Top 52: Welches Land hat die meisten Punkte in der ESC-Geschichte ergattert?

Grafik: Twitter @steffenbrrng

Nach dem der deutsche Twitter-User @steffenbrrng bereits eine Liste mit den erfolgreichsten Ländern des ESC-Jahrzehnts auf seinem Profil veröffentlichte, hat er nun nachgelegt. Abseits der Diskussion, wann denn nun das alte Jahrzehnt endet und das neue beginnt, hat er nun die Ewige Liste der – nach Punkten – erfolgreichsten Länder beim ESC veröffentlicht. Über den Zeitraum dieser Liste wird es wohl keine Diskussion geben.

Die Platzierungen sind jedoch nicht weniger interessant als bei der ersten Liste. Es werden alle 52 Länder aufgeführt, die mindestens einmal am Eurovision Song Contest teilgenommen haben. Sofort ist klar, Schweden führt auch die Ewige Tabelle an. Mit nur einem Sieg weniger als Irland und erfolgreichen Zehner-Jahre sind die Skandinavier auch hier unangefochten auf Platz 1. Der Unterschied zu Großbritannien auf Platz 2 ist immens. 1325 Punkte trennen beide Länder – in etwa so viele, wie zum Beispiel Polen in seiner ganzen Geschichte gesammelt hat.

Langjährige Teilnahmen und zahlreiche Siege führen dazu, dass die Top-5 der Liste mit Irland, Frankreich und Italien vervollständigt wird. Immerhin drei Big-5-Länder sind hier also mit dabei. Und bereits auf Platz 7 findet sich Deutschland. Zwei Siege und eine Teilnahme seit der ersten Stunde tragen zum Erfolg bei. Twitter-User @steffenbrrg wies übrigens darauf hin, dass er den ersten Contest im Jahr 1956 nicht berücksichtigt hat. Damals wurde lediglich der Sieger verkündet – keine Punkte.

Deutschlands 7. Platz ist jedoch äußerst gefährdet. Bereits in Rotterdam könnte je nach Ergebnis Verfolger Russland vorbeiziehen. Die Schweiz schafft es mit Platz 13 ebenfalls in die vordere Hälfte der Tabelle. Auch hier ist maßgeblich die langjährige Teilnahme Trumpf, wie auch in geringerem Maße im Falle von Österreichs auf Platz 18. Es sei noch erwähnt, dass das erfolgreichste Land in der Liste, das noch immer auf einem Sieg wartet, Malta ist; dicht gefolgt von einer anderen Insel die auch noch darauf wartet, nämlich Zypern.

Auf der anderen Seite des Spektrums finden wir Marokko, das mit sieben Punkten den letzten Platz belegt. Marokko nahm lediglich am ESC 1980 in Den Haag teil, da Israel in jenem Jahr, trotz des Sieges im Vorjahr, von einer Teilnahme absah. Das afrikanische Land kehrte nie wieder zurück. Ebenfalls nahmen nach einem kurzen Intermezzo die Slowakei und Andorra nicht mehr teil, sie belegen den vor- und drittletzten Platz.

Nachfolgestaaten beim ESC?

Werden Länder aufgelöst oder gespalten, so werden Erfolge in manchen Fällen ,zum Beispiel in verschiedenen Sportarten, den Nachfolgestaaten zugeschrieben. In dieser Liste ist das nicht so und würde sicherlich auch für Diskussionsstoff sorgen. Denn wem sollte etwa Jugoslawiens Sieg zugeschrieben werden? Sollten Serbien und Montenegros Punkte jeweils auf die Nachfolgestaaten verteilt werden? Vielleicht ist es so, wie in dieser Liste aufgeführt, wohl doch am besten, was meint ihr?


22 Kommentare

  1. Aus gesicherter quelle weiss ich das lyss assia damals mit 2658 pkt. vorsprung gewonnen hat.))))
    Interessant ist eine stastitik, wenn man die durchsnitt-punkte pro teilgenommenem esc betrachtet. Führen wird da sicher auch schweden….

    • Das ist echt ein unnötiger Vergleich. Wäre Michael Schulte nicht 4. geworden wäre Deutschland wahrscheinlich auf Platz 11. Wäre Wäre Fahrradkette…

      • *hätte hätte
        Wäre reimt sich ja nicht mit Kette.

        Naja finde das schon interessant wie stark dich ein einzelnes Ergebnis ausweiten kann.

  2. So eine Liste ist natürlich eine nette Spielerei und mag @steffenbrrng auch zum Zeitvertreib bis Rotterdam dienen, ihre Aussagekraft ist allerdings nicht existent. Das hat viele Ursachen, so tragen beispielsweise die über die Zeit unterschiedlichen Wertungssysteme dazu bei, allerdings auch die seltsam durchgeführte Berücksichtigung der Halbfinalergebnisse. ZENA bekommt nur ihre 31 Finalpunkte zugerechnet, wäre sie bereits im Halbfinale ausgeschieden, hätte sie knapp das Vierfache an Zählern für Weißrussland sammel können – so landet sie im jahresinternen Ranking hinter ihrer diesjährigen Konkurrenz aus Polen, Ungarn, Belgien, Georgien, Portugal und Montenegro – und das teilweise sehr stark. Ein Widerspiegeln der Leistungen der einzelnen Nationen sieht wahrlich anders aus.
    Aber wie dem auch sei – als Statistik zwar völlig unbrauchbar, zum Betrachten für Zwischendurch durchaus nett.

  3. Ich finde dieses Gesamtranking nicht besonders gerecht. Bis 1970 und auch 1974 gab es nur geringe Punktzahlen, zudem gab es vor den Semifinals viel weniger abstimmende Länder. Die doppelte Punktzahl verzerrt es noch mehr. Dann könnte man eher schauen wer die Top 10 in den verschiedenen Jahren waren und diese mit dem ESC-System bepunkten.
    Serbien-Montenegro und Jugoslawien könnte man durchaus zusammenfassen, Nach der Unabhängigkeit der anderen Ex-Jugoslawischen Ländern hieß das Land noch jahrelang Jugoslawien.

  4. Wenn solch eine Rangliste aussagekräftig sein will, müsste sie die Anzahl der Teilnahmen, die Anzahl der teilnehmenden Nationen pro Jahr und die unterschiedlichen Punktesysteme berücksichtigen. Das wäre ein ganz schön komplizierter Algorithmus …

    • Papperlapapp komplizierter Algorithmus. Eine z-Standardisierung der Punkte (also in Standardabweichungen vom Mittelwert des jeweiligen Jahres ausgedrückt) lieferte ein vernünftiges Maß und machte die diversen Systeme kompatibel.

      Ihr dürft mich übrigens gerne mit „Verehrtes Genie“ anreden ! 😉

      • Apropos Standardabweichung; Hat diese größtdenkbare Standardabweichung von erfolgreicher Popmusik aka Thomas Schreiber etwas neues hinsichtlich VE von sich gegeben?

      • Na dann mal los, lieber BB. Ich freu mich schon auf Deine Rangliste. 🙂
        Ich bin Literaturwissenschaftler und habe von diesen Dingen keine Ahnung … 😉

  5. Erstmal danke für die tolle Grafik. Sowas zwischendurch macht schon Spaß, aber aussagekräftig ist das wirklich nicht da schließe ich mich an. BessengeneverBernd hat einen guten Vorschlag gemacht und soll ihn bitte umsetzen👍🏻😊. Zu Jugoslawien und Serbien&Montenegro meine ich müssen sie als solches stehen bleiben weil sie in der Form teilgenommen haben. Aber eig ist das Schnuppe man kann auch alles auf die einzelnen Staaten aufteilen wenn man sich die Mühe macht wo Interpreten und Liedschreiber geboren sind und und in welchem Land sie dementsprechend hätten teilnehmen können. Aber das sind alles Spielereien die jeder machen kann wie er möchte.

    • Im Umkehrschluss wenn zwei oder mehrere Staaten sich zusammenschließen( z.B. Vereinigte Staaten von Europa😂) und als neuer Staat am ESC teilnehmen würde man auch nicht alle bisherigen Ergebnisse zusammenzählen und dem neuen Staat zuschreiben oder? Deshalb Jugoslawien und Serbien&Montenegro so stehen lassen. Vllt nehmen auch irgendwann Wales; Schottland; Nordirland und England eigenständig Teil dann wird man doch Großbritannien auch nicht aufteilen

  6. Am gerechtesten wäre es m.E., die Zahl der erreichten Punkte eines Titels ins Verhältnis zur erreichbaren Höchstpunktzahl des jeweiligen Jahres zu setzen, bei Teach-in 1975 wäre das z.B. 152 durch 216 (denn 216 gleich 18 mal 12). Dies ergibt dann die Dezimalzahl 0,7037 bzw. die Prozentzahl 70,37%. Diese Zahlen zählt man dann für alle Beiträge eines Landes zusammen.

    In einem Jahrgang mit Semifinale könnte man die höchste erreichte Punkzahl eines nicht fürs Finale qualifizierten Titels nehmen, und diese bei allen Finaltiteln zur dort erreichten Punktzahl addieren. Diese Zahl würde dann ins Verhältnis gesetzt zur Summe aus der erreichbaren Höchstpunktzahl des Finales und der eben erwähnten höchsten erreichten Punkzahl eines nicht fürs Finale qualifizierten Titels. Die Semifinalpunktzahlen der Titel, die sich fürs Finale qualifizierten, verfallen. Alles klar 🙂 ?

    Bei den ausgeschiedenen Titeln wären diejenigen aus dem größeren Semifinale leicht im Vorteil, allerdings unterscheiden sich die Semifinals ja in ihrer Größe höchstens um einen Titel, das wäre also vernachlässigbar.

    Ach ja, und damit 1956 nicht unter den Tisch fällt, könnte man der Schweiz für dieses Jahr 0,25 Punkte, den anderen sechs Ländern halb so viel, also 0,125 Punkte geben, gibt zusammen genau 1 oder 100%.

    So, für heute habe ich mein Mit-User-Verwirrungs-Pensum erfüllt 😉

  7. Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefä – pardon – gebastelt hast … 😉

    Daher hier die meinige – der Zeitraum ist der gleiche wie oben – 1957 bis 2019 – pro Jahrgang werden jeweils die Top-10-Länder bepunktet (von 12 Punkten für den Sieger bis hinunter zu einem Punkt für Platz 10). Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

    1 – 313 Punkte: Vereinigtes Königreich
    2 – 248 Punkte: Frankreich
    3 – 245 Punkte: Schweden
    4 – 208 Punkte: Irland
    5 – 199 Punkte: Deutschland
    6 – 192 Punkte: Italien
    7 – 154 Punkte: Schweiz
    8 – 146 Punkte: Dänemark
    9 – 143 Punkte: Niederlande
    10 – 138 Punkte: Spanien
    11 – 135 Punkte: Luxemburg
    12 – 134 Punkte: Israel
    13 – 131 Punkte: Norwegen
    14 – 122 Punkte: Belgien
    15 – 98 Punkte: Österreich
    16 – 97 Punkte: Monaco
    16 – 97 Punkte: Russland
    18 – 84 Punkte: Griechenland
    19 – 69 Punkte: Ukraine
    20 – 62 Punkte: Malta
    20 – 62 Punkte: Türkei
    22 – 58 Punkte: Estland
    22 – 58 Punkte: Jugoslawien
    24 – 49 Punkte: Aserbaidschan
    25 – 48 Punkte: Zypern
    26 – 43 Punkte: Finnland
    27 – 37 Punkte: Portugal
    28 – 36 Punkte: Serbien
    29 – 34 Punkte: Island
    30 – 31 Punkte: Lettland
    31 – 30 Punkte: Rumänien
    32 – 29 Punkte: Armenien
    33 – 28 Punkte: Kroatien
    34 – 23 Punkte: Bulgarien
    35 – 22 Punkte: Bosnien & Herzegowina
    36 – 20 Punkte: Australien
    37 – 19 Punkte: Ungarn
    38 – 17 Punkte: Polen
    39 – 15 Punkte: Moldawien
    40 – 10 Punkte: Albanien
    41 – 9 Punkte: Slowenien
    42 – 7 Punkte: Litauen
    43 – 5 Punkte: Belarus
    43 – 5 Punkte: Tschechien
    45 – 4 Punkte: Georgien
    45 – 4 Punkte: Montenegro
    45 – 4 Punkte: Nordmazedonien

  8. Tolle Liste Bernhard!
    Habe daraus den durchschnittlichen Punktewert, den jedes Land bisher bei seinen Teilnahmen erreicht hat, berechnet. Ergibt dann folgende Erfolgsquote und Rangliste:

    Land Ø
    1 GB 5,05
    2 Ukraine 4,60
    3 Russland 4,41
    4 Italien 4,17
    5 Schweden 4,15
    6 Aserb. 4,08
    7 Monaco 4,04
    8 Australien 4,00
    9 Frankreich 3,94
    10 Irland 3,92
    11 Luxemburg 3,55
    12 Israel 3,19
    13 Deutschland 3,11
    14 Dänemark 3,04
    15 Serbien 3,00
    16 Schweiz 2,52
    17 Niederlande 2,34
    18 Spanien 2,34
    19 Estland 2,32
    20 Norwegen 2,26
    21 Armenien 2,23
    22 Jugoslawien 2,15
    23 Griechenland 2,10
    24 Belgien 1,97
    25 Malta 1,94
    26 Bulgarien 1,92
    27 Österreich 1,88
    28 Türkei 1,82
    29 Lettland 1,55
    30 Rumänien 1,50
    31 Zypern 1,33
    32 Bosnien & H. 1,16
    33 Kroatien 1,12
    34 Ungarn 1,12
    35 Island 1,06
    36 Moldawien 1,00
    37 Finnland 0,81
    38 Polen 0,77
    39 Portugal 0,73
    40 Albanien 0,63
    41 Tschechien 0,63
    42 Montenegro 0,36
    43 Slowenien 0,36
    44 Litauen 0,35
    45 Georgien 0,33
    46 Belarus 0,31
    47 Nordmazed. 0,21

    Es bevorzugt aber immer noch die Länder Westeuropas, da es früher leichter war bei 20 Teilnehmern unter die Top 10 zu kommen, als heute bei über 40.

  9. Vielen Dank Bernhard und Thomas für Eure spannenden Listen! Die sind deutlich realistischer als die Twitter-Liste ganz oben, Schweden hatte früher viele Jahrgänge, in denen es weit hinten lag. Natürlich sind jetzt in der Tat die älteren Jahrgänge leicht im Vorteil, in manchen Jahrgängen gab es ja nur 10 Beiträge, aber der Vorteil der älteren ist nicht ganz so krass wie der Vorteil der aktuell erfolgreichen Länder in der Twitter-Liste. Ein weitere kleiner Nachteil: Lieder, die öfters mal knapp an den Top 10 vorbeischrammten, haben es hier auch schwer; Nordmazedonien, welches in beiden Listen Letzter ist, war ja in den ersten Semifinaljahren meist im Finale, also recht erfolgreich. Trotzdem, das sind Kleinigkeiten, Eure Listen sind prima! Wenn man 1956 noch unbedingt mit reinnehmen wollte, könnte man der Schweiz 12 Punkte und den anderen 6 Ländern z.B. 4 Punkte geben (4 Punkte für den 7.Platz, den man in der Länderwertung 1956 ja sicher hatte), aber das würde natürlich die Länder, die am Anfang schon dabei waren, noch weiter bevorteilen.

  10. Nicht zu vergessen:
    – Sprachbonus für UK (früher auch Frankreich)
    – Jury/Televoting

    Und im Grunde auch hier Blockvoting und Diaspora-Effekt.
    Aber wer sich nicht mal die Mühe macht, die Teilnahmen und Teilnehmerzahlen zu berücksichtigen, ist die Aufmerksamkeit eigentlich gar nicht wert.

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