20. Platz. Alle anderen von 21-26, davon 23 mal bottom 3.
    Weitere Veröffentlichungen sind verschwendete Ausgaben. Das Projekt „S!isters“ ist tot. Der Weg zum Jobcenter ratsam.

    • Dein Wort in Schreibers Ohr – fürchte aber, dass hier auf dem Blog (und auch nur da) die nächsten 5 Jahre gebetsmühlenartig kommentiert werden wird, dass s!stärZ umbedingt in der VE- und Reeperbahn-Show auftreten sollen.

    • War hier nicht auch von einem 11.Platz in der Schweiz zu lesen gewesen? Wieso sollen wegen dieser Televoting-Resultate weitere Veröffentlichungen verschwendete Ausgaben sein? Und warum haben Deutsche so viel Spaß an hämischem Nachtreten?

      • Genau. Flo ist unvollständig, hat vermutlich erst jetzt im Detail gesehen wie Deutschland abgeschnitten hat und vom lauter Schrecken einiges übersehen ^^

        Okay, für wen sich im Mitleid wälzen möchte hier alle Details. 😛

        Land – Publikumsplatz – Juryplatz
        Albanien – 17 – 12
        Armenien – 22 – 17
        Aserbaidschan – 23 – 22
        Australien – 25 – 8
        Belgien – 26 – 24
        Dänemark – 17 – 3
        Estland – 23 – 19
        Finnland – 26 – 18
        Frankreich – 23 – 17
        Georgien – 25 – 16
        Griechenland – 24 – 23
        Großbritannien – 24 – 23
        Irland – 23 – 9
        Island – 22 – 17
        Israel – 22 – 18
        Italien – 25 – 18
        Kroatien – 22 – 21
        Lettland – 24 – 18
        Litauen – 22 – 6
        Malta – 20 – 20
        Moldavien – 24 – 12
        Montenegro – 26 – 23
        Niederlande – 21 – 12
        Nord Mazedonien – 22 – 18
        Norwegen – 24 – 17
        Österreich – 17 – 14
        Polen – 24 – 21
        Portugal – 24 – 15
        Rumänien – 23 – 20
        Russland – 23 – 24
        San Marino – 25 – 23
        Schweden – 24 – 22
        Schweiz – 11 – 5
        Serbien – 24 – 17
        Slowenien – 21 – 23
        Spanien – 20 – 17
        Tschechien – 23 – 16
        Ungarn – 25 – 19
        Zypern – 25 – 25

        Weißrussland fehlt, weil die EBU keine Details offengelegt hat. Generell wenig Publikumsstimmen (Platz 22-23), dafür bei den Jurys im Mittelfeld gelandet (Platz 16-17)

        Ach, ich darf mich sogar wiederholen: (27. Mai 2019 um 12:20 Uhr)
        Falls Carlotta und Laura/Laurita weiter zusammen singen und auftreten wollen, nicht unter den Namen S!siters, sondern einfach C&L oder die eigenen Rufnamen verwenden.

      • Dann sind wir ja mal so was von knapp an „bis zu 1 Televoterpunkt“ vorbeigeschrappt. Grandiose Leistung !

      • @Marko: Danke für diese Informationen!

        Zum Gruppennamen: Man kann sich über den Namen „S!sters“ streiten, aber grundsätzlich finde ich es sympathisch, wenn sich ein Duo einen Gruppennamen gibt und nicht die Einzelnamen aneinanderreiht. Die Charts sind voll von Namen wie „A & B ft. C meets D versus E“, bei der nächsten Single heißt es dann „A featuring C and F vs. E x G “ etc., das finde ich etwas unschön.

  31. @Alki-Bernd: Eine kurze Frage zu Deinem leistungsfetischistischen Ausruf am Ende Deines Kurzkommentars:

    Was hat denn das Erhalten von Televoting-Anrufen und Jury-Punkten mit „Leistung“ zu tun?

    (Sorry, das hätte ich auch noch in meinen Kommentar von gerade eben reinpacken können, aber ich habe Alki-Bernds Sätze erst später entdeckt.)

    • Und ein weiteres Sorry dafür, dass ich Alkibernds Namen falsch geschrieben habe (wenn ich so weitermache, kriege ich die fünf „aktuellen Kommentare“ voll).

  32. @Marko
    Du hast es selbst bemerkt: ein gutes Abschneiden wird durch bessere Songs erreicht (auch wenn eine gute Show/Choreo durchaus hilft) und woher willst Du wissen, dass der NDR intern besser wählt als mit dem deutschen Publikum. Gut möglich, dass da dieses Jahr auch intern „Sister“ rausgekommen wäre – andererseits hat man letztes Jahr (zusammen mit dem Publikum) anscheinend richtig gewählt.

    Ein weiterer Grund für eine öffentliche VE ist für mich der Big-5-Status, denn mir gefällt der Gedanke, dass die Beiträge beim ESC-Finale alle auf ihre Art Gewinner sind – wie John L. sinngemäß sagte: „I already feel like a winner for being here“. Nun stell dir mal vor, die Sisters wären intern nominiert worden (ich weiss, viele hier sehen das ohnehin so …), da wäre das Gezeter hier sicher noch schlimmer und ich glaube schon auch, dass heimische Unterstützung für den eigenen Act ein psychologischer Vorteil und evtl auch ein Fingerzeig für die Erfolgs-Aussichten beim ESC sein kann.

    Auch kann ich mich nicht entsinnen, dass die interne Nominierung von Alex & Oscar hierzulande mehr Aufmerksamkeit generiert hätte als die übliche VE.

    Fazit: das Konzept kann mehr oder weniger so bleiben wie es ist, nur könnte man auf eine Jury verzichten – bringt bestenfalls Ärger – und beim Panel mehr drauf achten, dass da auch die vielbeschworenen „kantigeren“ Künstler durchkommen (will nicht schon wieder auf Drangsal rumreiten, aber die diesjährige Auswahl war mir insgesamt doch etwas zu homogen – weiss natürlich nicht, was sonst so im Angebot war).

  33. Intern ausgewählten Songs schneiden meistens besser ab beim ESC. Wenn der NDR intern auswählt, steigt der Ehrgeiz auch zu liefern, weil man selbst die komplette Verantwortung übernimmt. Daher meine Überzeugung, dass ein internes Verfahren mehr Erfolg bringen wird. Man hat mehr Zeit sich zu konzentrieren auf den Song, den Künstler und den Auftritt. Vor allem letzteres ist eine anerkannte Schwachstelle in den letzten Jahren.

    Ich zweifle ob ich noch mehr dazu schreiben soll, spare es aber lieber auf, da dieses Thema bestimmt noch einige Malen vorbei kommt in den kommenden Monaten.

  34. Ja, der deutsche Beitrag war in diesem Jahr sehr langweilig. Ich kann gut verstehen, dass niemand dafür angerufen hat. Musikalisch fand ich jeglichen Song vom ESC 2019 besser. „Sister“ hatte eine sehr gute Botschaft, die aber enorm schlecht verpackt war. Der Refrain klang kreischend und nervte. Schade, nach einem interessanten Einstieg, der hoffen ließ.

  35. Nun gut, ich finde eh viel interessanter nachzulesen, wie Deutschland für die anderen abgestimmt hat.

    Ich habe die Platzierungen von Jury und Publikum von 1-25 durchgezählt und zusammengerechnet, wie es bis 2015 gehandhabt wurde.

    1. Italien 46 (Jury 1/Publikum 5)
    2. Norwegen 45 (6/1)
    3. Schweiz 45 (5/2)
    4. Niederlande 45 (3/4)
    5. Australien 44 (2/6)
    6. Russland 36 (13/3)
    7. Dänemark 35 (10/7)
    8. Frankreich 34 (7/11)
    9. Nordmazedonien 33 (4/15)
    10. Schweden 31 (11/9)

    11. Slowenien 27 (17/8)
    12. Aserbaidschan 27 (12/13)
    13. Island 24 (19/9)
    14. Albanien 22 (14/16)
    15. Malta 20 (8/24)
    16. Spanien 20 (20/12)
    17. Weißrussland 18 (11/23)
    18. Tschechische Republik 18 (16/18)
    19. Serbien 17 (18/17)
    20. Zypern 16 (15/21)
    21. Estland 15 (23/14)
    22. Griechenland 11 (22/19)
    23. Großbritannien 9 (21/22)
    24. Israel 7 (25/20)
    25. San Marino 3 (24/25)

    Nach diesem System wären leider die Televotingpunkte für Island und Slowenien sowie die Wertung der Jury für Malta unter den Tisch gefallen….

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