Es war der 6. April 1974, an dem schwedische Musikgeschichte geschrieben wurden. Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid – kurz ABBA – gewannen im englischen Seebad Brighton den Eurovision Song Contest für Schweden vor Italien (Gigliola Cinquetti) und der Niederlande (Mouth and MacNeal). Die meisten Punkte (5) gab es aus Finnland und aus der Schweiz, Deutschland hat 2 der letztendlich 24 Punkte beigesteuert. Keine Punkte gab es vom Gastgeberland, dem Vereinigten Königreich, in dem ABBA in den Folgejahren mit zehn Nummer-1-Alben und neun Nummer-1-Singles eine spektakuläre Erfolgskarriere machten.
In Brighton begann eine einzigartige Weltkarriere, für die der ESC den Weg geebnet hat. ABBA selbst und Polar Music aber auch viele andere mit dem Jubiläum Assoziierte feiern ABBA bis zum Anschlag. Der Brighton Dome veröffentlicht auf X (Ex-Twitter) ein Archivfoto, dass ABBA vor 50 Jahren gemeinsam mit ihrem Manager Stikkan „Stig“ Anderson (verstorben 1997) vor dem Venue zeigt. Those were the days my friend. ABBA broke the code.
🗓️ Join us at 12pm on 4 Apr at #Brighton Dome, where we’ll be unveiling a BBC Sussex Blue Plaque commemorating #ABBA’s epic Eurovision win.
📸 The Argus Photo Archive pic.twitter.com/wzr5RicMSg
— Brighton Dome (@brightdome) March 25, 2024
Im Brighton Dome findet heute Abend auch ein eurovisionäres Tribute-Konzert – benannt nach der erfolgreichsten Best-Of-Compilation „ABBA Gold“ – für das der Initiator, der Brighton Gay Men’s Chorus, ein wunderbares Old-School-ESC-Ensemble versammelt hat.
Host ist Charlotte Perrelli, die insgesamt fünf weitere ESC-Divas ansagen wird, darunter vier ESC-Sieger*innen (wie Charlotte auch): Emmelie de Forest (2013 für Dänemark), Katrina (1997 für UK mit Katrina and The Waves), Linda Martin (1984 und 1992 für Irland), Nicki French (Platz 16 in 2000 für UK) und Måns Zelmerlöw (2015 für Schweden). Sehr witzig ist, das auf dem zugehörigen Promopic die Old-School-Damen (Photoshop sei Dank) jünger aussehen als die tatsächlich jüngste Teilnehmerin Emmelie.
Wer jetzt Lust auf ABBA-Klassiker hat, vorgetragen von großartigen schwulen Chorjungs gemeinsam mit unseren ESC-Royalty-Lieblingen: Es gibt noch Tickets.
Die Party ist nur eine von vielen, auf denen der legendäre „Waterloo“-Erfolg von ABBA exakt 50 Jahre nach ihrem 74er-Erfolg gefeiert wird. Über die vielversprechendste namens „En Fest För ABBA – Waterloo 50 Är“ haben wir bereits ausführlich berichtet. SVT-Musikredakteurin Annika Forsberg hat eine ultracool gemixte Musikerinnen- und Musiker-Cast zusammengestellt. Wir erwarten einzigartige Interpretationen aus dem ABBA-Songkatalog. SVT Play überträgt ab 20:00 Uhr live aus dem Cirkus in Djurgården/Stockholm.
In Berlin (Friedrichstadt-Palast), Stockholm (Nordiska Kompaniet), London (U-Bahn Waterloo St) und Warschau (U-Bahn Swietokrzyska) hat Polar Music ein selbstspielendes Klavier aufbauen lassen, dass am Jubiläumstag ab 10:00 Uhr morgens „Waterloo“ in einer Pianoversion spielt, die Benny eigens für diesen Anlass namens „The Piano Moment“ aufgenommen hat.
Die Veranstaltungen an zentralen urbanen Shopping-freundlichen Locations dürften in allererster Linie dazu dienen, das anlässlich des Jubiläums eindrucksvoll gepimpte ABBA-Merchandise-Angebot unter’s Volk zu bringen, aber immerhin werden auch kostenlose Giveaways versprochen („solange der Vorrat reicht“).
Es gäbe noch so viel ABBA-esques an diesem großen Tag zu erzählen, aber wir widmen uns den Lucky 4 – zu Recht – regelmäßig auf ESC kompakt, es lohnt sich, den hier gesetzten Links zu folgen. Am heutigen Festtag möchte ich heute mit nur vier, sorgfältig ausgewählten ESC-kompakt-Leseempfehlungen schließen.
1. 50 Jahre ABBA
„50 Jahre Waterloo“ und „50 Jahre ABBA“ werden speziell in diesen Tagen häufig durcheinandergebracht. „50 Jahre Abba“ war aber schon 2023 und das haben wir anlässlich des Re-Entrys ihres ersten Albums „Ring Ring“ in die deutschen Charts auf ESC kompakt bereits gewürdigt.
2. ABBA Voyage – The Concert
ABBA Voyage dürfte absehbar Björns und Bennys Lizenzerträge des „Mamma Mia“-Musicals toppen. Die ABBAtar-Show in East London ist fantastisch, hier gibt es einen Erfahrungsbericht von Benny.
3. ABBA Gold
Nicht umsonst ist der heutige Brighton-Konzertabend von Monz und seinen Mädels nach diesem Bockbuster-Album benannt, welches inzwischen 1.144 Wochen in den UK Albumcharts platziert ist (derzeit Platz 12). Hier findet Ihr alle Hintergründe zu diesem legendären Erfolg.
4. Die liebsten ABBA-Songs von Lord of the Lost
Auch Deutschlands ESC-Vertreter 2023 sind ABBA-Fans. Anlässlich eines Foto-Shootings in Hamburg haben sie uns ihre individuellen Lieblingssongs verraten. Wunderbar lesbar zum Inspirieren und Vergleichen. Und „Waterloo“ ist auch dabei.
Und so fing alles an: ABBA an Startnummer 8 beim Grand Prix de la Chanson 1974.
Zum Abschluss gibt’s ABBA Flowerpower aus dem liebsten Hamburger Frühstücksspot des Autors. Das Savory hat extra für den 6. April 2024 opulent dekoriert.
PS: Das Aufmacherfoto zeigt übrigens das Cover der frisch erschienenen Single „Waterloo (50th Anniversary Edition)“ inklusive der schwedischen, deutschen und französischen Versionen von ABBAs ESC-Siegerbeitrag.
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Da kann man wirklich nur Herzlichen Glückwunsch sagen! ABBA ist wohl das größte was der ESC je hervor gebracht hat. Vor allem der Erfolg in den USA ist genial. Das ABBA-Musical „Mamma Mia“ ist erstaunlich. Laut Playbill ist „Mamma Mia“ sogar auf dem zweiten Platz bei dem am meisten aufgeführten Musicals in High Schools.
https://playbill.com/article/the-10-most-produced-high-school-plays-and-musicals-of-2022-2023
Wie Björn mal in einem Interview erwähnt hat, haben die Songs von ABBA auch Einflüsse aus dem deutschen Schlager, weswegen ich ja nach wie vor auch an einem ESC-Erfolg für Deutschland mit eben einem Schlager glaube, aber dies ist eine andere Geschichte.
Übrigens, habt ihr mitbekommen, was dass die Band KISS gemeinsame Sache mit der Firma von Björn, Pophouse Entertainment, macht und wohl auch in ein paar Jahren ihre eigene Avatar-Show bekommen sollen?
https://www.spiegel.de/kultur/musik/kiss-verkaufen-musik-und-markenrechte-an-pophouse-entertainment-inklusive-gesichtsbemalung-a-ad8cdf29-fc7c-4d63-8c9a-b9a83c9ae24d
Mir war zu der Zeit Boney M lieber
Schande ueber mich😉
Bonney M mag ich auch gerne.😊
Gestern wurde in den italienischen Nachrichten darüber berichtet und mein Vater war ganz erstaunt, dass es schon 50 Jahre nun her ist und Abba tatsächlich durch den ESC bekannt geworden sind. Habe ich zwar schon unzählige Male erwähnt, meine Mama auch, aber er wusste es trotzdem nicht mehr. 😄
Oh gott. Da merkt man erst wie die jahre vorbeigezischt sind. Mein hund hat übrigens einen ausgeprägten napoleon-komplex, darum muss ich fast täglich an waterloo denken.
Herzlichen Glückwunsch und großen Respekt vor dieser Karriere!
Ich muss gestehen, dass ich nie ein großer ABBA Fan war, und auch Waterloo nicht zu meinen Favoriten zählt. Trotzdem haben ABBA, dem ESC in seiner Bekanntheit und Beliebtheit einen großen Dienst erwiesen! Congratulation!
ABBA stehen mit „Waterloo“ auch beim Lesergame verdient im großen Finale und wer noch nicht abgestimmt hat, sollte es machen.
Bei mir Platz 3🙂
Bei mir eindeutig Platz 1, auch wenn ich Waterloo im Vergleich zu vielen anderen ABBA-Songs eher durchschnittlich finde.
Congratulation Waterloo und ABBA🥳🥳🥳
Welch ein Tag! Werde mal direkt ABBA Gold zur Hausarbeit einlegen🤩
Mein Lieblings-Abba-Erlebnis muss ich einfach grade mal zum Besten geben:
Ich war damals 10 und schon ESC-Fan 🙂
Ein paar Tage vorm Finale gab’s in der ARD sehr spät „Auftakt für Brighton“, wo alle Songs vorgestellt wurden und den ersten Teil durfte ich sogar gucken. Von Abba war ich sofort geflasht, lief gleich am nächsten Tag in die kleine Buchhandlung (ein Plattengeschäft hatten wir damals im Ort nicht), um die Single zu kaufen. Sie war natürlich nicht vorrätig und musste bestellt werden. Gleich am Samstag (6. April) wollte ich vormittags die Platte abholen und die Verkäuferin meinte zu meiner großen Enttäuschung so: „Abba? Waterloo? Gibt’s nicht. Die wissen nicht, was du meinst.“ Na ja – ein paar Tage später habe ich die Single dann doch in den Händen gehalten. 🙂
Fantastisch und herzlichen Glückwunsch an ABBA. Und „Thank you for your Music“, wo nach Waterloo ja richtige Perlen entstanden sind. Und ein Danke auch an die Juries von 1974 – wet weiß, ob wir ohne Sieg beim ESC in den Genuss dieser fantastischen Musik von ABBA gekommen wären ♥️♥️♥️🥂🥳🎉🥰🥰🥰
Nein, wären wir wohl nicht. Wenn auch der zweite Anlauf beim ESC gescheitert wäre, dann hätten sich die Mädels sicher stärker auf ihre Solokarriere konzentriert und Björn und Benny stärker auf die Arbeit für andere Künstler. Wahrscheinlich wären auch die Beziehungen früher gescheitert, das hat Benny mal in einem Interview angedeutet. Unfassbar, welche Meisterwerke der Musikgeschichte uns damit entgangen wären. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass ohne den Mega-Erfolg in Australien wahrscheinlich ganz Europa die phantastischen 4 als weiteres One-Hit-Wonder abgebucht hätte. Denn der wirkliche Durchbruch kam ja erst 1975 über den Umweg Down Under.
https://youtu.be/XjQRTgDg5ac
Der Startschuss für eine einzigartige Karriere!:-)
Und der Startschuss für mein Interesse an „zeitgenössischer Musik“, denn bis dahin hörte ich mich mit Freude durch die Schallplatten meiner Eltern und hatte die aktuelle Musik für mich noch nicht entdeckt.
Dann aber lag ich auf der Kinderststion im Krankenhaus und die Schwester stellte uns für ein Stündchen ein Fernsehgerät ins Zimmer…wir durften die „Drehscheibe“ (!) sehen und dort kam am Ende immer ein Song. An diesem Abend war es ABBA mit Waterloo und ich war infiziert!:-)
Dieses Lied hat mein Interesse an aktueller Musik geweckt! Von da an hörte ich mich durch alle aktuellen Lieder…schaute „Disco“ und „Musikladen“ usw.
ABBA fand ich immer schön…wurde aber nie ein absoluter „Fan“. Da gab es so viel anderes…:-))
Ist aber egal…heute liebe ich ABBA und bin so froh über diesen Moment des „Erwachens“, den ich ihnen zu verdanken und heute noch im Kopf habe.:-)
Der ESC wurde bei uns immer geschaut…nach ABBA hatte er aber eine neue Bedeutung für mich bekommen.:-)
Da werde ich heute doch mal in Erinnerung schwelgen und mit ABBA duch den Tag gehen…:-))
Mail von ABBA heute in meinem Postfach:
„06/04/2024
It’s slightly dizzying and deeply humbling to think that millions of you who saw us for the first time in the Eurovision final 1974 have passed our music on not only to one generation, but to several. We see evidence of that every time one of us visits ABBA Voyage in London and it’s because of this we can celebrate the 50th Anniversary of that event in the knowledge that our songs still resonate around the world.
It’s difficult to comprehend that 50 years have gone by since the four of us waited backstage for the verdicts of all the juries around Europe at the Dome in Brighton. So what were our dreams during those suspenseful moments or in the chaos in the aftermath of the victory we had secured with the smallest margin in Eurovision history? Four different dreams, no doubt, but whatever they were, however grand, reality has surpassed them, that’s for sure.
Many of you were there from the very start and have followed us ever since – for over half a century! Music you discover and learn to love when you grow up or even later in life has a way of staying with you forever. We share that experience with you and to know that our music has become a constant in your lives is a wonderful thing.
Throughout the years we have been blessed with the outpouring of love from you, our fans. We feel it and we want you to know that hardly a day goes by when we’re not reminded of it. To say thank you for what you’re giving us without sounding trivial is not easy and this is not a moment for triviality. It is a happy and at the same time solemn moment and we can only hope that you understand how deeply grateful we are for a long, successful career and for your steadfast loyalty and support through the years. Thank you!
/ Agnetha, Björn, Benny, Anni-Frid“
Danke, AgnethaFrida. Und sind Dir beim Lesen des Newsletters auch die Tränen gekommen wie mir?
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Speziell der letzte Absatz hat mich bewegt und war ein guter Start in den heutigen Feiertag.
Ja klar….
Mir auch
Eine ESC-Legende namens Gigliola Cinquetti hätten die ESC-Fans (m/w/d) sechzig Jahre nach ihrem ersten ESC-Sieg in Kopenhagen und fünfzig Jahre später, nachdem sie ABBA in Brighton den Vortritt lassen musste, haben können. Ich bin mir sicher Gigliola Cinquetti wäre als erste ESC-Gewinnerin, die den ESC zweimal gewonnen hätte eine ESC-Ikone geworden, die sich dem ESC-Fandom gegenüber immer dankbar gezeigt hätte und ihre Liebe zum ESC auch fünfzig Jahre später offen, glasklar und sympathisch kommunizieren würde.
So ist Gigliola Cinquetti halt einfach nur eine ESC-Siegerin von vielen und leider etwas in der Versenkung verschwunden.
Bekommen haben die ESC-Fans (m/w/d) mit ABBA stattdessen ESC-Sieger, für die eine – zumindest nach meinem Empfinden – Weltkarriere immer einen etwas höheren Stellenwert hatte und auch weiterhin haben wird, als die Liebe zum ESC. Ich habe einfach das Gefühl, dass es ABBA irgendwie egal ist, ob das Sprungbrett zu ihrer Weltkarriere der ESC gewesen ist oder ein Woodstock Festival in San Francisco während der Floer Power Zeit Ende der der 60er / Anfang der 70er Jahre hätte sein können.
Die Liebe zum ESC und diese Liebe auch nach außen hin offen zu zeigen vermisse ich bei ABBA durchaus.
Nichtsdestotrotz bin und bleibe ich ein ABBA-Fan. Auch wenn ich bspw. den Song „Knowing me, knowing you“ sehr viel besser finde als den ESC-Siegersong „Waterloo“.
Lieber Benny und Björn, liebe Agnetha und liebe Anni-Frid, thank you for YOUR music. 😀
Also als ESC Moderatorin war Gigliola 1991Spitze und den Fans gegenüber offen und zugewandt. Genau wie bei ihrem San Remo – Gastauftritt vor nicht so langer Zeit. Und eine schöne Karriere hat sie u.a in Deutschland auch gemacht.
Ich finde, das Schicksal hat es gut gemeint mit ABBA und Gigliola.
Vor allem hat sie es 1991 ein wenig geschafft, Toto einzufangen, eine große Leistung. 😉
„Si“ gehört ebenso wie „Non ho l’eta“ zu meinen Allzeitlieblingen, auch abseits des ESC und Signora Cinquetti ist wunderbar.
ABBA hat aber eine ganz eigene Geschichte und ich finde es immer noch lustig, dass „Waterloo“ eben nicht das sprichwörtliche Versagen für die 4 Schweden bedeutet hat, sondern das komplette Gegenteil. Große Karriere, viele schöne Momente und immer noch da und unvergessen.
Aber im Nachgang zum ESC 1974 bin ich immer noch Team Si. 😀
Bei mir ist Gigiola keineswegs nur eine Siegerin von vielen. Für mich ist sie eine Ikone.
Für mich auch. Ihr ESC-Siegersong „Non ho l’età“ ist mein Lieblings-ESC-Siegersong aller Zeiten.
Dansevise für mich.
Kopenhagen und „Non ho l’età“ sind Dank „Dansevise“ untrennbar miteinander verbunden.
Auf jeden Fall ist „Dansevise“ ein super cooler Song.
Schön, dass wir heute dieses Jubiläum feiern können.
Es gab aber auch damals Leute und Stimmen, die mit dem dieser Art von Popmusik gar nichts anfangen konnten, eine „Gefahr“ für den bis dahin chanson-,schlager und liederorientierten Grand Prix Eurovision sahen und eine reine Gruppe, die zeitgemäße Musik macht, für den Wettbewerb nicht geeignet hielten.
Es war wie sich herausstellte, vielmehr eine der daraufhin zahlreich folgenden musikalischen Weiterentwicklungen des ESC.
Herzlichen Glückwunsch.💐
Heute morgen lief auf meinem Lieblingssender jede Stunde ein anderer ABBA-Song – unter anderem auch „The Day before you came“ – einer meiner absoluten Lieblingssongs von ABBA.😍
Off Topic:
Mit Hilfe von KI hab ich einen Song für uns deutschen ESC fans generiert, der motivieren und aufbauen soll, niemals aufzugeben und immer weiter zu kämpfen 🙂
https://youtu.be/5exW71YaLQ8?si=4GajdxFWo4Amfui-
Heute kommt mir keine andere Musik als ABBA in die Ohren. Ich bin zwar erst 1976 durch Money, Money, Money infiziert worden, aber trotzdem haben ABBA auch meine Liebe zum ESC geprägt. Ich hatte damals gelesen, dass ABBA den Grand Prix gewonnen haben, also musste das ja eine tolle Show sein. 1977 war dann mein erster ESC.
Meine Zeit als harter ABBA-Fan endete vorläufig schon 1978 mit Eagle, das fand ich damals mit 11 sehr langweilig. Schon The Name Of The Game hatte mir nichts gesagt. Erst in den 80ern habe ich zu ABBA zurückgefunden und die drei verpassten Alben The Album, Voulez Vous und Super Trouper gekauft. Seitdem lasse ich mir nicht mehr einreden, dass ich „bessere“ oder „anspruchsvollere“ Musik hören müsste. Die Kritiker von damals sind auch schon lange verstummt.
1974 war der letzte Grand Prix, den ich noch nicht damals live gesehen hatte. Hab den Sieg aber anschließend natürlich mitbekommen…
Und von den SiegerInnen gab es hinterher durchaus noch Besseres, ich mochte sie, war aber nie der Suuuperfan.
Ich feiere übrigens heute Abend mit Freunden das Jubiläum inclusive Vorentscheid von 1974 aus Schweden und dann natürlich den Grand Prix 1974 selbst. Leider fangen wird deshalb schon um 18:00h an und das bei dem Wetter, aber man muss auch mal Opfer bringen…
Eigentlich schade, daß der maßgebliche Auslöser für das ABBA-Revival in den 90ern und dem damit seitdem verbundenen anhaltenden Erfolg von ABBA mit keiner Silbe erwähnt wird:
ABBA-esque von Ersaure.
Im Juni 1992 in UK erschienen und der erste und einzige Nummer-1-Hit von Erasure brachte da so einiges ins Rollen.
ABBA Gold erschien erst über drei Monate später (ich vermute mal als klassische Trittbrettfahrerei von Polydor), und der Rest ist dann Geschichte.
Ach ja, ABBAs Karriere war eigentlich 1982 bereits vorbei und schlief dann zehn Jahre still und leise vor sich hin. Erst Erasure haben sie wieder zum Leben erweckt.
Mir geht dieses ganze ABBA-Gedöns seit Jahren gehörig auf den Wecker. Mamma Mia auf Deutsch war eine Zumutung, die Filme indiskutabel, Voyage musikalisch schwachbrüstig und die Show in London werde ich mir bestimmt nicht anschauen. Dann lieber noch einmal den Auftritt vom 6.4.1974 genießen, den ich damals mit meiner Großmutter sah. Sie ahnte, daß sie gewinnen werden auch wenn wir natürlich „Si“ fast noch besser fanden.
Hejj @cars10, danke für Dein Feedback. Die Story mit Deiner Oma ist wunderbar und sicher eine wie sie viele Boomer erzählen können.
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Ergänzend mag ich antworten, dass Du meine sanfte Erasure-Anspielung im Absatz vor den Link-Empfehlungen leider nicht gesehen oder nicht verstanden hast.
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Dies vorausgeschickt, mag ich noch sagen, dass ich die Bedeutung der Erasure-EP für den Erfolg von ABBA Gold hier auf ESC kompakt schon einige Male gewürdigt habe, zuletzt 2022. Aber der Platz ist ja immer begrenzt und heute geht es um „Waterloo“.
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Björn Again haben dann ja ABBA-esque mit Erasure-esque gekontert, beide EPs habe ich noch.
Hallo Peter,
Deine Erasure-Anspielung war aber auch seeeeehr dezent, und als solche nur zu erahnen😉.
Die Erasure-EP hat man natürlich im Original, aber BjörnAgain muß jetzt nicht sein.
Grüße!
cars10
Ich habe natürlich auch beide EPs. Ich erinnere mich, dass ich damals bei meinem Vater im Büro war, als ich Björn Again das erste Mal im Radio gehört habe. Der Moderator hat behauptet, dass das eine neue ABBA-Single wäre. Ich war zuerst ganz aus dem Häuschen, dann kam mir das doch unglaubwürdig vor. Trotzdem war ich enttäuscht, als die Auflösung kam. Damals dachte ich, dass ich nie wieder etwas neues von ABBA hören würde.
Das ist doch erst die vierte Abba-Story von Peter dieses Jahr, da kommt doch noch mehr, vielleicht auch über das Revival.
Die dänische Website billedbladet.dk berichtet anläßlich des Jubiläums, dass ABBA im Vorfeld eigentlich vorhatte, sich mit einem anderen Song für Brighton zu bewerben.
Der Song hieß „Hasta Mañana“. Ob es der später veröffentlichte Song gleichen Titels ist und ob es überhaupt stimmt, ist mir unbekannt.
https://www.billedbladet.dk/kendte/danmark/musik/50-aar-siden-waterloo-vandt-eurovision-song-contest-abba-ville-have-deltaget
Auch ein schöner Song ♥️♥️
Ja, das stimmt.
Die Geschichte ist alt und tausendfach erzählt. Gut, dass sie sich gegen diesen süßlichen Schlager entschieden haben. Sie wussten halt, dass man mit etwas unüblichen auffallen muss. Diese Erkenntnis muss beim NDR noch reifen…
Ich glaub‘, sie haben sich dagegen entschieden, weil das eher eine Solonummer von Agnetha war.
Und Wikipedia hat heute dazu auch einen Artikel veröffentlicht:
https://de.wikipedia.org/wiki/ABBA
Was genau meinst du? Die ABBA-Wikipediaseite gibt es seit Juni 2001.
Ich weiß, aber zum ersten Mal ist er in der Kategorie „Artikel des Tages“ zu finden und er wird ja auch regelmäßig überarbeitet
Denke hier ist der richtige Platz seine Abba-Anekdoten zu erzählen. Ich war ja schon in den 70ern kein Fan von den Vieren, aber nun muss ich gestehen, dass mehrere Tonträger dieser Gruppe sich in meinem Besitz befinden.
Ich bin ja ein Fan des Analogen und deswegen noch Besitzer einer Plattenspielers. Deswegen bekomme ich immer mal wieder Kistenweise Platten geschenkt, und diesmal war neben deutschem Schlager der 60er+70er (der sofort in die Tonne wanderte) eben auch 5 Platten von Abba dabei. Die witzigste ist die „very Best of Abba“ vom Musikladen, da reichte das „Best of“ scheinbar nicht mehr.
Vermutlich werden die Platten aber nicht lange bei mir sein, wer noch welche haben will, kann sich melden. Denke aber die sind in so hoher Auflage heraus bekommen, dass man sich damit das Zimmer tapezieren kann.
Wie gerne wäre ich heute in London um das 25. Jubiläum der Mamma Mia-Premiere zu feiern oder/und um diesen speziellen Tag bei ABBA-Voyage zu feiern. Wie gerne wäre ich auch in Brighton im Dome….aber naja, so habe ich für meine Familie ein schwedisches Menu gekocht und den Tag zu Hause gefeiert.
Wie gerne wäre ich im Mai in Malmö, auch daraus wird nichts, nun ja, den ESC zu Hause schauen und feiern geht ja auch.
(Kleiner Hinweis Peter: Ich denke 50 Jahre ABBA haben wir bereits 2022 gefeiert, denn 1972 kam die erste Single auf den Markt, an dem alle vier als Gruppe beteiligt waren.)
Ich habe den ESC heute vor 50 Jahren noch nicht sehen können, ganz weit im Osten wohnend gab es keine Chance auf Westfernsehen, dann schon eher SVT oder DR, aber es gab natürlich bei uns keine ESC-schauen-Tradition.
Mein ABBA-Erweckungserlebnis hatte ich im November 1974, als die vier im DDR Fernsehen im Kessel Buntes auftraten, ich war dann fast 8 Jahre alt und seitdem liebe ich die Musik der Schweden.
Durch ABBA wurde ich Schweden-Fan, ich reise unheimlich gern in dieses Land, habe dort so viele nette Leute kennengelernt. Niemals davor und nie wieder danach hat mich eine Familie, mit denen ich vor dem Jury-Finale in Malmö 2013 einen Wein an der Bar trank, spontan für den nächsten Abend nach Hause eingeladen zur Pre-ESC-Party und am Nachmittag davor zu einer privaten Stadtführung……
Durch ABBA habe ich begonnen mich für den ESC zu interessieren, 1983 saß ich das erste Mal live vor dem Fernseher (wir hatten ausnahmsweise Westfernsehempfang…).
Was soll ich noch schreiben?
Thank You For The Music ABBA.
Das ist schön zu lesen. 😀
So geht Fan-sein, finde ich.
Darf ich fragen, was es heute als schwedisches Menü gab?
Rate mal…..
Köttbullar
Knäckebrot
Fisch – Lachs oder Hering
dazu Glögg?
In einem anderen Kommentar las ich, dass Du nicht gerne kochst. 😉
Stimmt….also klar Köttbullar, dann noch Pan y Party und zum Desert Pankakor….
😀 Prima
Euch noch weiterhin viel Spaß heute Abend.
Pann y pytta…..man Autokorrektur….
Surströming
Habe ich mich nicht getraut, den anderen vorzusetzen…..
Ist ja auch nur für den ESC-Sieger von 2015 reserviert, vielleicht wirkt es ja gegen Homophobie.
Hejj AgnethaFrida, erstmal viiiielen Dank für Deine Kommentare unter den ABBA-Stücken, Sie sind eine echte Bereicherung und großartige Verlängerungen der Beiträge und machen – definitiv nicht nur mir – viel Spaß und „tausend Glücksgefühle“.
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ja, und zum ABBA Jubiläumsjahr scheiden sich in der Tat die Geister. Die ersten Veröffentlichungen erschienen 1972 halt noch unter den vier Vornamen der Bandmitglieder und so haben sich die meisten Chronisten auf 1973 als erstes ABBA-Jahr geeignet, weil da der Name entstand und die erste Mello-Teilnahme war halt auch in 1973. Aber wissenschaftlich-historisch hast Du unbedingt Recht.
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Hier habe ich ein Cover aus der Zeit gezeigt:
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https://esc-kompakt.de/abbas-debuetalbum-ring-ring-nach-50-jahren-erstmals-in-den-deutschen-albumcharts/.
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„Thank You For The Music“ – in der Tat
Danke für deine Worte Peter, fühle mich ESC kompakt-Blog-geehrt. 🙂
Aber gehen wir doch einmal in eine faktische Diskussion….Du schreibst, die Aufnahmen aus 1972 erschienen noch unter den vier Vornamen, aber genau das passierte ja sowohl beim Mello 1973 als auch bei der Veröffentlichung von „Ring, Ring“-Album und -Single ebenso.
Und die 1982 erschienene Compilation trug den Namen „The Singles – The First 10 Years“ – also zum 10. Bandjubiläum.
Aber gut, wissenschaftlich-historisch hatte ich ja eh schon recht – hahaha.
Einig sind wir uns, dass wir am gestrigen Tag nicht 50 Jahre ABBA gefeiert haben.
Hast uns noch gar nicht daran teilhaben lassen, wie du den Tag begangen hast…….hoffentlich bin ich nicht zu neugierig…..
@AgnethaFrida, ich habe Dich ja schon für Deine wissenschaftlich-historische Richtigkeit gefeiert, mehr kann ich nicht tun. Hinsichtlich der Faktenlage haben wir ja auch keine zwei Meinungen. Ich habe mich bei der 50-Jahre- Festlegung auf 2023 lediglich an dem Sound der allermeisten etablierten Veröffentlichungen orientiert. Aber Dein Argument mit der 2LP-Veröffentlichung „The First Ten Years“ ist megastark, die Vinyl-Veröffentlichung habe ich heute noch. Zukünftig sind es bis Jahresende also 52 Jahre, wenn wir ABBAs Roots zelebrieren.
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Und ich feiere Dich auch dafür, dass Du unter den mehr als 100T Leserinnen und Lesern auf die historische ABBA Wahrheiten bestehst. You broke the code. (Gruß an Nemo, der wie ein Role Model für die fungieren kann, die ABBA über´s Elternhaus entdecken.)
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zu Deiner Frage: Mein gestriger Tag war relativ unaufregend. Morgens habe ich das gemacht, was viele am Samstagmorgen machen (Putzen, Aufräumen, Reinigung, Schneider, Supermarkt, Postfach leeren, LEGO Flagship usw.) und dabei „ABBA – The Complete Singles“ gehört, denn da sind auch die deutschen Versionen von „Waterloo“, „Honey Honey“ und „Another town, another train“ dabei/drauf. Wer im Wartesaal der Liebe steht…
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Dann habe ich arbeiten müssen, weil ich morgen (Montag) eine wichtige Projektarbeit abgeben möchte und muss. Dabei habe ich den projektbeteiligten Graphiker mit der ESC kompakt Spotify Playlist des Jahrgangs 2024 erfreut. (Er mag besonders Joost und Mustii.) Danach war ich mit Freunden unterwegs, wir haben italienischen Rotwein getrunken und erst die Nacht habe ich damit verbracht, die SVT Show „En fest för ABBA“ aus dem „Circus“ zweimal in Folge zu schauen und ich habe dabei beim ersten Ansehen weinen müssen und das wäre auch ohne Chianti Classico passiert. Schon das Intro mit „Intermezzo No. 1“ hat mich umgehauen. Es ist so geil, dass SVT ein „fully equipped“ Orchester und diesen starken Mixed-Chor aufgeboten hat. Das ist halt ein Mega-Signal, dass sie ABBA Respekt zollen. Von den Königs im Publikum mal ganz abgesehen. Ich habe mit meinen Gefühlen parallel zum SVT-Play-Schauen die ESC WhatsApp Bloggergruppe zugespamt, aber alle waren gnädig mit mir, wofür ich sie (einmal mehr) liebe und Benny auch dafür, dass er uns Blogger:innen alle für ESC kompakt versammelt hat. Eine Compilation wie ABBA Gold.
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Zwischendurch habe ich mich gefragt, warum das, was SVT mit deutlich weniger Budget, als das, was die ARD zum Ausgeben hat, nicht auch in Berlin, Hamburg, Köln, München, Hannover, whereever schafft. Anlässe, deutsche ESC Meilensteine zu feiern, gäbe es genug und Geld ist da und Künstlerinnen und Künstler, die mitmachen würden, gibt es auch jede Menge, das weiß ich aus vielen Gesprächen mit eben jenen. Was vor allem eindrucksvoll war: Die Show im Circus hatte Style, Leichtigkeit, Eleganz und war innovativ. Ich verbeuge mich vor Annika Forsberg. Ich wünschte mir, eine Redakteurin dieses Formats gäbe es beim NDR.
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Ich habe dann zwischendurch noch nach alten Pics auf meinen 50 Jahren mit ABBA gekramt für Insta. Und dabei ist mir eine Anekdote mit Frida vom ABBA Livekonzert 1979 in der Westfalenhalle in Dortmund wieder eingefallen, die ich, wenn Benny es denn erlauben sollte, in unserem ESC kompakt LIVE auf youtube am Dienstag erzählen werde.
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Jetzt ist diese Antwort fast so lang geworden wie ein ausgewachsener ESC kompakt Beitrag. Da siehste mal, was ABBA und Du/Ihr in bei mir auslösen….
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Ich wünsche Dir und allen ABBA-Verbündeten eine wunderbare Woche und ich danke Euch allen auch, dass ich mich immer und immer wieder motiviert, auf ESC kompakt Dinge über ABBA zu veröffentlichen. And keeping it that way is my intention.
Seit einer Stunde lassen wir uns bestens unterhalten auf SVT, Smart-TV mit Browser sei Dank. Wirkliche tolle Interpretationen und Arrangements, die einen eigenen Sampler Wert wären. Nur schade, dass man von den Beiträgen zwischendurch nicht viel versteht. Wozu gibt es eigentlich die Eurovision und Sender wie ONE, auf denen man solche Perlen live „verstecken“ könnte? Das ist jedenfalls qualitativ um Längen besser als das nächste Schlager-Bumm-Bumm mit Flori…
Ja, ich bin auch sehr geflasht und wir fühlen uns gut unterhalten.
Mich beeindruckt auch, dass das Königspaar im Publikum sitzt und fast ausrastet, also für königliche Verhältnisse…..
Ja, das Königspaar gibt ABBA die Ehre und die 4 glänzen durch Abwesenheit. Man muss aber auch berücksichtigen, dass die schwedische Musikszene ABBA damals vorsichtig gesagt nicht gerade wohlgesonnen war. Denen schulden die gar nichts.
Molly ist auch dabei! 🙂
Sandén oder Hammar?
Sandén … ab 1:42:30.
En fest för ABBA war eine tolle Show 🤩
Danke für den Tipp, Peter 🙂
Ich habe auch SVT geschaut. War echt schön. Mein Highlight war die Gitarrenversion von Chiquitita von Gabriella Quevedo und Partner. Das hat mich echt geflasht. Ich muss dazu sagen, dass ich Gabriellas Youtube-Kanal seit Jahren folge und ihr Gitarrenspiel über alles liebe. Dort hat sie bereits diverse ABBA Songs interpretiert.
Sehr beeindruckend auch die Version von Lay All Your Love on Me. Gänsehautmoment.
Chiquitita ab 31:15, Lay All Your Love on Me ab 1:11:00.
Und das big-Band-Style-Medley! Und The winner Takes It All…
Also Lay all your love on me hat mich auch sehr beeindruckt , was eine Stimme und eine Stimmung im Saal .
Chiquitita war auch sehr schön in dieser Version , Molly hat mir auch sehr gut gefallen.
Tiefpunkt war allerdings die erste Künstlerin , die traf ja kein Ton und den Text kannte Sie wohl auch nicht .
Alles in allem eine tolle Show.
Wir fanden die Show hier eher durchwachsen. Highlight natürlich die Anwesenheit des Königspaars. Sylvia im grünen Hosenanzug ganz schön flott 👍🏻
Lustig auch die Loge 3 mit den drei ABBA-Puppen aus „The Last Video“, Intervallact beim Semi ESC 2004 in Istanbul.
Musikalische Highlights definitiv Chiquitita und Gimme, Gimme, Gimme mit Molly. Oscar Zia am Ende mit So Long war auch mega.
Hier gab es natürlich auch Köttbullar mit KaPü und Preiselbeeren 🇸🇪
@Peter: Letzte Fragen.
Dank dem Jubiläum habe ich doch noch manches gelernt.Ich wusste bisher nicht, dass Ireen Sheer in der Bar angeblich von Björn angebaggert wurde und er ihr von seinen Eheproblemen erzählt hat. Auch dass Cindy und Bert schon vorher geahnt haben, dass sie gegen ABBA keine Chande haben, ist eine neue Erkenntnis (gut, gegen die anderen Beiträge natürlich auch nicht).
Letzte Fragen bleiben aber für mich noch offen.
Warum sind sie in Brighton zu sechst aufgetreten und wer waren die überflüssigen beiden?
Wer hat beim Einlauf der Mädels die anfeuernden Rufe ausgestoßen und warum?
Wie hat Agnetha in Brighton ihren Geburtstag gefeiert?
Peter, wenn Du das nicht weißt, dann weiß es niemand. Ich bitte um Aufklärung.
Hejj Haraldur, ich bin mir nicht ganz sicher, ob Deine Fragen ernst gemeint sind, aber weil es um ABBA geht möchte ich Sie einfach ernst nehmen. Und ich hoffe, es waren nicht die letzten Fragen. Die ABBA Welt ist unerschöpflich.
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Mit Cindy Berger habe ich tatsächlich mal über die „Sommermelodie“ in Brighton sprechen dürfen, das war 2006 anläßlich eines OGAE Clubtreffens im Landhaus Walter in Hamburg. Sie war/ist in der Tat sehr „down to earth“ und ihr war wohl klar, dass ABBA den Grand Prix rocken werden. 1974 war das Abschneiden beim Grand Prix in Deutschland eine ganz große Sache, noch ernster als heute, insofern mussten sich die Künstler tatsächlich „zuhause“ verteidigen, wenn es keine anständige Platzierung gab.
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Zu den weiteren Fragen kann Dir die Biographie „Licht und Schatten“ von Carl Magnus Palm fundiert Auskunft geben (fundierter als ich jedenfalls), da steht das präziser drin als ich das erinnere. Ich kann das bei Gelegenheit mal nachschlagen für Dich. Mehr in Kürze dann.
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Was mir noch eingefallen ist zu 1974 im Nachgang des wunderbar ABBA-esquen Interviews mit Nemo: Ohne die Schweiz wäre alles nichts gewesen in Sachen „Waterloo“: Es gab 1974 die Höchstpunktzahl (5) für Schweden aus der Schweiz, das waren über 20% aller ABBA-Punkte überhaupt.
Also ich habe dann mal in der von Peter angemerkten Biografie nachgeschlagen, war nur gestern Abend zu erschöpft vom Tag des Feierns 😛
Die beiden zusätzlichen ABBAs auf der Bühne waren der Schlagzeuger Ola Brunkert und der Bassist Rutger Gunnarsson, zwei sehr wichtige Musiker aus dem ABBA-Kosmos. Waren auf allen Alben von „Ring, Ring“ bis „The Visitors“ zu hören und begleiteten die Band auf ihren großen Tourneen.
Warum sie dabei waren?
Vielleicht, weil die Interpreten vorgefertigte Playbacks benutzen durften, unter der Voraussetzung, dass sich alle Musiker, die auf dem Band zu hören waren, auch auf der Bühne befanden. Also man benötigte sie als Schauspieler auf der Bühne, damit sie den vollen ABBA-Sound vom Band nutzen konnten.
Am Abend vor dem ESC (Agnethas Geburtstag) gab es in Brighton eine Party eines Musikverlages. Neben ABBA waren auch Mouth & McNeal anwesend. Willem Duyn („Mouth“) war wohl ziemlich betrunken und hat sich sehr überheblich den ABBA-Girls genähert, eben auch dem Geburtstagskind, dass er „in die Höhe hob“.
Wer den Ruf ausgestoßen hat, verliert sich scheinbar in den Seenebeln von Brighton.
Danke, AgnethaFrida, dass Du mir das Nachschlagen abgenommen hast. Das ist genau der Team Spirit wie er unter ABBA Fans so vorbildlich funktioniert. I let the music speak.
@Peter und AgnethaFrida:
Ich danke Euch sehr herzlich für die Aufklärung. Und natürlich waren meine Fragen ernst gemeint.Ich habe das Standardwerk von Carl Magnus Palm auch, aber es ist Ewigkeiten her, dass ich es gelesen habe und die Fragen kamen mir spontan, als ich mir am Samstag nochmal den ESC von 1974 angeschaut habe. Da dachte ich nicht daran, dass ich die Antworten dort finden könnte.
YouTube hat mir am Wochenende eine BBC-Fernsehsendung empfohlen, in der sich einer der damaligen Juroren des UK dafür rechtfertigen musste, dass es damals keinen Punkt für ABBA gab. Er erläuterte das damalige Voting-System und erklärte, dass sie die Songs alle nicht vor dem ESC kannten und ihnen nur die Generalprobe und die Live-Sendung gezeigt wurde. In der Probe hätten sie die schwedische Version gesungen, was die Juroren nicht besonders überzeugt hätte. Eine englische Textfassung hätte ihren nicht vorgelegen. Ob das so stimmt? Ich habe nie gehört, dass sie bis zur Probe an der schwedischen Fassung festgehalten hätten.
Falls ja, dann zeigt es mindestens mal eine ziemliche Ignoranz der Engländer gegenüber Songs, die nicht in Englisch, Französisch oder Italienisch sind.
Hier eine ganz ganz tolle Version von „Thank you for the music“. Von ganz vielen unterschiedlichen Personen gesungen: https://www.svtplay.se/video/ja4gAoq/thank-you-for-the-music
Hejj Micha, zu diesem grandiosen Video habe ich ein eigenes Stück veröffentlicht, wo alle beteiligten Personen genannt und erläutert werden:
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https://esc-kompakt.de/neues-svt-all-star-video-von-abbas-thank-you-for-the-music/
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Das ist eines der schönsten ABBA-Hommage wieder, die jemals gemacht wurden – SVT hat sehr feinfühlig LineUp und Locations ausgesucht.
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Demnächst gibt es von mir auch einen eigenen Beitrag mit den besten ABBA Medleys und Hommage-Produktionen/Videos. Spoiler: Das diesjährige ABBA Intervall-Medley im deutsche Finale wird nicht dabei sein.
Hej Peter,
oh, deinen tollen Artikel von letzter Woche hatte ich gar nicht gesehen. Dank deines Beitrages weiß ich nun auch, wer wer in dem Video ist. Tack sa mycket!
Eine persönliche ABBA-Anekdote habe ich noch, die vielleicht in ähnlicher Form auch manch anderem Fan von damals passiert ist. Leider muss ich sie zensieren, weil ich hier sonst automatisch rausgefiltert werde.
Sie spielt Anfang der 80er. Damals hatte ich gerade gegen alle Widerstände und Stimmungsmache aus meinem damals politisch links orientierten Umfeld (Schule, Familie) zu ABBA zurückgefunden und mir die zunächst ausgelassenen Alben The Album, Voulez-Vous und Super Trouper gekauft. Offensichtlich durfte man ABBA und überhaupt kommerzielle Musik damals nicht gut finden, wenn man sich selbst für progressiv gehalten hat (das war in Schweden ja nicht anders). Aber ich war 14 oder 15 und Politik war mir total egal.
Natürlich kam wieder Gegenwind. Eine mir sehr nahe stehende Person gab mir den gut gemeinten Rat, ich solle doch nicht schon wieder diese unaussprechliche ABBA-Musik hören, sondern endlich mal gute und anspruchsvolle Sachen, so wie Pink Floyd, die frühen Genesis mit Peter Gabriel oder Mike Oldfield. Meine Nachfrage, wieso Mike Oldfield Abba covert, wenn doch ABBA so eine unaussprechliche Musik machen, sorgte für ziemliche Verwirrung. Das könne unmöglich sein, wenn dann hätten ABBA bei Mike Oldfield geklaut. Nach meiner Anmerkung, auf der Mike Oldfield-Platte wären aber Björn und Benny als Autoren von Arrival angegeben, war das Weltbild meines Gesprächspartners komplett erschüttert. Letzte Rettung war die Vermutung, Mike Oldfield hätte dann mit Sicherheit eine unaussprechliche Nummer von ABBA genommen und was ganz anderes, großartiges daraus gemacht. Mein Angebot, mal beide Versionen nacheinander zu hören und sie zu vergleichen wurde brüsk abgelehnt: „ABBA ist unaussprechlich, ABBA höre ich mir nicht an!“ Damit war das Gespräch zu Ende. Mein damaliger Gesprächspartner lebt schon lange nicht mehr, aber ich muss noch heute grinsen, wenn ich an diese Episode denke.
Wenn man die fett markierten, unaussprechlichen Passagen durch abwertende Kraftausdrücke ersetzt, kommt man dem Original-Dialog sehr nahe.
Chiquitita hat es nun auch auf Gabriellas Kanal geschafft:
https://youtu.be/o6aDmUqpEb4?si=uSvSVS-x1iC7LE69
Ich liebe es.
„… Emil and I had the honor of performing this arrangement at ”En Fest för ABBA” on swedish national live TV …“