Vier Jahre nach „Unser Lied für Israel“: Umjubeltes Konzert von Gregor Hägele in Berlin

Am Mittwoch der vergangenen Woche gab die zweimalige ESC-Siegerin Loreen ein Konzert im Metropol in Berlin und schon einen Tag später gab es an derselben Stelle wieder ESC-Bezug: „Unser Lied für Israel“-Teilnehmer Gregor Hägele gastierte im Rahmen seiner „‚Mama, ich bin dann mal auf‘-Tour 2023 Vol. 2“ in der Location. Obwohl Gregors Konzert ursprünglich in der nur etwa halb so großen kleinen Arena des Tempodroms geplant war und dann erst nachträglich ins Metropol hochverlegt wurde, war der Saal extrem gut gefüllt.

Das ist gleich aus mehren Gründen etwas ganz Besonderes: Zum einen verfolgen wir Gregors Weg seit ULFI sehr genau (nachzuvollziehen etwa hier, hier und hier) und es ist aus ESC-kompakt- und ESC-Fan-Sicht wirklich toll zu sehen, was für eine große Fan-Community er sich in diesen vier(einhalb) Jahren erspielt hat. Zum anderen war der Auftritt im Metropol für den Wahl-Berliner Gregor auch aus persönlichen Gründen emotional. Nicht nur war „Tattoo“ von seiner „Vorgängerin“ Loreen die Hymne für Gregors diesjährigen Coachella-Trip, auch seine Mutter hat als Studentin schon ihre Arbeiten im Metropol präsentiert.

Ganz anders als Loreen am Tag zuvor, war Gregor in ständigem Kontakt mit dem Publikum, schon beim zweiten Song lief er das erste Mal von der Bühne in die Menge, später machte er sogar Stagediving. Mit seiner Energie schaffte er es ab der ersten Note, das Publikum mitzureißen (einen Eindruck davon gibt das Video unten von der Zugabe „Paracetamol“).

Gleichzeitig gab es einige sehr emotionale Momente, etwa als er seine Band von der Bühne schickte und den autobiografischen Song „Ana“ ganz alleine am Klavier sang. Gregors Konzert im Metropol hatte alle Zutaten für einen gelungenen Musikabend und war ein klasse Erlebnis mit nur einem einzigen Wermutstropfen: Als einziges der bislang veröffentlichten Lieder wurde sein Vorentscheidungsbeitrag „Let Me Go“ an diesem Abend nicht gespielt.

Wenn man Gregor Hägele an diesem Abend auf der Bühne erlebt hat, wenn man seine begeistern Fans gesehen hat und wenn man bedenkt, dass seine Plattenfirma Universal ihn gerade bei dem Mega-Event „NFL in Deutschland“ platziert hat, kann man sich ausrechnen, wie es mit Gregors Karriere in nächster Zeit weitergehen wird – steil nach oben.

Wer sich selbst davon überzeugen will, hat in diesem Jahr noch ein paar Gelegenheiten (siehe unten), allerdings sind viele der noch anstehenden Konzerte schon ausverkauft. Tickets gibt es aber noch für Münster, Köln, Augsburg und Zürich. Große Empfehlung, falls Ihr in der Nähe seid.

Als Zugabe spielte Gregor in Berlin auch die Premiere seines nur wenige Stunden später erschienenen Songs „Letzte Weihnacht“ – der keine deutsche Version von „Last Christmas“ ist, auch wenn der Wham!-Evergreen im Text eine Rolle spielt. Wer sich schon jetzt in etwas melancholische Weihnachtsstimmung bringen möchte, für den ist dieses Lied sicherlich etwas und das Video ist auch sehr süß geworden.

Angetan von dem Lied ist offenbar auch Florian Künstler, der in diesem Jahr für Deutschland mit „Kleiner Finger Schwur“ zum ESC wollte. Gregor und Florian haben jetzt eine gemeinsame Version des Liedes auf Instagram veröffentlicht. Schön!

Verfolgt Ihr die Karriere von Gregor Hägele und wart Ihr schon auf einem Konzert von ihm? Wie hat es Euch gefallen? Schreibt uns Eure Eindrücke gerne in die Kommentare.



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trevoristos
Mitglied
trevoristos
2 Jahre zuvor

Gregor ist bis jetzt der große Durchbruch nicht vergönnt. Dachte Paracetamol war es, aber kam leider über Tages #74 nicht hinaus.
Die beiden Singles danach liefen nicht so gut.
Ihm wurden bislang grad mal zwei offizielle Musikvideos in 4 Jahren gegönnt. Das ist zu wenig. Zu Paracetamol gab es zb kein offz Video. Ein Fehler!
Bei Hägele zeigt sich Universal erstaunlich geizig. Keine Ahnung warum.

Tour ohne je nen Album rausgebracht zu haben? Er hat bislang 9 Solo Lieder gebracht + 2 mit Revelle und 1 mit Kati K und Kriss Kriss Amsterdam. in 4 Jahren. Ist nicht viel.
Album ist überfällig.

J. Freizeit
J. Freizeit
2 Jahre zuvor
Reply to  trevoristos

Sind Chartplatzierungen denn heute wirklich noch so wichtig, in einer Zeit, in der Musiktrends durch Streaming so schnelllebig geworden sind? Es gibt doch gefühlt jede Woche neue Charthits, die einmal die ganze Top 10 durcheinanderwirbeln, während höchstens Platz 1 gleich bleibt und deutschsprachige Popmusik, selbst von Größen wie Mark Forster (wo ich auch Gregor dazuzählen würde) charten in den Singlecharts doch schon lange nicht mehr so erfolgreich wie noch vor einigen Jahren.

trevoristos
Mitglied
trevoristos
2 Jahre zuvor
Reply to  J. Freizeit

also den Künstlern ist das schon wichtig und freuen sich darüber sicherlich. Den Fans von Künstler/innen fällt sowas natürlich auch gerne mal auf. Die Plattenfirmen achten da unter anderem natürlich auch drauf. Was die Schnell-Lebigkeit beim Streaming betrifft ist das Schwert zweischneidig. Ist nicht so ganz, wie du es darstellst.

Fröhliche Urstände feiern beim Streaming ja die ganzen alten Hit-Kamellen, die weltweit hunderte von Milliarden Streams abgreifen.
Unter den bisherigen meistgestreamten Songs weltweit des Jahres 2023 (Youtube + Spotify) sind nur 50 Songs veröffentlicht 2023 und 37 veröffentlicht 2022. 5 sind aus 2021. 108 (die Mehrheit) sind mindestens 3 Jahre alt, also langlebige Songs, davon sogar 7 von vor 2000, 56 sind alte Songs aus 2000 bis 2020.

Es ist natürlich richtig, dass jede Woche immer relativ viele Titel mal kurz ‚reinschneien‘ und dann ‚verglühen‘.

Reine Chartplatzierungen an sich sind zwar ‚wichtig‘, aber das muss man dann schon auch in ein Verhältnis setzen zum 12-month Streamingaufkommen und dem Stand der nach 6 und nach 12 Monaten pro Woche noch erreicht wird. Sofern Daten dafür bereits vorhanden sind.
.
Dabei ist der Chartbegriff doch auch weiter zu Fassen als nur 200 Positionen. 100 ist eh arg eng bemessen.
Da kann man auf 1000 gehen. Vllt sogar auf 2500.
Wer da längere Zeit (mehrere Monate) drin ist hat nen Hit. Großer Hit wäre dann Top 200 mehrere Wochen, Superhit mehrere Monate Top 200.
Leider ist es so, dass man ab 201 bis 2500 jetzt nicht haufenweise ’neue Sachen‘ findet. Weit gefehlt.

Für Gregor kann ich bei Amazon DE für letzte Woche immerhin Platz 1466 für Phantomschmerz feststellen und sogar noch auf 3158 ‚Dass Liebe Schön Sein Kann‘ als Duett-Partner von Revelle. Immerhin beides aktuelle Songs.
Solche Platzierungen bedeuten, dass Kartennachfrage, die in den 1000er Bereich geht gehoben werden kann.

Star-Niveau ist das aber nicht. Hägeles Viewaufkommen bei der Tube ist im Laufe das Jahres von 5K täglich auf 2K gesunken. Das ist 1% vom Sido Tuben-Volumen zb und nur 0,2% vom Ayliva Tages-Volumen..

ca 3,5 Mio Spotify Streams für Hägele in diesem Jahr. 50.000€ Umsatz mit Streaming. Tantiemen davon ca 10.000€. 2,6 Mio ist noch kein Starniveau, sondern mind. eine Stufe niedriger. Ist täglich derzeit immerhin ca 66% bis 75% von dem, was LOTL in DE erreichen. Aber eben nur 0,5% von Ayliva.

Dennoch meine ich, dass bei ihm latent die Möglichkeit vorhanden ist einen Durchbruch nach weiter oben zu schaffen. Hängt halt sehr viel am Song und der Promo. Fragt sich nur wie lange Universal auf so einen Song noch warten wird.
Find zb die Videopromo bei ihm verbesserungswürdig.
Selbstverständlich wäre Gregor auch immer VE würdig. Wenn er denn wollte.

In Deutschland produzierte Musik chartet so gut, wie eigentlich noch nie in der deutschen Musikgeschichte (zu mehr als 80% deutschsprachig). Das trifft aber nicht auf klassischen Deutsch-Pop zu. Das Genre hat der DeutschRap-Pop übernommen. Sowas zb wie Ayliva macht.

Die Nummer 1 wechselt oft?

Es gab in diesem Jahr bis jetzt 17 verschiedene Nr 1 Hits davon 14 deutschsprachig (82%). Durchschnitt ist 3 Wochen auf der 1. 23 Wechsel gab es bei Spotify (in den deutschen Charts der Musikindustrie gab es aber weniger Wechsel)
Nr 1 Wechsel passierten schon oft, da hast du Recht!

46 von 52 Wochen standen deutschsprachige Songs auf der 1. Alles DeutschRap. Das sind 88%.
50 von 52 aus Europa = 96%. Nur 2 mal war was Englischsprachiges vorne.

Glaube mind. 3 vllt bis zu 4 Wechsel wird es noch geben. Diese Woche wirds wieder nen knapper Rap #1 Chart In (Fussballer). Mariah ist mit 6-7 Mio schon quasi für die Xmas Woche gebucht. Oder Wham. Die nach-Xmas Woche endet in 2024.

One Weeker waren bis jetzt 8, 6 davon als Chart In. 9 Songs schafften 2, oder mehr Wochen.
Bester Song mit 7,07 Mio in einer Woche war bis jetzt Komet (Flowers 6,98 Mio, All Night 6,89 Mio, Sie Weiss 6,85 Mio, 6,83 Mio nochmal Komet aber als Nr 2, alle im ersten Halbjahr), schlechteste Nr 1 Inigo Quintero aktuell mit 2,9 Mio und Zukunft Pink mit 2,8 Mio (aber feiertagsbedingt beeinträchtigt).

Die Nummer 1 Frequenz bei Spotify DE hat sich gegenüber den sehr bleiernen Jahren der CD Zeiten in DE von so um die 5 auf 3 verringert. Ist aber ein Niveau was noch leicht höher ist, als früher im UK zu CD Single Zeiten.

trevoristos
Mitglied
trevoristos
2 Jahre zuvor

hab mich da vertan. sorry. wir haben 46 Wochen bislang. davon waren 40 Wochen deutschsprachige Songs auf Nr 1 bei Spotify. Das ist ein Anteil von 87%. 1 deutschsprachige Nr 1 kommt gesichert am Freitag dazu, sowie 100% sicher 1 Englischsprachige in der Xmas Woche. 4 Wochen sind noch ‚frei‘.

Nils
Nils
2 Jahre zuvor

Mit Blick auf die Bilder erlaube ich mir eine kleine Korrektur: „Publikuminnen“.

4porcelli - keep the otter warm
4porcelli - keep the otter warm
2 Jahre zuvor
Reply to  Nils

Ist es nicht Publikum (m/w/d) 😜?

Nils
Nils
2 Jahre zuvor

m und d hatten an dem Abend offenbar Besseres vor.

Jastus
Mitglied
2 Jahre zuvor

Ich mag Gregors deutsche Songs fast alle sehr, sehr gern. Nicht so sehr mag ich seine billigen Clickbait-Videos bei Youtube und Instagram, wo er pseudo-„zufällige“ Begegnungen oder alte, emotionale (oft amerikanische) Wiedersehens-Videos mit seiner Musik unterlegt, in der Hoffnung, dass die Videos wegen des Inhalts viral gehen und damit seine Lieder bekannt machen. Ist natürlich in der heutigen Zeit ein geschickter Schachzug, find’s aber trotzdem billig und anstrengend.
Ich glaube, dass er seinen Auftritt beim Vorentscheid eher verdrängt. Ich habe nicht den Eindruck, als hätte er ein großes Interesse daran, das nochmal zum Thema zu machen.

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
2 Jahre zuvor

„Paracetamol“ kannte ich bislang nicht und ich finde das richtig stark !