Wer vertritt Österreich beim ESC 2022? Noch vier Acts im Rennen & Bilderbuch angefragt

EBU / THOMAS HANSES

Wer folgt auf Vincent Bueno (Aufmacherfoto) und vertritt Österreich beim Eurovision Song Contest 2022 in Turin? Die interne Entscheidung darüber soll schon Mitte November – also in den kommenden Tagen – fallen und dann eventuell bereits im Dezember auch öffentlich verkündet werden. Das hat der ORF-ESC-Scout Eberhard Forcher im Podcast der Kollegen von „Merci, Chérie“ gesagt. Er hat außerdem verraten, dass sich aktuell noch vier Acts im Rennen befinden, die nun alle an den endgültigen Versionen ihres potenziellen ESC-Beitrags arbeiten und diese in den kommenden Tagen fertigstellen.

Jetzt ist natürlich die Frage: Um welche Acts handelt es sich dabei? Drei Künstler/Künstlerinnen/Bands sollen sich bereits in der österreichischen Live-Szene einen Namen gemacht haben. Da sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt und es ist fast unmöglich, eine Prognose abzugeben, welche Namen hier gemeint sein können.

Der vierte Act soll hauptsächlich durch eine große Anhängerschaft auf YouTube und Spotify hervorstechen. Auch hier gibt es selbstverständlich mehrere Optionen, dem Autor dieser Zeilen ist aber unweigerlich die deutsche Vorentscheidungsteilnehmerin Felicia Lu (Kürbiß, „Unser Song 2017“) eingefallen, auf die diese Beschreibung zutrifft (knapp 40.000 Abonnenten auf YouTube; 213.000 monatliche Hörer auf Spotify), auch wenn sie zumindest in der deutschen Öffentlichkeit eher unter dem Radar fliegt. In Österreich dagegen wird sie sogar im (öffentlich-rechtlichen!) Radio gespielt, wie das folgende Foto von unserem Frühstück nach der Zeppelin-Premiere im grenznahen Füssen beweist. Übrigens ist Felicia Lus aktueller Song „Anxiety“ 2:32 Minuten lang.

Bei „Merci, Chérie“ verrät Eberhard Forcher außerdem, dass er die – auch in Deutschland und der Schweiz – bekannte und erfolgreiche Band Bilderbuch angesprochen hat und die Herren für eine ESC-Teilnahme gewinnen wollte. Eine mögliche Bewerbung sei dann auch einige Zeit in der Schwebe und damit durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Allerdings war dieses Unterfangen offenbar nicht von Erfolg gekrönt.

Österreich setzt in den vergangenen ESC-Jahren auf eine interne Auswahl durch ein Expert*innenrunde rund um den Radio-DJ Eberhard Forcher. Dieses System hat in den letzten Jahren allerdings einige Schwächen offenbart, die wir an anderer Stelle bereits ausführlicher analysiert haben. So reichte es auch in diesem Jahr für Vincent Bueno und „Amen“ nur für 66 Punkte und damit Platz 12 im Halbfinale.

Welchen Künstler, welche Künstlerin oder welche Band würdet Ihr Euch für Österreich beim ESC 2022 wünschen?


88 Kommentare

    • Warum schon wieder? In den letzten 10 Jahren gab es nur einen deutschsprachigen Song aus Österreich. Der betreffende Song ist dem Vernehmen nach weit entfernt von einem Dance-Song.

      • Ich mag Bilderbuch auch, Bungalow ist nicht so aus den Socken hauend, aber Machine, hab ich hoch und runter gehört

      • Auf Eurovision Times gibt es 2 x im Jahr einen Online-Musikcontest von mMn höchster Qualität.

        Ich habe dieses Jahr mit Andorra (Lluís Cartes – Diuen diuen) einen respektablen 19. Platz ergattert, und mit Portugal (Ana Moura – Andorinhas) bin ich sogar Siebter geworden. (Sind immer über 40 Teilnehmer …) 🙂

      • Ich habe es mit Alice Merton – Vertigo für Deutschland leider nur auf einen 26. Platz geschafft. Dafür aber mit der Ukraine und Alina Pash – Bosorkanya auf Platz 4. 🙂

  1. Ou, wenn benny sowas sagt, muss man schon die ohren spitzen. Ich hab felicia lu schon vor wochen mal ins spiel gebracht, allerdings für deutschland)). Ich würde ihr gute chancen geben,für austria richtig was zu reissen.

  2. Bei dem Act, der eine hohe Anhängerschaft auf Spotify und YouTube hat, kann ich mir auch NESS vorstellen. Sie hat als Vanessa Dulhofer bei der letzten Staffel von Starmania im ORF teilgenommen und wurde Dritte. Und ihre beiden veröffentlichten Singles (Deutschpop!) haben gesamt über eine Million Streams auf Spotify, was schon sehr hoch für eine*n österreichische*n Künstler*in ist.

  3. Offensichtlich sollte der/die/das Drittplazierte von Masked Singer Österreich geschickt werden.

  4. Wie bitte, Bilderbuch? Wer oder was soll das sein? Lieder seitenweise 😄😄😄
    Bei solchen Bands bin ich raus. 😉

    Ich warte nur, dass sich eine Musikband Toilette nennt.

  5. Ich könnte mir auch Nadine Beiler die Österreich schon einmal beim ESC vertrat vorstellen das sie vielleicht nochmal teilnehmt.

  6. Österreich, obwohl viel kleiner als Deutschland, schickt fast immer erfahrene Künstler: Klarer Kontrast zu DEU, wo oft talentloser Schrott ohne Bühnenerfahrung geschickt wird, siehe u.a. 2019 und dieses Jahr.

  7. Über Bilderbuch bin ich vor einiger Zeit schonmal gestolpert und habe mich auch direkt gefragt, wie die wohl beim ESC ankommen würden. In der Bubble würden sie sicherlich für Furore sorgen, aber ob sie auch bei der breiten Masse so gut ankommen, wie man sich das vorstellt? In der Regel sind ihre Songs ja schon eher sperriger; für Österreich wären sie aber auf jeden Fall mal was ganz anderes und ich glaube, man täte gut daran, ein bisschen von dieser „Solo-Mann singt Soul/R’n’B-Song“-Ausrichtung mal wegzukommen.

    Felicia Lu fand ich bei Unser Song, was ihre Bühnenpräsenz angeht, noch etwas ausbaufähig, aber das ist ja auch schon fünf Jahre her und die Songs, die sie seither veröffentlicht hat, haben alle gutes Ohrurmpotential. Sie ist ja inzwischen unter den Fittichen von „Pappi“ Christof Straub, der ESC-technisch sehr aufgeschlossen ist. Daher ist der Tipp wohl gar nicht so schlecht.

    WWenn es deutschsprachig sein soll, hätte ich noch, auch aus dem Hause Straub, Chris Steger im Angebot der sich ja auch in recht kurzer Zeit ein gutes Online Following aufgebaut hat:

  8. Chris Steger ist sicherlich ein guter Tipp.
    Was mir an der Vorgangsweise des ORF gefällt, dass sie doch versuchen, Leute aus der österreichischen Musikszene zu nominieren, auch wenn das bisher nicht wirklich gut gelungen ist, außer 2015 (und dann leider mit dem Song Writing Camp zerstört hat). Eberhard Forcher hat auch gesagt, dass in diesem Jahr das Interesse aus der Musikszene viel größer war. Die verbliebene Auswahl dürfte einen Mix aus mehr oder weniger bekannten Vertretern der Musikszene bieten, einer davon hat auch schon ESC-Bezug. Jedenfalls sind alle Produktionen österreichisch.

  9. Seit heute steht fest, wer Italien in diesem Jahr beim JESC in Paris vertreten wird. Es handelt sich dabei um Elisabetta Lizza und der Wettbewerbsbeitrag heißt „Specchio“ (Spiegel):

    https://eurovoix.com/2021/11/11/italy-elisabetta-lizza-to-junior-eurovision-2021/

    Die Teilnehmerin kommt aus der Provinz Brescia (eine Stadt in Norditalien zwischen Mailand und Verona und in der Nähe des Gardasees). Wann der Song veröffentlicht wird, steht allerdings noch nicht fest.

  10. Bilderbuch kenn ich nur durch Inas Nacht. Frau Müller hat immer ein gutes Gespür für interessante Musikacts. Gern zum ESC damit.

  11. Beim Ösibandduell Wanda vs. Bilderbuch fand ich Wanda schon immer weitaus besser. Ich finde Bilderbuchs Songs mitunder…langweilig? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass das große Chancen hätte. Damit kann ich aber natürlich auch sehr falsch liegen. 😉

    • Mit einem derart bekannten Act wird Österreich nicht aufwarten können, aber anscheinend sind ganz gute Songs in der Endauswahl.

    • @Cali
      Das ging mir ähnlich, aber Wanda hatten augenscheinlich auch schon bessere Zeiten und immerhin wäre es schon lobenswert, wenn sich auch mal wieder westeuropäische Acts zum ESC trauen, die bereits ein gewisses Renommée haben (und der Has-Been-Schublade noch einigermaßen fern sind …).

  12. Ich werfe hier mal MC Yankoo rein der ist zwar in Österreich nicht präsent weil er von den Radiosendern einfach nicht gespielt wird
    aber auf YouTube Hunderte Millionen Klicks hat

  13. bilderbuch ist sehr gut! 👍‍
    schade aber vielleicht können wir die uns mal ausleihen. 🙃
    das mit dem eskimo callboy wird eh nix,weil viel zu einfach und zielführend und das ist den deutschen etwas suspekt – lieber palavern wir (auch hier),bis der arzt kommt. 😈

    • Ich befürchte auch, dass für Eskimo Callboy spätestens im Vorentscheid Schluss ein würde – analog zu Scooter 2004. Da müsste man den Mut haben, sie intern zu nominieren.

      • beim publicvoting würde ich mir da kaum sorgen machen aber jurys sind natürlich sehr oft beleidigt wenn die sowas hören und beurteilen müssen – die bevorzugen in aller regel feinste castingmusicsuperstimmeballadenkost.
        bei dem song „bungalow“ würden die wahrscheinlich auch einen schluck-auf bekommen. 🤣
        und dann gibt es ja noch den umstand,daß jurys nach allerfeinsten kriterien intern ausgesucht werden – wer jetzt nicht weiß,was ich meine,sollte sich mal den deutschen vorentscheid 2019 genauer begucken. 😈
        hyper,hyper ach nee,das war ja was anderes – lange her. 🙃

      • Wäre Max Mutzke nicht gewesen, hätten Scooter mit Sicherheit gewonnen. Der Rest des damaligen Feldes (Patrick Nuo evtl. ausgenommen) war ja aber auch nichts für die internationale Bühne.
        Da ist dann die Auswahl im März hoffentlich konkurrenzfähiger.

      • So sicher bin ich da nicht. Max hatte in der ersten Runde 67 % (siehe Link von lasse braun) und ich glaube nicht, dass sich viele davon für Scooter entschieden hätten.

        Umgekehrt haben sich von den ca. 25 %, die auf die anderen Acts entfielen auch fast alle in der zweiten Runde für Max entschieden. Klar erlaubt das keinen direkten Rückschluss, aber ein Indiz für die geschmacklichen Nähe der Max-Fans und Fans der übrigen Acts ist es schon.

      • Scooter war damals meine erste Wahl.
        MIA fand ich auch gut, konnte aber ganz schlecht die Erfolgsaussichten einschätzen. Wäre sicher ein Risiko, hätte aber in gewisser Weise die deutsche Musikszene repräsentiert (auch, aber nicht nur wegen der Sprache.😉
        Letztendlich ging die Wahl schon in Ordnung, war damals nur was angefressen, weil es ja offensichtlich war, wie der Abend ausging.

  14. Ok Eberhard Forcher hat ziemlich eindeutige Hinweise zu den vier Acts auf wiwibloggs verraten.
    Der deutschsprachige Song kommt hundertprozentig vom Duo Anger.
    Die Electroswing Band ist wohl Deladap, die schon 2012 beim Vorentscheid war.
    Beim erfolgreichsten DJ Österreichs aller Zeiten bin ich nicht sicher, ich denke es ist LUM!X. Er hat mit seinen 19 Jahren immerhin schon Gold bzw. Platin in Österreich, Deutschland, Italien, Polen, Dänemark und Frankreich erhalten.
    Und dann gibt es noch eine Band aus der Steiermark.

    • Ok, dann würde ich ihm dringend dazu raten sich für Anger zu entscheiden. Damit wird das Ganze dann auch endlich einmal für Fm4 interessant. (Obwohl der Anger Sound nicht unbedingt meins ist.)

    • Bei der Band aus der Steiermark könnte es sich wahrscheinlich um eine der folgenden Formationen handeln:

      – Auris
      – Badhoven
      – Facelift
      – Jerx
      – Viech

      Der Hammer wäre natürlich, wenn Opus, die mit „Life is live“ einen Riesenhit hatten, Österreich im kommenden Jahr beim ESC vertreten!

  15. die österreicher sollen sich mal wieder richtig was trauen! 😎
    das mädel im blumenkleid? was französisch gesungen hat,war auch 1. liga.

  16. Anscheinend gibt es noch einen fünften Act, der es im letzten Moment in die Endauswahl geschafft hat und dies wohl nicht ohne Grund. Diesmal solo..

  17. Also lieber Eberhard, sei vernünftig und lass dir nicht dreinreden – so eine Chance tut sich nur einmal auf.
    Anger und alles wird gut.

    • Ich fände Anger auch total genial, und Deutsch würde bei ihrem Musikstil „nicht stören“. Aber ich glaube, dass es dem ORF zu riskant wäre nach zwei Flops. Die wollen jetzt schon wieder ins Finale und da gut abschneiden, folglich mit einem englischsprachigen Song auf Nummer sicher gehen, und davon soll es dem Vernehmen nach sehr starke geben.

      • Folglich mit einem englischsprachigen Song auf Nummer sicher gehen – so wie die letzten beiden Male. 😉
        Ich glaube Anger hätten ziemlich gute Chancen zumindest ins Finale zu kommen.

  18. Ich denke die ganze Zeit an Parov Stellar ( https://youtu.be/5ueJ4-lTa1s ) – vielleicht aber auch nur, weil ich schon lang drauf hoffe und ich bei den spärlichen Infos sofort an ihn denken musste. Wenn man es schon mir Electroswing probieren möchte – wieso dann nicht mit dem vielleicht besten Vertreter auf diesem Feld?

    Und Louie Austen (nach 2011 aber bitte mit einem geilen Song) wäre natürlich auch Zucker. ( https://youtu.be/8xetduXnq7I )

    • Parov Stelar ist aber auszuschließen, in diesem Jahr jedenfalls. Electroswing ist auch sowas von out, dass ich nicht glaube, dass der ORF etwas in die Richtung schicken würde.

      • Ok, Louie Austen ist raus… Aber laut Aussage von Eberhard Forcher „ein Act mit einer charismatischen Sängerin der sich musikalisch zwischen Electroswing und EDM bewegt“ lässt mich noch ein bisschen hoffen 😉

        Aber ich kann natürlich auch voll daneben liegen – mache grad erst Feierabend und habs dementsprechend nur nebenbei aufgeschnappt.

  19. Deladap haben doch ein neues Album raus auf Vinyl und so. Die sind es doch nicht, oder? Wäre dann der ESC-Song schon auf dem neuen Album drauf?

      • Wer auch immer Roxy ist, recht gut informiert … nur bei der steirischen Band irrt er, die hat noch keiner hier richtig entschlüsselt. Und dass mit dem lachenden Fünften könnte durchaus sein.

  20. Der ESC Song muss ja nicht auf dem neuen Album sein Ich denke aber, dass Deladap ohnedies schlechte Chancen haben. Bei der steirischen Band bin ich gar nicht sicher, ob das Grand Nights sind, jedenfalls dürften sie relativ unbekannt sein. Die andern sind aber 100% Lumix, Anger und Deladap. Gegen Lumix spricht, dass der Song dem ORF möglicherweise zu „billig“ ist, wenn er im Stil nicht deutlich anders als die anderen Songs von Lumix ist. Ob er sich mit Anger traut, einen deutschsprachigen Song zu schicken, da bin ich auch skeptisch. Möglicherweise gibt es deshalb einen lachenden Fünften.

  21. Schade das Andreas Gaballier anscheinend nicht in der Verlosung ist. Seine Lieder finde ich viel origineller als die Beiträge die Österreich in den letzten Jahren zum ESC geschickt hat. Auch hier wäre es mal gut, wenn Österreich mal wieder ein Lied in Deutsch oder Deutsch mit österreichischem Akzent zum ESC schicken würde.

  22. Ehrlich gesagt kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum man die Songs der noch vier sich im Rennen befindenen Kandidaten nicht online stellt und die User darüber bestimmen lässt, wer nach Turin fahren darf. Und wenn ich mir die Ösi-Bilanz der letzten Jahre so ansehe, so toll haben die intern ausgewählten Kandidaten jetzt auch nicht abgeschnitten.

    • Naja…ein Sieg, ein dritter Platz, ein 13. Platz, ein 16. Platz und zwei mal nicht Qualifiziert. So schlecht waren die Internas des ORF auch wieder nicht :-

    • Online Abstimmungen sind total unangebracht, das geht nur wie in Bulgarien, wenn es sich um einen einzigen Künstler handelt. Bei den verbleibenden Acts ist einer mit Millionen an Followern und andere die praktisch unbekannt sind. Wie würde das wohl ausgehen?

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